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Bouriers von den Ämerrkanern beschossen.

Berlin, 10 .Oft. Tie Amerikaner beschießen die Stadt Vouzrers. Am 7. Oktober beschossen die Amerikaner die Stadt mit weittragenden Gesäftitzen.

Englischer Bericht

vom 9. Oktober, nachmittags: Gestern abend machten wir neue Fortschritte östlich vvn Sequehart und in der Richtung vor Bohain und Mametz. Unsere Truppen erreichten dve westlrchm Zugänge von Walincourt und eroberten die Linie La Targette Cambrai, wobei sie Forenville einnahmen. Der Angriff wurde um 5.20 Uhr auf der ganzen Front der dritten und vierten Armec wieder ausgenommen. Die ersten Berichte geben an, das; wu überall schnelle Fortschritte mack>en. vraäMittags ,grmen die karcadischen Trupp«! nördlich von Cambrai an. Ramlllers wurd. genommen und der Uebergang über den Seldemnal nördlich vieles Dorfes gesichert. Unsere Truppen zogen in Canibrm ein., Dn Zahl der von uns gestern gemachten Gefmrgenen.übersteigt 8000. Wir erbeuteten ebensal's zahlreich Geschütze. . - _.

Abends: Gestern fügten wir zwischen St. Quentm und Camdra: dem Feind eine schwere Niederlage zu und nahmen mehr als 10000 Gefangene und 100 bis 200 Kanonen. Nicht weniger als 23 deutsche Division«! waren auf dieser Front eingesetzt und ci> fuhren eine harte Behandlung. Das Ergebnis dieser Unternehmung ist. daß unere Truppen auf der ganzen Front zwischen der oommc und der Serifoe heute vorrücken konnten und wert. .' raichc Fort­schritte nach Osten machten, wobei sie Abteilungen feindlicher Nachhuten, isolierte Abteilungen und Maschmengewehrposten ge­fangen nehmen konnten. Zahlreiche Einwohner, tne m den ein­genommenen Dörfern geblieben waren, empfingenunsere Truppen mit Begeistenmg. Cambrai befindet sich vlülltandig in unserer Hand, kanadische Truppen der ersten Armee zogen rn früher Morgenstunde von Norden in die Stadt ein, während^spater eng­lische Truppen der drttten Armee den Südteil ber ^tadt durch­zogen. Seit dem 21. August besetzte die drille und vierte brttpch Armee eine komplizierte Reihe von fei'adlichen Verleid! gungs- zonen. die in aufeinander folgende befestigte Grabenlnnen cm- (Hebaut waren mrd das ganze Hindenburgsystem auf einer Front von mehr als 35 Meilen von St. Quentin brs Arras umfaßten. Wir durchschritten dieses Schlack-tseld auf einer 30 bis 40 Meilen messenden Tiefe, mrd unsere Truppen setzten ihre Unternehmungen östlich weit über die HmdenburFinie hinaus fort. Im Laufe daejer Unternehmungen und zwar seit dem 2 1. August, fügten wir dem Feiride am 'Toten und Verwundeten schwere Vertu stc zu. machten mehr als 110 000 Gefangene mrd nahmen 1200 Ka­nonen. Diese Waffentat führten die britischen Truppen, die bereits den ersten schtveren Angriff der hauptsächlichen feindlichen Kräfte im Frühjahr auSgebalten hatten, durch. Nur die hartnäckige Aus­dauer und der entschlossene Geist dieser Truppen gestatten ihnen, mit einem solchen Erfolg zur Offensive überzugehen. Urrsere aus den verschiedensten Teilen des britischen Reiches kommenden Sol­daten enthüllten sich im Laufe dieser heldenhaften Kämpfe als Soldaten ersten Ranges. Das Vorrückcm dauert an. und heute nach­mittag erreichten wir die allgemeine Linie BohainBusigny CaudryCanvoy. (Cauroir?)

Englisches Geschwätz.

Berlin, 10. Ott. (WTB. Nichtamtlich^ In seiner letzten sticde in Glasgow sagte Winston Churchill:Wir ver­feuerten in den vergangenen Miochn jeden Tag eine größere, Menge Granaten als in irgend einer der verflossenen Perioden dieses Krieges. In fünftzehn aufeinanderfolgenden Tagen wurden von unseren Geschützen mehr als -zehntausend Donnen Granaten pro Tag aus den FernÜ geschleudert." In genaueren Ziffern wurde das M des Anteils, den England an der Verwüstung Frankreichs und Belgiens hat, nie ausgedrückt.

