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Da» allgemeine gleiche Wahlrecht in Draunsqwerg

Braun schweig, 8. Nvv. (WTB.) Die amtlichen Brauuschweig-ischen Anzeigen" veröffentlichen folgenden Erlaß:

Nachdem ich durch Fühlungnahme mit den verschiedenen Bevölkerungskceiscn die Überzeugung gewonnen habe, daß .auch die letzten Vorschläge zur Umgestaltung des Landtags- Wahlrechts zur Erhaltung befriedigender Zustände im Her­zogtum nicht geeignet sind, habe ich mich entschlossen, der Landesversammlung die Streichung aller Sonder­wahlen vorzuschlagen, so daß das Reichstagswahl- rech t die ausschließliche Grundlage des geplanten Gesetzes bildet.

Braunschweig, den 8. November 1918.

Ernst August, v. Wolf. Boden. H. Krüger.

Die Ereignisse in Hamburg.

Hamburg, 8. Nvv. Die letzte Nacht ist ruhig verlaufen. Ter Straßen- und Hochbahnbetrieb ist in beschränktem Maße wieder aufgeiunnmen worden. Ter Arbeiter- und Soldatenrat «erließ in seiner heute erstmalig erschienenen ZeitungDie rote Fahne" folgenden Aufvuf an die Bevölkerung:

Hamburger Sendeten, Arbeiter, Parteigenossen!

D^rrch die alben Partei- und Gewerffchastsvorstände wird versucht, dem durch die Revolution entstandenen Arbeiter- und Soldatenrat Knüpvel zwischen die Beine zu werfen. Es sind Be­strebungen im Gange, neben dem bestehenden Arbeiter- und Soldatenrat, der alle vorhergehenden Gewalten außer Kraft gesetzt bat, neue Telegierlorwertressnigen zu schaffen. Der Arbeiter- und Svldatenral verbietet hiermit der gesamten Presse und allen Druckereien Hamburgs, von Aufrufen der alten Partei und Gewerk- fchaftsvorständen irgendwelche Notiz zu nehmen. Zwviderhand- lungen gegen diese Befehle werden durch sofortige militärische Maßnahmen bestraft werden. Der Arbeiter urrd Soldatenrat ist nicht das Werk einzelner Personen, die nach Belieben beiseite ffdnängt werden tonnen, sondern er ist das Produkt einer voll­zogenen Revolution. Diese Revolution, die die alten Gewalten gestürzt hat, ist jetzt damit beschäftigt, die entfesselten Volks- rräfte aufs neue zusammenznfassen, um zu verhindern, daß ein Ehaos entlieht. Wir sind willens, mit allen bestellenden Arbeiter­organisationen zusammenzuarbeiten, weil wir jedes technische Mittel der Organisation anzuwenden haben, um eine möglichst Ivsorttge Regelung aller gesellschaftlichen und Verckehrsbeziehun- gerl herzu stellen. Auch die. alten Gewerkschafven, die alteic P artei- organssatton^r werden Gelegenheit finden, sich in den Dienst einer Zutammenfafsung aller proletarischen und militärischen Kräfte zu stellen. Aber es ist unsere Sache, Vorschläge zu machen und Anord­nungen zu treffen. Es ist nicht ihre Aufgabe, Forderungen zu erheben. Sobald die Exekutive der in den Betrieben und Kasernen »u wählenden Delegierten gebildet ist, werden wir mit den Ge­werkschaftszentralen in Verbindung treten über die Form der Zusammenarbeit.

Unruhen in einzelnen Städten.

Berlin, 8. Nvv. (Priv.-Tel.) Tie Unruhen haben sich kkußer mss die Umgebung von Ki el und die Hansa st ädte noch werter über Hannover, Oldenburg und andere Städte ausg^reitet. Fast überall ist es ohne schivere Gefährdwrg der Ord- wrng und Sicherheit abgegvngen. Tie Berliner Arbeiter-, bevölkerung zeigt Besonnenheit. Ter Straßenverkehr spielt sich wie gewöhnlich ab. Tie Polizei geht überall mit Takt und Umsicht vor. Eine Inanspruchnahme militärischen Schutzes ist tn Berlin nicht nötig.

