in Darmftndt nni> '.ll^ett j« 4; bis 1500 Mi je 2 in Darm- ffadt, Ofsenbrnch-Stadt und SvrieWcrn. 'iJrbenhcjinjc »on i*cl)r als 1500 2«H. i,aben außer hm schon erwähnten 5 in Tarmstadt 2 Lehrer in Lffenharh-Ztadt uni» je einer in Erbach. Alsfeld. Friedberg, Alzep und Mainz-Land: ein Lehrer in Friedberg bezieht 2100 Mt. und ein Lehrer in WormS-Stadt 2180 2Ak. Nebengehalt
Im ganzen Land habe», wie ichmi erwähnt. 257 Lehrer bis 75 «?., 382 bis 100 Ml. 239 bi» töO Mk.. 519 bis 250 Mk., 44« bi» 350 Mt, 331 bis. 450 T*i 2U3 BHi 800 Mk.. SO bis 700 Mk.. 51 bis 800 Mk . 50 bis 1000 Mk., 22 biS 1100 Mk . 11 bis 1200 Mk., 3 bis 1300 Mk., 6 bis 1400 Mk., 3 bis l.500 2Ak. nnd 14 über 1500 Mk.
Offener kr'ef an Herrn Oberbürgermeister Mecum.
Gießen, den 3k. Dezember 1913.
Herrn Oberbürgermeister Mecum, Gieße».
’ Sie haben bis heute nut mein Schreilien Dom 19. nnd 20. Dezember 1913 nicht geantwortet. Die Redaktion des Gießcncr Anzeigers hat öffentlich zu erkennen gegeben und mir ans ?lnfrage nochmals ausdrücklich bestätigt, daß Ihr mündlicher Bericht in der Stadtverordnetensitzung von dem ichrift- lichen Expos«, das im Gießener Anzeiger wiedergegcben wurde, abweicht, indem Sie sich in der Tat in den Person lichen An- grifsen gegen mich ergangen habe», die ich mit meinem vorgebrachten Schreiben zurückgewiesen fattte. Trotz meiner Aufforderung vom 19. bczw. 20. Dezember 1913 haben Sie geschwiegen: nicht einmal der Höslichscitspflicht, mir z» antwortcit, haben Sic genügt.
Heute verzichte ich auf iede Älnttvort von Ihnen, die Oeffetit- lichkcit weiß odnedrrs, Ivas sie voll Ihnen in dieser Sache zu Wien bat. Ich verzichte aber auch daraus. Ihnen in Zukunft bekannt zu sein und lege keinen Wert darauf, von Ihnen gegrüßt zu werden. Es bleibt mir nur dieser Weg, meine Rechte einem Manne gegenüber zu wahren, der mich an einem Ort, wv ich nicht zugegen bin und mich nicht wehren kann, sachlich unbegründet und in umvahrer Wcffe angreist.
Hochachtungsvoll!
Ör. 2 v o h r , Rechtsanwalt.
Zum besseren Verständnis unserer Leser sei bemerkt, daß wir in dem von uns veröffentlichten schriftlichen Bericht, den der Oberbürgermeister uns zur Verfügung gestellt balle, die Stellen weggelassen haben, die persönliche Eingriffe enthielten.
Au» Stadt und Land.
Gießen, 2. Dezember 1914.
