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Aber da schrie das Tantchen, noch einmal auf. «Das . . . das soll mir keiner nachsagen, das; ich eine schlechte Patriotin bm. Komm, mein Junge! Tausche es mir gegen Papiergeld! Ich ver­traue Dir. Ich vertraue Dir mein Heiligstes an . . . aus lauter Patriotismus ..." . _

Obenauf in dem Wäscheschrank lagen Hemden. Darunter Strümpfe. In einem dieser Strümpfe steckte ein Schlüssel. Der Schlüssel paßte zu einem an die Wand geschraubten Kasten, m dem obenauf Nägel lagen, Bindfaden und Ansichtspostkarten. Darunter noch ein Fach mit Stopfwolle, und dann endlich ein grüner Beutel, in dem das Gold »var . . .

Wie ein Sieger zog Otto ab. Es fydtte nicht viel gefehlt, und er wäre Tante Bertchen um den Hals beim Abschied gefallen. Aber das hätte Aussehen erregt, Verdacht erweckt . . .

Und er hatte auch keinen Sinn fürs Küssen. Nur für das ihm jetzt rechtlich zustehende, geschichtliche Dokument:

Könnt' ich auch noch nicht Waffen tragen,

So half ich doch die Feinde schlagen . . ."

Also hängt es seit vierzehn Tagen unter Glas und Rahmen in Ottos Zimmer. _

Vernirichtes.

* Bei elektrischerBeleu chtung legendieHühner fleißiger! Eier sind teuer und eine C teigerung der Eier- erzeugunq wäre bei den gegenwärtigen Verhältnissen sehr erwünscht. Da verdienen denn die Mitteilungen Beachtung» die ein Emcagoer Hühnerzüchter in der amerikanischen ZeilschristElectrical Review" zunr besten gibt. Eie beziehen sich aus 150 Hühner, die ihm im verflossenen Jahre 18000 Eier brachten, dann aber im Winter ihren Legeeiser verloren, da sie sich früher setzten unb später an die Frittertröge gingen. Da hatte der amerikanische Hühnerzüchter einen erleuchteten" Gedanken: er richtete nämlich iin Hühnerstalle elek­trisches Licht ein, das voit der Wohnung ein» u>id aiisaeschaltet werden konnte. Morgens um 6 Uhr wurde es eingeschaltet nnd alsbald kam daS Hühnervolk in der Meinung, daß der Tttg an- gebrochen sei, hervor. Bei eintretender Tageshelligkeit erlosch dann das elektrische Licht, um erst um i Uhr nachmittags wieder ein- geschaltet zu werden. Um 9 Uhr abends wurden dann alte Lamven gelöscht mit Ausnahme der zweikerzigen, die gerade noch genügend Licht spendeten, um den Hühnern die Abenddämmerung vorzu­täuschen. Wirklich begaben sich die Tiere dann anch sowrt auf ihre Sitze. Diese kleinen Lampen brannten die ganze Nacht hindurch, so daß hungrige Hühner auch während der Nacht dem Flitter zu­sprechen konnten. Der Erfolg dieses Versuches war überaus günstig. Elf Tage nach Einrichtung der Lampen schnellte nämlich der Tages­durchschnitt in der Eiererzengung von 26 ans 86 empor, und selbst während der Mauserzeit wurden noch 52 Eier täglich gegen 11 Stück früher eingebracht. Vielleicht können deutsche Eierznchter sich diese amerikanischen Erfahrungen zunutze machen.

vücherlisch.

Kunst. Der Krieg hat nicht vermocht, das deutsche Kunst- leben zum Stillstand zu bringen Diese Tatsache kommt uns so recht zum Bewußtsein, wenn wir das Oktoberhest zugleich das erste Hest eines neuen Jahrganges derKunst*, Monatshefte für kreis und angewandte Kunst (Verlag F. Bruckmann. A.-G., München, vierteljährlich Mk. 6,-) durchblättern. Natürlich ist nicht alles, was wir in dem prächtig anSgestalteteu. mil vielen zum Teil farbigen Tafeln geschmückten Helle derKunst" finden, in dein hinter uns liegenden Kriegsjahre entstanden, doch fällt uns manches aus, zu dessen Entstehen der Krieg unmittelbar Veranlassung ae- qeben hat. Franz v. Stucks neue Arbeiten werden von Fritz v. Ostini gewürdigt, in Bernhard Bleeker lernen wir einen Plastiker von hervorragendem Können kenneit. Paul Paeschkes Radierungen fesseln sowohl durch ihre leine interessante Technik als anch durch die Wahl der Motive, und Fritz Erkers und Ferdi­nand Spiegels Szeneii vom Kriegsschauplätze uiiterschetden sich von den vielen künstierifchen Erzeugnissen auf diesem Gebiete durch eilte ganz besondere Note. Joses H o i s in a n n in Wien vollendete den Bail ein es städtischen GartenivohnhauseZ, des HausesSkywa*, das sich durch die bei diesem Künstler gewohnten nicht alltäglichen eigenartigen Formen nnd Lösuiigen anszeichnet. Franziska Brucks Blumenschmuck in der Krlegszeit" zeigt n»ls entzückende Emsälle künstlerischer Zusaniinennelliingen von lebeiiden Blumen, Gräsern und Früchten, nnd ans emein Aussatz überNeues Nymphenbnrger Porzellan* ^hen wir, daß aucf) aus dem Gebiete der Keraniik nicht geieiert wird. Besonderes Interesse eriveckt noch dasM ü n cf) tt e r K ü n st l e r - K r i e g s v u p v e u s p i e l*, ein Marionettentheater der bekannten Viippeiiküirsllerin Marion Katilitz, mit köstlichen Figuren der kriegführenden Völker. Vollkommenste Orientierrlng über alles auf dem Gebiete der bildendeii Künste, ein Abbildnngs- material von allergrößter Fülle nnd erlesener Schönheit haben auS den AlonatsheftenDie Kitilst* daS führende Klinslorgan und eine unserer jchönsten Zeilschriilen überhanvt gemacht, deren Abonne- ment wir jetzt beim Beginn des neuen Jahrganges jedem Gebtldeien empfehlen.

