er nationalliberalen Partei.
Tic nationalliberale in ihrer letzten Sitzung mit gelangte einmütig zu
nach
dpt. iWB.) wn hat sich ^ ' befaßt. Sie —ießung:
J* Zeit erfordert die Zusammenfassung aller Kräfte ruß, möglichst weite Kreise auf einem gemeinsamen weinigen. Hierfür stellt die nationalliberale Reichs- tton folgende Richtlinien auf:
I. Innenpolitik.
1. Eine engere Verbindung zwischen Regierung r unö Volks ve rtre tu n g ist herzustellen durch den Eintritt weiterer Vertrauensmänner derjenigen Parteien in die Regierung, die bereit sind, die Verantwortung für die Negierungsgeschäfte mit zu übernehmen. Zu diesem Zweck müssen Artikel 9 Satz 2 und 21 Absatz 2 der Reichs Verfassung aufgehoben werden.
2. Die Einheitlichkeit der Reichsleitung ist da durch sicherzustellen, daß die ständige Beteiligung der Staatssekretäre an der Führung der Geschäfte und an der Gesamtpolitik gewährleistet und durch geeignete organische Einrichtungen, insbesondere durch gemeinsame Sitzungen und Beschlußfassungen, geregelt wird. Auch zwischen der^ReicMeitung und den verant
luiti/. auuj jun|u/cu yuau^nciLuny um; mu uzluui *
wörtlichen Militärbehörden muß Einheitlichkeit hergestellt werden.
3. Wir verlangen eine den politischen und wirtschaftlichen An- iordermrgen der Zeit entsprechende durchgreifende Reform des Auswärtigen Amtes und des auswärtigen Dienstes.
4. Wir erwarten eine schleunige Regelung des preußischen Landtagswahlrechts gemäß der Regierungsvorlage.
5. Mit denr Wegfall der Ktie gsnotw endig leiten muß nach kürzester Ueebrgangszeit die staatliche Zwangswirtschaft ein Ende nehmen.
6. Die Regelung der mit dem Belagerungszustand zusammen^ hängenden Fragen, insbesondere des Zensur- und Ver sammlungsrechts, hat durch Reichsgesetz zu erfolgen, dessen Vorlegung beim Wiederzusammentritt des Reichstags wir erwarten.
7. Die Regelung der Staats form von Elsaß Lothringen ist eine innerdeutsche Angelegenheit: eine Ent scheiduna ist alsbald zu treffen.
8. In den besetzten Gebieten des Ostens soll die militärische Verwaltung in die Zivilverwaltung übergeleitel wer den. Die staatlichen Einrichtungen dieser Gebiete sind derart auszubauen, daß allen Kreisen der Bevölkerung die Beteiligung offen steht.
II. Außenpolitik.
1. Wir erklären in Uebereinstimnrung mit der Reichsleitung inti> der Obersten Heeresleitung, daß wir dem Frieden mit unseren Feinden auf der Grundlage der Unversehrt heit des Reichsgebiets und der Rückgabe der deutschen Kolonien zustimmen. Die Wiederherstellung der poli tischen . und wirtschaftlichen Unabhängigkeit B e l a i e n s erfordert Sicherung der wirklichen Neutralität und Wahrung des kul turellen und inn-erpolitischen Selbstbestimmnngsrechtes des flämischen Volkes.
2. Tic durch die Friedens Verträge mit Rußland festgestellte Loslösung der ö st t i chen R a n d st a a t e n von Rußland, die dem Willen ihrer Völker entspricht, ildet die Grundlage für ein wirtschaftliches Zusammenwirken und die gegenseitige Sicherung dieser Staaten und des Deutscherr Reiches. Eine den Wünschen beider Teile entsprechende enge politische und militärische Verbindung des Baltcnlandes «und Litauens mit Deutschland ist baldigst durchzusühven. Der Weltfriedensvertrag darr diese Ergebnisse nicht gefährden.
3. Wir treten für eine tatkräftige Beteiligung Deutschlands an reder den dauernden Frieden fördernden zwi, chen- staatlichen Vereinbarung bei. Daher begrüßen wir den Gedanken eines Völkerbundes, der künftige Kriege durch ständige Schiedsgerichte sowie die gleichzeitige gegenseitige Begrenzung der Rüstungen verhüten soll. Jeder Wirtschaftskrieg muß ausgeschlossen fein. Mit dem Völkerbund ist er ebenso unvereinbar ime irgendwelche Beschränkung der Freiheit der Schiffahrt auf dem Meere.
