Da krawpfte sich die Rechte gewalffam zur Fcmst. Er Verließ beit Zug und wandert«, schlecht gelaunt, dein Hanse seines Gastfreundes zn. Die nächsten Tage gehörten also nun, o-b er wollte oder nicht, der Dame mit den weißen Händen. Er pfiff leise durch die Zähne, kleine Stimmung wurde Leiter, fast ausgelassen: So ein bißchen Liebelei und ein bißchen Leichtsinn, ~i das durfte ihm Mischen den Schlachten Lein Teufel neiden. v

LFortsetzung folgt.)

Bei den zurNSgekehrlen UriegZZesÄNgeney.

Ein S t i m m u n 6 s b i! d.

Nun haben wir glücklich die Gesänge:!schuft hinter uns. All­mählich fangen ivir Emigrant«: ans dem weiter: Rußland wieder an, uns als richtige deutsche Soldat«: zu füUen. Unser Räuber- Joftfim, in dem wir unsere vierfach romantische Fluckst voll­bracht haben, hat eurer nagÄneuen deutschen Uniform Platz gemacht. Alle Aufregungen der vergangener: Tage gehen in eine wohltuende Ruhe über. Tenn jetzt sind wir ja geborgen und in -rricherlieit.

Zn vierer: antreten, rocksts ne, ohrE Tritt Marsch!" das waren die erst«: deutsckMn Worte, die wir nach der kurzen, aber herzlich«: Begrüßung an Her Front zu Hörer: bekam«:; manchen habe:: gerade diese trockenen, altgewohnten Kommandvworte er­griffen, dem: durch sie hatten wir uns wieder unter die Obhut des Vaterlandes gestellt. Jetzt waren wir entronnen jenem Staate, wo man kein Recht, keine Macht und feine Tisziplin nrehr kennt. Lieber ei:: wenig rechlich von der letzteren, als i^ne :n Rnßlach so viel gerühmte: fireichüt der Bolschewik:, die Elend und Not zur Folge hat. Jeder von uns l»at es an sich: selbst erfahren, was es heißt, in solchen VerhAttnsstn leb«: zu müssen.

Tas alles ist nm: überwundem Wir liegen jetzt in der War­schauer Zitadelle mit ihren alten Gräben imb Wüllen, freuen uns der langen:lehrten Sauberkeit und haben wahr«w unserer Quaran­täne Zeit und Muße genug, über das Bergung«:« nachgudenken und neue Verbindungen mit der Heinrat anzuknüpftn.

Lange war«: wir in .der Kvemde imd nunnhxnal in den schlimmsten Verhältinssen. Was kann der Meni-ch körperlich und seelisch aus falten! Zu dieser: Kapitel ?drmt«t die Kriegsgefnnge-. neu ans JttiUand wertvolles Wkaterial liefern. Unk b®ct mußten Dausende zu Grunde gehen. Wo die EpLemi«: wüteten, da fanden 'sie unter u:rs eine nur zu zalstreiche Beute. T«rn anßov einigen sibirisclan Lagern mangÄt es überall au Medikamenten, zmd' meistens fehlen sie gänzlich. Wach in T-Kttschand wird bekannt sch::, wieviel Opfer der Bau der Mturrnan-Bahn forderte, ar: der! Tausende non Krstgsgefmupm«: arbeiteten. Und ferner, was muß­ten wir a>le seelisch mittnachen! Monate-, ja selbst jahrelang! viele ohne leglickje Nachricht ans der Heimat. Uich dam: eirrs-eschlos- tzn, häufig im engst«: Raume, und keirverlei Zerstreuung dabei! Ta erforderte es einen großen M:fwand cm Energie, wenn n:an> nicht stumpfer Verzweiflnug anheimfallen wollte. Auch jetzt wird mai: noch einige Rücksicht auf uns nehmen müssen, d,mn die meisten haben seit Jahr«: kann: -einmal ein B:uh >rK>er evw Zeitung in die Hand bekommen. So sind vi-etle über die wichtigen und inter-, essarrten Fragen, die der. Krieg mit sich geboaclK hat, dock)! nur rum kleinsten Teile unterrichtet. !

Wie stürzten :vir nns dal>er auf die ersten deutschen Zeitungen, die wir bebvmnren lointten, um endlich einmal eine genaue Mit­teilung zu erhalten. Tie russischen Zeitung«: waren in der letztes Zeit sehr dürftig, durften fast ;:ur von umervolitischeu 8ln- gel egen hei len sprechen, und über unsere Westfwnt halt«: wir schon lange nichts mehr gehört.

