Einzelbild herunterladen

Hf. 502

Der Hi^errcr Anzelxer erfebeini tunlich, Kicher Sonntag-. - Veilaken:

Gi«tze».erFamUi«kblStter;

Krcts%!ftSt

fir den Kreis Sietze«.

Vrzvarpreks: monatl. Dt f. 1.35, viertel- M.r!'ch Mk. 4.05^ durch AbKole- ul Zweithstellen monatl Mk. 1.25 durch die Post Mk. 4.05 viertel- jührU au-jchl. Bestell^, fferniprech - Älnsciilüfse: lürd>eSchrcktleitunq1I2 Derlak.G<-schün4ftek!e51 Anschrift furDrabtimch- richken: Anzeiger Sietzen.

Erstes via»

168. Jahrgang

Postscheckkonto: Sronffurt «.öl. U686

3Will!»g;runödruck u. Verlag: Srühl'sche Univ.-Sirch- ». Steittirudtrei «. Langt. Schriftleltung, SrschMfteüe u.vruckrr«i- Schulstt.7

Dienstag. 2 % Dezember \ ( )\9

annatzme von Anzeige» f. die Lagesnmniner VIS zum Nachmittag vorher ohneiedeBerbiudlichteit Seilenpreise: für örtliche Anzeiyeir 25 M..für auswärtige 30 Pi., für Reklamen Mk.1.-nebst 20 8 0 2<ue- runaS-usvlag; Plaijvor- schrill 20 \ Aulfchlag. Hauptichri tleiter: Äug. Goeg. Verantwortlich Vankverlehr: sür Politik: Aua. Goetz:

Grwerbedank Sietzen den ubnaen teil: Dr.

Remhold Zenz; für den AnzelgenteÜ: p. Beck; sämtlich in Gießen.

Weihnachten!

Gießen, den 24. Dezember 1918.

. , die Revolution uns nicht auch schon die Gefilde

besten Ideale umgepflügt? Wenn wir von den potttrschen Idealen sprechen, wollen wir uns heute gar nicht mehr daran erinnern, was uns sonst das Herz erhoben hat, alb wrr an deulsche Größe dachten. Das scheint ja nun alles sur lange ^ahrr dahin zu sein. Wir besitzen uns nicht mehr auf der hohen Stufe, anderen Völkern voraus, von der wir aus stolze Werk- unserer Volkskraft herabblickten und aus der wir dte Gnade und Gerechtigkeit des Himmels freudig lobten. Es ist uns nach langem Kriege und traurigen Kr rissen de nrcht viel zu preisen und zu hoffen übrigge- blieben. Trauer, Scksmerz, Zorn, ja auch VerzNteiflnng strecken dte Arme aus nach Gefallenem und Verwüsteten!. Auch denen sind die Ideale umgepflügt, deren Zeit jetzt ge­kommen schien, nämlich den Sozialisten, die den alten Staat verwarfen mrd die Revolution in Szene setzten oder dock.» begrüßten. Denn sie finden auch nicht, was ihnen fehlte; fte blicken hadernd uich des eignen Zieles unsicher, } n . Oie Zukunft. Scheidemann hat neulich, auch für seme Gesinnungsge'.losscn in der Regierung, erklärt, er werde, weint das so weiter gehe, auch nicht mehr acht Tage mitmachen. Das war ein finsteres, bitteres Wort, das aus schwter gepreßtem Herzen kam. Nicksst so sehr die äußere Not des Vaterlandes hat den Führer der Sozialdenio- kratie so sprechen lassen als vielmehr oie Enttäuschung über ten Lcidenstvcg, den feine Partei jetzt geht, indem sie von Bruderzwist auseinandergerissen wird. Den Arbeitern und Soldaten, die auf dem Kongreß zusammentraten, leuchtete wahrlich kein Stern von Bethlehem. Sie kamen zum Strei­ten, und ihr Kampfplatz lag nicht in olympischen Gefilden. Politische Ideale, die wir einem Sozialisten keineswegs rundweg abspnchen -möchten, standen ganz im Hintergründe; ein prosaischer Hader um das nächste holprige Wegstück nahm die fünf Tage in Anspruch. Wenn der ^Vorwärts" nach vielen knurrigen Artikeln zum Schluß doch verkündete, der Kongreß werde in der Geschichte aller Revolutionen mit Ehren bestehen, so sprach daraus nur eine sehr dünn ver­wässerte Begeisterung. Die am 19. Januar zu wählende Na- twnalversammlung ist eine Nottvendigkeit; daß sie auf lange Zeit hinaus keine Jdealzustände schaffen kann, darüber sind sich die Politiker aller Richtungen »vohl einig. Naturen wie Ledcbour und Liebknecht kennen keine sentimentalen Sehn­süchte; nur in Zank und Streitsind sie in ihren) Eleipent.

