SchÄine smiachien. Da bespann der Peter zu überlegen und zu rechnen, ob man sich Nicht doch besser ein neues Haus zur Scheune bauen sollte. Aber beim blöden Ucberlegen ließ es der Peter nie. Er fing gleich an für den Neubau zu arbeiten. Um die Arbeitskraft seiner Jungen für den Neubau nutzbar zu machen, pachtete er Wiesen und verkaufte später das von den Jungen lparauf gewonnene Heu. Das ergab manche Mark für den Bau. Auch die Arbeit im Walde wurde nicht vernachlässigt Und half, besonders als der älteste Junge mit dem Vater zur Arbeit gehen konnte, kräftig mit, den Sparsirurupf zu füllen. Das Holz zum Hausbau erhielt der Peter zu billigem Preise, weil er Waldarbeiter ^tvar. In >den Feierabend-' stunden richtete er es zu und fuhr es selbst zu feiner Scheune, denn er hatte es inzwischen zu einer zweiten Kuh lUnd einem Wagen gebracht. Der Rest focr BausUmme lieferte ihm der Verkauf seines alten Häuschens. So kam das Haus nach dreijähriger harter Arbeit glücklich zustande und brachte dem Peter neben der größerett Bequemlichkeit auch einen neuen Namen ein: Jetzt nannten ihn .die Dörfler den Tannenpeter, weil er sich so /nahe am Tannenwald angcbaut hatte.
So war den Tauneirpeter zu Haus, Scheune, Stallungen und sogar zu einem neuen Namen gekommen, und noch immer ging er zur Arbeit in den Wald. In der Folgezeit legte er am Hause einen großen Gemüsegarten an, kaufte jedes Jahr einen Acker zu und wurde so einer der größeren Bauen: im Orte, aber noch alljährlich schulterte er Spaltaxt und Kreuzhacke und ging zu schwerer winterlicher Arbeit in den Wald. So brachte es der Tarr- neirpeter vom armen Tagelöhner zum Bauer. Heute ist es ein alter, von der Arbeit gebeugter Mann. Der Krieg hat ihm zwei Söhne genommen, aber noch immer arbeitet er unverdrossett weiter, noch immer spart er; weil es nicht mehr für die Großen sein kann, so tut er eben alle seine Arbeit für die Kleinen, die noch zu 'Hause sind. '/
Obwohl er jetzt nur Bauer sein könnte, geht er doch noch allwinterlich in den Wald, zu der Arbeit, die, wie er sagt, es ihm hauptsächlich ermöglicht hat, aus einem zur Miete wohnendönl Tagelöhirer ein Bauer mit eigenem Grund und Boden zu werden.
_ Fritz Sauer.
Gtfiü-elle Worte und Redensarten.
»Dein Glücklichen schlägt keine Stunde," sagte der Student, da trug er seine Uhr ins Pfandhalts.
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»Das Unzulängliche, hier wird's Ereignis/ sagte die Schneiderin, da machte sie aus einem Meter Stoff ein Kleid für die Dunem:.
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„Hart im Räume stoßen sich die Sachen," sagte der Familienvater beim Umzug, da krachte es verdächtig im Möbelwagen.
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Halte aber bei betuer Goldenen Hochzeit nicht wieder eine so blecherne Rede, ,vie bei bciner Silbernen.
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Jetzt Hab ich's dick und mache mich dünn.
V
Mein Stehkragerr sitzt gut.
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Ich kann Ihnen das kalte Wasser nicht »varin genug empfehlen.
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Amerikas schmutzigste Geschäfte werfen die reinsten Gewinne ab.
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„Geht denn deine Zeitung?• - »Warum foil sie nicht gehen? Es hält sie ja niemand." (Aller Kriegszeitung.)
vermischte».
