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Tn Gtetzeuer Anzeiger

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168. Jahrgang

Donnerstag, M- November ^8

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emr lnzeiger

General-Anzeiger für Oberbessen

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ScwerbebanI Sietzrn !ür d-nübr,«cnTe,U I)k.

Reinhold Zenz: für den

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säintilch tu Gießen.

Aenderungen der waffenstillftandsbedingungen. Eine Crklürnng der deuischek Vevollmächtigten.

Bekanntmachung

Sämtliche Wafftnhandlungcn werden hiermit angewie­sen,^ keinerlei Waffen und Munition an Militär und Zivil­personen abzugeben. Eine Abgabe ist nur dann gestaltet, wenn der Käufer eine Bescheinigung mit vollen Unterschrif­ten des grschäfts führenden Militärausschusses einbringt. Die Bescheinigung ist vom Verkäufer dem Militärausschuß un­ter Vermerk der verkauften Waffen einzusenden.

Gießen, den 14. November 1918.

Militärausschuß.

_Schulz. Simon. Wagner.

Die hochnlötienden militärischen Diktatoren unserer Geg- ner legen in den Waffenstillstaudsverhandlungen weiterhin em Verhalten an den Tag, das nicht nur im deutschen Volk, sondern auch bei allen übrigen Völkern höchstes Befremden erregen muß. IhrEntgegenkommen" auf die deutschen Vor­stellungen hin ist nicht von Loyalität, sondern von Hohn und Haß diktiert. Wie könnten sie sonst in so unerhörter Weise mit den Fristen geizen, die sie zur Räumung gestellt haben! Wel­ches Interesse haben sie daran, einige Tage früher oder später die Gebiete zu besetzen, die sie bis zum Friedensschluß dem deutschen Machtbereicl) entziehen wollen! Die Verzögerung der Bekanntgabe der Bedingungen hatte nochmals eine Hin­ausschiebung der Frist gerechtfertigt; mit der Gebärde eines Lchrannen bewilligt Foch dem deutschen Oberkommando 24 Stunden. Unsere Bevollmächtigten im Westen haben die Annahme der Bedingungen mit einer öffentlichen Erklärung verknüpft, die in der gesitteten Welt wohl Beachtung und Verständnis finden wird. stäoch ist nicht aller Tage Abend und wenn wir auch nicht allen Nachrichten über revo*- lutionäre Bewegungen in der gegnerischen Front voreilig Glauben schenken wollen, so ist doch zu erwarten, daß der rauhe Zug der Zeit auch in Frankreich und England manches hinwegfegen wird, was die Völker nicht zur Ruhe kommen läßt!

Zur NeuorLrrung der Dinge im Reiche sind wieder einige Schritte getan worden. Zum Nachfolger des aus dem Amt geschiedener Rerchsschatzsekretärs Graf Rödern ist der bekannte nativ na.llibera.le Parlamentarier und bis­herige Untershaatsfekretär Schiffer in Aussicht genom- nren. Der irrrabhängige Sozialdemokrat Eduard Bern­stein wird in das Reichisschatzamt eintreten. Zum Chef der Reichskanzlei ist der bekannte sozialdem akratisch Journalist Kurt Baake ernannt worden. Die Leitung des Reichs- wirtschastsanrtes soll an Stelle des znrückgetretenen Frei­herr:: v. Stein Unterstaatssekretär Dr. August Müller übernehmen. Ferner ist für den fortschrittlrchen Abgeord­neten Justizrat Wald stein ein Staatssekretariat vor­gesehen, und der sozialdemokratische Abgeordnete Wolfgang Heine soll die Leitung des crnhaltischen Staatsministe­riums l'ilbernehmen.