Also tim idratlose Zeit! KÄrNeckMr heute noch an ewige l ker fr eu n d s cha.f t glauben, wenn wir sehen, wie die Franz^ffen in unserer nächsten Mhe auf ihrem Eroberungs- Nrg deutsche ÖartbStellte van ihrer Schwelte vertreiben und sie zfvairgsweise auf ihr Eigentum verzick)rten lassen? Die provisorische Bolksrögierung, von so viel Parteidingen in Anspruch genoinmen, wendet diesen Lebensfragen des Volkes nur in ungenügendem Mnche ihr Augenmerk zu. Deutsch- band liegt wie eine Scheinleiche da, :rxckl wir eine übermäßig schwache Regierung haben, bk m Anklagen gegen das sre velnde Ausland sich nicht aufraffen kann. So konnte Präsi­dent Wilson als neugebackener Ehrendoktor der Pariser Universität ungestört von demmächtigen Atein der rnora tischen Gewalt" sprechen, der durch die Welt gehe.Wenn man den Geboten der Menschlichkeit kein Gehör schenkt, wird man den stärksten und wohlverdientesten moralischen Ban­krott erleiden^ der je in der Geschichte vorgeftimmen ist." Dieser Satz bedeutet bei dein Verhalten der Franzosen eine wuchtige Anklage wider sie. Des Präsidenten Wilson Offen­barungen sind bloße Scheingebitde, solange er nur theoreti siert und nicht, soviel er kann, sie praktisch verwirklicht.

Wir aber erinnern uns d<rbei cm: einen Satz Hebbels, den er im Anfang des Jahres 1860 in seine Tagebücher schrieb: Es ist möglich, daß der Deutsche noch einmal von der Weltbührve verschwindet, denn er hat alle Eigensch,asten, sich den Himmel zu erwerben, aber kdine einzige, sich auf der Erde %n behaupten, und alle Nationen hassen ihn, wie die Bösen den Guten. Wenn es ihnen aber roirklich einmal ge­lingt, ihn y\i verdrängen, wird ein Zustand entstehen, in dem sie ihn wieder mit den Nägeln ans dem Grabe kratzen möchten." Wir sind nähe dabei, daß dieser prophetische Aus­spruch verwirklicht wird! Was kann es wohl heißen, daß wir alle Eigenschaften hätten, uns den Himmel zu erwerben? Wird uns da nicht ein wenig autoiet zugesprochen? Das übrige stimmt freilich, die letzten Jahre haben es vollauf be­stätigt. Die Reihe unserer politischen Ideale, vom weitesten Rechts fciS Izum äußersten Links, ist znsakmnengeweht worden. Und nun stehen mit vor dem Weih imchts fest wieder nur mit der Eigenschaft, uns den Himmel zu eriverben. Wenn wir sie nur in der alten Kraft noch besitzen! Der Ernst und die Liebe Hebbels wollten nicht spotten. Der Verfasser der Tagebück^r" setzte die eine Eigenschaft, die wir Deutsche haben sollen, vielleicht höher als alle andern. Wenn wir sie wieder erproben, heben wir uns über die andernsieg­reichen" Völker hinaus. Sie werden und müssen uns wieder Nus dem Grabe und dein Schiutt des Völker kr reges hercrus- kratzen. Wenn Deutschland geeint und einig bleibt, muß es sich schließlich in der Welt behaupten, und wir wissen heute, was Hebbel nicht wissen konnte: daß wir wohl auch den Beruf, haben, im Rate der großen Völker mit^nsprechen, gerade wenn es sich nun darnnl hmrdeln soll, eine bessere politische LLeltordrmng auft-ubauen. Das Ätzeihnachtssest war uns immer eine Quelle des Trostes und der Stärkung fürs rauhe Leben; daran wollen wir auch heute denken. Wir habe'! die Waffen unseres Heeres niedergelegt, und finden uns doch noch in einerfesten Burg" wohlgeborgen. Wir wollen am Abend des Friedensf-estes nicht bloß in der Wiege flüchtiger Träumerei liegen, sondern,wenn in unserer engen Zelle die Lampe freundlich wieder Eremit", uns vornehmen, uns und unser Volksleben: zu bessern Mid zu lauteru von den Schlacken der alten Zeit. .

