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Jtr. 225 Zweites Statt

Sieben« Anzeiger (General-Anzeiger für Sderhesien» Mittwoch, 25. September (9(8

Eine Rede £a!aat Pascha;.

Berlin, W. (WDB.) Tie deutsch-türkische

Vereinigung vemarstaltete heute obend zu Äiren des Groß­wesirs Talaat Pascha ritten Einpfangsabend, an dem die Vertreter der Reichsrsgiermrg. der Khedive Abbas Hilmi, der Ver­treter der persisckMl Gesandtschaft und der deutsche Botschafter in Konstantiuopel Graf Bernstorff trilnahmen. Ter G r o ft tu e \ i t hielt dabei folgende Ansprache:

Bor Gott und der zivilisierter Menschheit sind wir jederzeit in der Lage, beweisen zu^können, daß wir diesen blutigen Krieg zur Verteidigung unserer Selbständigkeit und unserer Ehre führen.. Auch Staaten haben Rechte und Pflichten, die der Bürger hat, für Erkaltung ihrer Ehre und ihres Ansehens, ohne die nieder die Men­scher noch Staaten leben können, Sorge zu tragen. Tiefes hohe Ziel vor Augur, haben w-ir stets den Frieden erstrebt. Ter hohe Freund der Menschlichkeit und der Zivilisation, der mächtige deutsche Kai'er, hat als erster die Land zum Frieder? gereicht. Unsere Feinde wiesen aber den Vorschlag zurück. So wie heute glaubten sie auch damals, daß es eine Falle sei.

Auf meiner Lerrrise hatte ich die Ehre, in Wien vom Kaiser empfangen zu werden. Ich sah auch Baron Burian und er sprach zu mir ernst und voll inniger Aufrichtigkeit über seine Gedanken über die Beendigung dieses völkervernich enden Kampfes. Mein erlauch er Herrscher und geliebter Padischah hat seit jeher den Frieden für die gegnälte Menschheit gewünscht, und auch der Zar der Bulgaren hat bei jedem meiner Besuche geäußert, daß auch er von den gleichen Wünschen beseelt sei. Wir wissen, daß auch unsere Völker diese Wünsche unserer .Herrscher teilen. Unsere Gegner intrigieren und beeinflussen die öffentliche Meinung ihrer Völker und scheuen sich in Besprechungen rinzntrelen. weit sic von der Rechtmäßigkeit ihrer Ziele nicht überzeugt lind. Wenn unsere Gegner die Ueberzengnng jhres Rechts gehabt hätten, wären sie zu der Besprechung gekommen und hätten versucht, die ganze Welt von der RechEmäßigikeit ihrer Anspräche zu überzeugen. Sie wagen es nicht und gestehen damit ihr Unrecht ein. Sie behaupten, für die Frefteit der kleinen Nationen und für die Beftrinng der Welt zu kämpien. Auch wir haben die Ueberzengung, für diese Ziele den Kampf ausgenommen zu haben. Mögen sie kommen uird für ihre Behanptnngen die Gründe Vorbringen. Ter ganzen Welt wollen wir Mitteilung von unseren Besprechungen machen, auf daß die Welt sich ihre Meinung bilde. Aber unsere Gegner kommen nrcbt und kömien nicht kourmen, weil ihre Worte nicht ernst ge­meint snrd. Biele Nationen seufzen unter dem Joch unserer Gegner, welch? auch uns vernichten wollen und dazu immer neue Rationen gegen ihre Ueberzengung zum Blutdienst gegen uns zwingen.

