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Nr. 266

Der üietzrner Akrzeige, erfchemt läßlich, außer Sonntags. - Beilagen: Siebener Famil nnblätter;

KreisMclt

f«r de« Kreis Siehen.

Verugspreir: monatl. Wik. 1.35, viertel- jährl.ch Mt. 4.05: durch Abhole- u. Zweigstellen nronatl. Mk. 1.25: durch die Post Mk. 4.05 viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. ftemfpvecb - Einschlüsse.- sürdieSchristleitung 112 Lerlag,b.cschä'tsstelle51 Anschriü für Drahtnach­richten: Anzeiger Sietzen.

168. Jahrgang

Dienstag. H2. November \%S

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General-Anzeiger für OberWen

vankoerkehr:

SewerdebankGietzen

Zwillingsrunddruck u. Verlag: Srühl'schr llniv.-Vnch- u. Zteindruckerei R. Lange. Lchristleitung. Seschastrstelle u. Druckerei: Zchulstr.

7.

Annahme von Anzeigen

s. die 'Lagesinmuuer dis zmn Nach'nitkag vorher ohne jedeVcrbnid! achtelt Zeilenpreise: für örtliche '.Anzeigen 25 Pf., sür auswärtige 30 Pi., für 9! e k l a m en Mk.I. - i.ebst 20°^Teue- rungszuseblag:Platzvor- ichriil 20 % 'Aufschlag. Hauvt'chriitleiter: Aug, Goeg. Veraukivortlich illr"Politik: 'klug. Goetz: für den übrigen Teil: 0r. Reinhold Zenz; für bcn Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen.

Nilvrrung der waffiWWandchMMNgen.

vre Einstellung öer Leindk-ligteiten.

'' ® ta ^ e§ Hauptquartier, 11. Novemb.

Bei der Abwehr amerikanischer Angriffe östlich der Maa^ zerchneteu sich durch erfolgreichen Widerstand das brandenburgncye Re,erve-Jnfan,erie-Regiinent Nr 207 un- ter seinem Kommandeur Oberstleutnant Hennig und Trup­ps ^ M, 2 I-«hsi>chen Infanterie Division unter Führung des Oberstleutnants von Jeschan, Kommandeur des Jnfan- terle-Regnnents Nr. 183, besonders aus.

*

Infolge Unierzeichnnng des Waffenstillstandes'werden heute nnttag an allen fronten die Feindseligkeiten eingestellt.

Der Erste Generalquartiewmeister iroener.

Die Lage ftärt sich erst allmählich Für Hessen stellt ein Aufruf des nenn: Ministerpräsidenten Ulrich eine Volksab- stimnrmrg in Aussicht, und bis dahin werden im allgemeinen die Beamten und Staatsdiener in ihren Stellungen bleiben, um dre Ordnung aufrecht zjn erhalten. In der Reichshanpt- siadt^ist zwar ein Ausgleich der Bestrebungen beider soziat- denrorvatischen Richturrgen im Gange, indessen ist ein ein­heitliches Regierungspragramm noch nicht zuwege gekom­men. ALach eurer Meldung derFrankfurter Zeitung" sind die sämtlichen bürgerlichen 'Mitglieder aus der Regierung ansgeschieden. Die Gesck-äfte worden: vorläufig nur noch weiterführen Kriegs minister Scheuch, Staatssekretär ees Reichsnurrinemnts v. Mann und Staatssekretär des Aus­wärtigen Dr. Solf. Reichskanzler Ebert schlug vor, ein­zelne Fachminisberien mit Bürgerlichen zu besetzen. So wird wie das genannte Blatt meldet, beabsichtigt, den national- tibevalen Abgeordneten Schiffer mit dein Posten eines Staatssekretärs zu betrauenr Ebert hat weiter den Wunsch ausgesprochen:, daß ein fortschrittlicher Abgeordneter ein Fachministerium überiwhmen solle. Ob dieser Versuch.ge­lingen wird, kann zweifelhaft erfckieinen, denn der Reichs- ianzler dürfte mit solchen Vorschlägen auch bei den Unab­hängigen aus schärfsten Widerspruch stoßen.