Berlin ,8. Nov. (WTB.) Ueber die U n ru hen aus dem Rer che wind von zuständiger' Stelle folgendes mttaeteilt:

D« aufständische Bewegmrg hat sich weiter ausgedehnt. Es ftnd letzt u.a. in Mitleidenschaft gezogen: Hannover Köln. München Braunschweig und Magdeburg. Hiermit ist redoch noch nutzt gesagt, daß diese Städte in der Hand der Auf- Itandffchen srnd. Die^Nachrichten sind naturgemäß nicht zuverlässig Eerspruchsvoll. In Hamwver ist z. B. ein Dell der MEson fest m der Hand ihrer Führer und wehrt sich entschlossen ggf" ^ Dewwung. Aehnliche Bechältnisse scheinen in Hamburg, Win und München vorxukie^n. Aus den Industriegebiete lregcn kerne Laren Meldungen vor, es scheinen aber Versuche vor- Bll-vegen, an Qnrelnen Orten Arbeiter- und Soldatenräte zu bilden Ärffi?*«fiS, 1 # T dritte planmäßiges Borgehen. UeberaÜ dasselbe Brld! Arrs dm Hauptzenttcn Kiel und .Hamburg sind im

des gestngen Tages immer wieder Züge mit aufständischen Matrosen und Ausrührern m das Land entsandt worden Diese ver- 'Mchen. sich m bent wichtigsten Städten sofort der Verkehrszentmlen zu b emachtrgen und die Kommcrndostellen auszuheben. Dann wird * }er H^wnzrehung lichtscheuer Elemente, unter denen sich eine ganze Rer he fahnenflüchtiger Soldaten befindet, versucht, die Tnttr- pen zu verseuchen, indem ihnen vorgespiegelt wird, daß es sich garj nubt um eme Revolution, smchern um militärische Reformen han­delt. ^er manchen.truppen ist der Versuch gelungen, bei anderen

e -5schen Wrderftand gefunden. An zahlreichen ^te^n rst bereits durch entsprechende Vorstellungen von Enssand- ten der Regierung ern gewisses Einlenken erreicht worden.

Die ganze Bewegung geht bei aller Unklarheit in Einzel­nst^ ßland aus, wobei die bisherigen

Berlmer Vertreter, der, russischen SÄmetrapiEk nachweislich mit- .g«wrrkt haben Wre dre russische Regierung zugegeben hat, hofft

iTt DeuWnck mb dem.

m 9^ Europa dte 64f«RÄftifc6e Idee tmxfjmolä am Uufflammm rmmne. In dem Bewuütsein. betfj das deutsch« 21n[T S fo? Masse sur i>K bc-rfd)«OTW(f)m Ideen nicht z-n habeit , Umifrixbcnat imd warnt möq-

Ittf 2W« her bewaffneten Machet allmählich auf die schiefe Ebmw

"row r'°^^durch noch nicht terroristische Re- ÄÄfl? W^vmch mit ihren Pflichten und mU der b^dch^tchen BoWremerm« ztu bringen versucht. Mmählül) sollen dte Leute dann weiter grHrangt werden, bis zum bosscl^ewissisiüin Ra^chlltsmu^ dar chm^ckren Fällen klar ofLiat ® 1«*" mfn und Berfillmcn find sich nicht im mindeshen bewuki In

nne bolschewistische B-n^nnq chhrm imuh. wo di« Bolks- E nnt atter fernMÄi-dertm Organisation

©in W-chlstchrtsiauSschuh in Frankfurt a. M.