Aus Stadt und Lund.
Gießen, den 30. September 1918.
An die Leser de; Eichener Anzeiger;
Im Verlaufe des letzten Jahres sind wiederholt Papiervreis- steiqernngen eingetreten; einschneidende Lohn- und Gehaltserhöhungen kamen Hinz». Auch alle übrigen Erfordernisse zur Zeitungsherstellung haben sich verteuert, während ernent ein wesentlich erhöhter Preis für das Zeitungßpapier angeordnet wurde. Um für einen Teil dieser Mehrkosten Deckung zu finden, sehen sich die deutschen Tageszeitungen gezwungen, vom I. Oktober d. I. ab die seitherigen Bezugspreise zu erhöben. Für den Gießener Anzeiger betrögt diese Bezugsprciserhöhung
15 Pfennig monatlich.
Verlag de; Eichener Anzeiger;
Zur Butterversorgunft.
Die ^Durchführung der Butterversovgung bereitet z. Z. die größten Schwierigkeiten. Die Mil chanl i e f eru n g an die Molkerei Grieb aus dem Milchgebiet der Stadt Gießen ist um etwa 35 % zurück gegangen. Da aus den eingehenden Milchmengen in erster Linie die Vollmilchbereckstigten (Kinder bis zu 6 Jahren, Kliniken, Kranke) zu versorgen sind, bleiben zur Herstellung^ von Butter Milchmengen kaum noch übrig. Infolgedessen reicht die von der Molkerei hergestellte Buttermenge zur Belieferung sämtlicher Versorgungsberechtigten nicht mehr aus. Tie Laudes-Milck-- und Fettstelle, die zur Belieferung der Stadt Gießen verpflichtet ist, ist auch nicht in der Lage, die erforderliche Buttermenge zu liefern.^ Es werden daher 50 Gramm Speckan stelle von Butter auf die Buttermattken am Donnerstag, den 3. Oktober l. I. verausgabt. 'Es steht zu hoffen, daß die fehlende Buttermenge spätm, zur Nachlieferung komnrt. Der Rückgang der Milchilieserung dürfte auf verschiedene Ursachen zurück- zuführen sein. Ter Bestand an Kühen im Milchgebiet der L tobt Gießen ist um 20 bis 25 % zurückgegangen. Ferner trat rnwsge der anhaltenden Trockenheit ein erheblicher Mangel an Futtermitteln ein und so mußte ein Teil der Landwirte das Leu, das für die Winterinonate bestimmt tvar, schon jetzt ver- Mttern Im übrigeil. ist darauf hinzuweisen, daß alljährlich um me gleiche Zeit die Milchlieferung itark zurückgeht. Bei der Ernte wird aus Mangel an Pferden das Rindvieh stark gefahren. Ferner verbraucknn die Landwirte in der Zeit, in der sie du Dreschmaschine t«vw, erhöhte Mengen Lebensmittel für die bei der Dreschmaschine bff-ckastigtan Penviien. ES steht zu erwarten, daß in den nächsten £w<$en meVJiudji^r.nmg wieder auf ihren normalen Stand kvmntt In den übrigen hesüfchm Städter ist die SacUage die gleiche; ft-e haben ebenfalls keine Butter. Sieche auch Bekanntmachung.
** Dritte fleischlose Woche. Als Ersatz für Fleisch kommt rn ^der Zeit vom ..30. September bis 6. Oktober d. I. B. (lnsckMe Woche) Riehl an die versorMngsberechtigte ländliche Bevölkerung m Verteilung. An Fleisch werden nur die Zulagen für Kranke, Lchrer- und Sch-verslarbüter verausgabt. (Kreisblatt Nr. 93 vmn 31 1918). — Jede wei tere Abgabe
von 'ckeisch. Fleischwaren oder Mld, ivelches der Berbvanchsrege, li'ng unterliegt, sowie Hähnen und .Hühner, auch in den Gastwirtschaften D verboten.und strafbar.
