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SWtzengraden-Zrrschrkfts«.

Von Vizeftldtvebel Walter Jensen.

Meine Aufzeichnungen über die Inschriften von lästiger Sol­datenhand, die ich- hie und da entdeckte, machten schon viele:: meinen Bekamtten Freude, und so möchte ich mal in dieser: Spalten ein wenig darüber plaudern.

Vielleicht findet sich der eine oder andere Kamerad dadurch ver­anlaßt, ebenfalls einiges aus seinen Aufzeichnungen zum besten zu geben.

Tie ersten derartigen Inschriften las umn ja wohl an den Eisenbahnwagen, die uns über die Reichsg-veuzen brachten, als wir im Sturmschritt die Schlachtfelder außerhalb unseres Varerlcuches legte::.

Nikol mischen, warte!

Letzt kommt preuß'sche Garde!"

^Albert, Albert!

Wie Ham se dir oeralbert!"

Wer erinnert sich nicht dieser und ähnlicher gereimter Hüldi- gungsadressen an feindliche Regierungs-Oberhäupter? Auch die Bayrischen Lötven"!, die man nicht reizen, aber gutfüttern^ sollte, waren dain-als zu großer Bolkstürnlichkeit gekommen. Bast» nachdem wir die ersten belgischen Stationen mit donnerndem Hurra!" begrüßt hatten, fielen uns an dem schmuck zusammen- gezinrmerteu Postenhäuschen einer Landsturmwache groye Schrift- Zeichen in die Augen, die besagten:Wir bleiben im Lande und Mähren uns redlich!"

Meine Notizen wurden gar bald durch ein englisches Schrapnell unterbrochen, und als ich ein zweites Mal mein Glück vor dein Feind Versucher: ging, da war aus dern frischen Bewegungskrieg; ein öder und langweiliger Stellungskamps geworden. Da kann kein Humor gedeihen, 'hatte ich gedacht. Und wie hatte ich mich getäuscht! Wie um mich eines besser:: zu belehren, stand an der Türe meirresl ersten Unterstandes augeschrieben:Nicht stören! Hier innen wird der Friede verhandelt!" Ms man dann Marmelade faßte, las ich auf dem Kübel:Friß Vogel, oder stirb!"

Im weiteren Verlauf meiner kriegerischen Tätigkeit fand ich namentlich die Postenstände mit Aufschriften bemalt, von denen ich heute folgende erwähnen möchte:

Es bellt und kracht bei Tag und Nacht zu jeder Stund der Minenhund."

Freund, 's ist g'scheiter, du gehst weiter!

Denn die Mine kommt von oben !

Kannst mir's glooben!"

Ach nee, lieber Grey, deine Inder süld nette Kinder!"

Von vorne kommt der Kugelregen, von hinten kommt der Ordenssegen!"

Hier stehe ich

und kann nicht anders!"

Einer, der es mit unseren: lieber: Wilhelm Busch hielt, kr itz e lte daS Sprüchlein:

Mister Grey, leg schnell ein Ei, und dann kommt dein Tod herbei!"

Entschieden dichterische Begabung verriet der Verfasser folgender Reime:

Es ttrt mir in der Seele tveh, daß ich Monsieur Poincaree zusammen mit den: Mister Grey in übelster Gesellschaft seh!" wohingegen sich die später gefundene poetisch Ergießung:

Mir wird so wohl, mir wird so weh, denk ich an Herrn Poincaree,"

fast wie ein Plagiat ausnimmt.

MitSchießhalle! 3 Schuß 10 Pseimig!" bezeichnet« ein braver Musketier seinen Postenstand.

Später kan: auch die Sitte auf, Blindgänger mit Hohnsprüchenl Zu versehen, als da find:Ein Minder bettet um Almosen!" Blindekuh!"Warunr so stiu !"Der hat's in sich!"Ein blindes Huhn, das keine Eichel gefunden hat!"Absender: Munitions­minister."Krach wird hier nicht gemacht!"Beruf verfehlt!" Sein schöner Lebenslauf war Liebe!"

Büchertisch.

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Schian, Martin, Professor v. Dr., Hausandachte« für die Kriegs zeit. 6. Heft. Volks schrift en zum großen Krieg. 130/131. (Verlag des Evangelischen Bmches. Berlin W 36, Am Karlsbad 5 1. Prns 30 Pfg.

Das literarische Echo. HalbnWnatsschrrft fürLireratm> freunde. (Begründet von Tr. Josef Ettlrnger. Herausgegeben vo« Dr. Ernst Heilborn.) Verlag: Egon Fleische! & Co., Berlin W 9. Das % März Heft ist soeben mit fo lösendem Inhalt erschienen: Fried-, rich Hirth: Der Zerrissene; Max Meyerfeld: Le malade inraginaire; Paul Bourfeind: Wilhelm Sck>neider-Elanß; Karl v. Felrwr: Das Märchenspiel ; Hr:go Bieber: Neues über Friedrich Dchegel; Hein­rich Zerkanlen: Neue Lyrik IV. Echo der Bühnen Echo der Zertungen Echo der Zeitschriften Echo des Auslandes- Kurze Anzeigen.

Die Schaubühne, Wochenschrift für Politik, Kunst, Wirtschaft, heransgegeben van Siegfried Jacvbsohn, enthält m der Nummer 9 ihres vierzehnten Jahrgangs: Sie Habens gewagt, von GermanicW: Tagebuch der Verzweiflung III., von Hans Natonek; Eugen Jimmernramr, von Johannes Fischart; Das Büchlein vom vollkommenen Leben, von Eugen Friede!!: Alb­druck- und Traum spiele, von S. I.; Das Deutsche Vvlksthcater, von Alfred Polgar; Kleine Gänge, von LorariuS; Antworten^

Gießener Hausfrauen-Bereiu. Kochanwelsungen.

Rudeln und Wurst. Man kann Blut- oder Leberwurst verwenden. ,Tie Nudeln werden mit siedendem Wasser gebrüht und nach einigen Minuten abgegossen. Dieses Mrrühen rst not-- wendig, weil dir Nudeln oft reiht teigig sind. Dann gabt man sie in siedeUdeS, leicht gesalzenes Wasser, läßt sie aufkochen und auf heißer Stelle oder in der Kochkiste gar ziehen. Das Wasser wivd ab- gegoffen. Dann schneidet man Leber- oder Mutwurst in klenw Würfel und nftscht entweder di« Nudeln vorsichtig danut oder man legt eine Schicht Nudeln in eine feuerfeste Form, gibt Wurst darauf, wieder Nudeln ufw. NudÄn müssen die oberste -Schicht bilden. Man läßt das Gericht im Ofen backen.

Sauer kraut speise m einer Form zalbereitet. Man legt gekochte, in Schreiben geschnittene Kartoffeln hinein, darauf eine Schicht Sauerkraut puffert, salzt und streut ftingehackte Aepfel darüber. Mit Fleischreste:: wird dre Speise natürlich :wch verfeürert, doch können die Fleischreste auch wegbleiben. Wieder konnnt ein« Schicht Kartoffeln, nochmals gewürztes Sauerkraut, g-eschnttteiu! Aepfel darüber, zuletzt wird alles mit einer Kartoffel schicht be­deckt, mit einer Tasse Milch übergossen, in einer mäßig heißm Röhre eine Stinche gebacken.

vilderrätsel.

(Auflösung in nächster Nunnnev.)

Auslösung de« LogogriphZ in voriger Nummer: Matrose Matrone.

Schristlertung: W. Meyer. ZwillinaSrunddruck der Brühl'scheu Nuiv.-Buch- und Steiudruckerei. R. Lange, Gießen.