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S erff in Posiiur, als rilftefen sie zu einer geistlichen Hand'- g. Manchmal wage auch ich mich in die Bibliothek; aber nach drei Minuten pflegen sie mich schon wieder 'rauszun Wersen. Gott befohlen, Doktor!"

Er brückte auf da§ Signalventil. Es tutete unheimlich, und der Motor raste von dannen. Gänse flohen schnatternd davon, eine Katze stürmte angstgepeitscht auf den nächsten Zaun, alle Hunde schlugen an.

Otto schritt weiter. Er wählte den rückwärtigen Park­eingang, der nach dem sogenannten Küchenportal führte,

- und fragte einen der Lakaien nach dem Herrn Intendanten Beyfuß. Der Lakai war höflich und geleitete ihn. Beyfuß war um diese Stunde dienstlich nicht beschäftigt und in einer Wohnung; er saß im Schlafrock an seinem Schreib­isch, hatte große Bücher vor sich und rechnete, während eine dicke Frau im Lehnstuhl am Fenster wollene Strümpfe 'topfte.

Beide erkannten Otto sofort, schrien auf und sprangen von den Stühlen empor. War das denn möglich? Der Otto Reschke! Der kleine Otto, der sin Niese geworden war! Mutter, Kaffee/' befahl Beyfuß,oder keinen Kaffee- Mutter, Schokolade! Auch nicht? Hol von den mürben Plätzchen, Mutter, die hat er als Junge immer so gerne "Hessen. Nein, der Otto! Er schlägt dem Vater nach, aber h wieder die Nässt die Nase ist von Frau Tilde selig!" I bewahre," sagte Frau. Beyfuß,die Nase i.st ganz Reschkcsch. Mer der Mund ist von Tilde."

Dsr Mund ist vom Burgmüller," behauptete der Schtoßintendant,auch das Kinn. Ueberhaupt, hie Aehnlich- keit geht mehr auf den Baker. Otto, setzen Sie sich und sehen Sie mich nicht an. Ich bin im Schlafrock. So zeig' ich mich ttte der Welt. Aber in meinen vier Pfählen du lieber Goft, Fürbrtngsr sagt, selbst ein Mann wie Napoleon habe zu Hanse einen g,anen Schlafrock getragen..."

Lange wollte Otto nicht bleiben. Aber von den mürben Plätzchen wußte er doch essen unb viel erzählen und sich noch mehr erzähAu lassen. Beyfuß war gegen Ende seiner Tage noch ein glücklicher Mensch geworden. Er hatte die Stellung wieder, die ihm gebührte, unb feiner focht sie ihm an. Er sang dem Grafen Artern und der Fürstin hohes Lob; vom Fürsten sprach er diskret: der sei. von bedauerns­werter Nervosität. DaS war alles; aber Frau Beyfuß senkte dazu die Angen und seufzte vielsagend...

fügte sich, daß die Fürstin nach der unterbrochenen Nückfahrt von GmMrch sich angegriffen fühlte und nicht empfing So brauchte Ofto nur feine Visitenkarte abzu- gebeir und konnte ich direkt in die Bibliothek führen lassen. Sie war gegen früher erheblich erweitert worden lind um­faßte drei Säte mit vier Nebenzimmern. Seit Velten als D'dlger Bibliothekar (und Hcmsarchivar) nebst einigen Hilfsarbcitcn,, die sich hier die Shoren verdientsn, cmqestellt worden, war auch Ordnung in die umfangreiche Bücherei gekommen, Belten hatte mir ein haar schlecht redigierte a terc Kataloge vorgefunden und sich vorläufig mit einer rff? wen Neuaufnahme begnügen müssen, die ihm aber bestätigte, was er sich schon nach flüchtigem Ueberblick hatte gaen können: daß die Glotterncggschc Sammlung eine der Mnsten und namentlich an Inkunabeln und Drucken aus r? vorreformatorischen Zeit reichhaltigsten Privatbiblioihe-

6 eS t Das Entgegenkommen

m Fbrsten ermöglichte auch eine vollständige Neuetnrickl- M obiliar?, so daß die gewaltigen Bücher- schape begncin und handlich ilntergebracht werden konnten.

- h V baä l r *l c Lesezimmer gelassen, in dem sich

I- Nachschlagewerke und die Handbibliothek befanden, und n,!^.?///nen Augenblick stehen, da er ans den, anstoßenden Genioche lebhafte Stiuunen horte.

,,)<cim Eva, sagte da Jost in etwas erregtem Tone, Ä h a $*S** meiner Ansicht nach mit Waldvogel gar ^ beschäftigen. wir übergehen ihn einfach. Es ist

l U feiTte Kunstfertigkeit mit dem

Buchdruck nicht das geringste zu tun hat ich M Mo keinen Zweck, ihm in unserer Arbeit ein besonderes Kapitel einzuraumen."

/y.. ^ürde es uns nur zu Dank wissen," entgegnete

^ oie immer sanft und ruhig sprach;du darfst nicht ver- von Avianon in der französischen ge- em gewifsev Aufsehen erregt haben und daß J in J' die in dem Druckyerfah- ^sehen^w ?k ^^rblld für die ersten Versuche Guten-

>,Jedenfalls scheint mir," tvarf Velten ein,daß es Durchaus zur Säche gehört, wenn loir auch die Episode Waldvogel in Kürze behandeln. Ich halte ein klärendes! Wort darüber sogar für unbedingt notwendig!."

