Nr. 25? Zweiter Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Freitag, \. November \9lS
Au» Stadt «nd Land.
Gießen, den 1. November 1918. KriegSteueruugSzulagen.
DaS Großh. Staatsministerium har wegen einer Abscylagszahllrng auf die den Beamten usw. zu aewahrertde einmalige Kriegsteuerunaszulage das nachstehende Äusschreiben er- lassen: Das Großh. Staats Ministerium an sämtliche Grösst). Be- hörtttn und Beamte, Volksschullehrer und -lehrerinnen, Staats- drenftanwärter. gegen Monats- oder Jahresvergütung beschäftigtes Sdaatsved um stete, Schulverwalter und -Verwalterinnen, Schul- gehilfen und -gehilfinnen. Die Großh. Regierung wird in dieses Tagen den Oandständen eine Vorlage zugel^n lassen, wonach den'-- jentgen Personen, die am 1. November 1918 eine lausende Kriegs-? teuerungsbeihilfe -nach unserem Ausschreiben vom 13. Juli d. I. zu Nr. St Dc 7381 aus der Staatskasse beziehen (Staatsbeamte, im Staatsdrenst verwendete Anwärter, staatliche Bedienstete, Volks- sa nule hrer, Schulverwalter, Schul ge Hilfen, -lehrerinnen, -vermal-? terinnen und -Gehilfinnen, sonne in den Ruhestand versetzte Beamte usw. und versorgungsbercchtigte Hinterbliebene von. solchen) eine einmalige Kriegst euer unasznlage gewährt werden soll. Mit Zu-j stimmm^ der Zweiten Kammer und des Ersten Ausschusses dest Ersten Kammer soll hieraus alsbald ein Betrag von 59 v. H. des Jahresbetvags, den der einzelne Beamte usw. nach dem genannteil Ausschreiben als lcmsende Kriegs teuerungsbeihstse (Familien-' zuschutz und Kinderzulage) am 1. November d. I. b^ieht, aus- tTezachtt werden Insoweit bargeldlose Uebenveisung erfolgen kann/ ist sie alsbald zu bewirken: Barzahlungen kömren erst vom 5. November an erfolgen. Die die Dienstbezüge auszehrenden Kassen und! ^rnweisenden Stellen wollen hiernach verfahren. Die Quittungen« sind möglichst so einzurichten, daß die später über die ReslZa^un- gen auszustellenden Quittungen aus dasselbe Blatt gesetzt werden können: sie sind deshalb auch Von den ablieferungs pfli/chtigen. Kassen einstweilen zurückzubehalten, Tie Beträge sind bei den fcmfeuben Zkriegstenerungsbeiyilfen zn verrechnen. — Der Papiers knappheit wegen geht dieses Ausschreiben nur darr Behörden und den aus dem Lande wohnenden VolksschMehrern,zu, den Beamten usw. und den in den Städten wohnenden Volksschullehrern ist es von der Vorgesetzten ®betle zur Ernsicht vorzistegen.
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** Amtliche Personalnachrichtcn. Der Großherzog empfing am 30. Oktober zum Vortrag: den Staatsminister Dr. v. Ewald, den Minister des Innern Dr. v. Hom b e r gt zn Vach, den FinanMninister Dr. Becker, den Vorstand des Kabinetts Wbckl. Geh. stiat v. Römhcld; außerdem den Geh. Medizinal- rat Prosesior Dr. Stahl-Gießen. — Der Groß Herzog hat am 16. Oktober den Regierirngsbcurnreisder Adolf Mangold aus Darmstadt zunr Kreis bauinspek/wr ernannt. — Die endgültige Anstellung als hcssisck/er Vvtkssckmllehter wurde erteilt am 22. Ok- wber dem zuletzt an der VvlVssckMle in Alzey verwendet gewesenen Schulamtsaspiranten Karl Zwick aus Erstiweiler (Pfalz), zur Zeit Lehrer an der Deutschen Schule in Asuncion ^Paraguay).
