Kt. 2 j \ Zweites Blatt S-eßener Anzeiger «Seneral-Anjeigrr für Merhesj-Y Donnerstag. ,1. Moder -M
Line Rede vurians.
Wien. 15. Oft. (WTB.) Im Ausschuß der ungarischen Te- legation für Aenßeres hielt der Minister des Aeußern Graf Sultan das an (-Kündigte Erpofö, worin er u. a. ausführte:
Ter Friedensschritt der Mittelmächte ist eröffnet. wie ich mit aufricktic-er Befriedigung seststelle, und den Bollern die Aussickft g-nvvrden, das; es gelingen werde, in absehbarer Frist an allen Fronten zur Einstellung der Feindseligkeiten zu gelangen und in Verl»ndlungen über den AbsMuß eines allgemeinen, dauernden ^uird gerech, en Friedens einzutreten. Tie Weltlage hat auf allen Seiten der Einsicht die Wege geebnet, daß den, Kriege ein baldiges Ende bereitet werden müsse. Schließlich mutzte sich die Ueberzeuginng verallgemeinern und durchidringen, datz diesen Kamps nich unde^rngt das Schvert zu entschnden habe. Äirf den am 4. Okt. 1918 i>m uns und gleiclitzeftig van Deutschland «und der Türlei an den Präsidenten Wilson gerichteten Antrag! vonnren die jüngsten betrübenden Ereignisse, in Bulgarien kernen bestiMnirn. en Einfluß mein nehmen. Tas von Bulgarien unter dem Teure des ernsten militärischen Mißerfolges und infolge der zersetz-acher Wirkung der seit sechs Jahren ans seinem Volke lastenden Kriegssorgen an die (Sntatte gestellte An such n um Gewährung eines Waffenstillstandes und um Einleitung von Friedensver- landlnngen l/at den beabsichtigten Friedensschritt der Verbündeten) beschleunigt.
Tie öffentlichen Aeutzerungen Wilsons sind bei uns nie ohne Eindruck geblieben rmd nie prinzipiell abgelehnt worden. Wir bringen der in der Rede Wilsons vom 27. L>epteinbe': geäußerten Ailffassrmg der g-.-genwartigen Weltlage volles Verständnis entgegen. Auch bei nns zeitigte die Wandlung in der Einsä-ätzung man- t!^r Interessengegensätze das Bedürfnis, den reinen Interessen standpunkl zurück; ndr äugen und bestehende Gegensätze im Sinne einer höheren Misgleiicki-enden Gereckftigkeft zu lösen. Richtig ver- standen und zweckmäßig angeioendet, werden die von Wilson for- mnlierten Grundsätze, die eine unwarteiischie Gerechtigkeft verwirk lichen sollen, auch einen woUtätigen Einfluß aus die im 'Zuge befindliche Regelung der inneren Verhältnisse beider Staaten der Monarchie üben
..Zsi Erörterung darüber einzutrcten, welches die Gründe dafür sind, datz der Präsident der Vereinigten Staaten die Antwort an uns hinmlsgeschoben, sich aber mit dem Deutschen Reiche zur Klärung einiger Vorfragen lx-refts in Vernndung gesetzt bat, sck>eint mir nicht am Platze. Unser Vertrauen in das Wort des Herrn Präsidarten ist so fest, daß wir ein' Kombination mit Ent- ichredenlxüt ablehnen. welche d e em Vo g^hen taktische, der Mvu- arclne fchcDsiche Motive unters ck-ircben will. Es ist eine durchaus richtige, nicht nur in den polnischen, sondern auch in den tatsächlichen militärischen Verhältnissen begründete Auffassung, wenn der Herr Präsident der Vereinigten Staaten in der Antwort an den deutschen Reickskanzler die W a f f e n st i l l st a n dsf ra ge und damit auch jene der Räumung des von den Mittelmächten an
den Kamp onten besetzten feindlichen Gebietes als eine für die Mittelmächte einheitliche auffaßt. Schon die politisck-e Solidarität d?r Mittelmächte würde eine abgesonderte Lösung dieser Frage für
einen der Verbündeten unmöglich machen. Die Lage an den Fronten würde die Lösung der Wasser,stillstanossrage für eine der -'Mittelmächte allein gleichfalls ausschließen. Es wird sich also nur darum handeln, die technischen Voranssetznngm für die Durchführung der Räumung zu schaffen, für die Vereinbarungen zu treffen sein werden. Es ist wohl lein zu weitgehender Optimismus, wenn ich bei dieser Sachlage annehme, daß loir knapp vor der Einstellungder Feindseligkeiten steh«! und in kurzer Zeit mit den Mächten der Entente in Verhandlungen eintveten werden.