\w

Republik Srotz-kiessrn.

.In der bedeutsamen Frage der Wi^ErveveLnlbilNg hessischer Gelnetsdeile erl>ol:en nur folgende von Wirt ch.g'tspolttischcn'Ge.ichls- Punkten ausgelzende, sehr beachtenswerte Zuisckwist:

Die in Nr. 299 desGießener Anzeigern" wi^>er gegebenen Ausführungen des Hern: Gehckmrats Sommer zu dieser Fr<rge ver- dienen sie weichel-eudstc Beach ung, bedürfen al^er wobl v o m wirtschaftspolitischen Standpunkte aus noch einiger Ergänzungen.

BidSmarchs Wl:mflch war es im Jahre 1866, ein Preußen zu schassen, das die Mnulime voll te(?errf.ijite mrd belaß. Erft durch die Intervention des Zaren cr'ielt Lud mg III. die Provinz Ober- tyeffcn juritcE, und zkvar so beschnitteir, daß sie, möglichst aller wiA- sckiaftliÄLM Werte bar, nur ein Anhängsel der preußischm Um­gebung lim und auch bleiben sollte.

Tatsächlick) ist denn auch Frai^'nrt die wirtschaftliche Hmipt- swrdt ides Hessmlandes, besonders al^er Oüerl-es ens, genwrdm. Mlchr: nabe«i dieser Wirkung ging noch eine andere her, die Bis­marck jund die schlauen Herren in Berlin nicht übecblicken k-mntm. «Tie durch den Ausschnitt der Provinz Oberhesst-l zu schmalen Randgebieten getvordenen Tnle Kurbesens verloren rinn.beträcht- lickZen Teil ihrer Bedeutung für die 'Bersvrgimg der stärker bevölker­ten Jndustrieg-ebäte imd wnvden in ihrer Entivicklmrg stark ge- heinmt, nährend qercä-e die b'ssen-darmstädtisch^: Gelietsteile der Provinz Oberhssen im Anschluß an diese Wirtsck^tszentren neu gehobm, durch eine krätig vornärtsstabende Verwaldmg sich mäch­tig entnückelteir. Man brnnä-t mir von Gießen über Bieber, Nodheiin, K'öickgsberg bis Holsensolms zu ^ehen, um diese sction r>m M'itren in seinem Werk ül>er die Landnnrtsck-aft des preußi­schen Staates hervorgelwbenen Verhältnisse bestätigt zu finden. In etn-er der letzten Pr^ünziallarrdtiagssitzimgen in Kassel nmvde von einem kurhessischen Mxi^rdneten mit vollem Rechte und großer Bitterkeit erklärt, daß hinsichtlich des Straßen- und .Meinbahiu- bmres die prcvißische Verivaldmg in Kurhesse:: in 50 Jahren niicht sjo ttitel getan hätte, wie die Truppen im besetzten Gebiete in entern Jahre.