Aus dem M il i t ä rw ochen b la t t. Befördert: zum Lt. d. Ldw.-J. 1. Aufg.: der Vizeseldü».: Rühl (I Tarmstadt): xum Lt. d. Res. d. FÄdart.: der Vizewachtm. : Göckel (Worms); Dr. Stuhl argen d. Leibgarde-J.-R. 115, zum übe rzähl. Ob.-St.- Arzt ernannt. Im aktiven San.-Korps unter Belastung in Kriegs- stellen «ng-chtMt: Tr. Blaß, Assist.-Ar-t d. Res. (Worms), als Assist, -Arzt mit einem lPatent vom 23. April 1917 b. Füs.-Reg. 80. Für die weitere Tauer des Krieges zu Kriegs-Assistenzärzten aus 'Widerruf ernannt: die landsürrmyflickchigen, nrtt Kriegsstellen auf Widerruf b.chiehenen Aerzte: Dr. Ploch (.Karl) (Gießen). Dr. Rusch August) (I Tarmstadt). Für die Dauer ihrer Verivendung rm Kricgsi anitätsdicnst zu Feldl/stssärzteir ernannt: die nichtappro- vierten Unterärzte (FeDunterärzte): Lentz Erich) (I Tarmstadt), Rau Hermann) (Gießen).
** Das Großh Hessische Regierungsblatt. Beilage Nr. 17. nusgegch-en den 29. Oktober 1918, hat folgenden Inhalt: 1. Uebersicht über die in den Gemeinden des Kreises Büdingen zu erhebenden Geuveindesteuern für das Recharungsjahr 1918. (S. 169. — 2. Uebersicht über die in den Gemeinden des Kreists Mainz zu erhebenden Gemeindesteuern für das Rechnungs- rvhr 1918. ('S. 171.) — 3. Dienstivachrichten. (S. 173.) — 4. Dienstentlassungen. (S. 176.) — b. RuhestandÄ>ersetzungen. (S. 176.)
** Beseitigung von Transportstörungen au den Eisenbahnen. Me uns mitgeteilt worden ist, sind die Verfügungen des Stellv. Genevallommandos vom 19. Dezember vorigen Jahres, Abt. HI. 6 Tgb.-Mr. 26 095/7072, betreffend Besertianng von Transportstörungen, und vom 20. Juli d. I. Abt III b Tgb.-Mr. 16 463 '3308,. betreffend Be- und Entladung von Eistnl°ahir.vagen, sowohl beit Gemeinden, wie auch den Fuhrunternehmern usw. meist reicht genügend bekannt. Da die VerVehrs- läge aus den Staatsbahnen wieder in ein solches Stadium ein* getreten ist, daß die genaue Befolgung dieser Verfügungen zur strengen Pflicht gemacht werden muß, lvird aus chie besonderst hin gewiesen.
Auszeichnungen. Kveisstra ßenmeit der Friedrich Kirnpel erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse, früher die Hess. Tachmkei : s Medaille. — Der Musketier Karl Pfeil von hier vwrrbe mit bem Eisernen Kreuz ausgezeichtret.
Lll. Ti-e L andes univer si t ät Gießen beabsichtigt ihven Studenten im Felde eine Weihnachtsgabe zu schicken. De Angehörigen der Gießener Studenten werden gebeten, das Universitäts-Sekretariat (Bismarckstraße 22) durch baldige Mitteilung der Feldadressen zu unterstützen.