Ein kleiner Lichtstrahl fällt in die dunkle Lage unseres Vaterlandes damit, daß unsere Unterhändler bei Foch eine Milderung der Waffenstillstandsbedingungen haben bewir­ten können. Für die Räumung des linksrheinischen Gebie­tes wird die Frist verlängert, und dieneutrale Zone" wird enger begrenzt. Die Gegner wollen die Einfuhr von Lebens­mitteln bis zu einem von ihnen selbst zu bestimmenden Maße zulassen. Dagegen werden Gegenleistungen von uns gefor­dert: wir sollen u. a. unsere sämtlichen U-Boote a'uslie- fern. Immerhin, es sind einige Milderungen. Wir dürfen den Mut nicht verlieren und müssen unverdrossen Mitarbei­ten, um einem allgemeinen Wirrwarr und Niederbruch vor­zubeugen.

Aenderung der VaffenstillstandsbedingunZen.

i. Köln, 12. Nov. (Drahtnachr.) DieKöln. Ztg." meldet aus Amsterdam: Vom Eiffelturm wurden folgende A e n d c r u n g e n des W a f s e n st i l I st a n d e s gedrahtet, und zwar nach einer Meldung der deutschen Bevollmächtig­ten an die deutsche Oberste Heeresleitung.

In Artikel 4, in Absatz 4, heißt es: um die Gefahr der Einrichtung einer ausgedehnten neutralen Zone zu vermin­dern, wird folgeiches bestimmt: Eine neutrale Zone wird auf dem rechten Rheinufer zwischen dem Strom und 10 Kilometer von dort von der niederländischen bis zur schweizerischen Grenze vorbehalteir.

Absatz 5 wird, um auf deutschem Gebiet die Truppen wieder ordentlich versammeln zu können, ,wie folgt geän­dert: Die Räumung des Rheinufers (rechtes und linkes Ufer) durch den Feind wird in der Weise geordnet werden, daß sie innerhalb weiterer 14 Tage, das heißt im ganzen 30 Tage, nach Unterzeichnung des Waffenstillstan­des, verwirklicht sein kann. Weiter wird dem Absatz folgen­des zugefügt: Von den Einwohnern wird niemand we­gen der Verleitung zu oder Teilnahme an Kriegshandlun­gen vor Unterzeichnung des Waffenstillstandes verfolgt werden. .

Artikel 14 lautet: Auslieferung sämtlicher letzt vorhandenen Unterseeboote einschlicß ich der Unterseeki-euzer und sämtlicher Minenleger nebst vollständi­ger Bewaffnung an den Verband und die Vereinigten Staa­ten. oic heben sich nach den von den Verbündeten und den Vereinigten Staaten anzuweisenden Häsen zu begeben. Es wird noch hlnzugesetzl: säint liehe zur Internierung bezeich- ueten Schisse sind 7 Tage nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes bereit zu halten, um die deutschen Häsen zu verlassen. Die nötigen Weisungen für die Fahrt werden durch Funllpruch erteilt werden.

Eine Aenderung wird in Artikel 1-6 mit Bezug auf die Seesperre vorgenommen. Die Verbündeten such der An­sicht, daß, wenn einmal der Wafsenstillftand geschlossen ist, die Fortdauer der Seesperre die Versorgung Deutsch­lands in dem von ihnen für notwendig erach­te te n M a ß e n i ch t b e h i n d e r n soll. Infolgedessen wird Artikel 16 folgendermaßen lauten: Die Verbündeten und die Vereinigten ©fatalen geben die Versorgung Deutschlands während des Waffenstillstandes in dem Maße zu, das sie für nötig erachten.

