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Weitere Presseftimmen ur Wilsonnotr.

Am fte r öctit, 16. -Oft. (WTB.Nreuw txm

oem Tag" schreibt yux Antwort Wilsons: dttckZt Wilf-on gibt bic Antwort an Berlin, Foch siöt sie, so wie bereits Element eaus Blatt unumwunden geschrieben .hat. Foch gibt sie ohne Worte, nur durch die Fortsetzung, des Krieges. Nun hat man jedoch das zu fragen: Warum denn all das berede über einen Waffen- slillltw'd und die BediuMNgen dazu.? Darum hat Wilson, als ferne Vermittllmg angerusen wurde niche sofort gesagt, was er letzt srsagt hat? Warum stellt er sich der Beschuldigung bloß, daß

den Gegner mit Reden hmHÄt, während Foch weiter darauf losstt^lägt? Man will nicht uttterhanöeln, man ,vill nur die FriedensbÄnngungen diktieren, will Rache urrd Entschädigungen wenn es auch und das ist das allerschlirmnste niemals zu einem Völkerbund kommen sollte und bk verhängmisvolle politi­sche Lage von 1914 noch.jahrhunderllang verewigt werden sollte Tas ist das Tragische an der Lage, die die Amwort aus Washing. ton jetzt ins Helle rückte. Wenn die Welt dann wie>er ganz in Ebnd sich befindet und eine düstere Zukunft vor sich hat, dann wird sie vielleicht die Reden des Präsidenten Vifion noch einmal dlnrl'l'sen und mit Schmerz bemerken, daß dieser Idealist, als man .den Frieden nahe wähMe, der von seiner Entscheidung ao- hängen komite, keinen anderen Ton anzuschagen wußte, als den Ton der Ententepresse die ihm nun zujubelt.

,JmBerl. Lokalanzeiger^^ wird gesagt, wenn man die neueste Lei sinn g Wilsons gebührend kennzeichnen wolle, könne man auf eine Rede Sckwide manns verweisen, der heute als Staatssekretär bei <Glen entscheidenden Maßnahmen der deutschen Neichsleitung mit- znwirken berufen sei. Scheidemann sagte u. a.: Diktiert die Entente den Freden, dann wehe dem deutschen Handel, Ivehje der böirt* scheu Industrie, dreimal wehe der deutschen Arbeiterschaft. Die Brotlosmachung von Millionen deutscher Arbeiter steht auf dem Spiele, we.rn wir einen Frieden der Eirtente arrnehmen müßten. Elend und Not durch viele Jahrhunderte hindurch würden uns zum Bettel Volk Europas stempeln.

Rotterdam, 16. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) DerNieuwe Courant" schreibt: Die rreueir Fvrdermrgen von Wilson sind keine Amwort aus das deutsche Ersuchen. Es find neue Bedingungen, von denen nicht gesagt wird, daß ihnen imbere folgen werden. Diese Forderungen gleichen viel mehr dem Verlangen nach völliger Kapitulation, als einem anderen. Aber vielleicht sind sie doch so weit davon entfernt, als es sich mit den Wünschen von Wilsons Bundesgenossen noch gerade vereinigen ließe.

Wien, 16. Oft. (WTB. Nichtamtlich., Die Blätter sprechen übereinstimmend die Ueberzeugung aus, daß die neuen Forde­rungen Wilsons Deutschland vor neuerliche schioerwiegende Ent­scheidungen stellen und den Friedensweg in eine hindernisreiche Richtung bringen, ohne ihn aber vollkommen zu versperren. Die Mehrzahl der Mütter führt aus, daß Wilson bezwecke, das deutsche Volk zu demütigen oder in einen Verzweislungskampf hineinzutreiben, weil er dadurch den von ihm propagierten Frie­den der Versöhnung und Verständigung sowie einen Dauerfrieden unmöglich machen würde.

DieNeue Freie Presse" fragt, wie sich Wilson der Vor­stellung hmgeben könne, daß sich das deutsche Volk aus Uirttr- Ivürfigkeit gegen eine Person, wie eine Herde in die Schlacht trerben lasse und daß 70 Millionen mehr als 50 Monate darben Eine solche Hingabe und Oferöereitschaft könne nur der Treue zum Lande

rri.ck.lt dam Gehorsam gegen einzelne Personen entspringen

DaS Matt verniutet hier den Einfluß von Paris und Venn ißt in der Antwort Wilsons die in seinen Punkten so dringend empfohlene

unparteiische Gerechtigkeit und den von ihm gewünschten Aus gleich, der den dauernden Frieden herbeifüHren soll.

Auch dasNeue Wiener Tageblatt" sagt, man komme nicht darüber hinweg, daß Wilson Rich.er und zugleich Partei ist, so viel Entschuldigungsgründe man auch um des Friedens willen für seine Parteinahme geltend machen mag.

