Nr. 2\l
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tf>8. Jahrgang
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General-Anzeiger ffsr Gberheßen
Die Stellung der Wchskanzlers Prinzen Max.
^ (WTB.) VrvtzeS Hauptquartier, 14. Oktober. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Hee re sgrupprKronprinzRupp recht.
Vorstöße des Gegners gegen die Kanalfront beiderseits Doum wurden abgewiesen. Der Feind, der vorübergehend in Auvlgny-au-Bac eindrmrg, wurde im Gegenstoß wieder hin- ausgetvorfen.- Nordöstlich von Carnbrai sind stärkere eng^ usche Angriffe zwischen Bouchain und Haspres gescheitert. E-üolrch von Solesrnes säuberten wir ein aus den Letzten ÄLm-rfen noch verbliebenes Eng lande niest.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Nördlich der Oise wurden erneute Angriffe der Fran° -äsen bei und südlich von Aisonville abgemiesen. Nördlich von Laon und an der AiSrre stehen wir in unseren neuen Stellungen. Die erfolgreichen Kämpfe der letzten Tage am Cynmn des Dmnes und in den Stellungen an der Suippes, vor denen der Feind in fast täglich wiederholtem, vergeblichem Ansturm schwere Verluste erlitt, haben hier ebenso wie auf dem Schlachtfelde der Ehrnnpagne die glatte Durchfül)- rung der Bewegungen ermöglicht.
Heeresgruppe Gallwiß.
Beiderseits der Maas keine gröberen Kampfhandlungen. In erfolgreichen AngriffSunternelMungen nahmen wir kleinere. nach Abschluß der Kämpfe des 12. Oktober noch vom Feinde besetzt gehaltene Stellungsteile wieder.
Der Erste Genera'guarliecmeister Ludendorff.
De? ASendbericht.
Berlin, 14. Okt., abends. (WTB. Amtttch.)
..In Flandern griff der Feind auf breiter Fron zumchen Dirnmide und der Lys an. Wir fingen den Stoß auf.
An ltt-r Oise und Arre und westlich der Maas scheiterten Angriffe der Franzosen und Amerikaner.
*
»er Isterreichlsch.ungurische r»«e,»er>cht.
D i e n. 14. Okwbrr. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:
Italienischer Kriegsschauplatz.
Stellenweise Artillerie- irrd Patnnnllcnkämpfe.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Ilnserc zuruckgel-eaöen «'dänischen Truppen hatten Nach- Hut-Bandenkämpfc zu bestchcn. Im Raume nördlich Mich dauern die Nuckzug-kämys- fork. an denen sich die Zivilbevölkerung beteiligt. Belonders starker feindlicher Druck inaÄt srch ,m Mo rawa-Tal fühlbar.
Westlicher Kriegsschauplatz.
Bei den k. u. k. Truppen fein« groheren Kampfhand^- Lungen.
Drr Chef des Generalstabs.
Wir haben bisher unseren Lesern noch keine Kenntnis gegeben von einer neuen Kcmzlerkrisis, die seit einigen ^.agen geheimnisvoll in einigen Blättern spukt und die wre jetzt seststeht, wirklich bestanden hat, ja, vielleicht noch besteht. Es sollte sich dabei um einen Privatbrief des Prinzen Max aus dem Januar dieses Jahres handeln, den er seinem in der Schweiz lebenden' Vetter Prinzen Hohenlohe geschrieben habe und der von der feindlichen Spionage entwendet und veröffentlicht worden sei. Wir haben gezögert, zu der peinlichen Angelegenheit etwas zu sagen, bevor Genaueres darüber bekannt war, nachdem aber der fragliche Brief des Prinzen heute auch in einzelnen deutschen Blättern ab gedruckt wird, können unsere
eser, indem wir ihnen den Inhalt des Briefes, unter Fortlassung ganz nebensächlicher Sätze, bekanntgeben, selbst urteilen, wie weit die politische Lage durch diese „Enthüllung" der Gegner beeinflußt erscheint.
