Nr 285
Lrr toicbcwcr Anzeiger
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168. Jahrgang
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ZwiMngsrunddrriil
eneral-Anzeiger für Oderhessen
„ — «..J. .. CAritooifinin ffn>iASftsiteI[2 U. Orii
Bekanntmachung.
Nachstoß Amdyelmng des E^nerolfrLmarschalls v . Dmi>ew- bürg bringen wir Hiermit zur öffentlichen Kenn tue. nähme.
Gießßn, den 1. Dezember 1918.
Arbeiter- und Zsldatenrat Gießen.
Kiel. Schindlmeier.
Nachdem die Delogierten der Bundesstaaten den Beschluß ge- faßt' haben, teß bis .zum Zusammenttefen der ^ttonalver- sarnmlrmg die Arbeiter- und Soldaten-Räte als Revrätentanten des Volkswrllens zu betrachten stierr^ weise ich darauf hin, daß K o n f l r k t e m i t d i e s e n Körperschaften zu vermeiden srnd. Festnahme von Versönltch feiten, die dem Arbeiter- und Soldateii-Rat angelwren, durch die Kvmmandotehörten und Truppen ist strengstens verboten 3&en« einzelne Mitglieder der Rate in unzulässiger Meile m tee Matz nahmen der Kommandobehörden für b^Ruckfehrung tes Hc^es eingreifen, ist dies unverzüglich der obersten Heeresleitung unter
^ LLerto- rmd S-ld-ta- Nät- mrzwvcis-n. den nnk'ärischcnKommant«. bebördeii des Feldheeres für die RuckfuhriMg der Truppen na cy-- zukommen und sich jeden eigenmächtigen EingrMes zu enthalten. Andererseits dürfen auch Kommmrdobehörden und gruppen nicht in die örtlichen Angelegenheiten der Arbeiter- und Solda^n^cata erngreifcn. Beschwerden in dieser Richtung sind an die ^ellver tretenden Generalkommandos zu leiten. Y4A ;o<
D.r eine scharfe Abgrenzung der Befugnisse nicht möglich ist, muß erwartet werden, daß von den Truppen des Feldheeres unter Berücksichtigung der Gesamtlage nichts unternommen wird, was Erregung unter der Bevölkerung herbeisuhcen könnte. Dies gilt insbesondere auch hinsichtlich des V^ r geh^ens^ge g est rote Bahnen und Abzeichen; an diesen .soll, wenn sw in würdiger Form gezeigt oder der Truppe etwa in Gestalt von Blumen und dergleichen, zur Begrubm^ ^durgebrucht eben-
sowenig Answß genommeii werden, wie von den Aroerttr uno Soldaten-Räten und von der Bevölkerung das gleiche hinsichtlich Öderer Ab zeichen >md Flaggen -nuartet
Bekanntmachung.
Um allen falschen Auffassungen .über die dem Arb^ev- Mid
d-ten^ta bls zur EinberuSmg der Nntumalversammlung d-
ÄZi^-md S-^rw-t erlassenen bzw. nach zu erlassenden Bckanntmacksungen. Verordnungen u. dgl. ist un-
^^^Wer^ d^cn^Anordnungen nicht nachfemntt oder sich widersetzt, hat die schärfsten Maßnahmen zu gewärtigen. 9282B
Gießen, den 1. Dezember J
Der Arbeiter- und Soldatenrat Gießen.
Schindl meier. Kiel.
Die politil vor der Nationalversammlung.
Montag. 2. Dezember M
Annahme von Anzeigen
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für örtliche Auzeiyen 25 l)i..?ür auswärttge 30 Bi., für Rekln inen wrk. 1 .-»ebsl 20 " ..Telie-
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Nankoerkebr f"r Po'.it-.k: Aug. Gori;-.
^ übrigenTeü: Dr.
Sewerbedant Stehen g^mtwld Zenz; sin den
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u. öerlag: vrühl'sche Umo.=Biid>= u. Steinörutfmi R. Lange. Schristl eitung. GeschMstelle u.vruckerei- Schu.pr.7. ...
xvitsSHiS» Iverdeu gefangen gesetzt. K>muk und VMM»,
detc Soldaten in Kurorten müssen, sobald fte tvaiisport,ahlg suw.
weit erbesörtert werden. , .. , . ■ .