berg ^Gießen), Bizefeldw., zu Lts. d. Res. der Ins.; Dizefe!dw. Stern (II Darmstadt) zum Lt. der Lvw.-Jnf. l.Aufg. ; die Vize- seldw. Sander (Worms), Ebeting (Gießen), Schuster (Mainz) zu Lts. der Res. der Inf.; zum Hauptr.iann: Oberll. d. R. Raten- J Qc fc T 1 -^ 2ns.-Leib-Regts. 117JEiseirach); zum Oberst.: Kreß, Lt. d. Res. der Trarnabt. 18 (IV Berlin): zu Lts. d. Res.: die Vize-
**
. Zu? dem H^är-Wockenblatt. BesöriE gu lt*. d Rep: Vizewackstmstr. Kaufniann /'Wesel» der Trainabt 18 Rubovch <11 Tormftabtj ber M Ä im
pflegt 11 .o zum Lt., vors, ohne Patent' Wurster O'nzlwstellv. rm Jns.-Regt. 118, zum Feldwlt.: Hessinger, Ies^
jeldw. Ohaus (Mainz), Andres (Friedberg) des Eisenb.-Regts. 2, Rumpf (Erbach, des Eisenb.-Regts. 4; zum Feldwlt.: Offtzierstello. Eifert, im Frieden im Jnf.-Regt. 116.
* Auszeichnung. Lt. Fritz Olt, Sohn von.Frau Amtsrichter Olt, wurde mit den: Eisernen Kreuz 1. Klasse ausge- zevchntt.
¥ * Dem Sanitätsrat Dr. Kaeß wurde der Charakter als preußischer Geheimer Sanitätsrat verliehen.
** Sein 40jähriges Tienstjubiläum begeht morgen den 1. Oktober der Großh. Steueraufseher Wilh. Fischer, Registrator am hiesigen Haupt steueramt.
9. K r i e g s a n l e i h e. Wie wir erfahren, wird Mittwoch den 9. Oktober 1918, abends 8 llhr, eine vaterländische Kundgebung für die 9. Kriegsanleihe ftattfinden. Das Nähere wird in aller Kürze bekanntgegeben. werden.
. 2. U. Anmeldung zum Besuch der Universität Gießen im Winter-Semester 1918/19. Studierende, die bereits hier immatrikuliert sind und ihre Studien hier fortsetzen wollen, haben sich aus dem Universitäts-Sekretariat, Bismarckstr. 22, anzumelden. um die Ausweiskarte umzulauschen und ihre Wohnung anzugeben. Dies hat m der Zeit vom 3 0. S e ptemberbiszum 2 6. Oktober 1918, vormittags von 9—12 1 / 2 Uhr zu geschehen. Anmeldungen zur Immatrikulation werdeii in der Zeichen Zeit angenommen. Nach dem 26. Oktober werden Anmeldungen nur dann angenommen, wenn die Verspätung in genügender Weise entschuldigt wird. Bei der Anmeldung zur Jmmatrikulatiou sind die zum Abschluß des gewählten Studiums gemäß reichsrecktlichen ober hessischen Prüftrnysvorschriften erforderlichen Zeugnisse üben die Vorbildung einzureichen. Nach dem Ermessen des Rektors kün- nen auch Bewerber zugelassen werden, die sich durch archere Zeugnisse über Unbefchottenheit uud wissenschaftliche Vorbilduiig aus- weisen. Für Frauen gilt diese Bestimmung nicht. In jedem Fall bleiben für die Zulassung zu einer Prüfung oder zur Pronrotion', die Bestimmungen der betreffenden Prüfungs- oder Promotionsordnung allein maßgebeiid. Wer schon eine Hochschule besucht hat, llt verpflichtet, deren Abgangszeugnis einzureichen. Ist seit Ausstellung diel er Zeugnisse eine läiigere Zeit abgelaufen, so ist füv die Zwilchenzeit ein Leumundszeugnis beizubringen. Minder- tahrige haben eine beglaubigte Bescheinigung ihrer gesetzlichen Ver-t treter darüber beizubringen, daß sie mit deren Einwilligung die. Universität Gießen besuchen.