Am Schlüsse wird Artikel 18 folgendermaßen verän- dert. Die Dauer des Waffenstillstandes wird aus 35 Tage mit Dinglichkeit einer Verlängerung ausgedehnt. Im Verlaus dieses Zeitraums kann de ^Waffenstillstand von

einer der vertragschließenden Parteien gekündigt werden, was 48 Stunden vorher angesagt wird, wenn die Bedin­gungen nicht erfüllt werden. Um die Ausführung der Ab­machungen zu den geforderten Bedingungen zu ermöglichen, ist der Grundsatz eines z w i s che n ft a a t l i ch en ft ä n d i - gen Ausschusses angenommen, der unter der Oberlei­tung der militärischen und seemännischen Kriegsleitung der verbündeten Heere stehen wird.

Die Ereignisse in Berlin.

Berlin, 10. Nov. (WDB.) Im Zirkus Busch fand heute nachmittag, eine Versammlung des Berliner Ar­beiter- und Soldatenrates statt, nachdem am Vor­mittag die Soldaten in den Kasernen und Lazaretten uttö die Ar­beiter in ihren Betrieben zusammengetreten waren, um ihre Ver­treter zu dieser Versammlung zu wählen. Nach Wahl des Präsi­diums verkündete Ebert unter stürmischem Beifall, baß der Bruder- streit Innerhalb der sozialdemokratischen Par wie: r chegrabeu wurde. Nach weiteren Reden von Haase über die dtotioendig-keit einer Einigung, von Liebknecht, Hauptnmim von Beerfelde, Müller nsw. wurde besck^ossen. in den Arbeiter- und Lotdatenrat, der bis .zum Zusammen tritt sämtlicher Arbeiter- und Soldatenräte Teutschlands die Führung der Geschäfte übernehmen soll, folgende Vertreter der ilnablftrngiaei: Sozialsten zn wählen: Barth, Müller, Eckhardt, Wegmann, Neinndvrf und Ledebour, und von der sozial­demokratischen Partei: 5)eller, Gichlich. fltusch, Bügel, Hiob. Als Vertreter der Soldaten wurde:: gewählt: 'dRolkeubick-r, Beerselde, Gerhardt, Hertel, Lauppert, Haase, Balz, Btthusch, Bergmann, Köhler, T'vrtner, Echtmann, Winrpel. Die Einigung der beiden Parteien war.im wesentlichen auf die Soldatenräte zurückzu- führen, die stürmisch die Einigung der beiden Parteien verlangten.

e Zum (Schluß wmrde eine Proklamation des Ar­beiter- und Soldatenrates eüisttmmig gutgeheißen, in der es heißt:

Wie auch> der Friede rarssehen mag, er ist besser als eine Fort­setzung des ungeheuren Mafsenschlachtens. Tie rasche und fov^ seguerrte Vergesellschaftung der kapitalistischen Produktionsmittel ist rmch der sozialen Struktur Deutsch­lands und dem Reifegrad seiner wirtschaftlichen und polittschm Organisation olme starke Erschütterung durchführbar. Sie-ist uot- w-endig, um aus den blutgetränkten Trünrmern eine neue Wirt­schaftsordnung aufzubauen, um die wirtschaftliche Versklavung der Volks Massen und den Untergang der Kulttrr zu verhüten.

Die neue Regierung.

Berlin, 11. Nov. ftWTT. Amtlich.) D:e Staatssekre­täre und Chefs der Reichsbehörden sind von der Reichsregverung mit der vorläufigen W e i tcr s ü hrun g der Geschäfte be- ailftragt. Das Erirdringen unbeftigter Personen in die Geschafts- rämne der Reichsbehörden und die Uebernahme amtticher Ge­schäfte durch solche Personen ist nicht gestattet.

Die Reichsregierrmg: Ebert. Haase.

EinRat reiftiger Arbeiter^.

