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Nr. ZM Zweites Blatt Gießener Anzeiger (Geneml-Anzeiger für Oberhessen) Samttag, vezember M8

Au» Stadt und Land.

Gießen, den 21. Dezember 1918.

** ©rneitnungrti. Ernannt harrten: Geh. Kommer; ien- «rt Siegnr. Heichelheim, Kommerzienrdt Gustav M- u e l l e r, Kommerzienrat Heinrich Schirmer, Kaufmann Johann Joses Sauer, sämtlich in- Gießen, zu Handelsrichtern, Kommerzienrat Adolf Klingspor und .Kaufmann Fr. Heimer, berde in Gießen, zu Ergänzungsrickstern hei der Kammer für Handels- i»ckien mit dem Sitz iit Gießen; der Lehrer an der Volksschule in OstmtersTirckien, Kreis Schotten, Karl Hey d, zum Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Groß^Biederan, Kreis Tieburg.

. S t a d t t h e a t e r. Wegen des starken Kafsenaudrangs mußte für die Weihnachlsfeiertagc eine besondere Einrichtung für die Billettausgabe getroffen werden. Es werden dcnrach alle für die Nachmittagsvorstellungen vorbeflellten Karten an der Abend­kasse in der Vorhalle des Theaters ausgegeben, alle Karten für Al^eudvorstellttugeu aber au der Tageskasse. Die Ausgabe sämt­licher für die Weihuachlstage bestellten Karten beginnt am nächsten Akontag um 10 Uhr, und es wird im eigensten Interesse des Publikums l ich st ersucht, die Karten doch mißlichst im Vorverkauf abholen lasse:: zu wollen, da sonst das starke Gedränge an der Abendkasse eure glatte Abwicklung der Billettabgabe aufs äußerste erschwert.

** Verein der Deutschendemokratischeu Partei in Gießen. Tie am 20. Dezember vorgenommene Vorstaubswahl hatte folgendes Ergebnis: Erster Vorsitzender Prof. Michel, zweiter Vorsitzender Prof. I>. V o u s s e t, erster Schriftführer Fa­brikant H a m in e r s ch l a g, zweiter Schriftführer Städt. Beamter Höhn, Kassier Lehrer Renl. Beisitzer: Bahnschlosser Bepler. Prof. Dr. Ebel, Bahnschlosser Ehrbard, Buchhalter Sichert, Fräu­lein Grossart, Justiz rat Grünewald, Hofrat Grünewald, Arbeiter 5?illberg, Fabrikant Jughardt, Fräulein Korell, Kaufmann Leop. Metzer, Geh. Justizrat Prof. Dr. Mittermaier, Frau Schneider. Frau Schwöbel, Ministerialdirektor Prof. Urstadt, Frau Prof. Vogt, Prof. Weber. Der langjähftge verdienstvolle erste Vorsitzende des Vereins der fortschrittlichen Volkspartei in Gieße::, Herr Geh Fnstizrat Metz, wurde durch einstimmigen Beschluß der Versamm­lung zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

** Keine Weihnachtsreisen. Niemand darf jetzt ohne zwingendste Gründe reisen. Vergnügungs-, Erholungs-, Urlaubsreisen müssen unbedingt unterbleiben. Die Eisenbahn muß Truppen heimbesördern, die Städte mit ?tahr:lugsn:ittcln, Kohlen, Rohstoffen versorgen; dabei müssen täglich Lolonwlioen mid Wagen in großer Zahl an die Enteirte abgeliefert werden. Die Eisenbahn kann das unbedingt Nötige für Demobilisatioir und Aufrecht­erhaltung der Wirtschaft nur leisten, wem: sie den Zivilpersonen­verkehr aufs äußerste beschränkt. Niemand hat jetzt das Recht, sie ohne 9iot in Anspruch zu nehmen.. (Siehe Bckanntm.)