** Sammlung von Uniformen. Die Besitzer von Uniformen werden wiederholt aufgefordert, alle entbehrlichen Uni-, formstücke rm vaterländischen Interesse an das Städtische Lebens- mittelamt, Bekleidungsstelle, Zimmer Nr. 8, abzuliefern. Für die abgelieferten Stücke wird Vergütung auf Grund amtlicher Schätzung gewährt.
** Militärkonzert. Es sei an dieser Stelle nochmals auf das am Montag den-30. September, abends 77 2 Uhr, im Fürstenhof hier stattffndende Konzert der Kapelle des Reservc- Jäger-Bataillons Nr. 24 aus dem Felde hingewiesen. Ter Kapelle geht nn sehr guter Ruf voraus, da sie schon mehrfach in anderen! Städten konzertiert hat.
** DZEin-Nachsteuer. Die Annahme, daß nur der verpflichtet sei, seinen Wern zur Nachsteuer anzumelden, dem ein Anmewe r-vrdruck zugegcmgen, ist unzutreffend. Nach § 5 der Wem-Nachlteuewrdnung sind steuerpflichtige Weinvorräte auch ohne besomxwe Aufforderung rechtzeitig der zuftLnüisen Hebe- telle anzuzeigen. Bei dieser Gelegenheit tvird daran erinnert daß die Anmeldefrist in kurzem abläuft. Die Nachprüfung der Wern Vorräte ist bereits im Gange.
rulsische Kriegsgefangene hei- 3eü noch dem s^edenL, Muß mit Rußland wiederholt antgeworfen worden. Tie Russen Und mn noch nicht aus der Gefangenschaft entlassen, aber sie Und mcht mehr unscoe Feinde. Die Angelegenheit ist an zuständiger stelle reiflich ettvogen worden und der „Berl. Lokalanzeiger" erfahrt darüber folgendes: Russischmi kriegsgefangenen Unteroffi- MM und dNannschaften kann die' Erlaubnis zur Ver'heiratung dlwch, die stellvertretenden Genevalkommandos noch Anhörung der beteiligten ^Zwilbehörden erteilt iverden. .Kommen reichsdeutsckre Frauen urw Mädchen rn Frage, so wird die Erlaubnis nur'erteilt, wenn es sich um Gefangene handelt, deren dauerndes Verbleiben im Leutfchen Reiche angängig und sicher erscheint. Bon dieser Vor bedrngung kann bei Teutschstänrnrigen in Ausnahmefällen ab- gewichen werden, lofern sich für deutsche ReickSangehörige andernfalls Harten ergeben könrüen.
^ ** Der Arbeitsmarkt in Hessen. Das BiD auf dwi männlichen Arbeitsnrarkt im August zeigte g^gen die Vormonate nur unwesentliche Änderungen. Die Gesamtnachfrage nach Arbeitskräften überragte nach wie vor das ?lngebot um ein Beträchtliches, so daß ein gwßer Teil des Bedarfs an Facharbeiteril aller Art als Eck an ungelernten Arbeitern ungedeckt blieb Auf werblichen Arbeitsmarkt traten infolge Auftragsveränderungen rn der Munitzonsündustrie einige Berschiebuygen ein. Tie Entlassungen erreichten tzwar nicht den erwarteten Umfang, führten aber doch zu einem wesentlich verstärkten Angelwt. Hin und wieder 'farck em freiwilliger Uebertritt zu anderen Beschäftigungen, zum Teil Ech zur Lcmdwirtschaft statt.
Vorzeichen für einen frühen Winter. Nach Meldungen aus ben ^mnoverschm ck^lbmarschen hat man Über den dortigen ländliche. Bezirken in letzter Zeit auffallend früh und m großen Formationen, Wildgänse ziehen sehen und auch am jen^ techgen holitelnischrn Ufer smd in Lck-areii vorüberziehende Wild- Tos frühe Erscheinen dieser Vogelzüge wi^ noä- dem Volksglauben als Airzeichen eines frühen WiM^rs gehalten.
Landkreis Gießen.