XÄraf Burüm sagte weiter: Das zu schaffende Friedenswerk »Ed rächt von einem Tage zum anderu errichtet werden, und die Ausgestaltung der inneren Verhältnisse der Monarchie wird gleich, falls errre geraurne Zeit erfordern. Beides sind Arbeiten, welclie die Zukunft der Monarchie da, roo sie sich als erfolgreich erweist aus neue und drnernoe Gcundla-ren stellen sollen mw eine beharrliche, geduldige Arbeit, patriotische Einsicht, überzeugte Versöhnlich-
und QpicUnEgkoft der Völker erfordern werderr. Was die Zusammensetzung der zu den Friedensverhandlungen zu entsenden^ den Delegationen anlangt, so ist Kar, daß sie keinen vein diploma- ttscheu und bnreauttalischen Charakter ttagen kann. Zu allen Fragen. die spezielle Kenntnisse voraus fetzen, werden Fachmänner herangezogen werden. Empfehlen würde ich rveiter die Einsetzung eines aus gesetzlichen Vertretungskörpern gewähltere Beirates zur Ermöglichung eines stärrdigen Kontaktes mit den Volks vert r etungen.
Durian fuhr fort: Innig vereint mit unserem treuen deutschen Bundesgenossen und mit der Türkei, die trotz der für sie durch As Ausscheiden Bulgariens geschaffenen schwierigen Lage in der Erfüllung der übernommenen Bundespflichten aus- harrt, werden wir in die Verhandlimgen eintreten. Wir werden bei den bevorstehenden Friedensvcrhandlungen unser Vorgehen rm steten gegenseitigen Einvernehmen nrit unseren Verbündeten regeln. Die Lösung von Mei-nungsverschiedenheiten bei den Verhandlungen wird in einer gerechten Abwägrmg der widerstrebenden Gesichtspunkte und in der kräftigen Verteidigung unserer staatliche Lebensbadingungen zu suchen sein.
Ueber das Problem des Völkerbundes und die damit zusammenhängenden Fragen sagte Graf Burian: Die Schaffung der Liga der Nationen bildet die Voraussetzung für daS Zustandekommen eines Friedens der unparteiischen Gevock)'igkeit. Mit ihrer Aufrichtung wird die auf dem Machtprrnziip berrrhende Politik des Gleichgewichts der Mächtegruppen ihr Ende finde,!. Eine einheitliche Orga- Lnsatiou tdler. Staaten wird ihre Sanktion in einer zu schaffenden überstaatlichen Vollzugsgewalt finden. Diese Organisation wird den Angehörigen der Liga ihre polftische Unab- H'nwlrit, ihre territoriale Integrität und ihre Rechtsgleichheft Itchern und einen Schutz g'gen Kvmbi Nationen zu'bilden haben, die ihre wirtss^ftlickDen Jrtteressen schädigen könnten. Tie internationalen Schiedsgerichte werden Streitfragen Zwischen den An-
«voiigr-n der Svflo enlschc^cn. Wir sind bereit, rn rinnt volle Gkmlrr für ctneu nnparteuschni Jnteressenschnd bietenden Bölke» bmrd nnMrc1c>u Tre Lcrabi^nng der Rastungen wrd die Frei, hcrt der LÄiiahrt «wc üec grfjorcn feit langem »u unserem fftie- tensprogramm^ Tm snedluhen und frenndsä«stli-l«i Handcls- vcrOehr mit allen Nationen wieder ausMnehmen, ist unser auf- rrchftgstec Wunsch.
