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markt, das Militär, — Elektrisch Licht und Telephon — Entzückten den Herrn Edison. — Er machte auch zu Doktor Siemens — Von unserer Weltstadt viel des Rühmens — Und sagte: Was hier angelegt — Und Zeichen deutschen Geistes trägt, — Begreife ich und kann's versteh'n, — Doch wie die Goldne Hundertzehn — Die allerfeinsten Wintersachen — Zu solchem Schleuderpreis kann machen — Und doch seit 25 Jahren — So groß dasteht, wie ich erfahren, — Und sich vergrößert noch allstündlich, — Das ist für mich selbst unerfindlich."
* Der „kranke Mann". Seit einem Jahr kämpft jetzt gerade die Türkei an unserer Seite und hat in dieser Zeit glänzende Proben ihrer Lebens- und Leistungsfähigkeit abgelegt. Gewiß zum größten Erstaunen Rußlands, loo Nikolaus I. bereits 1853 das Land als einen „Schwerkranken" bezeichnete, der einem „unter den Händen sterben könne". Der damalige englische Premier Lord Russell aber, dem diese kaiserliche Aeußerung durch einen diploina- tiscyen Bericht bekannt wurde, lvar entsclfieden ein besserer Prognostiker. denn er antwortete, „die Auflösung des Patienten Ivürde vielleicht doch noch länger, vielleicht noch hundert Jahre, dauern". Russell stand mit seiner Ansicht allerdings ziemlich allein, da Dichter und Staatsmänner dainals und lange vor seiner Zeit beit Sultan und sein Land als „kranken Äläann" hinzustellen pflegten. Um so interessanter ist es im gegenwärtigen Augenblick, wo der „kranke Ätann" sich völlig gesund und lebensfähig gezeigt hat, an die Russellsche Voraussage zu erinnern. Vielleicht hat Russell die Lebensdauer dieses „Kranken" sogar noch zu kurz ein- geschatzt.
* Der unwillkommene Ministerreichtum. Die Utnordnung. die Erschütterungen und Verwicklung in der französischest. Politik haben im Verlaufe des Krieges die Zahl der Minister, Staats- und Untersekretäre nachgerade zu einer imponierenden Höhe anschwellen lassen. Das Publikum und die Presse Frankreichs scheinen allerdings — und nicht ganz unbegreiflicherweise — von diesem Reichtum nicht gerade begeistert zu sein. Wenigstens kann nran dies ans einem Klagelied schließen, das im „Journal des Dabats" über den Tiplomatenüberfluß angestimmt wird: Die in den Kreisen unserer Parlanrentaricr herrschenden Zustände haben eine Vervielfachung des Portefeuilles hervorgerusen, die von Publikum und Presse unangenehm empfunden wird. Wir besitzen gegenwärtig 14 Minister und 6 Unterstaatssekcetäre, und es ist zu befürchten, daß diese Zahlen noch steigen werden, denn es gibt viele unbefriedigte Kandidaten Die hierdurch hervorgernfenen Koste»! geben genügend Anlaß zur Beunruhigung. Die Republik könnte mit 6 Ministern ebenso geleitet lvcrden wie mit 14, und dies wäre zumindest billiger. Ebenso sind nur für Krieg und Marine Unterstaatssekretäre erforderlich. Leider aber ist tvvhl kaum eine Einschränkung zu erwarten, inan »nuß im Gegenteil befürchten, das; auch der Friede in diesem Punkt keine Besserung bringen wird. Den»! nach dem Kriege »oerden ja wohl die Minister zum Wiederaufbau der zerstörten Ortschaften, zur Neubevölkerung des Rindviehbestandes und noch andere aus dein Boden wachsen, die wir mit Rücksicht auf die Zensur nicht näher bezeichnte wollen . . ."
