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„Immerhin wäre es mir sehr an-geir-ehm, tvenn die Herren, auch nur für einen Augenblick, zugegen sein machten," b-eharrte Darrow.
Alte drei begaben sich, in Stades Kabine.
„Hier haben Sie Ihre B-ekohtuntA Slade," sagte der Arzt.
Darrow stand gerade in der Tür. Mit strahlendem Gesicht richtete Slade sich auf und streckte ihm die Hand entgegen.
• „Ach konnte es iwch immer nicht glauben, bis ich Sie wirklich vor mir sehe!" rief er.
„Wie geht's Ihnen, Gagen?" fragte Darrow in gedehntem Ton.
„Nicht Eagen. Das ist vorbei. Hat man Ihnen nicht erzählt-—,?"
Darrow nickte und sagte:
„Siird Sie der einzige Ueb erlebende?"
„Außer Ihnen, ja."
„Der Nigger, Pulz, Thrackles, der Kapitän, sind alle ertrunken?"
„Der Kapitän nicht. Den haben sie ermordet."
„Ah so," sagte Darrow leise.
„Uiib Ihre — entschuldigen Sie — Ihre —- Freunde verfuhren mit dem Doktor in ähnlicher Weise?"
„Handy Salomon tat es! Wenn es eine Hölle für Bestien in Menschengestalt gibt, so hat sie ihn geholt! Die Leiche des Doktors warfen die Schurken in die Brandung."'
„Und irgendwelche Papiere haben Sie nicht bemerkt?"
„Wenn welche vorhanden waren, so müssen sie mit der Leiche vernichtet worden sein, als sich die Lava das Tal hinab in die See ergoß."
. „Ah so! Freilich, die Lava," stimmte Darrow in forciert gleichgültigem Tone zu. »
„Ja, er war ein guter, alter Mann, ein trotz all seiner Kenntnisse leichtgläubiges, harmloses, großes Kind."
„Es wäre besser gewesen, Sie hätten ihn anstatt mich gerettet," sagte Darrow. „Ich danke Ihnen mein Leben, Sagen — oh, entschuldigen Sie, Slade..
Doktor Trendon und Kapitän Parkinson erhoben sich.
„Zwei Stunden bewilligen wir Ihnen, Mr. Darrow, kerne Minute darüber," sagte der Arzt. „Wenn er angegriffen erscheint, geben Sie chm eins vorr diesen Pulvern! In einer Stunde werde ich nachseheir kommen."
Als der Arzt nach Ablauf der Stunde hineinschaute, lag >L>laüe laug ausgestreckt, und Darrow sprach eifrig auf ihn ein.
„Nun ist alles klar, und ich bin bereit, Bericht zu erstatten," sagte Darrow zum Arzt.
„Dann also heute abend in der Messe."
„Ich werde meine Erzählung da beginnen, wo Slade aufhörte. Sie wird Ihnen ebenso unglaublich klingen — und sie ist ebenso wahr..."
*
Das Offizierkorps der „Wolverine" scharte sich um Percy Darrow. Unermüdlich drehten seine Finger Zigarette ^s^ngarette, dexen Rauch er in langen, behaglichen Zügen
„Zunächst werden Sie das Schicksal Ihrer Freunde und Kameraden erfahren wollen," begann er. „Sie sind tot. Einen von ihnen, Mr. Edwards, konnte ich begraben, wie Sre wissen. Er ruht lieben Handy Salomon. Die andern hat du Strömung des Ozeans wahrscheinlich in weite Fernen sortgetrieben. Die letzte Glut, die Sie sahen, war das Sigiial zu ihrem Untergang. So hat das Werk eines großen Gelehrten, emetz hervorragenden Wohltäters der Mensch^- yert und eines gutherzigeii alten Mannes den Tod Ihrer Freunde und meiner Feinde herbeigesührt. Der Unschuldige
uiid oer Schuldbeladene-der Mörder mit seinem
Raub, der Osrnter m Ausübung seiner Pflicht-— alle
das gleiche Ende-
^uterbrecheir lvie mich, wenn Sie meinen, daß irgend ettvas dcr Aufklärung- bedarf! Vieles wird au beantworten
fein, anderes wird ewig ungelöst bleiben-Nun
lassen Sie mich Nachdenken, Wann sahen Sie die Glut zum ersten Male?"
„In der Nacht des zweiten Juni," sagte Barnett.
„Am zweiten Juni! Das war das Ende der Firma Salomon, Thrackles & So. Ein sehr überraschetides Ende ivenn sie Zeit gehabt hätten, sich das klar zu machen. Dann traf die „Wolverine" auf die verlassene
„Laughing Laß" und schickte die erste Abteiluiig an Bord. In jener Nacht sahen Sie die zweite Feuersäule?"
Barnett nickte.
„Damals gingen Ihre Leute iu den Tod. Dann stießen Sie wiederum auf den verlassenen Schoner-— Kapi
tän Parkinson, es müssen tapfere Männer gewesen sein, die dem unbekannten Schrecken entgegen traten."
„Sie taten cs freiwillig, Sir," sagte der Kapitän schlicht.
Darrolw verneigte sich ehrfurchtsvoll.