** Professor Tr. Alfred Körte, der Rektor der Universität Gieße», ist, wie wir bereit-? mitleilten, zum Nachfolger de? Geh. RatS Prof. E. Sch warb auf den Lehrstuhl der llassischcn Philologie an der Universität Freiburg i. Br. in Aussicht genommen. Wie wir nun wehr melden lönnen, hat Professor Körte den Ruf an genommen. Pros. Körte ist >866 zu Berlin geboren. In Bonn widmete er iich dem Stnoium der ilassischen Philologie und Archäologie al-o Schüler von Hermann tlsener Franz Bücheler imd Richard Kcknle. 1894—95 bereiste er er tut Aufträge des Kaisers. Deutschen Archäologischen Instituts da? Innere Kleinasiens, habilitierte sich Mai 1890 in Bonn für klassische Philologie, wurde Ostern 1899 a. o Professor in Greifswald, Ostern 1903 Ordinarius in Basel als Nachfolger von Erich Bethe und Ostern 1900 dessen Nachfolger tu Gießen. Sein Svezialarbeitsgebiet ist die griechische Komödie. Prof. Körte wird vom l April 1914 ab als Nachfolger Kroll? die „Jahresberichte über die Fortschritte der ilassischen AltertnmSwissenschast" hercmSgeben.
— Ernennungen. Der Großherzvg hat am 3k. Dezember den ErgänzniigSrichter bei der an dem Landgericht der Provinz Startenburg gebildeten Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Dormfiadt, Kaufmann Wilh. Kölb zum Handelsrichter und den Direktor der Bank für .Handel niid Industrie in Tarmstadt, Hugo Brink, zum Ergän zungsrichter bei dieser Kammer, beide für die Zeit bis zum 51. 'Dezember 191-5, ernannt. Ferner wurde der Gerichtsschreiberaspirant Karl Linker in Darmstadt am 31. Dezember zum Ministerialrcgistrator bei dem Ministerinm der Justiz ernannt.
** 3 n den Ruhestand versetzt wurde der Eisen- bahnobersetretür in der Hessisch-Preußischen Eisenbahnge- ineinschask Rrchnnngsrat Adam Schäfer zu Mainz auf sein Nachsnchen'vom 1. Januar 1911 au. Aus diesem Anlaß wurde khm das Ritterkreuz 2. Klasse deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Der Weichensteller in der Hess.-Preuß. Eiscnbahngemeimchast Willi. V o 1 k zu Darm-s stadt wurde aus sttn Nachsuchen vom 1. Januar 1914 an in den Ruhestand versetzt.
"Vers ctz un'g de s Tiv lsio u s ko m mau d c u rs der 25. Division. Als Rachfoiger des Kommandierenden Generals Frhrn. v. Scheffer-Bopadel ist Generalleillnant von PlueSkvw, bisher K'ommandcur der 25. Division in Darm stadt, mit der Führung des 11. Armeekorps beauftragt worden. '
** ß i it Diplom und Ehrenzeichen wurde vom Groß- berzog dem Pbowgr. Mich. PH. Böller zu Lang-Gön? in Anerlenming seiner treuen Dienste bei der Freiwilligen Feuerwehr verliehen.
** Das Großherzogliche Krcisamt Gießen hat seinerzeit dem Gemein berat Ruttershausen angesonnen, das Gehalt des Gemcindcrechners auf >75 Mk. zu erhöhen. Ter Gcmeinderat hat diesem Ansinnen nicht entsprochen, er hielt die bisherige Bezahlung des Rechners für die von ihm zu leistenden Amtsgefchäste für vollwmmen genügend, und lehnte deshalb jede Gehalts erhöhung ab. Ru» hat der Krei s an s schn ß in seiner Sitzung vom 20. Dezember, entgegen dem Gemeindecats- beschluß, dennoch die angesomiene Erhöhung des löcholtes auf 475 Ml. festgesetzt. Durch diesen Bescheid fühlte sich der Gcmeinderat so schwer gekränkt, daß er sich, da er „nichts mehr in Gcmeindeangelegrnheiten zu sagen bade" für überflüssig hielt und deshalb in seiner Gesamtheit ein Gesuch um Euttassung cinreichte Ter Fall durfte wohl zu den seltensten kommunalen Ereignissen zu zählen sein.
