Kt. 222 Zweiter Blatt
Sitzung der Stadtverordneten.
2 . Gießen, 20. Scpt. 1916.
Tie heutige Sitzung der Stadtväter begann nachmittags 4 Uhr Den Vorsitz führte Oberbürgermeister Keller. Anwesend waren die Beigeordneten E m m c l i u s und Krenzien sowie die Stadt verordne ton Tr. Ebel, Faber, I a n n, Löber, Heichelheim, Dr. S^> mime r.Or big. Plant, Vetters undWim m e n a ire r.
Als wichtigste Beschlüsse sind hervorzuheben die Erhöhung der städtischen Hundesteuer aus 40 Mk., eine Erhöhung der Gaspreise von 0,20 Mk. aus 0,22 Mk. für Licht und von 0,16 Mk. auf 0,18 Mk. für Kraft, eine Erhöhung des elektrischen Strompreist.es auf 0,60 Mk. für Licht und 0,28 Mk. für Kraft, sowie eine Verminderung der W a s - serrabattsätze für Großverbraucher um je 1 Pfennig.
Tie Sitzung nahm einen ruhigen Verlauf und währte etwa eine Stunde.
Oberbürgermeister Keller eröffnete die Sitzung mit der Wahl der Urkundspersonen, wozu die Herren Jann und Wim- m e n a u e r bestimmt wurden. # W
Ter Beamten- und Lehrerverein dankt für die ihm bewilligte Teuerungszulage. sowie der Kindergartenverein für euren ihm bewilligtem Zuschuß.
Punkt 2 bis 7 der Tagesordnung betraf Konzessionsgesuche ffiV Schankwirtschaftsbetriebe und zwar: die Gesuche des August Rath um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Reuen Baue 22, desgleichen des Gerhard Kämpen für Ludwigstraße 6. Friedrich Schneider Ehefrau für Alieestt. 20, ^skar S' t r i tz l für Lindenplatz 1, sowie Gustav' Geiste z>um Kleinhandel mit Wein und Branntwein für Seltersweg 2. In der Hauptsache handelte es sich um den Uebergang von Konzessions «laubnisscn auf neue Pächter oder Verwandte. Gemäß den Vorbe ratungen des Ausschusses wurden die Konzessionen bis auf das Ge such der Ehefrau Fricdr. Schneider für Brandgasse 3 erteilt.
In dem städtischen Hause Johannisstraße 3 hatte bisher das Theater einen Teil seines Fundus untergebracht. Um der Wohnungsnot zru steuern, ist dort die Einrichtung von zwei Kleinwohnungen beschlossen worden. Die Kosten belaufen sich au 2400 Mk. Auf Vorschlag der Baudeputation wurde der Kredit bewilligt.
In Darmstadt ist ähnlich wie in Gießen eine Hochschuk- g e s e l l s ch a f t gegründet worden. Da die Stadt Tormftadt zur Gießen« Hoch schul gesell schaft einen Beitrag von 10 000 Mk. geleistet hatte, beschloß die Versammlung aus Antrag des Vorschlags Und Finanzausschusses, der Darmstadter Hochschiilgesell schüft den gleichen Betrag zu überweisen.
Der Vorschlag, die Hundesteuer zu erhöhen, wurde au 'Anregung der hessischen Städte von der Staatsregierung den Landständen überwiesen und dort beschlossen. Die Stadt Gießen war eine der ersten Städte, die den Vorschlag unterstützten. L)ie staat- lidfc Hundesteuer ist auf 10 Mk. festgesetzt. Durch Abänderung der gesetzliche,: Bestimmungen ist es den Städten erlaubt, den vier- sack»cm Betrag dieser Summe zu erheben. Vorschlag und Finanz- laussckluß befürworteten, von diesem Rechte Gebrauch zu machen. Die Erhöhung der städtischen Hundesteuer auf 40 Mk. wurde tont* nach beschossen. Die Erhöhung tritt ab 1. Januar 1919 in Kraft. Auf Anfrage des Stadtverordneten Heichelheim teilte der Oberbürgermeister mit, daß es sich um 6 4 0 Hunde handelt. Sollte eine Anzahl davon abgeschafft werden, so käme dies der Reinhaltung der Straße zugute.