Tcr Feind form uns nicht vernichten und wir werden unser, gerechte Sache bis zum guten Ende. verteidigen. Unsere Kraft besteht in unserer Einheit. Tie Besprechungen in Berlin l-aben die -Ltärke dieser Einheit bewiesen. Wir wollen mit ganzer Kraft nrch Standhaftigkeit den Kampf fortsetzen. Ich spreche nicht vom Frieden, weil dessen Erlangung nicht mrc von dem Willen einer Partei abhängig ist. Wir wolle,: unseren Gegnern zeigen, daß wir dirrch vorübergehende Mißerfolge nicht kteinmütrg werden, ebenso wie große Erfolge nicht vermögen, uns übernrütig zu machen. Von Gott erflehe iw Gesundheit für unsere verbündeten Herrscher, sowie Kraft und Standhaftigkeit für unsere Völker.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 25. September 1918.

£pM für iiif ZWliW- nnti Einöcrfirlorsf!

Das Gietzener Kriegsmufeunt.

m. Gießen,den 25. September 1918.

Tie Bestrebungen, späteren Generationen die Größe Gewalt vnd Bedeutung des gegenwärttgen Welttrieges recht greifbar vor A!ngen fülwen m können, 'haben bereits in perschiedenen Teilen! des Rerck>es Widerhall gc'fimbeu. So entstanden ienc Samm­lungen, die tn Schrift und Bild, durch Waffen, Beutestücke. Er­zeugnis,e der Kriegsindu,trie. sonne durch Proben alles dessen was ver Krieg im wirtschaftlichen und täglichen Leben hervor-i gern fei: und erzeugt hat, rindringlichst erzählen. Schon fri'iher Irobai das Oberheswche Museum und die Grillschen Sammlungen ttch rn der M'uieumsgeschichte einen Rainen geschaffen, soioohl durch oie einzigartigen prächstorischen Sammlungen wie auch durch dre unermüdlichen Bemühungen um die Erhaltung der Zeugnisse der Hermattunst vergangener Zeiten.

gestern morgen im neuen Schloß, Landgras-Philipp- Plaß, eroffnete Kriegsmusenm hat die Stadt Gießen als erste 2L ^ C11 rin vorbildliches Denkmal für die Geschichte dieses Krieges erhalten. In zwei Sälen find die Sammlungen übersichtlich unter gebracht. Ter erste Saal enthält neben Karten, Abbildungen /vttegertrophaen, 2 Sanitätshunden in voller Ausrüstung ring fast vollständige Sammlung von Kriegsnotgell) ans dem besetzten Gebrct mrd der Heimat; der zweite Saal bringt in unerschöpf- Ver.Mlle Beutestücke, Uniformen, Waffen, Schnitzereien und fGemaldc von Kriegsgefangenen, die Ehrentafeln mir den Bildern gefallener Greßener, Erzeugnisse der Kriegsindustrie, eine Zu­sammenstellung des Karten-Rallonierungssvstems und vor allem dre wohl einzigartige, von Geh. Kommerzienrat Heichelheim gestiftete Sammlung der Kriegsorden aller Bundesstaaten, des verbünde ten^ Oesterreich-Ungarns und die lückenlose Sammlung oer bulgarischen Kriegs-Auszeichnungen, die S. M. der König der Bulgaren dem Museum schenkte.

Tie Eröffnungsfeierlichkeit fand vor geladenen Gästen in Gegenwart der Spitzen der Behörden statt. Hierbei führte der Di­rektor des Oberhessischen Museums und der Gailschen Sammlungen D^rr Professor Tr. h. c. Gramer ungefähr folgendes aus:

Aitit Kriegsbeginn war es selbstverständlich unser erster Ge- danke. Krlegserinnerungen zu sanimeln. Dieser Gedanke wurde zur Tat durch Herrn Geh. Rat E m m e l i u s, der weitgehende Werbungen in Schrift und Wort erließ und gleichzeitig einen namhaften Betrag grundlegend für die Errichtung des Museums stiftete.

Von allen Seiten strömten Geschenke herbei, und besonders mftere mackeren Feldgrauen sandten Erinnerirngszeichen von allen Kriegs, chauvlätzen. Vorläufig wurden die Gaben im Museum mnergebracht, doch mußte nun die Unterbringung in geeignete .Itaume ernstlich ins Auge gefaßt werden. Wir begrüßren es daher freudigst, datz durch Entschließung Sr. Kgl. Hoheit des Groß- o g s uns Räume in diesem Schlosse überwiesen wurden.