** Laub und sorst w. B e r ii i s q e n o I s e n s ch a s t s ü r das G r o ß h e r z o g t u m .Hessen. Die diesjährige Genossen schaff-versammlung der taub- und ioritw. Beruisqenoffeuichatt iür bas Großherzogtum Hessen fand unter dem Vorsitz des Großh. Geh. Regiernngsrats Bichmann am 29. Dezember im Hotel „Prinz Earl" in Darmiladr statt. Die Brrlammlung nahm den zum 2-5. Jahrestag des Benetzens der Beriffsgrnoiienichait herausgegebenen Ver- wallvnqsbericht. der nch eingehend über die bisherige Orgaiiiiation Mid tatigbnt äußert und eine ganze Reihe stolistiicheii Materials ?, gravtrncher TaGrltungen enthält, entgegen. Zugleich üattete T-'.k bes wenvffentchaiisvorü-nbe- on die noch 2S" „^Oederder Genonemchotwoerigmnnuna von 1889 ob.
Gr°Nd MmMetrum des Innertt und der Fingnzen für rnn\u* gegenüber jederzeit betätigte Wohl-
und dn ^ä>ied^>Ä»!^m ^ kbüheren Lnndesvcritcherunqsamtes Xn,Ä"i- 3«l«eften her Be- 'MdRechtGr^utm V-,?, ««br-nde Gefchättstübrung
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4901 Ilnsälle neu zu bearbeiten waren. An Entschädtguttgen iür Renten anVerletz e. Ko enbeSHciklwr abie sillw. wur en 1059 605 Mark bezahlt und 5460 Rentenbescheide erlassen Tie Summe der ersiwolig im Rechiiungsiahre gezahlten Entschädigungen betrug Uli 113 Mk. Tie Mittel der Rücklage beziffern sich aus 2 097 563 Mark. Ter Voranschlag der BerutSgenoilenschatt iür 1914, der in Einnahme und Ausgabe mit 2 812 738.90 Mk. balauziert, wurde gutgeheißeii, edenjo derjenige der der Beruisgenoisentchast ange-t gliederten HastvtlichlveriicherungSanstali Tie Geuoitenichaitsner- iaiimtlung genehmigte den Erlaß von UniaUverhütungsvorschriiten über landwirtschattliche Geräte und Svrengmittel, landwirtschaitliche Pich- und Fuhrwerkshaltung, landwirtschaftliche Banhaltung und Berwendimg des elektriicheu Stromes und war damit einverstan den, daß von der in Aussicht genommenen Errichtung eines Uu ialllrantenhauseS in Gießen mit Rücksicht aus inzwischen eingetrc- tcne Schwierigkeiten finanzieller und sonstiger Art 'Abstand genommen wird. Eine Reihe weiterer Beschlüsse entbehren des allgc- nieinen Interesses.
** Die Silvesternacht ist in diesem Jahr aniiallend rubig in nnserer Stadt verlauten. Tie Sitte früherer Jahre, aus der Außcnstadt in großen Scharen gegen 12 Uhr mit den Marktplatz zu ziehen, sich gegenseitig „Prosit-Neujahr" zuzurnsen und eine Stunde lang alleiband Uniug in den Straßen zu tteibrn, war schon im vorigen Silvester stark im Abnehmen begriffen. Die Kälte mag diesmal ihr gut Teil dazu beigetragen haben, daß es in der Reniahrsuacht zu Ateiffchenanianimlungen mtt beut Markt nicht laut, sodaß die vier «chutzleute, die dort Dienst hatten, gegen allzu starke Ruhestörer wie tonst nicht vorzugehen brauchten. Ter Uniug mit Fenetwerlslärvern. besonders mit Fröschen und Bomben, war am den Straßen dennoch der alte. — Auch das Wirtichaitsleben soll rulßger als sonst verlauten sein. Unsere Bevölkerung begeht die Feier de« Eintritts in das neue Jahr in der Familie bei Punsch 'unb Kreppet. Die Glühlampen in der Altstadt k rannten austiahmsweise bis 2 Uhr nachts.