Ter Fortbildungsschukunterricht ist im vor i gen Jahve ansgesallen. Ihn auch in diesem Jahre aus fallen zu lassen erscheint zu bedenklich, ümd demgemäß becmtragt der Schulvorstand, den Unterricht wieder aufMnehmen, den äl'esten Jahrgang aber ohne n^ictzeveS zu befreien Und die HcmpÄehrer zu ermächtigen, diese Befreiung in besonders dringenden Fällen auch auf Schüler der itingrcen Klassen assxudehnen.
Maßnahmen gegen die Verwahrlosung der Jugend haben öfter schon innerhalb der Stadt v e w wdnetei t versmnmlun- gen Anlaß xu längeren Aussprachen gegeben. Tin Antrag, den vor längerer Zeit Beigeordneter Grünewald stellte, wurde vom Schulvorstand der StaatSvegierung überwiesen und diese hrt durch Mrnisterialerlaß vom 10. Juni den Städten die Genehmigung erbeilt, für Schüler, die von der Verwahrlosung bedroht sind, außer den regelmäßigen besondere Schulstunden cm schulfreien Nachmittagen abzuhalten. T« Zahl dieser Schulstunden soll vier an einem Nachmittage nicht überschreiten. Diese Zwangshorte sollen ton den ftedvilligen Horten räumlich getrennt gehalten werden. Tie Verwahrlosten sind mit der Anfertigung ihrer Hausarbeiten, mft Turnen, Gartenarbeit usw. zu beschäftigen Ueber Aufnahme und Entlassung bat der Schulvorstand zu entscheiden. Ein Nichterschmnen her Schüler wird nach den glerchen Bestimmungen bestraft, wie etn Nichterscheinen in den regelmäßigen Schulstunden. Tie sHlottr werden sofort eingerichtet, jedoch soll es für Gießen dein Ermessen der Hauptlehrer anheim gestellt sein, ob und wann Schüler ans den Zwangshorten wieder zu entlassen sind.
Stadtv. Vetters regte an, den Hanptlehrern Anweisung zu geben, bei Maßregelung der Kinder durch Teilnahme an den Zwangshorten individuell torzuqehen und daraus Rücksicht zu) nehmen, ob die Kinder von ihren Eltern zur Arbeit benötigt werden.
Oberbürgnemeister Keller erllärte sich bereit, die Anregung vn die Huupllehrer wefterznigeben, und betonte, daß allein schon die Kenntnis .des Zwangshortgesetzes der Verwahrlosung entgegen- gewirkt habe.
In Anbetracht der erhMen Kvhlenpreise, Löhne und Betriebsdaten sowie der Umsatzsteuer beantragten Betriebs- und Finanzausschuß den Gas Preis ton 20 auf 22 Pf. pro Kubikmeter für X.musgebrauch und ton 16 auf 18 Pf. für Jndustriewetve zu erhöhen. Ter Antrag wurde genehmigt. Aus den gleichen Gründen winde außerhalb der Tagesordnung beantragt und genehmigt eine Erhölmrir des Preises für Elektrizität für Licht ton 55 auf 60 Pf., für Kraft ton 23 auf 28 Pf. Beide Erhöhungen treten ab I ^Oktober in Kraft.
Stadtv. Vetters vyOe an. die Rvchtlaterne» bt den Straßen abends wieder brennen m lassen.
Wie Oberbürgerm. Keller hierzu mitteilt, ist der Beschluß oevetts gefaßt worden. Die allgemeine Durchführung wird w>ch rvnige Tage Hauern, bis die Fernzündung !nieder eingerichtet ist
StÄNV. Sommer fragte an, ob die Heizkr-aft, die im großen Schornstein des Gas- und ElektrisitätStperkes verloren gehe, nicht besser ausgenutzt werden könne. '
Krenzien entgeg!nete, baß demnächst eine Mstveif- vrüac eingebaut werde, die die Feuerung vorteilhafter mache
Stadtv. Jann fragte gelegentlich eines Vorfalles auf der E.n bahn an, wo die Fahrgäste ihr größeres Gepäck unlerzubringen haben.