Haag, 16. Oft. Der Londoner Korrespondent des Haager Nieuwe Courant" verrät, daß eine der Bedingungen des Waffen­stillslandes die sein wird, daß die deutschen Heere sich hinter c>en Rhein zurückziehen und daß die Alliierten die>eutendl'ten Brückeir- köpfe am Rhein besetzen.

Rotterdam, 16. Oft. Reuter meldet aus Nenyork: Die Mütter besprechen Wilsons Gegenantwort als 2lufforderung, die Hohen zollern-Dynastie abzusetzen und sich bedingungslos zu er­geben.

Für den Frieden.

Okt.,Proletaire" meldet, daß die französischen Arbeiter verbände große Aundgebungcn dagegen vorbereiten, daß WLlsons FrredenSabsichten durch die Ententeregierungen vereitelt werden.

In Lyon, Marseille und anderen Städten Süd Frankreichs fan­den ^ letzten Sionnüag Friedenskundgebungen statt. In Lyon forderte der Präsident der Gewerkschaft«! zu einem zwölf ständigen Lympathrestreik für nächsten Samstag auf als Demonstration, für amen Lölkerfrreden.

DerVorwärts" gegen Bolschewismus.

Berlin,.17. (Oft. In einigen Fabrikeir Groß-Berlin, so sts^erbt derVorwärts", sprechen manche Leute von einer Re­hrerung Haase-Ledebour als von einem kommenden Ereignis HnasEdebour ist für sie ungefähr die deutsche Ucbersetzung von Trotzki-Lenm. Die Regierung Haase-Ledebour soll die Diktatur des PwlLtarurts verkörpern, die aus die Herrschaft der Arbeiterräte ge­gründet sein soll. Kennten die Phantasten das russische Vorbild so würden ivahrscheinlich auch sie nicht glauben, auf diesem Wege etwas tzr,daS zukünftige Glück des Voltes erreichen zu können. Ob der Bolschewismus jetzt dazu kommen wird, das russische Volk glücklich Aumachen, ist noch sehr die Frage. Wir appellieren an die Ein­st chtt gen ünd an das Gewissen der Genossen, die in Jahr.zehnten des Klassenkainpses geschult sind. Törichte Streiche machen wir nicht nnt.

Kundgebung der unabhängigen Sozialdemokraten.

Berlin 16. Oft (WTB. Nichtamllich, Am heutigen nach- nttttag veranstalteten die unabhängigen Sozialdemotraten eine Kundgebung vor den^ Reichstagsgebäude. Zunächst hatten sich unge- nhr ,00 Personen eingefunben, welche von der Polizei ohne Waffengewalt zerstreut wurden. Später gelang es einer größeren Kündgebern, die sich noch durch Zuzug Neugierigen verstärkte, durch das Brandenburger Tor in die Straße Unter den Linden einzudringen. Sie gelangten unter Johlen und Schreien) brs xur Charlotten straße, wo sie von der Schtitzmannschoft mit der blanken Wage zerstreut wurden. Es fanden im ganzer drei Fest­nahmen statt.

Demokratisierung Bayerns.

* 16 Oft. (WTB. Nichtamllich.) Tie liberale Land-

ragsfrartton hat rn der Kammer folgenden Antrag eingebracht: Tic hcuttge Lage der Umgestaltung des Versa,'sungslebens im Reich erfordern auch tür Bayern ein neues Reg.erungssystem und maß-

Danksagung.

Allen, die uns bei der Beerdigung unseres lieben Lohnes und Bruders so viel Liebe und Teilnahme erwiesen, sagen wir unseren herz­lichen Dank.

Familie Jakob Deutsch.

Lang-Göns, 16. Oktober 1919. > 06054

Hebenden Einfluß der VoWverWalttrng auf die Zusammeusetzuna der Regierung. Zur ersolgre:.chm Führung der Geichchp- "nd zur

Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in dieser schweren erregten Zeit ist es notwendig, der Regierung das Vectra,,eu zu sichern. das ein bloßes Beamteumiinsteriurn bs ondcrs unter den lMittgen Verhältnissen uccht besitzt. Alle Partien des Landes müssen unverwellt durch die uotlmmdig-en Reformen in di' Lage verletzt werden, durch Männer ihres Vertrauens die Ver au Wartung tur tne jJtcgicnmß mtt zu übernehmur, und haben. Lndererseils die Verpflichtung, die,er gemeinsamen Verantwortung sich nicht m entziehen.

Die französische Zivilbevölkerung und ihr Abtransport.