Sept. In einer Nacht vergangener Woche wurde der hiesigen Zigarrenfabrik von Rinn L Cloos ein Besuch abgestottet und von den sieben etwa 200 0 Stück m* g a r r e n etttiraibet Von den Einbrechern, die sich durch Zerschnei- stde Spur Zugang verschafften, fehlt bis jetzt noch
-m. Hungen 30. Sept In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde hier bei zwei benachbarten Einwohnern ein Ei n- den Tiebeii Kleidungsstücke, Kartoffeln, Brot, Aepfel usw. rn die Hände siele?:. Bisjetzt fehlt jede Spur
Au oÄt ~ verheiratete Unteroffiz^r
d u gu st Jockel, welck)er in einem Jnfanterre-Regt. im Westen stan^,, mußte durch einen GranaWitter sein Leben lassen, nachdem er erst vor wenigen Tagen noch in Urlmib hier weilte. Ter ^sallene. .tvelcher zum Feldwebel befördert werden sollte und zum Eisernen Krei^ 1 .Klaffe vorgeschlagen war, versah bis zu dte Stelle eines Schuldieners an der hiesigen wlfiÄ lüngerer Bruder, Musketier Hermann Sockel, wurde vor einigen Wo chm als vermißt gemeldet.
Kreis Büdingen
? - 30. Sept. Der 1 cm die Entwicklung, des Hessffckm Fmer-Lö schwesens ho ch verdiente Kirersinspeklo r Betzberger aNte fern gvldmes Jubiläum im Dimste der Fmer^hr ^ H^lffchkm Vcrbandszeituug und
der Vater des neum Fmerloschge?etzes für das Großherzogtum H^lem Seit la?ig?n Jahren führt er Ech das Schri t ühreramt des L^nd^verbandes. Dem Oberhesftschm Fmerwehrverband^E
Kreis Friedberg.
8«- Zriedberg, 27. Sept. Zur Hebung der llhrnmcher- nÄ^Ä.!bu^lner ern Uhrmacherverem gegründet. Me diesigm Geschäfte traten der neuen Bereinigung bei. 9
Tje in Aussicht gmmnmene und rn, den Bezrrkeii Wiesbadm und Mssel bereits durchgefübrte Milchpreiserhöhung wird, wie aus fachmännischen slrei-
s-n Ädft Ä fe ltdÄ iÄTÄ SL^ucNcn^
brriiffnt, nammtlch iricht in Hessen, da hier die Landwirte 6$? RediierS fanden die verdieirte aesvam^Ä^ «S MM Lu « billigeren Preise .als .in d°n NachbarbZx^ der Iw
Wcnt müssen. Diese Tatsache hat bereits bewirkt, daß im Mvnrck September die Milcherzeugung schon sehr bedenklich ziirückgegangen ift
og. Bad-Nauheim. 28. L>ept. Dem Postsekretär Konrad Langsdorf in Bad-yrEhelm ist das Königlich Preußische Bcr- diensüreuz für Kriegshilfe verlieheii worden.
Q. B a d - N a u h e i m, 30. Sept. In der letztm Nacht haben Einbrecher die im Hochwald liegeride städtische Wirtschaft „Zum Waldhaus" fast gänzlich ausgeraubt. Tie Diebe machten reiche Beute an Geschirr, Kleidungsstückm und <rrt den für beit Al^chuftsbetfteb eingelagerten Lebms mitte ln. Der Pächter de:S Wirtschaft, Wilhelm Friedrich, der gleichzeitig Besitzer des in der Lttidt gelegmen Wirtshmises „Zum Ritter" xst, schätzt seinen Verlust, nach Friedenswert berechnet, auf über 3000 Mk.
oa. Büdesheim, 28. Sept. Heinrich Brunkhardt ist in einem Lazarett in Frankveich an Lungenentzündung gestorben. Er ist der zweite Sohn, deii die Ettern im Krieg? verlorm habm: der erste fiel vor 1V2^ Jahrm in Rußland.
Kreis Wetzlar.
wa. Wetzlar, 28. Sept. Mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse wurde ausgezeichnet: Vizefeldwebel Wilhelm Watz, Inf. -Reg. Nr. 88, Es .Hochelheim. — Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurden ausgezeichnet: Fahrer Ferdinand Vogt, aus Wetzlar: Fahrer Karl Gelzenleuchter aus Niederlemp; Musketier Heinrich Kerner aus EhringshEsm. — Befördert wurde: Gefreiter Adolf Lorenz, aus Bissenberg, zum Unteroffizier. — Dem Gymnasiallehrer Ludwig Cloos ist am 16. Jrcki d. I. das Vei- drenstkreuz für Kriegshilfe verliehen worden.