öwnt,. Hochbauamts wurden die Räume n. ..«useumsztoecke rwhervorragender Weise umgestaltet. Tie Stadt Gußen und Herr' Geh. Rat Tr. h. e. Gail übernahmen hochherzig die mcht unerhri»ftchen Kosten. -Äußer der Stadt Gießen stellten treue f reunde, besonders aus der T a b a k i n d u st r i e. reichliche ..cittel zur Verfügung^ Durch die zahlreichen Zuwendungen, beson- ^^^ourchdre Errichtung des Archivs, das 33 Abteilungen, umfaßt, wuti^ dre Leitung ins Ungemessene. Es nmßten also Mit­arbeiter gewonnen werden. Zu Anfang leistete Lehramtsre serener Kunkel unermüdliche verständnisvolle Tienste, später, wich an- derweittger dienstlicher Verwendung des Herrn Kunkel, sprang Herr PiDs, x>v. Lentert m bic Lücke. Professor Helmke hals ^ der Einrichtung der Sammlungen ans dem Kriege 1870/71. Grptze Verdienste hat sich Herr Architekt Meyer erworben. Trotz ferner beschrantten Zeit stand er dem Kriegsmuseum unermüdlich fronte Erenttvarf bie gesamte innere Ausstattung, sammelte die Morden und lertete den damit verbundenen umfangreichen ^cyriftwecbsel wwie die Einrichtung der Heldentafeln Hohe Ancr- cennung zollen wir auch den Handwerksmeistern und Hilfskräften.

Anschlim erwähnte Herr Prot. Tr. K r a m e r einzelne be- donttc den Stiftern und übergab sodann das Mnseilm Verrn Oberbnrgermfister Keller für die Stadt Gießen.

. T...erburgermei,ter Keller dankte namens der Stadt Gießen uno würdigte nnt warmen Worten die Verdienste des Direktors

Prof. Tr. Kramer, der Mitarbeit^ Lehramtsreserendar Kun - k e I, Prof. Helmke, Prof. Tr. Lentert, Architekt Meyer und der Stifter Geh. Rat Tr. Gail, Geh. Rat E m melius, Getz. Ltoirynerzienrat Hei-cki.'lhrim, Kommerzienrat Klingspor, Kommerzienrat Müller, Kommerzienrat Roll. Kommerzienrat Cloos, Landgerichtsdireftor Bücking, Fabrikant Bännin- ger und Brauerribesitzer Jhring. Zum Schlüsse fand eine gemeinsam^ Besichtigung der Mnseumsräume statt.

Tas Kriegsmuseum ist Sonntags gegen eine Gebühr von 20 Pf. jtu besichtigen. Außer dieser Zeit beträgt das Eintrittsgeld 50 Pf. Man wende sich an Frau Ochs, Sonnenstraße 2III.

StädLlsche Möbel für Llriegsgetrautc.

Eine ungemem wichtige Angelege:rheit, welche die Gemein­wesen im, Zusammenhänge mit der Wohnungsfrage nach dem Kriege beschäftigen wird, ist die Ausstattung der während des .Krieges gegründeten Familien mit Möbeln. Eine große Zahl der Kriegsgelrauten hat nach der Hochzeit keinen eigenen Hausstand gebildet, sondern die Frau blieb bei den Eltern wohnen, während! der Mann wieder ins Feld ging. Tiefe Ehepaare werden alle nach dem Friedensschlnß ihre eigene Wohnmrg suchen und möblieren müssen. Eine außerordentlich gestrigerte Nachfrage nach Möbeln wird entstehen, die eine entsprechende Steigerung der Preise nach sich ziehen wird. Sind diese jetzt schon beträchtlich gegen jene vor dem Kriege, so werden sie dann für die breiten Massen uner­schwinglich sein und ein höchst bedenklicher Zustand tritt ein, wenn nicht Maßregeln hiergegen getroffen werden. Tie Gemeinden handeln daher vorsorglrch, wenn sie Vorkehrungen treffen, um die Möglichkeit, nach dem Kriege Möbel zu erttäglick>en Preisen zu erstehen, sicherzustellen.