Ter englische Kriegsberichterstatter Percival Philipps versucht nach Funkspruch vvn Garnavom 9. Oktober in langen Ausfüh­rungen darzutun, daß die deutschen Heere demoralisiert seien. Trotzdem er alles mögliche an entmutigenden Aussagen zusantmen- bringt, wobei allerdings nicht nachgeprüst werden kann, welche Aussagen die Gefangenen tatsächlich machten und welche er ihnen unterschiebt, muß er doch zum Schluß zugeben, dckß die GesangeneiH betonen, daß die deutschen Heere noch auf lange Zeit die Kämpfe iortsctzen könnten. Die englische Bervchterstattmig leistet Wunder­bares an Genauigkeit .und Schnelligkeit. In der Nacht auf den 9. Oktober wurde Cambrai vvn den Deutschen geräumt und <ün 9. Oktober neun Uhr vormittags erschienen die ersten eng­lischen Patrouillen am Ostrand.der Stadt. Wer bereits um 10 Uhr vormittags des gleichen Tages funkt (Arrnavon die ausführ­lichsten Einzelheiten über die Plünderung Ecrmbrais durch die Deutschen, über Schändung der Kirchen nud über blntige Raufereien zwffcben preußischen und bayerischen Abteilimgen um Beute. Garna- von ist sogar in der Lage, die genaue ZtthK der dabei getöteten Offiziere und Mannschaften anzugeben. In der einen Stunde von neun bis zehn Uhr vormittags hat der britische Berichterstatter, der .fÄbstver^Lidlrch die vorderste Patrouille begleitete, nicht nur alle diese Einzelheiten aufnehm-en könuen, sondern sie auch incl Hauptauartter gebracht, sie dort zensieren lassen und dabei noch Zeit übrig behalten, sie bis zehn Uhr mit Fernschreibern nach Garuavon weiterzug^-en. Nur ein Fehler ist ihm dabei unterlaufen, bayerische Truppen befanden sich überhaupt nicht in Cambrai.

Kranlreich und die Antwort Wilsons.

Paris , 10. Ott. Eine Note der Agence HavaH sagt: Präsident Wilson hat die deutschen Vorschläge in der Weise auf- genommen, wie man dies von seinem klugen Scharfblick mrd seiner gewissenhaften Ehrenhaftigkeit erwarten konnte, indem er von der deutschen Regierung Aufklärungen über Sinn und Tragweire ihres Angebots erbat. Auf diese Weise wird keinerlei Zweideutigkeit die Lösung des gegenwärtigen Konffitts fälschen. Nicht die Alliierten werden es. sein, die sich darüber beklagen werden. Ohne irgendwie der endgülttgen Antwort Wilsons vorzugreifen, gestattet doch eine Prüfung der Note Lansings, sich schon jetzt ein Bild von seinen begründeten Besorgnissen zu machen.

Deutschland wird zuerst kategorisch «klären müssen, ob es un­verzüglich und ohne Erörterung die ausgestellten Bedingungen an-, nimmt. Tatsächlich haben sich die Mittelmächte darauf mschräntt, M erklären, daß sie die Bedingungen annehmen, aber nur als Grundlage für ejine Erörterung. Im Reichstage gab Prinz Max von Baden in seiner Rede die gleiche Erklärung ab, und schließt lrch war die deutsche Presse in dieser Hinsicht noch deutlicher. Man versteht daher den Zweifel, den Wilson beseitigen will. Es ist kaum wahrscheinlich, unter dem Druck der Ereignisse, daß der Kanz- rückhaltlos dem Washingtoner Friedensvrogramm zustimmt. Selbst wenn er es. aber tut, welches Vertrauen könnte man ihm W * n £ I Ä I 5 m i t gewähren, da er im Verlause von wenigen Tagen »nUc Ansuyt über eine Haupttrage in so offener Weist geändert Zock- ÄjP muß man wissen, ob die Vorschläge inr Namen vwRecchsb^rden genracht worden sind, die bisher den Zkrira geführt haoen. Ter Kanzler gibt sich wobl Mühe, die Regierung, an dmen Spitze >er steht, als aus dem B-eckst imd aus dem ReicW- tflge yervorgeoangen hinzu stellen. Ist die e Versammlung aber be- ^htuft, rm Namen der deutsche:! Demokratie zu sprechen?