Zie Oberbürgermeister Keller feststellte, darf dies nach den Bestimmungen auf beiden Plattformen, also auch auf der vorderen geschehen.
d« Urbrrfüllnng her Wagm, ^ bvmrtragte, Hssfsschaffnermnen an^k stellen und beide Wagen-
MÄßeve Betriebssicherhleft l^Ettleistet und die Zahl der blinden Passagiere vermindert
Oberbürgermeister Ke l le r gab das Bedenkliche der Zustände zu, bedauerte aber nichts daran ändern zu können da vom .Kriegsomi nur emo bestlmimte Zahl Kilowattstunden zum Verbrauch ^michseien.Die Berm-rdu^ tou Mhmigevi bedinge schon ^en größeren Stvomvcrbrauch. Ern Gesuch ans KnegSamt um rckchtÄmlw^net t 9TÖ ^ emt mnge ^ Kilowattstunden sei noch
m • % Einstellung von Hilfsschaffnerinnen ist nacks Ansicht von r^erg. Krenzien mcht rentabel.
lkützte sich darauf, daß beide Sttaßenbahn- ^ft unglncfi besetzt sind und schlug deshalb vor, für Orts- beiden ein Schild: „Zum VLarkt" anbrm^n zu lassen.
Barschlagwu^ der Betriebsdeputation übettvieseu
WS*** wie bei Gas und EÜtrizrtät recht- »rtrgcn auch ent* E-chStzivV bc3 Wasscrprrisrs. In
Gießener A nz eiger (Gene ral-Anzeiger für Gberheflen) §amrtag, 2 h 5 eptember f 9 f 3
»rächt fernes Kalturn-crtcz sM aber hier von einer ErbSlmna ab- dre Rabattladc für Großverbrau-
ä tw* saxs&i ■ ' * b-----.. m.
Wiherhalh der Tagasordnmig lu-anstandete Stadtv Plank bet rieb aus dr»n Srl^memarkt und lenecht- »artm Prauatgrundstiiürn, .wodurch ine umlie-renben väuier eirt- mtm&aabcn ».rmal balb.uüchii'pn Burfck^m tmd Mädchen veraniaM »tmrben. Der Verrieb mbge rvenichtens i>-s Jabres ern«%äa# w-rd.-n M->berdem könne 7 t? 9 .Bndenbeich-r Mm WnterMhen v.-ranlaffen, werm man nach 3—4 Wochen eine höhere Pacht verlange.
Oberbürgerrneister Keller autttorbete, es sei schwierig hier ttnzuschreiten, wobei -f i. derücksichttgni sei, baß ein Teil der'Bicknm auf Pi-ivatgrunbstücken stel^ Mehrere B^chwerden seien an das Polizeaamt weiter gegeben. Auch der Schllvorstmid beklage sich ubn die Gefährdung der Jugend. AnderEts fänden viele Soldaten dort ein bulliges Vergnügen Die Möglilchkeit einer Beschrän^- kung tev Betriebes durch höhere Abgaben solle der Finanzaussckms; entscheiden.
Stadtv. Sommer bemängelte, daß der Fliegeralarm m verschiedenen Stadtteilen, besonders in den Kliniken, nicht zu. Horen sei. Er brackfte m Vorschlag, w ttere Sirenen am Nord- und L-udende der Stadt au! zu stellen mrb gleichzeitig alle Fabriksirenen in einem bestimmten Rhythmus ertönen zu lassen
Oberbürgermeister Keller dankte für die Anregung und weitere Sirenen angeschafft würden, die späterhin das Eride des Alarnis ameigen sollten, während der Beginn durch Alarmbomben <m.gezeigt werde.
,^E»'ermit schloß die ösfcutliche Sißimg, der sich eine nichtöffent- lrcye anschloß.
In der' nichtöffentlichen Sitzung wurde beschloss^, die Schulverwalterimum K. Eichhorn, Luise Kühne und den ^chulvenvalter Rud. Braun anzustellen.
Ein Antrag der Gwßh. Zentrale für Säuglinas- und Mnder- pslege wegen Anstellung einer Hilfsscstvester wurde genehmigt.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 21. September 1918.
