m. 228 Zweites Blatt
Siebener Anzeiger (General-A nzeiger für Oderhessen) Samstag. 2 >. September M
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 28. September 1918.
Was bringt zu Ehren? Sich wehren.
(Goethe.)
Helfen Sic unfern Feldgrauen und zeichnen Sie die 9. Kriegsanleihe!
Eickener Wcihnachtsspe?de 1918 für die Feldgrauen
Ta wir uns mit dem Gedanken vertraut nrachen müssen, das; Millionen unserer feldgrauen Brüder an der Front, in den Lazaretten und in harter Haft der Kriegsgefangenschaft, auch das fbmmenbe Weihnach.sfest fern 43011 den Ihren verbringen werden, sieht es der Ausschuß der Gießener Wei hl achts spende 1918 als cnw Ehrenpflicht der Heimat an, schon jetzt einen weihnachtlichen Dankesgruß an unsere Kämpfer vorzu bereiten.
Unsere Feldgrauen bilden euren Wall, der täglich unser Land vor dem Eindringen der Feinde schützt, und jedem einzelnen von ihnen schulden wir dafür heiligen Tank.
Bei der gegenwärtig herrschenden Teuerung mid allgenreinen Warenknappheit wird es denr einzelnen schwer, einen Weihnachtsgruß hinaus zu senden. Wie in früheren Jahren, haben sich daher nach Vorschlag und unter Mitwirkung der Generalkommandos besondere Ausschüsse für die Weihnachlts speu.de gebildet, die Liebesgaben zu Weihnach'en hinaus schicken, so daß alle Truppenteile gemeinsam und gleichartig nach einem ausgestellten Verteilungsplan versorgt iverden. Nur für die so hinausgehenden Liebesgaben haben die Militärpaketämter wiederum die Gewähr übernonrmen. daß sie rechtzeitig zum Weihnachtsfest ankonimen. Dem Gießarer Ausschuß für.die Weich: achtsspende 1918 ist nach diesem Verteilungsplan die Versorgung von rund 3600 Soldaten im Felde übertragen, d. h. 29 Kisten für je 125 Mann, dazu konrmen noch etwa 1400 Verwundete in den Gießener Lazaretteii mrd deutsch? Kriegsgefangene.
Als Gaben sind vorgesehen inbcsondere Pfeifen. Hosenträger, Taschenmesser oder Dolche. Zigarren oder Zigaretten, Päckchen Tabak, Bücher, Hefte und dergl. Ta nun der Geldaufwand für jeden Mann auf 6 Mark festgesetzt ist. kann jedermann durch eine Spende von einmal oder nielsrnurls 6 Mark einen oder mehrere imserer Feldgrauen mit Wftchmchtsgaben erfreuen. Die Beträgt sind durchs Zahlkarte oder an der Kasseches Roten Kreuzes mite Klinik) einzirzahlrn. Tie Gaben werden auf dem vorgeslMiebe- neu Wege gekauft und abgesandt. wobei der Spender in jedem Falle namhaft gemach,t wird. Um gleichzeitig ein kleines Zeichen der Eriimerung dafür zu stiften, das; auch im 5. Krieasjahr der Opfer- geist unserer Gießener Mitbürger, wenn es ftir unsere Feldgrauen einzutreten galt, noch nick' erlah:nt war, wird jedem Spender ein Kunstblatt als Dank sofort nach Ein ging des Geldes zu gestellt. Ter bekannte Hesssich' Maler Prof. Wilkelm Thielmann hat uns M diesem Zwei ein besonders wertvolles, hervor- rvgendes Schwarz-Weiß-KunsMatt geschaffen, das nur einmalig zur Dei sin aftfts spende 1918 mit einer persönlicher Widmung jedem, der Weihnachtsgaben für Feldgraue übernimmt, übermittelt wird. Weiblicher Hilfsdienst.
Solange der Feind den ehrlichen Friedenswillen Deutschlands dicht anerknmen will, sondern sein gairzcs Rüstzeug an Menschen und Material dem Zwecke unserer VerniMung dienstbar macht, gilt es auck- bei uns in der Heinrat, alle Kräfte anzuspannen.