Die bürgerlichen Parteien sind langsam wieder zum Le­ben erwacht. So sind bereits Aufrufe der Fortschrittspartei und des Zentrums erschienen, die zur Vorbereitung der Wah­len auffordern. Die Soldatenräte werden allgemein als ein nützlicher und gegenwärtig notwendiger Faktor unseres öffentlichen Lebens anerkannt. Mit Recht sagt die National- lib. Kvrresp.:Treten überall die Soldatenräte in Kraft, so bildet sich an allen Stellen, wo der Damm der Ordnung zu zerreißen droht, eine feste Form, die der reißenden Flut Halt gebietet." Praktisch ist dies jetzt namentlich in der Reichshauptstadt geschehen, wo gestern eine große Soldaten­versammlung sich der Bildung einer Roten Garde entgegen­gestemmt und es abgelehnt hat, die Geschäfte einer bestimmten Richtung in der Sozialdemokratie zu besorgen. Es wäre schlimm, wenn das deutsche Volk nach dem äußeren Kriege nun in einen Bürgerkrieg hinein­kommen würde. Ueberdies ist der Friede mit unseren Gegner:: noch nicht geschlossen, und dieKöln. Ztg." hat g-anz recht, wenn sie sagt:Unsere Feinde machen sich gewiß einen falschen Begriff von dem bolschewistischen Chaos" in Deutschland, aber wir müssen auch auf ihre Besorgnisse Obacht geben, damit wir nicht Maßnahmen gegen uns heraus fordern, die gerade geeignet wären, den Aufbau imseres Ordnungsstaates zu verzögern oder gar zu ver­hindern." Deutschland ist nicht Rußland, und wir haben fote Zrwersicht, daß der neue Staat schon ganz bald auf Recht und Ordnung und Freiheit aller seiner Bürger ge­gründet werden wird.

Die Waffenstillstandsbedingungen.

Eine Erklärung der deutschen Bevollmächtigten.

i. K ö l n , 14. Nvv. DieKölnische Zeitung" nieldet aus dem Haag: Wie dasHollandsch Nicuws Bureau" nach über­einstimmenden Berichten aus London und Paris meldet, haben die deutschen Bevollmächtigten bei der Un­terzeichnung des W a f se n st i l l st a n d s v e r t r a g e s fol­gende Erklärung abgegeben:

. Die deutsche Regierung wird natürlich alles tun, um mit allen Kräften die ihr anserlegten Verpflichtungen durch- zusühren. Di Unterzeichnern Bevollmächligten erklären, daß die Gegenpartei auf erfolgte Anregung hin einen versöhn­lichen Geist gezeigt hat. Sie können und mögen aber keinen

Zweifel über die Tatsache lassen, daß mit Rücksicht auf die Kürze des Termins, der für die Räumung festgelegt end mit Rücksicht auf den Zustand der unentbehrlichen TranspvrV- mittel ein Stand der Dinge ins Leben zu treten droht, der, ohne daß die deutsche Regierung oder das deutsche Volk sich irgendwelcher Versäumnis schuldig machen, die Ausführung der Bedingungen unmöglich machen könnte. Die unterzeick)«- neten Bevollmächligten sehen es außerdem als ihre Pflicht an, mit' Rücksicht auf ihre wiederholten schriftlichen und mündlichen Erklärungen noch einmal mit großem Nachdruck darauf hinzuweisen, daß eine Ausführung dieses Ab­kommens das deutsche Volk in A n a r ch i e und Hungers­not stürzen muß. Nach der öffentlichen Darlegung dieser Verhältnisse vor Abschluß eines Wassenstillstandes hätte man Bedingungen erwarten können, die den Gegnern eine voll­ständige militärische Sicherheit bieten würden und die den Leiden der Nichtkämpser und Frauen und Kinder ein Ende bereitet hätten.

Eine kleine Fristverlängerung.

Aus dem Haag, 14. Nvv. Tiie Kölnische Zeitung meldet: Hier wurde folgendes bratlose Telegramm des verbün­deten Oberkommandos an das deutsche Oberkom­mando aufgrfängon: Es können jetzt keine Aenderungen mehr an den Bedingungen vorg«wmm«: toerfcen, die in den Ergänzungs- texten bei der Unterzeick.imrng des WasieirstilliLndes sestgelegt wor­den sind. Es wurde eine Ergänzungsfrist von 24 Stun­den für die Räumung Belgiens, Lüxemburigs und Elsaß-Lothrin- gms der bereits bewilligten Verzögerung von 14 Tagen Hinzug e- süg-t, um das deutsche Hauptquartier dr die Lage zu versetz«:, die endgültige Fassung des Textes rechtzeitig zu empfangen.

Berlin, 12. Nvv. (WTB.) Ter deutschen Waffenstillstands­delegation ist folgender Zusatz zu dem Vertrage zugegangen

Mit Rücksicht auf die neuen Ereignisse.wird den Bedingungen des Waffenstillstands zur See hm zugefügt: Falls die Fahrzeuge nicht in den bezeichnrten Fristen übergeben tverden sollten, wer­den die Regierungen der Verbündeten und der Vereinigten Staa­ten das Recht haben, Helgoland zu besetzen, um ihre Uebergabe zu sichern."