Gietzener Hausfrauen-Berein.

Bei der Aufstellung der Küchenzettel für längere Zeit wird es wohl ratsum sein, nach einem bestimmten Platt zu arbeiten, etwa so: Hauptregel wird sein: 4 mal Fleisch, 1 nral Fisch, 1 mal Karbosf-elspeise, 1 mal Mehl­speise, wobei wir klugen Hausfrauen anheim geben, für die fleischlosen Tage für den Hausherrn vom vorhergehen­den Tage etwas Fleisch zu erübrigen. Nehmen wir für Sonntag einen Braten, so ist es oft von Vorteil, so viel Fleisch zu nehmen, daß es zwei Ätahlzeiten gibt, wobei darauf aufmerksam gemacht wird, daß sich rohes Fleisch, in Buttermilch gelegt, 8 Tage sehr schön hält und bei diesem Verfahren nur schmackhafter und zarter wird.

Bei Gemüse werden wir darauf bedacht sein, die reich­lich vorhandenen und billigeren Kohl- und Rüben gemüse öfter zu verwenden, unter immer veränderter Zubereitung. Ebenso sollte man Kartoffeln täglich in anderer Form auf den Tisch bringen. Geben wir Süßspeise, so lassen wir die Suppe weg.

Sonntag: Grünkernsuppe mit Bouillonwürfel (nicht rösten, Fett sparen), Rehbug, Rotkraut, Kartoffelflocken.*)

Montag: Graupensuppe von Bratenknock-en, Bratwurst,

Möhren urrd Erbsen (Konserven), Kartoffel in der Schale.

Dienstag: Tomatensuppe, Kartoffelklöße *) von rohen Kar­toffeln mit Speck und Zwiebeln, Milchtunke von Magermilch.

Mittwoch: Klößbrühsuppe, Hackbraten, Endiviensalat, Salz- kartofseln.

Donnerstag: Pickelsteiner von Klipp- oder Schellfisch *), Grießspeise mit Obst.*)

Freitag: Apfelsuppe *), Rehgulasch, gestoßene Kartoffeln.

Samstag: Kartosselsuppe, Mehlklöße *) (Marke Feldgrau), gekochte Birnen.

Kochanweisnngen.

Kartosfelflocken: Tie fertig gekochten Salzstücke werden durch die vorher erwärmte Fleischmaschine getrieben.

Kartosselklöße: 2 Teller roh geriebene Kartoffeln werden aus­gepreßt und die sich setzende Kartoffelstärke dazu gegeben, ein Teller gekochte, geriebene Kartoffeln, Salz. Dies gut gemischt und davon Klößchen geformt so lang und so dich wie ein Finger. Dann in Salz­wasser V 4 Stunde nicht zu stark kochen lassen.

P ickel stein er: 1 Psd. allerlei klcingcschnittenes Gemüse wie Ka­rotten, Kohlrabi, Römischkohl, Selleriewurzel, Blumenkohl u. a. werden gedämpft und mit 1! Wasser aufgefüllt, 1 Psd. ^.Scheiben geschnittene Kartoffeln, 1 Pfund in Würfel geschnittener Fisch hin- zugesügt, mit Salz, Kümmel oder Petersilie gewürzt. Ungefähr 1 Stunde langsam kochen lassen oder in die Kochkiste stellen..

Grießspeise mit Obst. 11 Wasser, Zitronen s ch a l e kochen lasset, 1/4 Psd. feinen Grieß langsam einrühren, 10 Äin. kochen lassen und erkalten. % Pfund feinen Zucker, Zitronensaft dazu mid 1/4 Stunde stark schlagen. Lagenweise mit Obst in Glasschale i$b kalt stellen. .

Apfel suppe: Geschälte Apselschnitzc, Brotrest^, Zucker und Zi­tronenschale kochen, bis die Aepfel gar sind, durchschlagen^ Korm- then und Apfelwein dazu. V V>

Mehlklöße: Für ;ede Person 1 gehäuften KMAosstl Mehl, 1/2 Brötchen, V* Ei. Die Brötchen werden in Magermilch ein­geweicht, dann mit Mehl, Eiern nnd Milch zu einem nicht zu steifen Teig verarbeitet. Mit dem Löffel Klöße in kochendes Salzwasscr gegeben und langsam l /\ Stunde kochen lassen. Mit Speck und Zwie­beln oder zerlassener Butter schmelzen,.

Siehe Kochanweisung.

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Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Krebsrätsels in voriger Nunmer: Leben Nebel

Schristleitung: Aua. Goetz. - Rotationsdruck und Verlaa der Brühl'schen Universitärs-Buch- und Stetndruckerei, R. Lange, Gießen