Aus diesem Grunde ist anch der Stadtvorstand Gießen dieser Frage nähergetteten, wobei ihm von seiten derSchreiner- vereinigung rmd der W e i ß b in d e r v e r e in i g u n g des G e w e r be v e reins Gieß en die tatkräftigste Unterslützungi zur Verwirklichung dieses Gedankens zuteil wurde. Tiefe schufen nach Entwürfen von Architekt Schumacher hier eine Einrich­tung, aus Wohn-, Schlafzimmer und Küche bestehend, die bei,tunlichster Einfachheit und Mäßigkeft des Preises ermög­lichen soll, mit bescheidenen Mitteln eine Wohnung mit Möbeln twn behaglichem Geschmack auszustatten. Tie dabei angegebenen! Preise sind von der Marktlage abhängig und destvcgen voraus- sichtlich/ftioch Aenderungen, wenn auch nicht erheblichen, unter­worfen.

Tie Möbel sind in den Ausstellungsräumen der Firma Ru­dolph hier, Selterslveg, die deren Inhaber in liebenswürdigen und uneigennütziger Weise zur Verfügung stellte, ausgestellt und sollen demnächst bei den hiesigen Ätöbelhändlern und Schreinern zum Verkauf gelangen.

Landkreis Gießen.

-m. Villingen, 24. Sept. Eine besondere Anerkennung für tapferes Verhalten wurde einem Sohne unseres Ortes, dem auf dem westliüheii Kriegsschauplatz kämpfenden 24jährigen Mus­ketier Karl Ziegler zuteil: es wurde ihn die fünfte Kriegs­auszeichnung verliehen. Ziegler, der bereits seft längerer Zeit im Besitze des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, der Hessischen Tapfer keitsmedaille, des Oesterreich,isck-en Verdienstkreuzes und des Hessi schen Kriegsehrenzeichens 1, Klasse ist, erhielt jetzt noch das Ver wundeten -Abzeich,?n.

Hessen-Nassau.

--- Frankfurt a. M., 23. Sept. Tr. Ludwig Rotten betg feierte hrnte sein 25jähriges Jubiläum als Kapell mrister am hiesigen Opernhause. 2lus diesem Anlaß fand in den Mittagsstunden auf der festlich geschmückten Bühne in Gegenwart des Aussichisrates der Theater-A.-G., der Gcneralintendanz, sowie des gesamten Personals eine schlichte akademische Frier zu Etzreii des geschätzten Jubilars statt. Generalintendant Tr. Z e i ß feierte

"Nachtasyl". Samstag 28., 7: ,,Lilio-m" Sonntag 29., 3: (Kl- Pr.)Jugend". 6 :Don Carlos" Montag 30., 7: ..Die ^ckmle der Prinzessmncn". Dietislag 1 . Okt., 7:Tie Geschwister". Hierauf:Erwin und Elmire". Mitl!ix>ch 2., 6 V 2 :Rachtachl"

in seiner Festrri>e Tr. Rottenberg als den Hüter des Erbes der gwßen klassischm Meister und den Förderer der inngen deutschen Tonkünstler. Rach Tr. Zciß sprachen noch zahlreiche Gratulanten

herzliche Worte höchster Anerkennmig dem Jubilar aus. Heute abend fand zu Ehren Meister Rottenbergs im Opernhause eine Festvor- steUung statt, bei der Glucks tragische OperAlkeste" gegeben wurde.