** Berste igerungen von P serd e n. Wie uns mitge- tcitt wird, kommen nächsten Montag und Dienstag ans dem Ka- sernenhof'der Zeug>hanskcfterne Pferde des aktiven Jns.-Rgts. 116 zur Versteig.-rung. Die Versteigerung beginnt vormittags 9 Uhr.

** Schtoa rz - Weiß - Lichts piele, Seltersweg 81. Von heute an bis einschließlich Montag, 23. Dez., wird der 4. Film unsever Eorvin-Serie 191819 g.>geben. Das spanneirde Film­werk istDas zweite Leben" betitelt und spielt in 6 Alten. Für den heiteren Teil ist der lustige Studenten streich in 2 Akten T a s . A d o p t i v k i n d" vorgesehen.

Kreis Büdingen.

# Nidda, 19. Dez. Nach lljähriger Tätigkeit hier wurde der Bahmneister 1. Klasse, Rahn, nach Neu-Isenburg versetzt. Kreis Friedberg.

-f- Friedberg, 19. Dez. Ein auf frischer Tat ertappter Pierdcd.ieb blieb ans Älnrus nicht shehm und wurde infolge­dessen von der Sicherheitswehr beschosseir. Er erlitt Verletzungen, die seinen Tod znr Folge hatten.

Q. Bad-Nauheim, 18. Dez. In der gestrigen Stadt- verordnetenversammlung wurtan folgende Beschlüssege­faßt: Für die kommenden Wahlen Volkskammer imd Narionvl- Versammlung Grd unsere Stadt in vier Wahlbezirke einget.ilt. Tie Wählerzähl der Zivilbevölkerung beträgt 4200. Für die hier amocsenden Militärp.wsonen, deren Zahl noch nicht ganz feststeht, werden zwei besondere Bezirke gebildet. Für den ftädtisckien Arbeitsnachweis wird eine Kommission, bestehend aus fünf Arbeit­gebern und fünf Arbeitnehmern, gebildet. Um Arbeitsgelegen­heit zu schassen, wird beschlossen, größere Holzsällungen im 5doch- wald vornehmen zu lassen.

Kreis Westlar.

X H a n a u , 18. Dez. Geh. Studienrat Dr. Ferd. Schmidt, Direktor der städtischen Oberroalschule, der nach kurzer schwerer Krankheit Verschißen ist, wurde heute mittag unter großer Be­teiligung zur letzten Ruhestätte geleitet. Der Verstorbene hat sich um das höhere Schuliveseu große Verdienste erworben, auch war er vielseitig schriftstellerisch tätig. Von seinen geistigen Produkten seien außer deinDeutsclien Lesebuch" (1889) nur erwähntDas Lehrbuch der englischen Sprache ans Grundlage der Anschauung", das im Jahre 1915 in der 13. Auflage erschien, sowie das ge­meinsam mit seinem Freunde Dr. Ph. Roßmann heransgegebene .Lehrbuch der französischen Sprache auf Grundlage der An­schauung", ein weit verbreitetes Schulbuch, das im Jahre 1914 sogar die 34. Auflage erlebte.

3 x / 2 : Weih- In der

Tkixehliche NaehL^chtssv«

Gottesdienst am Sonntag bcn 22. Dezember (4. Advent).

Evangelische Gemeinde.

In der Stadtkirch e. 9V2: P fr.-Ass. Schäfer; nachtsseier d. Kinderk. d. Matth- n. Mark.-Gnn..

I >oh a nn es k i r che. 9hs: Psr. Ansseld : 11 : Kinderk. f . d. Joh.- Gcm.; IV2: Weihnachts'eier d. Kinderbewahranst.: 3 : Weihnack ts- feier d. Kinderk. d. Luk-Gem.; 41/2: Weihnachtsfeier d. Kinderk. d' Joh.-Gem. Kirchberg. Vorm. 10. Mainzlar. Nachm. IV2.

Uathelifche Gemeinde.