■ Es heißt heute erfreulicherweise, die Mehrheitsparteien seren sich jetzt darüber einig, daß wegen des Briefes an der Kanzlerschaft des Prinzen Max kein Anstoß genommen werden sötte. Freilich, so wird hinzugefügt, hätten die sozialdemokratischen Mitglieder der Regierung ihre Stel- nähme ^von dem Ergebnis einer sozialdemokratischen Hrarttonssltzung abhängig gemacht, die am heutigen Diens- tag stattsrnden soll. Es können also irrmrer noch überraschende Verwicklungen eintteten. Hoffen wir, daß sie vermieden werden! Ein neuer Wechsel auf dem Kanzlerposten wohl von allen Volksschichten als etwas Nieder- drückendes,^ Herabstimmendes, empfunden werden. Gewiß, rn dem Briese des Prinzen Max stehen Wtze, die beweisen, daß der Verfasser vor einigen Monaten noch nicht ein un- entwegter Anhänger und Wortfechter aller Meinun- gen und Kundgebungen der Reichstagsmehrheit gewesen ist.
Aschen Fragen der Friedenspolitik war er anderer Ansicht — er hegte gegenüber dem Verhalten der Mehrheit ganz ähnliche Bedenken, wie wir sie früher auch geäußert haben — und in bezug auf das Tempo der Demokratisierung und Parlamentarisiernng wollte er mit den Erzberger und Scheidemanu damals nicht rechten ^hritt halten. Wenn er heilte mit den Absichten und An- schauungen der Mehrheit sich zusanrnrengefunden hat, so sind wir wett entfernt davon, sein Verhalten inkonsequent
, I " ^ — 'V/uvirutiuil Ult
Grundlagen für politische Urteile und Ent- Mursse find rn den lebten Monaten durchweg verschoben
wvrdmi: es ist durchaus mcht dasselbe, was man in der Mehrheit damals, am Anfang dieses Jahres, gewollt ha: und was man heute tut. Die Hauptsache ist doch wohl, daß der Prttlz Max in seinen Grundanschauungen noch heute der rst, der er war, als er bei seinen früheren Reden gelobt wurde. Wer im deutschen Volke hat denn im Laufe der letzten Zeit nicht seine Meinungen über Ziele und Taktik geändert? Da ist der Vizekanzler v.' Payer — ganz gewiß entfpncht seine letzte Stuttgarter Rede heute auch nicht mehr dem Programm, das die neue Regierung angenommen hat, und in der er doch bleibt, obwohl er in wesentlichen Dingen sich anders ausgesprochen hatte. Es wäre leicht, nachzuweisen, daß die meisten Wortführer der Mehrheit früher, und noch vor einigen Monaten. Aussprüche getan haben, die heute als ein Abfall angesehen werden würden Aufflärungen, die der Reichskanzler inzwischen den maßgebenden Personlicl)keiten abgegeben hat, sollen denn auch beruhigend und beschwichtigend gewirkt haben.
Der Dri.'s des Prinzen Mar
cm den Prinzen Mexander Hohertlohe ist in der (in der Schweiz ersckKnnlnrden) „Freien Zeitung" und aus dieser m den „Basler Nachrichten" abgedruckl. Er lautet irn Auszug wie wlgt:
Karlsruhe, 12. Janunr 1918.
Mein lieber Vetter?
Tie Schweizer Blätter konstruieren einen Gegensatz Frischen Hohenzollern und Zährinxz-en, was ein direkter Unsinn ist. wenn mau das Telegramu'. gdeicn hat. das der Kaiser mrr sandte (dies Unter -unslt. jn dem er meine .^Redc" ^ine „Tat" nemu und mir z^l den ,L?hen und schönen Ge/darnksr", die sie enthalte. Glück wünscht.
Die Alldeutschen fallen über mich her, obgleich ich ihnen zum deutschen Schwert den deutschen Geist gebe, mü dem sie Welterobsrungen machen können, sv viel sie woUerc, und die Mälter der Linken, voran die mir höchst unwmpathischr „Frankfurter Zerrung", loben mich durch ein Brett, obgb.nch ich deutlÄ genug tne demokratische Parole und die SchÄvgwvrtt der Parteiduüekrik, Uonril den Parlamentarismus geißle.
