Nr. 241 Zweites Blatt Glehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Montag. Oktober J9J8
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 14. Oktober 1918.
Die Gesellschaft zur Errichtung eines deutschen Erfindungtz - Institute»
hielt ScrmSLag und Sonntag hier in Gießen ihre Jahresversammlung ab. ^Lach einer Begrüßung der Mitglieder, die Samstag abend 8 Uhr im Fürstenhof stccktsnnd, hielt Geh. Medizinalrat Prof. Tr. Sommer nach einigen Eröffnnngsrvortcn von Prof. Dr. B e ch h 0 l d - Frankfurt einen längeren Vorwag. der die Ab sichten der Gesellschaft und den psychologischen Vorgang des Er rindens klar!egte. Ter Redner ging von der Psychologie aus und '.eigÄe das Entstehen der Erfrnderidee als Reaktion auf Wahrnehmungen eines Mißsllmdes. als Verneinung eines Störenden, als Verbesserungstendenz auf. Von der Wahrnehmung einer gegebenen Erscheinung richtet sich der Blick in die Zukunft. Ein Beroesserungseinfall löst. Assoziationsketten aus und das Wesend- liche des Erfinders besteht in einer freien Weiterbildung des Gedankens unter hartnäckigem Festhalten an der Grundidee. Er- findertalent ist eine elementare Eigenschaft, die selbst bei Primi tiven und geistig minderwertigen Menschen stark hervortritt. Bei einer Erfindung sind drei Punkte besonders zu beachten: 1. die Erftnderidee. 2. dve mechanische Form und technische Lösung. 3. die kaufmännische Verwertung. Es ist eine Seltenheit., daß ein Erfinder über alle drei Eigenschaften verfügt. Viele haben Einfälle ohne Lösungsmöglichveit, vielfach ist auch der Gedanke richtig, die Absicht der technischen Lösung aber undenkbar. Am seltensten verfügt der Erftrrder über kaufmännisches Talent zur Verwertung, wodurch chm viel Aerger entsteht und das typffche Mißtrauen des Erfinders seiner Umgebung gegenüber zu erklären ist. Aus alledem ist ein Studium der Ersnrderanlagen erforderlich. Hierzu gehört auch das Studium der geographischen Verteilung von Erfindern und die Familienfiorschrng, die vielfach wie der Zeppelin und Siemens wertvolle Aufschlüsse geben. Erfindergabe ist erblich und hat entschiedene Belichtungen zur Psychologie: sie ist ein
außergewöhnli-cl-er Zustand, der sich auf 5—10 Prozent der Menschheit verteilt. Die Ausgabe einer Organisation des Erfindergeistes sind folgende: 1. Krittk der Erftnderidee, da die Idee oft falsch ist und der Erfinder Zeft, Mühe und Geld vergeblich verschwendet. 2. Technische Durchführung durch Modelle in einem organisierten Institut, Einrichtung von technischen Hilfs Mitteln zur Verfügung der Erfinder. 3. Verwertung der Erfindungen durch Fühlungnahme zur Industrie und Technik, die selbst durch Paterttbureaus oft nicht zustande kommt. 4. Be- urteiln >.g und Verbesserung der Rechtsverhältnisse der Erfinder, Patentschutz und Patentverbesserung. Ein großes Verdienst kann sich das Institut auch erwerben, indem es den Erfindern die Naivität der pekuniären Wirksamkeit ihrer Erfindung nimmt und damit eine Oekonomie der geistigen Kräfte erzielt. Wichtig erscheint ferner die Anlage einer Bibliothek, die Erftnderliteratur sammelt, damit Erkenntnisse über deren Arbeitsweise gewonnen werden können. Die Gesellschaft befaßt sich bereits mit all diesen Ausgaben, um der Errichtung des Erfindungs-Institutes vvrzuarbeiten, das für die Friedenswirtschaft höchste volkswirtschaftliche Bedeutung gewinnen Und das deutsche Volk im friedlichem Wettbewerb mit den anderen Nationen entschieden stärken wird. _ Und hierin liegt eine besondere nationale Aufgabe der Gesellschaft.
(Fortsetzung folgt.)
