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Und Schippke löste das leere Faß und rollte es im Schweiße seines Angesichts über Acker und Stoppel und begann dann im Dose des Quartierg-utes eine geheimnisvolle Arbeit. Tann rollte er das Zaß tvi-eder aus dem Hpfe und grub mit seinem Neinen Spaten in den zerstörten Garten des Dauses ein tiefes Loch, versenkte das Faß und schüttete das Loch wieder zu. — Unterdessen, hatte der Dvdwtekt Strottheini im naben Busch eine Daselruta geschnitten und meldete sich dann bei Schippke Ter' batte aber noch etwas Wichtiges im Keller zu verrichten, ehe der Spaß beginnen konnte. Als geschickter Requirierer hatte er in der Tat rwch eine Flasche Kognak in einer verlassenen Ecke des Speisd- kämmerchcns im Bauerngute gefunden, war mit ihr in den Keller geschlüpft und hatte auch dort geheimnisvoll und eitrig gearbeitet.
Nun flüsterte er mit Strottheini. — „Also wir machen die Sache so. Sie gehen mit der Wünschelrute langsam vor. machen aber zur Bedingung, daß nur ganz schivaches Licht bei der go- beimnisvollen Sache angezüsdet rverden darf. Ich bin inuner an Ihrer Seite, und tvenn ich huste, lassen Sie die Rute zappeln, dann gibts was, verstanden'?"
Und nun holten sie den wackeren Band. Gr hatte es nicht übers Herz gebracht, Leutnant B. von der nächtlichen Zauberei zu verständigen und hatte ihn eingeladen, mitzugeben. Leutnant B-, der selbst sehr gern einmal herzlich lackste und viel Sinn für Spaß und Witz hatte, ahnte natürlich sofort, daß man den guten Band wieder einmal gründlich verknacken wollte, aber er hütete sich, ilw zu lvarnen und markierte den Harmlosen und Begierigen! Andere Unteroffiziere schlossen sich mit an und nun trat auch der Wünschelrutenmann selcht aus den Plan. Man betrachtete mit Interesse die geheimnisvolle Gerte und Schippte machte den Erklärer und gab die Verhaltungsmaßregeln. — „Also nicht reden! bei der ganzen Sache, Herrsck)aften, sonst wird die Rute säxm!" Den guten Band überlief ein heilig Gruseln. Bon einer scheuen Rute hatte er noch nie etivos gehört, und er wünschte nur. daß alle die Herren fernes Kegelklubs in Gelcnau dabei sein und ihn bn dreier geheimnisvollen Mission in seiner ganzen Glorie bewundern könnten. „Wir suchen zuerst mal den Keller ab Wenn •t Ä e schlagt, gibts Schnaps, schlägt sie nach oben,
gtbts Wasser, schläft sie nach unten, Bier."
„Und wenn ftc nach rechts sÄäigt?"' fragte der Wissens- begierige Band.
„Tann gibts — Ijm — Buttermilch, ja, ja Buttermilch," log der freche Schippke, der beinahe aus einen Augenblick verlegen gewesen wäre.
- , 11nun nwin ' einer Geister pro Zession gleich, mit düsterem schweigen und nur von einem Lichtlein beleuchtet, in den Keller. Strottherm Mit der Rute vor dem Leibe, die Gabel krampfhaft! umfaßt, voraus. Im langen Gang des Kellers zuckte die Rute urcht, aber als mau in den z»veiten Raum eintrat, siel den schlim- SchlPPke nn Düsten an und gleich begann die Rute zu zappeln und gebärdete sich wie toll.
, & fäfaq nach links!" schrie Band außer sich und mußte eS frch gesallni lassen, daß ihn Schippke, zwar ganz unmilitärisch und eigentlich hart strafbar, in die Seite fnuffte: „Nicht so laut. Derr Unterofnzrer, sie wird sonst scheu!" Und Strottheim, dem jetzt die -Lache spaß machte, ließ in der Tat die Rute scheu werden, o. y. ,ie hrng ganz matt herunter und schlug ganz matt und müde.
