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-Da- i ff tunt Lachen," ries fk endlich,wenn eS auch eigentlich beleidigend ist. Jawohl, beleidigend! Denkt so ein Hansnarr, den rch zum drittenmal in meinem Leben und noch dazu gegen meinen Willen, gesprochen habe, ich würde geradewegs mit ihm zur Trauung schreiten? Ist er ver­rückt? Sder nur ein Narr? Unerhört das Ganze!"

Und nun fing sie doch an zu lachen, ganz leise, und nicht so herzhaft wie sonst.

Sie dachte an ihre erste Liebe, und war gerecht genug, sich zu sagen, daß eben nur die Liehe den armen Photo arayhen 'o kühn gemacht hatte. Ja. wenn damals i c n f r Mann gekommen wäre uiid so stürmisch geioorben hatte, sie würde ihm wohl mit Freuden gefolgt sein.

Und noch eines andern Mannes Bild stieg vor ihr auf

Hermann Kürows.

Ihn hotte sie nur flüchtig aus der Straße kennen ge lernt, dort) kannte sie ja schon irden Zug in seinem blonden S'.egfriedsgesicht Und es gefiel ihr so aut, dieses freie, feste Gesicht mit den strahlenden blauen Äugen. Sic ..gönnte" der Freundin diesen Mann: doch lies aus ihrem Herzend- gründe regte sich soeben eine klare, rücksichtslose Stimme, die ,hr sagte: Und wenn nun Kürow nicht Ruth lrebtc. wenn t r heute st) zu ih r gekommen wäre, um ohne Vorbereitungen, ganz lvrmlos um sie zu freien Hüne sic da mutz eine so glühende Empörung empfunden ?

Nein!" rief die Stimme ihres Gewissens, ..nicht em­pört wärst du gewesen, sondern höchstens überrastkx und un­schlüssig. Und wer weiß, ob du nicht morgen mrt ihm hin- aeschritten wärst zur Kriegstrauung! Also leg' ihn ab, deinen stolzen Zorn, liebe Therese, und vergib dem Feldgrauen seine Dreifrigkeil. Nicht an der Stutze an sich liegt es hier, sondern an der Person des Mannes, für die du nicht» übrig Haft."

Und nachdem sie fid> solchergestalt abgekanzelt hatte, seufzte sie, erhob sich, strick) sich die Haare aus der Stirn und murmelte:

Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht. Ich bil­dete mir manchmal tvohl ein, der Ton. aus deni ich geknetet bin. sei feineres Material als das von Hinz und Kunz Da­mit war ei aber wieder mal nichts! Ganz gewöhnlicher, billiger Ton rst es, aus dem ich bestehe. Na. nh werde nnr's merken. Und nun fort mit all dem unversöhnlichen Kram und frisch ans Werk."

Sie ordnete ihre Papiere, erledigte noch einige gesthaft liche Korrespondenzen, und machte olles in ihrer kleinen Wohnung so zurecht, daß sie monatelang unbenutzt und doch m Ordnung bleiben lonme.

Dann zählte sie ihre Harschast. Sie halte ganz schone Einnahmen gehabt: auch harre sie eine ansehrrlutze Summe erhalten für das Patent auf ihreDuftzigaretten", daS ein Unternehmer ihr obgekauft hatte.

Jetzt freilich würden die deutschen Frauen an anderes * denken hoben, als an ihre Zigaretten.

Therese legte ein Häuflein Banknoten in ein besondere- Täschchen Tie sollten abqeliesert werden zum Besten der Witwen und Waisen von gefallenen Kriegern, deren es bald viele, viele geben würde.

Endlich legre sie sich zur Ruhe und schlief fest und traum- los, b,S am nächsten Morgen die Klingel des Briefträgers sie weckte. Sie sprang au? und holte aus dem kleinen Be­hälter den Brief herein. Dann stieß sie einen hellen Freuden- schrei aus: Man berief s,e zu sofortigem Antritt in daS Rote Kreuz.

16 Kapitel.

Ruth wartete am nächsten Tage vergebens aus eine, Brief von Hermann. Aber wenn sie dachte, er sei nur nock böse und spiele den Gekränkten, so tat sie ihm unreck)t. Zdmt Durmte ihn allerdings ihre Abweisung, und nack) seine

» raschen Art war er ganz überzeugt, sie würdige seine Lieb - d werde ihn niemals mit einer auch nur annähern! n Hingabe lieben.

Schon der nächste Morgen aber brachte ihm eine ver ständigere Auffassung, und er begann sich zu sagen, daß e z^E"eicht dock) entschuldbar" sei, wenn sie nicht sogleich au seinen Wunsch eingegangen war

Kaum war er so weit in seinen Gedanken gekommen, dl kam ein Telegramm an ihn von seinem Regiment: er Hab suh unverzüglich etnzufrnden Er hatte keine Minute Zei zu verlieren konnte nur noch schnell mit seinen Chefs etnig Borle wechseln, und saß schon am Nachmittag in dem Zuge der ihn hinaufbrachte nach der nördl^en Provinz, wo sei, Regiment stand.

Nur noch aarnisonbienstfähig" hälfe er sein sollen? Aber am ersten Mobilmachungstaae war er zum Bezirke kommando gestürzt und hatte eine sofortige militärische Un­tersuchung durchgcsctzt. Das Resultat hießselddienstsühig". Und telegraphisch war alles andere erledigt worden. Her­mann Kürow hatte »nieder einmal, wie schon mehrmals iw seinem Leben, einunglaubliches Glück" gehabt.