* Französische Soldaten geographie. Im Felde, mtb ganz besonders im lange währenden Stellungskamvf, so schreibt das .Journal des Täbats", erweist sich die Notwendigkeit, die feindlichen Zielpunkte für Artillerie und Jntanterre genau zu benennen. Neben der offiziellen Benennung der verschiedenen Oert- lichketlen durch den Generalstab hat stch auch eure 'eldständige Soldatengeographie ausgebildet, die den einzelnen Stellnnaen und Zielpnnkten Namen verleiht, die in den allgeineinen Sprachgebrauch der in Frage kommenden Mannschaften übergehen. Der lange Aufenthalt in den Felvstellnngen ge»vöhnt die Soldaten daran, der äußeren Gestaltung der Landschaft ihr besonderes Augenmerk zuzuwenden. Daher tauten die Soldaten die Oertlichkeiten »ncist nach mehr oder minder de»:tlich erkennbaren bestimlnten Aehnlich- keiten. So gibt es einen »Stieselwald", dessen Baumbestand sich im Landschastsbild wie die Umrisse eines Niesenstiesels darbietet, einen »viereckigen Wald" und eine »Trapez-Waldung". Sehr oft spielt arrch die Verspottung des Gegners in bie'eu Benennungen eine Rolle. So »verden die feindlichen Schützengräben oft mit höhnischen oder herausfordernden Bezeichn,nrgen belegt. Manchmal erweisen die Soldaten sich auch nngeivollt als (Geologen. Wenn daS kreidehaltige Erdreich, das sich oft unter dein bewachsenen Boden befinde , z»l Wällen aufgeworfen wird, erhält die Stellung den Namen »Weißes Werk". So gibt es im Westen eine große Anzahl von Stellungen, die von den Soldaten Weißes oder Graues Werk genannt iverden. Oft nimmt der Soldat irn Felde bei der Namenwahl auch auc Geschichte seine Zuflucht. So findet »nan die seit- faulste »Feldgeogravhie". Im Nahmen dieser Bezeichnungen der einzelnen Felostellunaen fiildet nran an der Westfront z. B. ein »Lübeck"- uiib ein Weichselwerk" dicht nebciiemanber. Auch berühmte Persönlichkeiten müssen bei diesen Feldtcmsen Pake stehen.
* Der prophetische Knabe. Die Zahl der berühmtest Ll . te vermehrt ficij in Frankreich in geradezu erstaunlicher Weise. Alle Augenblicke entdeckt man eine neue Person, die etwas getan oder gesagt hat, ivas „einzig 'dasteht". Nunmehr berichtet die Zeitung „La Presst' twn einem erst 10 jährigen Bürger einer ^-tadt in Mittelfrankreich, dessen prophetische Weisheit in alter
Munde ist: „Als die Mobilisation bekannt gemacht wurde, liefen die Zeitrmgsverkänfer dirrch die Straßen, indem sie die Extras blätter ausschrien. Plötzlich riet ein zehnjähriger Junge: Der Krieg ist ausgebrock>en! Ter Friede wird im März 1916 geschlossen werden!" Diese Worte riefen ein tiefes Staunen hervor. Vergeblich fragte man den Jungen, wie er zu diesem Ausruf komme. Er wußte keine Erklärung und begnügte sich damit, immer tvieder scinü Prophezeiung zu wiederholen. „In einigen Monaten", bemerkt der „Gaulois" hierzu, „tvird man wissen, ob der Junge recht hatte. Und man empfindet ein wenig Furcht bei diesem Gedanken. Wer weiß, was kommen wird? . ."
* Eine englische Kritik der türkischen Soldaten. Die folgende dleußerung eines Mitgliedes des Generalstabes der englischen Dardanellcnarmee wird im „Daily Cbronicle" veröffentlicht: Die türkischen Soldaten sind hervorragende Leute und tapfer wie Lörven. Und sie kämpfen so vornehm und den, Bestimmungen des Völkerrechts entsprecl>end, wie man überhaupt verlangen kann. Wenn sie englische Soldaten gefangen nehnren, kleiden sie sie nach Bedarf neu ein und verpflegen sie auf die beste Weise. Ter feindlichen Verwundeten nehmen sie sich mit aller Sorgfalt an. Ich sah türkische Soldaten, die sich trotz mehrfacher Verwundungen immer von neuem in den Kamps stürzten, ohne stch um ihre Schmerzen zu kümmern. __
1 , * Amerikanischer Krieashnmor. Der Zar soll
zwei Millionen neuer Soldaten aufsbellen. Kein Wunder, baß man in Deutschland fürchtet, mit den Lebensmitteln nicht auszukommen. (New Vork Morning Telegraph). Japan hat erklärt, daß es den Russen soviel Granaten sckstiMr will, als sie brauchen., Vor einigen Jahren hat es sogar mehr geschickt, als ihnen an-f genehm war. (Nashville Southern Lnmberman). Der Zar legt Wert darauf, von nun ab an der Spitze seiner Armeen zu laufen^ (Kansas City Times). Es scheint ausgeschlossen, daß der Zar ist den Zeitungen eine Schlacht verliert. (Boswn Tvanscript).