Reichstag hat ohne Vorbehalt dem Angriff von 19 L4 zu- geinmml. imb ebenso allen alldeutschen Mußnahmen des General- stabes. Er hat die Verträge von Brest-Litmvsk und Bukarest ra­tifiziert. Prinz Mcax von Baden selbst hat in einem Schreiben an Hol-enlohe einen Maßstab für die Aufrichtigkeit seiner! polttrfchen Anfrcyten gegeben. In Wahrheit erscheint der Personen- wechicl an der Spitze der Reichsregierung nur wie eine Parodie mir dre Teilnahme des Volkes an der Regierung, die den Zweck hat, drewirrlichen vermrtwortlichm Urheber des Krieges der Berant- zu entziehen^ Schließlich präzisiert dieser Satz in seiner glücklichen Weise die Gedanken Wilsons.

-t ^r2 n! die Vorbedingungen rückhaltlose Zustimmung zum ame- rrianiichen e/rredensprogramm, Neuorientierung der deutschen Po- hM sowie Räumung der befet^ten Gebiete von der kaiserlichn Re- glerung, angenommen werden, so wird der Waffenstillstand doch nicht ipso facto eirrtreten. Präsident Wilson wird vielmehr dann erst glauben, in der Lage zu sein, eine Einstellung der Feindselig keiten den Völkern der Entente v o r z u s ch l a g e n, die dann die Bürg schäfte?: de arrntgeben müssen, die sie von dem Feinde fordern wvilm, bevor sie die Waffen niederlegen. Deutschland hat jetzt das Wort.

Wilsons Antwort und die englische Presse.

London, 9. Ott. (WTB.) Reuter-Meldirng. Die Abend­blätter erklären ihre Uebereinstimmung mit Wilsons Antwort und betonen, daß sie ein Prü,stein der Aufrichtigkeit Deutschlands sein werden. ÄeWeftminster Gazette" sagt: Wir können ohne Zaudern erklären, daß Wilsons Antwort die Hoff­nungen und Erroartungeii der Alliierten in Eirropa erfüllt. Ter Präsident hat kurz und sachlich gesprochen. Er faßt alle wichtig«! Streitfragen, die die Entsck>eidung dmüber bringen werden, ob Frieden wird, oder ob der Krieg weitergebt, zusammen. Wilson sagt: Nehmt die Wilson-Punkte an, gebt ihnen ihr eigenes Land z^rrück und gebt mir die Sicherheit, daß ich zu freien Vertretern/ innes freien Volkes spreche. Ich werde mit euch verhandeln. DiePall Mall Gazette"' sagt: Wilson hat an Prinz Max eine ?(ntwort geschickt, die erweisen wird, ob das deutsche Ansuchen ehr­lich gemeint ist. Wenn Prinz Max diese Bedttrgungen airnimmt, so wird er sich dannt vvn jeder gemachten Erklärung loslösen. Wenn er die Bedingungen zurückwnst, wird er die Wertlosigkeit der Huldigimgen, die er Wilsons Idealen zollt, zeigen.. Globe" sagt: Wilsons Antwort ist eine Urttmde, die trotz ihrer Kürze offenbar das Ergebnis sorgfältiger Ueberst'mng ist. ,,Coming Standard" schreibt: In bez.nchnender Sachlichkeit weist der denrokrattsche Führer Amerikas den deutschen Kanzler aus die nacttm Tatsachen hin und fordert ihn aus, sich zu den drei grund­legenden Punktm zu äußern.

Aus der anrrrikaNischen Arbtiterw-elt.

Neu York, 9. Okt. Die amerikanisckie Arbeitervereinigung veröffmtlicht eine Erklärung, die den deutschen Friedens­vorschlag als einen neuen Versuch, die Welt zu täuschen, hin stellt.

Ein Parteitag der ^ungtürken.