Aufruf!
. . Jp wird das Jahr stark und scharf hergehen. Aber man muß dre Ohren stets halten, und Jeder, der Ehre mrd Liebe fürs Bater- ^nd hat, muß alles daran sehen." Dieses Watt Friedrichs des Großen müslen wir uns mehr denn je vor Augen halten. Ernst mch schwer ist die Zeit, aber werterkämpfen und wirken müssen wir mit allen .Kräften bis zum ehrenvollen Ende. Mit voller Wucht stürmen du Feinde immer miss neue gegen unsere Front an, doch stets estie die gewollten Erfolge. Angesichts des unübertresslichm Heldentums draußen sind aber der Daheimgebliebenen .Kriegsleiden und Entbehrungen gering. An alles dies müssen wir denken wenn letzt das Baterbrnd zur 9. Kriegsanleihe ruft. Es geht ums Ganze um Heimat und Herd, um Sein oder Nichtsein unseres Vater' landes. Daher muß jeder Kriegsanleihe zeichnen!
** Amtliche Personalnachrichten. Ter Groß- yerzog hat den Postsekretären Friedrich Strauß in Lampert- ^^.^lE cke n stein in Kelsterbach das Ritterkreuz ?L ®l a JK d e?. Verdienstordens Philipps des Großmütigen, sowie benjDberJrnefträgem Wam Eberhardt in Alsheim und Ludw Eldmami m Groß-Gerau und dem Oberpostschaffner Karl Trei- ber in Darmstadt das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift »Für lanmährrge treue Dienste" verliehen. — Der Großherzog hat am 18. September bre ton der Ssadtvervrtmetenversmnmlung -n Ossenbach «rrosfene Wiederwahl des Leonhard E i ß n e r t zum unbesoldeten Begicvrtmeten der Stadt Ossenbach auf die Dauer ton sechs Jahren beftängt. Der Großherzog hat am 18. Septbr den Jkf>T«T an der Volksschule in Stockhausei'. Richack Mager -um Seunnarlchrer an dem Ern st- Lud wigs-Seminar in Bens heim ernannt. — Der Groß Herzog hat am. 18 September den Kün^lei- gehufen «m dem Erbschaftssteuevamt Georg Stauß zu Darm- stadt mtt Wirkung vom 1. Oktober 1918 an zum Oberrechnungs- probatvr bei der II. JustiftVaturabteilung der Oberrechnungskimmer ernannt.
^ *** ^??reichnnng. Schütze Ludwig Klein, Sohn des LoDmottmührers Ludwig Klein, ai^ Gießen hat das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhalten.
** Die Obst- und Gemüsetrockenanlage der Stadt Gießen gibt bekannt, daß.am Mittwoch den 25., Don- nierstag den 26. und Freitag den 27. ds. Mls. Obst und Gemüse zum Trocknen nicht angenommen wird.
r.* **. Abgabe ton Fichtendeckreisern. Wenn mög- die LtÄftverwattung auch in diesem Jahr eine beschränkte An^rhl Wellen Ficht>euvei,'er an Private abgeben. Siehe Bekanntmachung.
** Der Herbst-Pserdemarkt zu Gießen findet Mftt- den 25. September, vormittags 7 Uhr, auf den städtischm Mtzi'ktanlagen an der Rodheimer Straße statt.
. ...,^ue Gesellschaft zur Förderung des ober« p^ssts wen Handwerks und Kunftgewerbes" wird sich S? Wachsten Tagen bilden. Richtlinien, Sitzungsentwurf ünd Anmttdesormnlare sind inl Gewerbehans Mrchstraße 16) zu haben
** Aus stelluiug von Schrotkarlen. Es besteht vielfach die Aussasfiung, daß Genelmrigung zuml Schroten der für ne Zeit vom 15. August bis 15. September l. I. freigegebenen Jüttermenge auf einer Schwtkarte erfolgen darf. Nach § 64 b ber Reichisgetreideovdmlng ist dies nicht gestattet, da Mlahl- oder Schrvtkarken nur für die Dauer von 2 Monaten ausgestellt werden dürfen. Es muß in oben angeführtem! Falle somit Ausstellung von 2 Schrotkarten erfolgen.