Aber welche ein Jubel herrschte erst beim Empfang der ersten Post! Kann ein an unsere modernen Einrichtungen gewöhnter Mensch es sich denn überhaupt vorstellen, daß jahrelang der Ge­dankenaustausch mit der Heimat -unterbrochen ist, in her Haupt­fach« doch nnr durch die Willkür der russisch«: Beamtenschaft? Unsere Freude beim Eintreff«: der erst«: unzensierten Nachricht von daheim, die sv manch«: Zweifel, manches geheime Bang«: von der Seele wälzte, ist kaum nachfühlbar. Es' war g«mu so ein Glücksgefühl, wie wir es empfanden, als tvir nach so vielen Müh­sal«: zun: ersten Male wieder die wüschen Pickelhauben erblickten!.

Einige Zeit müssen wir uns immer noch gedulden, bis imfere Quarantäne abgetans«: ist. Einige Male wurden wir schon ins Theater od^er in den kgirkus geführt. Häufig kommen More Offiziere m uns und erkundigen sich meist sehr lieb«:swürdiq nach unseren Erlebnifsen in der Fremde. Tvch an: meisten Freude bereitet! uns das Militärkonzert, wo man jedesmal mit Kameraden aus der Gefangenschaft zusammen trifft: dam: beginnt das Erzähl«:, jeder berichtet, wie es ihm weiter ergangen ist. und man malt sich aus, wie schön wir die Urlaiibswochen .ausfüllen wollen.

Ja, der Urlarck! Das soll die Belohnung sein für all das Schwere, was wir haben mitmach«: müssen und worüber wir im Innen: noch: nicht ganz hinweggekvmm«: srrrd. Tvch allen denen, die uns Gutes errv-iesen haben denn es gibt ja auch Menschen in Rußland werden wir eine dankbare Erinnerung bewahren, auch Über diese Zeit hinweg, wo cs uns wieder vorgönnt ist, m vollen Zügen die Frühlingstage unserer schoi:«: Heiumt zu ge- Ließen. Wl G.

woher hat der ErünSonirerstag sei«e« Uame«?

Der Name des Gründounersttrgs, der wenigstens in Fried- denszeiten durch das Ostereier suchen, Hann durch die Friß- Waschungen und so manchen anbereu.schönen alten Brauch ausgv- Peich?^! ist, hat der Forschung schon recht viel Kopfzerbrechens ge­macht. Man hat ich: w-)hl damit zu erklär«: versucht, daß nach knft Volksglauben an diesem Tage eigentlich die sckstasende Natur zu neuem Leben erwache, weswegen man denn auch gern etswas Grstnesj, Gemüse, Salat oder Kräutersuppen, am Gründonnerstag genießt, zumal da solcher Nahrung eure besonders segensreiche Wirkung fürs ganze Jach zu ge schrieben wird. Llber das Volk denkt bekanntlich nicht in Symbolen, sondern in kräftiger Anschauung, und es liegt daher aus der Harid, daß -die Sitte, am Gründonnerstag etwas! Grünes zu genießen, viel eher umgekehrt an den schon bestehendcstz Namen angeknüpft haben mag. Wobei freilich zu erinnern bleibt, daß auch schon ba§ Passrhlamm der Juden mit allerlei Griinzeug genossen zu werden pflegte- .und die Frühchristeu Hab«: ja die Feier :wch geraume Zeit mit den Juden zusantmen begangen^