Konstantinopel, 9. Okt. (WTB.) Meldung des Korre- spondmzburemrs. Tie Kammerpartei für Einheit und Fortschritt hielt gestern im Kammergebäude eine wichtige Sitzung unter dem Vorsitz des Parteiführers Talaat Pascha ab. Ter el>emalige Gesandte in Sofia, Fekhi Bei. irtterpelliertü an der Spitze einer Gruppe von Deputierten die Regierung über die innere und äußere Politik, rvobei er lautJkdam" besonders! nach dem Grunde fragte, um dessentwillen die Türkei iu den Krieg getreten sei, und was das Ziel dieser Po'lsittk sein könnte. Talaat' Pascha gab Aufttärungen über die innere und äußere Lage und legte die Gründe für die gemeinsam mit den Verbündetm gestellteul Friedens- und Waffensttllstandsvorschläbe dar. Tie Partei glaube, daß sie jede Regierung mrterstützm müs>e, die vom Sultan berufen! werden würde. Ein Abgeordneter erklärte, der Augenblick sei nicht für Parteizwistigkeitm geeignet, fordere vielmeln Einigkeit. Ta­laat Pascha legte dar, daß die durch den Weltkrieg verursachten! starkm Wandlungen eine Aenderung in dm Verwalttmgsgrund- sätzm nötig machten, was ttesgrcifmde Aenderungm in der Orga­nisation der Partei für Einheit und Fortschritt erfordern werde, die auf dem nächsten Kongreß vorgeschlagm werden sollten.

Erfchiefrung TrepowS.

Amsterdam, 9. Ott. (WTB.) Nach einer Reutermeldung aus Petersburg ist der frühere Ministerpräsident Trepow am 25. September erschossen wordm.

Ukrainische Orden.

Kiew, 9. Ott. (WTB.) Der uttainische Ministervat nahm die Schaffung UkrainischerOrden in Aussicht und zwar dm Drben des Heiligen Wladimir, des Sttschewik-Ordms und des Oswita-Ordms.

Die KönigHwahl in Finnland.

H e l s in g f o r s, 9. Ott. (WTB.) Nach einer geheimm Sitzung ist Prinz Friedrich Karl von Hessen vom Landtag zum König von Finnland gewählt worden. Tie Agrarier und einige wmige Republikaner bekundetm durch Sitzmbleibm, daß sie an der Wahl nicht teilnahmen. Das Landtagspräsidium wurde beauftragt, die sich mt§ diesem Beschluß ergebenden Maßnahmenj zu treffm.

KabinettSwechset -in Oesterreich.

Wien, 9.Ott. (WTB.) Tie Mehrzahl der Blätter ver­zeichnet ohne Kommentar die gestern in parlammtarischm Kreisen neuerDingsaufgetretmm Gerüchte von einer bevorstehmdm Aende­rung in der Regierung. Es wurde von der Berufrmg eines Friedms- kabinetts und Völkerbundsministeriums gesprochen, wobei wiederum L a m m a s ch als Chef gmanrtt wurde. Vielleicht werdm die näch­sten sitzungsfreim Wochen Klarheit in dieser Richtung bringen. Nach Vlättermeldungm werden die Bevatungm der Telegcttions- ausschüsse an fang nächster Woche begimren. Burian wird Timstag ein Expose über die äußere Politik im mrgarischen, am Mittwoch im österreichischen Ausschuß halten.

Die Selbstbestimmung der Deutschen in Oesterreich.

Wien, 10. Ott. (WTB.) Ter Korrespondmz Austria zufolge faßte die Christlich-Soziale Vereinigung der deutschm Abgeordneten folgmdm einstimmig«! Beschluß: Tie ChriAich-Soziale Vereini­gung der deutschm Abgeordnetm nimmt, indem ffe das Selbst­bestimmungsrecht der slawischm und romanischm Nationm Oester­reichs anerkermt, das gleiche Recht auch für das deutsche Volk in. Oesterreich in Anspruch und ist bereit, auf dieser Grundlage mtt dm Vertretern der andern Nationm über die Umwandlung Oester­reichs in eine Föderation freier nationaler Gemeinwesen zu ver­handeln. Wir verlangm, daß sämtliche deutschen Ge­biete Oesterreichs zu einem nationalen Gemeinf- wesen vereinigt werdm, welches das Selbstbeftimmungs- recht des deutschm Volkes anszuübm berufm ist. Tie Unterwerfung dmtscher Gebiete Oesterreichs unter ein fvemdnationales Gemein­wesen lehnen wir unbedingt ab. Zur Amrahme gelangte auch ein­mütig ein Beschluß, daß die Christlich-Soziale Vereinigung selbst­verständlich an ihrer religiösm und dynastischm Ueberzeugung unverbrüchlich festhält.

