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Erstes Blatt
168 . Jahrgang
Donnerstag, 2;. November;9XB
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Resolution.
%it frm 19. November 1918 im Bürgersaal be§ Rathauses zu Frankfurt a. M. abgehaltene Vertteterversanünlung der Arbeiter- und Soldcttenräte ftn Bezirk des 18. Arnreekorps erllärt:
Arbeiter- und Soldatenräte stellen die höchste politische Macht dar: sie handeln im ddamen und im 'Interesse des schaffenden Volkes, also der großen Mehrheit her Bevölkerung. Ihr Ziel ist gleich dem der revolutionären .Bolksmassen die T-eurokvatie und der Sozialismus. Angesichts der sehr ernsten und schwierigen Lage, die verschuldet wurde durchs die von der Revolution gestürzten Gcmal len, setzerr die Räte sich zur nächsten dringendsten Aufgabe, sofortchen Organismus der Behörden und anderer Cin- richtungen der gegenwärtigen Wirrschafts- und Gesellschaftsordnrmg unter ihre Aufsicht zu stellen, damit die völlige Zerrüttung der Lcbensbedinguugen des Volkes vermieden rrud unermeßlick)es Unheil abgewendet werde. Wo Beamte, Behörden und andere Vertreter der alten öffentlichen Gewalt ar^drücklich oder versteckt die Alufficht der Arbeiter- und Soldatenräte ablehnen, sind die Verweigerer. wenn nötig, mft Waffengewalt, sofort zu beseitigen, urrd die betreffende Dienst- oder Verwaltungsstelle ist durch den zuständigen Rat neu zu besehen.
Damit die derrtscfa Volkswirtschaft rasch aufgebaut und zur HKsundung geknackst werden kann, treten die Räte ein für die Vergesellsänaftung bestinvnter geeigneter Großbetriebe, z. B. des Kohlen-. Erz- und Kalibergbaues, von Hüttenwerken, der Schifffahrt des Großgrundbesitzes.
Eine verfassunggebende Nationalversammlung, gewählt auf Grund des gleickzen. geheimen, direkten und allgemeinen Wahlrechts für alle nvmdestens 20 Jahre alten männlichen und weiblickren Personen, soll den neuen politischen Zustand Teutschlands befestigen. Tie Zusammensetzung der Nationälversanrmlung soll er- jjolgen nach dein Verhältnis der für jede Partei abgegebenen! Stimmen.
Die Arbeiter- und Soldateuräte rufen das deutsche Volk auf, daß es die junge Freiheit schirme gegen jaden Versuch zur Gegenrevolution. Die Wahl Hülfe so vorbereitet und betrieben werden, daß vie Nationalversamnüung ein Bollwerk der Demokratie und des Sozialismus fein wird. 89168
Arbeiter- und Soldalenrat Hießen.
Kiel.
An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
An den für Truppenmärsche in Betracht kommenden Straßen rmd We.^kreuzungeu sind umgehend deutlich erkennbare Wegweiser, »im besten große Tafeln aufzustellen, auch sonst müssen etwa beschädigte Wegweiser baldigst her gerichtet werden. Bis 25. vember muß alles bereit sein. Wo Nachts nicht für Beleuchtung dm Wegweiser gesorgt werden kann, wird eine Wache anfzrytellen fern. An geeigneten Plätzen sind Ehrenpforten pder sonstigeri Schimuck zum Willkommen der Truchpen ccufMbanen.
Gießen. d<m 20. ddwemüer 1918.
Arbeiter- und Soldatenrat Hießen.
Kiel.
Koeisamt Gießen.
I.V.: Laugermann.
An den Oberbürgermeister zu Gießen, die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises, das Polizeiaml Gießen und die Gendarmerie des Kreises.
