tvtr spielen hier Kasperle? Die ersten Zehn da. Fertig! Nicht gemuckst, ihr andern kommt in den nächsten Tagen dran. Zn zehn Minuten aufsitzen."

Der Rittmeister instruiert den Leutnant.Also halten Sie die Kerls fest an der Hand. Es ist von großer Wich­tigkeit, zu wissen, ob der r-Paß besetzt ist, und ob im R.-Tal größere Ansammlungen stattsin den. llnd," hier wird das freundliche Gesicht eisern,wenn zehn Mann satten, ich mache Sie dafür verantwortlich, daß der elfte richtige Mel­dung bringt. So! Ich danke Ihnen!" Ein kräftiger Hänoedruck und der Leutnant tritt zu seinen: leise wiehern­den Pferd. Wie aus Erz aegossen stehen die zehn Husaren bei ihren Pferden. Der Leutnant lächelt vergniigt.Das sind ja die wildesten und verwegensten Bengels der ganzen Schwadron. Ta ist der stets lustige Kölner, der von sich selbst sagt, daß se n Mundwerk vierzehn Tage nach seinem Tode noch einmal extra totgeschlagen werden müsse, ein Eiseler Försterssohn, der seinem eigenen Bater die besten Rehe sortnnlderte und der im Dunkeln gleich einer Katze

K en konnte, zlvei ostpreußische Bauernsöhne, die besten iter des Regiments, sttll und ruhig, aber vor keinem Wagnis zu rückschreckend usw. Aufsitzen! Marsch!"

Sttll ttaben die Reiter in den Wald hinein. Ehe der Morgen graut, müssen sie ein kahles Gelände durchquert

B en, damit sie nicht von den hier reaelnräßig kreuzender:

ldlichen Fliegern entdeckt werden. Der Eiseler Heimers rettet etwa 50 Schritte voraus, sein an bte Dunkelheit der Wälder gewöhntes Auge leistet hier die besten Dienste.

Der Weg wird verlassen. Geschmeidig wie die Katzen Vettern die leichten, zähen Husarenpserde über Anhöhen mrd Hügel. Geschickt lveichen sie den Baumstämmen mls.

Das freie Gelände ist erreicht. Es ist Heideboden und Brache, die den Schall dämpften. Also rasch herüber, denn im Osten erscheinen helle Streifen. Wie eine grane Wolke fegt er herüber. Nun hat der Wald sie wieder ausgenommen.

Der Leutnant läßt kurze Rast halten. Zur weiteren Lösung der Ausgabe muß man sehen können. Die Pferde er­halten ein paar Hände voll Hafer und knabbern dann Wald­gras und Lcmbblätter.

Allmählich wird es Heller und Heller Langsam und vorsichtig reiten die Husaren weiter. Eine Straße ist er­reicht, in kurzer Entfernung wird ein Dorf sichtbar. Auf einem Nebenwege eine weibliche Gestalt, die beim Anblick der Reiter die Flucht zu ergreifen scheint. Soll die uns ver­raten? Schon hebt der Ostprenße seinen nie fehlenden Kara­biner, aber der Kölner sagt:Ne, wir schießen doch keine Mädchens dut." Mer schnell ist die Kleine eingeholt. Sic trägt einen kleinen Laib Brot lind einen Weinkrug und« beides hält sie bittend den Soldaten entgegen. Diese lachen; aber der Unteroffizier fährt die Kleine barsch an:Was hast du zu lausen, du Zapperlot, du willst uns wohl die Franzosen auf den Hals hetzen."