Wien, 10. Ott. (WTB.) Wie dieDeutsche Nachrichten" und die Korrespondenz Austria gemeinsam melden, fand heute d-ie Meile Aussprache unter dm Vertlretern aller deutschen^ Parteien des Abgeordnetenhauses statt, worin von dm Vertretern der Christlich-Sozialm Vereinigunig, die in der hmtigm Sitzung gefaßte Entschließung vor^elegt wurde, die dann außer der bekanutm Entschließung der deutschen Sozialdemokratm! und dm vom Verbände der deuffchnationalm Parteim imd den! von der deutsch-freiheitlichm Vereinigmrg abgcgebenm Erklärungerj Gegenstand der Beratnngm bildete. ES ergab sich volle Ueher­ein stimm ung in dm grundsätzlichm Fragen. Tie Beratungen, woran Vertreter des Verbandes der deutsch-nationalen Parteim, der chrisllich-sozialm Vereinigung, der deutschen sozialdcmokrati- schm Partei, der dmffch-freiheitlichm Vereüttgung) der alldmt- schm Vereinigung teilnahmen, werden fortgesetzt.

Wien, 10. Ott. (WTB.) Meldung des Kor.-^Bur. Im Ge- meindmat betonte Bürgermeister Weiskirchner nach einem Rückblick auf die semerzeitigm Vorschsäge des Grafm C z e r n i n betreffend Ausbau der neuen Weltord-mmg, allgemeinen Vötterbund, internationales Scks.edsgerickft und allgemeine 2lb- rüstung:Mit voller Zustimmung begrüß«! wir heute dm neuer­lichen. gemeinsam mit uusevm Verbündeten geinachtm Vorschlag der k. k. Regierung zur Vorbereitung eines Friedens, der Recht und Gerechtigkeit bringen soll für alle Länder ,md Völ­ker. Aus dem Bodm der Geoechtigkett soll ein neues Oesterreich mit fteim Völkern etblühm und seine Niission im Völkerbund er- füllm. Wmn das S e l b st b e st i m m u n g s r e ch t der V ö l - k er zum Weltprrnzip erhobm tvird, dann wollen wir Te u t sche nt in Oesterreich dieses Reckft, das alle anderen Nationm für sich begehren, auch für uns. voll und ganz in Anspruch nehmen." Ter Redner ricksete im Na:n«i des GemeiuderatSj der S-tadt Wien als Vertreter des größten deutsck^l! Gemein:oesens der Monarchie an alle Teutsck-m in Oesterreich die dringende Mahncmg zur Einigkeit, um sttbstbewußt und zielsicher die Ge- s-ckncke des beutsckflm Volkes in Oesterreich in die Hand zu nehmen. (Lebhafter Beifall.)

Deutsch-Böhmen.

Wien, 10. Olt.^ iWB.) TieSozialdemokratische Kvrre- spondenz" meldet: Auf die Einladung des Abgeordneten Pacher, cm der Vorberatung über die Einsetzimg eines ständigen Aus- sckmffcs zur vollen Geltendmachung des Selbstbesrimmungsrechts Deutsch-Böhmens Vertreter zu entsenden, woran auch die deutsch-böhmischm Mitglieder des Herrenhauses und der deutsche Voll^rat für Böhmen teilnehmen sollm. erwiderte im Namen der deupch-böhmischm Sozialdemokraten Abgeordneter Selinger in einem Schreiben, er könne nicht zugeben, daß Personen, die öffent­liche Funktionen durch Emennung erlangtm oder ihr Mandat auf Grund eines Privilegienwahlrvchts ausübm, bereickKgt seien, im Namen des deutschen Volkes zu beraten, und zu besckjließen. Ueb«7dies wäre es zweckmäßig, daß die Völker Vertreter in den einzeln«! Ländern ihre Teilberatungen erst dann führen, wenn sie über die unter den deutschen Parteim über die künftige Stellung des deutschen Volkes in ganz Oesterreich schwebenden Verhandlungen! crne gewisse Klarheit erziett haben.