Der Wunsch nach wasserdichtem Schuhwerk drängt sich besonders lebhaft in dieser Zeft aus; denn der Sommer verläßt uns und der Herbst mit seiner Feuchtigkeit rückt heran. Mancher Vorsichtige hat darn agedacht, sich ein Paar derbe Stiefel oder ein kerniges Stück Leder zurückzulegen; aber nur die wenigsten haben „Beziehungen" und selbst die Vorausberechnungen der eifrigsten Hamster wirft die Tauer des Krieges über oen Haufen. Lkder gehört in erster Linie den kämpfenden Truppen: für die ZivilbevÄkerung ist jetzt schon eine empfindliche Lederknappheit ein getreten. Diese wird sich ständig verschärfen, und wird nach Friedensschluß noch Jahre hindurch anhalten.
Deshalb hat bve Reichsregierung schon seit vielen Monaten eine dem Reichswirtschaftsamt unmittelbar unterstellte Kriegsorganisation eingerichtet, die nichts anderes zu tun hat, als Ersatzstoffe für Sohlen auszuptvben, bevor sie in den Verkehr gebracht werden.
Das Wort „Ersatz" hört niemand gern: in diesem Falle darf man aber doch Vertrauen dazu haben. Tie emsige Arbeit der deutschen Technik hat einen Ausweg auch aus der Sohlennot gefunden. Es sind jetzt bereits Ersatzsohlen im Verkehr, die zwar nicht alle bequemen Eigenschaften hes Leders besitzen, aber in dem Wichtigsten, Wärme und Wasserdichtigkeit, den Ledersohlen nichts nachg?ben.
Sperrholzsohlen (leichtes Holz und Lederabfälle) und Holz halb sohlen haben sich bereits in Stadt und Land gut bewährt; das heißt, wenn sie sachgemäß verarbeitet worden sind. Dieser Punkt ist so wichtig, daß die erwähnte Kriegsbehörde in Berlin sogar eine eigene Lehrwerkstätte für die Verarbeitungs- weise der Ersatzsohlen errichten mutzte, in der Schuhmacher aus allen Gegenden Deutsckllands. mit der Holzsohlen v erarbeitung vertraut gemacht haben. Sie haben in der Heimat die neuerworbenen Kenntnisse auch, an ihre Fachgenossen weitergvgeben. ,Nur Vertrauen gefaßt zu den Kriegs sohlen! Wer sie trägt, ist vor nassen und kalten Füßen sicher.
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** Amtliche Persvnalnach richten. Der G r 0 ß h e r- zog empfing am 12. Oft. zum Bortrag: den Staatsminister Dr. v. Ewald, den Generaladsutanren General der Kavallerie v. Hahn, den Vorstand des Kabinetts Wirkl. Geh. Rat v. Röm- held; außerdem den Oberstleutnant Joucmne.
** Freibank. Dienstag 15. Oktober werden von 2—4 Uhr die Nummern 1—40 beliefert.
** Butterversorgung. Infolge der immer noch ungenügenden Buttcrzuweisung seitens der Landes-Milch- und -Fctt- stellie ist ies nur möglich, in der laufenden Woche die Hälfte der Bezirke und zwar die Btezirke 1, 2, 3, 4, 5. und 7 zu beliefern. Bei den Firmen Driesch und Arnold kommt diese Woche Butter nicht zum Verkauf.
** Die flei schlosen Wochen. Vom Kriegsernährungsamt wird mit geteilt: Ta das Ergebnis der letzten Viehzählung gezeigt hat, daß bei stärkeren Eingriffen in den Rindviehbestand, der bis aus weiteres die Last der Fleischversorgung nahezu allein zu tragen haben wird, Gefahr für unsere künftige Fleisch-, Milch- und Fettversorgung bestehen würde, bleibt größte Sparsamkeit im Flei,chverbrauch geboten. Die fleischlosen Wochen sollen daher auch für dic Monate November, Dezember und Januar i.cib-halten n>er- den, doch ist nrit Rücksicht auf die Weihnacytsfen rage ihre Zahl auf
drei, d. h. aslo je eine im Monat herabgesetzt worden. Sie entfallen auf die Wochen 18. bis 24. November, 16. bis 22. Dezember und 6. bis 12. Januar. Für rechtzeitige Fleischausgabe für dre Weibnachts- feiertage soll gesorgt werden. Tie Zulagen für Kranke und Schioer- vrbeiter tverden auch in den fleischlosen Wochen weiter gewährt.