. l a -' AeKlar, 29. Sept. Die Buderusschen Eisenwerke haben auf die 9. Kriegsanleihe den Betrag von 3275000 Mk gezeichnet Bisher hat die Firma 11000 000 Mk. gezeichnet, so daß die Gesamtzeichnung 14 275 000 Mk. bettägt.
* t r ?‘ Ararrnsels, 29. Sept. Gemeindeschwester Bertha Lan- terbach blickt in diesen Tagen auf eine 25jährige Tätigünt als! Krankenschwester zurück.
ra. Krofdorf. 29. Sept. Am letzten Sonntag veranstaltete der Verband zur Förderung der Leibesübungen im Kreise Wetzlar ferne dieslährigen Wettkämpfe sin der Kreisstadt. Folgere Mit^ glieider des hiesigen Turnvereins blieben im Vierkampf (Weit- sprung, Handgranaten Weitwurf, Schnelllauf 100 M'eter und Hochsprung) Sieger: Oberstufe: FrUdinanü Reh 55 Punkte, icnd Untere stufe: FrEz Kraft ,69 Punkte, Wilhelm Protertor 67 Punkte Wilhelm Reh 64 Pwikte, Heinrich Gomdert 59 Punkte, Wilhelm Rohrheim 52 Punkte, Karl Drescher 47 Punkte, .Karl Würz 4b Punkte und Hermann Feiling 41 Punkte. Von 141 Gemel- deteii waren 115 Teilnehmer erschienen, die Oberstufe hätte 22 und die Unterstufe 38 Sieger.
Hessen-Nassau.
-- Bad-Homburg v. d. H., 2Y. Seht. Die Stadtverordneten Versammlung bewilligte für den Umbau der vom Re-
? r - ö - Meister geschenkten „Oberbürgermeister- Villa 40 000 Mark.
ULM* t ur L a - M., 29. Sept. Mit Zustimmung des
RercMaMers hat der Staatskommissar für VolSSernährung fttt den Bereich der^Provinz Hessen-Nassau folgende Aiwrdnung gi'ttoffen: -^onrmlerftüschlern. Kurgästen und wideren Personen, die an einem Orte mit lveniger als 6000 Einwohnern ohne Wohn-- , itzbegrundung vorübergehend ßlufertthalt genommen haben, kann nebst ihren Familienmigehörigen und sonstiger Begleitung der ferneve Aufenthalt im dlusenthattsort untersagt werden, ^wenn sie durch Uebertretung der für den Nahrungsmittelverkehr getroffenen Ordnungen oie Mgemeiuversorgung nrit Nahrungsmitteln gefährden. Tre Zuständigkeit zur Anordnung der Aufenthalts de fchlcän- gung liegt in den Händeii der Landräte.
-- Gelnhausen, 29. Sept. Im Gettenbacher Yorst fanden ^Maminler einen Sternvil», der das stattliche Gewicht twn 1200 Gramm aufwies.
cm- /T König stein, 28. Tie als Vollschwester in einem Wiesbadener Lazarett be,chäftigte Gattin des hiesigen Amtsrichter-^ Tr. Staberow verlebte ihren Urlaub mtt ihrem Es dem Felde beurlaubten Gatten gemeinsam im hiesigen Heim. Nachdem Tr Staberow wieder abgereist war, blieb die junge Frau noch mehrere Tage allein m der Wohnung. Als dieser Tage ihr Bruder auf mehrmaligen Fernruf keine Antwort erhielt, drmrg man schließlich m die Wvhmmg ein. Hier fand man die Frau tot im Bett liegend vor. Tie Untersuchung ergab, daß sie nach dem Genuß verdorbener Speisen unter Vergiftungserscheimmgen schon vor mehreren Tagen gestorben war.
Wiesbaden, 30. Sept. Das Große .Hauptquarti.'v sollte einem hier umlwlsenden Gerücht zufolge hierher verlebt werden. Auf eine diesbezügliche Anfrage des Stadtverordneten^ Vorstehers in der gesttigen Stadtverordnetensitzung erklärte Oberbürgermeister Glässing, dieses ^Gerücht entbehre jeder Grundlage, weder bei der Stadtvenvaltung noch bei der königlichen Regierung! ser etwas von dem Bestehen einer solchen Llbsicht bekannt geworden.