** Störungen der elektrischen Ueberkandan- lage. Die Direktüm der elektrischen Ueberbrndantage der Prv- mnz Oberhessen in Friedberg tritt uns mit. daß in letzter Zeft eine Reihe von Störungen an den HockstpaTmungSarilagen aufgettetest ist, die anscheinend absichttich verursacht werden. Me lleberland- anlage zahlt für Meldungen irgendwelcher auffälliger Erscheinungen an den 5000- und 20 000-Brül-Hochspanrllmgs-FernlZtungeni cm den Erstmeldenden eine Belohnung von 5 Mk. und ist, be- vnders bei dem Nachweis absichtlicher Störungen, auch bereit, von Fall zu Fall eine höhere Belokmung M gewähren, wenn die Täter o benannt oder gefaßt werden können, daß sie gerichtllcher Be- rrafung verfallen. Im Interesse der ungestörten AufrechLerhal- turrg eines für die Kraft- und Lichtversorgung der Provinz Ober- Hessen so wichtigen Betriebes ist es Pflicht j^res einzelnen. Meldungen zu erstatten, wenn ihm Störungen oder deren Ursachen bekannt werden.
** Haussuchung nach Kupfer und Zinn. Man chrerbt uns: An der Froitt kämpfen unsere Truppen den schwersten Kampf für imser Volk; Mick und Todesverachtung besitzen sie, aber Munition und Kampfmaterial brauchen sse. Und dabei gibt es auch hier in Gießen noch Haushaltungen rmd Geschäftsbetriebe, besonders einzelstehende Damen, die hochgepackte Kisten toll Kupfer- und Zimrsackien im Keller oder auf dem Speicher versteckt halten. Sie sind nicht wett, den Schutz des Vaterlandes zu genießen, »md jeder vaterländisch Denkende sollte ihnen wegen dieses schchiblichen Verhaltens seine Verachtung aussprechen rmd Anzeige erstatten Wenn die Ablieferung nicht bis zum 1. f ch>ber erfolgt, wird Haussuchung und Veröffentlichung der Namen veranlaßt werden
** S ta d t h ea ter. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß die vorjährigen yübonnoirten, die ihre alten Plätze auch in dieser Spieireft zu behalten wünschen, dies bis zum 21. Septencher an/ die Bürgerin«sterc-i vtitzuteilen haben. To diese Fttft mit dem heutigen Tage abläuft, ioeiÄen Säumige nochmals m rc n er t , ihre Münfche noch heute in den Bttefkasten der Bürgermeisterei n'ieder- zulegen. Bon morgen nsuß wegen des starben Andranges zunr Abonnement ülxr d« nicht bestellten Plätze anderweitig verfügt werden.
** Die Aura-emusif Wt am SonnLag a 2 B.
v ^9 rrkus Wild-Weit gibt ans dem Juxplätz an der ^cchn Lamstag den 21. September, abends 8 M-r, icine Erösf- nuugsvorstc lluug. Siehe Anzeßie.
Lünokrejs Gießen.
^ ga. Münster, 20. Sept Zu vielen Bedürfnissen, die der Krieg ui so außerordeni-licher W.üse verHeuett s.at, gehören be- icrinttüch nicht in letzter Linie die BrcuustFfc und unter diesen ottouders ^die .Kohlen, die nicht nur teuer, sondern was m>4> cm v r llUr beschränkter Monge zu ergangen sind. Keru Wunder, wenn man in lßZiger Ge^geid wehmütig der Zeit goocnkt, m der die Zweite Umgebung aus dem unerscl>öpstich scherivenden Schätzen das Braunkohlenbergwerks S!)’ f,1 i r ^ fl1 ^ ,,lWer wit einem ebenso vorzüglichen nne billigen Brennstoff versorgt werden konnte Die leider zu früh Jt'ini chwundeue Herrl ichicit konnte durch die darauf ein setzende Einführung des Stein ko hkenbrMides versclun.erzt und vergessen werden, bis nun der Weltkrieg und seine Folgen die Erinnerung darin ^tmeder aufgefttschk haben, und dies um so lebhafter, als man hier- zülaude vielfach der Ueberzeugimg ist, daß die ettvalmten kostbarer Bod-eiischätze noch lange nicht alle gehoben sind und der Versuch sie ziu heben, sich reichlich kohlen iwütte. Sollte es nicht an- gezcizt ersäieinen, daß dieser Ansicht von 'Zuständiger Seite nähtt getreten ^und sie in ausgiebiger Weise auf ihre Mchtigkeit l-in geprüft würde? Wenn sie sich bestätigte, würde das Andenken an dre gegenwättige trübe Zeit, die den Wünsch hierzu wieder stärker wach werden ließ, für die ganze Umgebung auch eine dankbar empfundene segensveick-e Begleittrsckieinung haben.