** Der Gie ßener Konzertverein teilt mit: Endlich ist es gelungen. die Herren Schnabel und Fl e sch zu einen: Konzert für Gießen zu gennnmen: seit Jahren war es versucht worden, dieses mit den Brüdern Busch an erster Stelle stehende Künstlerpaar für ein hiesiges Konzert zu verpflichten und immer sck«eitert: es a, der \baxten künstlerischen Inanspruchnahme beider Herein Tü )Misikzeitungen und Kritiken heben allgemein das reist binrr .ahvelunge Gennnnsanckeit des Studmnrs und höchste nrusckvtisck. Intelligenz durck>aus klassische Zusanrmenspiel, das cm
bsc Zeiten Drahms-Jüüchim erinnert, hervor. Das Pro- grc..:m bringt die bcLrmrdc G-Dur-Sonate von Brahms, auch .RegOtsomür" gemmrnt, tveil in den: letzten Satze das Thema des Rk^enliedes von BvalMs veNoendet ist. Tie Sonate stammt aus der besten Zeit dieses ersten unter den neueren Komponisten, richtiger gesagt, den Nach-Klassikern. 1878 komponiert, erschien sie 1880. Bezüglich der A-Dur-Sonate von Beethoven, der „Kreutzersonate^ß sei daran erinnert, daß Beethoven sie.dem Pariser Violinvirtuosen Rudolph Kreutzer widmete. Sie erscküen 1805 und kaim sckKchlloeg „die Vrolinsonute" des Meisters genannt rv-erden, da sie die großsügigste und bedeuteitdsbe ist. De liebliche M o z a r t s o n a t e in L-Dur bereu besonderer Reiz in der reichen Ausbildung des harnronischeu Elements liegt, gehört mit zn dem unverwüstlickien Bestand wrsever Kammermusilliteratur und vervollstäudigt das ^rvoroagend sckwne Programm, das allen Musikfreunden einen außevockxmllichen Kunstgetruß bieten dürste.
Kreis Büdingen.
Eckartsborn, 30. Qkt. Heute wurde der im Elsaß durch einen Granatschuß gefallene hiesige Landrvirt Theodor Bach nach, Ueberführung in heimallickZer Erde beigesetzt. Ein zahlreiches Trauergefolge aus der ganzen Umgebung gab das letzte Geleite. Pfarrer Naumann von Schwickiartshausen helt die Grabrede.
nt. Leidhecken, 1. Nov. Ter Fcchrer Otto scheid, in einem Feldart.-Regiment, wurde bei den schweren Kämtpstn im Westen mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasst ausgezeichnet.,
Kreis Alsfeld.
Z. Zell, 30. Okt..Den Heldentod fürs Vaterland starb nach über Ifahrigem Fvontdierrst durch Granatvolltreffer der Sergeant und Käsereibesitzer Gustav Zimmermann. Er war rm Besitze des Eisernen Kreuzes Und der Hessischen Tapferkcitsmedaille.
Kreis Friedverg.
nt. Wölfersheim. 1. Nov. Hier feiert heute Johannes Müller IV. in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 90. Geburtstag. In weiten Kreisen ist das Geburtstags^kind be- varrnt unter dem Namen „Dagonerhannes^, eine Bezeichnung, die von fernem Vater, dem ,,Tragower-Fritz", aus ihr: über- goeangen ist. Letzterer kätirpste 1812/13 als hessischer (rhein- bündlerischer) Dragoner an der Katzbach gegen Blüchers Heer, geriet in preußische Gefangenschaft Und wurde darrn preußischer Soldat. Nach den Kämpfen in Frankreich erlßell er seinen Abschied, nnlßte aber, in die Heimat zurückgekehrt, in Tarmstadt nachdienen, weil er zn den Preußen gegangen: war. Im Jahre 1848 machte der alte Trag«oner nochmals von sich reden, als er sich gegen die .Idrwval- leck' stellte.
(In einem Teil der Auslage ioicde:cholt.)
Die Meite Sihmrg der deutschesterretck>ischeu National- versaunnlung.