Tie Ortsbehörden und Polizeiorgane haben nach! der Verfügung des swllv. Generalkommandos XVIII. A.-K. die Berchstick^ung, mit Hilfe der zur Aufvecksterhaltung der Ordnung mitarbeftendeu örtlichen Orgauifatio-nen alle aufgegriffenen Verspiengten zu festgefügten^ unter einheitlichem Ldonrmando stellenden Truchren zusammenzu- sasten und der näckstten dnrchniarschicrenden Division anzugliedern. Tie ersten Truppen überschreiten voraussichtlich am 25. November Jbm Rhein. Maximal>DurckMiarschdoner ist 8 Tage auf erueü Straße. Tauer der Eingnartierung im Bezirk östlich der neutralen Zone ist noch nicht festzustellen.
Gießen, den 20. November 1918.
Arbeiter- und Soldatenrat Gießen.
Kiel.
Krcisamt Gießen.
I. V.: Langermann.
Die Erneuerung des Zentrums.
Wie wird die große Zentrumspartei sich mit- den Umgestaltungen im Reich und in den Einzelstcraten abfindcn, mit welcher Parole wird sie vor die Wähler zur Nationalversammlung hin- tret-en? Sie kann nickst meist: „Trumpf" sein, uxrr es schon in der Kriogszeit nicht michlr, ujnd ihre tnibende .Kraft, Herr Erzberger. hat zivar die Höhe eines Sürratssekretariates erklommen, wird jedock) vielleicht vor der Aussicht, die sich ihm da oben anf- tnt. ein wenig zurückbcben! Es ist noch, unsilfar, ob ihm die Bundes brüderscl'aft der äußersten Lücken weiterhin das er,te Wort in der Friedensdelcgatwn lassen wird. Er schifft nicht mehr aus der breiten .< 'Lahn der ReichstÄgsmdhrheit; Sck>eidemanns etwaige Mephistosrage vürd ihm unbehaglich sein: „Bist init dem Teufel du imd du und willst dich« vor der Flamnie scheinen?" Wie er's auch , anstellen mag — seine Zentrums parteigmos sen werden schwerlich den „Knrium" bis zum Ende mit ,^durck.-schmarutzen" wollen. In der „Köln. Volksztg." lesen lvir interessante Vorschläge zu einer Umbildung der Zentrumspartei. Das Blatt vertritt bekanntlich die Bachem!che Richtung, die schon vor Jahren den Ruf hat erschallen lassen : heraus aus dem Turm der konfessionellen Einschränkung! Heute sagt nun die „Köln. Volkszeitg.": „Das Zentrum als freie deutsche Volkspartei soll das Panier sein." Ein Kreis hcrvorrageu-- der Partcifteunde, die sich in Duisburg und in Köln dieser Tage zusammengefnnden hätten, fordern alle Gesinnungsgenossen auf, aus den Bvdeu eines n^uen Programms zu treten. Gleichzeitig wird, mit der Aufforderung zur öffentlichen Erörterung', ein Programm-Entwurf veröffentlicht, der sich in vier Teile gliedert: Außenpolitik, Innenpolitik, Wirtschafts- und Sozialpolitik und Kulttirpolitik. Die neue Organisation soll eintreteu für pazi- ffscksche Gedanken, aber auch für gerechten Anteil an der Kolonialpolitik der Kulturvölker imd für cktternationale Regelung des Ärbeiterschutzcs und Bersicherimgswescns. Deutschland soll Bundesstaat bleilxm und an seiner Spitze sowie an der Spitze der Einzelstaatcn sollen Volksregiernngen stehen, die mif dem Vertrauen der Volksvertretung bernlien. Dias neue Zentrum soll eintreteu für die Verhältniswahl und das .Frauenwahlrecht.
Au. der Spitze der sozialen Fordermrgen steht folgende Richtlinie: „Organisation der Gütererzeugnug nach den Forderungen! des Gemeinwohles. Dabei Erl-alttmg der persönlichen Unternehmungslust und des Verantworrnngsgeftchls." Demgemäß soll die Steuersrage wie folgt gelöst.werden: „ckiereckste Verteilung der Steuerlast nach der Leistuugssähigkcft. AllgeMcinc Vermögens-
znwachsstencr. Schärffte Erfassung der falxm Einkommen, der großen Vermögen und des unverLüenten Vermögearszuwachfes. E i n- ziehung aller Kriegsgewinne." Nebenher gehen zahlreiche soziale Aufmunterungen.'