Noch immer verfügt unser Land über zahlreiche Arbeitskräfte. die der Kriegswirtschaft zugeführt werden können. Wehr Pflicht und Hilfsdienstpflickft unterwerfen die männliche Bevölkerung dem Zwang der Kriogsnotwendigkeiten. für die weiblich Bevölkerung gilt kein Zwang, ivohl aber ein sittliches Gebot, freiwillig ihre vaterländische Pflicht zu erfüllen. Viele Fraueir und Mädchen habeii schon dazu beigetragen durch rastlose Arbeit, Heer und Rüstungsindustrie zu stärken. Ihnen, die in Stadt und Land ungewohnte Mänuerarbeit verrichten, gebührt ein großer Anteil an dem Tank, den Heranwachsende und kommende Geschlechter einst den Kämpfern des Weltkrieges zollen loerden.
Rockt tobt der Kampf in großer Heftigkeit und drängt imnrer stärker der Ents'ck^eidung zu. Desto notwendiger bedarf die Heeresleitung tapferer Männer an der Front in großer Zahl, u.naus
gesetzten Nachschubs an ONuirition und Kriegsgerät. Für unsere Feinde arbeitet die Kriegsindustrie der ganzen Welt! Wie sind nur auf uns und unsere Verbündeten angewiesen. Erneitt und verstärkt crgcht daher der Ruf an die noch nicht kriegstätige weibliche Bevölkerung. kriegswichtige Arbeit zu suchen und dadurch an dem großen Ziele, uns allen und unseren Nachkommen einen ehrenvollen und segensreicher Frieden zu erringen, mitzuarbeiten.
Auch solche Frauen, deren Zeit durch Haushalt, Pflege und Erziehung ihver Kinder in Anspruch genommen ist, finden in den Betrieben der Rüstungsindustrie Gelegenheit, in Halbtagsschichten dem Vaterlande nützliche Arbeit zu leisten und dadurch zum Lebensunterhalt beizntragen. Wer nicht an die Heimat gebunden ist, dem bietet sich Gelegenheit, in der Etappe Hausarbeit oder Bureaudienst zu übern el/meir. Dort erhalten die Frauen, die als „Helserinneii" der Heeresverwaltung ihre Dienste zur Ber füg,mg stellen, nicht nur gute Bezahlung, sondern auch eine gute auskömmliche Verpflegung: die durch die Rationierung im Heimats- -gebiet b&mqten Schwierigkeiten der Beschaffung fallen weg. Gut Entrichtete Heime, wohlwollende Fürsorge in geistiger und leib- Icktw Hinsicht dienen dazu, diesen Helferiinren die Heimat zu ersetzen.
M5§e jede, noch nicht im Dienste des Vaterlandes stehende Frau sich prüfen, ob sie sich nicht auch zur Erweichung des gemeinsamen großen Zieles und zum Gelingen des großen Ganzen beizutragen verpflichtet suhlt.
Meldungen für die Etappe werden: von der Frauenarbeitv- meldestelle beim Städtischen Arbeitsnachweis. West-Anlage, entgegengenommen. Ueber Meldungen für die Industrie wird in den Zeitungen der örtlichen Bedarfsstelle weiteres bekannt gegeben.