Frankfurt a. M., 23. Sept. Aus Anlaß ihrer Silbernen Hochzeitsseier stifteten Leopold Lindhrimer und Frau der Jugend- Mrsorge Frankchrt für erlwlungsbedürftige Kinder aller Religions­bekenntnisse 25 000 Mark.

Gicßener Strafkammer.

Ter bereits wegen Betrugs mehrfach vorbestrafte Fabrikarbeiter Ludwig Z. in Wölfersheim hat einen Wirt zu Friedberg um den Betrag von 200 Mari geprellt, indem er diesem vorfchwindelte, er könne ihm Schinken und Speck von einer Frau in Wölfers­heim besorgen. Tesglrichjen hat er rin Mädchen von Wohirbach um den Betrag von 38 Mark beschwindelt, dem er oorspiegelte. er könne ihm 1 Paar Schuhe von Frankfurt a. M. besorgen. Er ist seinem Verspvech,en nicht nach gekommen und hat das erholtene Geld für sich verwendet. Tas Gericht verurteilte den geständigen Aug'klagten unter Vertagung mildernder Umstände zu 2 Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte aus die Tauer von 5 Jahren. Mit Rücksicht aus die Höhe der Sttase wurde er alsbald w Haft genommen.

Ter Taglöhner Karl W. in Gießen ist vom hiesigen Schöffen­gericht wegen Vergehens gegen das Hilfsdienstgesetz zu einer Geldstrafe von 25 Mari verurteilt worden. Er sowohl wie die Staatsanwaltschaft verfolgte gegen dieses Urteil Berufung. Tas Gericht wies die Berufung des .Angeklagten kostenfällig zurück und erhöhte die in 1. Instanz erkannte Strafe auf 50 Mark oder 10 Tage Gefängnis.

Ter Bo Jahve alte Händler Georg von Hoch-Weisel ist vom Lchöffengericht Butzbach zu Geldstrafen von 30 und 20 Mari verurteilt worden, weil er in Hoch^Weisel 57 Ei-er und in Fauerbach eine Taube a n f g e k a u f t hat ohne Erlaubnis hierzu oder eine Ausweiskarte zu besitzen. Tie Gr. Staatsanwaltschaft ver­folgte gegen dieses Urteil Berufung, um eine Sttaferhölwng hcrbei- zusühron, das Rech«tsmfttel wurde aber zurückgeiviesen.

Tie Justus P. Ehrleute in Maar sind vom Schöffengericht Lauterbach wegen Hehlerei und Anstistuirg zum Dieb­stahl mit je 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Auf ihre gegen dieses Urteil eingelegte Berufung wurden sie in der heutigen Hauptverhandlung auf Grund der Benoeisaufnahme freige- s p r v ch e n.

Sitzung des Schwurgerichts am 23. 9. 1918.

Ter 18 Jahre alte Arbeiter Wilhelm Heinrich B. von Fried­berg hatte sich wegen Urkundenfälschung und Betrugs zu verantworten. Ler Angeklagte ivar in der Eisenbahnweri- stätte Frankfurt a. M. beschäftigit und es war ihm von der Eisen- bahnbcbörde in Friedberg eine Arbeitermonatskane zum Preise Vvn 8,70 Mark für den Monat Februar 1918 behändigt worden. Er bat nun diese Monatskarte verfälscht, und zwar so, daß sie auf den Monat März lautete, und hat von dieser gefälschten Karte bis zum 5. März Gebrauch gemacht, und zwar zur Fahrt von Friedberg nach Franffnrt und zurück Hierdurch hat er den preu- ßisch--hessischen Eisenbahnsiskns um etwa 8,70 Mari geschädigt. Tw Geschworenen bejahten die an sie gestellte Schuldfrage ebenso airÄ die Frage nach mildernden Umständen. Tas Gericht verur­teilte den geständigen Angellagten zu dw Mindeststrafe von drei Monaten Gefängnis.

Spielplan der vereinigten frankfurter Stadttheater.

Opernhaus.