Einem Wunsche der.Bevölkerung Aachen s ent>prechend, wwd die Stadt sobald wie möglich von Truppen der Alliierten besetzt werden, walwscheinlich heute noch. In Köln dürftedas Kommando der Alliierten schon in den nächsten Tagen emtreffen.
Köln. 30 . Nov. lWTB.) Das Gouvernement gibt bekannt Nach Mitteilung der Waffenstillstandsfemmrlswn verlangt die Mi. tente, daß die letzten deutschen Trupv e n bereits cm 4 . Dezember, 6 Uhr vormittags. deii Rhein überschritten haben sollen.
Endlich lMt die Berliner Bolksregierung den Termin bekairntnmeben- am 16. Februar wird gewählt! Die Dele° giertenversammlung der Arbeiter- und Soldatenrate wird daran schwerlich noch etwas ändern: die allgemEe Stimmung. wie sic aus den Kundgebungen zahlrciAr Städte hcr- vorqeht, fordert die Nationalversainmlung Die Verosscnt-
St bS Wahlgesetzes ist die erste Tat. v« wir ,-rt der drei vergangenen revolutwnaren Wochen aufatmend bc- grüßen. Alles andere war nur Weh und Ach, das die Entente nicht milder gegen uns gestimmt hat. Das revolutiv- mrerte Deutschland hatte den Kopf verloren; es vergaß, daß es jeden Tag nutzen mußte, um den feindlichen Planen ent gegenzuwirken. Statt dessen stellten wir der Welt — durch die bayerischen Veröffentlichungen - Deutschland geradezu als Schuldigen am Weltkrieg vor, damit dm Zuchtrute^desto härter ans uns niederfalle. Wir lockerten, durch den Strett der „Räte" und Volksbeauftragten", die Reichsemhert, damit sich gleich französische Hebel in die Nisse steckten. Wir ermunterten zum Einmarsch der Femde, indem wir die innere Ordnung des Reiches in Frage stellten. Ob es klug war, daß in der deutschen Presse die übertriebenen Ankündigungen gegnerischer Organe über das Maß der L^rafe, das miv treffen müsse, über Ne Summen, die wir zu bezahlen hatten, niit ernsteii Mienen uno ohiie besondere Erittvendungen vcr- öfientlicht wurden — kann ebenfalls gefragt mib verneint werden. Wir rannen uns alle Gerüchte über Absonderungv- besttebungen deutscher Länder ins Ohr und tun Vichts, um die Freude unserer Feinde über diese Dmge zu dampfen. Eisner, der bayerische „Staatsmann", der m semer letzten Münchener Rede sich vermaß, jeden seiner Zuhörer binnen 48 Stunden zu einem geschickteren Diplomaten zu machen, alo alle unsere obersten Regierungsbeamten vor Ausbruch des Krieges — er müßte sich, wenn man gerecht sein wollte, auch einmal vor einem künftigen Staatsgerichtshof wegen -Schädigung des Reiches verantworten.
Doch nun wird, mit der Veröffentlichung des Termins zur Nationalversammlung, hoffentlich Ruhe eintreten, Ruhe und eine größere Würde in den Tageii unserer Enttrur-
S tmaen. Wir müssen unseren Feinden noch etwas mehr rt als knetbares Wachs in ihren .Händen! In diesen geir nnd Stunden körmeii noch ebenso strastvürdige Sün- deii und Verbrechen an unserem Volke begangen werden als vor dem Krrege nnd währerid des Krieges. Und die Schladen die uns entstehen, kmutten ebenso folaerischwer sein.
'Bei den Vorbereitungen zu den Wahlen am 16. Fe- hruar, bei aller dazu nötigen Werbetätigkeit, dürfen wir nicht vergessni, daß das Auslai,d auf uns sä-aut. Lloyd George hat eine ftustere und drohende Rede gegeii uns gehalten, vielleicht weil er Deutschland nicht mehr recht ernst nimmt. Unser Volk in Waffmi hat sich mannhaft und rnhnivoll i,n Feuer bewährt; es zeige airch in einer neuen „Zivildümstpflicht", daß es die Lage beherrscht!
Die Wahlen zur Nationalversammlung.