„Und iu jener Nacht fafjen Sie die letzte Verhängnis-' Volte Lichterscheiuuug. Darauf komme ich noch zurück. Slade hat Ihnen dann von dem Lebet: mit Strande erzählt. Bei uns inr Tal spielte es sich glanz landers ab. Der Doktor war nur noch Maschine. Alle seine Kräfte konzentrierte er ans die Erfindung!, die ihn zum ersten Gelehrten der Welt, zur hervorraigendsten Persönlichkeit seines Jahrhunderts machen sollte. Licht, Wärme, motorische Kraft iu unglaublichen Graden und unter eitler so präzisen Kontrolle, wie man sie bisher noch nie gekannt: das waren die Wunder, die er Hervorrufen wollte. Er spant: einetr tausendfarbigen, glü- heirden, goldenen Traum! Doch da kommt ein Mann mit einem Stahlhaken, auch ein Träumer auf seine Art. Wider- streitende Interessen — ein wohlgezielter Schlag des praktischen Träumers — urid das erhabene Bild entschwebt."
Die Zigarette glühte.
„Sie alle wissen, wer Doktor Schermerhorn War, doch weiß niemand von Ihnen — nicht einmal idy, der ich zehn ^ahre lang mit ihm arbeitete — wie vielseitig sein Geist sich betätigte. Eine Zeitlang beschäftigte er sich mit Sprengstoffen. Das Ergebnis seiner Forschungen überlieferte er der Regierung. Es war nicht ohne Wert, wie ich glaube "
„Das war es in der Tat nicht," bestätigte Barnett., ;
(Fortsetzung folgt.)
oweryunoerr §ia}ü)eu Champagner.
Eine Spionengeschichte von Alfred B r a t t.
Die Kneipe „Golden Star" lag in einer jener schroffen Ueber- gangsgegenoen Londons, die zu den sonderbarsten Charaktereigen- tumlich.ketten der britischen Hauptstadt gehören. Auch London^hat Me allen Weltstädten gememsame Zweiteilung in Gut uud Böse, ihr Schon und Häßlich, oder wie nian es sonst nennen will. Auch m London unterscheidet inan zwischen dem einen Stadtteil, iu dem „man lebt, und dem mrderen, den „man" nicht betritt. Im West- m ruhiger Vernünftigkeit die Einfaniilienhänser mit Ären kleinen grünen Gärten, die Paläste der Gesellschaft und des Kapitals, pic reinlichen Wohnungen des anständigen Bürgertums. Dann kommt dre City, das geschäftige Viertel des Berufes, mit der Bant, den Agenturen der Wechsler, Broker und anderen Geidmaui- pulaiiten, den Warenhäusern und Büros der Schiffahrtsgcsell--' r n P dann hinter den mausgrauen Mauern der Wdwychf- ^.p^.^b gnmer so feucht anssehen, als litten sie an chronischer ^rkalnmg, liegt dav Eastend, mit seinem Schmutz und seiner Aerm- Irchkert, seinen Lastern, Geheininissen irird Verbrechen, den Ouar- <teren der ewigen Nacht. Was'aber merkwürdig ist, das sind die
rSrwk ?£ er L l , ^ Qll§ der schäbigen Romantik dieses
Eastend wie verdechte, dunkle Kanäle in das arbeitdröhnend- mit Hotels, Restaurants und Theatern bevölkerte Zentrum Stadt hmemlangen. Merkwürdig sind diese plötzlichen Ueber- 6?.nge, merkwürdig dies Aulemanderprallen von Tag und Nackrt Sicherheit und Gefahr. Vor der Großen Oper steht man wohlgemut ünd geborgen, und hinter demselben Operngebäude schleicht eme dunkle Straße entlang, in deren Schlund man mit Leichtig- keit auf Nimmerwiederseheii verschwinden kann. Ueberall in der City mbt es Ecken und Karrten, die man nur zu überschreiten! 5Ä Um ^.sort der Abenteuerlichkeit zweideutiger Vvrstadtver- haltnis e gegenuberzustehen. Es ist, als habe das im Osten wie eine Ausredlung von Giftschwämmen gärende Whitechapel dünn und bis in das Herz der Stadt gekrallt, und daran, auf der breiten, befahrenen Straße zu bleiben. An einer solchen Uebergangsstelle, um.eine verdainnit scharfe aber gntmuftg aussehmche Ecke in der Gegend des Lei erster mufftges und düsteres Güßchen zweifelhafter Und m dieser Green Road also lag die Kneipe ^fLden Star von der wir sprechen wollen. Sie hatte eine ^de Fensterscheibe und eure noch blindere Türscheibe, über der ^f.^bends em im. Luftzug wimmenwes Gaslicht angezündet wurde. Doch wenn man das Lokal betreten hatte, konnte man einigermaßen überrascht ,eru. Es bestand aus einem geschmacklos aber großartig m Rosa und Hin:melblau gehaltenen, ziemlich kleinen Raum mit niedrigen, eleganten Marntortischtzn und einem blitzenden Bartisch an der Rückenwand. Der „Golden Star" war -euer Lokale, die man mit einer „Dame" aufsuckft, deren Be- ,^uutschaft man vor zehn Minuten ans dem Leicester Square gemacht hat: ein Lokal, in dem man manche Spielkarte ans dev