Wilhelmshaven, 1 \ Rav. (MTB.) Letzte Nacht gab durch Funkspruch der Chef der englischen Flotte dem Chef der Hochseestteitkräfte Anweinmg, sich mit einem Kreuzer an einer besttmmten Stelle einzusöwen, um die Besprechungen zur Ausführung der Waffenstillstandsbedin gungen aufzunehmen.

Wilhelmshaven, 13 .Nov. (WTB.) Ter kleine Kreuzer Koni gs berg" ging um 1 Uhr mittags mit den Bevollmäch- ttgten !»s' Arbeiter- und Soldatenrats der Flotte zur Zusam­menkunft mit den Vettretern der englischen Admi­ralität in S-ee. Ten Vertrete«: ist eine Vollmacht gegeben worden, in der es heißt: Ter Arbeiter- imd Soldatenrat der Nordseestation imd der Flotte erteilt hiermit dem Obermatrosen Wilhelm Wcngers, dem Obersteuermann Alfred Jahn und den: Torpedomaschinistenmaat Mohrmann die Vollmacht, im Namen des Arbeiter- und Soldatenrats der Nordseestatton, dem sich die Flotte unterstellt hat, an bcu Beratungen über die Ausführung der Waffenstillftantsbdingimgen teilzuuehmen und Verttäge abzu­schließen. Unterzeichnet ist die Vollmacht vom Präsidenten der Republik Oldenburg-Ostfttcslaud, Bernhard Kuhnt, und dem Cl^s der Hochseestteitkräfte, v. Hipper. Hipper nimmt nur als fach- männpcher Berater an den Verhandlungen ttil, während das ausführende Organ der Arbiter- und Soldateurat ist

Berlin, 13. Nov. (WTB.) Zu Ziffer 23 der Wasfensttll- stlandsbedrngungen (Internierung deutscher Kriegs-j stchrfse in neutralen .Häsen oder .Häfen der verl-'rndcten Mächte) sind von England zunächst folgende Kriegsschiffe namhaft ge­macht tvorden:

Bayern",König Albert",Großer Kurfürst",Kronprinz Wilhelm",Markgraf",Friedrich der Große",König Lllbett", Kaiserin",Mnser",Prinzregent Luitpold",H'imdenburg",! Terfflinger",Seydlitz",Moltte",von der Tann",Brum­mer",Bremse",Köln"Dresden",Emden",Frankfurt", Wiesbaden", :md 5 0 modernste Zerstörer. Tie Abfahrt muß bis zum 18. November 5 Uhr nachmittags erfolgen. Tas Ziel ist iroch nicht genamtt. Tic Schiffe sollen mit reduzierter Besatzung! fahren und ohne Munition.

Aufforderungen der Reichsregierung.

Berlin, 13. Nov. (WTB.) Wir ersuch«: dringend, auf die Bevölkerung einzuwirken, daß sie ruhig an ihrem Wohnsitz bleibt und Nicht aus Furcht vor feindlicher Besetzung flicht. Tie Ernäh­rungslage verbietet es, jetzt größere Bevölleruugsverschie-j düngen vorzunehmen, da die Zuziehenden in ander«: Komnnmal- verbänden nicht mitversorgt werden können. Flüchtende würdest daher dem größten Elend entgegen gehen.

Tie Reichsleitung: Ebett, Haase.

Berlin, 13. November. (WTB.) Tie Aufrechtcrhaltung der Volksernährusng erfordert mwedingt, daß keinerlei Eingriffe in die öffmtlich bewirtschafteten Leberrsmittel durch unbefugte Stellen vorgenommen Werder. Vcrftigirngen von Ar­beiter- mrd Soldatcnräten über die Bestände an Mebl, Gettcido und midercn Lebensmitteln, die der Reichsgetteidestelle, einer an-t deren Lebensmittelsbelle oder einem Kvmmnnalverband gehören^ istüssen daher unbedingt unterbleiben und soweit sie getroffen! sind, softtt rückgäirgig gemacht werden.

Tie Reichsleitung: Ebett, Haase.

Das Programm der neuen Neglernng in Preußen.