Den Feinden eörmol ordentlich an den Kwagen $n gehen, und ihre affektierte RvchtechattiLch in TiT^gen der Schuldfrage und der demokratisäie'n Parole zu verhöhnen, war mir t'cbon lange ein Bedürfnis. Das gleiche Bedürfnis empfand ich dem bttd- nischen Gebaren die Bergyivttngt «rtziegenMchalden mcd mit dieser Lelwe der Liebe.auch die Pflicht des Starken, du Rechte der Menschheit zu wahren, rn ein deutliäres Licht zu .stellen, da über beide Tinge eine bcktage-nSwette Unfichrhnt rmd ein trauriger Wirrwarr der Begriffe entstanden ist .Dcrm eurerseits verfälsche Misere Feinde diese heiltgr'e-s drcrch Ö.fr? Lügen,
Verlerrmdungen, und andererseits reagieren wir. unter den Prstt- stlimrhieb^r dieser m^erträchtigen Machenschaften, aus eine zum Teil geradezu sinnlose Weise aus diese feindlichen WiJ-avsuuIen.
Entspringt mein Eintreten für Christmtrim und Menschherts- gewissen meinen innersten lleberzeugurüsen, so kommt doch auch ein praktisches Moment hinzu, da in der Betonung dieser Anschauungen. die nach nwiner Ansicht dem deutschen Geist und seinem Wesen tiefer irrnen liegen a^s dem der Engländer und Franzosen, ein Angriff auf die seürdiiche Suggestion von Pazi isnrus und Humanität zu finden ist. den man, wenn man will, eine moralische Offensive nennen kann. Ich leugne nicht, daß mir dieser Gedanke rmsymp-rthisch ist. da ich von je der Anschenmng war. daß Christentum und Meitzchenliebe für sich allein ans kielen sollten und der Gewinn, der in ihnen liegt, nichl in ein besonderes Licht gestellt ^ werden dürste. Aber dieser Begriff wohnt ihnen nun einmal hmt, und wenn er dem Frieden dient, so dvertt ex einer guten Sache.
Anfang und Ende waren also mit der Offensive gegen die Lüge und Suggestion und mit der sogenannten moralffchen Offen-
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sive gegeben. Wollte ich aber die demokratische Parole der W,-st- machte verhöhnen, so mußte ich mich mit uirseren rrrnerem Erscheinungen abfiiiden. Da ich den westlichen Parlamentarisiirus für ^-eutichland und Baden ablehne, so mußte ich dem badischeii resp- deutschen Volke sägen, daß ick seine Röte verstehe, daß aber me Jnst-iruttonen keine Heilmittel seien. So gewinne ich ctinc bei der ich die Wege, die ich gel-en will, selbst in lder Hand behalte, und die Badener lassen sich gerne führen, wenn sie fühlen, daß man für ihre Mte urrd Sorgen Verständziis hat
In der Friedensfrage stellte ich mich ans denselben Standpunkt. ^ch wollte nur den Geist andeuvOi, in dem nur an diese Zvye herantreten sollten, im Gegensatz xn den Machthabern des WestenS- Tos „Wie" ist mrr hier t-eShalb von größtem Wett. Werl das „Was" so schwer m bestchnnren ist Denn auch ich wünsa-e natürlich eine möglichlte AjuAmrtzung unserer Erfolge und rm Gegensatz zu der soge?banndcn FriedenAresokution. die ein scheußliches Krnd^ der Äugst und der Berliner Hundstage war, wünsche^ich möglichst große Vergütungen in irgendwelcher Form, oamtt wir nach dem Kriege nicht zu arm werben.
< M eine Ansicht deckt sich wolst hier nicht ganz mit der Deinen.
uoch nicht dafür, das; mehr über Belgien ge- Wgt werde, als schon ^gesagt ist Die Feinde wissen geimg, und Belgien ist emem so schtauen und weltklugen Geg?ver «^genüber, wie es Engla-rL ist,''das einzige Objekt der Kompensationen, das wrr besitzen. Etwas anderes wäre es, wenn hie BorbedingungeftH eES dauernden Friedens schon gegeben wäveir. Mer gerade hier haben l5loyd George und Elemenceau die Brücken abgebrochen ^5ch habe eine sehr schlechte Meinung von der moralischen Der- .Mjung der Machthaber unserer Feinde, von der horveuden Ur- teuslosigkeit ihrer Völker. Mir haben hier gegen eine Niedertracht der Gesrnnurrg zu kämpfen, wie sie schändlicher wohl nie bestand. L-ir dagegen fündigen durch, Dummheit, deiin Alldeutsche und Friedens re so lutioiien find beides gleich dumme Erscheinungen,! wenigstens in der Form, in der sie aus treten. Auch sonst gibt es. Gemeinheit genug auch bei uns. Aber sie ist weniger bewußt, we-' mger Sünde gegen den heiligen Geist
Dann wir uns Wiedersehen werden, weiß ich nicht zu fagem Bahnfahren ist kein Vergnügen mehr, und bei der Kälte erst recht Nicht. Ich hoffe, das Frühjahr bringt uns wiedm: einmal zusammen.