Kreis Schotten.
Freienseen, 17.Scpt. Das Eiserne Kreuz 2-. Klasse erhielten: der Musketier Wilhelm Bachmaun, Solm des Zirmner- manns Christian Bachtmtrrnn, und der Wtillette-Falrrer Kourad Bach m ann, Solm der 'Marie BackMairn W.oe. — Gestern abend ^Huchen 10 und 11 Uhr sah man von hier ans am südwest licken Himmel ttotz starker Mondbeleuch.'uug raketenartige Lichteescher- «rugnen, oft 5—6 auf einmal, auftauchen und blitzschnell witt)er verschwinden. Auch die Lichtstrahlen ton Scheinwerfern waren wahrnehmbar.
rx. 9a ; ^ ouba ch, 18. Sept. Ein wunderbares Schauspiel zeigte lich gelegentlich nächtlichen Spaziergängern. Nachdem man schon vor enugcn Wochen das Platzen der Granaten der Flugzeugab- wehrlanonen in Frankfurt a. M. von der Horstenburg bei Ober- Besirngen aus beobachtet hatte, wurde diese Erscheinung am letzten Sonntag aus dem Ramsberg abends gegen 11 Uhr während des Fliegerangriffs auf Frankfurt n. M. wahrgenommen. Man sah deutlich mit bloßem. Auge das Zerspringen der Geschosse ähnlich wie Raketen.
Kreis Lautrrbach.
la. Angersbach, 19. Sept. Tem Sergsanten Karl Fachs, Jnhal>er des Eisernen Kreuzes^ und der Hessischen Tapferkeits-- medaille, nmrde auch das Hessische Kttegsehrenzeichen verliehen. Zmchs.' lüngfber Bruder, Friedttch ist im Jahre 1916 in Rußland für fern Vaterland gefallen. Der älteste Bruder, welchem ebenfalls das Eiserne Kreuz und die Hessif-cke Tapfetkeitsrnedaille verliehen wurde, ist seit dem 20. August als vermißt gemeldet.
la. Ober-Wegfurth, 19. Sept. Geft. Eimst Riegelmaritt von hier, welcher seit Anfang des Ktteges pvr dem Feinde stand, erlitt am 17. August den Heldentod. Der bei seinen Vorgesetzten wie Kameraden beliebte nnd geachtete tapfere Soldat hat 29 Lchlackten und Gefechte mftgemacht.
n - ^0- Sept. Ter schon längst für tot angesehene
Lehrer L-chäfer aus dem nahen Ucllershausen kehrte dies« Tage völlig unerwattet aus russischer Gefangenschaft in die Heimat zurück. Im Mai 1916 war die letzte Nachttcht von ihm aus mnem russischen Lazarett eingrtrvssen. Seitdem hatte ULin ton chm trotz all« Bemühmigen nichts mehr gehört.
Kreis Friedberg.
„ Bingenheim. 17. Sept. Dem MnSfetter Wsshekm Schwab. Sohn tos Landwirts und Geflügelhändlers Fttedttch Schwab tohcer, wurde tos Eiserne Kreuz 2. Klasse verllehcn. Schwab rst «st fett Februar im Felde.
s <^.0ber-Eschbach 17. Sept. Der Sohn tos Lrmdwir« Kcnl Heftrich II.. Sergeant im Jnf.-Regt. 115, seft Kriegs- cn-ifang im FÄde «hielt das Eiserne Kreuz 1 .Klasse und wurde zum^Bizefttdwebtt b-efördctt. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse, die Hessische Tapferkettsmetoiüe und tos Verdrenstkceuz wurden ihm bereits verliehen.