Die gewaltige Enlwüktnngsfäbigkeit der Leistungen der Kreise Marbiwg, Spmgenberg. Frankelü'erg usw. ergibt sich auch aus Agenden Tatsachen: Als es sich bei der immer mehr steigende?/ Mckchknappheit darum handelte, für die Städte Franksurt, Wies­baden usw. neue Milchguellen zu erschließen, war der Verfasser bei VerhMwlmrgen zugegen, die mit Vertretern dieses Gebiets geführt wurden^ und bei denen betont wurde, daß dieses Gebiet früher ans den Mrlchalchatz nach Marburg, etwas wach Wetzlar) Gießen, be)chvankt gervesen war. Der größte Teil der Müch war als Frisch­milch nicht verwertbar, iveil die Transpvrtgelegenhcit fehlte. Diese Dinge, die sich bis heute nur wenig ge­ändert haben und hinsichtlich der meiste:: la7Ü>wirtschaftlick>cn Produkte ährckich liegen, beweisen unS. daß es mir des verkehrs- techmschen Auftrl-lusses, bedarf, um misere Milch- imb sonstige Knaps,hcit sowohl in Gießen wn u»7h im Geölte bei Großstädte Frcmkfurt, .Ofsenbach usw. lveirigstens teilweise zu beh?beir. Weiterhin ist nicht zu vergessen, daß Kurhesse:: über beträchtliche Braunkohlen- und Erzlagerstätte:: verfügt, die als Ergänzung »unterer hessiscchm Lager für unser ganzes Wirtschaftsleben omi größter B«L)e:rtimg kverden könnte::. Um aber die vollkommen enrheitliche Entlmcklung dieser Gebiete wirklich zu verbürgen, Ichcmt nicht «(feilt der wirtschaftliche, socrdern auch ihr politischer ckinammenschluß unbedingt nottveitdig. Die politische Grenze ist ar.t für allemal auch für die wirtsck-astliche Enttoicklnng ein« Grenze, dre, wein: ,ie falsch gezogen ist, jede b.'frie-igenbe Weite:'- entirtcklnng mnnöglich macht. Bedenkt mcn: nur, daß die Gebicts- teile wie Gleiberg imb Krofdorf und unmittelbar vor den Tonnv Gießens zum Reg-ierungAbezirk Koblenz (!) gehören, so ist damit «lgentlrch schm ein Büveis für alles Vorige erbracht.

We:m aber der politische Anschluß tx-s nördlichen Gebiets »c>n Knrhesten tm Inkecesse seiner kvirckchaftlichen Entwicklimg tmd der Vers-.xrgung des Südens an Groß-Hessen geboten erscheint, >o müssen die östl'.asen Teile dieser Provinz im Interesse ihrer eignen Versorgung auf solche?: Anschluß drängen. Man denke irur,, daß Fulda fast ganz aus dem Kreise Lauterbach mit Milch ver'orgt wwd und daß Salzschlirf ohne die iveitgeheiwste Rücksicht der hess:sck>eu Behörden währeird des Krieges überhaupt nicht in der ^Lage getoesen wäre, seine Kurgäste zu ernähren. Auch in den rtbrlgen Tetleu dieses RandArbietes bestehen die engsten wfit- ,a>attl:chcn Beziehrntgen m Hesse?:, bk einen Anschuß derselben auch nt politischer Hinsicht gebieterisch erheischen.

Ern Fehlgriff in der Regierung des größten De'sen'urften hat das zu Großem berufene hessische Gebiet einst zur Teilung und Zer­reißung verurteilt, möge das freie Selbstbestim­mung hs r e ch t d e r V ö l k e r d i e s e n F e h l e r w i e d e r g u t- machen und zu ihrer Wiedervereinigung führen

Dr. K.