Wien, 30. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Tie de utsch- österreichische Mationalrersammlnng hielt heute ihre zweite Sitzung ab. Saal und Galerien waren voll besetzt. Im Einlaus befanden sich zahlreiche Begrüßungen aus Deutsch- Oesterreich. darutrter von den Rektoren der deutsch-österreichischen Universitäten Tie Nationalversammlung beriet zunächst die an den Präsidenten Wil sv n zu entsendende Note. Sämtliche Redner protestierten gegen die letzte Note des Ministers des Aeußern Grafen Andrassy an Wilson, wodurch die Gefahr eines unheilbaren! Risses zwischen Deutsch-Oesterreich rmd Deutschland entstand. Sie wandten sich dagegen, daß diese Note ohne Einvernehrnen mit der deutsch-österreichischen Nationalv-ersammlung abgesandt wurde und protestierten gegen die beabsichtigte Annexion deutscher Gebiete durch den tscheckw-slowakischon Staat. Der Sozialdemokrat Ellenbogen bezeichnete den Abfall von Deutschland als eiuerl schmählichen Treubruch. Die einzige Sicherung des deutschem Volkes gegen die Preisgabe seiner Jrrteressen sei die Konstituier rung des deutsch-österreichisck-en Staates als Republik. Abgeordneter lPantz (deutsche UnabhängigkeitsPartei) beantragte, in die Note an Wilson einen Passus aus^unehmen. der das Selbstbestimmungsrecht auch für die Deutschen in Ungarn ausspricht. Er stellte einen Antrag zugnnsterc der deutschen Brüder in der Bukowina und erklärte, die Zukwrst des neuen Staates liege hi dem Anschluß an das Deutsche Reich. Der deutsch-radikale Abgeordnete Woks betonte die Notwendigkeit, daß die sldational^ Versammlung 'rasch die Exekutive überrrehme. Die Nationalversammlung nahm hieraus die bereits gestern gemeldete Note an Wilson an und wies den Antrag Pantz an den Vollzugsausschuß zurück. Es wurde auch eine Resolution des Vollzugsausschusses über die Note des Grafen Andrassy an Wilson angenommen. Diese Resolution besagt: De provisorische National- versammlujnig Teutsch-Ocsterreichs billigt den Versuch des Ministers des Aeußern, so rasch als möglich zu Verhandlrmgen über einen Waffenstillstand zu gelartgen. Es sei jedoch nicht rrotwendig und daher nicht zulässig gewesen, diefcn ^Versuch auf eitne solche Weise zu unternehmen, daß dadurch zwß cherr Deutsch-Oesterreich U7id dem Deutschen Reich eilt unheilbarer Riß entstehen^ könne, der die -Zukunft unseres Volkes gefährde. Tic provisorische Nativ'nalversammkung Deutsch-Oesterreichs protestiere gegen das Vorgelien des Ministers des Aeußern, der die Note an Wilson versaßt und abgesandt hat, ohne mit den Vertretern der deutschen 'Regierung in Oesterreich ein Einpern-ehrnen gepflogen zu haben, um so mehr, als die Nation, der der gegenwärtige Minister des Aeußern angehöre, jede Gemeinsamkeit ausdrücklich ablehnt. De Nationalversammlung erklärt, da^einzig und allein sie und ihre Orgmre befugt sind, das deutsch-österreichische Volk in de< äußeren Politik, insbesondere bei den Fricdensverl)vndlungert zn vertreten. Tie MtionalVersammlung nahm hierauf nach kurzer Debatte einstimmig den provisorischen Verfassungsentwurf für Deutsch-Oesterreich an. Im Laufe der Debatte erklärte der Sozialdemokrat Tr. Renner, die Frage der Dynastie sei vom Vollzugsausschuß absichtlich nicht zur Erörterung gebracht worden. Der Vollzugsausschuß sei der Anschartung, daß di4 D-ynastie, der Hofstaat und alles, was staats rechtlich dazu gehöre, zu jenen An-gelegen.heiten gehört, die allen anderen Nationen mit
