a audi beim RöntgenverfDhren hat und die vielleicht die Heilung noch offener Wunden ungünstig zu beeinflussen vermag. Dr. Ferd. Becker m Franifurl a. Rt, der das Verfahren zuerst anwendete, behandelte bisher 33 Verwundete damit; bei zivei Leuten blieb der Erfolg aus, vier mußten vor Abschluß der Behandlung entlassen werden. In oÜeii übrigen Fallen trat aber die geiviinschte Gavebs- erweichung ein und beschleunigte sich, ivo Massage und llebu.ngen uacbhalseu. Das ziveite, von deui Berliner Privatdozauen Dr. I. Frankel beschriebene Ben fahren besteht in der Eilispritzung eitles chemischen Mittels. nämlich von 5 bis 30 eem einer zweipivzeutlgeil Ehotinchloridloillng in die Nachbarschaft des z»l erivelchenden We» ivebes. Me Tierversuche betviesen, hat das Eholinchlorid eine so hochgradige gefäßerweiternde Eigenschaft, daß dadurch eine geradezu entzündungsartige Blulznfnhr zn dem Narbengeivebe angeregt ivird. Diese Blutzn?uhr. che durch Heißluftduschen noch verstärkt ivird, beivirkt mm durch die nilüösende Kraft deS Blutes eine Eriveichnng des harten geschrumvsteu Äewebes Auch dieses Verfahren wird llach Atögllchkeit durch Massage und Hebungen unlersiügt, besonders aber, iveuu es sich z. B. um Behebung von (ttelenkversteisuugeu handelt, durch abrveehselude Beuge- lurd Streckverbände. Das Verfahren u't schmerzlos und^wgefährlich. Nebenerscheinnngeit wurden außer mässigenl, schnell vorübergehendem Schivindelgefühl bei einigen Personen nicht beobachtet. Die Erfolge der Behandlung mit Eholinchlorid sind ausgezeichnet, alleiii 204 Handverstennngen ivnrden danilt behandelt lind günstig beciuflujjt. Leider ist das Verfahren vorläitsig lioch recht kostspielig,, imb so dürfte sich seine Amvendiing erst dann enipsehlen, rvenn jede andere BehaiidtiNig versagt hat. _
Büchertisch.
— Gustav Pfarin ni aller: L u b w i g Wilhelin
L lt ch s, Pfarrer und Ehromst von Wolfskehlen, ein Freund Friedrich HebbelS. H e s s l s ch e V o l k s b ü ch e r. Oerausgegeben von Wilhelm Diehl. Band 24. Friedberg 1915. 96 S. Brosch. 60,
geb. 90 Pig. - Der vorliegende Band der Volksbücher führt uns ganz abseits von den großen Tagesereigiussen in die Stille des Torfes Wolfskehlen bei Groß-Gerau und schildert in den beide»! Trägern des dorngen Psarranits von »1795—1881 zivei originelle Persönlichkeiten. Der jüngere von beiden, Ludwig Wilhelm Luchs, Pfarrer vou 1844—81, ein gemütvoller, ivarmherziger Mensch, lernt ztisällig Friedrich Hebbel kennen und veranlaßt durch feine Versuche , auf diesen religiös emzunurkeu, interessante Briefe des Dichters, die liefe Blicke in dessen Weltauschauuugeu tun lassen. Der ältere, Johann Karl Gotilieb Lnnz, Pfarrer 1795 -1842, ist für Hesien noch wichtiger als Begründer der ersten hessischen Industrieschule. Seine Ansichten über den Plan und Betrieb solcher Schulen sind sehr gesund und praktisch und verdieueu der Vergessenheit entrissen zu werden. Auch heule noch können sie Anregungen geben. So müssen wir dem Verfasser für seine Mühe Dank ivlssen und wünschen dem Heftchen viele Leser.