Berlin, 11. Nov. (WTB.) Im Anschluß an die Sitzung des Arbeiter- und Soldatenrates am 10. Novembei: hat sich im ReichstageDer Rat geistiger A.rbeiter" gebildet. Er wirkt für die kulturpolitischen Ideale -.ms dem Boden der softalisti- scher: Republik. Wer mitivirkm will, melde sich schriftlich au denRat geistiger Arbeiter" Berlin, Reick^stag Zirnmer 153. Tr. Kurt Hiller. Siegfried Jaeobsolm, Major Kiesel, Rudolf Leonhard, Leo Matthias, Dr. Herbert Müller, Dr. Helene Stöcker, F-rank Thieß und Armin T. Weguer.

Die Berliner Blätter. O

Berlin, 12. Nov. Die Benutzung verschiedener Berliner Blätter durch polittsche Parteien ist gestern größtertteils ivieder ansgehoben worde::. Tie Direktion desBerliner Lokal- an zeigers", lder sich zwei Tage lang in den Hchiden der Spar- takusgruppe Ilüfand und während dieser Zeit unter dem Tftel Tie rote Fahne" erschien, hat beim Kanzler Ebert erwirkt, daß das Blatt wieder sreigegeben wurde. Auch dieNorddeutsche Allgemeine Zeitung", die provisorisch von der Gruvpe ^nternaftonale in Besitz genommen war, wird heute ihrem Be­sitzer zurückgestellt werden. TieBerliner Volkszeitung" und die Berliner Allgemeine Zeitung", die in den Verlage:: von Masse und von Ullstein ea'scl^einen, bleiben weiter Publikationsblätter des Ar­beiter- uaw Soldatenrats, doch wird eine gütliche Einigung mit den Verlegern erstrebt. Tie nattonalliberalen ::nd konseavatioeu Blätter Berlins bleiben auf strenge Anordirung der sozialistischen Parteiei: völlig unbehelligt, damit auch nach außm die Freiheit des Wortes dokumentiert wird.

Der Umsturz in heffen.

21bschiedsworLe der bisheriger» Regierung.

Tarmltadt, 11. Nov. (WTB.) Die seitherige Re­gierung hat ihren Rücktritt in folgender Erklärung ausgesprochen:

Nachdem unsere Aemter von de:: Beaufttagten des Arbeiter­und Soldatenrates in Besitz genommen sind, ist es uns un­möglich imsere Tienstgeschäfte roeiterzuführeu. Beim Verlassen des Amtes sprechen wir allen meterstellten Behörden und Beamten unseren aufrichtigsten und wärmsten Tank für die treue Pflichterfüllung aus, die sie stets beiviesen haben u:tb mit her sie ins beschwere während der Kriegszeit den verstärkten An­forderungen des Tienstes uachgebommen sind. Wir halte:: uns abner zugleich für verp'Iichtet, im Interesse unseres geliebten Vaterlandes und der Auirechterlialtturg der Ordmmg in Stadt und Land, alle Behörde:: imb Beamten daraus hinzuweisen, daß fte so, wie sie seither mit unseren Personen der Sache des Vaterlandes gedient haben, auch in Zukunft ihre ganze Kraft den: Staate zur Verfügung stellen.

v. Ewald, Staatsminister und Minister der Justiz, v. Homberg:, Minister des Innern.

Dr. Becker, Minister der Finmrz«:.

Die neue Regierung.

Darm stadt, 22. Nov. ^WTB.) Das Präsidium des neu«: Mitnstieralms und die obente Leittmg der Mi::isterialabteil:mg des J:rnerrr hat heute Abg. Ulrich liln-rnommen. Zum Direktor des Ernahr:rngZamtcs wurde Mg. Neu m ann (Soz.) bestellt, zum Direktor des Arbeitsamtes (sozialpolittsche Abteilung) Abg. Raab (Soz.). Wege:: der Besetzirng der anderen Posten sind :wch Der Handlungen in: Gange.

Eine Proklamation Ulrichs.