Von Polen erKärte der Mftrister: Unsere Gesinnlmgen Polen Wrr wollen sie wie hlsher. unter Ber.Mchftgung der Rechte und Interessen der ösbcrreichisch-uw- garrschen Nöonarckfte mrd rm Einvernehmen mit Deutschland, unsere besten Bemühungen daran tz.vnderr. die Auftichtung des pol- urschen Staates zu fördern und die auf das Wohl Polens gerichteten Bestrebungen der polnischen Regierung mit besten Kräften zu unterstützen.
Sodaml besprach der Minister die Lage in Rumänien ünd in der Ukraine, um dann wie folgt zu schließen: Schaven wir uns alle in dieser schicksalsschweren Zeit um unseren Monarckk-n. der seit den ersti-n stunden seiner Regierung nur ein Ziel gekannt hat. den mft ihm durch traditionelle Bande der Liebe mch Treue verbundenen Völkern einen die ganze Welt umfasfendeni Frieden der Versöhnung zu geben. Die heldenhafte Weltrinacht der Monarchre die chr Vaterland treu und ruhmreich verteidigt l>at soll ryr kostbares Blut nicht umsonst vergossen und die opferberefte Bevölkerung nicht umsonst gch<irbt und entsagt haben. Wenn alle Kräfte dieser aii kulturellen und materiellen Gütern so reichen ™^ a -l e V"V\. f !? rer hochbegabten Söhne sich zu der gervaltiaen Arbeit des Wiederwafbaues zusammentun. dann wird Oesterrerck>- Ungarn eine glücklick-e Zukunft beschieden sein.
P ersönlicher öchneiä. treuäeutscher Mut sichern clem äeutschen §!ieger äen Lieg. Mttmeister Freiherr Manfred von llichthosen hat unr dies bewiesen. Lein Heldengeist lebt in unr deutschen liampffliegern fort und spornt unr an zu neuen zum
Milerringen der 6ndsieger im Vertrauen aus die Hilfe der Heimat.
Rütm Manfred frhr. v Rkhttwten
für sno
gefallen
21 April 191Ö
A»,» «tavt unv L«,n».
^ Gießen, drn 17.Oktober 1918.
Militär-Wochcnblatt. Besördert »um Simntm : der Obli d .Rei 'Sab «Friedberg,. jetzt in der Ers- M> ^d«rt.-R, 40- zu Lts. d. R.: die Vizeseldw.: Pnbst (Gießen) Klivstem (I Darmsiadt). John (I Tarmsdadt), Büttem- be-ider tTarmttndi), .Enöß ODorms. Siockficker (Worms), Wetz- ler >Munr»), Ihrig (Erbach). Im Sanitätslorps: Zum'etitsm St °Arzt mmmint i der üh-rzühl. St.-Arzt Tr. Staudinger' Lcchg.-J.-R 115; zum St.-Ar»t: d. Ob.-Arzt d. Res Tr Nord- mann (Gteßeu); zu Ob.-Acr^ten: die Ass.-Aerztc d. Res.: Pfaff, Georg (I Dnrmmidt), Schäser, Wilhelm (II Termstudt), Dr Ohn- ^^berg) t zuiu Ass.-Ar^ d. Res. ernannt: Maß. Demrich (Wxrm«): tu M.-Aertziten d Res.: die Unterärzte: Tr' Salvmon, Rutolf (Erbach,, Dr. Wallbruch. Karl (Gießen)^ sür die Tauer ihrer Berwenduug im Kinegssauitätsbienst zu Jeld- hilisarzten ernannt: die nicht avmwluerte-i Unterarme (Felduntrr- ZW- (fflacfitn), Nagel, Karl ( II Darmstadt,.