Mittwoch 25. Sept., 1:Das Treimäderthaus" Donners­tag 26.. 6 V 2 :Alleste". Freitag 27.: Geschlossen. SamSlag 28., 6 üs:Mignon". Sonntag 29., 5:Die Meistersinger von Nürn­berg". Montag 30., 7:Hossmonns Erzählungen". Dienstag 1. Oktober, 6 V 2 :Zar und Zimmermann" Mittwoch 2., 6 ü->: Allestri'.

Ztzausplelhaur.

Mittwoch 25. Sept. 7:Tie Laune des SßerHebtejt" Hrerauss: ^Die Mitspzuldigen". Donnerstag 26,, 6 :Hcmck^. Freitag 27.,

Cctztc rlLHctiricyten.

Dcr neueste ^Zericlit der Oeeve^lerinng.

(WTB.) Großes H a u p t q u a r t i t r, 25. Srptcmd (Amtlich.)

W estlicher Kriegsschauplatz.

H e e r e S g r u p p e K r 0 n p r i n z N u p p r e ch t.

Rege Erkun.u: gs.ätigk i in Flandern. Z'.viß en Mreu- vreS und bvm W-alde von Havrincourt lebte der Artillerie-- kampf auf. Bei MoeuvreS schülerten erneute Angriffe des Feindes.

HeereSgruppeGeneraloberstvonBoehn.

Südlich von Epchy nahnren wir in örtlichem Geg-eiv- angriff die vor den Kämpfen am 22. September gehaltenen Linien wieder.

Zwischen dem Omignon-Bach und der Somme nahrnen Engländer und Franzosen ihre Angriffe gegen St. Quent n wieder auf. Sie waren von sbirker Artillerie und Panzer­wagen begleitet. In Zlontruetgrieourt und Fracillh-Sc'enry faßte der Gegner am frühen Morgen Fuß. Versuche des Feindes, in h.'ftigen, sich gegen Mittag fortsetzendco An­griffen die Einbruchsstellen zu erweitern, scheiterten. Durch Artillerie und Flieger wirksam nutetstützte Gegenstöße un­serer Infanterie und Pioniere brauten gegen Mittag Kvn- truetgricourt wieder in unseren Besitz.

Die zwischen beiden Orten gelegene He he wurde nach weckchelvollem Kampfe wiecerge: ommen. Fraeillh-Selenry blieb in Feindevh.tnd. An der übrigen Front brachen seine Angriffe meist chon vor unseren Linien zusammen. Wo er sie erreichte, wurde er im Gegenstoß wieder zurückgeworfen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen VcSle und Aisne brachen Sturmabteilungen in die feindlichen Linien südlich win Glenne ein und brachten 85 Gefangene zurück. Ein starker Gegenangriff, den der Feind nack) Abschluß dieser Kämpfe gegen unsere Ausgangs­stellungen richtete, wurde abgewiesen. Bei kleineren Unter­nehmungen über die BeSle und in der Champagne machten wir Gefangene.

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Wir schossen gestern im Lustkampf 28 feindliche Flug­zeuge und 6 Fesselballone ab. Leutnant Nuomey errang seinen 42., Leutnant JaeobS seinen 30. Luflsi g.

Der Erste Gcner'tlalmriiermeister Ludendorff.

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Qesterreichisch-ungarischer Bericht.

Wien, 25. Sept. (WTB. Nichtamtl.) AmÜich wirb verlaut- hart: An der Tiroler Süüfront uirb zwischen der Brenta und der Piave scheiterten italienische Erimrbungsvorstöße. In den Sieben- gemeinden setzte der Feind gestern bei Canova seine Trilangrisfo fort. Die Angrisse der Italiener und Tschccho-Slowaken wurden überall g^wossen, an einer Stelle durch einen Gegenstoß von Par- dubitzer-Tragoner. Der Chef des Generalstabs.

U-Boot-Erfolge im August.