' Iu einer arabischen Zeitungsredaktion. Hnmorvoll und anschaulich schildert eilt Mitarbeiter des Buchhändler-Börsenblattes den Besuch in einer arabischen Zeitungsredaktion. Als er sich in Assiut, einer Provinzialhauptstadt Oberägyptens, in Geschäften besand, lud ihn ein Bekannter, der Besitzer eilles Kairoer Blattes, zu diesen: Besllche bei feinen arabischen Kollegen ein. Der Zeilungspalast der „Lowa", der „Wahrheit", deren Ehesredakteur der Besuch galt, befand sich natürlich im Ein- geborenenviertel der Stadt und war erst nach dem Fegefeuer der Gerüche der verschiedenen Basare zu erreichen. „Wir stolpern (so schildert der Verfasser sein Erleb,lis) durch einen finsteren Gang zu ebener Erde, mein Begleiter öffnet eine Tür und wir sind bereits im Allerheiligsten: tm Redaktionsburean, Administrationsbureau, Setzersaal und Maschineusaal zugleich. Im Hintergrund sitzt auf dem Boden ein alter, würdig allssehender Mann mit gekreuzten Beinen: Besitzer, Ehesredakteur, technischer Leiter, Setzer usw. Sonst ist niemand anwesend. Der Alte beachtet uns gar nicht
und schreibt ruhig einen Artikel zu Ende, das Papier auf be* flachen linken Hand haltend. Wir haben Zeit, uns umzusehen. In einer Ecke steht eine Druckerpreffe, die wahrscheinlich noch dt« Zeiten Gutenbergs und Fusts gesehen hat. Dann ein kleiner Setzkasten mit arabischen Lettern, ein Ballen Papier, schon etwa? von den in Aegypten allmächtigen Sbaravatschen angenagt, aber für die Bevölkerung AssiutS sicher noch geeignet. Yoilä, tout! Ohne daß der Alte in die Hände geklatscht hätte, erscheint ein Bursche auS dem benachbarten Kaffeehause — ein Kaffee ist in Aegypten stets gegeirüber zu treffen —, der drei kleine Täßchen guten arabi- scherr Kaffees bringt. Ter Bursche hat jedenfalls den Auftrag, sobald er einen Gast in den Zeitungspalast gehen sieht, Kaffee zu bringen. DaS ist selbstverständlich und das Gegenteil geradezu beleidige,ld. Inzwischen hat der Alte seinen Artikel mit vieler Mühe vollendet und steht nun, mit vieler Würde grüßend, ganz zu unserer Verfüguilg. Während wir mit ihm in der ruhigen, ge- laffelren und höflichen Art des Orients plaudern, betritt ein Araber das Lokal und siehe da, es gibt ein Geschäft! Der Mann ist von auswärts lind will auf die »Wahrheit" abonnieren. Zu diesem Zwecke hat er einen Gockel ,nitgebracht, den er wahrscheinlich auf dem Markte nicht anbringeu foimte, und bietet ihn als Abonne- ryentspreiS an. Der arine Gockel I Wie ihn sein Besitzer in die Höhe preist, ebenso tief zieht ihn der Zeitungsmann in lmserer Achtung wieder hinab k Während der eine schwört, daß es fettere Exemplare in dieser Tränenwelt überhaupt llicht gäbe, behauptet der andere, in seinem langeil Leben noch nie ein so dürres Exemplar gesehen zu haben. Endlich einigen sie sich docb, als der Mann noch ein paar Eier dazu legt, und die »Lowe" hat einen Abon- neilten mehr. Wir verabschiedell uns von den beide,!, die jetzt nach der Hitze des Gefechts friedlich beieinander sitzen nnb den unvermeidlichen Kaffee trinken."
* Ei,l zerflossener Traum. Es ist vor mehreren Jahren unter anderen Schilderungen von Zukunstsschlachten von einem Anouyinus auch die zukünsige „Schlacht von Woevre" beschrieben worden. Dort sollte nach französischer Annahlne in einem Kriege mit Deutschland die Entscheidlingsschlacht geschlagen iverden. Der anonynle Verfasser läßt die Schlacht an: 8. Juni 1915 statt- sillden. 60 000 Mann kämpfen gegeueinander. Die Deutschen haben bereits Paguy-sur-Moselle genonnnen, da erscheiilt 3 Uhr nach- lnittags der französische Generalissiinns, von der oberen Mosel her anrnckend, im Rücken der Deutschen, die sich nun mit 28 000 Mann, 80 Geschützen, 17 Fahnen und Standarten ergeben. Das ist die Vergeltung für Sedan. — Der Verfasser hat noch keine Ahnung gehabt von den Massen, welche in beu Znknnstsschlachten zur Verwendung konnnen sollten. Aber sein Büchlein hatte dainals ein derartiges Aussehen ge,nacht. daß selbst das Interesse des Königs von Italien erregt wlrrde unb dieser seinen Flngeladjntanten, den Generalmajor Braccio di Montone, beauftragte, ihn mit dem Inhalt des Buches bekannt zu nlachell. J>l diesem Bericht des Flngel- adjutanten heißt es nun: „Da Euer Majestät inir befohleil haben, nur in großen Zügen zu berichte,,, gehe ich auf Einzelheiten ^icht ein. Ohne Metz, Straßburg, Thiouville, so heißt es in dein Buche, zu beschießen, besetzten die Franzosen diese bewunderungswürdig befestigten Plätze, weil sie angedroht hatten, Köln, Koblenz, Mainz und alle Rheinfestnngen würden aus dsr Luft angegriffen werden, falls Elsaß-Lothringen nicht sofort von den Deutschen geräumt würde. Der für Frankreich siegreiche Krieg koinlvt im Frieden von Karlsruhe zuin Abschluß. Frankreich erhält in diesein Frieden die Grenzen von 1315 und alle Plätze zurück, welche ihm der Frieden von 1814 gelassen, Landau, Wcißenburg usw." Eiu zerflossener Traurn . . . .!
Ureuzrätsel.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben
aaaaaaab bccd de e ee eeeehhhhkklll 1mm inmnno ssstttt derart einzutragen, daß dt« senkrechten und wagerechten Reihen gleichlautend folgendeergeben:
O Spanische Provinzialhaupt- stadr.
2. Stadt in Brannschweig.
3. Opfersest der alten Griechen. Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer i Weiß Schwarz.
1. D h 3 - f 5 f K f 6 n. Dame.
2. S c 6 — e 7 f Beliebig.
3. g 3 — g 4 t und Matt.
Schriftleltung: Fr. N. Zenz.—Zwillingsrunddruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- lmd Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