Line neue Rede Wilsons.

Par i s 22 Tez. (Havas.) In einer Rede gelegentlich : BeAeshung der Ehreudvktorwürde in der Svrbon erklärte Präsident Wilson, er stimme mit der Aitsich übere daß der Krieg nicht nur ein Krieg zwischn Nationen, soiux ailch ein Krteg zw ischen zwei Ku l t u r svstem e n gewe sei, einem Lystem des Angriffs, das sich aller Geistesfälpgkei bediente, um die Menschheit zu Boden m tversen, und einem < veve:: System, das die Erinnerung an dte höck)ste lvLeiffchheit^üb liefermig und alle Kümpfe der ÄtensckLn von unbezähn:baren M tvadrcuK, die überall rirr das Recht kamtflen und vor allen: n hc:t strebten. Ter Trcnmph der Freil-eit in diesem ftri ,)in cm Zclche'.t dafür, daß diese Geisdeseiirricheung jew die W beherrsche. Es )ei der mächtige Atem der moralisch K r ä f t e. die durch die Welt gehe, und jeder, der dieser Strömt wt vor stehen wolle, werde schmachvoll erliegen Die Aufgabe i ^^enF""terhändler ^ ^ ^rrcch die T

lackZe, daß sre n^nmndes Herr::, siondern Diener der Mens heit seren. Wenn man den Geboten der Menschlichkeit kein Gel Ickrenke, werde man den stärk: den uttfc MoUverdimstete:: Banker erleiden, der ie in der Geschickute Vrwgckommen sei. Wilson se darauf )i'xrte Aussassung vom Völkerbund auseirnrnder Tic Bund müsse als eine moralische Kraft wirken, die von lederne orgainnert ,verde. Wo und wann es auch sei, daß Unrecht n Angriffe vorbereitet würdeit, da möge sich dieses durä^ringe, Licht des GennIsens auf die Pläne konzentrieren und überall s< die Menschl-cnt fragen: Welche Absichten l>?gt ihr in eurem Hcr^ g-gen das Geichnck der Wft? Wem: die Mittelmächte geiv litten, mir vierzehn Tage lmrg il-re Ziele erörtern zu lassen, Ware dieser Kr reg nieinals airsgebvock>en, und wenn sie, wie hätte geschahen müssen, gcz-Nmngen worden wären, sie ein J< lM:g zu erörtern, so iväre dieser Krieg etwas Uns»schares aewe^ Wllwn erklärte, er fühle, daß dieser Krieg cny verbwtden sei l dem Gnste der Universität, der allem südlich sei, was der m&i\ Wt Vernunft Zwang nuferIqgje, so2we allan. n«s den Trum

des Ideals, den Durchbruch der Wal-rheu und die Läuterung d«B Lebens anfzuhatten suche. Er fül/le, daß der Geist der Wahrheit, dein sich die Universitäten gÄveiht hätten, die Obcrharw gewoimen! und den Sieg erlangt habe.

Ler Beginn der Friedenskonferenz.

Berlin^ 23. Dez.Echo de Paris" will melden kön­nen, daß die Friedenskonferenz infolge der 8,eise Wih- svns nach England und der- bevorstchenden Aendecung des englischen Kabinetts verlegt Mtd frühestens Anfang Februar begi?men würde.

Das Verhalten der Amerikaner im besetzten Gebiet.