Berlin, 3l). Nov. (WTB.) Der Rat der Volksb«n,ftragten «rahm in seiner gestrigen Sitzung eine Verordnung über die Walst.On
zur verfassunggebenden Nattonalversannnlung A^chswahlgesetz) an. Das Wahlrecht wird den Grundsätzen des ^sruss vom 15^ November 1918 crttspreckien. Das Reich wird m dem GebietsunttE vom 1. Älussuft 1914, ohne daß damit der E,U,cheidimg der Fru- densvetträge vorgegrissen wird, in 3 8V e ^ a ‘ i 1 3
kreise eingetcilt, in denen nach der Ernwohnerzahl \t bis zehn Abgeordnete zu wählen kem werden. Du Wahlen sollen, vorbelialtlich der Zustimmung der am 16. Dezember 1918 ^usammeritr et enden Reichsversammtung der Arbeiter- und S - datenräte Deutschlands, am 16. Febru ar 1919 stattsmden..
Das Reichswahlgefetz.
Berlin 30. Nov. Tie Verordnung über die Wahlen zur verfassunggebenden deutschen National,ver,ammlung (Reichswrhl- g»esetz) lautet in ihren wesentlichen Teilen:
8 1 Tie Mitglieder der verfayunggebenden deutschen ^Nationalversammlung werden in allgcnneinen ummttellxE und geheimen Wahlen nack den Grundsätze,! der Verhältniswahl gewählt. - Jeder Wähler hat eine Stimme. ' m-nnr'.r
8 2 Wahlberechtigt sind alle deutschen Männer Und Frauen, die am Wahltage das 20. Lebensjahr vollendet haben
< 8 3. Tie Personen des Soldatertstw^es snrd ,berechngt, an I der Wähl teilzunehmen. Die .Teiürahme an politischen Vereinen! und Bersanrmlungen ist ihnen g^vattev
^ 8 4 Au s geschloi scn vom Wahlrecht ist: 1-Zoer ent
nründigt ist oder unte: v,rläustger Vormundscliast stM; 2. wvr infolge eines rechtskräfägen Urteils der bürgerliche,: Ehrenrecht
^^^5^Wählbar sind alle Wal)lberecl)ti<Kn, die am Wahl tage seit mindestens einem Jahre Tentsche smd
8 6 Tie WaUkreiseinteilung und die Zahl der Abgeordnete.,^ die in den einzelnen Wahlkreisen zu wählen sind, ermbt sich a,nß der Einlage — Sie beruht auf dem Grundiatz. daß ans onrch- schnittlick 150 000 Einwohner nach der Volkszählung vom 1. Embcr 1910 ein Abgeordneter ^entfällt und dort, wo ^anoes- oder Verwaltungsbezirksgrenzen bei der Wahlkceisernteilung bc rildftditrgt werden müssen, ein Ueberschuß von mindestens 75 000 Einwohnern vollen 150 000 gcückMrechiet wird
8 7 Jeder Wahlkreis wirb in Stimmbezirke geteilt die möglichst mit den Gemeinden zusammtenfallen. Größere Ge meinten können in mehrere Stimmbezirke zerlegt, kleinere mit benachbarten zu einem Stimnbezirk vereinigt werden. ,
8 8 Für jcdvi Wahlkreisloiud ein Wahl ko mm , s i a r, für reden Stimmbeziük ein Wahlvorsteher und em Stellvertreter für die ihnen von der nach te Wahlordnung (§ 22) zustehende Behörde ernannt. Der'Walstvo^eher ernennt aus den WahDerech- tiaten des Stimmbezirks drei bis seM Beisrher und enren Schriftführer. Wahlvorsteher, Beisitzer und Schriftführer bilden einen Wahlvvrstiand. ^
Tie 433 Abgeordneten sich nn, Ost-
ttoeußQ, 14 Westpreußen 11, Berlin 11, die Rcickssta^swahlkveise Stern 1—9: 10, Wahlkreis 10: 9 Regrerungs-
b^itt Frankfurt a. d Oder 8, Pommen 11 Posen 14, Regierungs- b-zirk Breslau 12. Oppeln 15, Lüpitz 8, Magdeburg mit Anhalt 11 Mersebrrrg 9. Sck)ileswig-Hlltein mit dem Fürsteittum Lübeck 11 Aurich, Osnabrück mit -ldeuburg 7, Hannover, Hil- desteim Braimschiweig. 16, Münster Minden, Kreis Scknnmburg nnd beite Lippe 13, Arnsberg I6.öesscn-Na,sau, Kreis Wetzlar, Waldeck 15, Köln, Aa<l/m 13, Kblenz, Trier, .Birkenfeld 12, Tüsteldors 1—5: 12, Düsseldorf 3—12: 11 Oberbaycrn mrd Schwaben 15, Niederbayern und Li'erpfLlz 9, Ober-, Mittel- und Unterfranken 15, Pfalz 6, die säct,isil>en ReiäMagswahlkveise 1—9: 12 die sächsischen Kreise 10—14:8 und die Kreise 15—23: 12. NÄaftkreis mrd Jartkreis 9, Sck?arzwaldkreis, Donaukreis und Sigmaringm 8. Baten 14, Hefen 9, beü>e Mecklenburg und Lübeck 6, die Thüringiscl^i Skaten und Regierungsbezirk Er- futt 14, Hamburg. Bremen und Sdt 12, Elsaß-Lothringeir 12.