. mr Frankfurt o. M., 8. Nov. Aus Mtaliedern der sn- EaldemokraNschen Partei sowie der Forts'cknittlichen DolksbartrS chat sich tm Frankfurter WohlfahrIsausschuj ® ^ä7d Äa N^-iermetster Dr^ Luppe angel>ürt. Der Ausschich ward, Ms >/ch «tch m Frmtkfurt revolutionärc Umtriebe bemerk­bar machen sollten, die Vermattluna den Bebörden qeaenüb^L^r. mchmen, uberhmtch dte Ättereffen des Volkes in j?d?rWeise^. treten wte er mich den Bediirfmssen und WLnschen der Solchen vollaufaerecht imrden wird Tie Stadt ist im nbrt>n bis Ms Menschenonfommlunkien am Sauptbahnbof rulM Tie Schnell- RV".* Berlin stnd sämtlich ausgefallen. Banken imd Geschäftshäuser hoben vorzeitig geschlossen.

Der Brenner von deutschen Truppen besetzt

(Priv-Lck.) Tie Meldung, dak bavrischc Uder lachsische TruiNdM tn Eger eingerückt seien, mbdfiz Ser S 1xm. Zmn Lckmtze der SüLreiE ist der Brenner wn b Üben Truppen besetzt. Wertere Trirvven

/bcw Dalrburg und Grtsdein. PoMck>e^Z^ schd mU Truppenbewemmgen nicht verbunden

de/MachV.^'^ Nov. iWW.) Ter Einflus! der ordnen- tnrshM, schon deutlich erkennbar. Die be-

Mrchtete UeberfluNrng nnt retxlloS »urückflutenden Trupven schchnt

>V hn - man hört, könnendieTmpE

bereit# auf dem B renner entwaffnet und geiri'igend verköstia, tmrden, wodurch dte ülbferiigung in kleineren WZlimM, mög!

Der österreichische Protest gegen Italien.

Wien, 7. Nov. <WTB.) Die italienische oberste Heeresleitung teilte aus den verloutbarten Protest! des Frmee- obevkommandos rmt, daß Telle der 34., 41. und 51. Jnfanterie- Livssimitu nd der 12. Kavallerie-Divisvon, die in geordneter Der- fassuirg den Rüllmarsck vollführten, wieder freigegeben wurden, um die Rückzugsbeioegung fortzusetzen, nachdem vorher Material U7id Vierfüßler bcsä-lagnahmt waren. Für den Rückmarsch wird die italienische oberste Heeresleitung im Hinblick aarf den Mochten Zustami der Weg- die Berurtzung der Straße im Fellatal möglicher- iveise freigeben. Tie Berufung der italienisä-en H^resleitung ruf die Waffenstillstandsklauseln zur Rechtfertigurrg der Beschlagnahnu von Bkaterial und Pferden trifft wohl nicht zu; doch kann hier, gegen im jetzigen Zeitpunkt Protest nicht mehr eingelegt werden.

Eine italienisch- Flotte in Pola.

Wien, 7. Nov. (WTB.) Wiener Korrespondenzbuvöau: Aus Pola wird berickrtet, daß am 5. Noveniber, nachmittags vier italienische Großkampfschiffe, ein Kreuzer, acht große Torpedoboote und mehrere kleinere italienische in Pola eintrafen, jedoch tein^ Mannschaften landeten.

ölus Abbazzia sind am 5. Novenrber, 11 Uhr vormittags, ein italienisck«er Dreadnought, zwei Torpedoboote und ferner Ka­nonenboote in die Bucht von Fiume eingelaufen. Ein Kanonen­boot landete eine Abteilung, die auf dem Stationskommando die italienische Flagge hißte.

Die tschechisch-republikanische Republik.

Wien, 7. Nov. (WTB.) Tie -Blätter melden aus .Prag: Ceske Slovo" veröffentlich^ eine Genfer Meldung, ivonach die tschechw-slowaksschen Bertiandlungen beendet seien. Es wurde be­schlossen, die Republik mit dem Präsidenten Tr. Massaryk an der Spitze zu (errichten. Tr. Kramarsch solle MinisterpräsiüeTrt werden. Nach Prag solle sofort die Nationalversammlung einbe­rufen werden .zur Ratifizierung der Genfer Verträge.

Aus Ungarn.