61/2: Bcichtgel.; 7: Hl. Messe; 8: Aust. b. hl. Komm.; 9: Hoch­mut mit Pred.: 11: Hl. Messe m. Pred.: ö 1 /»; Christenl., darauf And., h Diaspora-Gottesdienst am 22. Dez.: Grünberg 9^, Hungen 9r/z.

»eiwn-Nassau.

= Fran kfurt a. M., 19. Dez. Der Zuzug von Arbeitskräften aus den ländlichen Orten des Frankfurter Wirtschaftsgebietes '.rach Frankfurt hat bereits solchen Umsang angenommen, daß der Polizeipräsident die betreffenden Land­rats- bzw Kreisämter ersucht hat, mit allen Mitteln dieser Be­wegung zu steuern, da hier einmal schon selbst Tausende arbeits­los sind und keine Arbeit trotz aller Bemühungen erhalten können, imb daß zum andern d-re hier Ortsfremden nicht oen mindesten Anspmch auf Arbei^slosenunterstützun.g haben, ihre ' Lage also eine äußerst bedenkliche wird.

Letzte Nachrichten.

Verschärfung der Sperre Mischen besetztem und unbesetztem Deutschland?

Spaa, 20. Dez. Der Vertreter der deutschen Regierung rich­tete an den Vorsitzenden der interalliierten W rssen still stau ds Kom­mission folgende Note: In Berlin sind Nachrichten eingelanse::, 'wonach die S p e r r c zwischen dem besetzten n d unbes- tz en Deutsch­land verschärft sein soll. Auftragsgemäß erbitte ich Aufklärung.

Neue Forderungen der Franzosen.

Berlin, 20. Dez. Tie Franzosen haben neue, unerhörte wirtschaftliche Forderungen an <bie deutsche Waffcnstillstandskom- mission gestellt. Sie vmlangen glicht mehr und nicht weniger, als daß das arme und gemarterte Deutschland, das an allem Mangel leidet, die Hüttenwerke und Fabriken Elsaß-Lothringens uird der benachbarten Gebiete mit ststohstofsen Versorger solle. Tie For­derungen der Franzose^ sind sein säuberlich in 31 Artikeln imd 36 Paragraphen nicdergelegt. Angefordert wird für die Eisen- vrzengnng in den genairnten Gebieten aus dein rechtsrheinischen Kohlenrevier täglich 10 500 Tonnen Koks, die tvesentlich mit per Eistnluahn herangeführt und für die Eisenerzeugung dunen sollen. Für j>ie andern Werke der Gebiete sollen die notwendigen Kohlen- nnd Koksmengen von 35 000 Tonnen täglich ans dem Wasser­wege geliftert werden. Dazu kommen noch die Kohlcnliefcrnngeiri für die Besatzungstvuppen. > Eine zeitliche Beschränkung dieser Kohlenlieferungen ist in den französisclien Ford.'rnngen nicht ent­halten. Eine solche Beschränkung war nur für die außerdem' verlangte Lieferung von :nonatlich 9000 Tonnen ReinTnangan' oder 102 500 Tonnen acht Prozents ge Manganerze festgesetzt, und zivar könnte diese Lieferung bis zu einem von der frantzbüschen Regierung noch zu bestimmenden Zeitpunkt erfolgen. Außerdem berlmrgen die französischen Vertreter die Lieferung von Fabri­katen und Material und die Rückerstattung des den Werken ent- hwnrmenen Materials, das unentbehrlich für einen geordneten Be­trieb ist.

