bin

Kr daA, was^fomnmn sollte, un^ dann umschlang er's -inmal Gva, kützte sie herzhaft und ries:Ich liebe dich! Eva, Eva, Eva ich liebe dich! . . .

s Jhm war es gesagt, und viel besser mündlich als fchmst- lich, dlmn der Ännd sprach noch weiter, und es wollte nicht enden so viel hatte n^an sich M ktissen und so viel m fagen. ... .* . . _

Annemarie lag still und ruhig, als sie vernahm^ daß der Name Gotternega ynssterben sollte. Von ihrem Platze aus fonnte sie durch das Fenster in weiter Ferne den Bur'g- sried des Götzen üaaen sehen. Werchduilst unlwehte trat

schon-so war auch der Abend für das alte Geschlecht

gekommen, das da oben geherrscht hatte. Aber der nette Tag war nahe; es dümnlerte zukunstsfroh, es regte sich schon ein. Soimenblich hinter den Wolken, und ans der fruchtreichen Erde stieg ein verheißungsvoller Odeur aus, gleichwie den Frühling verkündend.

Ein Kückuches Lächeln flog über das Gesicht Llnne- mariLs. . ^

Velten sah es; er trat zu ihr und strich sacht mit dev Hand über ihre Stirn.

Nun bin ich zufrieden," sagte er;das ist wieder mein armes Prinzeßchen, das so heiter sein konnte in allen Sor­gen. Das ist wieder das Gesicht meiner Freundin Anne­marie. Nun bin ich zufrieden, denn ich weiß, daß das Glück wiederkommt. ..."

Fnr Abenddnnst verschwand die Silhouette des Götzen. Sie tauchte im Dunkel unter, das zunehmend wüchs und sich wie ein Fabeltier mit riesigen, gespenstisch schwarzen Schat­ten iiber das Nnthetal senkte, wo die Gotterneggs wohnten.

Aber der neue Tag war nahe, und die fruchtreiche Erde duftete schon nach dein Frühling.

End e.

künstlerisches Eindämmen der übcrschäumcndcn Naturkrast zuwege brachten. Erst wenn solä>e Einwirkung fruchtlos blieb, war man zu dem letzten, harten Schritt berechtigt ..

Die junge Dame mutzte eine rauhe Abwenung am dem Direk- tionszimmcr erfahren haben. Mit tränenfeuchtem Auge erschien sie zögernd ans der Schlvelle zur Bühne. Sie griff nach der Lttrn, qU wollte sie den Schleier über das schamdurchglühte Gcncht ziehen. Allein Hut und Schirm tagen noch auf der Bank unter dem Truidcn- baunr. Aus allen Kulissen richteten sich die neugierigen Bl me auf die Arme, als. sie den Leidensgang antrat, uw sich ihr Eigen­tum zu holen. Das Theate rv öl schon ist im Grunde gutherzig und stellt sich gern auf die Seite des Unterdrückten. Aber ss gibt aller wegen der verkannten Genies, derBeckmesftr" genug^dieJini stets zurückgesetzt fühlen und eines anderen Niederlage' mit Schadenfreude