Au^ der Wahlordnung Es können nach)! Geschlechtern getvermte Wählerlisten angelegt rrteu Jeder Stirmnbezirk soll durchschnittlich 1500, höäistens >00 Emwohiier umfassen. IN jedem WahlvorsMag soll ein Bernuensmann bezeichnet werden, der mit dem Wahlkomniissar über e Beseitigung von Mängeln des
Mrstrmmiirin tenort bi?, 8 Ubr
Wahlvorschlags i,sw. verlMidelt. 5e Llbstimmung dauett bis 8 Uhr abends. Die Prüfung des Abstimungsergebnisses rnuß spä
ßriedensvorionferen; in London^
Paris .30.Nov^ <WTM Clcmenceau, Orlando, S o n n i n o und Lord Derby reisen heute abend nach London.
Wilson an der Spitze seiner Friedencdelcgation
Washington, 29. Nov. (WB.) Reuter. Wilson will persönlich die Leitting der amerikunscheii^FriedenSdelegation uoer-« lniehmen. Tie anderen Mitglieder sind: Staatssekretär -V.gn N v^g, Oberst House, General Bl iß und der frühere Boychaster in Frankreich und Italien Henry M h i t e.
Eine Rede Lloyd Georges.
Lpndon, 29. Nov. (WTB.) Stator. In -iner Ncde, di- Llv yd George heute vormittag in New Caitle hrelt, jagte er. „Das englische Volk wird bei den bevorstehenden W a h l e u darüber zu entsä>eiden l>aben, uach welchen Gründsatzen der Mieter-, auchau des Landes während.der nächten fünf ^ahw jtattsEt und roer mit der Durchführung dieser Aufgabe betraut werden soll. Das Land sollte nicht zu dem alten Partniystem zurüch- kehren, bevor es dazu gezwungeu wird. Ich würde es begrutzen, ivenn sich bei den Wahlen die besten Elemente aller Parteien zusammenschlössen, um die ungeheuren Schaden, me das Durü) teil Krieg erlitten hat, wieder herzujtelteir. Es Yt zwischen drer Patteien zu wählen: ter Pattei Ramsay Macdonalds, ter Parler Asguiths und ter Partei ter gegenwärtigen KvalrtwusreGierung
In seiner Rede am Nachmittage in 9Lew Castle erklärte Lloyd George: „Ter Fttede, über den bei der kommmoea Kowerenz ent^ schieden werden muß, muß ein gerechter, ein unnachgiebig gerechter Friede ,'cin." Ueber die Frage ter Entschädigungen erklätte Lloyd George: „Es ist Grundsatz gewesen, daß ter Verlierende b^ahlt, und nach diesem Grundsatz sollten war gegenüber Deutschland Vorgehen, das K r i e g s k o st e n b i s zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit zahlen mnß Deutschland darf die Entschädigrmg nicht aus die Werse zaUen, daß es England mit billigen Waren überschvemmt."