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** Aus dem Militärwochenblatt. Befördert: fti Oblts. die Lts. d. Res.: Psotta i. Feldart.-Regt. 27 (St. Wendel), Eckerich i. J.-R. 87 (I Frankfurt a. M.): zu Lts. d. Res. dke Vizefeldwebel: Loos (Worms) i. J.-R. 42, Schmidt (Theodor), Vsiewachlm. (I Tarmstadt) i. Feldart.-R. 61. Spengler (Erbach) Kr-ebs ^Worms), Wenzel (Gießen), Egelhof (Worms) d. Fusiart : Geil, Vizewackitmstr. (Worms), zum Lt. d. Ldw.-Fcldart. 1. Ausg'' zum Lt. d. Ldw.-J. 2. Aufg. Mayer, Georg (Gießen): zu Lts.^ ^»rl. ohne Pateift, die Fähnr.: Frhr. v. Düngern i. Garde-Drag.- A. 23 Krause i. Feldart.-R. 63: Winkler (Friedrich) i. J.-R. 87 (Wiesbaden), jetzt b. I. Ers.-Bataillon dies. R., Krimmel \ l-Ers.-Btl. d J.-R. 118, Dersch (I Kassel), fetzt b Ers.Btl d^ Fußart.-R. 3, diesen 3 m. d. Erlaubu. z. Tr d- Unif. d. Rej.-Onzeiire d. gen. Regtr.: d. Absch. m. d. gefetzt Pension oewilllgt: Brechenbach. Oblt. i. Fußart.-R. 3, j"'^ beim strs.-Btl.; zu Feldwlts.: die Off.-Stellv.: OILaiwald, W^.Fmy, i. J.-R. 118.
p, . ** e Aachen. Nach den Bestimmungen des
darf an der Woche vom 30. 9 —6 10 1918 Fleisch nicht abgegeben werden. Au seiner Stelle gelangen 'nach Mitteilung des Kommunalverbandes 185 Gramm Mehl aus den Kort zur «uSgabe. Tre Ausgabe von Wurst aus unterwertigeu Rrn^rn ist in dieser Woch,? nach^ den Bestimmungen des Kriegs- ernabrunosamts verboten.
vor^verzinkten Kesseln bei Mar- Ü , Vf™ 1 /*? Untersucknrngsamt für die
F romn * schreibt: In letzter Zeit ioi-ederholt vorge-
kommene Falte veranlassen uns aufs neue vor der Benutzung von verzinkten Kesseln zum Einkrchm von Marmeladen. Mulen usw zu warnen. Zur Untersuch mg übeffandte Proben wiesen starken Zink- Storni &etm Marmeladen schoere Gesundhnts-
^D^?ftnfen halxm wurde Da Zink und seine Ber- blndung.n giltig sind und sich lcickst in den im Obst' befindlichen tojj?!* aufIÖ ‘I at ' dürfen ^Speisen und Getränke in zink-
haltrgi.ii G'jätzen weder bereitet noch aufbewahrt loerden, wenn
nicht tue Gefahr einer Zinkvergrftuny enttreten soll. Ganz ab- gc eheu davon, daß die durch Kochen m verzinkten Kesseln herge- ilellten Lpeisen ungenießbar werden, gehen aber auch der All- gcmnnlMl hierdurch; Fvoße Nährwerte verloren, was in der Kncgsznt doppelt schnver enipfunden wird.
> S t a d t t h e a t e r. Die diesjährige Wiuterjpieizeit wird cröstnet am Dienstag den 8. Oktober mit dem Schau sprct Das Nürnbcrgisch Ei" von Walter §«r- lait. ®aä interessante Werk gibt einer Reihe von neuen iRitglledern Gelegenheit, sich ,n größeren Aufgaben vor. zujtellen. Die Aufführung ist die erste Dienstag-Abonnc- meiltsvorsteltuiig. — Annahme weiterer Abonnements Nndet bis zur Eröffnung der Theaterkasse in der Musikalicn- Handlung von Ernst Challier statt.
** Fahrpreisermäßigung zum Sammeln von Bucheckern wird für Falnten der Schuljugend und nir die nöti. g. n Beg. xt vc mim au den f re cu der preußisch hcsji'ch n Staats- eii^lbahnen gewahrt. Die Ermamgung gilt auch für Sonn- und Festtage sowie dann, wenn btc Teilnehmers weniger als 10 Pcr- wnen betragt, Einer besonderen Genehniignng der Vorgesetzten Mnbahndlrektwn bedarf es an Sonn- und Festtagen nicht, ^cynetlzuge dunen auch gegen Zahlung von Zuschlag oder Ergänzungsgebuhr nicht benutzt werden. Zu den Anträgen sind die Vordrucke für Schulfahrten zu verwenden
** ia^konzert findet Somrtag den 29. September, morgens UV 2 Uhr, bei günstiger Witterung in der Ostanlage statt. Borgeiehen^lst: Ouvertüre zur Ofier „Zar und Zimmermann" von rLwtzmg: Lteuermaunslred und Matrosenchor aus der Oper „Der lÄ** von R. Wagner: Fmrtasie über „Tiefland"
von Eugen D'Albert: Im schmeu Elbflovenz, Mazurka-Caprice, ^ Schröder: Prmz-Eitel-Frwdrrch-Marsch von Blankenburg.
