MM aber ifü mir bekannt, daß Tausende urrd Hünderr- Larrsemde von Schriftstellern schon verhungert sind. — Nützt alles nichts, der Jude Wirt) gehünat! — WaZ ich mich alles schimpfen lassen mußte, das aufKllZMten, würde Bünde füllen. Der ganE Berleumdun asfeldzug gegen mich ist ein ebenso unaustilgbarer Schandfleck der errglifcheu Presse wie die GreuelLerichbe und sansiiaen Kriegslügen, die nur ^tzt seit fünfviertel Jahren in alle Welt Hinausposaunen. Aber die echten Journalisten kennen überhaupt nicht mehr die Wahrheit sagen; sie Minen bestenfalls eil re Meinung vertreten . . . Uebrigens Sie können sich wohl denken, wie freundlich mir die Richter gesinnt wurden, wenn ihnen ein würdiger ZeiLunasverleger die neueste Nummer dev ^Preß-EdiLt-mr" unter die Nase rieb . . . Na, da wußte man's ja, wer der Kläger war: ein Preßpirat, Nachdrucksjäger, Wucherer, Revolverjounalist, Erpresser und Betrüger. Und die Puderperücken nickten weise . . . right or wrvng, die Perücke fiel nicht herunter: — Ich bekam in den seltensten Fällen mein Geld. Und die ganze Hetze wurde angesetzt vom Fachblatt der „Preß Union", der so ziemlich alle bedeuten- deren Zeitungsverleger der Vereinigten drei Königreiche angehören. Derr Schmierfinken, die mich um mein Geld prellen und obendrein in Grund und Boden donnern wollten, war in jenen Spalten Tür und Tor geöffnet. Wenn so ein ehemaliger Setzerlehrling, der es im Laufe der Jahre zum hochmögenden Zeitungsbesitzer gebracht, einen unverschämten .Brief an mich schrieb, dann sandte er gewiß eine Abschrift an die „Preß-Edition", damit nur ja die ganze „Preß Union" erführe, wie trefflich er mir auf die Finger geklopft. Ach war eben vogelfrei und meine Arbeiten Freiwild, die red er Wildschütze in seinem Rucksack bergen mochte."
(Fortsetzung folgt.)
Au« der zranzosenzeit in Deutschland: Rriegslasten der Gemeinde AüenLsg a. d. Lahn im Jahre (796 (nach alten Rechnungen).
Won Dr. H. Berger- Gießen.
Kaum 30 Jahre hatte sich das .Gießener Land nach dem 7jahri- toat Krieg des Friedens erfreuen dürfen, als.es wieder aus seiner Ruhe durch die Kriege ausgerüttelt nxuröe, die die französische Revolution zur Folge hatte, und deren ■ÜÖMlat sich auch bis an die Lore Gießens ergossen. Trotzdem Hessen nach dem Baseler Frieden von: o. April 1795 als neutrales Land galt, zeigte es sich bald, wie Wecht die Franzosen die Neutralität respektierten. Gießest wurde 17 9 6 von den Fvanzossn besetzt und mußte denn He ran- AahRi des kaiserlichen Eritsatzss geräumt, am 11. Septernber dort der Pulvernrühle rmd <rrn 16. September von der Stadt die Drangsale einer Veschießmrg erdul dm. Wie die Stadt Gießen, so dlieö auch seine Umgebung beim Bordringen der Franzosen über Limbilvg nülut verschont. Ein Blick in die^ Genleinderechn ungen vieler vberhesfischer Orte aus dieser Zeit gewährt uns oft ein Bild, rvie diese Gemeinden damals gerade durch die Franzosest kitten. Tie kleine Geureinde Allendorf bei Gießen hatte dieses Los mit anderen Nachbarort«: zu teilen. Tie wirtschaftliche Lage der einzelnen Gemeinden an mrd.für sich war damals nicht die beste. Außer Kriegsschrldenrückstünden früherer Jahve und laufenden