„Da haben wir den Salat!" flüsterte Sck-ippke ärgerlich und «nd l>atte bittere Reue. Aber nach geraumer Weile erholte sich dte Wünschelrute wieder und fing wieder mächtig an zu zappeln, und unverkennbar nach links.
„Das ist Schnaps!" flüsterte Band jetzt ganz verklärt. Und Schippke klopfte mit dem Griff seines Seitengewehrs die Mauer ab, und siehe da, es klang hohl. Mit Hilfe schnell hecbeigeholteir Werkzeuges brach Schippke die Mauer aus und schlank und lieblich stieg eine Kognakslasche aus der Oefsnung. Band uird, es sei gesagt mancher andere auch, waren sprachlos. Schippke händigte dem Korporal die Flasche ein und man zog nun weiter durch den Keller. Aber die Rute blieb tot und still.
„Hier wird nischt mit deni Bier!" sagte endlich Schippke. Wir wollerr mal nach dem Dose und Garten geheir!" Und der Zug wallte aus dem Keller über den Dos. Dort schlug die Rute ganz bedenklich nach oben. „Wasser!" sagte verächtlich Untere Offizier Band und man ging weiter. Jetzt kam man in den Garten, und siehe da, hier führte die geheimnisvolle Gerte einen tvahren Indianertanz auf, und immer nach unten schlug sie und peitschte fast den Boden und der arme Strottheini konnte sie kaum bändigen. „Das ist Bier!" schrie schippke und zerrte feinen Spaten vom Gurt und die anderen halfen mit, und in wenigen Augenblicken stieß nran auf ein hartes, rundes Etwa-, das sich, als man hinleuchtete, als ein Faß entpuppte. Mit Jupp und hoi ward es gehoben und untersucht. „Das ist Dosbräu, ich ivette eine Tekate Löhnung!" jubilierte Band, und in der Tat zeigte das Faß das Signum der weltbekannten Münckiener Biermarke Aus ^^«niinet nebenan wurden ein Bierstecher und Gläser herbe»- geschaist, Strottheim aber galt als der Deld des Tages. Man stieß den Stecher in den Spund, aber da schrie schippke: „Halt, Licku aus: Wünschelrutenbier darf nur im Finstern angestock>en lverden, sonst schmeckt es schal!" Und im Finstern füllte man die Gläser.
Und im Finstern drückten sich Schippke und Strottheim still beiseite, llud als sie an der Dausecke verschwanden, hörten sie ein Schimpfen uno Fluchen, und das Wort Wasser schallte in die Nacht hinaus. Nur die Kognakslasche vermochte den erzürnten Korporal zu besänftigen. An die Wünscl^elrute aber glaubte seitdem Band nicht mehr.
Ter eigentliche Leidtragende aber war der Leutnant B. Da man unmittelbar nach der Entdeckung des Bierfasses abrücken mußte, die stacht aber so glücklich gekämpft wurde, daß man weit, wert vordrang und der Feind böse zurückging, so wurde auch Etappe und Reserve verlegt. Und nach zwei Tagen kam eine Meldung vonseiten des Regimentes: Ter Marketender Flaschenkork des
ersten Bataillons hat der vierten Konrpagnie ein leeres 50-Liter- Faß geliehen und bittet um Rückgabe des Gefäßes bezw. um Zahlung des Betrages von h Mark. Ter Kompagnieführer hat sich sofort zu äußern bezw. den Betrag zu erlegen.
Und um die Sache aus^der Welt zu schassen, zahlte Leutnant B. das Faß. Seitdem muß Schippke, wenn er wieder Späße entriert, eru ein Versprechen niederlegen, daß dem Konrpagnieführer keine Kosten erwachsen.
Vüchertlsch.