•• Unfälle in der NeujcihrSnacht. (im in der Schnlstraßc wohnendes Mädchen wurde emt dem Kitchenplatz durch einen zur Erde gerichteten Schuß verletzt. Die Kugel ging der Verletzten in den Fuß. Sie konnte von einem Heilgehilfen entfernt iverden. Do? Mädchen ivar mit dem zerschossenen Fuße ruhig weitergegangen und hatte erst zn Hanse bemerkt, daß cs verletzt worden war. — Klirrende Scheiben und Bißwunden an den Händen gab e? in der Reujahrsnacht in einer Wirtschaft an der Bahnhotstraße bei der Enisernung eines Siürenfriedcs de? Lokals. Der bisffge Gast ist wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung znr Anzeige gebracht worden. Der Dastwitt niuß mit einer verbundenen Hand seine Gäste bedienen.
** Einen Selbstmordversuch unternahm am Silvesterabend der Metzgergcselle Heinrich Stern. Gegen 7 Uhr fand man ihn bewußllos aus einem Abort im Hause Weserstarße 6. ES wurde festgestelll. daß er sich selbst mit einem Revolver eine Verletzung am Kopfe beigebracht hakte. Tie sofort herbeie-rnfenc Sanitätslvlonne brachte den Verletzten nach der aiirurgischen Klinik. Tie Kugel war in die Schädeldeckc cingebntngen und mußte ans operativem Woge entscrnt iverden. Da das Gehirn nicht verletzt worden iff, besteht leine jfebcnsgcfahr. Der Lebensmüde, der aus Hungen stammt, soll sich Verfehlungen im Geschäft haben zu schulden kommen lassen.
** X t e L a h n hat bogouncii, sich mit einer Eisdecke zu überziehen. Es ergeht deshalb an die Eltern und Lehrer die Mahnung, die Kinder vom Betreten des Lahneises ab- zuhalten, auch wenn cS scheinbar fest ist. Bekanntlich ist daS Fkußeis nicht immer gleichmäßig stark. Schon jetzt werden Ilnglückssällc, die durch das Betreten des FlußeiseS hervor- gcrufen wurden, ans dem ganzen Reiche geweidet.
** Die Beschädigungen -an den Telegraphen- Und F e r n s p r e ch l i n icn durch das Schnees weiter am Llbcnd des 28. Dezembers l>aben, wie uns das Telegraphenamt mitteilt, einen ganz erheblichen Umfang angenommen. Es ist jedoch möglich gewesen, die Tele- graphenleitungen und die Sprechlcitüiigen für den Fernverkehr soweit in Stand zu setzen, so daß jetzt der Verkehr in der .Hauptsache wieder a n f g e n o w m e n werden konnte. Bedenklich sieht e? noch im hiesigen Orts- Fcrnf prechnetz aus. Die InstandsetznngSarbciten sind heute aber auch hier mit Nachdruck ansgenominen worden. Zur möglichsten Bcsch1e»nigung dieser Arbeiten sind LlrbeitS- tvästc von auswärts herangez-ogeu worden. Morgen werden weitere Banabtellungen ans Rhciiihessen hier ciiitreffen. Auswärtige Hilfskräste hierher zu überweiset,, war nicht eher möglich, weil säst im ganzen Reichsgebiet außergewöhn liche Beschädigungen der Telegraphcnlinieii eingclreten! und überall zunächst lvrnigslens für vorläufige Herstellung der wichtigsten Leitungen gesorgt werden mußte.
** E i n Gerücht. In der Stadt ist das Gerücht verbreitet, daß der Immobilienagent Rosenlhal im Gefängnis gestorben märe. Dieses Gerücht entbehrt jeder Grundlage: Rosenthal befindet sich im ZeUengcsängiiis zn Butzbach in körperlich ju,‘rieben- stellender Vertagung.