Gemeindeausgaben' drückten die noch nach mittelalterlichen Grundsätzen ailfgebante Steuergabe an die fürstliche „Renthey" und die lästigen Gerechtsamen adeliger Grundherven die einzelnen Ortsbewohner sehr. Alleürdorf bitte jährlich an „Verwillignngs- und Renthey- geldern" 5 65 fl. zu zahlen, die sich ans „Mai- und Herbst- beede, Freygeldern, Pfluggeldern, Leibhühnergeldern und Frohnde- yeldern" »zusammensetzten. Tazu kamen noch die „Kon tri-, b u t i o n s g e l d e r", die Kriegssteuern, die irrt Jahre 1796 720 fl. betrugen und ans das Steuerkapital ansgeschlagen wurden. Bon IM fl. Steuerkapital waten 23 albus, ettva 2,38 NLark, zu enbt richten. Bon IM Steuerpslichtigen waren war 23, die ein Steuer-, kapital von IM fl. und mehr Nachweisen konnten; die meisten waren kleine Leute mit sehr geringem Steuerkapital. Tazu kamen noch von Juli bis Gr.de Dezember 1796 die täglichen Kriegslasten, die hie Aimvesenheit der Franzosen brachte. Außer den Lasten der ständigen Einquartierung, die der einzelne zu tragen hatte, wurden vvn der Gemeindekasse alle möglichen Liefermrgen, Haupt- Mhlich von Brot, Mehl, Fleisch, Stroh, H>eu verlangt. Tie Wriegsfahvten «Lockerten bedeuterrde Beträge, dre die Gemeinde dssst Unternehmern zu vergüten hatte. 26 Gärige nach Gießen waren! rüstig, um Borsdellurrgen zu wachen wegerr Erleichterung der schnür drückend«: Einquartternstgen und Kriegslieserungen. Am berMesien sprechen für die Kriegsnot der Gemeutde Meickvrf dis betreffenden Einträge in den Rechrungen, von denen wir nur einzelne nachstehmd wirdergeberr :
15. April: BorstelÜMg in Wsetzlar wogen .Pferdeliescrung an dis
ArMWDkjM.
16. Juli: Mehrlieferung an die FrmMfen.
18... Juli: Wrrstellung in Rechtenbach, um eine „Sauoegardch^ (Schutzwache) vtzm einem französischen Offizier zu erbitten. 27. Juli beim Amt die frairrzösische Brandschatzung eingeliefert, 88. Juli: Anstellung wogen Nachlaß an Lieferungen für die Franzostn.
6. August: Einquartierung französischer Artillerie.
10. August: Lieferung von Hufeisen und Nägel an die Franzosen in Gießen.
29. August: Naturallieferung an die Franzosen.
31. August: Vorstellung wegen Nachlaß von Pferdelieferung.'
8. September: Vorsteher in Witzlar, um Pferde mrd Geschirr für ^ die französische Lieferung zu kaufen.
14. September: Borstellnng bei dem Proviantmeister wogen einer starken Bwtlieferuna und „ein halb Nachlaß".
21. Dezember: Gang nach Gießen zu den: Herrn Regiermigsvath von Zangen und dann nach Großdn-Linden zu dem Herrn Obersten wegen der starken Einquartierung.
Wenn auch die Angaben in den Rechnungen nur Allgemeüres bringen, so läßt sich trotzdem daraus ein Bild gewinnen, was der einzelne gelitten haben mag. Ermißt man, daß Oberhessen vvch 60jährigen Krieg an bis zu den Befreiungskriegen nur mit kurzen Utftecbrechungen, also fast 150 Jsthre, der Kriegsschauplatz fremder Völker geivesen, so gewinut inan eine Borstellnng vvn der Einwirkung der Kriegsiverhältirffse ans das Wohl und die Ent- tmcllung der einzelnen Gemenrdcn.
Tie Geschichte vergangener Tage eine Lehrmeisterin für die Gegenwart!
Aus den ßeldbriefen einer deutschen Rnaben.
Much eine Stimme zur Kriegsanleihe.