Sntrf.JlktuI (3^1^); ber Stbicf,. m ,b. gab-tzl. Pens, und d. Zrl«ckn. s. ksher^Ums. bew : dem Ob.-St., und Regts- d. Gmch<>Trag.-R, 23: für die weitere Dauer des , -u . Kn.egs-Assistcn»ärzten auf Widerrus ernannt: die
landstnrmpslichtigen Mit Kriegs!tc1len ans Widerrus belieheneu Dr Wcckeüing, Georg (Worms), Dr. Meinrich, Joses (Wormsi; für ch« Dauer ihrer Verw-ickung im Kriezssauitäts- dicnlt zu Feldhilisarz'en ernawtt: die nicht approbierten Unterärzte (Feldunlerärzte): Metz, Wilhelm (Friedb^rg), Wirtb Karl (Tarmstadt). Rupp. Wil!)elm (Gießen). 3) '
* Freibank Am Freitag, 18. Oktober 1918, werden twn 2—4 Uhr die Nru. 41-—100 beliefert.
Kreis Lauterbach.
sb S chli tz 15. Okt. Auf Grund verschiedener Borträge von Oberpfarrer Knodt t)t nunmeli-r auch hier rn Schlitz eine Ortsgruppe des hes,sscl)en Larrdesvereins für Kriegerheimstätten am 1 Oktober rrrs Leben gettelen, die rn enger Fühlmig mft der hiesigen gemeinnützigen Baugenossenschaft steht. D^'er Ortsgcuppe sind sowohl famtlttfje evangelsiche Geistliche des Dekanats nne auch der Bau- Verein öeigetreten, so datz dieselbe mit Cl?renmitgliedern rm ganzen bereits an 100 Mitglieder umfatzt. Zweck der Ortsgruppe ist, durck) Werbearbeit und Aufllärung schvie durch Feststellung der Namen Derjenigen, die eine eigene Heimstätte zu erwerben wünschen 'ien wundervollen Gedanb'n „Jeder Famftie ein billiges und chones eigenes Heim" auckj, in Sckstitz und dem Schlitzerland in Tat umzufetzen. Vorbildlich in diesem Sinne hat mit seinen schmucLn und billigen Häusern bei ims ja im Frieden schon iuuser Bauverem gearbeitet. Was er in der Seelbüde begonnen hat, md mustergülttge Kriegeicheimstätten. Mft Hilfe des stbeickjes und des hessijchen Staates die jetzigen Bauschwierigkeiten baldigst zu überwinden, und unter freiwilliger Beseitigung der zahlreick>en pouzelwtt.rigen Wohnungen auch in Schlitz, rn denen ohne Licht und
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lurt teilte gesunden Menschen gedeK-en können, bald eine neue sind
SoeD1DfsKrah<r erttstehen zu lassen, das ist das Ziel unserer Arbeit. r . . fmi Heinrich Becker- Sckjllitz, Sohn des Brauers Gfa Weder, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeich- P ~ f 1 vvr einigen Wochen als vermißt gemeldete Ersatzres. Karl Schwarz aus Lauterbach, welcher seine Lehr- und Ge- stUenjilpre rn der Metzgerei P. Hoffmann hier verbrachte, hat gejchNLven, datz er sich in englischer Gefangenschaft befindet.
Kreis Schotten.
5 AnS dem Vogelsberg, 16. Oktober. Berüks drei Blochen lang macht man Kärtvffeln aus und noch ist die Kartofiel- ernte mcht beendigt. Ter überaus nasse Erdlwden läßt das Aus- actern der Kartoffeln incht zu: sie müssen ausgekarstet werden. Tuje Albert ckt aber mühevoller und zeitraubender und verlangt mf Dazu wird die Arbeit immer wieder durch
Itteders^la ge un terbrochen. So ergeht es auch mit der Grummet- ernte; fte öonnbe in manchen Gegenden noch nicht zu Ende ge* braefjt werden. Tre Verlängerung der Herdstserien für d4e Schüler war dringend. Auch das Lesen der Bucheckern wird durch die stete Kasse erschwert. Ter reiche Bucheckernsegen wird durch die überaus verspätete Feldarbeit und das nasse Wetter sehr gehemmt.
