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schießen, ftufren die Tiere Ruhe. Was sagst du nur zu der Proklamation, Freundchen?"

Aber ehe Napoleon noch' antworten konnte, sagte Ryb­sczynski:Gott wird die Lauen zertreten und Niederschlagen, die nicht sehen wollen. Was fragst du einen, der lau ist und die Augen bedeckt? Graf Napoleon Rutkowski hat mehr zu tun, als sich darum zu kümmern, daß die Ungläubigen und die Ketzer an der Vernichtung Polens und der heiligen Kirche arbeiten."

Kozlowski war wütend; Napoleon Rutkowski strich den Schnurrbart, hob den Blick und sah Rybsczynski au. Einen Augenblick nur, aber wie ein Blitz brannte es in diesen sonst so müden Augen, und eine starke Trotzfalte zog sich um die Lippen. .

Rybsczynski hat recht," sagte er eisig.Es geht mich nichts an, was der Mob drüben tut. Seit die Weißen und mein Großonkel Fürst Czartoryski endgültig den Rothemden das Feld geräumt haben, ist die Angelegenheit für mich erledigt."*)

Aber der Fürst hat die Nationalregierung selbst so halb und halb anerkannt," rief Maryan Batranski.Und ich denke, es kommt nicht darauf an, wer Polen frei macht, ob Aristokraten oder Demokraten, sondern darauf, daß es über Haupt frei wird."

Napoleon Rutkowski hielt sich die Hand vor und gähnte.

Er heißt nicht umsonst derDeutsche"," rief Degorski finster.Wenn man über das Vaterlaird spricht, gähnt er. Nun ja, er jagt ein ander Mld. Me geht es dem Baron Kraßnrck, Graf?"

Das Gesicht des jungen polnischen Magnaten färbte sich dunkel, aber er bezwang sich.Frag' chn selber! Ich sah ihn lange nicht."

Ein kurzes, spöttisches Lachen. Schon wollte Napoleon Auffahren. als Lucian Koslowski dazwischentrat , , Jecku, sind das Mensch««! Gleich müssen sie streiten, denn kleinsten Anlaß! Es war wirklich nicht böse gemeint,

e Bruderherz, die Jugend ist schvärinerisch, du weißt ja, r)-euer und Flamme. Nun, die preußische Regierung dafür, daß es unschuldig bleibt. Aber Sympathien hat man natürlich für seine knüpfenden Brüder... Das wirp du verstehen! Und der Eusebnis sowie die anderen -Urnen dir nur deshalb, weil sie ohne dich nichts ver- mögen. Deinen Namen kennt man hier im Großherzogtum wie drüben im Königreich Stehst du zur Nationalregieruna, dann folgt der ganze Mel von selbst. Uiid ohne dich lmt alles keinen Zweck, ütun, kränke dich nicht, Prosit, 5>err Bruder mein ganzes Glas dir zu Ehreil!"

Er trank's mit einem Zuge <uis.

Bist der alte, gute Kerl. Kozlowski," erwiderte Napo- leon und nickte ihm 511 .Du weißt, man darf mich nicht Dm'n werd' ,ch wild. Um Vergebung. Freunde, ich wollt keinen kranken, der mich nicht kränkt."

Und damit kein neuer Streit sich erhebt," beinerkte Srga Wendrewski, kehren wir zum Spiel zurück. Damit kann niaii sich manche fröhliche Stunde vertreiben."

k.nne halbe Stunde lang hörte man nur in ewiger wT 9 ble . 9 hl f e des Bankhalters, das Klirre» des «eldes^ Mer wahrend ,onst immer höhere Summen auf diese oder ieue Karte gesetzt wurden, blieben die Einsätze heute ganz merkwürdig niedrig. 16

iaJ'Iwi; ***/ V C 9j? a .f Rutkowski endlich,wenn ich

schon sterben soll, wul ich schnell sterben. Hier jedoch stirbt

den"Diich am " Unb ttirrenb toarf er seine ganze Börse auf

^Wer hält dagegen? Wieviel drin ist, weiß ich nicht'" hinüber ^ 9 "' b dieser und jener zu Lucian Kozlowski

Teufel was wird die Welt langweiliq' Iiachstens spielt chr um kichferne Dreier, Freunde'" 9 '

&. steckte die Börse wieder ein Du -sinunst es mcht Übel, Kozlowski." sprach er dann ^wenn ich gehe. Ich halt das-ue emmyant d?s ihr jedt b-v^jugt, nicht ans. Gott segne euch, ihr werdet'solwe."

die in den polnischen Aufständen

°^?^^ id°kiaksche Resvrnuxirt.a der Weißen mi ^ürü

g«ä s » i as?aa?9

Criu^n«i? # Ü Waffengewalt die Grenzen von 1772 wieder

Achselzückend verabschiedete er sich. Zwei oder drei be­gleiteten ihn junt Schlitten. Ms man wieder unter sich J^r^fagtc Lucian vön Kozlowski zürnend:Euer verdamm­te^ Maulwerk hätte uns die Suppe bald gründlich versalzen!

war nicht toeit davon, und der Bruch zwischen euch und chm war fertig!"