IM Abschnitt „Kulturpolitik" wird die Förderung- aller drrili; licken Bestvebung-en hervorgehoben. Bon besonderem Iickeresse ist das neue Sck'nlpvogiramm: „Ernaierung des Bildirngs- und Er- ziehimgisweseus einer auf einheitlicher Grundlage aufbauenden deutscheu Volksbildung. FreilM der Erziehung und des Unter- rickits. Anerkennung und Sckintz der religiösen Erziehungsfaftoren. Freie Eutfaltmigsmöglichlkeit sicr jede Begabung durch BeseitiMNg der Schranken d^s Berechtigungswesens und der Klassenschulen. Ausbau der Volks- und Fachschulen. Gleichachttmg aller gleich- werckgen Bildung nach der Leisönngsfäl-igkeit des einzelnen.
Auck), die Frau soll aus allen Gebieten des Volkslebens „mcker Auswerttmg der weiblickMt Eigenart l)erangezogen werden/' Wir sind gespannt daraus, wie sich die sogenamtte Berliner Richtung des Zentrums mck diesen Vorschlägen absindcn tvird, nach- dein der neue preußische Kultusminister Adolf Hofmann bereits die Trennung von Staat und Kirche in allernächster Zeit verwirklichen wül.
Soldatenräte nnd kortftituierende Versammlung.
Berlin, 20. Nov. (WTB.) Staatssekretär Scheidemann erhielt folgendes Telegramm: Der allgemeine Soldatenrat ffir das Gouvernement Lckanen erllärt, daß er sich uneingeschränkt ans den Sbrndpunkt der Ablehnung jeder wie immer gearteten Diktatur stelle und mit <Äer Entschlossenheit die konstituierende Nationalversammlnng als verfassunggebende einzig berechtigte 9Racht ansieht, die geeignet ist, den wahren Willen des Volkes zum Ausdruck zu brinaen.
Allgemeiner Soldatcnrat Litauens: Methner, Botta, Beier.
Beim Staatssekretär Scheide mann ist folgendes Telegramm eingetroffen: Der große S o l d a t e n r a t K o w n v, der^ Zem tralrat der Ostfront, nahm in seiner hentilsen Delechertenversamm- lnng einsckmmig folgende Resolution an und bittet Sie, diese un- verzü-gilich der Reichsregiernn-I bekannt zu geben: Ter Großä Soldatenrat Kvwno, der ^entralrat der Ostfront, erklärt, daß er sich uneingeschränkt <ruf den Standpunkt der Ablel)mrng jeder wie immer gearteten Diktatur stellt und mit aller Enffchiedcnlieft die konstituierende Versa mm l n ng als versasffmggebende, einzig berechtigte Macht ansieht, die geeignet ist, den wahren Willen des Volkes zum Ausdruck zu bringen.
Der Vollzugsausschuß des großen Soldatenvates Kvwno, Zentral rat der Ostfront:
Asch, Bock, HÜ che, Krämer, Kultsch. Schußler.
Die Kontrolle de- KriegSministeriums.
Berlin, 20. Nov. (WTB.) 'Das Mit^ied d^ Bollzugs- vates des Arbeftev- und Soldaterrvates in Berlin. Walz, beauf- tragt mft den vermitwortlichen Gegeuz nchnnngen des Herrn Kriegs- Ministers, veröffentlicht n. a. folgendes: Ter alte Dienstweg muß ftn Interesse der Kmnevaden. die unter jeder Unordnung schwckr leiden müssen, unter allen Umständen beibehalten werden. An- deversefts muß alles geschahen, um in die alten Maschinen den neuen Gefft des Sozialismus zu hauchen. Tie Elemente, hie sich dagegen sttänben. oder gar paffive Resistenz leisten, müssen be- seftig-t werden. Zu den ersten Verfügungen werden weitgehende Ans führnn gsbesckmmnn gen und zu den säMi von dem Vollzugs- vat und der Ziegierung genehmigten Lvhnnngserhöhun- gen gegeben. Dann werden die Truppen angewiesen werden^ in der DemobilmackMigsangelegenl^eit großzügig zu handeln, Leute, die nützliche Friedensarbeit lmststn können, soiveit es das Tienst- nrteresse nur irgend zuläßt, ihrem Berufe wieder znznführen, andere, die arbeitslos würden, noch taj zu halten. Tem sich nach sozialistischen Grundsätzen nun selbsttegierenden -Bolle wird es dcmn auch, gelfttgen. die Lasten des vergangenen Blutbades so zu vetteilen, daß sie nicht nur aus die bveftesten Schichten der Hand- mrd Kopfarbeiter, die ainn und z. Z. entkräftet aus dem Kriege hervorgegangcn sind, sondern zum überwiegenoseen Teil auf die verteilt werden, die vor oder während des Krieges durch, Arbeit! und Schweiß ihrer Mitmenschen zu unverdientem Reichtum gelangt sind. Unser kulturell auf großer Höhe stehendes Volk weiß, daß dazu kein neues Blutbad, rein Terror nötig, ist, es sei denn, daß diese Schichlt Volksgenossen sich weigerten, zu ttm, was ihre Pflicht ist.