Starkknburg und Rhcinhrssnr.
. ^ I T arm stad t, 21. Sept. T« Andrang zu ton DorstellÜnarn o' theaters ist ständig ein so großer, daß sich der neu« Intendant entschlosi-m hat. die Räume des alten Hoftbeaters ftm DarmstÄüer VoWmund ..der Reitftall" genannt) wieder in- starch zu setzen, um tortselbst die sog. kleinei-en Stücke zur Auf- fichrung zu bringen. Vcan rechnet, daß bis Weihnachten die Eröffnung stattftnden kann.
Die notgelandeten Flieger gefangen.
I Darmstadt, 20 Sept. Die zwischen Hähnkein und Zwin gen berg notgelandeten englischen Flieger wurden nach cmcc an die Kvmmandanttlr Darmstadt gelangten Meldung m Ladenburg bei Mannheim gefangen genommen.
Desscn-Nassau.
. ^I^??Efu rt a. M., 21. Sept. Haute mittag 12 Nhr traten sämtliche hiesigen Kitos in einen S t e u e r st r e i? einl mdom sie alle Eintrittskarten ohne die städtischen Steuerzi:schlage/ verkaufen. Ter Grund zu diesem einzig dastehenden Stt-eik ist dann zu erblicken, daß die Kinos seit kurzem nicht nur 100 Prozent ÄJ tI ?- mi(rte ^nst bezahlen müssen, sondern auch ,-stick Steuer zu entrichten haben, die für jede angefangenck o0 Pfennige 15 Pfennige beträgt. In der Praxis inacht das bei den billigen Platzen eme Preiserhöhung um 50 Prozent Tie Kabaretts «heben nur 10 Pf Steu« von je 50 Pfennigen, obwohl iie weit zahlungsfähigere Besucher haben als die Kinos Die Kinos wollen es nun mal auf eine Probe ankommen lassen.
Hochschulnachrichten.
Von der Eröffnungsfeier der Universität Dorpat.
Berlin, 19. Sept. Rektor und Professorenschaft tor Universität Dorpat haben anläßlich der Eröffnung ä fei er der UmversttÄ eine Drahtung an den Kaiser gettchtet in toc sie diesem für die Neugrünchrng der alten Landes-Univei-s'ität ausspvechen Mn httßt es: In der erhabenen Pmson
Erv. Maiestat gilt uns« h«ß« Wrnrsch zugleich dem deutschen V^lke und tom glorreichen deutschen Schwett, das uns befreite imsere unerschütbettiche Arverficht ab« tom Triumphe der gerechten bcuU cfcn In tor Antwort des Kaisers toiw es-
Unter tor Itohseltolle,!, Ereignissen und Eindicken des 'Krieges ^ ber, deutschen Brütor im Baltenlanto
ton fremdem Truck und Wesen eure ganz besvntore Freude bereitet WlÄM neuem^ Glanze wird die bewährte Pflanzstätte Kitsch«
Mutt«lande zahlreiche to» touteto Kräfte geschenkt hat, wieder emporqesühtt Dafür bürat
ihr deEworttmgs.
Lingesantzt.
M>r Form mrd Jr,hatt aller unter dieser Rubrik gehenden Artikel lloernimmt die Redaltwn dem Publilum gegenüber leineclrf Beraiuwortt/ng.)
Blitzableiter ohne LcitimgÄratzt!
Zn einem Rachbardvrse wurde der Blibodleitrr aus einer Schule abMnwmmm ohm daß cm Ersatzdraht ein-rel>aut inurdr Tie AuffangVange hat inan ,Erlitt, tzrhen «lassen. Eine->teil-< ist es »u beanißcn, da,; du- bctreifcndc tik-uieint».- den Km''crt>!.,bt der Hcerrsvcrwaliimj» rasckmSgttchjt aigelieser, hat, aber andern- lcheiitt »nr durch bie Uithrbri-riwng der Erdintung ein« gwtze Ges<chr für d,c Lchulkmder hlrvoc.,erufen zu feilt.


