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lÄriB« schnell Käufer. Sie waren auch so hübsch anAkfehm und s» Mmnetweich Mlten sie sich an.
Ein Herr wollte die letzten kaufen. Ms er den Pveis hörte, den der Händler infolge der Nachfrage immer mehr erhöht hatte, meint« ft: „Das ist aber viel Geld für Kätzchen!"
„Glauben Sie denn, daß ich sie gestohlen habe?" lautete die grobe Antwort. „Ich habe sie auch teuer bezahlen müssen und verdiene nur wenige Pfennige daran."
Da bezahlte der Herr den geforderten Preis, nährn seine Kätzchen stnd ging.
„Mit-allem lvird inan hellte libervorteilt," dachte er. „Diese wertlosen Dinger kostet: niln auch schon ein schweres Geld. Warum? Läßt sich die Natur, die sie hervorbringt, heute ihre Arbeit auch schon entlohnet: oder macht es mehr Mühe, die Ztveige abzubrechen »oder abzuschneiden als früher? oder aus welchem Grunde sonst?"
Es war ein Gelehrter, ein Mann der exakten Wisserrschaft, der sich über Ursache mrd Wirkung eines jeden Vorgangs klar zu merken, suchte. Und er schrak aus tiefem Nachdenken auf, als ihn ein Bekannter anries: „Guten Tag, Herr Professor!"
Der ihn begrüßte, war ein reicher Fabrikant, dessen Gastfreundschaft er schon wiederholt genossen hatte.
Man wechselte einige Worte. „Ich bin gegenwärtig dermaßen beschäftigt," erzählte der Fabrikant, „daß ich darüber sogar den Geburtstag meiner Frau, der heute tft, vergessen habe. Nun bin ich ans der Suche nach einem passenden Geschenk."
„Darf ich Sie bitten, Ihrer Frau Genmhlin auch meine Glückwünsche Ml übermitteln?" sagte der Professor. „Und falls dies bescheidene Angebinde ans Gnade rechnet: dürste —?" er blickte lächelnd ans die Kätzchen tu seiner Hand — „es wäre zugleich ein erster Frühlingsgruß."
„Meine Frau wird sich ungemein darüber freuen," erwiderte der Fabrikant. „Sie ist ja eine so große Naturfreundin. Vielen Dank für die sinnige Aufmerksamkeit, Herr Professor!"
Aber als er eine Viertelstuirde später rn eillenl Jirwelierladen stand und für seine Gattin einen kostbaren Schmuck auswählte, lepte er die Kätzchen achtlos beiseite, und als er den Laden verließ, blreben sie liegen und er erinnerte sich auch nachher nicht mehr! daran. ,
Und andere Käufer, die kamen, nahmell auch keine Notiz davon.
Erft die schöne und gefeierte Primadonna vom Stadttheater, eine der beften Kundinnen, die für eine ltene.Rolle eine neue Halskette brauchte, schenkte ihnen Beachtung.
„Wem gehören diese allerliebsten Kätzchell?" fragte sie.
„Sie sind herrenloses Gut, gnädiges Fräulein."
„Dann darf ich mich wohl daran bereichern?" meinte sie und griff nach deri Kätzchen. „Sie sehen ja fast ans wie Perlen. Ach, wenn man solche Perlen hätte!"
„In dieser Größe würden sie Rothschilds Vermögen kosten!" antwortete der Juwelier lachend.
„Und das toerde ich mir nicht mehr zusarnmensingen!" seufzte die Künstlerin.
Als sie loieder in ihrem Droschkenauto saß, überlegte sie aber ernstlich, ob sie den Gaftspielantrag, den man ihr für den Sommer gemacht hatte, nicht doch unterschreiben sollte. Sie opferte damit ihre Erhvllingszeit, verdiente aber eine große Summe.
Und sie war entschlossen, den Kontrakt anznnehnien, als sie am Ziel ihrer Fahrt angelangt war.
Eiir junger Ofsizier winkte das leere Auto heran. Er war auf Urlaub, mußte bald loieder ins Feld mid wollte noch mehrere Abschiedsbesuche abflatten.