Ans Grund dieser Forderung sollte die deutsche Regierung alle Mptcllungen aill Ensatzslücke und mechanische Teile ausführen ,md liefern lassen, die ihr durch Vermittlung desConrptoirs de chftmbre bc Commerce d'Alsace-Lorraine" aufgegeben würden. Tie />entsclie Regierung sollte ferner der interalliierten Mafsenstill- standskommission schleunigst .alle amllichen und privaten Auf­zeichnungen über diese ..Gegenstände und die daraus beznglickxn Verträge übermitteln. Der Beauftragte der ftairzösischen Re­gierung soll in Deutschland an Oft und Stelle diejenigen Fest­stellungen und Nachprüfungen vornehmen, diezwecDienlich" sein würden. Damit wäre natürlich jeder Handclsspionage Tür und Dor geöfßiet. Im Falle der Nichtbefolgung dieser drakonischen, Vorschriften und dieser französischen Winnschliste wird sofortige Anordnung von Gegenmaßnahmen angedroht. Für die Vorlage der verlangten Auskünfte wurde eine Frist von acht Tagen fest­gesetzt. Bei Ueberschrertung dieser Frist raurbcn gleichfalls be­sondere Gegenmaßnahm-en airgeordnet, mit dem besondere-.: Hinzn- fugen, daß weiteren Viaßnahinen, die für erforderlich erachtet lvür- 'ien, dadurch nicht vorgegriffen würde. Tie deutsche Waffen- j'tiMandskommission erkläfte sich trotz der krassen Einseitigäät dieser Forderungen zu ihrer Erörterung nach dein Gricndsatz der Gegenseitigkeit bereit. Der französische Oberst Merrier, der von der Gegenseite als .Sachverständiger entsandt war, brach jedoch die Verhandlungen bftrsk ab, indem er die Antwoft der deutschen Wafsenstillstandskommission für eine Mlehirm:g seiner Forderun­gen erkläfte und verließ daraufhin Spaa.

Spanien und Deutschland.

Madrid, 20. Dez. (WB.) Meldung des Reuterschen Bu­reaus. Dem Priaizen Ratibor und dem Stabe der deutschen Botsckiaft sind gestern die Pässe.ausgehändigt worden. Sie werden Spanien binnen kurzem verlassen.

Die Deutschen in China.

H ao 9, 20. Dez. DieTimes" ersialwen ans Peking: Ter allgemeine Wunsch der Alliieften!, die in China internier-

AZ Eüil)ttssNk Multkütt tzeS Kcrkil Gklß^aD Jmß.

No rwcrn von A. 5p. Adams.

(Nachdruck verboten.) (36

(Fortsetzung.)

Galahad konnte nichts tun, als sich hnt und her winden. Aber ich habe Sie doch in jener Nacht gerettet ich" Er konnte nicht weiter. Daß er für einen Spion ge­halten wurde, für einen bezahlten Spion!

Pah, ich kairn für mich selber sorgen!"

Für sich selber, ja; aber Sie haben sich nicht um Sibyl gekümmert," schrie der arme 9)tann. So war er doch nicht ganz vernichtet. Er Hatte sich in jener Nacht als .Held be­tragen, das war seither immer sein tröstender Gedanke ewesen. Galahads Augenblicke des 5>eldentums waren bis- er so spärlich gewesen, daß wir es ihm vielleicht verzeihen können, ivenn er sich ellvas darauf zugute tat. Wir machen es doch alle so.

INun, Sibyl kann doch sicher einen Tag warten?"

Einen Tag! Aber das ist für sie ein Jahr! Sott ich ihr also sagen, daß Sie morgeir abend untveigerlich da sein werderi?"

Sie wollen versuchen, heute abend ihr zu ge­langen?" fragte Horace.

Ich werde sie heute abend zu sprechen versuchen. Sie hat mir geschrieben. Ich muß."

Nun, ich wünsche Jhn.en viel Glück, Herr Jones," sagte .Horace und ging nach seinem Ladentisch zurück.

(Halahad ging hinans wie ein geprügelter Hund. Sibyl verließ sich auf ihn, und dies war alles, ioas er tun konnte! Lr war machtlos dem glatten Panzer diejes wohlgekleideten

Jünglings gegenüber. Urch dennoch und dies tröstete ihir ein wenig schien es ihm jetzt, daß er entschieden ihr alleiniger Ritter sei. So war dennoch nicht alles verlöre::. Er konrite ihr noch dienen. Und plötzlich erschien ihn: sein Dienst als eine unaussprechlich erlftrbene Sache.