Deutscher Wille (Kn nst w a r 1). Z >v e i t e s D e z e m b e r h e i t. (Kriegsausgabe zum ernläßigten Preis. Vierteljährlich 3 Mk. Verlag vou Georg D. W. Eallwei), Ätüuchen.) Das Weihuachlsheft des „Kunstwarl" beschäftigt sich den Themen und der Stnninung nach vonviegend mit den Kindern. Der Leit- ailfsatz „Kinder" behandelt die Frage der Bevölkerungspolitik: Wie ist es möglich, die Kinderzahl unseres Volkes zn erhöhen? Alle Reizmittel von der Art der Mutterschaft Prämien werden abgelehnt. Es gilt vielmehr, den Familien Lebensrauni zn schaffen, dann werden auch Kinder da sein. Daher Wohnungs' und Bodenreform, soziale Lohnpolitik us,v. Don dem verstorbenen Jugendrichter I- F. Landsberg enthält das He't einen tief ergreifenden Aufsatz über Fürsorgeerziehung. Landsberg schildert an Bei vielen den erzieherischen Wert der Knnstpflege in der Fürsorgeerziehiing. Sehr wichtig ist ein Aufsatz des Reichsrarsabgeordneten Franz Iesser „Wir Tenlsch-Oesterreicher", gerichtet an die Reichsdeutschen. Er will ein gesünderes inneres Verhältnis der Deutschen hüben und drüben Herstellen, als es bisher bestand. W. Schumann bringt ci"e Besprechimg von Naumanns „Mitteleuropa". Wilhelm Michel gre s m dem Aufsatz „Eine vauptgeiahr für ^uuser Knnslgeiverbe" eineu muudeu Punkt des deutschen Kuustgeiverbes au: das ueuer- diugs immer mehr zuuehiueude Historisieren, deu um sich greifenden autiguarischen Geist. Dem Veit vorgesetzt ist die Wiedergabe eines Farbeuholzschilittes vou Karl Thieinauu „Holzgarlenstraßc in Dachau". Ferner enthält das Heit eine» Holzschnitt von Dorothea Milde „Die Glocke" und Wiedergaben von Holzschnitten ans einein alten Kinderbuch. Die umfangreiche Rolenberlage bringt: Reissiger, Es t|i ein Ros' entsprungen; Dlozart, Aveveram eorpus; Stephani, Heilige Saat; Hans Hamn, Attacke.
— Die Zeitschrift der Vereinigung zur Erhaltung deutscher Burgen „Der Burgwart" beschließt das Jahr 1915 mit einer bedentiamen und durch köstliches Bildertnaterial ivertvolleu Nummer. In dein Aussatz „Daniel Speckle, ein deutscher Dü iner des Wehrbaues, und seine H ö ch st p r e i s e i m 16. Iah r- hundert" von dem St dte- und Burgeubauer Bodo Ebhardt wiro das Wirken und Schaffen eines echt deutschen Baukünstlers dargesiellt. In dem Abschnitt „Verkünder der Schönheit deutscher Lande" und in den Zeichnungen des Meisters Otto U b b c l o h de
rverden deutsche Naturschönheiten und Bandenkmale unseres Vaterlandes, ans deffen Werken „A l t - M a r b u r g" und „B u r g e n il n d Städte an d e r L a h n" vorgeführt.
— B li l g a r i e n . w a s e s i st nnd was es wird. Ein vom Könlul. Bulgarischen Konsulat zn Berlin herausgegebenes handliches Büchlein, welches dag! bestimmt ist, das deutsche Publikum mit Bulgarien näher bekannt zn machen. (Prels 20 Pfg.) Die besten Kenner des Landes sind in der Schrift mit Beiträgen aus ihrer Feder vertreten. Auch der bulgarische Ministerpräsident Dr. Radoslavoff, der bulgarische Finauziuinister Toutscheiv und der bulgarische Gesandte in Berlin, Rizow, erscheiyen unter beu Blstarbeitern, vou denen mt&crbem Proieffor Euckeu, Jena, Professor Köhler, Berlm, Professor Heck, Professor Kaßuer, Professor Strauß, Professor Hoetzsch, Gehe nur at v. Fleischmanu (der Erzieher des Königs), Herr v. Mach, der langjährige Balkniivertreter der „Kölnischen Zeinmg". ferner E. v. Hosse-Wnrtegg genannt seien. — Herzog Johann Albrecht zu Bleckleuburg, der gegenwärtig auf bau Balkan weilt, hat der Schritt ein Geleitwort mit aus den Weg gegeben. und der Präsident des Tentsch-'n Reichstages, Exzellenz Dr. Kaempß sowie der Präsident der Berliner Handelskammer, Herrenhausmitglied Herr Franz v. Meudelssohu nndSee(>andllmgs- prälideut a. D. Freiherr v. Zedlitz, Mitglied des Abgeorduelen- hauses, begleiten dys Erscheinen der Schrift mit herzlichen Worten. Der Ertrag ist für wohltätige Zwecke bestimmt. Zii habeli ist das Büchlein tu allen Buchhandlungen.
