und kroch in bn, Ar beiterwoKnungen herum. Um ihn küm- werte sie sich den Kuckuck noch was. Er war hier das fünfte Rad mn Wagen geworden.

Aber, Krenzdonnerwetter, das paßte ihm nicht medr! Wütend stanrpste er mit dem Fuß. auf. Und er hatte es die längste 3eit mit angesehen. Dazwifck)enfah-ren würde er, diese,n ganzen Unfug ein Ende machen. Wohlfahrtspflege Frauenverein! Auch bloß so ein neumodisck>er Schtvindel.

Weilt! er nur wußte, wo sie steckte! Sofort würde er einen dinausschicken und sie lstrbefck-eiden la sen. Aber ganz plötzlicy gefättlgst. Seine (Geduld loar zu Ende.

Eiu Dröhnen im tiefsten Baß, vorn von der Chaussee

? >er, ließ tlp, nushorcl^en. Dcxch nur noch grimmiger ward ein Antlitz. Das lvar der verdammte Kerl, der Steinsiefen, mit seinem Ratterkasten. Mußte der einem auch am lieben Sonntag die Luft verpesten! Und er lies ans Fensber. Schmetternd schlug er die offenen Flügel zu und schob den Riegel vor. Erregt setzte er dann seine ruhelose Wanderung Im Zimmer fort.

Doch nach einer kurzen Weile riß er das Fenster wieder auf. Eine Lust hier drinnen zum Ersticken!

Seine Rechte fuhr zum Krauen und zerrte ungestüm an ihm. So nun wurde es endlich besser. Aber freilich, immer noch der dumpfe Truck im Zwvs. Solch ein wider­wärtiges, ängstliches Gefühl. Ganz elend wurde einem dabei. Ei n fach Hunds genrein.

Unwillkürlich strich sich Henuer von Grund über die Stirn. Sie lvar valt und seucl)it. Langsam tupfte er sie ab. Seine Miene wurde nachdenklich, ernst.

Wiederholt hatte er das nun sckstm wahrgenonlmen. Das erstemal an dem Abend, als er von der Geiverken- Versammlung heimgekominen lvar damals, als ihm der Keusch die eckstoeinerei gemacht mit dem Erbstollen. Wie ein Schwindel hatte es ihn da sogar geparkt, daß er sich am Schrank batte fest halten müssen, »vo er gerade stand. Und hernach eine Uebelkeit noch stundenlang, daß er den Tttor hatte kommen lassen.

Ob er am Ende doch recht hatte? Es fehle ihm sonst nichts weiter,-hatte er nach seiner Untersuchung gesagt, nur vor Aufregungen müsse er sich in acht nehmen.

Leicht gesagt! Und von neuem schoß Henner die Galle ins Blut. Sich nicht aufregen, lvcnn man aus Schritt und Tritt Anlaß dazu hat. Da bleibe der Teufel ruhig dal>ci!

Während er es noch ingrimmig dachte, ging die Tür von der Halle auf. Eke trat ein.

Gereizt fuhr er herum, bereit, loszutvettern. Indessen die Ueberraschung hemmt den Ausbruch. Ihre Füße, ihr Kleibers an m ganz trocken!

Wie bist du denn hierher ge kommen?"

Eben mit dem Auto."

So! Also allein kutschierst tm da herum mit dem Winohilnd, dem Steinsiefen!"

Doch nicht. Herr Bert sch war dabei. Er hat den Wa­gen *m- Zeche kommen lassen, weil die Wege ganz mrund- los geworden sind."

Wer war dabei?"

Gerhard Bertsch."

Verdammt! Wie komlut der Kerl dazu?"

Onkel" Eke von Grund schlug das Herz auf, aber fest suchte ihr Auge das des Oheimsich l)abe dir eine Mitteilung zu machen. Ich habe mich eben verlobt mit Herrn Gerhard Bertsch"

Berlobt?"

Ein stununes, ernstes Bejahen.

Da lackte Henner von Grund los. Wild und dröhnend. Wieder und immer ivieder. Und so krampfhaft, daß, Eke allmählich geängstigt zu chm hinsah. Ganz dunkelrot glühte ihn, der Kopf, wie er so stand, lachend vornübergxne/sgt, die Hände nur die Tischplatte geklammert.

JDirtel"

öte wollte einen Schritt §u ihm hintun. öwer da tvar dieses schreckliche Lachen vorüber. Wie in einer inneren Beiveinng hieb Henner von Grunds Faust krack-end aus den Tisch Und nun sprühte es ans seinen ölügen zu ihr hin. Berlobt der Witz ist lvirklich nicht schleckst!"

Die Sorge, die eben noch in Ekes Blick gestanden, wich eilten, ans rechten Stolz.

^Ich sprach in, Ernst, Onkel."

Da fuhr er herum. Sein niäckstiger Körper reckte sich hoch auf. wie er nun langsam cytj sie zuttal.