D a r:n st a d t, 11. Nov. (WTB.) Ter neue Ministerpräsident! Ulrich hat -an das hessische Volk ^heute folgende Proklamation erlassen:

stfaichdem der Arbeiter- ::nd Soldatenrat, als die von der Re- volutton proklamierten Träger der ösfentlich>en Gelvalte::, gestern der bisl-erige:: sozialdemokrariscl-cn Landtagsftakkion die Dildmlg > des Rcinisteriums übertragen hat, hat sie heute diesen Auftrag I über::ommcn. Tic Fraktion geht dabei von dein Gedanken aus, daß die neue (provisorische) Regierung auch das Vertrauen dev incktsozioldenwkraiifd;; n Bevöllerungskreise besitze:: sollte. Darum ist sie beveft, bei der Bildmug der neuen Regicrung^ewalt auch Vertreter anderer Parteien, falls diese zur aufrief?!iqei^ Mitarbeit gewillt in die Regierung mit aufz;:nehme:!. Tie Regierung soll ein K o l l e g i a l n: i n i st e r i:: m sein urw aus einem verantirvrilichen Minister, sowie Tirektoren der einzelneul Muristerialabteilungen bestehe::. Das Präsidium des Ministeriums :nw die oberste Leittrng »»er Minifterialabteilung des Omietem Ümrrffen dem Unterzeichneten übertragen. Ueber die Besetzung der laideren Ministerialabteilunge:: sind Verhandlungen im Gange. Tie Wahlen zur konstituierenden -Volkskammer werde:: sobald, es möglich in d'ie Wege geleitet norden. Volks-« genossen, das Progranan der neuen Regierung heißt kurz: Volks> tvoh> fahrt! Temokratie!

Tie Freiheit, |Jie nun dem Volke gewährleistet ist, legt dem Einzelnen auch die Pflicht zu Ordnung und Selbstzucht auf. In erster Linie muß die E r n ä h r u n g de- Volkes sickiergestellt nxnten, denn nur so wird es inöglich sein. d<n: demokratischen Ausbtu Unseres Vet'fassun gslebens zu vollenden. Tie Erzeugung der Nahieungsmittel und deren Ueberführung in die-Städte muß mit aller^Kraft gefördert werde::. Geschieht des nickst, so haben wir das Schlimmste zu erwarten. Hungersnot, Plünder:mg, Raub :md Mord würde:: das grauenvolle Elewo dieser Kriegszeiten versckärsen und verlängern. Tadurch würde:: aber die Aermsten und gerade die Arbeiter am schwersten gettoffen ^iverden. Es m::ß daher alles' gescksthen, um die gerechte Verteilung der Lebensrnittel zu sichern, wobei insbesortdere völlige Unversehrtheit der Verkehrsmittel un­erläßlich ist. Darum Volksgenossen, Arbefterund Soldaten! Tankt alle daran.

Die Mithilfe im Sinne dieser Auffassung! gilt dem Hessen­lande wie auch unseren: deutschen Vaterlande. Der sterbei:de Krieg darf mcht im Bürgerkriege eine Auferstehung finden. An alle Beamten und Behörden des Landes ergeht der Auf- r::f. ^auf ihren: Posten zu bleiben und nach wie vor ihre Pflicht zu erfüllen. Die neue Regierung ist sich be­wußt, daß nicht alle Kreise des Volkes politisch und wirtschaftlich auf ihrem Standpunkt stehen. Sie h o f f t u n d e r wa rtetaber. daß auchdieseKreise in ihrer Liebe zu unserem Volke mit ihr gemein­sam z u w i r k e n b e r e i t sind. Je allgemeiner die Mithilfe ist, um so leichter wird diese schwere Uebergmrgszeit getragen uud überwrnwen werden können. Die n£uc Regierung unterstützen, heißt das Latch vor der Anarchie bewahren. Jeder stehe auf seinen: Poste:: furchtlos und unverdrossen zum Besten der Gesamtheit, da:n: ivird u::d muß es güftrgeu, unser Volk aus diesen schweren Stunden einer besseren Zuklinft eTttgegenzuführen.