** Rodeln und Schiläufen ist allerorten im volten Gauge, nachdem die reichen Schueefälle der letzten Tage für gute Schncelage gesorgt haben. Von allen Seiten kommen Berichte Über die vorzüglickie Beichaffenheil der R o d e l b a h II e n , besonder? aus Lick, und Bad-Nauheim, iuo sich Rodelbahnen beiinden, auf denen sich täglich Himderte von eitrigen Wintcrsportlern tummeln. Leider sind die Bahnen auch von Uniällen nicht verschont gebliebeu Ein besonders scknveres Unglück trug iich aui der Rodelbahn von F il- k en st ei ii nach Eronberg zu. Tort stürzten in einer Kurve mehrere zusammcugekoppeltc Schlitte,t uni. Hierbei trugen ein j I, n - ge? Mädchen und ein Schüler anS Fraukturt schwere Beinbrüche davon. Beiden Verunglückten wurde im Falke» steincr OiffzierSgenestingsheim die erste Hilfe zuteil.
.. Der Postschlitten, der von Gießen nach Klein- Linden, Allendorf und Lützellinden führ!, verunglückte öente mittag. Als der Postillon Friedrich die Lützcllinder Straße hernnterlani, scheute sein Pferd und ging durch. Der Schlitten ichlng IHN und brach auseinander. Das Pferd, weiches mit dem vorderen Teil des Schlittens durch die Siraßcn von Kl.»Linden rannir, konnte am Ortsausgange autgefangen werden, nachdem es sich erheblich verletzt hatte. Der Postillon hatte nicht unbedeillende- Berletzungen erlitten und wußte nach Hause gefahren iverden.
Landkreis Gießen.
Etting? hause ii, 1. Jan. Eine Anzahl Ziegcnzüchter hat nch zusammengelan mid beabsichtigt die Gründung eines Zie- genziichtverein?.
r_- Röthges, l. Jan. Ter langjährige Bttgeordnete und OrtsgerichtSmami Heinrich Metzger ist im hohen Alter gestorben. Er gehörte auch dem Kirchenvorstand an.
.5 Klein Linden, 1. Jan. In der Hügelstraße glitt eine Frau ani dem Glatteis aus und brach da? Bein.
Zs Geilshausen, 1. Jan. Die Wahl unsere? neuen Bürgermeister-? Ludivig Wagner lonrde vom Kreisamt Gießen bestätigt.
SlBirklar.l. Jan. Unsere Gemeinde hat seit Jahren keine Schafherde mehr. Die Feldbereiniguna läßt nicht sstvhr Mnügend Weidegelände Seit Wochen weilt aber eine über 200 Stück zählende Herde eines sogen. Zugschäfcrs, dem von nnscrcm Pächter die Erlaubnis zum Weiden erteilt worden ist. Der Schäfer trieb die Tiere bis zu Ansang dieser
Woche noch täglich hinaus, selbst als Schncc bcrells die Felder bedeckte.
Kreis Büdingen.
Echzell, 3k. Tcz. Das Reichspostamt beabsichtigke das hiesige P o st a m t in eine Post-Agentur umzuwandeln, was iür die hiesige GeschättSwelt von großem Rachtell gewesen wäre. Dank des einmütigen Eintretens aller Kreise der Bevölkerung, wie ganz besonders de? großen Einslusie? des Reichstagsabgeordneten Dt. Werner verbleibt das Amt nun hier.
=- Wenings, 30. Dez. Ter- in diese» Tagen niederge- gangcn-e sochnee hat überall bedeutenden Schaden ange- richket. In den Wäldeni sind die Bäume unter der Schneelast zu Hunderten gebrochen, und in den Obstgärten liegen allenthalben Zwetschenbäume und Aeste von Birn- und Apfelbäumen am Boden.