Der 5eekr!eg.

Ein japanischer Dampfer torpediert.

H a a g 9. Okt. (WTB.) Meldung des Korrespondenz-Bureaus. B« dem Mmrster des Aeußern ist die Nachsicht eingelaufen, daß der lapanffch? DampferHirano Maru" (7836 Bruttv- regrstertonnm) am 4.Ottober auf der Reife nach Japan tor- ped!ert würbe. Unter den Vermißten befindm sich 9 Holländer.

Ein amerikanischer Dampfer gesunken.

Washington, 8. Ott. (WTB.) Reuter-Meldung. Terame- r! r anrsch e Dampfer ,,Tampa" ist am 26. September an der englischen Küste mit allen an Bord befindlichen Personen, be- steyend aus 10 Offizieren und 107 anderenPersonett untergegangen.

Aus dem Reiche.

Die Leitung der Reichskanzlei.

Berlin, 10. Okt. (WTB.) Nachdem, wie bereits ge- meldel, Unterstaatsfekretär v. Nadowitz von seinem Amt als Chef der Reichskanzlei z u r ü ck g e t r e t e n ist, wird auf Ersuchen des Reichskanzlers Unterstaatsfekretär z. D.-Wirk- icher Geheimer Rat Wahn schaffe nach Entlassung aus ieiner derzeitigen Militärischen Dienststellung die L e i t u n g de r R e i ch s k a n z l e i bis zur endgültigen Neubesetzung des Postens übernehmen.

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Berlin, 10. Okt. (WTB.) Der Kaiser verlieh, wie der Reichsanzeiger" meldet, dem Reichskanzler Grafen D e r t l i n g bei seinem Ausscheiden aus dem Amt, sowie dem ^^^snnnister Dr. S y d o w den hohen Orden vom Schwar- zen Adler und dem außerordentlichen Gesandten und bevoll­mächtigten Minister in Kopenhagen Grafen Brockdorff- R a n tz a u den Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichen-

Arss Stadt nnd Land.

** Amtliche Perfonalnachrichten. Ter Großherzog hat am 5. Ottober den vom Grafen Adalbert zu Erbach-Fürst«!au auf dre zwette evangelische Pfarrstelle zu Michelstadt. Tekanat Er­bach, präsewttcrten Pfarrverwalter Ferdinand B ü r ft l e i it, zu­letzt m Offenbach, zur Zeit Felddivisionspfarrer, für diese Stelle oestattgt, rmd am gleichen Tage dem Pfarrvikar Erich Winkel- m a n n zu Pettau (Steiermark), derzeittg«! k. k. Feldkuraten, die zweite evwigelische Pfarrstelle zu Alzey, Dekanat Alzey, übertragen

** Aus dem Militärwochenblatt. Befördert' zu.Lts. der Res.: die Vczeftldw.: Blum (ll Tarmstadt), Wagen«-' (Greßen), Wittenstern (Mvüy), Göbel (I Tarmstadt,. Buchold (Erbach), Ahrens (Friedberg). Kiefer (Tarmstadt): ziim Lt. d Ww.A1.Aufg.: Hoffarth (II Tarmstadt): zu Feldwlts.: die Off.-Stellv.: Poth, i. Frieden i. I.-R. 117, Gebhardt i. J.-R 87; den Chavatter als Major erhält: der Hauptm.: Bogt d Res' d. J.--R. 117 (Gera).

** Auszeichnung. Unteroffizier Karl Sturmi vom Be- zrrkslonrinando Friedberg (Hessen) erhielt das Verdienstkreuz für Kriegshilfe, das Hessische Kriegsehrenzeichen wurde ihm bereits verlieheir.

** Vom Kreisgesundheitsamt Gießen wird mit- get«lt: Medizinalrat Dr. Walger hat wegen allzugroßer Ar­beitsüberlastung seine Tätigkeit bei der Prüfungskommission zur Prüfung der ärztlichen Leberlsnrittclzusatzzeugnisse seit dem 1. Okto­ber, ds. Js. niedergelegt. Geh. San.-Rot Dr. Kacß hat das gleiche bereits seit diesem Sommer getan.