— Die Heste 25 n n b 26 der KriegSzeitschrift -Der Völkerkrieg* (Verlag von Julius Hofsrnann in Stuttgart) setzen die Schilderung des Stellungskrieges tat Westen fort, und zwar behandeln sie, die lang gedehnte Front sehr geschickt in einzelne Abschnitte zerlegend, das Kainvfgebiet von Arras bis Bel- sort. Von einem Nachtgeiechl an der Aisne gibt der amerikanische Korrespondent Dr. M.ix R. Funke aus eigener Anschauung ein packendes Bild, das um so mehr fesselt, als es von der Gegenseite a»ls beobachtet und die psychologisch grundverschiedene Kainpses- wctse der beiden Völker ineisterbast kontrastiert ist. Der folge»,de Briek, in den» Lentnai t d. Res. Dr. Fritz Zeidler den Sturm a»»f Vailln erzählt, gehört zu den Feldpostbriese»», i>» denen uicht d»e Person des Schreibers und sein Anteil an beit Ereignissen, sondern diese selbst »in Mittelpunkt stehen. Besonders lebendig Und anschaulich sind die Argo»»»»enkämpfe dargesiellt, denen aiict) die meisten der vorzüglich reproduzierten photographische»» Aufnahmen gewidmet sind. Der Artikel „Weihnachten auf dern westlichen Kriegsschnnplatz* zeigt, »vie ties die Liebe zu diesen» Fest, und da- »nit die Liebe zum Frieden überhaupt, in de»»tschen Herzen wurzelt. Um den Leser a»»ch mit der Aufsassnna des Gegners bekannt zu »»»ache»», ist de»»» Abschnitt eine crmtltche französische Gesamtdarstellung angeschlossen. Wie stets bei,»» „Völkerkr,eg* sind auch diesen Heften »vieder ganz vortreffliche und lehereiche Bilder bei- gegebe»», die dauernden Wert behalte»» iverden.
— T i e Geschichte vom General Dindenburg. Lustig bargestellt und gereimt von Arpad Schmidhammer. Mit 12 farbigen Bildern lBuchformat 21x27 Zentimeter), gebunden I Mark. Verlag von Jos. Scholz in Mainz. — Nun leiben auch die Kleinen ihren „Dindenburg". Es ist ein netter Gedanke, der diesem Bilderbuch zugründe liegt. Mit wenigen Worten, mehr in den 12 großen farbigen Bildern »vird hier dem Kinde das, waS wir Dindenburg verdanken, vorgeführt. Wie, das zeigen vielleicht die e»nleitenden Verse am besten:
„Das war der General Dindenbnra, der halt' es längst gesehn, Daß man bei den Masurenseen nicht überall kann gehn,
Und hat sich klug dabei gedacht, kommt da einmal ein So ist es klar, daß er rm Sumpf aleich stecken bleiben muß.
Tas hat er sich fein ausnotiert und ging in Ruhestand Und dachte sich, gehts einmal los so bin ich bei der Dand.
Und richtig, als der Russe kam, da schickt ihm Majestät Ei»» Bricflein, daß man Dindenburg jetzt nötig haben tat'.
Ter nahm gleich feinen Ludendorff und seinen Landwehrmann Und ließ die frechen Russenkerls schön sachtemang heran , , t
Zkat-Ausgade.
Mittelhand sagt mit folgender Karte Grand an:
Da« Spiel geht verloren. Wie saßen die Karten der Gegner und »vie wurde gefviell?
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung der Königs Promenade in voriger Nummert Nur den» Ernst, de»» ke»»e Mühe bleichet,
Rauscht der Wahrheit tief versteckter Born:
N»»r des MeiselS fch,verein Schlag erivetchet Sich des Mar,»»orS sprödes Kor»». Schiller.
Schrtftleitung: Aug. Goetz. - Rotationsdruck uud Verlag der BrÜhl'schen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei. R Lgnge, Gifß»^