Bis dahin leb wohl und sei herzlich gegrüßt , j
von Deinem treu, ergebenen Vetter j ■ 1 Mnr.
England und die deutsche Note.
~ 0 ff^Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Reuter ersähttt
^ b £?r? \1 V i!L U ? ?i tl5 J. 9d P lt erhielt die deutsche Note h-ute früh durch den brttischen Gesandten im Haag. Balfour und
London, um sich mtt Lloyd George zu bc- erfahrt Reurer, daß es bei dem gegeiiwärngew unwahrscheinlich sei, daß ein verantwortlicher «huZ* lZq V {J>e ^ e in ^ s'lnzelne gehende Erklärung über die Lage ^ nächste Schritt für Wilson wird sein, sich nn: zwecks einer allgeineinen Beratung über die deutsche sandigen Alraesichts ihrer erscheine bve deutsche mcht mrr als eine Annahme der Punkte in Wilsons Erklä-- ttirrg vom Zamrar. sondern auch seiner späteren Erttärimgen. Es gesagt werden, es scheine, daß die Deutschen es mit dtt Annahme ernst meinten. Ter Wortlaut der Note gäbe keine e>ü>gultige Klarheit darüber, ob Wilsons Bedingungen vorbehaltlos an genommen oder lediglich als Grundlage für eine Erörterung wurden. Es ser klar, daß eine bloße, unbestimmte Er- Att mcht genügend sei. Selbswei'stcjndlick könne keine yM§^apon |em, die Militärischen Operationen einzustellen. Kein> Wot,eiistiütand sei möglich, aus^r unter schärfsten Sichimigen da- ^ o'ttnd die Zwischenzeit nrc^ nur benutzen wolle, um spater weder anzusangen.
Englische Drohungen.
r „ v, k f 7 ™*° 7T ' 13 ' (WTB.)_ Reuttrmeldung. Deutsch- InJiLh iS 1 ^ ? r 1 a n 1 1 1 o n ist in London gestern am späten Lvend durch Bekamttmaämng von den Theoterbühnen und aus der Leinwand der Kinos bekannrgegeben worden. Tie Sonntagzei-- tung-en bezweifeln einmütig die Aufrichtigkeit des deut- tckMi Lchttttes. und erklären, wenn die Deutschen meinten, daß oL ^' *** Ttiitt noch käme, mit Feilschen um die Ftiedeusbedin- ffunjm mp emer Konferenz sei. so würden sie grausam enttäuscht V* ^I^r^crcn, daß die Miierten noch ihre eigenen Zusatzpunkte zu Wilfons 14 Punkten hätten, welche die mannigfaltigen Verbrechen, die die Deutschen fett ihrer Veröffentlichung «Mmgen hatten nicht träfen. Ebensowemg sorgten Wilsons Purrktt wc Belangung der 5dauptverboeä^. welche die planmäßigen Grau- Tamntcn veranlag hätten, noch sprächen sie von Ersatz für die Der- * 2- DÄmechOi der Versenkung der <toiöen Nicht, daß Wilson der Entente ^rfenstiMtandes ohne siche» Bürgschaften enipd hl.ii werde. L-« stt,.,igen mannigfache Vorbedingungen für Ä5-Lüllche«mg der!Umstellung der Ferudstli^iten vor. Alle Blatter schlr^-i danrtt, daß die Festsetzung der Äednrgmigen Foch werden könne, der die alliierten Heere nicht um die cZttrM ihrer glanzenden Siege /betrügen werde.
^°Ä n J 4 'ii®^Euter erfuhr gestern von autvri- ?^ber Cterae. daß kcme Aussicht mr\ einen raschen Waffcnstill -
1?™ Ö vr!f meim die Zeit gekommen sein werde, um
ernm^ Wm st n still stand zu gewahren, er nicht gÄvähtt oder auch 5Kfrr™ ^ 0 en wmcke, ohne gleichzeitige (Garantien zu
UT * • SU r-^c 7T ^ € ' ^utschland nicht nur bereit sei. das
Schwett in die Scheide zu stecken, sondern absolut auch Mißer stände ser. me Fl-rndseligkelten wieder aufzuiichsnen. Man glmckt, daß crrS'* S^‘ x ’ 71 Wird, ehe Wilson antworten wird, und daß Wttson dre Alliierten zu Rate ziehen werde, tfr die Antwort in eirdgulttge ^-orm gebracht wird. Bezüglich der Grrantien gehe yx hmigen maßgebenden Kreise dahin, daß sie deratt
ern muffen, daß kern Schatten emes Zweifels übrigbleioe.