Was lag denn da ans dem Polster? Kätzchen!
Ter Wagen hatte sich schon wieder in Bewegtmg gesetzt, |t!nb jagte durch die langen 'Straßen.
Kätzchen, wahrhaftig! Heimatliche Kätzchen,'!
An die Heimat und an den Frühling hatten sie ihlt auch gemahnt — vor einem Jahre, als er sie rn solcher Menge sah i— — in Feindesland.
Unter den blühendeir Meiden hatte er mit seiner Btannschaft gelegen und den feüldlichen Angriff abgewehrt. Ein Kugelregen prasselte in die Büsche, schlug die Kätzchen herunter, schlug in Menschenleiber.
Ms es damr zum Handgemenge kam, färbten sich die silber- Kranen Blüten rot. Auch mrt seinem Blut. Stundenlang lag er wach dem Kampf unter einer Weide, unfähig sich zu bewegen. Und glaubte sterben zu müsset:.
Nun, er lebte noch, und hatte die Heimat wicdergesehen und würde atlch noch manchen Frühling Wiedersehen. Tie Kätzchen wäret: ihn: ein stenndliches 'Schicksalszeichen.
Er nahm das kleinste Zwerglein und steckte es in das Knopf- Koch seines Mantels. >—
Ter Herr Notar, der nach dem Leutnant das' Auto benutzte, um sich zu einem wichtiger Termin mich dem Gericht
S fren zu lassen, blätterte rasch noch einmal seine Akten durch.
c bemerkte di« Kätzchen teuf dem «itzpolster nicht eher, als bis It aussteigen wollte.
„Sie sollten Ihren Waget: sauberer hallen l" tadelte er den Wutscher und gab ihm kein Trinkgeld.
„Was ist damit?"
„Sehen Sie doch, waS drin herunckiegt!" Er Mob seine Menmaype unter den JSnrt und schritt in das Gerichtsgebäude.
Ter Kutscher kletterte brummend vvm! Bock und blickte in das Innere des Wagens.
Ein in der Nähe stehender Schutzmann trat heran.
„Was wollte denn der Herr?" erkundigte er sich „Er machte solch unzufriedenes Gesicht."
„Tas netrnt er unsauber!" sagte der Kutscher. „Die paar Kätzchen, die wahrscheinlich ein anderer Fahrgast vergessen hat."
Und er nahm die Ztveige und warf sie ärgerltch auf di« Straße. '
„Kätzchen?" Ter Schutzmann hob die Augenbrauen. „Man hat die Sträucher in den Anlage:: geplündert. Wenn wir nur den Täter hätten! "
,,Jch war's nicht," meinte der Kutscher, „und die ich heute gefahren habe, werden's auch tricht gewesen "sein. Lauter seine Herrschaften!"
E:n kleines Mädchen, das in der Nähe Kreisel gespielt hatte und nun ntüde nach Hause wollte, sammelte die Kätzchen auf. Es war etwas Neues zum Spielet:.
Großmutter saß it: ihrem Stübchen am! Fettster und freute sich der Sonne, die wieder hitrter den Wolken hervorgekomnrest ivar und sie wärmte.
Tie Enkelin legte ihr die Kätzchen in den Schoß.
„Willst du sie habet:, Großmutter?"
„Kätzchen!" sagte die Alte und ihre ivelken Finger glitten liebkosend darüber hin. Tann streichelte sie den blondett Scheitel der Kleinei: und flüsterte, voll Dank in die liebe, leuchtende Sonne blinzelnd: „Es wird immer wieder Frühling! Immer wieder!"
Der Unzulängliche.
Bon EgidvonFilek (Nachdruck verboten.)