Und jetzt begann ein atemloser Trubel für ihn, daß er tagelang nicht zur Besinnung kam. an Briefschreiben nicht zu denken war, und endlich, kaum daß cr es selbst begreifen konnte, sein Fuß belgischen Boden betrat.

Etwas Seltsames begab fid) mit ihm, als er der ehernen Wirklichkeit, der grausigen KrieaSsurie, gegenübcrstand. dt drückte es später selbst mit den Worten aus, cs fri ihm fftt die ersten Tage sein Ich völlig entglitten.

Er wußte nichts mehr von feiner Person, wußte nur noch das eine, daß Sieg oder Tod die beiden Worte waren, welche die Welt bedeuteten. Er dachte -vohl auch an Ruth, aber nur wre in einem dumpfen, traumhaften Benmßtscin. Lebendig war für ihn nur der Krieg, die Schlacht und der Kamerad, gleichviel rver es war.

C, wundervoll wuchs er in feinem Empfinden empor! Ta war alles gefallen, was klein und eng war, alles, was a>tch gesuiidc Selbstsucht und Eigengefühl genannt werden konnte Dafür trat eine wilde Ha n-sesfrende in sein Vl»,t, und es 'war der Ausdruck seines lebendigsten Seins, wenn er mit donneriidem Hurra inmitten der Töpfern zum Sturm- angriff Vorgehen konnte.

Jubel vurchbrauste die Heimat bei den Siegesdepeschen, die in glanzvoller Folge und Geschwindigkeit vom Kriegs­schauplatz eintrafrn.

Aber Ruth hatte noch immer keine Nachricht. Denn die Feldpost karren, die endlich Hermann abgetandl halte, die er­reichten so schnell ihr Ziel nicht. Und inmitten der unbe­schreiblichen Begeisterung und des dankbaren Triumphes, der redeS Herz daheim erbeben ließ, stand Ruth oft mit zittern­den Gliedern still in ihrem Zimmer und biß dir Zähne auf­einander.

Warum häite Hermann nichts mehr von sich hören lassen? Hatte er sie aufgegeben?

Nein! schrie eS in ihr Das konnte w nutzt sein! Sa jgwad) war feine Liebe nicht, daß sie der ersten, kleinen Prüfung unterlag

Aber jetzt mußte er ja längst draußen sein. Und sie wußte nutzt einmall. wo! Sie war ia nutzt dazu gekommen, chn um alles Nähere zu fragen.

tForlsttzung folgt)

Stau von Stael und vrulschlon-,

(öu ihrem 100 Todestage. 14. JMY.

Bon Dr. Paal Landau

E«« der ersten Schlagworte. mit dem unsere .>mde ihre« ungeteuellrckvn vrrlemndima-seldzug ei Mieten, mar bit Parater fk kam psten für basTmtfdrfanb OkeiW" gegen das ..frutfrl*» Iftnb ^cmarcks". unt* häustg Uudüe als BeMhnuNO fit diese* tbraif Land, von dessen yliltur firf* t# mjrre «ö .oeit ca,strich haben sollte, in englischen, franzöirsttzcn und amerrtanisck^n Zeitun­gen der Namedas Leurschlarid der Frau von Stae!" auf Dir wünschten, das möatickift viele unserer Grinde da» berühmte Buch der großen -chrisisteslerin aus Anlaß der 100 Wiederkehr ihres Todeeiaaes recht lesen und recht erwlsen mäcknen zir nnirde« das meiste von dem. was ste an dem Teutschkand von heute ss bitter bekämpfen, in jenem gestierten DemsckzLand vor 100 Jahren wiederstnden: sie würden rrCnuim, daß das Demicklarch das dlg Stael dasHerz Europas" genannt fcf, ber Hort ,Vr Xicibeit,Jxi GeislesbUduna und der Charakter-, Ge geblieben jK AlS Fr« von Staöl ,hr grosie» Werklket«, Deuttchlaad^. k^s,en Ber offen Ge rttcksicki-lofe Zensur des korsische«

Tyrannen za»sch» verhvchert hatte, mitten im Vastentärm der Frerhenzkriege berausgab. schloß ste ihr. Vorrede am t Lkkobeg litt3 mrt den Worten:Vor drei Jahren nannte ich Preuszm und die angrenzende», Staaten dasVaterland d.-s Gedankens". In wieviel Taten hat sich dieser Gedanke umgesetzL!

Was die Philosophen in Systeme bracküen, vollzieht sich, «d dia Uiwbhängigkeit des Geistes wird die der Staar.n begründen.^ Goerhe aber sänkst nack, dem Erscheinen -Man tanii das lvurcher- baie Geschick dieses Volles auch unter bk merstvüedlgen Ereignilfg dieser Zeit rechnen Wäre es früher dagewesen, so hätte man Ihm dnro «InfUift auf die nächsten großen Eretgn.sk rugefchtteban, mm liegt es da irüe eine spät en.derkte M-issagung und nnforda« runa an bat ddidUL ja es klingt, als wenn es vor vielen Jahren «eförktot toflw "o ward dies Werk de, SckZvelzertn. ans» besiegte» Nation Mr dunkelsten Stunde seiner -wltlischen Geschichhg