Es war wegen K'äthie. Em war ganz finstere Ruhe, doch wie ein tückischer Billkan. Kathie ivar sehr übler Laune. Nach den leidenschaftlichen Erläuterungen zu er­teilen, die während eines K.'eingelvehrfeners von Wider- red>en und^ Unterbrechungen abgegeben wurden, hatte Em ein entschiedenes Wort gesprock)en. Es war ein hartes, strenges Wort, unter dem die arme, empfindliche, zerbrech­liche kleine Käthie sich erfolglos krümmte. Wthie wollte ain 'Abend spazieren gehen, und ihre Mutter wünschte heftig, zu tvissen, was das heißen solle. Sie beabsichtige nicht, ihre Tochter seiden Abend in den Sttaßen umhertaufen zu lasse::; ihre Tochter sei ein ar:ständig erzogenes Mädchen, und Frau Gatters habe mit ihr über die Sache geredet. Es sei das Geschwätz der Straße. Urrd Käthie setzte ihr tränen­voll auseinander, daß sie nur mit ciiter Freundin, Die in der Nähe wohne und im selben Laden mit ihr sei, ausgehen wolle. Sie stellte beredt dar, daß sie sich ihren Lebens­unterhalt selbst verdiene und mit ihrem Gelde und ihren Abenden anfairge:: könne, was sie lvolle, und daß sie keine Lust habe, sich von ihrer Mutter drangsalieren zu lassen. Wenn ihre M:itter noch irgend etwas sage, werde sie davon- lanfe::. Sie könne sich leicht selbst erhalteMuw habe daran: keine Sorge. Sie sei jetzt erwachsen undWern Kftnd mehr. Sie könne lvoht auf sich selber achten so, nun war's Ihre Mittler wiederholte ihre Meinung, daß Käthie sich auf keinem guten Wege befiiwe. Wie schlecht sie aussehe Nltd was jür ein Beispiel sie den lungern Geschwister:: gebe.

ten Deutschen nach Deutschland z u r ü ck z ns chi cken, nimmt eine vrgamsatoftsche Form an. In Hongkong hat man bereits beschlossen, küirstig keine Deutschen mehr zuzulasserr. Das Zollamt, das Auswärtig Amt und das Postamt in Pekings haben beschlösse::, alle Teutschlm zu entlüften.

Wiederhcrabsetzullg der Brotration?

Berlin, 20. Dez. In der gestrigen Sitzung der Stadtverord^ netenversammlung in Neukölln machte der Dezernent für das Ernährungswesen folgeiwe Mitteittmgen: Aus 'Grund von Be­schlüssen, die vor der Revolution liegen, hatte man die Brot-- r a t i 0 n auf 2350 Olramm erhöht. Leider ist durch die Reichs- getreidestelle festgesbellt, daß die Ration nicht auf der gleichen Hohe bleiben kann. Wenn keine Lebensmittel vom Auslände kommen, dann müßten in sehr erheblichem Maße Kürzungen der Brottatiosr eiutrcteit. Versage die Kartoffelzusuhr, so müsse man zu Ersatz­mitteln greifen. Als solche seien Dörrgemüse mrd Rüben gedacht. Die Frage eines öfter reich ischi-ungarischen Zollgebietes.