Berlin, 24. Sept (WDö. Amtlich.) Im Mo-nat August haben die Mittelmächte rund 420006 Brutto-Register-Tonnen des für unsere Feinde nutzbaren Handelsschifstaumes vernichtet.

Ter dem Feinde zur Verfügung stehende Handelsschiff raum wird somit allein durch kriegerische Maßnahmen der Mittel­mächte seit Kriegsbeginn um rund 19 220 000 Brutto-Register- Tonnen verringert, Hiervon sind etwa 11 920 000 Brutto-Regifter- Tonnen Verluste der englischen Handelsflotte.

Nach inzwischen gemachten Feststellungen sind, soweit bisher bekannt, im Monat Juli außer den seinerzeit schon bekanntgegebe- neir Verlusten oder im Tienste unserer Gegner fahrenden Handels­schiffe noch weitere Schisse von zusammen etwa 40000 Brutto- Register-Tonnen durch kriegerische Maßnahmen schwer beschädigt in feindlichen Häsen ein getroffen.

Ter Chef des 9ldmiralstabs der Marine.

Die Kämpft in Rußland.

Moskau, 24. Sept. Nach dem in derIswestija" veröffent­lichten Kriegsbericht rücken die Engländer in der Richtung ans 'Kotlas vor. Auch an der Ostfront in der Gegend von Perm filiden anscheinend heftige Kämpfe statt, in denen die Truppen der Bolschewisten zurückgedräugt wurden.

Petersburg, 23. Sept. Eingetauftne Meldungen berichten von Z wi sti g keftten der sogenannten Archangelskschen Nord- (regierung zwischen den Vertretern der rechten Sozialrevol^ftionäre und dem englischen Kommandostab.

Das Märchen von der Räumung Elsaß-LolhringenS.

Berlin, 24. Sep!. Amtlich In der Heimat laufen in den^ letzten Tqgen Gerüchte um, die sich mit der Räumung von Teilen von Elsaß-Lothringen beschäftigen. Hierzu wird mftgeteill, ' daß lediglich die vor einigen Tagen erfolgte mid amtlich bekannt- gewordene Fernbeschießung von Metz und anderen Stellen Ver-- anlassung gegeben hat, zum Schatze des Lebens und der beiveglick-en: Habe der Emwohnec Vorbereitungen zu treffen, alle solch? Orte beschleunigt räumen zu können, die innerhalb des Fecnbereiches» der weittragenden feindlichen Geschütze lieien. Diese Vorberei­tungen . werden planmäßig mit allen Rücksichten, die mit den. militärischen Notwendigkeiten vereinbar sind, eingeleiret und später durchg-esührt werden.

Verhandlungen Wer die polnische Frage.

Berlin, 24. Sept. Bei der letzten Anw-esenhrit des Staats« sekretars v. Hintze in Wien wurden kommissarisch- Verhandlungen über die polnische Frag? vereinbart, die heute zwischen Vertrerern Teutschlands und Oesterreich-Ungarns wiederum be, gönnen haben. Im weiteren Verlaufe sollen auch Vertreter Polens hrnzugezogen worden.

Die Brotration in Berlin.

Berlin, 25. Sept. Ter Lebensmittelausschuß Grvßberlln hot beschlossen, entspreck-end der erhöhten Mehlzuteilung vom nächsten Monat ab die alte Brotration von 1950 Gramm wiederherzustellen.

Ein großes Erdbeben.

Bern, 25. Sept. Italienische Zeitungen melden ein starkes Erdbeben im griechischen Inselreich, das b-iouderÄ aut Milo Melos verheerend gewirkt habe. Vftin zahle dort 300 Tote und mehr als 2000 Verwundete. Fast alle grüße- - ren Gebäude seien eingestürzt.

Zeichnet 9. Kriegsanleihe

' . s *>ei

Bank für Handel und Industrie Niederlassung Gießen in Gießen, Johannesst r. 1 - Ecke Neuen weg