Feierliche Bestattung
der am RevolutionStag in Berlin Getöteten.
Berlin. 20 .Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Heute wurden acht von den fünfzehn Opfern^ welche die Revolntionstage in Berlin gefordert hatten unter rieftger Bctellignng der Grvßberlimr Einwohnerschaft zur letzten Ruhe geleitet. Tausende und dlher- t au sende strömten zum TemMhvfer Feld. Die führenden Männer beider sozialdemokratischen Parteien hielten feierliche Ansprachen. Gegen 12 Ufa Mittags setzte sich der gewaltige Zug langsam in Beiregung, die Elwenkompagnie des Mexandm-Regiments marschierte an der Spitze. Hinterher schritten die Mitglieder des Kabi- snetts. des Vollzngsrats ches Arbeiter- und Soldatenrats, die sozialdemökintisckxm Vertteter der Reichs-, Landes- und Kommnnal- behörden, die Partei- und Gewerkschaftsabgeordneten und Z^ranz- depntationen in gewaltiger Zcklst. Die öffentlichen (Gebäude lMtteu die roten Fcckmen auf Halbmast gesetzt. Während des Marsches durch die Stadt und während der 'Beisetzung der Opfer läuteten die Glocken. i
Keine Milderung der WasfenftillstandSbcdittgungen.
Berlin, 20. Nov. (WTB.) Mle zur Zeit in der Presse auftauck>endeu Nachrichten über erreichte oder mis zugesagte Milderungen der W a f f c n ft i l l st a n d s b e d i u g u u g e n eut- spreck)en nicht den Tatsachen Vielmehr ist festznstellen: Twtz aller Vorstellungen und aller bevcfts zutage gettetenen Unzickräg- lichkeiten in der prakttsckMi Turchsüfaung der uns auferlegten! schweren Bedingungen des Waffenstillstands ist von unseren Gegnern nicht das geringste Entgegenkommen gezeigt worden.
Die deutsche Wasfnfftillstandskommissiou: Siccttssekretär Erzbergcr.
Berlin, 20. Nov. (WTB.) Ueber die d^ u t s che u M ili- tärbestände links des Rheins, nMventlich soweft die Lebensmittel in Frage kommen, ist-,folgendes bescknnnt worden: Tie Lebensmittel stehen in erster^ Linie den dnrchiuarschiereuoetz Truppen zur Verfügung. Jeder Soldat erhält au Lebensini-tteln, so viel er tragen kann. d. h. also Verpflegung für im-hrere Tage. J'mi übrigen soll der Mttansport sämtlicher Militärbestäude unter Anfbicttrng aller Kräfte bis zum Räumungstermin sowcft irgend möglich durcbgeff'ihrt werden.
-Deutsche Wasfcnstillsüaudskvninnssivn: Staavssekrctär Erzberger.