Berlin, 16. Oft. (WTB. ^ Nichtamtlich. > Da sich in der Gegend von Cambrai und Touai schon wochenlang schwere. Kämpfe abipielem sah sich die Heeresleitung verp,lichtet, 'die ZirilbevÄL- nmg rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Cambrai und Touai sind bereits ,ett Anforrg September, als englische ftanmua die Städte bu bescweßen begannen, geräumt worden. Tie Wbeföröeruug war erne sehr schwierige Sache, da vor allen Dingen die Ostaus- gange der Stadt unter Feuer gehalten wurden. Man gab der Be­völkerung durch üffeirtstche Anschläge mehrere Tage zuvor die Ab- bewrderung bekannt. Darauf ersvlgten die Personttcl)e Aufforderung an die Famckren, Be,prechungen mit dem Bürgermeister, die Ausgabe von Einteillirrgsk-arten an die Familien, die Eiureit'wg in Kolonnen imb Verp.legungsw -sga.be für mehrere Tage. Außer­halb des Ortes waren Sammelplätze angelegt. Von der Militär­behörde waren Pferche, Wagen und Eife:wahnzüge Mr Verfügung gestellt, dre ,ür die Zeit und Tauer des Abtransportes der Be­völkerung für Militärzivecke gesperrt waren. Tie Koloimen wurden ^n Beglertmaarnschaften überiwmmen, die sie auf befohlenen. Straße n n ach Orten des Hintergeländes brachten, nach denen O.uarttermacher vorausgeschickt waren. Man trug dafür Sorge, m ...Fa^ürenangehörige beisammen blieben und erlaubte der Mvvlleruug. das Nötigste von ihrem Hab und Gut mitzunehmen. Sre machten davon auch ausgiebig Gebrauch und führten auf Darren, selbstgezimmerten Wägelchen und größeren Wagen alles Mögliche nnt stch. Auf den Wasserstraßen Nordfranftelchs trans- portterte man Greise, kranke und Kinder, die den Anstrengungen des Fahrens auf den Landstraßen nicht gewachsen gewesen wären So wurden sachgemäß auf Kähnen Mas Douai 500 Kranke und Krüppelftnder und 250 kranke Frauen aus Privathäusern und Lo>Eerii unter 2Urfficf>t eines Arztes und mit Unterstützung von Santtatspersonal vor den englischen Granaten in Sicherheit- gebracht.

Dampferdienst RevalHrlsingfors.

o- 0 fWTB. NiclHamtl.) Tie Hamburg-Amerika-

Lmre frat heute gemernschaftlich mtt der Finska Augfartyge A-B erneu ttagltthen Tanrp-ferdienst zwischen Reval und Helsmgfors eröffnet.

locleZ-^nreiZe.

Oott ciem ^I!mäckti§cn hat es gefallen, meine treusorgende, innigst- geliebte Gattin, unsere liebe, gute Mutter und Tochter, Schwieger­tochter, Schwägerin und Tante

Frau Anna Marx geb. Boß

nach kurzem Leiden gestern abend 11 Uhr im Alter von 24 Jahren zu sich zu nehmen.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: August Marx, Fuhrunternehmer Familie Georg Boß, Altenburg (Hessen) nebst Kindern und allen Angehörigen.

Gießen (Wolkengasse 18), den 16. Oktober 1918.

Die Beerdigung findet Freitag den 18. Oktober 1918, nachmittags 2»/. Uhr auf dem Neuen Friedhof statt.

Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass unsere herzensgute Tochter und Schwester

In tiefem Schmerz:

Familie Koob.

Lollar, den 17. Oktober 1918.

Die Beerdigung findet Freitag den 18. Oktober, nachmittags 4 Uhr, statt

im blühenden Alter von 19 Jahren am 15. Oktober nach kurzem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist.

Nach Gottes unerforschlichem Ratschluss wurde mir, nach­dem mein innigstgeliebter Mann vor vier Jahren sein Leben fürs Vaterland opfern musste, nun auch mein einziges heiss­geliebtes Söhnchen, unser Enkel und Neffe

P '"

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem uns so schwer betroffenen Verluste, sowie für die überaus zahlreichen Blumenspenden, für die liebevolle Pflege der Krankenschwester, auch insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Dörr am Grabe sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank,

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen;

Balthasar Keil und Familie.

Heuchelheim, den 16 . Oktober 1918 .

Neiserbesen

©n «ros und cn «letnSl 2udw. 60 hlermann,

/833 Blerchstr. 12.

non AntlwElen. Möbeln, ganzen Ennrichllmgen, Alt« eisen, sowie allen von mir gefiihNen Artikeln- 4975

Louis Rothenberger.

Wilhelm

06031

plötzlich und unerwartet nach kurzem schweren Leiden im Alter von nahezu 5 Jahren durch den Tod entrissen.

Die Beerdigung findet Freitag nachmittags 2 Uhr statt.

Ruttershausen, den 16. Oktober 1918.

In tiefem Schmerz: Sophie Wicke geb. Spaar nebst allen Angehörigen

Elisabethe Koob