vüchLttisch.
— F e l d »n a r s ch a l l von Mackensen. Demnächst erscheint im Berlage von August Scherl, G. m. b. H., das Lebensbild des Feldinarschalls, von Wilhelm Nenner ver aßt. Der Bio- grgpy konnte aus der besten Quelle schöpfen, da ihm die Familie seines Helden bereitwilligst Nachrichten, Briefe, Familienbilder ufiv. zur Beringung stellte. Die dadurch gegebene Gewäyr völliger Zu- ocrläfftqfe;t kommt auch bann zum Ausdruck, daß Feldmarschall von Mackensen die Widmung des Buches enlgegeugenommen bat. Trotz der schönen Ausstattung imb der zahlreichen Bildertafeln, die dem Buche beigefügt werden, hat der Verlag beit Pre»S auf nur 1 Mk. festgesetzt.
— Johannes Jeg-erlehner, Grenzwacht der Schweizer. Erzählung. (Grote'sche Sammlung von Werken zeitgenössischer Schriftsteller Band 121.) 235 Seiterl 8°. (Berlin, G. Grote.) Der Schweizer Dichter Johannes Jegerlchner ist Regimentskommandeur im eidgenössischen Heere. Er erlebt den Kriegszustand der 'Schweizer Soldaten also in der persönlichsten Weise mit und gibt nun darüber in der marmhast kernigen Art seines Wesens mtb seiner edlen, festgeprägten Prosa einen bunt anschaulichen Bericht in der Form einer handlungsreichen Erzählung. Er fülyrt in den Kreis eines schweizerischen Infanterien Regiments, fcküldert dessen dNobilntachnng im Walliser Land, den Beginn der GrenMacht im Jura mit pem Blick nach dein blutgetränkter Simdgan, anstrengende Uebnngsmärsche quer durch ixe Heinrat, deren blühende Naturwunder in herrlichen Bildern aufstrahlen, den Schanz- und Postendienst <nr der Slidgrenze, int Tessiner Bellinzona, wo der deutsche Schtveizer seinen welschen Lands mann schätzen lernt. Die Hauptrollen in Jegerlehners der Wirklichkeit entsprossenen Erzählung spielen der Regimentskommandeur und die Offiziere seines Stabes, deren Wesensart ein gelreit es Bild vom Schweizertnm in dieser großen Zeit mtb von der Berschiodeit-artigkeit der Vdeinmrgen und Synlpathien für die Kriegführendeir unter den Gebildeten des Landes abgibt. Wie das Schwerer Volk sich in das Weltkriegs erleben findet, kündet der Dichter überraschend schön in allem, was er vom einfachen Soldaten erzählt. Es leuchtet uns hier ger'inanisck-er Geist entgegen, o sehr der Dichter als echter Schweizer fühlt und denkt: die innere Verwandtsck-aft läßt sich nicht leugnen.
Ergänzungrratsel.
E.n.S .ch.ck. ..ch n.ch. . ü. . l. ek S. h. . e. e., w.. . r'. . r. i. e,
S . h. . e . e .o e . b. ei. e,
U.. ..r f..h., ..b e. n.ch. f.l.,l Goethe.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung des Rösselsprungs in voriger Nummer»
Dein bestes Gluck, o Menschenkind,
Berede dich mit ntchtcn,
Daß es erfüllte Wünsche sind;
ES sind erfüllte Pflichten. Gcrok.
Schrlstleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck imb Verlag der Brühl'schen 11niversitälS-Bnch- unb Steindruckerei, R. Lange, Gießen