In den linksrheiuisck>en Gc^bieten ist in iveiten Kreisen die Befürchtung verbreitet, daß die feiMiche Heeresleitung die im wehrpflichtigen Alter stellende männliche Bevölkerung entweder als Kriegsgefangene oder zu Arbeiiszivecken nach Belgien iund nach Nvrdl'amkvcjch absützvm fassen, toeode^ Die >Befürchtung
entbehrt jeder tatsächlichen Unverlage, derrn der Abschnitt 6 des Waffenstillstands^ bb )mmens bestimmt: In allen geräumten Gebieten ist die Fortsillwung v«m Einwohnern untersagt. Dem Eigentum der Einwohner darf kein Schaden oder Nachteil zu gefügt werden.
Tie deutsche Waffeiistülstandskvmmiffion: Staatssekretär Ei^berger.
Tie Ausführung der Bedingungen für die Marine.
Berlin, 20. Nov. (WTB.) Ueber den Gang der Verhand-. lungen der Abordnung der deutschen Marine mit dem englischer: Flottenchef Wmiral Beatty in Rosyth erfahren wir von zuständiger Stelle folgende Einzelheiten: Aus die Anfrage des Kouttöadmirals Meurer, ob auch die drei Mitglieder des Soldatenrates der Flotte der Sitzung beiwohnen sollten, lehnte^ der auf die „Königsbergs^ entsandte englische Offizier die Beteiligung des Soldatenrates im Austrage des Admirals Beatty ab. Die drei Mitglieder mußten infolgedessen auf der „Königsbergs Zurückbleiben. Adunral Beatty las die Zusammenstellung der von .ihm gewünschten Aussnhrungsbestimmungen des Waffensckllstands-- verrrages vor und erklärte, daß er von der Entente und den Vereinigten Staaten beauittagt sei, alle Fragen des Wassenstillstandes zur See zu regeln. Er bat Kvntewdinrval M«eurer, sich die gleichä Vollmacht für die Verhandlungen nicht nur als 'Beauftragter der Hochseeflotte, sondern der ganzen deutschen Marine erteilen zu lassen. Diese Vollmacht wurde sofort aus suukeutelegraphischeO: Wege -eingeholt und von deutscher Seite erteilt. Auf die nnmdliche Mitteilung des Konteradmirals Meurer, daß an Bord der „Königsberg" sich drei Mitglieder des -Soldatenrates der Flotte und der Republik Oldenburg-Friesland befänden, lehnte Admiral Beatty jede Verhandlung mit dieser Abordnung ab, da er nicht autorisiert sei, Mitglieder einer Regierung zu empfangen, die von der englischen Regierung nicht anerkanitt sei. Erwähnenswert ist, daß Admiral Beatty sich bereft erklärte,, aus die in Artikel 24 der WassensMsbandsbedingungen geforderte Besetzung der Ostsee bese ft igungen vorläufig zu verzichten, wenn von deuffchcr Seite sofort die erforderlichen Minenränmarbeiten in de? Ostsee in Angriff genommen würden.
Der Vorsitz im FriedenSkottgreß.
Amsterdam. 2Ö. Nvv. (WTB.) „Algemeen Handelsblad" meldet aus London: „Daily Mail" berichtet aus Paris, man er- lvarte, daß Clemeuceau zum dauernden Vorsitzenden des Friedenskongresses gewählt werden wird, und daß Wftson ersucht werden wird, bestimmte Sitzungen vermutlich vor allem die Eröffnungssitzmrg zu leiten.
Die Anwesenheit Wilson- auf dem Friedenskongreß.
Washington, 19. Nov. (WTB.) Dvahtlos. Vom Weißen Hans wird folgendes bekannt gegeben: >,Der Präsident beabsichtigt, sofort noch der Eröffnung der regelmäßigen Session des Kongresses nach Frankreich abzureisen, um an den Erörternngen.' und der Festsetzmrg der 5?auptpunkte des Friedens Vertrages teil-« znnehmen. Wahrscheinlich wird cs ihm nicht möglich sein, auf der Friedenskonferenz während der ganzen Dauer anwesend zu sein, aber bei ihrem Beginn ist seine Anwesenheft notwendig. Der Kongreß trftt in der nächsten Woche zusammen. Der PÄsident wird also wahrscheinlich in drei Wochen abreisen.
Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus aus London wird Frau Wilson den Präsidenten aus seiner Reise nach Europa begleiten. Ädan glaubt, daß Wilson mit Gemahlin außer Paris auch London besuchen werden, vielleicht auch Brüssel und Rom. Da der Präsident anfangs nächsten Ätonats abreist, rvird er voraussichtlich mehrere Wochen vor Beginn der Friedenskonferenz in Paris ankommcvr. Aian glaubt, daß er die Absicht hat, an der Konferenz von Veffailles, die den Zusanimenknnflen der Friedensunterhändler vorangehen wird, teilzunehmen. Er wird auch den ersten Sitzungen der eigenttichen Friedenskonferenz beiwohnen, in denen die Prinzipien des Friedensverttages ft: großen Zügen fest gesetzt werden sollen. Bei den späteren Besprechungen der Einzel, heiten des endgültigen Friedensverttages wird er nicht mehr anwesend sein. Wahrscheftckich wird Wilson zu ferner Ueber fahrt nach Europa ein amerftanisches Schlachtschiff benutzen. Außer den berefts gemeldeten amerikanischen Delegierten werden noch Louis D. Brande ß, General Bliß und Armiral Sims genannt.
Ein Dank- und Bettag in Amerika.
Washington, 19. 9iov. (WTB.) Drahtlos. Wilson bestimmte in einer Proklamation den 28. November zum Dank- und Bettag. In der Prollamation heißt es: Es hat Gott ipohlgefallen, uns Frieden zu geben. Er kommt nicht nur als eft: bloßes Aufhören des Kampfes, als Befreftmg von der An- sttengung und der Tragödie des Krieges, er kommr als der große Triumph des Rechtes.
Eine Ehrung FochS.
Paris, 17. Nov. (WTB. 9?ichtamtl.) Die ftanzösischc Akademie ttat am Dienstag zu einer Sitzung zusammen und beschloß einstämmig, am nächsten Donnerstag Marschall F o ch an Stelle von Rlarquis Vogue und Clemeuceau an Stelle von Emile Faguet zu wählen.
Petain Marschall von Frankreich.
Paris, 20 .Nov. (WTB.) Reuter. Der Miuisterrat hat beschlossen, General P e t a i u die Würde eines M a r s ch a l l - von Frankreich zu verleihen.
Paris, 19. 9tov. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Haoas- melduug hielt Marsck?all Petain, der Oberbefehlshaber der ftau- züsisäien Armeen, nachmittags seinen Einzug in die Stadt Metz an der Spitze der von General Leconite geführten Truppe?:. Auch Colmar wurde von den französischen Truppen besetzt.
Belgien.
Amsterdam, 20. Mv. (WTB. - Nach den hier vorliegendem Nackwichten bcabsichttgcn die belgisch e u M i u i st e r morgen nach Brüssel zurückzukehren. Ter König wird die Kammer am Freitag eröffnen. Das Ministettum wird unmfttellmr darauf seine Entlassung nehmen.
Nach den letzten Nachrichten ist das U n g l ü ck i u H a m o n t entsetzlich. Die Zahl der Getöteten, ineist Deutsche, wird aus über tausend geschätzt. Holländisch Aerzte sind nach Belgien abgereist. Tie Station Hamout rst vollständig vei-wüstet. Ungefähr 2000 Mamr belgischer Bürgerwehr besetzten die Grenze. Aus den zum Teil sich widersprechenden letzten Berichten ilter das Explosionsunglück des deutschen Mmnriouszuges geht hervor, daß das Unglück aus Unvorsichtigkeit der Bevölkerung zurück- zuffihren ist, die zusammeirgcsttöint war, unr von der: in die Heiiuai zurückkehrerchen deutschen Soldat er: Kriegsandenken zu erhalten.
Angriff eines deutschen tt-BooteS
London.20. Nov. (WTB.) Ter lnitische Minensucher „As- c o t" ist am 10. d. M. an der Mvdostküste Englairds von einem deutschcnUrlterseeboottorp ediert und nift der ganzen Besatzung versenkt !vorden_ 16 Offfzievc und 47 Ifann um" gekomMM^