Indem er die Frage stellte, ob niemrmd für das Verbrechen des Kriegeszube st rasen sei, erklätte Lloyd George: ,^Zch wünsche keine Politik der Rache zu befolgen, aber wir müssen jetzt so hanteln, daß kürrstig Lenke, die sich versucht fühlen, dem Beispiel ter Herrscher, die die kWelt in diesen Ktteg ^stürzt haben, zrr folgen, wissen, was sie schließlich erwartet. Ich halte es für bererlftigt, daß Leute, die unsere Gefangenen nicht menschlich b.-hairtolt heben, zur Verantwortung gezogen werten. England würde mit reinem Herzerr vor ein Gettcht gehen; sein Ettnnern ist urrbesleckt. Ter Sieg ist dem rastlosen Mut unserer Männer zu vertenkeir. Es wird eine Lehre für jeden sein, der glaubte, wie die preußiscl-en Kriegsherren gehofft baten, daß er in Zukrmft diese kleine Insel in seiner Rechnung übersehen kann."
Ueber die Schuld und die Urheber des Krieges sagte Lloyd George: „Wir meiuerr, daß die Untersuchung gereclft, aber ohne Kvnzessiaven sein und zu einer endgültigen Aürechnrmg^führen
ltSll-l.ll |Utll U. 114/ ^14 HIIH Wi vwvv.vifnu.vy j ** v w •
.Was die Untersee-Piraterie mraeht, so müsserr die Piraten
bestraft werden, und )ver immer das Land eines anderen zerstött,
mnß.
___ ^m , ■„ spätestens
am folgenden Tage erfolgen.
Der Rückmarsädrr Truppen.
Neuwied, 30. Nov. (WT.) Der Haupt teil der von General von Eberhard efehligten 1. Armee in StäLke von 150000 Mawi imi>0 000 Pferden, die früher dem verstorbenen General Fritz von low unterstand, ist in unmittelbarem Anmarsch au den Rhein UNeuwied. Regimenter ter 1. oft- preußischen Division (Armeeg^ Börne) überschtttten gestern den Rhein bei der neuen Eisckrhriür^M Engers und bei der Schiffbrücke zwischeir Weißentr» uudMreuwied. Die weiteren Tioisiouen ter Armeegruppen örne und Lmteguist. u. a. die 8 bayttsche und die 80. Reserdivision, werden in diesen Tagen lfter eintressen. Das Geueraskonandv ter 1. Armee mit Oleneral der Jnfairtette von Eberhard Ham fürstlicherr Schloß Wied Wohnung genommen. Den Truppenurve bei dem Dnrchiug durch die reichbeflaggteii Straßen von i Einwohnerschaft ein herzlicher Empfang bereitet. Bor einigeniagen war die Garde-Kavallerie- säftttzendivision, die die letzterchweren Kämpfe bei Laon mrt- gemacht hat, hier eingetrossennd ist nach Westerburg weiter- marschiett Alle Truppen besieu sich in bester Ordnung und zeichnen sich durch vottrefslictealtung mrs.
Die Besetzung deRhein-Brückenköpse.
Genf, 30 Nov. Das Pr-bureau des französischen Kttegs- ministeriums lxtt. folgende Mllimg veröffentlicht:
' Die Besetzung der ^.u a e n r o p s e auf dem rechten Rbeinufer ist endgültig wie so geregelt. Die Belgier werdep die Gegend von Düsseldo besetzen von der holländischen! Grenze bis zur e n g l i s ch e n ) n e;, bie die Gegend von Köln umfaßt mit den Hinterlärrde zwischen ter belgischen Grenze und dem Rhein. Die A m e r i n e r schließen sich südlich an die Engläarder an. Sic besetzen Klenz und das Hinterland bis zur luxemburgischen Grenze. Rts von ilmen besetzen die Franzos e n M a i n z, das Großtegttmr Luxemburg und die Pfalz. Sitzung der Waffeittftandskommission.