Budapest, 7. Nov. (WTB.) Meldung des Ungar. Telegr. Korr.-Bur. Die energischen Regierungsversügungen zur Siche­rung der öffentlichen Ordnung erweisen sich immer wirksamer. Das innere Leben des Landes beruhigt sich von Stunde zu Stunde. Ter Fürstprimas C s e r n o ch erklärte, weder der hohe Klerus noch die niedere Geistlichkeit schürten die gegenrevolutionäre Strömung, im Gegeirtell, sie setzten .alles daran, damit die öffentliche Ordnung und Sicherheft ausrechterhalten werde.

Aus dem Reiche.

Viehzählung.

,-^-^erlin, 8. Nov. (WTB.) TerReichsanzeiger^ verSffent- licht eure Bekanntmachung betr. Viehzählung am 4. Dezember 1916.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 9. November 1918.

An unsere Leser!

Die KwapplMt be3 Zeitungsdruckpapi-eres verbunden mit der Unsicherheit rechtzeitiger Veschafftrng macht es not­wendig, das Erscheinen der Gießener Familienbtätter bis auf weiteres einznstelleir. Um den Lesern^ einigermaßen Er- w-rrd von heute ab täglich ein Romanstück rm Anschluß an den Textteil des Gießener Anzeigers gebracht.

.ES tft außerdem rnfolge des Papiermaatgels eine Ein- schwcrnwns; des Anzeigeitteits uoUvendig geworden. In Zukirrrft dann die Einhaltung vorgeschriebener Größen und Aufnahmetage für Anzeigen nicht mchr gewährleistet wer- ^ 3 n drrngenden Fallen, die eine Verständigung mit den Auftvaggeberri ausschließen, muß mit einer verkleinerten Wiedergabe der Anzeigen gerechnet werden.

Verlag und Schriftleitung des Gießener Anzeigers.

*

. .? * U«ser neuer Roman verhilst einem liebens- wltÄngerl und gesunden Humor zu seinem Rechte. Die Aus­wahl emes humoristischen Romanes geschch in bewußtem Ge­gen, atze zu dem Ernste der Zeit, und wir hoffen, daß unsere Leier ine Gennitsenlspannung zu schätzen wissen werden, die ihnen ern Lächem ü'er die wuirdersamen Abenteuer des Herrn Galahad .zones bringen wird. Es ist keine Humoreske, die wir unsren Lesern vorsetzen, sondern ein IRoman, der die enge Verknüpfung des Komischen mit dem Tragischen im menschlichen Leben stets im Auge zu behalten weiß und uns erzählt, wie der wmantische Abenteurertrieb eines ganz un­bedeutenden Bankangestellten einem armen Menschenkind den: Tode verfallen ist, zu einem flüchtigen Liebesglück verhrlft. Dre rührende Unbeholfenheit und Tap- Pl.gkert, mit denen Herr Galahad Jones allen Sckiwierig^ ketten zum Trotz sich als aufopfernder Ritter einer ihm un­bekannten Dame erweist, bilden die humoristisckie Seite des N^manes, das Todesverhängnis über einem blühenden Men- lchenleben die tragische Seite. Und noch eine ethische Seite hat der Roman, da er die träge Stumpfl^eit gleichgültig ae- in eine gegenseitige Wertschätzung und lrebewlles Verständnis verwandelt. Wir sind überzeugt, daß der Roman sich m unserer Leserschast viele Freunde erwer­ben wird.

Die Erhötzuug der Mchlration.

^ Berlin, ch Nvv. iWTW.) Zn VetMg der qeiürmen Er- ?4NMg des KrtegSernädcungSamleS gibt die ,7reitlAe^^stelIe b^attM, daß vom 1 Tezettrber b. I. ab die tägti^MebLmim? Ä( semer n !,rm «0 «ramm erhSdt wird Tett Sck->tl-r> und Lstdoerstarbettern Mnd diese Erhtzhrmg auf ihre Rulaüm <maZ ndimt. Ente erhebliche Verbesserung auch für sie lMa derA^ hohmtg der Bvtttmenge für ihre Familienmitglieder

j.- ^ Kunsthonig. Von Montag den 11

bas Samstag den 16. NovenÄr 1918 erfolgt gegen Borlaae des Lebensmittelkarte und 9tWiefennm dcs^ Be- Esabschinttes Nr.5 die Ausgabe von 250 «ramm lkimMonig festgesetzten Zeitbimkt den Kmtschonig nickü ab-! gdlv. hat, hat ketnen Ansprnch mehr darauf. Ter Meinverkaitfs- ^ sur das Pstmd Kunsthonig in kleineit Packungen (Würfel oder Platten rn Tosen oder Paketen, beträgt 75 PfenMg j» ^n-

Ssthe^A^Eil' dnppkarton oder Lolzgefäßon, 73 Pfei^g.