** Die körperliche Entwicklun g der jüngsten Rekruten. ?luf verschiedene, in letzter Zeit laut gewordene Klagen daß die militärische Ausbildung ungünstig auf das Körpergewicht der im Sommer dieses Jahres eingestellten jungen Mannschaften einwircke, haben wir Erkundigungen bei der maßgebenden Stelle eingeholt. Diese hat uns daS Ergebnis der monatlichen Wiegungen im Korpsbezirk zur Verfügung gestellt. Danach haben an Gewicht zugenommen: im Monat Juli: 57,51 0/0, und zwar durchschnittlich 1,95 Kg., im Monat August: 65,40°/o, und zwar durchschnittlich 2,19 Kg.. Abgenommen haben: im Monat Juli: 26,22o/o, und ztoar durchschnittlich 1.44 Kg. im Monat August: 20.80o/o und zloar durchschnittlich 1.36 Kg. Bei 16,270/0 im Juli uw» 13.30o/o im August war das Körpergewicht das gleiche wie hei der Einstellung geblieben. Besonders bemerkenswert ist. daß im Monat Juli: 1 Mann 10,5 Kg., 2 Mann je 10,00 Kg., 1 Mann 9,5 Kg., im Monat Astgust: I Mann 11,5 Kg., 2 Mann je 11.00 KH.. 1 Mann 10,5 Kg. an Körpergewicht zugenommen haben.
Landkreis Gießen.
© rÜn , S ^ r ?i 13 - Ctt ^ « SWegSbegutn int Felde ff« I»mann genet im September durch Saks.
scAververlomrdet in enMche Gesmigenschast. in cngwchen Lazocett am xö. September gestorben ist. ^rlhelm K reu der ist fürs Vaterland gefallen.
4 - n Pua>5er wurde er durch ernen Granatvolltveffer sofort ge- töLet. Auch er stand seit 1914 im Felde.
Starkenburg uno Rheinhessen.
.^.DienSheim, 13. Okt. Ein Akt kaum glaublicher Roheit Elmshaustn verübt. Dort hat man einer lebenden Kuh des Mllchhandlers Krndrnger ein großes Stück Fleisch E dem Huttervrertel herausgeschmtten. Das Tier mußte abgeschlachtet werden.
.. Edierst a d t, 13. Okt. Zwischen Bierstadt und Igstadt entdeckte man auf einem Bier fuhrwerk unter zahlreichen kleinen fünf mächtige Fässer, die das Fleisch von mehreren geschlachteten Kühen enthielten. Herkunft und Ziel des Fuhrwerks, deften Fahrten schon seit langem ausgefallen waren, konnten noch nicht ermittelt werden.
' cidcnlchafMch« Lieb- mcbnts Sofa« zom Dctcrloruf er- ' sei" ganz« Wesen. Ich dar) stolz sein ans seme raten.
Vies« Venmprsein lätzl mich «jen Zchmerz am seinen verlast leichter ertragen, dem ich bade dic seste Lnoerstcht. dofe sein ■»- erschütterlicher öloube an ein siegreiches Deutschland sich erfüllen wird, wenn »ater Dult opserbereit ao»d»rrt.
lmmelmsos»
kur sein Vaterldnd gefallen 19 Joni 19l6
Hessen Nassau.
= kfu r ti ig. M., 13. Okt. Die Grippe tritt in den
Post- und Telegraphenämtern so stark auf, daß der Betrieb eingeschränkt werden mußte.
^ochschulucrehrichten.
^..vrburg, 13. Okt. Nachdem der zium Rektor der Uni- verfttät ftir das Amtsjahr 1918/19 gewählte Direktor der chirur- Mschen Klinik, Geh. Rat Prof. Tr. König, dem an ihn ergangenen Ruf an die Universität zu Würzburg Folge geleistet hat, ist jetzt bet Direktor des pharmakologischen Instituts, Professor Dr. med August Gürber, zum Rektor gewählt wotden. — Dam zum Ab- terlunEvorsteher am chemischen Institut ernannterr Privatvozent Tr. W. Lttecker wurve der Titel außerordentlicher Professor verliehen. — Gestern mittag fand in üblicher feierlicher Weise in der Aula der Universität die endgülttge Immatrikulation der im Winterhalbjahr neu hinzu-g>eLonnu.:uen Studierenden statt. Ter seitherige Rektor Prof. Tr. theol. Heitmüller hielt vor der Verpflichtung eine längere Aussprache. — Auch in diesem Winterhalbjahr fällt der angesagte akademische Kursus zur Ausbildung von Duen- lehvern wegen mangelnder Beteiligung weg.
splelplan der vereinigten Kranksutter Staüttheater
Gyernhaur.