uns gemeinsam sind. Tie Entscheid«mg über diese Gemeinsamkerten , liege nicht in der Hand des deutt'ch-üsterreichisckien Volkes allein, J sondern aller Völker. Der delcksck^tmtiouale Mgeotdnete H u m me r ^ (llnabhängigkeitspartei) beantragt, sich an das Deutsche Reich zum Schutz der deulsch-österrctck-isck^a Staates zu lvcndan, soane daß von beute ab alle Angelcgcuyciten der Wehrmacht, welche aus dem Gebiete des dcutsck?-öslerreick):scheu Staates 'lammen ober " sich als feilte Bürger bekennen, ausschließlich der Befehlsge,valt ^ des deutsch-österreichischen Staates mrd seiner Beauftragten unter-- stellt lverden. Ter erste Antrag wird als nicht zum Gegenstand der Verl>andlung gchörig als selbständiger Antrag bci-andelt. Der zweite Antrag wird dem Vollzugsan schuß/zugewicsen Sodanrt^ werden die Präsidenten und die Mitglieder des Staatsrates, deren) > Ersatzmänner so.ric der Staatsgerichtshvf gewählt. Zu Prändenven werden gewählt Dr. Dinghöfer deutsck^nattonal), Hauser (christlichsozial), Scitz (Sozialdemokrat). Im Laufe der Debatt« machte Abgeordneter F r e i ß l e r Mitteilung von der^Konstttuie- rung der deutsch-österreichischen Provinz Sudeten^ l aud, bestcheitd aus Deutsch-Nordmähren und Deuts-ch-Nord»',; schlesien. Nach dem Referate des Abgeordneten Urban amrden dir Anträge betreffend die Arbeitslosen und den Arbeiterschutz cmgenom- t ) men und sodann die Ernährungsftage zur Verhandlung gezogen. ’ 1 Schließlich wurden die Anträge betreffend Herstellung der vollen ■ Preß-, Vereins- inte. Versammlungsfreiheit ohne Debatte angenonp ' men. — Die nächste Sitzung wird in schriftlichem Wege bellmnl- < ■ gegeben werden.
Di« Vorgänge in Prag.
Wien,.30. Okt. (WTB. Nichtanrtlich.) De Blätter bringen j über die gestrigen Vorgänge in Prag noch folgende Einz^ heilen: Vormittags fand eilte foztaldemokratische Versanrmluing statt nt der radikale und antidynasttsche Forderungen gestellt wurden, u. a. die Etttferuung des Kaiser Franz-Denkmals von dem Kal Tie Ferdinandsstraße wurde in Masarykstraße, der Franzkai ill Straße der Ts chechosbo waken -^Legion, die Franzensbrücke Q Mlsonbrücke um getauft. Jnzwisck)en dauerten die Friedenskund ^ gedungen in der Stadt ununterbrochen fort. Uttter Absingen txn Nationallie-dern wurden Massenumzüge veranstaltet, wöbe Offiziere trnd Soldaten mit tschecho-slowakischon Fahnen den Bor tritt hatten. Abends waren zahlreiche Fenster illuminiert uw - Bilder von Wilson und Masaryk ausgestellt. Tie Ruh wurde -nirgends gestört und die Ordnung von Polizisten und Mtt gliedern der Softilvereine aufrechterhalten. Auf der Prager Bur war vormittags die tschechische Fohlte gehißt.worden zum Zeichen daß die Burg in die Verwaltung des Rationalwusschusses überge ngen ist. Vier drahtlose Stationen in .Prag winden von de itttng der Nationalwehr übernommen. De Kaserne des Eger länder Jnfaitterieregiments Nr. 73, die seit Jahren in Prag gar tnisoniert ist, steht bereits unter dem Konrnvcmdo der Svkoln. Di Egerläitder verlmtgten den Abzug in die Heimat. Dies wurde unte der Bedingung bewilligt, daß sie Waffen urch Munition ztirücklaff«
Tie Uebergak: der Prager Postdirektion und der Finanzlander direktion wurde bereits vollzogen. De Zölle werden ebenso m die Steuern für den tschocho-slowakischen Staat eingehoben. Dk tschechische Nationalansschnß setzte als Geburtsdatum für. de tschechisch-slowakischen Staat den gesttigeit Tag fest. ' A die Presse ergitrgen Weisungen nnd Zensurvvrschriften, daß vr allem Angriffe gegen die Tpnastie Habsburg unterhlerbett sollet E— Das agrarische Blatt „Venkvw" v«eröffentlicht die Genera) stabsberichte der Entente unter der Ueberschrift „Kriegsberich ünserer Bundesgenossen" und den österreichischen und den den schen Heeresbericht unter dem Titel „Beruhte des feindliche General stabs".