L^ochschulnachrrchten.
Stuttgart 28. Sept. (Priv.-Tel.) Zum 50jährigen To- zenten-Jubiläum haben Schüler und Fretuide dem Staatsrat Professor v. Bach eine Stiftung von 300000 Mark zugunsten der Technischen Hochschule überreicht.
Yeamtenschast und voll.
^ . ... ‘ I. Darmstadt, 29. Sept.
Der Landesverband der Beamten- und Lehrer- Vereine im Groß her zog tum Hessen hielt heute vormittag erne aus allen Kßeisen der Beamtenschaft, darunter viele Auswärttge, gut besuchte Versammlung ab. Der Vorsitzende Land- genchtsrat H^ M üller begrüßte die Erschienenen, Finanz minister Tr. Becker, Staatsrat Dr. Süsfert als Vertreter des Ministerffmis des Innern, Geh. Oberjustizrat Dr. Schwarz als SSertmar des Justizministeriums, Geh. Legalionsrar Tr. Neidhardt als Ver- treter des Staatsministeriums, die Vertreter der Städte und £} e Mitglieder der Zweiten Kammer. Oberlandesgerichtsratt A. Zeil er- Z weibrücken sprach über die wrrtschaftticheLage der Beamtenschaft. Er erklärte: Tie Beamtenschaft ist ehr Teil d-es Volksganzen und deshalb ist es für das VolkSgEze iwtwcndig. daß fte wirtschaftlich gesund bleibe. Die ständig wiederkel-rends Forderung nach Gehaltsaufbesserungen habe Mißstimmung im Volte gegen fte hervorgmrfen. Dabei sind diese sog. „Auchesse-. ruugen" gar keine Mfbeffserun^en, sie hinken nach und sind stets! unzureichend, denn sie stellen niemals das verschobene Verhältnis zu dem Einkommeii der übrigen Volksgenossen wieder her Tie Unantastbarkeit und Unbestechlichkeit des - Beamtenstandes wird dadurch gefährdet. Tie Ehelosigkeit und Kmderscheu wird durch die rwtwendige Ehischräutuu^ der Ausgaben befördert und ist wie der Redner <nt Hand amtlicher Erhebungen nachweist, zu einer höchst bedenllichen Erscheinung geworden. AbwaÄeruiig der Tüchtigen aus der Beamtenschaft und die Priv^ogierwM der Berrmtew- laufbahn für die Vermögenden sind werter für das Staatswohl sehr bedenkliche Folgen dieser Erscheinung. Als Gegenmittel kommen drei Forderungen in Betracht: 1. Gewährung von Orts- Mlagen, lnttsprechend der Verschiedenheit der örtlichen Lohnsätze Dre Ecnwcmde dagegen, z. B. deii LZorzug besserer Schulen an größeren Orten wüst der Redner als nicht stich- Aaltig MM- ü. Gewaihrung von Erzicchamgsbcilnlscu,
3, Grundsätzliche selbsttätige Anpassung der Beamtengel-älter an dre wirtschaftliche Lage des Volkes. Dieser Grundsatz wurde von dom Redner aufgestellt ^und an der .Hand eines reichhaltigen statistisckxm Mabenals emaeheud begründet. Ten Maßstab-bildet das iahrlick festzustellende durchschnittliche Einkommen des Volkes Zwei Fak- bEnshielen da mtt. Erstens die Erhöhung der Preise aller Leben--- bedürftnsfe, 2. die .Hebung der Lebenshaltung, lieber die DuvM'il>- barkeit dieser selbsttätigen ?ürpassung äußerte sich der Redner dalstu daß fte ebeii mit der bisherigen verkehrten Gel-attspolitik bd Staates zipammenhänge. Auch dem Staate sind aus der steigend<m Steuerkraft der Bevölkerung vermehrte Einnahmen zuaeflossen Ec nicht zu der Weiterbildung der Gehälter, die seine Pflickst gewesen wäre, verioendet, sondern neue Aufgaben davon bestritten, statt für diese neuen Aufgaben neue Einnahinequellen zu
Hörerschaft und am Schlüsse einnrütigen M.fM