Dann könnten wir auch nach Kotter und Jean Brito und alle übrigen Konkurrenten Gutenvergs in die Debatte Ziehen!" rief Jost heftig.Aber, liebe Kinder, über alle diese Fragen ist doch nicht mehr zu streiten! Wir schreiben uiiser Buch ja doch auch nichjt für däs Laienpublikum, das über das Für ünd Wider aus das genaueste unterrichtet sein wilf> sondern für die Fachwelt, die den Rummel keniit! Tut mir den einzigen Gefallen und schweift nicht von unsrem Thein« ab wir verlieren uns sonst ins Unendliche!"

Unsinn!" brummte Velten.

Bor allen Dingen streitet euch nicht, sondern liebet encfij uuteteinonder," sagte Otto lachend und trat in das Zimmer, in dem die drei arbeiteten.

Meder wurde ein Ausschrei taut. Jost und Velten stürmte,i Otto entgegen und umarmten ihn stürmisch, dünn reichte auch Eva ihm die Hand. Es war eine fröhliche Unter­brechung der allgemeinen Tätigkeit.

Otto schaute sich im Zimwer um.Das ist ein ganz famoser Arbeitswinkel," sagte er kopfnickend. Wirklich, das war er. Es war eilt achteckiges Gemach mit zwei großen Tsenfteru, (bie nach dein Park hinausführten, der fein farbiges xaub in dichten Schauerir voii den Wipfeln schüttelte. Die Wände waren mit Bücherreihen bekleidet; ein großer, grün überzogener Tisch stand in der Mitte, au dem die drei ar­beiteten; mächtige Folianten lagen überall umher, auch Ein- zelblatter mit Falsiiniledrncken, Handbücher und Repertorien. Durch die offenen, nur mit Portieren verkleideten Türen sah man einerseits in das Lesekabinett, anderseits in den ersten Bibliotheksaal wit seinen bis zur Decke aufsteigenden Bücher­regalen. '

£)tto wurde ohne weiteres in das Geheimnis der Arbeit emgeweiht.Keiner sonst weiß davon," sagte Prinz Jost, oder doch nur andeutungsweise, und das versteht niemand Dii aber sollst es wissen, denn du hast ein Recht darau.f. sintemal die Familie Reschke an unserem Bunde beteiligt ist wird auch in der Arbeit mit Namen genannt und nimmt demzufolge an unserenl Ruhme teil."

"® li \ S"? etwas," meinte Otto, ans einen geöffneten Schweinslederband deutend, der auf einem transportablen Lesepult inmitten des Tisches stand.

Bedeutender Mensch," sagte Velten und legte seine Hand ans die Schulter Ottos.Jahrelang hat sich eure alte Hanschronik bei uns herumgetrieben, ohUe daß wir ahnten, welchen Schatz sie birgt"

. . l^tte recht sehr/' fiel Jost ein, mir schwante längst, das; das Mistalc, dem die Chronitblätter vorgebunden sind cm austergewöhnlich seltener Frühdruck sein müsse - tcki hatte bisher nur keine Zeit, mich intimer in die Forschung stürze». Ich hielt ihn anfänglich für den Druck eines deutschen, nach Spanien ausgewanderten Meisters da 'ege» trotz Haeblers ausgezeichneten Untersuchung^» die Verhältnisse noch nicht völlig klar "

. . '/Wer kS ist kein Dpanier/" sagte wiederum Belten mit feierlicher Stimme,sondern höre und staune"

. ''Hjsre und staune," wiederholte Jost, Velten das Work abschnechend es ist em bts dato völlig unbekannt aeblie- dencr Versnchsdruck Guteilbergs, der noch vor die Donate und Mlahbriefe fällt, em Dotument von unschätzbarem Werte, um das euch alle Bibliotheken der Welt beneiden lverden! . . ."

..Otto wußte nicht anders zu erwidern als mit einem! kraftmenDonnerwetter". Bon den Geheiinnissen der Typo­graphie verstand er nicht viel. Jost, Belten und Eva ver- uchten, ihm die Bedeutung des Fuirdes klar zu mackEw Im glücklichen Eifer ihrer Entdeckung schrieen sie dürchein- ander, schleppten Äachf«agebüch-r her^ef, zetat'en ihinHL similierungen der GutcnLergtscken Ablaß- Und^Donatdrucke. ein paar Blätter ans dem Psateriuin Schössers und ein Exemplar der sechsnnddreißigzeilrgeii Bibel, Äas Trio war ,hr erregt und dabei doch von froher Ausgelassenheit, Ott»

«n paar MalAha" undM, seht ihr wohl," - j utib als Betten ihn endlich ragte: Am ist dir di- Sachq 1 bo^oUtommen klar?" erwiderte er trocken: ,Sine Spur»!' ch bin noch gerade so dämlich wie zuvor. . .

iFortsctzmr^ folgt.j,