Berlin >.23. T^z. (WTB.) Geireral Pershing erließ an die dritte Arm.se, die als Besatzimg-struppe in Ausli-cht genommen worden ist, folgenden Befehl: In Anbetracht der au ßer gewöhn listen Umstände, unter denen dicker Teil der Besatzungsnrmee un die auf deutschem Gebiet well enden amcriKanisä^eil Ex>edullm^stveitkräftÄ dienen, wünsckst der Oberstkmnmandierende den O.ftziirer und Mwmflchia>'ten die Erivartungen zur Kennttris z:r bringen, hie er >in beztig auf ihr Verhalteit hegt. Ihr seid n i ch t a! s P l ü nde­rer oder Bedrücker geiionrmen, soichern nur als der aus­übende Ar:n einer starke:: freien Regierung, deren Absitchten dem deutschen Volke gegenüber von Wohlwollen er­füllt sind. Währeird unserer Be'etzmtg steht die Zivilbevölkerung unter dem bckonderen Schutz der Pflichttreue und Ehre der ameri- yanischen s)lrnEee. Tesl)alb ist es der Ztzveck ckeses Beehls, sich direkt an Euren Stoill; zn ickriudeu und an Eure Giert,-Haft als Vertreter einer mächlüren rechtschaffenen Nation. In der festen Ueberzengnng, daß Ihr Euch in Euren Beziehmtgen z^r der deuts? en Bevölkerung so verhalten werdet, daß sie Euch und das Land, das Ihr vertreten die Ogfre habt, achtet, obwchl Ihr zn ihren als erober.tde Armee kommt, werdet Ihr keinerlei Uebelwollep den Bnvohrlern gegenüber an den Tag leg^: mrder.rs its s-id Ihr gegen ein Verhalte:: geivaritt, das sich ntii Eurer Stellung als der vnsi'chende Arm einer Militärherrschcrck nictst vetträgt. Solange der Kriegsznstwü» mrhält, bleibt Tentschland ein feindliches Land und dürft Ihr keine vertraulichen Beziehmr-zen zu seinen Beiv-rhi'em unterhalten. Ein würdiges, zurücklxllteirdes Benehmen muß stets Eurerseits bevlxrchtet werden. Es ist nickst anznnehmm, daß irgend, wre Plündernngen oder Gewaltakte von Tellnehm'.-rn der ameiikarii. schm Streitkräfte l^egangen werden könnten: sollte sich jewch ie- mcrnd Vertranensunivürdig erweise::, so werden dessen Taten nicht nur als Verbrechen gegen die Opfer angesehen, sondern als ent­ehrend für die anrerikonische Armee und als direkte Besckrmrpmn«l des Bmmers der Vereinigten Staaten. Sollten ftlche lleberschrck- ttrngeu Vorkommen, so werden sie mit den härtesten Strafen unser« Mtlttargesctze bestraft.

Da-ritterliche" Frankreich«

,B erlin, 23. Dez. (WTB.1 Nach Mitteilung der deutsche^

s i k n sti 1 l stau d s ko m m i s sio n wird amtlich mrtgeteül, daß in Kehl gestern mehrere Fraum von Swaßburg dtrrchftmer^ dre stch scher Belästigungen an der Rheinbrücke durch ftan^ zostsche Offiziere und Soldaten mit unpaffenden Reden beschu'erten. Im Gcpäckrcvisionsranm mußten die Frauen vor den Sotdatefi und Offizieren ihre Blusen öfftien und wurden von den Soldaten körperlich abgetastet. So erging es unter anderem der Ehefrau des Feldwebels Engel sowie der schvangeren Ehefrau Marie Bernhardt.