Wien, 20. Dez. DasFremdenblatt" erfährt aus dem Haag von bestnnterrichteter Seite, daß Frankreich vor einiger Zeit bftm d e n t sch - ö st e r r e i ch i s ch e n Staat ansrugrn ließ, ob Teutsch-Oesterreicht geneigt :oäre, ein Z 0 l l b ü n d n i s mft den ankeren Staaten der -ehemaligen Monarchie einzugehen, so daß diese Staaten ein gemeinschaftliches Zollgebiet bilden würden. Teutsck,°-Oest.erreich erkläfte sich guchsätzlich damit einveftlanden,- an sotckien Kombinationen tellznirehme::, loies jedoch in einer Ant­wort darans hin, daß Schwierigi-biten der Durchführung eines solchen Planes nicht bei Teut:ch--Oestierreich, sondern bei den an­deren Staaten der Jriiftereit .Monarchie e;itftjeljen könnten. Tie Ersahrungm, die man mit Ungarn seinerzeit machte, l-aben ge.zergt, daß solche Zusammenschlüsse.leickst als teilweiser Verzicht aus die Souveränität eines Staates auf gefaßt werden. Ferner wird in 1>er dnltsch-österreichischn Anttvoft erklärt, daß eine solche wirt­schaftliche Vereinigiung Teutsch-Oesterr-eichs mit den anderen Staa­ten der früheren Monarchie den politischen Anschluß Dentsch-Oesterreicki>s an Deutschland nickst präiudi- zierer: und eine solche Eventualität nickst gegenstandslos machen dürfe. Nack Jichirmatimien des Haagnr O-civalmsmannes des Fremdenblattes" leibe Italien gegen die svanz-ösische Anregung Protestiert unter Hinweis darauf, daß eine Genreinschaft. 'welcher Art immer, der Staaten der ehemalige:: Monarchie nichts anderes wäre, als eine Wiederbelebung des früheren OesErreich-Ungnrns, sv daß alle Anstrei:gungen, die Italien im Kftege gemacht habe, vergebens wären.

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Betr.: Die Wahlen zur verfassunggebende:: deutschen National­versammlung.

Nachstehende Einteilung wird mit dem Bemerken ver­öffentlicht, daß die Name:: der Wahlvorsteher noch besonders bekanntgegeber: werden.

Gießen, den 19. Dezember 1918.

Kreisamt Geßen.

J. V.: Welck er.

Einleitung

der Stabt Geßen in Mstimmungsbezirke für die Wahlen xur ver. sassnngsgebenden Natioivalversommlung.

I. W a h l b e z i r k. Ans der Bach, Burggraben, Tammstraße, Hnndsgasse, Kirchenplatz, Kirchftraße, Lftrdengasse, Lindenplatz^ Marttplatz, Walltorsttaße, Wetzsteingasse :md -^Straße, Zozelsgafle.

- II. W a h l b e z i r k. Am Rodberg, Bückii^sttaße, Edefttraße, Marburger Sttaße, Steinstoaße, Weserstraße, Wiejecker Weg.

III. Wahlbezirk. Asterweg, Brandgasse, Bvrndplatz, Brau­gasse, Treihäusergasse, Kaplaneigasse, Landgraf Philippsplatz (ohne Zeughauskaserne), Larrdgr>cr,en sttaße, Nordanlage, Schloßgasse, Sckstllersttaße, Schottsttaße, Schnlsttaße, Somlenftraße.

IV. W a h l b c z i r k. Gabelbergcrsttaße, Graibmsttaße, Hamm­straße, Kaplansgasse, Katharinengasse, Kfteuzplatz, Löwengasse, Schanzenstraße, West-Anlage, Hinter der West-Anlage, Wolken­gasse.

V. W a h l b e 5 i r !. An der .Hardt, Kornblumengasse, .Krof- dvrser Straße, LaEfttraße, In Löbers Hof, Mühl sttaße. Meine Mühlgasse, Neustadt, Rodheimer Sttaße, Sandgafse, Schützen­straße, Ti^wcg.

VI. W a h l b e z i r k. Jol?ann es sttaße, Knuzlüberg, Mäus- burg, Maigasse, Vtarktstraße, dieueniveg, Plochttaßc, Rittergasse, Seltersweg, Wagen gösse, Wettergasse.

VII. Wahlbezirk. An den Bahnhöfen, Am Steg. Bahnlvs- straße, Buchnersttaße, Crednersttaße, Fftedrichstvaße. Glaubreckst- straße, Hillebrandittaße, Hofmannsttaße. Mit el:oeg, Wetzlarer Wea.