Leise wollte es au Eke heran schleichen. Eine lähn,ende Angst. Wie in den Kinderjahren, wenn er auch so drohend berankam, in seinem gewalttgen Jähzorn. Doch plötzlich tarn ihr der Gedanke an Gerhard Bertsch. Sie war ja nun nick)t mehr ohne SckMtz aus der Welt. Da sah sie festen Blickes seinem Kommen entgegen.

Jetzt stand er vor ihr, so nahe, daß sie sein hart her-' vorgestoßener Atern streifte.

Also, du willst: ich soll das ernst nchruen?"

Getviß, Onkel, und. ich bitte dich um deine Einwillk gung zu diesem'Berlöbnis."

Ein Hinzucken über sein ganzes Gesicht, daß der Wal- lende Bart bebte:

Uird wenn ich nein sage^

Dann ja, das wäre mir sehr schmerzlich Onkel »; aber ich müßte dennock)."

Nun schrak sie doch, zusammen. Wie es ihn traf! GaiH verzerrt wurden seine Züge. Und jetzt ein Auslodern in den Augen, ein Heben der Faust, als ivolle er

Totenblaß wich sie zurück. Aber im selben Augenblick sank ihm die erhobene Rechte kraftlos nieder nno griff suchend um sich ein Wanken ging durch seinen ganzen Körper. Gerade, daß sie noch znspringen, den schweren Leib stützen und zum nächsten Sessel drängen konnte. Längelang lväre er sonst zu Boden gesckstagen.

Mit wild klopfendem Herzen stand Eke einen Moment und sah den Regungslosen. So schrecklich war das, wie der riesige Körper da schlaff zusammengesunken im Sessel lag, die Augen wie gebrochen, der Unterkiefer mit dem mächtigen Bart tief herab zur Brust gefallen, mrd dazu dieses röchelnde Atmen.

Wenn er nun starb sie die Ursache seines Todes!

Diese Anast jagte sie wieder ans. Sie lief zun, Klingel- zug und schellte Anidemarie herbei.

Kallmann soll anspannen sofort den Doktor holen! Er wird wohl noch oben sein, bei der Frau vom Maschinisten Ebner. Der Herr ist erkrankt schwer erkrankt!"

(Fortsetzung folgt.)

Die Stimme hinter dem Hügel.

Erzählung von Martin Proskauer, Berlin.

Die Batterie stand hinter einen, schmalen Hügel rücken, der sich wie ein lang gezogener Buckel in der Ebene erhob, dicht der den Sckiützen grüben der Infanterie.

Die Männer in den Erd löck-ern sahen blaß ans und kniffen: den Adund zusammen, daß ihnen die Backenttwchen hart und eckig unter den Obigem standen. Denn dick-t um sie zischten die feind-, lichen Geschosse; und der graue, ziehende Nebel, der über das Feld schwannn, nlachtc das Sichniehren gegen die Ucbermackst der Feinde noch schioerer.

ölber der Befehl hießStcnckr halten"; ,rnd da loar alles übrige Reden rmnütz. Die Batterie Feldgeschütze, die n,an bis in dre Jnsanteriestellnng vorgesck-oben hatte, sollte den Infanteristen hel­fen; aber der Feind konnte sich wohl denken, lvvher plötzlich die Schrapnells kamen, tntb snckste mit seinen, Geschütz die Gegend, hinter dem Hügel ab.

Der Haup-tmann, der die Batterie führte, kroch zu den Ge­schützen zurück, dicht neben ihm sein Lkdjutant und sein Neffe, der kleine Leutnant Gehrkens.

So geht's nicht weiter," schnaufte der Hanptmann,ein Beobachter ,nuß mit dem Telephon vor, da Hilst nichts!"

Mehr sagte er nicht, denn alle wußten, was das hieß- über den Hügel vor, weit in das flache Feld hinein und dis Schießresultate der Batterie beobachten!

Ein paar rasche Worte klangen, und schon kroch einer der Soldaten den Hügel herauf. Ter Telephonist in der Batterie hatte den Hörer am Kopf, aber keine Meldung kam. Er sah den Haupt­mann fragend an:

Natürlich," knurrte der Offizier mit einer loükenden Traürig- feit,über den Berg kmnnrt keiner, die da drüben kriegen ja jeden einzelnen Mann wie auf der Schießscheibe präsentiert."

Zehn Mumien später schob sich der zweite, ein junger Ar­tillerie-Unteroffizier, hinaus.

Der Telephonist horchte; neben ihm hockten die Offiziere, starttcn auf den Kasten und die Trahtspulen bis der bekannte auarrende Ton erschallen sollte. Aber wieder unterblieb das Geräusch im Apparat, ein fchlendcr Ton, der durch den dumpfen, grollenden Lärm der schießenden Geschütze und das breite Dröhnen der platzenden Geschosse zu einer fürchterlich spannenden Wich­tigkeit erhoben wurde. ,