Berlin, 13. Nov. (WTB. Mchtamtlich.) Tie neice Regie- nmo verösfentlickst folgende Kundgebung: ')br das preu­

ßische Voll! lieber dir zukünftigen Preußens, seine Beziehmvren zum Reich, zu den anderen deutschen Staatru und zum Airsland wttd die ver- slassunggebende Versammlung entscheiden. Ihre Wahl erfolgt auf den Grundlagen des gleiche,: Wahlrechts für alle Männer und Frauen u,rd nack- den: VerhältniswllLchstenr. Bis zum Zu- san:n:entrrLt der verfassunggebenden LersamniLung hat ixe vor- lämftge Regierung, die gettagxn ist von dein Vertrauen der

Arbeiter- und Soldatenräte, die Geschäfte ubernomn:en. Von den zahlrei-chen Ausgaben, vor die sich das neue, freie Preußen jetzt und in Zukunft gestellt sieht, seien mrr diese heroorgehvben: Turchführirng der uneingeschränkten Koalitions­freiheit für alle Staatsarbeiter und Beamten, gründlickie Reform der Besoldungs- und Lohnverhältnisse der Arbeiter und Beamten einschließlich drr Pensionäre und Altpensionäre, mrd bis zur end­gültigen Regelung die Gewährung von ausreichenden Teuermrgs- Zulagen, Ausbau aller Bildungsinstitute, insbesondere der Volks­schule und Schaffung einer Einheitsschule, Befreiung dee Schule von icQÜdyn kirchlichen Bevorinundung, Trennung von Staat und Kirche, Temottattißerung aller VerwaltungsWrpersck>aften, Besafti- giing der Gutsbezirke, völlig gleiches Wahlrecht beider Geschbxhter fttt alle Gemeindevettretu::ge:: in Stadt und Lm:d, entspreckZende- dnnokrattfche Umgestaltung der Kreis- und Provinzialoerwaltungs- kürperschastcn, raschester Änsbau und Entwicklung aller Verkehrs­mittel, insbesmrdere der Eisenbahnen und Kanäle. Hebung und Mo- derittsierung von Industrie und Landwirtschaft, Vergesellfchaittmg der dazu geeig::eten ttdusttiellen und landwärttchaftlick^: Groß­betriebe, Umgestaltung der Rechtspflege und des Straftvllzugs im Geiste der Deinokratie und des Sozialismi^, Reform de; gesamten Steuerwesens nach den Grundsätzen strengster sozialer Gerechttgkeit. Es ist eine ernste schwere Zeit, in der die Regierung an iljre Arbei/ gehen muß.

Gegen die Bildung einer roten Garde.

Berlin, 13. Nov. (WTB. Nichtamllich.) Zu einer cini drncksvollen Kundgebung gegen oie Bildung eurer besonderen Roten Garde in Berlin und für oie Einberufung der Nationalversammlung gestaltete sich eine große Soldatenversammlung, die von dem Doll- zUgsansschußld es Arbeiter- und Soldaten rat es für Groß-Berlin: einberufen war. Ten Bremrpunkt der Aussprache bildete ein Erlaß zur Sicherung der Errungenschaften!der Revolution, Schaffung einer Garde von 2000 sozraldemottatisch geschulten und pski- ttsch organisierten Genossen und lArbeitern mit militärischer Aus^ bildung auffordette.

Ter Aufruf war von den Berliner Soldaten mit großem Mißttauen aufgefaßt tvvrden. und er bildete den Mittelpunkt de: gestrigen Versammlung. Ter Vorsitzende Kanonier Berginann gab zunächst unter lebhaftem Beifall bekannt, daß der hyperradikale Hauptmam: v. Bcerfelde aus dem Vollzugsausschuß ausgeschieden sei. Auf die polittschen Vorgänge kam dann der WLattvse Strobel zu sprechen. Die Marine »verde sich den Bestrebungen des Lmchhceres. für Freiheit und Ordnung zu sorgen, restlos anschließen. Wir wollen kernen Terror im Land. (Stür­mischer Beifall.) Hanptmann Collin-Rvß sprach für die not- wendige Disziplin und 5lvmmandogemalt. Als das Mitglied des VollzngsmiSschuffes, der Zivilist Rusch, über die Zusammensetzung des Arbeiter- und Soldatenratos sprach, ertöirtcni lmite Zurufe: Warum werden 2000 Rote Gardisten in Berlin gebraucht?" Die Ztube und Sicherheit in Berlin haben wir Euch über- ttaMM, so fuhr der Redner' fort, aber zum Niederschlagen der Gegenrevolution brauchen ivir Mäimer, die unser Ver- ttauen in höchstem Maße besitzm. Da ertönten wieder Zurufe:Dazu sind die Soldaten da!" Im weiteren

