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mächtig und groß zu machen, daß dre Kirche dann Wiedel eine Stütze hat gegen ihre Feinde. Deshalb müssen wrr siegen und werden wir siegen. Noch hat Polen eine große Kulturmission! Nur Polen ist das Land, von dem aus die Bekehrung der Ketzer geschehen kann. Nur von Polen aus kann sich hier im Norden die heilige Lehre aus breitem Das allein ist unser Ziel! Und deshalb sage ich: Ihr bandelt wie die Toren, wenn ihr in die Ferne zieht, dem Femd entgegen, und den Feind zurücklaßt, der unter uns weilt! Unter unseren Augeii häuft ein Ketzer, ein gottverfluchter, Schmach auf die heilige Kirche, Schmach auf die Sache Polens. Unter unseren Augen zwingt er seine Leute, unsere Bruder, ^rt- katholische Christen, teilzunchmen an seinem ke^rischen Gottesdienst, der ein Dienst des Teufels rst. M die schwachen Herzen streut er die böse Saat. Cr verflucht dre Aufftandr- schen, die für die heilige Jungfrau und Polens Frerhert kämpfen. Cr macht die Seelen abtrünnig von der rechten Lehre und raubt ihnen das Himmelreich. Vaterland und Religion, beides will er chnen nehmen. Ihr hört, was ich sage, und rührt euch nicht! O, ihr wißt, wen ich meine ihr kennt ihn alle! Und einer unter uns kennt ihn am besteig und diesen einen frage ich: Ist das wahr, was ich sage, willst du leugnen, Napoleon Rutkowski, daß der Gutsherr von Nasgora. der Deutsche, der Ketzer, seine Leute, glaub,gs Katholiken, in die Andacht treibt, die er abhalt? Du kannst es nicht! Und so klage ich den Baron Graßnick hier an, daß

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er das zeitliche und ewige Luch alle aber frage ich:

ll unserer Brüder vernichtet' _ _ _ ie lange wollen wir seinem

schändlichen" Treiben" noch zusehen, wie lange noch unsren Herrn und Heiland verraten, indem wir zugeben, daß wlches mit den ärmsten unserer Brüder geschieht? Ihr habt einen zum Führer über uns erkoren, gut! Napoleon Rut- kowski, nun antworte!" ^ o

Humbug!" rief Siga Wendrewski ärgerlich.Was küm­mern uns die Schrullen des Deutschen!"

Willst du Herrn von Graßnick etwa braten, Bruders fragte ein anderer. ,L)der ihn anzeigen?"

Aber über den Lärm wieder Rybsczhnskis Stimme: Napoleon Rutkowski, antworte!"

Der Graf war jäh zuscnnmengezuckt> als das WortNas- aora" an sein Ohr schlug. Cr hörte es nicht mehr gern. Ein Sturm widerstreitender Empfindungen erhob sich in seiner Brust. Haß und Rache wurden wach; sie sogen neue Nah­rung aus dem Hasse Rydsczynskis, sie jubelten, als dessen Anklage immer wilder wurde. Daneben jedoch loderte die illte Liebe mächtig empor, gerrährt von der dumpfen Hoff­nung, daß einst doch noch der Tag kommen könnte, an dem Hanna nicht mehrNein" sagte.

,Zch v«erstehe dich nicht ganz^ Freund," sprach er zögernd. ,,Wenn du auch recht hast, was können wir tun?"

MH sprang Rybsczynski auf.

Und das fragst du mich? Du, der du Führer sein, der du befehlen und bestimmen sollst? Wirst du auch später fragen, wenn die Feinde vor uns stehen: Was soll ich tun?

Schlagen sollst du sie, Napoleon Rutkowski, angreifen, wo du sie findest, vernichten, wo du nur sinnst. Auch hiev steht der Feind, nicht nur über der Grenze! Und was wir tun wlien? Ihn ausrotten zur Ehre Gottes, zur Sühne seiner Taten. Sein Haus dem Erdboden gleichmachen, daß er die Gläubigen nicht mehr zum Abfall zwingen kann von der heiligen Religion! Hier muß begonnen werden, was drüben vollendet wird! Und wenn ihr den heiligen Kreuzzug pre­digt, dann predigt ihn ganz und seht zu, daß eure Worte! in euren Taten Brüder haben! Das, Napoleon Rutkowski, sollen wir tun!"

Starr sah der Graf ihn an. Ein Schweigen war ent­standen. .Halb geleert standen die Sektgläser auf dem Tische. Immer noch sprach Rutkowski kein Wort, aber die roten Flecke traten stärker, glühender in seinem Gesicht hervor als je. Ein wilder Gedanke hatte ihn gepackt. An der Spitze der Hunderte das Schloß in Nasgora stürmen, sich Hannas be­mächtigen uttb sich sofort dann über die Gren^: schlagen. Dann brachte er die Königin gleich mit nach Polen.

Was sagen die Herren dazu?" fragte er. Seine Stimme war heiser. Siga Wendrewski faßte sein Stückchen an, als wollte er es zerbrechen.