Kreis Friedberg
L. Friedberg^, I. Jan. Ter S>l ocster ab e nd brachte uns kaltes Wetter, sowohl in der kath. Piarrkirche wie in den beiden evaag. Kirchen landen Gottesdienste statt. Ter Tarektoc des Prediaerieminars, Prot. Tr. D. 'Schnett, predigte uni 5 Uhl in der Burgkirchc und um 8 Uhr in der Staütkirche. Zur Mitleinachtsstunde ertönt«! die Glocken an» allen Orten, der Umgegend. Ter hiesige Pvsaunenchar trug Choräle vor. — Jur Bildung eines großen M an n e r I ä II g e rch o r es haben sich bis jetzt über 60 Sänger gemelder. Eine tüchtige Dirigenten ltait ist gewonnen. — 25 Jahre lang bringt am hentigen Tage der fogenaimten Akilchkonrad Roth mit Kannen die Milch vom Gute des .Herrn Altes, dUeder-Florstabt, nach Friedberg.
8 R o ck c ii b c r g . 1. Jan. Erfreulich ist der Llufschwung, den. die hiesige S t e i n i »i d u st r i c genommen hat. In den Steinbrüchen der Firma Scheidhaner u. Gieising und Wtl lisch n. Co. waren zuletzt über 1-50 "Arbeiter beschäftigt. Ta zu hat poch eine weitere Kölner Firma einen Steinbruck» erworben, in dem die bekannten Rockenbcrger Quarzitjand-- steinc znm Brnch kommen sollen. Die Steine werden zumeist mit der Bahn bis Frankfurt gebracht und von dort auf Schiffen nasch dem rheinischen ' Industriegebiet verfrachtet, >vo sie zu industriellen Zwecken Vertvendwig sindcn. — Vor kurzem wurden in unserer Gemarkung Ni der Nahe der Wetter Tiefbohrnngcn vorgirnommen. Man vcrmntel, daß hier Kohlensäure in erheblichen Mengen vorhanden sei.
Starlcnburg und Rhciilhcsscn.
ri». Tarmstadt, 1. Januar. Ein bcdaucrllches O p ferdesReujahrschießens wurde heute nacht kurz nach 12 Uhr der 26 Jahre alte, bei der Firma E. Merck befchäf tigte Buchhalter Peter Doria m Er feierte mit seiner Fra» und deren Schwester in seiner Wohnung Liebsraucnstraße zu sammen Silvester. Von Zeit zu Feit sah man aus dem Fenster der zwei Treppen hoch gelegenen Wohnung, um das auf der Slraße losende Treiben und Knallen zu beobachten. Nach dem Glockenläuten war der Trubel wieder tebhastcr geworden und Dörsom begab sich wieder mit seiner Frau nach dem Fenster. Plötzlich sank nach einem lauten Knall Dörsam neben seiner Frau zur Erde. Als inan ihn aufhob, fand man eine blutende Wunde an der Stirn. Man brachte den schwer Verletzten sofort in das städtische Krankenhaus, wo er nach etwa 27° Stunden der Verletzung erlegen ist. Nach der Untersuchung ist der Schuß durch die Hirnschale in den Slops gedrungen, aus der Rückseite wieder heraus und hat nocki das Fcnstergesims beschädigt. Die weiteren Feststes lungen ergaben, daß der Schuß nicht von der Straße, so» dcrn nur aus der gleichen Höherichtnng, wie die Wohnung des Tote», also etwa 2 Treppen bock, gekommen sein kann, da die Schußrichtung eine andere Deutung nicht znläßt. Mir Sicherheit ist also anznnehmcn, daß das Geschoß a u s e i n e r dcrWoh nun ge ii dcrgcgen überliegenden Hau ser abgegeben ivorden sein kann, doch haben die bisherigen Ermittctungen Bestimmtes bis heule abend nicht ergeben. Ein gegenüber wohnender Schneider wurde vorläufig fest- penv mmen, da er geschossen haben soll, doch lengnel er. Der Getötete ist 38 Jahre alt und hat ein Kind von zwei Jahren.