Das geht der Kleinen gegen die Ehre. Sie macht einen zierlichen Knicks und sagt, sie heiße nicht ZaMellot, sondern Luison, und verrateil habe sie noch keinen Menschen. Mer sie werde es dem Grasen Häseler schreiben, daß seine Sol­daten so grob zu kleinen Mädchen seien, die für ihre Mittler was zu essen holteii. Ja, das werde sie ganz sicher. Der Leutnant hat dos Veine Intermezzo lächelnd verfolgt. Jetzt reicht er der Kleinen ein blankes Fünfnmrkstück, das solle sie ihrer Mutter bringen.Mersi," knixt die Kleine. Biel Daiik! Und sie werde denl Gerieral Häseler auch schreiben, daß die Herren Leutnants viel freundlicher seien als die alten Bär­beiße. die kleine Mädchen Zopperlottes nennen." Dann läuft sie fort und winkt noch von weitem.

Vorsichtig preschen die lachenden Husaren Wetter. Durch die laubgesüttten Straßengräben rettend, verschwinden sie beinahe vollständig.

Stunde auf Stunde verrinnt. Schon mehrmals sind feindliche Flieger vottibergezogen. Keiner hat die Husaren bemerkt.

Nun sind die Retter noch 20 bis 25 Milluteil voll dem gefuchten Passe eiitsernt. Die Reiter sitzeil ab mrd lassen ihre Pserde etivas ausruhen. Dann reiten drei der best beritten­sten vorwärts. Noch fünf Minuten. Die Husaren sitzen ab. Der Eiseler und der Ostprenße schleick)eii zii Fuß weiter, der dritte hält die Pferde. ?lls geübte Jäger streben die zwei vorwärts. Da liegt der Paß. Stein Mensch ist zn sehen. Keine Spur ivetst aus die Anwesenheit voll Menschei, hin. Eine lAnhöhe bietet weiteren Aiisbttck. Auch von hier nichts zu sehen.

Vorsichtig reitet ein Husar zum Leutnant zurück und nberbringt die wichtige Meldung. Dieser sendet sie durch drei Husaren weiter.

Dann durchqilert der galize Trupp den Paß und tvendet sich dann vorsichtig dem beinahe zwei Stunden entfernten Tale zu. Auch dieses wird von den Husaren beschlichen. Der junge Leutnant wird voll dem Eiseler Wilderer geführt und liegt endlich gut verdeckt aus einem Hügel. Das schmale Tal ist von Kindlicher Kavallerie besetzt. Es sind zwei Regi­menter. Würden die Eingänge des Tales besetzt, so waren sie verloren.

Die Husaren reiten zurück, was die Pserde lausen können. Halben Weaes koinmen ihnel, schon die Regimenter entgegen, die aus die erste Meldung in Bewegung gesetzt lvurden. Am anderen Tage meldete der deutsche Bericht: Eine französische Kavalleriebrigade überfallen und zer­sprengt. _

Friedrich der Trotze alsVolontär" beim Prinzen Lugen.