' tenographie. Die Stenographen-Gesellschaft Gabels- verger und ^amenabteilung (e. V.) eröffnet am 1. Oktobec in ihrem Unterrichtslokale dFustadt 61 wieder einen Aufäugerlehrgaug in der Gabelsbergerschm Kurzschrift, worauf wir au dieser Stelle hin weisen. Lache Anzeige.
** Schwarz - Wei ß - Li ch t s p j e le (Seltersweg). Heute wird der 0 . Film der Pl-antomas-Detektiv-^Serie gegeben, betitelt: „Das nächtliche Ereignis". Die Hauptrolle spielt der Delektiv- darsteNer Rolf Loer. Außerdem steht der dreiakrige Lnstspielschlager Schok-oladenbräute" mit Rita Elermout in der Hauptrolle ans dem Spielplan.
Landkreis Gießen.
. . ** Londorf. 26 Sept. Unteroffizier Heinrich Bott, Sohn des Ltemhauers Joh. Bott, wurde znm Vizefeldlvcbel befördert
Starkcnbnrg und Rheinhesfen.
in gen 26 Sept., In der letzten Zeit ist der Wasserstand des Rheines wieder,ge,liegen. Der Oberrhem ist neuerdings ganz erheb lick- gestiegen, ,0 betrug die Steigerung an den ober- rheimschrn Pegeln zum Teil einen Vteter und darüber. Für die Lchisfahrt such diese Wasserstände äußer ,t günstig, ermöglichen sie doch eine gesteigerte Zuftlhr mit vollen Belastungen der Kähne. Hier stellte sich der Wasserstand heute auf 2,14 Meter. Auf dem Ober- rhnn, und zwar der Strecke bis Basel herrscht nur geringer Betrieb. Im allgemeinen sind die Zufuhren au Kohlen, Briketts Koks usw. recht ansehnlich und ebenso bedeutend ist auch die Talabfubr die irck. auf Bretter, Erze und ähnliche Frachten erstreckt. Auch der Verkehr von Gilterbooten ist wieder stärker geworden
rv-A H* V- fr*#- die Förderung der
Gute der Trauben urrd ihres Reifezustandes war die Wftteimng der letzten Wockieu wenig angetan. Tie Weinberge sind alsenthalben geschlossen und rarr an wenigen Tagen in der Wocke ist dw Zutritt gesfttttet. Zufriedenstellend war die Frühburgunderlese, die Mengeertrag und Güte ^rnes mittleren Herbstes darstellt deren Preis aber weit über einen vollen Ertrag hircausgcht. Tie Portu gieserlese steht entweder vor der Türe oder sie hat schon einae'etzt
von den Wespen. t.ie Trauben hätten nmh viel Sonne nötig? damft wird es für diesmal kaum noch Äwas werden. Geschäftlich herrscht ^ ^vereinzelten Mschlüssen kostete das Stück 191?7r 11 000 — 13 000 — 15 000 Mark und mehr.
^KreiS Wetzlar.
ra. Wetzlar, 26. Sept. Dein Kveisdeputierten und bisheria-en Beigeordneten der Ltadt Wetzlar. Fabrikbesitzer Coers, M der Rote-Adlerorden 4. Klasse verliel-en worden
chtenbach (Kreis Wetzlar), 26. Sept. Scr- ^-ant Wilhelm Müller, in einem Fußart.-Batl., Inhaber des Efferiien Kreuzes starb infolge semer schweren Verwundung im Nt er von 41 Zähren den Ehrentod. *
ro Soiiitäbarf', ,'ffmä 2G. Lehrer Dit-
tert, früher hier m Launsbach tätig, wurde mit dem Verdienste kreuz ausgezeichnet. ^ ' 1
Hessen-Nassau.