Französische Stimmen über die Friedenslage.
^-^oris 13 Okt (WTB.) Hopos. „Petit Parisien" erklatt, datz die deutsche Arrtwott keine einfache und kürre Unttr- ^^ Forderungen Amerikas darstellt. Sie sei eins Beschwichtigung der Grundsätze dieser Forderungen. Tie deutsche r-^Äow.atte konnte sich dadurch mit Waffen versehen, daß sie ab^ ichllich etwas verschweigt und Zwischenfälle hervorrust, um die Grottermigen zu^ verlagern. Aber die Diplomatie der Alliiertes verfuge uoer genügend Beweisgründe, um Machenschaften in letztes stunde zu verhindern, Deutschland und Oesterreich hätten nicht mehr die Kraft, dm '.llliierten Hsitterhalte zu legen, die sie fürch- ten mußten Wahrsäsemlich werde Wilson den Feikid in alle Schlupfwinkel verfolgen und ihn zwingen, neue Präzisionen zu geben. Ta^ ,'Echo de Puris" unterstreicht die Tatsache, daß tue deutsche Aittwort die Tendenz zu haben scheine, die Bedingungen fur den Waffenstillstand selbst zu machen. Das „Echo" glaubt zu nnssm. baß Washington mit Paris und London voll- tommm dann übereinstimmt, daß eine vollständige Kapi- tulationttls Bedingung des Waffensttllstandes gefordett werdenwird. Alle Entente-Regierungen arbeiteten so, als ob der Krieg noä) lange Monate dauern werde.
Okt. (WTB.) Tie Agence Havas verbreitet eine rdtthe Blattermmmen zur deutschen Antwortnote, die alle <m gelwffigem Tone gehalten sind. „H o m m e L i b r e" schreibt,
L o^utsche Presse jeden Tag neue Berständignngsvläne über N^ys-^okhringen vorbringe und bemerkt. Berlin solle sich kernen ^Nuswnen über die elsaß-sotlwingis-che Frage hingeben. Sie ge- hvre für (ttankrcnch zu denjenigen, über die jeder Vergleich aus. geschlossen sn. — Ter „Matin" sagt, die Note sei der Beweis des Zusammenbruchs Deutschlands. Die Note beweise, daß Dcuttch. land arglistig und illoyal bleibe. Das Blatt bezeichnet die Not« als doppelsinnig und verlangt, daß Fach allein entscheide, ob ein Waffenstillstand angebracht sei. Der Gedanke einer gemischten Kommission vttrate den Wunsch, scheinbar auf gleichem Fuße fru verhandeln. Doch könne es bei einem Waffeiisttllstand, wie Deutschland Uyn nachsuche, mir zwei Personen geben- einen siegreichen Führer, der befehle, und einen geschlagerren Führer, der) gehorche. — Zum Schluß gibt die Agence Havas folgende Aoiiße- N5A des ,New Bvlrk Herald" wieder: Rtan müsst im Ochsten Maße aus der Hut sein. Tie Haltung Deutschlands eil- pttnge der Feigheit und Furcht. Verächllich in der Niederlage, wü es hassenswert im Erfolge war, sei es bereit, in alle Tiefen d-ü Niedrigkeit hinabzusteigen, inn den Leiden zu entaeben, die es dem besiegten Feinde auferlegt hätte.
Die Staatenbildnng in der Nachbarmonarchie.
Wien. 13. Okt. sWB.) In einem Llrtikel bctitell „Der deutsch-österreichische Staat" befaßt sich die .Arbeiterzeitung" mit der praktischen Durchführung des Selbst- bestimmungsrechtes der Deutschen Oesterreichs. Hierfür gebe es zwei ^Möglichkeiten: erstens die Schaffung dreier deutschester- vcichischer Stauten, nämlich cinsä tunerösterreichischen Stucttn?,