^o klangen beim neben Ausrufen des Mitleids auch kaltherzige Morte an ihr Ohr, als sie schüchtern die Reihe der Zunstgenosscn durchschritt:Ja. an solche Aufgaben wagt man sich eben nicht un gestraft!"Mit dem Schreien allein ist's nicht getan!"Erst reifer werden, ehe Mn sich getraut, hier aufzutreten!" Die Fremde hörte sie wohl schwirren, diese giftigen Mite, allein sie verwundeten sie nicht tiefer. Einen Augenblick stand sie still und schloß die Augen: dann aber richtete sie sich empor. Das Gefühl, ein so bitteres Unrecht durch die Brutalität der Machthaber erleiden iu müssen, stieg läuternd und befreiend auf in der jugendlichen Seele Sie nahm All ihren Hut und zog den Schleier über das Gesicht. Dann schritt sie, ohne die Umstehenden eines Blickes zu würdigen, ruhig dem Ausgang zu. Au der Tür faßte Weilenbeck ihre Hand:Sie tun mir leid, Fräulein! Trösten S'.c sich? Ihr Weg ist damit nicht abgeschlossen!" Sie drückte ihm schweigend die Hand und wandte sich. Ein Gefühl herber Wehmut und bitteren. Grolles hatte sich meiner beinächtigt, als ich das arme Kiird durch die Spießruten des Mißerfolges schreiten sah. Die innere stimme sagte mir: Dieses Mädchen wird Euch alle noch überflügeln und der Welt offenbaren, welches Juwel Ihr vorschnell und leichtsinnig aus Euren Händen gleiten ließet! Ich sah der febTanfen Gestalt nach, bis sie im Gewühl der Menge verschwand. Ich hoffte, wir würden uns zu genijeinsamer künstlerischer Tat einst wiederfinden, llitb meine Ahnung hatte mich nicht getäuscht. Ms wir nach Jahren am Hoftheater in München uns s.reudig die .Hand drücken durften, war sie zur Zierde ihrer Kunst hierangereift, das damals so schnöd verjagte, hochgcwachsene Kind Klara Ziegler.

Das Debüt einer Anfängerin.

(Schluß.)

Hier lernte ich zum ersten Mate erkennen, wie bei der Bühne die Willkür eines Gewalthabers leichtfertig und straflos es wagen darf, mit Existenzen zu fpieleu. Das' Theater ist ein Staat im kleinen; allein diesem Staate fehlt die beschworene Berfafsung, dre sein Oberhaupt verpflichtet, nach bestimmten Grundsätzen die Fähig­keiten der Untergebenen zu bewerten und danach ihnen den gebüh­renden Wirkungskreis ciuzuräunwn. Jede Wissenschaft fordert von ihren Jüngern das Durchschreiten manchen Grades, bevor sie die höchste Würde verleiht/jede Kunstakademie legt dem Schüler Prü­fungen auf, ehje sie ihm das Zeugnis der Rchfc erteilt; in jeden; bürgerlichen Berufe hat der Lehrling ein gewisses Muß des Konueys darzutun, bis er zum Gesellen aufsteigt, muß der Geselle sein Probestück niachen, damit die Zunft ihn als Meister anerkenne.

Nichts voil alledem im Bühnenleben! Die volkstümlichste aller Künste, die wit feurigen Zungen reden soll zum Herzen der Nation, ist vogelfrei. Hier gibt es keine staatlichen Schulen, keine Prüfungs­behörde.

Die Bretter, die die Wjelt bedeuten, tragen jedweden, der den kühnen Schritt daraus wagen will, gleichviel ob Erziehung und geistige Fähigkeit ihn dazu berechtigen. Dieser Boden, der geweiht ist wie die Kanzel in der Kirche und die Tribüne des Parlamentes, dient willig auch dem Unberufenen zum Tummelplatz, denn die Hüter des Tempels find, Gott sei's'geklagt, nicht immer wahre Priester der Künst.

Geschäftliches Ermessen, materielle Rücksichten, persönliche Will­kür begünstigen wie oft! Minderwertiges und stellen roh und unverständig das wahre Talent in den Schatten. Unsere Bühnen­herrscher, in der Wahrung ihrer persönlichen Interessen frei und feinem künstlerischen AreoPag verantwortlich, handeln nicht aller- orten lauter und gerecht.

So geschah es dem: auch auf jener Probe zu derJungfrau von Orleans", daß Eilfertigkeit und gereizte Laune des sonst so ge­wandten Direktors rücksichtslos und ungehindert über Sein oder Nichtsein einer Mrsönlichkeit hinweajchrciten durften, die zum min­desten der eingehendsten Prüfung würdig germsen wäre.