Die beiden geschichtlichen Helden, die mar: gleichsam als die Kriegsgenicn der so eng vereint miteinander kämpfenden Heere der Deutschen und Oesterreicher bezeichnen muß, sind Friedrich der Große und Prinz Engen von Savoyen, die beiden Feldherren, die den höchsten Schlachtenrubm an die Fahne,: ihrer jetzt tvieder sieg­reichen Völker gefesselt haben. Wie das Bild des großen Königs den deutschen Soldaten in diesem neuen Krieg gegen eine Welt von Feinden voranleuchtet, so lebt das Andenken <m denedlen Ritter" als das eines echten Volkshelden bei den Oesterreichern fort. Es dünkt uns heute wie ein Symbol, daß diese beiden großen Männer sich nahe getreten such, daß das eben erst ausgehende Gestirn des jungen Prenßenprinzen noch die im Abendglanz des Unterganges strahlende Sonnenbahn des Oesterreichers kreuzte, ,md doch gehört diese heut so bedeutsame S^ene zu den vergessensten der Geschichte. Dies versöhnende Vorspiel des «näßen KampfdramaS, in dem d:ese beiden urdentschen Gestalten sich die Hände reichten, wurde zurück- gedrängt durch den langen Krieg, den Friedrich mit Oesterreich führen mußte, und erst heute ist die Erfüllung jenes Gedankens da, den damals der englisch« Resident in Wien SaindSaphorin nach den: Ersäieinen Friedrichs im Lager Eugens aussprach, Oesterreich und Preußen würden sich hoffentlich nicht m:teina,cher vertragen, aber vereint wären sie für alle andern Staaten wahrhaft furcht­bar. Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm war ein großer Ver­ehrer des Prinzen Engen, und dieser hatte seiner Zeit entscheidend dazu mitgeivirkt, den aufs tiefste empörten Vater mit dem von ihn: so hart behandelten Sohn zu versöhnen. Ws nun im Herbst 1733 der ,edle Ritter" wieder gegen die Franzosen ins Feld zog, ließ der König im Frühling des folgenden Jahres 10 000 Preußen als Hilfstrnppen zu dem kaiserlichen Heere am Neckar stoßen unfc schickte am 30. Juni den Kronprinzenals Volontär", wie seine Instruktion ausdrücklich b«1agt, ins Harchtguartier. Diese In­struktion hielt den 22jährigen Thronfolgerzu fleißigen: Verkehr mit den alten erfahrenen Kriegsooersten des Kaisers und vor allen, rit dem Prinzen von Savoyen an." So oft Eugen anstttt, soULr Friedrich sich bei ihm einfinden und auf jede seiner Anordmmgen acht geben, auch bei den Begleitern des Feldherr,: sich eifrig nach den Gründen der erteilten Befehle erttmdigen:Des Prinzen Eugenii Durchlaucht selbst darum zn befragen, ist loider den Re­spekt mib maß dahero nicht gesclzehen." An, Tage einer Schlacht sollte sich der Kronprinz auch an der Seite des Altmeisters halten und erst nach Eintritt der EntsclMdnng zu der preußischen In­fanterie reiten. Des weiteren war ihm aufgegeben, sich mit dem Felddicnst im Kleinen und Großen völlig vertraut zu machen, so daß er wisse,wie die Schul)e der Musketiere sein sollen, wie lange ein Soldat solche tragen kannich wie länge er in einer Campagne damit auskonunen niuß, desgleichen von allen Kleinig­keiten, so zn den Soldaten gehören, und so ser,un bis znr hundert pfündigen Kanone, auch endlich bis zu dem großen Dienst bis zu des Generalissimi Dlspositiones."

Den Lagerbetrieb lernte denn auch Friedrich genau kennen, denn der König, der selbst kurz nach dem Sohne eintraf, aber mu einige Tage inkognito dein: Prinzen Eugen verweilte, brachte den Exerzicrteusel" auch für die Oejterreicher mit, so daß Friedrich an einen in der Garnison zurückgebliebenen Kameraden, den tollen Hans Heinrich von der Gröben, schrieb:Hier ist der Exerzierteufel auch in die Kaiserlichen gefahren, denn der Pru,z Eugen exerciret mm ärger, wie wir: er ist öfters drei Stunden selber dabei, und fluche,: die Kaiserlichen so viel auf uns, daß es grausam ist." Kriegerische Lorbeeren, nach dei:en sein jugendlicher Sinn sich so heiß sehnte, konnte Friedrich freilich nicht sammeln, denn der greise Feldherr bcgiiiiate sich damit, durch wachsames und behar: liches Manövrieren das befürchtete Vordringe,: der Franzosen in das Innere des Deutschen Rnchcs zu verhindern. Die Fe ne r- taufe erhielt er aber doch. Auf dem Rückroeg von einem Erkim dungsritt un Walde vor Philivvsburg hörte er zun: erste,: Male die Kugeln um sich sausen, die die Bäume um ihn her zersplilter ten: man beobachtete, daß ihm die Haäd, die das Pferd führte, deshalb nicht einen Augenblick unsicher wurde, und seine Kalt