Luriick }nx Schütte.
Oiotitau von Ewald Gerhard Seel iger.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
„Ich wünschte, ich wcir's!" antwortete Moritz Gasse! un.d lieft die Mundwinkel hängen. ,^Ich wünschte, ich lstitte ein Stück Land, das mir gehörte. Aber »vir Beamten sind heimatlos!"
„Sie kverden sich da bös reinreiten!" warnte August Kn or reck.
„So arg tvird's nicht?" meinte Moritz Gassel. „Ich habe bei meinein Bruder noch ein paar hundert Mark stehen. Die sbecke ich hier in den Boden hinein Und in zehn Jahren soll er mir hundert Prozent bringen. Denken Sie ein paar Jahre weiter. Im Mai, wenn alles blüht. Fünsnndzwanzig Bienenvölker stiegen. Jede Biene bedeutet einen Apfel oder eine Birne vder einen Pfirsich Späterhin nehme ich noch den Schulacker dazu. Ich werde ganz Idnrotschin mit Ge müse versorgen!"
„Und wenn Sie nächstes Jahr versetzt werden?" sprach der Inspektor ernst.
„Ja!" antwortete .Moritz Gasfel und lieft die Mund winke! hängen. „Das ist auch meine einzige Sorge."
„Sie sollten sich einmal an Fürchtegott Frit scher fyei>- an machen," riet der Baron. „Ich glaube, der Mann mnft etwas aufgemuntert tverden."
„Dem Manne ist nicht mehr zu helfen!" erwiderte Moritz Gassel „Hab schon mein Glück bei ihm versucht. Er will ^ich nicht helfen lassen!"
„Biel Glück!" wünschte Fritz von Winkelberg und wandte sich zu in Gehen. „Ich hoffe, Sie bald bei mir begrüßen zu können." .
Moritz (Staffel machte auf diese freundliche Einladung hin eine Verbeugung, aber sie fiel sehr unglücklich ans, weil er noch immer auf dem Balkengerüst säst.
Als die beiden andern wieder auf der Strafte waren, hörten sie schon wieder die herzhaften Hammerschläge, mit denen Moritz Gassel die Nägel ins Holz trieb
„Ein ganz prächtiges Kerlchen!" sprach der Baron. „Ich werde mein Möglichstes tun, dast er bei uns bleibt."
„Viel $u schade zum Schulmeister!" knurrte der Inspektor vor sich hin und nickte dazu.
Nach einer halben Stunde hatten sie das Vorwerk erreicht. Rechts von der mit alten Wcidenbäumen bestandenen Landstraße lag der Hof mit drei großen Wirtschaftsgebäuden, links ein kleiner Teich zur Aufzucht des Karpfensamens und sieben kleine Häuschen, in denen die Dtenstlente lvvhnten. Bis auf das letzte standen sie leer. Da hauste der Teichwärter, ein alter, mürrischer Granbart, von dem August Kn or reck hie Schlicksel holte. Er sperrte das breite Gütstor auf, und sie durchschritten die leeren Gebäude. Sie waren gut in
Stand gehalten. Nur der Pferdestall hatte ein paar Löcher im Dach.
Als sie wieder im Tore standen, kam ein schweren Wagen von der Chaussee heraufgerattert. Es warein großer, langer Kastenwagen, hochbepackt mit Kommoden, Kisten, Kleiderbünoeln und Arbeitsleuten. Born fast der alte Abraham und lenkte mit kundiger Haud die beiden derben Ackergäule.
„Herr Baron!" schrie er schon von weitem. „Herr Baron,, nu, was sagen Sie? Bin ick nicht flink? Sie sollen sich noch wundern, und der .Herr Knorreck auch!"
Damit hielt er an und kletterte schnell vom Wagen! herunter. August Knorreck besichtigte unterdessen das Ele- spann. Es kam ihm sehr bekannt vor. Auch den Wagen hatte er schon einmal gesehen.
„Nu!" lachte der alte Abraham. „Was schauen Sie so? Sollte man's glauben, der Herr Inspektor kennt seine eigenen Pferdchen nicht wieder. Wals wollen Sie geben?"
„Was sollen sie kosten?"
Der alte Abraham nannte den Preis für Gespann und Wagen.
„Das ist viel 511 teuer!" rief der Inspektor entrüstet, obgleich er von dem Gegenteil überzeugt war.
„Wie Sie wünschen!" meinte der alte Abraham gleick- gültig und hob die spitzen Schultern. „Dann nehm ick die Pferdchen und das Wägelchen wieder mit. Ick Hab seste Preise. Morgen sollen Sie was Billigeres haben!"
Doch August Knorreck hatte schon angebissen. Es war wirrlich das vierte Gutsgespann, das der dicke Friedländer vor knapp drei Wochen aus dem Stalle gezogen hatte. Sie lvaren gut gepflegt. Auch der Wagen stammte aus Britzkawe. Es fehlte an ihm keine einzige Schraube.
„Nn, Herr Baron!" rief der alte Abraham und schwang die leichte Mütze. „Ich Hab Ihnen Leute gebracht, gute Leute, gelernte Leute, die was von der Landwirtschaft verstehen. Sieben Mannsleute und vier Weibsleute. Wenn Sie einen nicht mögen, den nehme ich gleich wieder mit!"
Die Polen standen und saßen auf dem Wagen lutfc rührten sich kaum. Stumpfsinnig stierten sie aus den .Handel uno sprachen kein Wort.
„Das ist der Daniel Zpnppack," pries der alte Abraham seine Ware an. „Er kann sehr gut Deutsch."
„Ipuppack, tu das Maul auf!" schrie er dann auf polnisch.
Daniel Zpuppack grinste übers ganze Gesicht, daß die starken Backenknochen noch mehr heraustraten, tat das Maul wirklich auf, aber er sprach nickt. Der alte Abraham fluchte kräftig aus polnisch und trieb ihn vom Wagen herunter.
„Wo bist du vorher gewesen?" fragte Fritz von Winkelberg.
„Bin ick gewesen Kutscher bei Panje Waslewskv" druckste Daniel gputyMä heraus.
„Weshalb bist du weggegangen?"
..Ist sich Paule Graf gezogen nach Paris/'