(sch) Bingen. 1. Jan. Im benachbarten Kempten halle gestern abend um 5 1 ’_> Uhr der Hitsswärter Heimen aus Gauls - heim die Signallichter angezündet nnd wollte ieststetlen, ob diele lichtig hingen. Er trat zu diesem Zweck zurück und wandte dem Gleis den Rücken zu. In diesem Llugenblick «faßte ihn eine Leer m a f ch i n e. Es wurde ihm der >i o p i und beide Beine ab- ge, ähren. Der Verunglückte hinterläßt Frau imd fünf Kinder. Er ivar 32 Jahre alt.
Kreis Wetzlar.
o Krofdorf 1. Jan. Am Neujahrstag ivnrde der Hirfchw irt Leib, eui Veteran von 1864 66. beerdigt Der Verstorbene gehörte zn den Gründern unseres Kricger- vereinS, dessen Mitglieder ihm da? Grabgeleil gerben, lieber seinem Grabe wurde eine Ehrensalve abgegeben.
— Krofdorf, 1. Jan. Heute feierte der Landwirt Georg Wagner von hier in voller Rüstigkeit seinen 90. Geburtstag. Ter GrciS betrieb noch bis vor etwa 3 Jahren seinen Ackerbau und noch heute lieft er, wie früher, ohne Brille.
Hessen-Nassau.
^ R o d h e i m a. d. Bieber, 1. Jan. Gestern abend gegen 8 Uhr erschollen Feuerrufe, das Signalhorn der Wehr und die Sturmglocken läuteten. Es bräunt c die alte Rabe- »ans che Scheuer nieder. Mit ihr ist wieder ein Markstein alter .Holzbantunst der Vergänglichkeit anheimgefallen. Weithin sichtbar hatte sic sich inmitten des Dorfes erhoben, und mancher, der ttorbei loaiidertc, wird den mächtige,, Holzbau bewundert haben. Die alarmierte Feuerwehr war rasch zur Stelle und sicherte in erster Linie die angrenzenden Gebäude, es fiel datier nur die große Dvppclfcheuer dem Feuer zum Opfer. SJlii Recht zeigte sich wieder hier der Vorteil einer Wasserleitung. Leider wurden die Löscharbeitpn durch die Kälte beeinträchtigt. Als die Glocken das neue Jahr veriündetcn, Ijattc die Wehr die Brandstelle bereits verlassen und nur eine Wache zurückgelassen.
,) M a r b u rg, 1. Ja». In den Lahnbcrgen wird eitria dem Rodelsport gehuldigt. Leider haben sich auch schon mehrere Unglückställe ereignet. So ivurden eine junge Dame und ein Schüler, die in der Nähe der Stadt gerodelt hatten, in schwer verletztem Zustande in die Klinik cingc- licfcrt.
0 M arbu r g, 1. Jan. Gestern wurde hier der üb lickte Silvester-Markt abgehalten. In den vielen Lokalitäten fanden Tanzlustbarkeiten statt, zu denen sich Hunderte von jungen Burschen und Mädchen, diese in ihrer malerischen .Hcssentrachl, aus den Landorten der ganzen Umgegend ein gefunden hatten.
b. Frankfurt a. M., 1. Jan. Die urivrüngliche Annahme, datz der Soldat Bernhard S ch m a l b a ch ans Furcht vor einem zu ipären Eintreffen in Forbach seinem Leben ein Ende machle, trifft nach einem später cingegangencn Briese de? Unglücklichen an seine Eltern nicht zu. In dem Briese schildert der junge Mann die M i ß Handlungen, die er beim Militär, dem 174. Infanterie Regiment in Forbach, erlitten hat. Man habe ihn gegen den Leib getreten, daß er ins Lazarett mußte: aber au? Furcht vor Strafe habe er nichts gemeldet. Seine Kameraden müßten die ihm ange tanen Mißhandlungen beschwören können. Ein Mensch von Eha- rakler lönne iich dergleichen nicht bieten lassen, da sei doch oas Zuchthaus besser. ES ist anznnehmcn, daß die Militärbehörde aus