*

' A,. Personal,rachrkchten. Ter «wßherzog hat am Ist Oktober dem Bürgermeister, Ortsgerichtsvorste^rund Stnn- beS^amten FmednäiLung ,zu Höchst i, O. lie^ flffe Der^dorderts Philipps des Grvßmüti^^:

e, Land stur IN rolle. Di« im Oktober 1901 geborenen Londstnrmpsltchttgm der Stadt «ieftnt müssen sich am 15

ß'itw von 8 bis 12 und nachmittags von 2 bis

mrfbm ^ am Marktplatz zur Lsd^nrvlle

Kunstverein Die graMschx Mus- swllung, worunter dte Kollektion Silhouetten vrnr Knb^l MIadiener eltenso dte Kollektion Soll« Hasse dst sedE Thoma-RÄd^runMn und die Porträts von Marie Fe Ich!

Tntr mxh morgen, Sonrrkrp aeöss7wt Non wegen vollstmtdigeT^WEels det ©emnlbe 5 Tage geschlossen. Nach Beschluß des Borsdandes^ d^s Kwistveretns 'st,im Ausstellung Mhrend des Winters au Sonw norf> und Jueiiag von 111 lll» aeöißiet Erntrttt beträgt für Ntästmitglieder des KwrstvereinS 50 Wn^ Die Gießener Kunstsgmn-lumg W neuen SchU U

morgen. Svrmtas, von II1 geöffnet und wird voraussichtlich iwn Mitte November ab wahrend des Winters geschlossen bletbaT-

** Schwarz-Weiß-Lichl spiele (Seltersweg 81). Fern Midra, die berühmte Tragödin, wirkt mit ihrem Partner Mired Abel ab heute bis 9Ncmtag in dem Liebes- und Lebensbild Drohende Wolken am FirmameM". Außerdem tritt Herbert Paul- mWer in dem LustspielschlagerZwanzig Minuten Aufenthalt" ans. Es sinpen wieder täglich Vorstellungen von nachmittags 4 brs abends 10.30 Uhr statt.

Landkreis Gießen. '

** Hungen, 9. Oft. Tie hiesige Grvßh. Untererhebksterk, nnttrhält ein Postscheckkonto bei dem Postscheckantt Frankfurt a. M. (Dfr. 14 339) und ein Ueberweismrgskonto bei der Bezirksspartrsfe in Laubach. Xc*n Einwohrurn von Hungen und, Inheiden wird zur^ Verminderung des Bargeldumlaufs dringend empfohlen, künftig ihre Steuern und sonstigen Schuldigkeiten an die Uuterheüestell« üurch Ueberweisung zu entrichten.

** S a a s e n, 8. Nov. Der Musketier Gwrg D i r l a m vom Reierve-Znf«nterie-Regiment 72, 10. Kvrnpagme, Inhaber des Eisernen fvr«uzes zweiter Klasse, welcher seit dem 26. SeMember 1918 vermißt ist, befindet sich laut Meldung des Genfer Roten Kreuzes rn amerikanischer Gefangenschaft.

* Villingen. Tie hiesige Großh. Untererhebstelle untere hält bei der Bezirkssparkasse in Laubach ein Ueberwersungsbanto, Ten Einwohnern von Villrngen urrd Nonnenrvth nnrd zur Ver­minderung des Vargeldumlaufs dringend empfohlen, künftig ihre Sterrern und son-igen Schuldigkeiten an die Untererhebstelle durch Ueberwersung zu entrichten.