Verlaufe dieser Ausführrmgen kam es zu lebhaften Szenen imd eine Reihe weiterer Redner verlangte unter lebhafttin Beifall die soforttge Zurücknal/me des Aufrufs. Das Militär habe vier Jahre lcn:g gekämpft. Es tvolle nicht, daß jetzt Parteileitte den Schutz übernehmen. Sckstießlich gelangte folgender Antrag einsttmmig zur Annahme:Die durch ihre gewählten Soldatenräte vettretene Garittson Groß-Berlin wird die Bewasnumg der Arbeiter solange nttt Mißttauen betrachten, als die Regierung, zu deren Schutz sie dienen solle::, sich ittcht ausdrücklich zur Einberuftmg der National­versammlung als der alleinigen Grundlage der zu gebenden Ver- ffassnng erklärt." Weiter wurde beschlossen, daß die Bildimg der besoirderei: Rotgardisten vom Arbeiter- und Soldatenrat sofort ein­fach zurückgeuommen werde und daß die Waffen die e.' 2000 Mann an.einem bestimmter: Punkt niedergelegt werden müssen. Drei Sol­dat«: wurden sofort an den im Herrenhaus tagenden Vollzugs, ausschnß gesandt, um die Zurücknahme der Rotgardisten durch- zujetzen. Alle Redner, die zu diesem Punkt sprachen, betonten unter Beifall, daß die Feldgrauen e^. ablehnten, die Ge­schäfte der Sparta kiisgnwpe oder der Unabhängig«: zu bestnaew Sie stäirden Mann fttt Mam: zur nei:en Regierung und wenn diese ^rcknch brauche, wäre die gesamte Berliner Garnison zu ihrer Ver- fügung.

Eigenes Borgehen der Spartaknsgruppc.

Berlin. 13. Nov. (Draht.) Die Die Spartakusgrnvpe der Sozialdemokratischen Partei beabsichtigt, sich in einer össent^ lichen Versammlung am Donnerstag in den Sophstmsälcn als besondere revolutionäre Partei zu konstituieren. In der Versammlung sollen Liebknecht und Rosa Luxenburg spveck)en.

Ein Ausruf der Fortschrittspartei.

Ter geschäftsführend-e Ausschuß der Fottschrittliä^: Volks­pattei in Berlin hat gestern gememsam mit den Mitgliedern der Reickzstags- und Landtagssraktior: den folger:den Ausruf erlass«::

Mitbürger! Tie Fottschrittliche Volkspartei erhebt flam­menden Protest gegen die W a f fen st i l l st an d s b e d i n - gungen. die ein ganzes Land mit 5)ungea'snot bedrohen, dir all«: Vorai^setzungen des Rcchtsftiedeirs §)ohn nbrcchen und einen: Völkerbund von vornherein die äußersten Smn'ierigkeiten «rtgegenstellen. Wir rirfen die Völler der Kultunvelt cnn. noch in letzter Stunde diese unerhötte Vergetvalttgung, diesen Triumph des Imperialismus, zu verhindern.

Die innere Neugestaltung soll sich in nnrhrhaft den:o-

r^-rauen die ^Nationalversammlung zu wählen, die über die stanls- rechtlich«: Gnmdlagen «rftckxttdtt. Zun: Sckmtz dc'r Mmderlxstt bet»arf es d<rbei überall d?r Verhältniswahl.

Aufgal'e der so geschaffen«: Vvllsvertt'elu::g n:rd der aus ihr zu bildelch«: Regierung yt die Wahrung und Stärkung der Reichs- cinl^eit m:d der i)lnsbwi der Verfassung unter Anerkennung des gleicktzm Rechtes für alle. Jede ivie immer geartete Tiktatur oder Klassenhertt'chaft ist vettverslich.

Freiheit für Wvr^und Schrift, für Bereu: und Versaminlung. möglichst baldige Beseitigung der Fesseln für Wirtschaft u:id