Wenn ich diese kleinen Auszüge aus derr Briestn eines -deutschen Jungen, eines der Jüngsten draußen im Feü>e, m die ich zufällige einen Eirrblick tun durfte, der Oeffentlichkert übergebe, so genüge ich damit der ChronistenpflichL, die das Ungewöhnliche festzjuhckllen sucht. Denn ungewöhnlich sind diese schlichten Sätze, die ein junger Derrtscher, fast ein Knabe noch, air seine Lieben richtet.
Der Schreiber ist eurer der Jüngsten, die nun unter den Fahnen stehen und die draußen in wenigen Tagen mehr erfahren haben, als wir .Alten fast alle in einem langest und trotz aller Seltsamkeiten beschaulichen Leben. Und wenn wir, die daheim sind, auch nach den drei unendlichen Jahren dieses Krieges genugsam von seinem Wiesen zu wissen glauben, so tut es uns doch gut, emmal wieder einer Stimme «r lauschen, die ganz dem Ursprung des Gefühls selber entquillt, die einmal wieder aus der Kind'hafrigftüt des Erlebens zu uns spricht. Die haben.wir ja längst Unter uns gelassen, seit der Krieg uns Isai- einer .Gewohnheit geworden ist. Lassen wir deurr auf einen Augenblick unsere angelernten Vorstellungen und seien wir jungfWleud mit einenr Jungen! E. M.«
Nie vorher sah ich einen Menschen, der vom Tode gequäkt wurde. Jetzt ist dstses Bild mein täglicher Spiegel, in dem üH das Entsetzen meiner Seele suche. Und doch finde ich es immer Enger darin. .Immer stiller schlagerr hie Nöte nieines Herzet: bald werde ich wie einer der Bäche führ, der imgeheures Blllten in. sich ertränkt hat.
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Bin ich furchtsam? — Sicher bin ich nicht feig; aber furchtsam bin ich M, wenn mein Sinn übervoll von Gedanken ist. Dann möchte ich es den Erdgewachsenen gleichtun, die nur dann ihr Herz pochen fühlen, )venn es tzerrissen ist. Das ist mein großer Jammer, daß ich zuviel nachdenke über die Dinge, über idie ich doch keine Macht habe. Wiieviel besser körrnte ich meinchN Volk jetzt dienen, trenn ich einfacheren Geistes tväre! ' '
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W«rn die Verlassenheit in Meinen Augen brennt und ich feinen Weg mehr gehen mag zu denen, die im!mer um mich find^ mir längst Vertraute und doch nicht Vertrauende — dann wünsche ich mir oft, daß ich eine Braut irgendwo hätte, die über mein Sterben traurig sein müßte. Wie reich> sind -doch di« Aermsten, di« ein Wesen andern Blutes ihr eigen nennen! Eltern und Geschiwister sind eine teure Gewißheit, aber die Geliebten! sind sich ein Labsal. • • ^
Tage und Nächte zählen wir hier, die uns aus der Enge des Grabes befreien. Denn ein jGrab ist für mich! der Graben, der unsere Wohnstart ist, Tage und Nächte zählen wir, nach denen wir auferstehen. Wie werde ich erst emporgehoben fein, wenn ich wieder daheim bin! Me werde ich in die Höhe wandern, wenn ich in mein Wirken trete! «Aber ihr müßt anders g«vorden sein, mit Mir müßt ihr anders geioorden sein, wenn ich wieder in die Heimat kehre. Ihr müßt es, wie soll ich sonst vor mir bestehen?
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Könnt ihr noch! lachen daheim? — Wir lachen viel und gern.
r v ihr dürft nicht. überuÄltig lachen. Das schmerzt mich, wenp euch außerhalb dieser Zerr weiß. Leben sollt ihr ivie im Frieden, daß ich Dich sonnig wieder finde, Schwesterchen, und W edncin Kleids, das Dir wie ein kleines Lied steht. Wie gern * stelle ich mir vor, wss^M pbuäxernd an meiMm Urnve fchrcÄxK.