Kreis Friedberg.
4 , ^i'.da d -Nauhei m, 16. Ott. In der gestern abgehaltenen S.;®- 1 b n « ten berfö m nt Iuitg wurden folgende Be-
icklujle gefaßt. Für die neunte Kriegsanlei^ sollen 100 000 Mk. gezeichnet werden. Als Befträge zur Kolonial kriegerspende und! Deutschlands Säuglings- und Kinderschntzspende werden je 500 ™ ar Lw?*£ß?t' — Tie Verkehr omMission erhält einen Zuschuß win 2000 Mk. — Jiie Errichtung eines Mieteinigungsamtes, bejahend aus vrer Hausbesitzern und vier Mietern, wird beschlossen — Für Erweiterung des neuen Friedhofs werden 12 000 Mk be- ta-Iiiat- — Dem Roten Kreuz wird für die Monate Ottober bis ernschließlich März ein Zuschuß von monatlich 2000 Mk für Unterstützungen bewilliat. — Einem Wunsche des Großh Mirri- sterrums entsprechend, sott der jüngste Jahrgang der schulentlassenen Zugend zur Fortbildungsschule herangezogen werden, die beiden alteren Jahrgänge können sich freiwillig beteilig-^,. — Tie Errichtung eines Kinderhorts wird als nicht notwerckig für Bad- Nauhcim abgelehnt.
Letzte 21 acyrictzten
Dev neueste TZevicbt dev 6ccre?(c!hiitg,
(WTB.) Großes Hauptquartier. 17. Oktober (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz. HerresgruppeKroupriuzRuppreckt.
Auf dem Kampfselde nahmru wir unsere Front in die Lünen , st ich von To rhoul—Koolskarnp- Zngelmü. ster, im Anschluß ft.evan hinter die Lys zurück. Ruch stärkstem Feuer auf das gerüumtt Grlände fühlte der Feind an uu'ere neuen Stellungen heran. Beiderstits von Koolskamp griff er sie mit starken Kräften bei Torhout und Jngelmünster in Teil- vorsws-en ,an. Auch gegen die Lhsfront bis Kortrik und Menen führte er heftige Angriffe. Der Feind wurde über- all abgewiesen, siegen unsere neue Front zwi chen Lille und Touai ist der Feind gestern bis in die Linie Capinghen—Al- lones—Le Marais—Earvin—Oigrftes gefolgt. Am Selle-- Abfchnitt drang der Gegner bei Haus y in unjere Linien eim Radfahrer-Bataillone warfen den Feind im Gegenangriff zurück und nahmen die alte Stellung wiiDer.
Die Beschießung der Stadt Denain durch englische Artillerie hält an und hat weitere Opfer unter den französischeu Einwohnern und Flüchtlingen erfordert.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
An der Aisnesront zeitweilig Artilltrickampse. Erneute Angriffe der Franzosen nördlich von Origny wurden odge- wiefcn. An der Aisne und an der Aire scheiterten starke französische Angriffe vor unseren neuen Linien westlich von Grandpre.
^ Heeresgruppe Gollwitz.
CcitlKfj der Aire wurden amerikanische Angriffe, deren Hanptstoß sich gegen ChampingneuNes und Landres richtete, abgewiesen. Beide Orte wurden gehalten. Die Höhen südöstlich von Landres blieben nach wechselvosten Kämpsen in Fein>eshand, auch ans dem Ostnf r der Maas scheiterten erneute Angriffe des Feindes. Bei Abwehr des westlich von Flabas mit Panzerwagen vordringenden Gegners zeichnete sich die erste Landwehr-Division besonders aus.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Vor unserer ueuen Front zwischen Iagodi:-« und Risch hat der Feind die Linie westlich Vtorava—Eru'ovac—Alek- sinac erreicht. Teilangriffe, die er aus dieser Linie heraus führte, wurden ab gewiesen.