Städtischer Wildverkauf. An diej«ngen, die bei den städtischen Wildverkaufsstellen Hormann und Bepler Wild vorbestellt haben, erfolgt die Ausgabe von Wild fleisch Samstag den 12. d. M., vormittags von 812 und nachmittags von 27 Uhr, in den betreffenden Veickaufsstellen; beliefert werden zunächst die Bestellausweise mit den Nummern 501600. Tie Abgabe er­folgt nur gegen Rückgabe der Bestellausweise und Abgabe der ent-> sprechenden Anzahl Fleischkarten. Auf jeden Wochenabschnitt, zehn ^^y-Anteile, werd«! 300 Gramm Fleisch abgegeben. Die Be-- stellausweise beginnen mit der Nummer 501, da für andere Zwecke gedruckte Formulare Verwendung gefunden haben. Ueber nicht rechtzeitig abgeholte Wildmengen tmrd anderweit verfügt. Weitere Anmeldungen zum Wild bezug können bei den beiden Wild­verkaufs stellen erfolgen. Die mit Nummern verselrenen Bestellaus­weise werden je nach Eingang entsprechender Mldmengen auf­gerufen.

** Verkauf von Bückingen. Während der Wruter- monote ist die Stiüw Gießen in der Lage, Bückinge an die Be­völkerung zu verteilen. Tie erste Abgabe erfolgt heute und morgen. Näheres siehe Anzeigenteil.

** Verwer tung von Heeres - ünd Marinegull. Die Verwertung des für Kriegszwecke entbehrlick^n Heeres- und Mlarirveguts wird durch eine besondere staatliche Stelle, ein«: Reichskommissar, erfolgen, der im Laufe der nächsten Woche seine Tätigkeit aufnehmen wird. Seine Aufgabe wird es sein, die zur Veräußerung komm«!den Güter zu angemeffenen Preisen mrnn-ttel- lbar an die Gebraucher gelangen zu lassen. Wo sich eine unmittel­bare Wgabe nicht durch-ühren läßt, wird die Verteilung unter be­hördlicher Kvntvc^le erfolgen.

** Der freie Ausschuß für Volksa ufkläru ng 'gibt in unserem heutigen Anzeigenteile bekanrtt, daß die von ihm angekündigte öffentliche Versammlung am 13. Oktober nnt dem Vortrag des preußischen Landtagsabgeordneten W. Wallbccmn nicht stattfindet.

** Der Vorstand des Deutschen Städtetaaes erlaßt im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes einen Aufruf an die deutschen Städte und Bürger, aus den wir auch an dieser Stelle besonders Hinweisen.

** Zurückstellungs-, Versetznngs- und Beur-« laubungsgesuche. Es wird erneut darauf hingewiesen, daß Zurückstellungs-, Versetzuugs- und BeifrbrubunysgesuH'. rechtzeitig ^rnd ausreichend begründet, beim Zivilvorsitzend«! der Ersetz- 'Kommission des Kreises Gießen eingereicht werden müssen. Äei den durch Fachoffiziere des stellv. Generalkommandos geprüften Betrieben verreibt es bezüglich der Gesuche bcki dem bisherigen Verfahren. Tie Einreichung von Gesuchen an andere Dienststellen (Kricgsnnmsterium, GeneralkomMamdos, Kriegswirtschaft samt Truppenteile ufw.) führt lediglich Verzögerung iu der Entscheidung herbei, weil sie in der Regel erst an die hiesige Stelle zurück-, gegeben werden. Es tmrd auch darauf hingewiesen, das; ''edcp -zurückgestellte Wtlirpffichige mit dem Ablauf der ihm gewährten Zurückstellwig soßirt eingestellt werden kann. Es ist deshalb unbe­dingt erforderlüh. für den Fall, daß noch weitere dringende Zurück- stellungsgründe vorliegen, ein neues Zurückstellungsgesuch so früh- zeittg einzureichen, daß die Entscheidung darüber noch vor Ablauf der bisl^erigen Zurückstellungsfrist zu eavarten ist.