Berlin, 1. Dez. (WT. Die.Waffenstillstandskomm i s s i o n in Spaa befaßrch m ihrer geskrhgen Sitznng mit der Fragt' der In t e rn i e r g der SJcrntec Mackensen, über welche weitere Berteirdlun gefül)tt werten. dem deutschen TL-afftmstillstastdsabllommdarf die Armee Mackensen nicht interniert werden, fonte-rn rnuch unverzüglich) hinter die deutsche Grenze zurückziehen. — Nichttmsportsährge Zteanke und Ver- wnndcte, - die in zu besetzendtveutschen Gebieten zurückbleiben. werten jirrüefgegeben, sobald t vanspottfälftg sind. Tie tränst
muß dafür vermitwottlich gemacht werden." Im Laufe feiner Red« erinnerte der Premierminister daran, daß Deutschland, als es Frankreich schlug, uu zuviel ha st den richtigen Grundsatz ausgestellt hat, daß der Verlierende zahlt. „Wenn niemand für den Krieg verantwortlich gemacht rverden soll, der das Leberr von Millionen ter besten jnngen Männer Europas gekostet htt, so ist alles, »vaS ich dazu sagen kann, dies, daß in diesem Falle fiir_ Könige und Kaiser eine andere Gerechtigkctt bestehen würde, wie für arme unglückliche Verbrecher. Zwei unzwei>elhafte Vergeben gegen das Völkerrecht wurden begangen: das eine war das Vergeh.m gegen die Menschheit, diesen großen Krieg zu planen, das andere der Bruch des Völkerrechts. Wir müssen dahin wirken, daß die Lehren dieses säwecklichen Krieges, ter so viel in der Welt zerstörte, der den Laus ter Zivilisation anfgehalten und sie auf vielen Wegen zuttick- gedräugt, und Spuren in Leib und Seele von vielen Völkern zurückgelassen hat. nicht vergessen werden. Wir müssen dahin wirken, das; durch unser jetziges Vorgehen, durch ein gerechtes, furchtloses nnd nntleidloses Vorgehen solche Verbrechen nie wieder in ter Geschichte der Welt rmeterhblt werden."
London, 29. Nov. (WTB.) (Reuter. Ergänzung zur Rede Lloyd O^eorges. In dem Teil seiner Rete, in dem Lloyd George über die Entschädigungen sprach, sagte er: „Alle Alliietten er- n-ägen diese Frage. Wir ei-nannten eine große Kommission, in ter jede Meinungsschattierung vettreten ist, irm Deutschlands Meinungsverschiedenheiten zu untersuchen. An ter Gerecht!gleit ter Forderung ist fein Zweifel. Frankreich untersucht die'e Frage gl ich- falls im Lichte der außerordentlich schweren Schäden, die seinen Städten zugefugt worden sind, abgesehen von den Kosten der Führung des Ktteges. Die Frage der Vei'mrtwottung für den Einfall in Belgien wurde einigen der größten FuttsLm dieses Landes über* t’-xren. Sie fernen schließlich zu der Ueberzeuguiig, daß sich der Kaiser eines Kttm mal Verbrechens schuldig gemacht hat, für das e" zur Verantwortung gezogen werden sollte."
Die Deutschen in England.
London 30. Nov. (WTB.) Reuter. Generalstaatsanwält' Smith sagte gestenr abend in Torset. die Koalithmsregierung tebe die Llbsicht, alle Deutschen in England z u r ü ck z u s ch i ck e n.
Eine Unterredung mit Kaiser Wilhelm.
Berlin, 30. Nov. (WTBL In den Mitteilungen des Professors Wegener in der „Wln. Ztg." über eine Unterredung mit dem Kaiser bcsiutx't sich auch die Belrauptnng, Bet h mann H o l l w e g und I a g o w lstitten den Kaiser i nt Juli 1914 „durchaus wider seinen Willen" nach Norwegen! geschickt. „Ich wollte die Reise nicht machen, da die Gespanntheit ter Lage nach ter Ennordung Franz Ferdinands aus ter Hand lag. Aber ter Reichskanzler sagte mir: ..Majestät müssen die Reise
an Majestät hier bleiben.
Majestät die Gegen ül«y
antreten, um den Ficheden zu rvabren Ä.....,
baren nibt es sicher Krieg, und die Welr wirb Euerer Majestät die Schuld daran zuschieten. Und da bin ich dann gereist, dieser Bel>aupttrug erklärt die „Ten!sch' Allgem. Ztg. .
„Bei ter Uuterr.'dung unseres Vertreters mit Bethmarm Hollweg am 26. 11., über die wir am 27. 11. in ter Morgenarisgabv berichteten, wurden auch die hier errtehnten Vorgänge aiislühttich Aillb B<Nlvm/rnn dvcri'irii's lstn tefc hw*r «WrlVr ilm h.»