-.^dad-Homburg v. b H., 27. September. Regierungspräsident Dr. von Meister-Wiesbadeu schenkte seine hiesige m der Kaiser-Friedrich-Promenade belegene Villa der Stadt Oomburg ^unter der Bedingung, daß sie denr jeweiligen Ober- burg-rmcifter als ^iensttwhrmng zur Verfügung gestellt wird. Die < 2 >taidtvevyrdnetenverianrmtung nabnr das wertvolle Geschenk anund bewilligte die zu einigen baulichen Veränderungen not; wendigen Mittel.
R uZ " rt tt. 9R„ 27 ©ept Am Mittwoch afoii. gegen
8 Uhr ümrde hier em burdjrnfettbct M<mn. der angetrunken war, nach der Forsthausstraße verschleppt Und hier uirter der Ei'enbabn- brucke seiner Barschaft in Löhe von 2000 Mark beraubt Ms Tater kommt ein etwa 35jähriger Mann in Betracht. — In Bad ^.oden wurden gestern 80 Zentner Obst beschlagnahmt. Die Ware - L.^FIN^.b-vpligen Lazaretten zugeführt werden, war aber £ aSr 11 fa? ein großes Frankfurter Kaffeebaus bestimmt. Der Kasfeehausbesitzer hatte für das Obst bereits 4000 Mk. bezahlt . L Marburg 26. Sept. Ter langjährige vwdiewe Direktor des Zoologischen Instituts m Marburg, Geh. Ren-Rat Prof Tr. Eugen Korschelt begeht am 26. ds. Mts. den 60. Geburts ^ch dvweßor Korschelt, der aus Zittau in Sachsen gebürtig ist, ^685 Mrstent am Freiburger Zoologischm Institut imd ^lnelt dort die venm legendi. Zwei Jahre später kam er in gleicher Eigenschaft nach Berlin und 1892 als ordentlicher Pvofessor nach Marburg als Nacholger von R. Greeff. Wiederholt bekleidete der Geleh^e das Rektoramt der M'arburger Hochschule. Berufungen nach Frerburg und Leipzig hat er abgelehnt. Prof. Korschlt gab m Verbindung mit Pro'. K. Heider das „Lehrbuch der dergleichendcn Entwicklungsgeschiche" heraus.
r, ® "brr r g 27. Scht. Tie Kösener Korps traten hier zum erstenmal seit der Kriegs zeit zu einer Tagimg zusammen, die von allen dentscheir Uinversitäten besucht war. Man erledigte Berbands- angelegenhetten, besprach allgemeine studentische Fragen, die ^ tfehmg der Ehrenhändel usw. und beschloß deir Beitritt zu Kriegs mrsorge-Verbäudeu.
vader.
. Sanatorium Stolzenberg, Soden-Sal- munster Wie in den vorhergel-enden Jahren, so war auch in mesem ^yahre das schö-irgelegene Sanatorium Stolzenberg wieder das Ziel vul Hunderter Kranker und Erholungsbedürftiger. Der An- war zeitweise sehr stark. Lage und Einrichtungen der An- talt smd so daß man iricht leicht em schöireres Plätzchen findet, um Leib und Seele gesunden zu lassen. Tie l)errlichen Wälder der Umgebung,uud das anmutige Kinzigtal geben für größere Wande- riingen. wie kleinere Spaziergänge vevchilich Gelegenheit. Ta Herbst- ^ wren in noch viel stärkerem Maße den Körper günstig beein- liffsen. als die Sommerkuven, so sollte jeder, der vor Eintritt der Wmiers lrorf) etivas für seine Gesmrdheit zu tun gedenkt, einen ftvspekt einfordeim, der von der Direktion des Saliatoriums kostM- rei versaiidt loird.