. ^Wär's nur geschehen," rief Degorski zornig,sollen ruu* Bruder zu einem Menschen sagen, der zu unseren Fein­en steht? Maria Josef, ein Pole, der sein Vaterland vcr- laßt, ein Pole, den es nicht kümmert, ob der weiße Udler in Ketten urrd Kiiechtschaft liegt oder in Kraft und Freiheit dahürschwebt(eine Schmach ist es für alle Zeiten!"

degorski hat recht," murrten die anderen.

.... "Auö das ist derselbe Name," sprach Rybsczynski,der sich 1830 mit Ruhm bedeckt hat! Der Vater hat für die hei- nge Kirche gekämpft wie ein Held, und allen Polen war er ein Vorbild. Der beste Ritter der heiligen Jungfrau, so hat ein Priester von ihm gesagt. Uiid der Sohn?"

Freunde," sagte Kozlowski kopfschüttelnd,was war' geschehen, wenii es heut' znnr Streit gekommen wär'? Noch naher wäre Napoleon Rutkowski an unsere Feinde heran­geruckt. Das muß vermieden werden, deiin bei seinem Enr- sinß zieht er den Fürsten Czartoryski uiid den ganzeir Adel ll rr aIjcc ^ re ^ Begräbnis polnischer Freiheit. Und alles Blut, lvas schoii vergossen ist, wäre wieder vergebens aewesen. Gelingt es der Nationalregiernng jedoch, den Gnisen für sich zu gelvinnen, so wird sein Name uiid Beispiel tausend andere bestimmen. Was sind wir alle ohne ihn?"

Sie fühlten, daß Lucian von Kozlowski wieder recht hatte. Finster sahen die meisten vor sich hin.

- wird niemals gelingen," erwiderte Graf Bininski

kopfschüttelnd.Das deutsche Fräulein auf Nasgora hält Um an der Kette." J

"orr* 1 * 1 «wuß!ben (Versuch macheti. Napoleon ist ehrgeizig/^ M'er sein Ehrgeiz hängt sich an ein Frauenzimmer, an: "Heute noch," nickte Siga Weridrewski, der Marquis. ,Mcr vielleicht kann man diesem Ehrgeiz ein Ziel zeigen, dao so herrlich \\t, d< man selbst das schönste Weib darum ausgtot."

Er batte halb zu Kozlowski gesprochen. Der sah ihn groß »n. E-n t-efes Aufatinen. Sie verstanden sich. Dann zog der ^ Aeltere d-e Uhr. Der Zeiger g,ng auf acht.

, ,,Allons, messieurs, noch einmal die Gläser gefüllt' In lochen Zeiten weiß man nie, ob man noch einmal fröhlich zuiammen tr-nkt!"

s ^ ^Menschenmenge staich schon wartend vor

dem Gasthof. Unter fröhlichem Sck,ellcnklaiig fuhren die Schlitten auv dein Tor und ordneten sich

«lle Fhört/m 6eft " rkf ® tüf «"unski laut, daß

^"^ enn ch auch zwei," erwiderte Eusebius von Degorski. ,,^ch will gewinnen, und sollt' ich die Gäule in Grund uiid Boden fahren!" .

kommandierte Kozlowski. U- heidi, ging's die Straße entlang. Bis iveit auf die freie Landstraße hatte das Gerücht von der Wettfahrt der Kavaliere der Neugierigen hnrausgelockt. Mtt beifälligem Gemurmel wurden die ein­zelnen lÄhlrtten begrüßt. Man war dem Adel wohlgesinnt ^eute^ Ur ^öwechslung und brachte Geld unter die

Auf der Chaussee begann die tolle Fahrt. Die Peitsche ^uäte über den Rücken der Pferde, und pfeilgeschwind sausten die cbtert Tiere dahin. Sie Waren schürf beschlagen denn'

Mit Hallo hatte sich Degorski an die Spitze gesetzt. Ein vielstimmiges Hurra der Zuschauer folgte Buiinski war der dritte. Aber er bog sofort aus der Reche und ragte dahin, daß er bald den ersten Schlitten erreichte. Erst als die Straße eine Biegung machte, die den Neugierigen den Anblick der acht Schlitten verwebrte tnm-S auf -men Pfiff Kozlowskis die Gegart g«?näßcht ' *

8o! rief er, ,Jbte Leute haben ihr Vergnügen aebabt urch werden, wenn s sein muß, beschwören, daß wir in hals­brecherischer Fahrt nach Degorskis Schloß gerast sitch wo wir den Korb Sekt austrinken." ' m

Er lachte vor sich hin.

besser'/^ """ «" die Spitze. Ich kenne die Wege

In gleichmäßigem Trabe ging es die Chaussee hinab' fcET tt,ar .kchUiarzlich-grau, ohne Sterne. Auch vom Monde sah man nichts. Nur der Schnee leuchtete. ®

lFortsetzung folgt.)