Der Erste Generalauartiermeister
Ludendorff.
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Die deutschen Beratungen.
Berlin, 17. Okt. Gestern abend fand beim Vizekanzler von Paper eine Besprechung der Staatssekretäre statt, dre längere Zeit beanspruchte. Laut Bert. Tageblatt ist man zu einer endgültigen Beschlußfassung bisher noch nicht gekommen, da namentlich die Verhandlungen mit den in Betracht kommenden militärischen Stellen noch nicht beendet
Arabische Uultur und Uunft in Spanien.
Ueber dieses Them<r sprach gestern abend auf Veranlassung deS Kaufmännischen Vereins und Ortsgewerlevereins in der Neuen Aula der Universität Prof. Dr. Hartmann. Ter Redner besprach kurz die geschichtlichen Ereignisse zu der Zeit der Iberer mrd Kelten um dcä Jahr 1000 vor Christus in Spanien bis zum Erscheinen des letzten der Kalifen von Drmaskus, Abdul Raman, der allein den Verfolgern, die sein Geschlecht vernichten wollten, cMgmg und in den entfqjerrftat Teilen des Kalifats in Spanien von
dort lebenden Arabern begeistert empfangen wurde und das Walrfat von Evrdvva errichtete. Prof. Dr. Hartmann nennt die Zeit der arabischen Herrschaft in Spanien eine der glänzeridsten Episoden der Wettgrschichte, reich cm Blüten, bezaubernd an Leicytigrett und Bielseftigkeit der Empfindung aus kulturellem und Künstlernck)em Gebrete aber ebenso schnell zerfallend wie erne wundersame twpijche Blume, die unter der sengnrden Sonne eines ewig sttahlenden Himmels in ihrer märchenhaft schönen Blüte sich selbst erschöpft hat. Eordova toar die Stadt, in der sich alle die Wunder dieser Zeit veceiniaden. Die Stadt selbst batte 9000 Häuser, 600 ^Nofcheen und 16^Universitäten mit 70 Bibliotheken, in denen alles an Wissemchast und Künst sorgäin gesammelt wurde, um den Gelehrten, die dort lebten, als Rüstzeug sür ibre Forschungen zu dienen. Der Handel blühte und die Erzeugnisse der Keramil' uno des Kunstg«'werb?s des Kalifats belebten die Märkte der ganzen Welt. Der Ruhm der Toledaner Klingen dattert aus fer Zeft. DaÄ Land wuide mft S^ g a t be au uns wildecum war es die Gegmd von Cordova, die sogenamu.- Campinia von Cordooa. die durch den Fleiß und die Künst der Araber zu einem wahren Paradies wurde. Tie sanften Erhöhungen trugen Korn, dre Abhänge Oliven mid Wein und in der Ebene, wuchs der Reis^ Lne locgckm die Bewässerung geschah, ersehen wir aus der bi> in die heutige Zeit gebliebenen Gdivohnheft, daß von der Kirche zu Lordova ine Zeiten zum Wasserholen abgeläutet werden. In da
maliger Zeit rief der Priester von Minaret aus die Arbeiter zu nS r bl L der Felder so wichtigen Arbeit.
2000 Ortsck>aften bevölkerten das Kasisat. und Valencia wetteiferte lmt Cordova um den Stuhm, die größte und lebhafteste Stadt des arabija>en Landes in Spanien zu sein. Unter der Bevölkerung gab cs keine Analphabeten, da es d:e religiöse Pflicht eines jeden Mohammedaners war. den Koi'an lesen zu können. Auch die Juden hatten an der Pflege der Wissenschaft und der Hebung der Kultur des Landes teil, die befruchtend wiickte auf das Aberidland, so daß zu den Fußen der Lehrer der Universitäten die lernbegierigen Jünger entferntcjter Länder saßen.
In der bildenden Kunst war es vor allem die Architettur die in hoher Blüte stand, da der Entwicklung der Plastik das Verbot des Korans, den menschllchen Körper als Ebenbild GotteS nachzubilden, vollkommen hindernd im Wege stand.