Letzte 27«cL)rict)ten.
Dcr neueste Ucricbt dev Heeresleitung«
MTB.) Großes Hauptquartier, 28. iLeptemv. (Amtlich.) ^
Westlicher Kriegsschauplatz.
......Der Engländer greift in Rühtung omf Eambrai und
südlich davon an. der Franzose setzt in ü.'r Champagne, der Amerikaner öst.ich der Argonneil seine Angriffe fort.
^ Teilvorst^ße und Teiiangrisfe zwisiben W^rn und der -L-carpe sowie Ailette und Aisne begleiteten die grroßen An- grlfsS-Operarionen des Gegners.
Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und
. . Boehn.
Der Feind, der zwischen Apern und der Scarpe an mch- re.ven Stellen gegen unsere Linien vorstieß, wurde abge- wrefen. Zu beiden Seiten und zivisihen den von ArraS und Peronne auf Eambrai führenden Straßen brachen 16 eng- lisuie uni) kanadische Divisionen nach h stigem Feuerkampf zum Angriff vor. Beiderseits von Marguoiu, zwischen Moeu- vres und Grancourt sowie Ribecourt und VillerS GuiSlain brach der erste Ansturm des Feindes vor unseren Linien zusammen. Bei Jnchy stieß der Feind auf Bourlon, bei Havrineourt und FleSguiereS vor. ES gelang ihm. im Verlaufe der Schlacht diese Einbruchsstellen zu erweitern und uns nördlich der Chaussee Arras— Eambrai bis zur Linie Oisy-le-Ferger—Hapnecourt zurückzudrücken. Süd ich der Chaussee war am Abend nach wechselvollem Kamp e und nach erfolgreichen Gegenangriffen die Linie Bourlon-Wald—Ribecourt gehalten. Bor unseren Stellungen rwisiften Ribe- court und Di.lecs GuiSlaia ft b alle Angr ffe d.S Fei des gescheitert.
Zwischen Epchy und Bellincourt schlugen wir starke Angriffe englischer und amerikanischer Divisionen ab.
Nach Abschluß der Känipfe mar der Feind überall in feme Ausgangsstellungen, bei Lempire über diese hinaus zu- ruckgeworfen. ^
Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und _ Gallwitz.
Zwischen Ailette und AiSne wurden Teilangriffe des Gegiiers östlich wn Vauxaillon und westlich twn Jouy ab- gewresen. ^ f
3" der Champagne setzte der Franzose, östlich der Ar- gonnen der Amerikaner unter zeitweisem Einsan frischer Divisionen seine starken Angriffe sott. Der Franzose konnte in seinen mehrfach wiederholten Angriffen zwischen der SuippeS und der Aisne nur wenig Boden gewinnen. Am Abe^d standen wir in der Linie Auberive — südlich von Somme Py—Gratreuil—Ronconville—Wald von Cernay im Kamps. Lie Angriffe der Amerikaner östlich der Argonnen kamen südlich der Linie Apnmont- Cierges zum Stehen. Montfaucoo wurde infolge drohender Umf.iffung geräumt. Die aus Mont- saucon und östlich davon vorbrechenden Angriffe scheitetteu vor unseren neuen Linien. Franzosen und Amerikaner er. lttten auch gestern wieder schwere Verluste.
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Wir schossen gestern 33 feindliche Flugzeuge ab. Leut- naut Rumey errang seinen 45., Oberleutnant Loerzer seinen 44., Leutnant Bäumer seinen 35. Lustsieg.
Der Erste GeneralguarüermeWr Ludendorff.
322,000 Kilogramm Bomben in einer Woche.