Es war ganz :n:d gar nichts Interessantes an ihn:. Er unter», Mied sich in keiner Art vor: jenen, deren zwölf ein Dutzend machen. Nach glatter Fahrt durch die ferchtet: Gewässer der Mittel- und Hochschulbildung hatte er seinen Doktor getnacht und war am Strande der bürgerlicher: Beamtsnversorgnng gelcnchet, um dort mit der übrigen Herde das kurze Gras abzufressen. Niemals war er betrUnketr oder von irgend etwas begeistert gewesen; er hatte nie Laternen ausgelöscht, aber auch niemals ein Licht entzündet, weder in sich noch in anderen. AW dreißig Jahren heiratere er ein Mädck>en seiner Kaste und hatte mit ihr ztvei völlig normal« Kinder, einen Knaben und eit: Mädchen.
Doch gab es feiten ^Stunden, in bettet: er sich seiner Un- Persönlichkeit gleichsam im Tümtnerzustand bewußt ward. Das geschah etiva dann, rverm er erfuhr, daß eütem seiner Kameraden— Freunde hatte er nie besessen — aus der Studentenzeit irgendein» Erfolg zuteil gewordei: war. Daun konnte er tagelang mit g», senltem Kopf herumgehen und grübeln: wie kan: das? Ter lange Gerhardt, der mit knapper Mt durch die Reifeprüfung gekrvchnr war, sollte in einem Prozeß als Verteidiger so ausgezeichnet ge* sprechen haben? Spund, der verbummelte Bierköttig, hat^ ein Buch geschrieben, das alle Zeitungen lobten? Und ein heißes Verlangen flammte in ihm aus, irgend etwas ztr leisten, etwas Sieghaftes und Großes; in seinen Träumen erschien ihm das ebenso leicht als beglückend. — O, wem: er nur ernsthaft tvollte —. was Gerhardt konnte und die ändert:, das komtte er auch!
Aber ehe noch das Große und Sieghafte klare Gestalt gewann, sanken die Flügel seines Willens matt herunter. Er tröstete sich: war die emsige, alltägliche Berufsarbeit nicht ebenso wertvoll für das große Ganze, als irgeudeine btLeutende Einzellerstnng?
Und mit dieser Sophist.ik betäubte er sein Gewissen auch damr noch, als die Dontterstimmen des Krieges in Millionen Menschen alle Kräfte des Leibes und der Seele wachriefen Längst standen die meisten seiner Schulkamerad ett in militärischem Dienst. Dann lauten die Musterungen der ungedietrten. Seine kleine, geduldige Frau zitterte vor unbestimmter Atrgst; der Bub jubelte: „Hurra, Papa ivird Soldat, eit: richtiger Soldat mit Säbel und Uniform !" Be: der Untersuchung gab er ein Eörperliches Gebrechen an, das sich schwer feststellet: ließ. Etrgbrüstig und schwächlich wie er war, wurde er nach einigem Hit: und Her zum Dienst mit der Waf^ untauglich erklärt. War er feig ? Manchmal traunte er sich so. Aber noch stärker band ihn die Fessel der Gewohnheit, die Furcht vor dem Neuen, Unbeguemen, Beschwerlichen. Man sitzt nicht ungestraft zehn Jahre in einen: Bureau . . .
Im dritten Kriegs sourmer traf er eimnal feine Kollegen Spund und Gerhardt in Uniform auf der Ringstraße. Der Rechtsanwalt trug den Arm in der Binde; Spund verbrachte einen kürzest Urlaub in Wien. Man erneuerte die alte Kameradschaft und bestlchte abettds zu dritt eine der liebet: alten Kneipen aus der Sttldentettzeit.
Ter starke, feurige Wein zog die Hüllet: von ihrer Seele. •
Ter Rechtsanwalt erzählte, mit leiser, verschleierter Stimme, als scheue er sich vor den: eigenen Wort, tote er bisher mit seinen fünfunddreißig Jahren die Welt gleichsam durch das Fenster eines Kaffeehauses betrachtet und nun mitten hineingewvrsen sei in das bunte Treiben von unendlich verschiedenen Menschen. Nie hätte er geglaubt, daß so viel unverbraucht!« Kraft in seinem Körper ausgespeichert war, in diesem weichlichen, v-erwöhnten, über-, Mssig verfeuerten Leib des kultivierten Friederrsmenschen, der