Uind so ist es auch die Architettur, deren wunderbare und un- vcrganglicln Werke sich bis in unsere Zeit hinüber gehalten haben, aller nmtenden Vernichtunaswut eines fanatischen Glanbeushasses zium Trotze. Das gemalttgste Werk ist wohl die fabelhafte Moschee zil Eordova, die rm Grundriß der römischen Idee folgend den Hallenbau der byzantinisäicn Bauperiode entlehnte und alles mit lener Fnarchcnhasten Heiterkeit und Zierlichkeit belebte, die der avaln ck-en Klunst um diese Zeit z-u eigen war. Die Moschee, unter Abdul Ramon llschifftg, wurde ftl der Fvlge-eit 19- ,md 29sckisfig ausgebcrut. wurde gettagen von 800 Säulen aus edÄstem ^lLar- und 280 Kronleuchter ließe:! all das edle Gestein au^ dem auch ieder noch so -.uckchtig erstb inende Teil des prächtigen Baues gebildet war, m bleudendjtem Lichte erscheinen. Es muß ein über- w'Ä'ttgender Eftchruct gewesen sein, der den Gläubigen in die Knie zwang und ihm aus übervollem Herzen sein Bekenntnis erpreßte: „W Mbl imr einen Gott und Mohammed ist sein Prophtt!" Von wunderbarer Sehünheit imd durch Abbildungen in weilen Kreisen bekannt nt ebenfalls die Alhambra zu Granada. 200 Jahre d.ruertc die Blüllzeft arabischen' Geistes und arabischer Volkskraft in Spa. men. Unter Hasdrim dem Zloeiven begann der Verfall, der wohl
^ 3eft hindurch anfgehalten wurde, wie beispielsweise durch die Kaliseil! Iaeub ibn Jfrpftls und Iussus iün Ja-! aber in d-w rzwlge immer reißender zum Abgrund ttieb. Die E -re des Rcicbes ft«en ab und machten sich selbständig, und aK -nssch ^ letztd tarierte des Landes seinen schwarzen Berberh.-ngft beneq und • r-i^ve der Burg von Granada ritt, um die Schlüssel der «Ir o?" ™ Hände Eabellas von Castilien zu legen, deren Ge- mahl rFerdinand von Arragomen 1236 Cordova zu Fass brachte da sank dieses wunderbare Land mit all den herrlichen Schätzen ^^^^wickelten Kuttur eines äußerst befähigten Volkes in
Heute versinttfi>er Fuß des Wanderers in ob:rfarbigem Sand ^ der all die große Pracht bedeckt. Eftisam wandert er seine Strass mrd nur die wie Phantome aussteigenden Reste der alten Bauwerke ernrnem ihn an eine der gewalttgsten Kulttivepochen aller Zeiten- '^ )cr 7öv/ liebenswilrdige Wesen der arabischen A.clntettur ^ £ ^ ^ en s2tlI ' 3 ^ ru(f nur noch in dem Be-
m . An toand von ausgezeichneten Lickt !-!<^em
^rtc Pawsessdr Tr. Hartmann einein l.nd-er nicht zahlreich er- schumenen .Publittim die hervorragendsten Erscheiuungen a ra ln scher K»ulbuv und buttst vor und aus der aanzen Vetrsönttchllnt und -der vmi rnnerer Beginsterung durchbebten Stimme des Redners ss/rach die ttese Liebe des Künstlers und Gekehrten, der wie um den Verlust deS Liebsten trauernd, schloß: „Der Glanz ist erloschen das Paradies verödet, das Märchen ist ans!"
Xmift nnd wisfenschatt.
Nicharck Stnmtz für Wien M'rpflichtrk.
Wien. 16. Ott. Der Vertrag mit Richard Strauß ist gestettk abgeschlossen winden. Lttauß hat sich nach Berlin zürn vn um mit der dortigen Getevalintendanz die nötigen Med - . > zu
vereinbaren.