Kreis Büdingen.

t). Kohden 7. Nov. Heute wurde hier der Gefreite und ^ayver im Feldärt.-Regt. Nr. 61 Otto Uhl, Sohn des Land- und Gastwirts H«»rich Uhl III., unter großer Bettiligung bo- erdigt. Der Verstorbene stand seit Kriegsbeginn ununterbwchen an der Front urrd machte zahlreiche Gefechte und schwere Mmpfe mit, blieb aber von feindlichen Geschossen verschmtt. Vor kurzem Itarb er in einem Feldlazarett an den Folgen der Grippe. Er war mit dem Eisernen Kreu» 2. Klasse und der hessischen Tapfe^keitS. medallle ausgezeichnet. An seinem Grabe wurden zahlreiche Kranz«, medergeleat, u. a. auch von einem Vertreter des Regiments, dem hiesigen Ktiegerverein und den Schulkameraden von hier und Nidda. Ter Verstorbene war ein braver Mensch, voll glühender Be­geisterung und Liebe für sein Vaterland. Die Gemeinde hat einen ihrer hoffnungsvollsten jungen Bürger verloren.

Kreis Alsfeld.

** Alsdorf, 8. Nov. Mn 3. November verstmb hier der Be-trrebsMhver der Grübe Luft und Ilsdorf, Herr Johann Zeller, in kaum vollendetem 38. Lebensjahre. Welches Ansehen der früh Verstorbene weit genoß, und welcher Liebe und Hochachtung er sich erfreute, ging aus der Teilnahme an seinem Begräbnis hervor, das am Mittwoch aus dem Dorfkirchlhoft stvttftrnd. Die Trauer­rede hvelt Pfarrer Srebeck-Merlau. Eine Fülle hoher An. Erkennungen seiner beruflichen Vevdienstie wurden dem Verstorbenen durch Direftor Münker zuteil. Der Kriegerverein Ilsdorf, desim Vorstandsmitglied der Verstorbene war, grüßte den Toten durch, eure Ehrensalve.

Hessen-Nassau.

ra. Dillenburg, 8. Nov. In der letzten Stadtverordneten^ sitzmrg behandelte Stadtv. Dr. Dönges anläßlich der vor 25 Jahren erfolgten Einführung der Städtoordnung die Verwaltungstätigkeit dieser Zeisspanne. Tie Jahresrechnung schloß vor 25 Jahren mrt 176 000 Mark gegen 1061000 Mark in 1918: der Steuer­satz stieg von 110 auf 185 Prozent.

-- Frankfurt a.M., 8. Nov. Die geplante Erhöhung des Gasprerses um 20 Prozent ist heute durch einen Bescl>lnß des Magrstrates rückgängig gemacht worden. Ausschlaggebend für den Beschluß war die Rücksicht aüs die innere Lage.

X Hanau 7. Nov. Während die ErgmrzmrgÄvahLen zur Stadtverordneten Versammlung der dritten Klasse frü­her an drei Wochentagen stattfanden, ist in der heutigen Äadt- Vevordi ne ten srtznng, einem ÄTttrage der Sozialdernokraten entspre- chelch. .beschlossen worden, die Ergärrzimqswahren in der dritten Klasse diesmal an ernem Sonntage Vvrzunehmen. Schon vor Be. ginn der Sitzung hatten sich vor dem Ruthoache große Menschen­massen angesammelt. Auf der TcMsordnung stchrd die Anfrage eines Führers der Unabhängigen Sozialisten über den Stand der Lebensmittelversorgung. Aüch der Zuhörerraum des Sitzungs­saales war dicht gefüllt, vornehmlich mit Frauen. Ms die Anfrage vom Magistrat beantwortet wurde, entstanden Tumulsszenen, so daß die Sitzung abgebrochen werden mfufcte.