Angesichts so Deutender äußerer Mittel, die wohl geeignet waren, dein verwaisten Fache der Heroinen unserer Bühne einen vielverheißcnden Nachfvuch» znzuführen, durften redliche Theater - fachlcute nickst mit leichtfertiger Lässigkeit die begabte Anfängerin ohne weiteres fallen lassen. Hielt man den Versuch für den kommen­den Tag zu geivagt, gut! so müßte man die Vorstellung auf kurze Zeit verschieben, sich mit der Novize in drei bis vier unteren Proben eingehend beschäftigen und versuchen, ob kluger Rat und praktische Unterweisung hier auf glücklick>en Boden sielen und ein

Aus der Naturgeschichte der Linde.

Wenn der Frühling sich ansclMt, dem Sommer zu weichen, öffnet die Linde ihre Mitten, und Tausende von Menen kommen, von denn starken, süßen Honigdufte angelockt, zur leckeren Tafel. ES sind etwa drei wohlriechende Blnmlein an einem dünnen Stiel, der sich vorne in drei Teile zerteilet, und hänget-an jedem Blninen- stenglein ein dünnes, gelbfarbenes Blättlein als ein kleines Züng­lein" so beschreibt der alte Hyronimns Bock die Lindenblüte. Ganz so einfach aber erscheint sie dem heutigen Naturforscher nicht mehr. Die langgestielten Blütcnstände entspringen den Blattachsen als mehrfach gegabelte Trugdotden nno was sie besonders aus­zeichnet, ist das dünnegclbfarbene Blättlein" Bocks, ein lan- zcttliches Hochblatt, dem tvichtige Aufgaben zufallen. Wie, sollten in dem Blätter- und Blütengewirr die Insekten ihren .Weg z!u.r .Honigtafel finden'? Dieses helle Hochblatt weist ihnen den Weg. Viel später, wenn die Linde längst verblüht ist, übernimmt es eine andere Aufgabe: wenn es vertrocknet ist, löst sich die Trngdclde als Ganzes, der Frnchtstand bleibt beisammen, und das Hochblatt dient als Flugorgan; wirbelnd fallen die Früchte zu Bodeil, und ivährend des verzögerten Falles können sie bei günstigem Wrnoe ziemlich weit getragen werden. Sicht man sich eine einzelne Lindere blüte genauer an, so entdeckt man zwischen den fünf kahnförmrg vertieften, sehr derbwandigen, grünen Kelchblättern, in deren Höhlung der reichliche Nektar offen zutage liegt, fünf schmale, UXU5J gelbe Blnmenkronblättchen, die recht unanselutich finb. Anssallerw dagegen sind die zahlreichen Stanbgettiße mit ihren kleinen gelben Staubbeutelchen aus langen weißen Stielen, der Stempel dagegen mit denl untersetzteii grünlichen Griffe! und dein sembehaarten Fruchtknoten ist wieder zienttich winzig. Wer Augen hat zu sehen, bemerkt, daß es eigentlich zwei Arten von Lindenblüten gibt, oder genauer ansgedrüctt: zwei verschiedene Zu ft an de em und derselben Blüte, solange die Blüte nänilich snn.g ift, ist 1 ic nur männlich ; auf dem Griffel sind noch keine Narbe näsle entfaltet, dre den Blüten staub ausfangen lind so die Befruchtung >>erbelfiu)ren könnten. Aeltere Blüten dagegen zeigeli verfärbte und nnac* schrilinpfte Stalibbnitel, die lveit nach außen gebogen smd; die Mitte ist so freigelegt, und der Griffel, der allmählich länger ge­worden ist, zeiat eine deutlich sichtbare Narbe. Jetzt ist die Blüte weiblich, Selbstbcstänbnng ist ausgeschlossen, und sie lvird nur zur Frucht, tvenn ein Insekt Blütenstalid von einer anderen Lttidcu- blüte ans der Narbe abstreift. Steht man unter der voll entfalte­ten Lanbkrone, der Linde, so sieht man gewöhnlick, vom Himmel sehr ivenig, denn die Blätter sind so angeordnet, daß jeder Lick-t- strghl aufgesangen wird. Sie bilden, lvie man sieht, wenn man eine Zlveigspitze ins Auge saßt, ein sörmlickM Mosaik, ähnlich wie inan es bei manck-en anderen Bänninl, uiid besonders sckjön