Mittwoch 16. Okt., Borspr. v. Fritz Engel, gespr. v. Rob Daube. „Tannhäuser". Donnerstag 17., 61/2: Vvrspr. v. Fritz Engel, gespr. v. Jos. Gareis. „Turandott'. Hieraus: „Arkecchmo" Freitag 18., 7: Borspr. v. Fritz Engel, gespr. v. Carl Ebert. „Ri^ gvlettv . Loamstag 19., 61/2: Borspr. v. Fritz Engel, gespr. v Carl Ebert „Der Prophet". Sonntag 20., 3: „Das Dreimäderlhaus" 6hr: Borspr v. Fritz Engel, gespr. v. Jos. Gareis. „Turandot"' Vierans: „Arlecchino". Montag 21., 7y 2 : Borst, f. d. kriegsbeschäft Arbettersch. (Kein Karteirv-erk.) „Tie Entsnhrnng aus dem Serall" TrenLtag 22., 61/25: Borspr. v. Fritz Engel, gespr. v. Jos. Gareis.' „Aida . Mittwoch 23.: Geschlossen.
Lchausplelhall».
Mittwoch 16. Okt., 7: Borspr. v. Fritz Engel, gespr. 0. Max schreck. „Zwischenspiel". Donnerstag 17., 61/2: Borspr. v. Fritz Engel, gespr. v. Alfr. Auerbach. „Romoo ünd Julia". Freitag 18 7: Borspr. v. Fritz Engel, gespr. v. Jak. Feldhammer. Neu einstud ^Sappho". Samstag 19., 61/2: Borspr. v. Fritz Engel, gespr. v' Werner Kepich. „Nachtasyl". Sonntag 20., 31/2: „Im weißen Mßl". 7: Borspr. v. Fritz Engel, gespr. v. J^k. F^ldhan^ Zum 1. Mal. „Nur sechs Schüsseln". Montag 21., 7: „Sappho" Dunstag 22^, 7: Borspr. v. Fritz Engel, gespr. v. Werner Kepich „Nur sechs Schüsseln". Mittwoch 23., 7: „Ter G'wissenswurrn".
VevrnLschtes.
- Aus der Pfalz, 13. Okt. Der Preisrückgang aus dem Weinmostmarkt hält fortgesetzt an. BiÄe Wein Handlungen, die im stillen bereits große Verkäufe abgeschlossen hatten, haben durch den Preissturz, Hunderttausende von Mark verloren, da sie die Käufe wcht mehr rückgängig machen können. Der Preis eines Lägels (50 Liter) Most sank in knapp drei Tagen von 180 auf 90 bis 95 Mark, an einzelnen Stellen auf 60 Mark.
* Bukarest, 9. Okt. (WTB. dttchtanttlich.) Heute abend entgleiste sWwesllich Craiova infolge einer Dammunter- spülung durch dnert wolkenbruchartigen Gewitterregen der D-Zug 2 Bukarest—Budapest, nachdem erst eine halbe Stunde vorher -ein anderer Zug die Stelle ungefährdet durchsabren hatte. Einige Wagen singen Feuer. Eine Anzahl Personcn ist üm- gelommen. mehrere wurden mehr oder weniger schwer verletzt.
nere nach Abschluß der Kumpfe des 12. Oktober noch vom Feurde besetzt gehaltene Stellungsteile tvieder.
Der Erste Gcneralauartiermeister Ludendorff.
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Zur deutschen Antwortnote.
c. r r J 14 ‘ In der „Morgenposv" liest man: Auch vre ^berile Heereslertung hüll unter den gegenndttigen Umständen setzmrg des Kampfes für aussichtslos und hat sich darum nnt .dem _ ersten Friedensschritt des Reichskanzlers, 'ON^rn auch mit unserer Antwortnote an Wilsoii einverstanden errlatt. Ac^r die Umyäude müsjeii nicht so bleiben )vie sie gegeu- wärttg snrd.» Noch stehen mr der Westftont Millionen tapferer, opferbereiter deutschlcr Männer, nochi gibt es im deutschen Vaterland noch inertere Millionen von Männern, die zu jedem Opfer bereit |mo falls der Feind dem Vaterland Unerträgliches und Unwür- mges zumuten würde. Wft wissen, daß wir Opfer bringen rnüssen. Aber ernrg rn dem Eni Muß, nicht solck>e Opfer zu bringen, die ihnr Mr das Leben und dre Ehre gehen würden, nnrd das deutsche Volk es zu verhrndern wissen, daß ihm solche Opfer auferlegt werden.