— Tie Nachrichten aus dein Orient lassen sich auf keiner Karte besser verfolgen als auf der KriegSkarte „D e r O r i e u t* ails dem Verlage von Velhageii & Klasiug in Bielefeld lind Leipzig. Sie vereinigt auf 11 Karten reichsten Inhalt, prachtvolle Ausführung, größte Zuverlässigkeit, große Maßstäbe, ein vollständiges Nameusverzeichilis zu den» billigen Preise vou nur 1,50 Bit.
— Dr. Hugo Kehrer, Tie Kunst des Greco. Brosch. 6 Mark, gebunden 8 Mark, numerierte Liebhaber-Ausgabe 30 Mark. Hugo Schmidt, Verlag, München. Am 7. April rüstet sich Spanien zum feierlichen Begehen des dreihundertsten Todestages eines seiner größten Söhne, eines der größten Maler aller Zeiten, el Gi^cos. Es ist viel über den Meister diskutiert worden, aber was den Wesenskern seiner Knnst ausmacht, wurde bisher noch nie so feinsinnig und tiefgründig dargelegt wie in dein Merke des bekannten Münchener Kunsthistorikers. Was diesem Buche volle Anerkennung erwerben ivird, ist der Umstand, daß sein Verfasser, der durch Wort und Schrick das Verständnis für Greco durch sein bestimmtes und nilbeirrtes Auftreten wesentlich 'gefördert hat, sich von der üblichen Methode der Bildzuschrcibung und Aufzählung äußerer Stilsymptome frei macht, daß er dagegen die gesamteil psychologisch?!! und ästhetischen Fragen zu lösen versucht. Asus eine rein genetische Erklärung also kam es ihm nicht au, vielmehr hat den Verfasser der Greco interessiert, der sich selbst findet und anfängt, sein Werk nach eigenen! Gesetzen aufzu.ba.ueu, der Greco, der dem bloß Materiellen seine Existenz nimmt und es durch seine Seele, durch das Licht der Unwirklichkeit und die Wunder seiner Palette verklärt. Greco wird als Renegat aufgefaßt, dessen Weltanschauung zwar in mittelalterlichem Boden wurzelt, der aber rücksichtslos vorwärts stürnct, wo immer sich ihm neue Probleme der Kunst aufdrängen. Der Verfasser gliedert seinen Stoff so, daß er nach einer kurzen Darlegung der Lebensgejchichtc sofort die Hauptwerke der tote- dänischen Frühzeit analysiert, um den Loser auf die Probleme des neuen Stiles, auf die Probleme von Licht und Farbe vorzubereiten, damit er um so deutlicher in den Spätwerken Grecos die moderne Tendenz erkennt. Das Buch zeichnet sich durch Selbständigkeit der Auffassung aus und wird ohne Zweifel bewirken, daß die Kunst des Toledaners, die man bisher doch mehr äußerlich interpretierte, in ihrem wahren Sinne erkannt wird. Die Ausstattung des Buches, das in der bekannten Buchdruckerei Hesse & Becker in Leipzig sorgscnnste Drucklegung fand, ist vornehm und außerordentlich gelungen. Ter Preis des Buches ist im Verhältnis zur Darbietung äußerst mäßig. Dieses selten schöne, gute Werk kann nur bestens empfohlen werden.
G!eichklang-Rä1se!.
Eiil Neutrum aus Brettern, schließt abends man spät, Damit nns kein Fremdling belästigt;
Als MaSculmnm hals nur ein Brett,
Doch das ist solide befestigt.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Leiterrätsels in voriger Nummer:
C 8
H A L E C R H
ISCHL S 0
TITUS 0 8
PUPPE II R
Schnstleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck und Verlag der Brüht'fchen UniversitätS-Bnch- und Steindrlickerei, N. Lange, Gießen.