Redest du im Ernst, Napoleon? Wir wären des Teu­fels, wenn wir den wahnsinnigen Plan Rybscztprskis auf- nähmen. Das wäre Landfriedensbruch. Das wäre offener Aufruhr in Preußen selbst. Und die Folge wäre, daß wir uns nie wieder hier blicken lassen dürsten, daß unsere Güter

konfisziert würden, dajß wir als Bettler und Landstreicher unfern Wahnsinn büßen könnten. Drüben ist der Krieg im Gange. Krieg ist Krieg. Und drüben bin ich für alles zu haben, nicht jedoch hier."

DerMarquis" hatte erregter als sonst gesprochen. Die besonnenen Elemente stimmten ihm zu. Nur Degorski rief mit schon etwas schwerer Zunge:Schlagt die Kanaille tot, wo Ihr sie trefft. Rybsczynsn hat recht, Feind ist Feind. Erst den Deutschen, dann die Moskowiter. Und hier drückt der Deutsche mehr als der.Russe!"

Und Wladimir Rybsczynski fügte hinzu:Wenn wir so auf irdische Güter sehen wie Siga Wendrewski, wird das himmlische Gut uns balo verloren sein. Dann ist's aM besten, überhaupt nicht am Aufstand teilzunehmen. Raffe dich auf, Napoleon Rutkowski, und wenn du Führer bist^ so befiehl', daß die Burg des Teufels zerstört wird und der Ketzer seinen Lohn bekommt!"

Siga Wendrewski lachte.Hier hat Napoleon noch nichts zu befehlen."

Oho!" Aus seinen wilden Gedanken fuhr der Graf auf.

Noch nichts, mein Lieber," wiederholte der Marquis. Du kannst erst dann ein Kommairdo ausüben, wqnn ein Heer da ist. Mit dem ersten Schritt, den wir über die Grenze tun, bist du der Führer. Bis dahin nicht!"

Einen Augenblick, meine Herren," sagte plötzlich Kasi­mir Rzonka, der eine ganze Zeit leise mit Kozlowski ge­sprochen.Ich habe die Ehre, Ihnen die eben ausgegebene Proklamation der Nationalregierung vom 7. Februar 1863 vorzulegen, die sich speziell an die Polen in den preußischen und österreichischen Gebietsteilen wendet."

Im Augenblick war der Abgesandte umdrängt. Mit volltönender Stimme las er den Aufruf vor. Weshalb es zur Erhebung gekommen, was die Nationalregierung geleistet, welche Früchte der Kampf schon gezeitigt, überging er kurz. Dann aber las er langsam die Worte:Brüder! Der Krieg gegen die Moskowiter, die schrecklichsten der Erbfeinde Polens, erheischt die Mitwirkung aller polnischen Provinzen und der gesamten Kräfte der Nation. Deshalb kann und darf in den preußischen und österreichischen Gebietsteilen die Fahne des Aufstandes nicht erhoben werden. Aber die Notwendigkeit, sich dort ruhig zu Verhalten, entbindet nicht von der kräftigsten Beteiligung an dem Aufstande, der im Moskowitergebiet sich erhoben hat. Diese Beteiligung ist vielmehr Pflicht!"

Kasimir Rzonka las die Proklamation bis zu Ende. Dann faltete er das Blatt zusammen.Sie sehen, meine Herren, schon deshalb verbietet sich die Durchführung des vorhin vvrgeschlagenen Planes. Damit Preußen und Oester­reich nicht einen 'Grund haben, aus ihrer Neutralität heraus­zugehen, muß in beiden Ländern alles ruhin bleiben. Einzig und allein in Rußland drüben wird der Freiheitskamp^ entschieden. Nur dort darf gekämpft werden!"

Und wenn ich mich der Proklanration nicht fügen- wenn ich den Kampf gegen oen deutschen Ketzer doch führen will?" rief Rybsczynski.

Dann ist das eine Privatsache, die nichts mehr mit einer allgemein-polnischen gemein hat."

Napoleon Rutkowski hatte die Lippen fest zusammen- gepreßt. Jetzt atmete er tief auf. Es war gut so, daß all seinen wilden Plänen, die in ihm aufgetaucht warerr, ein Riegel vorgeschoben wurde.

Noch hat Napoleon Rutkowski mir nicht geantwortet!" rief Rybsczynski. Er hatte die Worte kaum ausgesprochen, als es taut gegen die Tür klopfte.

Himmel und Hölle," fluchte Graf Bininski leise. Er war blaß.

Was heißt das, Kozlowski?"

Hier, für alle Fälle!" Er warf zwei Kartenspiele auf den Tisch. Im 97u ergriff der Marquis eins davon und ver­teilte es.

Wenn wir umstellt wären!"Verrat!",Nicht aufmachen!" klang's gedämpst durcheinander.

Unsinn!" sagte der Hausherr.Irgend eine Melduirg." Er ging nach der Tür. Kasimir Rzonka zog einen Revolver aus der Tasche und legte ihn neben sich.

Teufel," flüsterte der Marquis,Sie müssen gute Freunde haben!"

Gelviß. Und den besten führe ich, wie Sie sehen, bei mir. Man kann nie wissen, was passiert."

Faites votre jeu, messieurs; schnarrte Siga Wen­drewski, denn eben schloß Kozlowski die Tür auf.