Darmstadt, de:: 11. November 1918.

Ter Ministerpräsident Ulrich.

iicuv

Karlsruhe, 10. Nov. (WTB.) Ter Soldatenrat und de Wohlfahrtsausschuß erließen heute folgenden Aufruf an da badische Volk:

An das badische.Volk! Wir geben bekan:tt, daß sich heut eine provisorische V o lksrc g ier un g für Baden gebild: hat, die die Macht übcrnonlmen l-at. Sie besteht aus dem Vor sitzende:: Antm: Geiß, Lmwtagsabgeordneter in Mwmheim, Mi nclterium d.'s A::süärtigen Oberbürgermeister Dietrich, LarürLag^ Abgeordneter in Konstanz, Ministerium für soziale Fürsorge Metall arbeiter Adolf Schwarz, Vorsitzender des Arbeiter- und Soldalkti rates, M:ni)terium für militärische Angelegen.heite:: Landsttirn: n:m:n Brimnmer, Vorsitzender ^ Soldatenrates Karlsruhe Mini sterimn des, Innern Tr., Haas, Reichstagsabgevrduete: Karls :ml>e, Minilterüun der Fmanzeu Professor Wörth, Reiche ' abgeordneter Frewurg, Ministerium der Justi; Rechts-:.-, aal -Marum, Lanatagsabgeordneter Karlsr::he, Miuisteriun: des Vcr kehrs Geschäftssührer Leopold Rückert-Karlsrul-e, Ministerium de Nnterrickus Fritz Stockinger, Landtagsabgeordneter Pforzheim Mi n:ster:um für das CumähnnrgÄvesei: Rechtsanwalt Trunk. Stadtra :n Karlsruhe, Miniiter für Uebergaugswirtsck?aft und Wohnung^ ne,en Arbeiterftkretär Marzloff-Freiburg. Tie neue Regierum nnrd nt der auf Grund d^s allgemeinen Wahlrechts ge btlbeteu Nationalversammlung darüber entscheide: topttt, welche Staatsform, ob Monarchie ober Re für Vcwen maßgebe:w sein soll, ohne Rücksicht darauf w:e orese En1)ä)eid:mg fallen wird.

Aus Renß.

Gera 10. Nov, (WTB.) Fürst Heinrich XXVII. von Neuß i. L. sprach ftir sich imb sein Haus den Verzicht auf den Thron aus.

Die 9. Kriegsanleihe.

Berlin, 11. Pov. Bon unterrichteter Seite wird das Air- letheergebnis der 9. Kricgsanle:!)e mit über 10 Milliarden' verzeichnet. Kleinere Zeichmmgen u:w die Frontzeich: ^ugcn stellen noch aus.

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.Snnbon, 10. Nov. (WTB) In ferner Guildhallrede m Lloyd George euren Rucklüick auf das letzte Krieg j t!r ^ Und kein rachsüchtiges Volk, aber wenn der Kaiser nn& uroiiprt nrckt entfernt worden wären, würde nienmnd irguwwelck^ Vi traue:: m die Auftichttgkeit der deutschen Versickerungen st;: ! 3u-hmtt gesetzt Ixibeu. lieber drc Waffenstillslmwel emi:gnn wo m Lloyd George. Teitt,chland habe heute feine Wab! mehr uuo wer auch morgen keure l-aben. TeiUsckümw könne nur durch uni» che bare Ergebung den Sünn abwenden, fern Shicksal sei bcstegel EnÄand :mrd lerne Mawgkert im Erfob> bnvahren Englu wird knn Unrecht tun umd kein Recht aufgelxm. Ter göltlick^ Gereck tlgkett und der Uwundlage der Zivilisation' muß Geuül geschehen.