Berlin. 27. Sept Die zmneist klarm Nächte zwffchert und 22 September benutzten unsere Bombende- s ch w a d c r zu erfolgreicher Tätigest. In dieser Woche wurden 322 4 i 9 r ^ Bomben geworfen, davon in der Nacht vom 1o. zum 16. allein 17 55o Kg. Einzelne Flugzeuge starteten in clner^OLacht fünfmal. Eine FluFzeugbesatzung warf bei ^rmalraem ^tart allem 3800 Kg. Bombm. Orlsunwrkünfte ^Hschub wichtige Bahnhöfe und Bahnirrecken. .Rmntwnslager und Stratzeiwerkehr waren Ziele der Bombenangriffe. Bei dein klaren Wetter kvmrten zahlreiche Treffer einwandfrei festAestellt weichen. In Dünkirchen wurden zwei L^raus starke Exploiwnen mft langanhaltenden Bränden erzielt,
or C ; i U ^'^- ü C < ^ ^ lr rst^vnt zu erkennen waren
Aus den wichtigen Bahnhosen FinS, Bergues, Vie, Frontenov Landrtcourt und St. Mrhrel flogen durch Bomkxmabwürse große Mumtronslager m die Luft. Die Städte St. Mihftl und Thiau- eourt wur^n mehrmals ausgiebig mit Bontben belegt und dort jft 1 ? ^b^swnen und Brände hervor gerufen. Auf mehrere^ '^Erchen Flu Hasen wurde durch M>mben Volltreffer wertvolles Material vermutet. Wo zahlreiche Lichter in Ortsunterkünften^
Ä SJ e& aft ! n ^kehr erkennen ließen, wurden sie mit M.-G.-Wurfgranaten und Bmnben angeqriffeii
m den dichtbeleg^r veickehrsreichen Talmud um Somons richtet^ unsere Bomben furchtbare Benmrrung an Erne dott mitten aus eine verkehrsreiche Straße geworfene 100^ Kilogramm-Bombe verursachte mehrere Explosionen in einer Munitionskolonne Feuernde Batterien, Flugabwehrkwianen und ^^r-r^rfer wuichen wiederholt unter gut gezieltes Maschrnen- gewehrfmer genommen, mit Bomsben belegt und auf längere Zeit l iedergebalten. Tw Lentungen unserer Bombeiigesckivader sind umso hoher zu beerten, als die feindliche Flackabwehr und Schein- werfersperre sehr stark war und durch das tageshelte Wetter die meisten Nachte begünstigt ivurden. Tie feindlichen Jagdflieger wrren EtzE rege E verwickelten unsere Geschroader in zablreiche
auf Zmes in der Nacht vvni 21. z.^ 2u. SegtenibCT erhielt eines Geschwaderkommandeurs
ernen Flaktreffer m den Motor. Kurz darauf wurde das Flugzeug von dvn ftmdlrchm Einsitzern angegriffen und nach heftigem Lustkanrpf der Führer getötet, der Fliegerschütze schwer verwundet Trotzr-em gelang es denr Beobachter, das Flugzeug glücklich über unere Front zu brisngen und notzulanden. J?r einer aicheren Nackft nmrde em Bombenflugzeug infolge Maschiuengewehrtrcffers int Motor zur Nollandung hinter den feiiidlichen Linien gezwungen Die Besatzung verbrannte das Flugzeug und kehrte in der folqeicher Nacht unversehrt durch die feindliche Linie zurück.
Deutsche Trllppen in den Käuipstn in Palästina.
-^^brlin, 27. Sept (MTB. Nichtamtlich.) In Palästina ziehen sich die türkischen Truppen westlich des Jordans nviter ainriidT. Xic türkische Armee im Ost-Jordanland hält sich lisl/er EN überlegene Kräfte ist jedoch durch die Aufitandsbeweguug der Araber, die sich aus das Hauraii-Gebiet ausdehw. bedroht Bei den Ruckzugsgesechten zeichneten sich das deutsche I n s a n t e r i e - Regiment 146 sowie andere deutsch? Truvven ^ «« M u t her bffoichers aus. Erfolg
reich schlugen sw sich durch die Umzingelung durch und chngm in guter Ordnung von Aufnahmestettung -u Aufnahmestttlu^
Zeichi\st*nriegiäti\e\tfe
, bei der
Bank für Handel und Industrie Niederlassung Gießen
in Gießen, JoHannessir. 1 - Ecke Neuenweg