] f Marburg, 5. Nov. Auch die hiesige Stadtverwalttnrg will die Schädigilngerss welche der Krieg dem Handwerk zngefügt hat, ansgleichen helfen. So wurde in der heutigen Stadtverord- netensitzung eine Anleihe von 300 000 M k. beanttagt, dir dazu dienen soll, kriegsgeschädigten Handwerkern und Ge­werbetreibenden Darlehen zu 4 Prozent urtb 1*/, Pro­zent Abtrag zu gewähren. Was die Stadt bei der Zinszahlungs zulett, soll aus Mitteln der Ueberschüsse der Sparkasse beglichen werden. Ferner wurde der Beitritt zur S ie d el u n gs -Gesell- s cha f tHessische Heimatt' mit einem Kapital von 15 000 Mk. be­schlossen.

. hl. M ar bu xq , 8. Nov. Wie die hiesige Reichsbanknebenstelle mtttellt, beträgt das Zeichgrungsergebnis in ihrem Bezirk 14,2 Mill Mark.

Sietzener Hausfrauen-Beröi».

Kochanweisungen.

Spinat Pudding. 3 Psiritd am Tage vorher gekochtt und durchgetriebene KartoffÄn, 2 Pfund glckochten Spinatbvei, zwei Eder, etwas geriebenes Bcötckien, 1 Backpulver. Die Eier iverden gut verrührt, nach und nach die Kartoffeln und der Spinat daran gerührt, smvie das Bröhchcn, zuletzt das Backpulver gut burch- gerührt. Das Ge»M in die ausgefettete Puddingform getan und IV, 2 Stunden rm Wasserbade gekdcht.

Bunter Kartoffelsalat mit Rot- und Weiß­kohl. Ueber gargekochte, gesckEtt und in Scheiben gesäm ittene Kar­toffeln wird sogleich etwas heißes Wasser oder, wenn man Milch hat. diese lieiß darüber gesctchttet. Tann nmcht 1mm eine Mischung von Zucker, Essig, Salz uich Pfeffer, gibt eine ftingehackte Zwiebel MU und füllt fte über die Kartoffeln, die saftig durchuehen müssen Crn Ltück Rotkohl, ebenso weißer .KM, werden jedes für sich haarfein geschnitten, mit kocheiü)em .Wasser gebrüht und dann prm Mlaufen gebracht. Nun wird er mit gleicher Tunke wie zu den Kartoffeln übergosscn und dann in der Farbe abtvechslungs- weise m Häuschen um den .Kartoffelsalat gelegt. Sehr wohlschmeckend ss t es, wenn etwas Kissnrnel unter den Whl ge.mischt ist

Gelberübensalat mit Kartoffeln. IV, Pfund Kar- wsseln wwdeu gekoäft, abwyom*, in Scheiben geschnitten, ebenso 1 Pssmd Gelberuberr, welche dann mit etwas Essig besprengt wer­den. ^n dem Rübnrkvckiwasser löst man 1 Brühwürfel auf ver­kocht ihn mit emem kalt angerührten Teelöffel Kartoffelmehl imd fügt, tvenn dm sämige Tunke ettvas aügekühlt ist, Oel oder Butter ba^^svwre^Essm. Kartoffeln und Rüben werden abwechselnd in eine Schüssel gelegt, die Rübeir mit gehockter Petersilie' bestreut Stf 1$* tzZembt irem essvas von der Soß>, läßt den Salat einig, ^.ssmdon durchtz^hm und schMmkt ilm vorsichttg durch, damit die Scherben nacht zerbröckeln.

Bei Grippe haben sich ebenso wie bei Katarrhen der Lllft- röhre und des Rachens Inhalationen mit Eucalyptus-Oel stets gut bewährt. Ein handlicher, durch seine eigenartige Konstncktion hier­für besonders geeigneter Apparat ist der Saug-Jnhalator .Taunus- der Pharmakon-Gesellschaft in Frankfurt a. Main. Derselbe er­möglicht wegen femes geringen Gewicht« Westentaschenformat und billigen Anschaffungspreises (Mk. <50 einfchließl. eines Fläsch­chens In Eucalyptus-Oel) jedermann die regellnäßige Anwendung ohne Berufsstörung, nanwntlich auch als BorbeugungLmittel. Erhältlich tv Apotheken und Drogerien. 8£08kr