Eine Organisation der nationalen Berteidisung.
. . derlin, 13.^Okt. In Danzig, hat sich unter Beteilignna werter Kreise aus L-tadt und Provinz ein Ausschuß zur Orgaui- fatwn der nationalen Verteidigung gebildet.
Rücktritt des Herrn von Berg.
(WTB.) Ter „Reichsanzeiger/' veröffentlicht die Verleihung des Sterns der Komture des königlichen Hausordens von Hohcnzollern an den Kabinettsrat Wirklichen Geheinrett Rat von Berg und dessen Entbindung von seinem Amte, m das „B. T." erfahrt, ist zum Nachfolger des aus dem
Amte geschiedenen Herrn v. Berg der frühere Staatssekretär Tr Clemens Delbrück als Chef des Zivilkabinetts ausersehen Dr Delbrück wurde bekanntlich am 22. Mai 1916 durch Dr. Helfferick von dem Posten eines Staatssekretärs des Innern abgelöst.
Englisch-fran<zöfische Hetze.
Berlin, 13. Okt. (WTB. Amllich.) Seft den Friedensan- tragen der deutschen Regierung an den Präsidenten Wilson hat enu unerhörte Hetze von französischer und englischer S>eite wegen der angeblichen systkmcttischen Verwüstung bei unseren Rückwartsbewegungen in Nordftankreich nnaesetzt. Jede Stadt, die von den englischen und französischen! Geschützen rn einen Trümmerhaufen verwanLett worden ist, wird als von den deutschen Truppen verwüstet, gevlündert und in Brand gesteckt bezeichnet. Bon jedem Torf, das nach erbitterten Kämpfen! von den deutschen Truppen geräumt wird, soll Amerika wie dem ft an zö lisch en und englischen Volke die lleberzeugung beigebracht werden, es sei mutwlllig von den Deutschen verwüstet worden. Bon feindlichen Fliegerbomben gLrvffene Magazine und in Brand gefchol »ene Munftionsdepots bezeichnen in den Augen der itt London und Paris sitzenden „Berichterstatter" mit ihren Rauchsäulen die angeblich von uns in Brand gesteckten Orte.
- Tie Verlogenheit, ja die Dummheit der Behauptung, daß unsere Soldaten nun .auf einmal anfangen sollten, ihre eigenen Quartiere in Brmrd zu stecken, kümmert dic Verfasse: wenig. Sie igio- rieren die Tatsache, daß Tausende von Franzosen, die ruhig uitter der deittschen Besetzung gelebt haben, nunmehr verzweiilungsvoll ^or dem Feuer der Geschütz-c ihrer „Besreiett^ aus den Städten Nordftankreichs nach Belgien illicksten.
. ^5. muß wissen, daß diese Berichte glatt erfunden sind und, lediglich zu dem Zweck verbreitet werden, die KriegÄeidew, Maften aufs neue zu entfachen und, wemr ftgeud möglich, den Freden den wir anstreben, zu verhindere Tenn es ist wohl wahr, daß Städte wie St. Quentin, Cambrai, Touai und Laon sich in rauchende Trümmerhaufen verwandellen. Tie Verantwortung dafür tZ? kindlichen Flieger und Batterien, die seit Wochen
dve,e Ortschaften mtt Granaten und Brandbomben belegen.
.. Zn, diesem Gveuelseldzug gehört auä} die Erregung über dre Versenkung eines japanische und eines englischen Passamer- , ^ ^ größter Anstrengung von den serMichen Te-
legraphen-Agenturen geschürt wird. So sehr auch der Tod am Kriege nicht beteiligter Zivilisten bedauett werden muß, so muh doch gegenubQ der feindlichen Pressemache betont werden, daß für ein U-Boot ern.Unterschied zwischen einem Passagierdampfer und eineni Transportschiff iinnisögllich i) I. Geiuru so wie es dem englischen Flieger unmöglich ist, zu unterscheiden, ob seine Bomben in Brugg e^peiits^ic Loldaten oder belgische Bürger töten. Nur bei dm rntmer yäuftgTr 'weidenden Bombardierung offener deutsche: Städte so gut wie sicher sein, daß er lediglich die Zrvrlbepollerung tötet und verwi'.ndet.