Berlin, 23. De?z. (WB.) Ueber die giegenwärtige Lage im Baltikum st-ird uns mitgetellt: Die bolickstwiftis^n Truppen drillen in zwn Richtungen vor, und zivar auf Riga vou Novdeii her über Walt und von Süden her vm: Iakob- stadt Auf Ve-nurluisung. des Generall,evvllmächigten fanden cn: beiden Frontm Belprechungei: mll den bolschUnsttsckMii Füch, rern statt. Diese bekincketen dabei deutlich die Absickst, ihre lcttisck-en Truppen in die .Hemrat zjurnckznffrhrcn und nrit ihrer Hilft in Seifiairb die liebertragurig der politischen Mackst an die Arb-ckierrättj zu begründen. Es braucht nnht bckonders danruf hinmivie'«, ya werden, daß das Gelingen ihrer Absickst den Bolschewismus an dte Grenzen Deutschlands tnrgen wi'irde Die deut- ichen Tnippen füllten nrzwischm an der Linie Waltbis vor Wvlmar die Räunnutg PlMrmäßig durch, ohne vvn ^ol'ckie- wistffckea: Truppen dabck gestört zu werden. Damit sind die in Dorpat besnidlichen deutsckicn Truppen von der direften Eiset: verbtn^ung mtl der 5x-nnat abgeschritten. Sie traten den Fn^ marsch von Dorpat nach Rrgn an, wo sie die Heimreise auf der de,:ticknpnrigen Bahn über Mitau^Sck»ruIen mttretew An der Lückwnt fülsten schövache Kräfte der Bolschuviften am ive ! ichen Ufer der Tirna vor mrd sind bis zu der Mmrdung des Oger rn dre ^üna vorgcki-rmusen. Deutschck,altische Freövillige und Landest wehr lwbm sie m leühlem Geftckst zersvremst mrd beben olm ageite Verluste 20 Gckwigene gnnacht. Trotz dieses Erfolge^ ist dre Lage ^ehr ernst, mrd die Durchffllmnrg der Maßnahmen ist im Jntewsie der nvch rm La^ befindlichen dniNcken Truppen und Bcklwrdan dnirgend erfordockich Die tvittsck«ftlick)e L o s l ö s u n a Lett l a n d s von der brschwchen Derloalttm.: wird noch eine nwnatelantp Tattrke-ll des Gmernllevollmächtigün: des Reicks erfordern. Ter Gedanke, die zaistreick-e:r Beziehirnoen, die zwischm der: . b?ü>ei: Lmchern, angck:rüvft sind, von der Heimat au* zu llgmdieren dürste nrcht dnrckitzuführen sein. Inzrvisck^n vollzieht irch der Abmarich der deichchnr Trupüvn in Ruhe :rnd Ordumrq wnter. Lvwnt er p'lainnäßch <u:f der Laichstraße ecffolgt, cn-winnt man auch ^n den marrschi.-reiä^en Tripwenkolonne:: ,-uien vorzü». Ticf)e:t Eindruck. Die Klmdimg. Verpflegimg wrd Stinmnmg der Truppen srnd durchaus gtut Nicksts wäre förickster, als irm-ndw«, 181^"zu mtt ^ Zusannnvirbruch im Winter

Das Befinden de- Kaisers.

Amsterdam 23. Ter. (WB.) Die Niedevläirdische Tcke- graphenagentur nustdel aus A m e r o n g e n: Ter E r k a i s e t ^ar ^ckst Tage krank. Er litt an einer schirren Erkältung die m Berbncknrng mtt dem feuchten Klima ein Wredewuflcbeu seines allen Ohrenlechens r^ruriachte. Der Erkaiser litt währeiw m^h. N^ 7 ^^.sthwer. Unter der Bebundlumg eines Spezi Listen aris besserte sich ftm Ziffbaich allmählich An, Frckwg. ver« lieft er ztrm erfieinnal wvt^r das Zim er. Der Erlaiscr muk aber Wege:: des ungünstigen Wetters inw rl>:ll. des Schlosses 'vlerbei^

Ans dem Ueiche.

^ ^ ^ Die Erbschaftssteuer.

ftfwwihä 1 § u bcn 8-inanzPlänen des Reichst

wxrtzamts gehört auch der Ausbau Erbschaftssteuer,

S? AW ^?E^vg der Steuersätze soll nicht mrr das Perm5gich

^vch der Besitz des Erblasstws m: Kriegen--! toucfMhflt twrb. ertfdwfttn. die bis zu rinrm Wi!,,,,,, | S Cl .beitehen., sollen steuerlich bevorzug: werden!

Bomussetzrmg rft allerdirtgs, daß die m Frage kämmenden Krteg-^