Kmrdstebimykn in Budapest.
Berlin, 31 Okt. lieber die Herrschaft des MklitorratS i Buda p e st wird der „Voff. Ztg." berichtet: Gestern abend ve sammelte sich eine vieltausendköpfige Menge «ruf de Gieselarplatz vor dem ungarischen Nativnalrcü. In geschlossew Kolonnen Hvgen vier Regimenter Soldaten unter Führung ein, Osffziers heran und schworen dem Nationalrat du Treue T Demonstranten durchzogen unter unbeschreiblicher Begeistenmg d Straßen der Hauptstadt. Hierbei kam es dazu, daß zwei Mttglied des Militärrats verhaftet wurden. Es waren zwei jutrge Of^zin Sie wurden abgeführt. Ter eine wtnde schon nach einigst Schri trn von der Menge befreit. Ten andern brachte man zum Pla kommandv. Die Menge stürmt nach. Tie Wache wurde an d Gewehre gerufen. Wie ein Mann stand dann die Bereitschaft d Platzkommartbos zur Stelle, alter nicht, um' sich gegen die Menge T wenden, sondern um sich bewaffnet an die Spitze der Demonstrant! zu stellen. Dr Zug bewegte sich in eine der Vorstädte, wo d> Militärgefängnis besttirmt wurde imd sämtliche dort in .Haft b sindlichen militärischen Häftlinge tmd wegen polittscher und mü tärischer Vergehen verhafteten Personen und Soldaten besr, wurden. Es wurden Hochrufe auf die Republik ausgebracht. 4 Aufftändischen besitzen reichlich Waffen und Munrtion
Geneml Stein.
Berlin, 31. Okt. Tie „Dutsche Zeitung^ stelll fest: Gen« Stein hat niemals ein Jahrcsg.'halt von einer Rüstung firma bezogen. Beträge zu literarischen Unternehnrun-gen od vaterländischem Orgamsattonen, die ihnt als Leiter derselben ? gegangen sind, sind stets in deren Interesse verwendet worix
Bei Grippe haben sich ebenso wie bei Katarrhen der Lu röhre und des Rachens Inhalationen mit Eucalyptus-Oel stets ; bewährt. Ein handlicher, durch sein« eigenartige Konstruktion Hb stir besonders geeigneter Apparat ist der Saug-Jnhalator ^Taunr der Pharmakon-Geselljchast in Frankfurt a. Main. Derselbe möglicht wegen seines geringen Gewichts — Westentaschensormat und billigen LlnschaffungspreiseS (Mk. 4.50 einsehließl. eines Fläs chenS I a Eucalyptus-Oel) jedermann die regelmäßige Anwendu ohne BeruiSstörnng, namentlich auch als VorbeugungSntittel. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. 8201
und varlevcmkassmlOcmc, öandclt töricht. Sie find zinslos, bei Brandfällen und Diebstählen tritt völliger Verlust ein.
wer Kriegsanleihe zeiümet, öanflelt Klug.
Sein Seid Ist ebenso sicher angelegt wie ln Banknoten, und noch nützlicher, denn er erhall halvsährllch roistcher seinen Zins.