Der Kampf in Sibirien.
13. Okt. (Reuter.) Die von Blago- westjchensk koirnnenden Truppen Semenows haben 'in Knchlewv ihre Verbindung mit den von Chabarowsk heranruckenden i apanischen Truppen hergestellt. Der ae- ^lagene Fernd flieht längs des Zee-Flusses nordwärts. 1500 Magyaren, die versucht hatten, nach der Mandschurei zu entkommen, sind gefangen gerwmmen worden.
™ - bistnbahnkatastrophe in Ungarn.
l 3 ' 5I t . 23ie be ™ T. berichtet wird, ist ungarischen Blattern zufolge Freitag nacht der Bukarester Mlzug in der Nähe ^ , (Olt) entgleist, wobei mehrere Wagen inj
den Flutz stürzten. ^Ueber 100 Passagiere fanden den Tod, 200 Palsagiere ettttttn schwere Verletzungen., Die Ursache dieser Kata- sttophe i.st offenbar auf starke Regengüsse in Rumänien zuruckzu- hinten, bte ein ftorfeg AnschwÄlen des Oltflnsses Mr Folre Wasieritandes war das Geleise unterwaschen Dm Lokomotivführer Smrnte rn der Dunkelheit die drohende Gefahr nutzt wahrnehweu und fuhr mit Volldampf weiter.
Letzte rL^ebrichten.
Dev neueste ^cricftt dev Heeresleitung
(WTB.) Großes Hauptguartier. 14. Oktober. (Amllich.)
Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Vorstöße des Gegners gegen die Kmurlfrvnt be Äen'eits Douai wurden ubgewiesen. Der Feind, der vorübergehend in Aubigny-au-Bac eindrang, wurde im Gegenstoß wieder hinausgeworfen. sttordöstlich von Cambrai find stärkere englische Angriffe zwischen Boucham und Haspres gescheitert. Siwlich von Solesmes säuberten wir rm aus den letzten Kämpfen noch verbliebenes Englätidernest.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nördlich der Oise wurden erneute Angriffe der Franzosen bei und südlich von Aisonville'abgewiesen. Nördlich von Laon und an der Aisne stehen wir in u nseren neuen Stellungen. Die erfolgreichen Kämpfe der letzten Tage am Chnnin des Dames und in den Stellungen an der Suippes vor denen der Feind in fast täglich wiederholtem, vergeh lichem Ansturm schwere Verluste erlitt, haben hier ebenso wie auf dem Schlachtfelde der Champagne die glatte Durchführung der Bewegungen ermöglicht.
Heeresgruppe Gallwitz.
Beiderseits der Maas keine größeren Kampfhandlungen. In erfolgreichen Angriffsunternchumngrn nahmen wir Lei-
Zeichnet 9. Kriegsanleihe
bei der
Bank für Handel und Industrie Niederlassung Gießen in GieOen, Jo Hanne s s\r. 1 - Ecke Neuenweg
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Betr.: Bewirtschaftung her Runkelrüben.
Durch die Verordnung des Herrn Reic^kanzlers vom 9. Mär» l. Js. ist der Erzeuger-Höchstpreis für Runkelrüben (Dickwurz) cmf Mk. 1,50 je Zentner festgesetzt worden. Mit Ermäc^iaung der Reichsstelle für Gemüse und Ob!t haben wir eine Lieferungs- Prämie von 50 Pfennigen je Zentner für alle Runkelrüben willigt, die bis zum 31. Oktober l. Js. an uns geliefert werden Wir bringen dies hiernrit zur Kenrrttris der Beteiligten.
M a i n z, den 12. Oktober 1918. 7737c
Hessische Landesgemüsestelly. Verwaltungsnbteilrrng.
Der Vorsitzende: Werner, Reg.-R<tt. e t r.: Wie oben. -
Die Hessische Landes-Gemüfesteste, Verwaltungsabteilung.
an die
Größt). Bürgermeistereien der Landgemeinden de§ Landes.
Wir empfehlen Ihnen, die vvrstel-ende Bekmrntmachung tn Ihren Gemeinden ortsüblich zu veröffentlichen.
Mainz, den 12. Oktober 1916.
Hessische Landcsgemüfesteste. Verwalttingsabteillmg.
Ter Vorsitzende: Werner, Reg.-R<ill