VIII. Wahlbezirk. Diezstraße, Erlmgasft, Gartensttas^e, Goethestraße, Gutcarbergsttaße. Löberstraße, 9teuen Baue, Süd-An-« läge, Terftelslnstgärtchen, Weidengasse.

IX. W a h l be z i r k. Buddestraße, Fronfinfter Straße, Kllnikstraße.

. X. W a h lbe z i r k. Allcestraße. Bismarcksttaße, Keplerstraße, Hessmstraße, Ludnngstraße, Am Megelpsad, Schiffenberger Weg,- Gemarttmg Sckstffenberg.

XI. W a h l b e z i r k. Ebel sttaße, Erdkauterweg, Lrihgesierner Weg mit Bergweft, Liebigstraße, Wilhelm'ttaße, Wilsonstraße.

XII. Wahlbezirk.^ Briuhstraße, Molt e raße Ost-Anlage, Roonjttaße. Senckenbev:sttaße, Gr. Steimc'e'', S'cvlxrnsttaße, Wiesenstraße rmd Zeughauskaserne. Landgraf Philippsplatz 4.

XIII. Wahlbezirk. Blftchsttaße, Henselsttaße. Landmann­straße, Licher Sttch^d w.it Kaserne I, Lonysttaße, Nahrimg^berH»

. XIV. Wahlbezirk. Berasttaße, Eichgäften, Eicha eg. Georg- Plstlipp-Gail-Straße, Kaiser-Allee mit Kesternell und stÄstische Kaserne, von Lick-er Sttaße 65, Lndwigsplatz. Wolfsttaße.

Sie wisse, daß Käthie mit einem jungen Manne zaftunmen- komme. Die Nachbam: litten sie zrisammen auf den: Boot gesehea:. Em wollte das einfach nicht haben fertig!

Uni> so ging denn der Streit weiter mit vielem Gerede, aber z:rr geringen Echsitenrng des Vaters ber Familie Beide wandten sich an ihn, als den obersten Gerichtshofi und Galahad, der auf das Abendbrot lvartxfte, das natür­lich nicht fertig wurde, mußte de:: Richtersitz einnehme:^ Und Käthie hatte den eckte:: weiblichen Instinkt Sie schlüpfte an die Seite ihres Vaters, legte ihre hnösckicir Arme um seinen kurzer: Hals mtb weinte hllslos in eine spärlichen Haare hinein und Galahad ließ sich verführen Er komtte Käthie niemals etwas oh:w Schimerzeu abschl - ^en obgleich er bisher, um Ems Obmacht zu uxrhren. manch sttenge Entscheidung gegen sein Kind gefällt hatte Denn Käthre war so zerbrechlich, so zart, so Mvack-ich. Es muß allerd:ngs zugegebei: ,verden, daß sie schlau genug war. ans ihrer Schlviiche ihre Stärke zu machen. Wohlüberlegt spielte sie auf ihrer schwackren, kleinen, rührenden Saite lvett es dre einzige Saite war, die ihr zur Verfügung stand' die einzige Satte, die ihres Vaters Herz rührte O nein' sie war nicht berechnend, aber sie hatte e^ beizetten heraus' gesunder:, daß es bequemes' Wege gebe, seinen Willen dnrchzusetzcn, als ein Wortgefecht. Es war eine kttine Tyrannei kindischer Hftfiosigteit, die sic heranskehrte 'und sre ist nicht gar so sehr darum zu tadeln, nachdem sie ein­mal herausbekoinnien hatte, daß ihre Trärwn sich bezahlt machten. S:e waren ihre einzige Waffe; tann sie gescholttn werden, weuu s:e diese Waffe gebrauchte? Und danu konnte sie auch so leicht weinen! Sie gebrauchte ihre Tränen fast so ilMinlos, wie ein schr*aches Tier seine Schutzfärbung.