Jedenfalls ist auf diesem Wege eine befriedigende Erklärung nicht zu erzielen gewesen, und ebensowenig kann man deu^ Nannm Gründonnerstag daraus herleiten, daß in den Psalm 23, dem Leseabsckxnittch des Tages, die Stelle vorkommt;Er weidet mich ans einer grünen Aue". Vielmehr hat die Forschung mit zunechnen-- der Sicherchit zu der Erkenntnis geführt, daß der Name des Tagess ans seiner Geschickte selbst zu erklärst: ist. Der Gründonnerstag ist offenbar schon in sech alter Zeit gefeiert worden, irr den Fest­kalender rückte er jedoch erst im Jahre 692. uiü> zwar als Tag der Erinnerung an die Einsetzung des Wendmahles. Doch süchrte er noch einen zweiten Namen: dies ar chlutionis, d. h. Tag der Los­sprechung. Denn an diesem Tage erfolgte die feierliche Mederauft nähme der Ausgesckckossenen in die .Gemeinschaft der Kirche. Es waren dies die, die aus irgendwelchen Gründen zu Bußen und Kirck>-eu strafen verurteilt worden war«: und die während der Fasten­zeit bei jedem Gottesdienste in Bußgewänchern an den Kirchechüral hatten steh«: muss«:. Ihnen brachte der Grlchdonnerschg die Er­lösung; sie wurden als Verjüngte, Sünden freie wieder in die kirch­liche Gemeinschaft aufgenomur«: und zum M-ondmahle zugelassen. Die S wecken freien wenden nun bei Lukas 23, 31 die Grün«:, Birides" genannt, also daß dieses Wort zugleich die Schuldlosen! ober Schuldbefreiten zu beize:ckpren hatte. Auf diese Weise ist der Gründonnerstag zum Tage der Grünen, das will ^ besangen; zuin Tage der Schuckdfvcien gewordau^ und daß wirklich diese Bedeutung dem Name inneivolptt, wird bestätigt durch die englische imd die skandinavische Bezeickmung des Tages, die den Sinn hat, als den reinen" zu k«:nzoichnen. Möglich fit dann immerhin, daß d:e lossesprochen«: Büßer zum Zeichen ihres neu«: Standes sich mit grünen Zweigen sckmrückr«:, uird daß die frische Bolksphantasie des Mittelalters nach dem Aufzuge der befreit«: Büßer mit ö«i grünen Zweigen den Tag Gründonnerstag getauft lZat. Denn es steht- fest, daß der Name dem Mittelalter angehört und erst im! 13. Jahv- hundert zur Geltung gekommen ist. ^ W. G,

Wa wurde Lhristur gekreuzigt?

Zum Karfreitag, 29. M ärz.

Urch er trug sein Kreuz u:ü> ging hinaus zur Stätte, die da heißet Schädel statte, we!ck>e heißt auf Ebräisch: Golgatha. Mldä kreuzigten sie ihn . . ." Mit diesen schKuchen Worte:: schildert die Bibel' die Karfreitagstragödie. Wo liegt diese Stätte Golgatha, aus der der Heiland den Dod am Kreuze erlitt? Aus den Be- ricksten der EvangeLi«: erfährt man nur rvenig darüber; Johannes sagt, sie war nahe bei der Stadt; außerdem gibt er als Einzelheit an, in der Näh« lag ein Garten und darin ein großes Grab; dies ist' wohl in Einklang zu bringen mit der Angabe des Lukas, das jener Kyre:vier Simon, dem chan das Kreuz auslud, gerade vom Felde kam. Im heutig«: Jerusalem befindet sich die Grabeskirche an der Stätte, Ivo Christus gekreuzigt und in nächster Nähe bei- gesetzt wurde. In dem südlick>en Seitenstchisfe der Kirckve liegt die Stätte der Kreuzigung; von dem ursprünglichen Fels«: ist nichts wahrzunehm«:: er Verschvindet unter der Fülle von Altären, Bildern und Lamp-en; doch ist er in Gestalt eines vier bis fünf Meter hohen Würfckls noch Vorhand«:. Unter der Rotunde im Westen steht die Kapelle des heiligen Grabes, deren Bau auch durch den Schmuck der kostbar«: Lamp«:, Gemälde und Hohn: Lenck^er kaum erkennbar ist. In dem Vorraume, der Engelskapcllo, liegt ein in Marmor gefaßter Stein, eben der Stein, den der

I Engel von der Tür des Grabes Jesu weggewälzt haben soll. Es ist eine :wch heute strittige Frage, ob die Gral^eskirche wirklich dre Tvdesstätte und das Grab Jesu bezeichnet. Vieles spricht dafür, haß die Kenntnis dieser heÄisen 'Stätten sich bis aus unsere Tag« erhalt«: habe. Daß man in den ersten drei Jahrhunderten dev ckwiUickM: ZeitreckMlNg eines Tages nicht mehr gewußt haben solle, ms in oder bei Jerusalem die Stätte Golgatha zu snck-est sei, ist reckst unrvahrsckMstlich. Der Christ, der die Todesstätte Jesu besuchen wollte, fragte ^natürlich nicht, wie .Professor Tal mast ganz richtig bemerkt: .wo ßmrd« Christus gekreuzigt? sondern; wo liegt Golgatha? und jeder Bünohner Jerusalems wußte dies, denn Golgatha war lang« Zeit hindurch «ine OrtsLezevchnunA Zur Zeit Christi lag eS noch mchsthalb der Stadt; die .Stadt