** AuS bcm Milit-Sr-Wochenblatt Befördert: zum Oberster.: der ObMtleutnant DoutreLepvnt, Abt. -Komin im Feld- art-Regt 69: zum Oberstleutnant: tor Major Wevergang beim Stabe ^ Jnf.-Regts. 168; -um Ätajor: der Hauptmam: Hetzger, Esk.-Ch.'f :n der Train-Hlbt. 18^ -um Hauptn«ann: der Oberleutn. ÄoeS im Futzart -Regt. 3; M Oberleutnants: die Leutnants Herpel' im Inf.-Refft. 88, v. Wenz zu dkiederlahnstein im Leibg.- Las.-Liegt. 115, Lckilierbach des Jnf.-Regts. 116 l Worms, Ludtoig des Jnf.-RegtS. 6L (I Trier, bisher Friedberg); zu Leutnants der Res.: die Vize; old« veoel Magsaam lFriedlvrg), Engel H Tarm- stadt), Atzbach (Giesten), Mauer Mainz), Becker (II Tarmstadt). °Der Abschied mit der gesetzlichen Pension bewilligt: dem Leutnant Schab der Res. d. Fußart. (Mainz).
A u s z e i ch n u n g. Gesr. Hans E m i g, in einem Garde- Gvvmdrer-Regiment wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Kasse Esgezeichmet.
** Sonderkursc zur Vorbereitung von Kriegsteilnehmern auf «die IR e i f e p r ü f n n g. Durch das Provinzial-Schulkollegftrm werden in nächster Zeit voraussichtlich in Frankfurt a. M. So,cherkurse zur Borberci i.ng van Kriegs- L?itnehm-eru auf die Reifeprüfung abgehalten werden. Zn erster Linie komnwn Knrse für Oberrealschüfler mit Oberse'undareife :md Priinardfc und Gymnasialschüler Mit Primareifc in Betracht. lKriegSbes chäoigte ivnnen Antrag zur Verlegung in ein Frankfurter Lazarett zum Zivecke der Teilnahme an dem Kursus stellen. Kriegs- Teilnehmer, die «roch an derartigen Kursen teilzunehmen wünschen, werde:: erstickst, sich sobald als möglich, bei der Zentralstelle der Lazarett-Beratung des Roten Kreuzes Frankfurt a. M., Tlxater- (platz 14, uirter Borlegcmg des Zeugnisses und einer Deschei- niimgg über den Heeresdienst zu melden.
** Wie wird Gemüse getrocknet? Zum Trocktren verwendet man solches Gemüse, das wegen irgendeines Fehlers sich nicht cLufbeivahren läßt. Nattirlich mutz das zum Trocknen bestimmte Gemüse vollständig ausgewachsen sein. Harte Kohlrabi, holzige Bohnen geben lein schmackhaftes Dörrprodukt. Bor dem Trocknen müssen die Gemüse sorgfältig gewnsckven werden. Dann wird das Gcnnise zubereitet wie zum Kochen. Es wird, je nach der Ge- müsearl, in Scheiben, Würstel, Streifen, Faden usw. zerkleinert. Bor den: Trockne«: nrntz es entweder gedämpft oder abgebrüht werden. Dadurch gerinnt der größte Teil der Eiweißstosfe des Ge- miises und geht nicht verloren. Wird das Gemüse vor dem Trocknen nicht gedämpft oder abgebrüht, so schmeckt es strohig und hat einen heuah.ilick^n Geruch. Es genügt, wenn das Gemüse vor dem Dörren etwa fünf Minuten in kochendem Wasser ab gewellt wird. Bon Gemüsen eignen sich zunr Dörren vor allen Dingen die Bohnen. Man kann sie brechen und schnitzeln, wie es der betreffenden Hausfrau beliebt. Wirsing muh in geteilte,: Stücken gedörrt werden; in ungefähr drei Stunden ist er trocken. Auch Spinat kann gedörrt tverden Man darf ihn aber vother nicht kochen. Biel zu wenig wird das Dorren der Mchmkräuter betrieben. Petersilie, Lauck. Sellerieblätter, Bohnenkraut usw. nrcrden sorgfältig abgcivasä^en und, ohne gedämpft oder gebrüht worden zu sein, getrocknet. Zum Dörren benutzt man eine Hürde, die auf den Kochherd aufgesetzt wird.
Landkreis Gießen.
up. Vom Lande, 21. Aug. Tie Laubsammlungen durch die Schulen erlitten durch die Ernteferien keine Unterbreckwng. Geschieht während der Schulzeit das Laubsammeln durch die Klassen unter Aussicht der Lehrer, so haben diese die Schüler angesporut/ während der Ferien, jeder für sich, die Sammlung fleißig fortzusetzen. Der hierfür erzielte Betrag wird jedem nach Maßgabe seines Ergebnisses überwiesen, wählend wähl der Betrag für die Klassen- Sammlung zur Anschaffung ivichtiger und nötiger Unterrichtsmittel DtctTl Wie groß der Erfolg der Laubsammlung durch die Schüler ist, das zeigen die hoch mit prallgefülltcn Papiersäckcn beladeueni Leiterwagen, die zu den Bahnstationen gehen.
Kreis Büdingen.
A Nidda, 21. Aug. In der letzten Zeit ist hier der Umsatz von Hofreiten recht rege. Fünf Wohnhäuser gingen an andere Besitzer über und kürzlick« kaufte Brauerei bescher Zhring in Lich die einzige hier noch bestehende Brauerei „Bürgerbräu A.--G." aus. Tie andern beiden Brauereien „Gambrinus" und „Krafts Brcnrerei" sind schon seit mehreren Jahren außer Betrieb.
Slarkenburg und Rheinhessen.
I. D a r m st a d t , 21. Aug. Die leidige Unsitte des A u f - spriugens während der Fahrt mußte ein 15jähriger Bursche schwer büßen. Er geriet dabei unter das Arheitger Dampfstraßen^ bälpichen und zog sich sch: schwere Kopfverletzungen zu.
ch. Ga u - Al ge she i m , 21. Aug. Gegen die Wespen hat der hiesige Gemeinderat sich in einer besonderen Verordnung gewendet. Da die Wespen in diesem Jlahve in so großer Zahl auf- treten, daß von ihneit die Traubeireriite gefährdet wird, so hat der hiesige Gemeinderal ifür das Afafsinden oder Vernichten eines Wespennestes nickst «weniger als eine Mark als Prämie ausgesetzt.
K. P. Aus Rhein Hessen, 21. Aug. Ganz ausgezeichnete Truschergebnisse liegen bereits überall in Rhoinh.'ssen von der jetzt erngeb rächten ^.Roggenernte vor. Während man früher vom Haufen (10 Garben in gürrstigern Fall 1 Zentner Körner erntete, stellt sich der Körnerertrag haar durchveg erheblich höher. Meistens loird 11 1 Zentner und oft noch mehr vom Haufen erzielt. Rechnet man hierzu, daß schon der Garbeuertrag in diesem Jahr als ganz vorzüglich bezeichnt wwden kann, so läßt sich ermesseir, welch reichen Körnerftgen die diesjährige Roggenernte liefert. Tie Wdzu-i er««t?.steht diesem günstigen Ertrag kaum nach. Obwohl im laufender Jahr erheblich weniger Ackerland mit Brotgetreide angebaut war, so ernten die Landwirte hier doch durchweg weit mehr Körner als in früHeren Jahren.
Hessen-Nassau.
= Frankfurt a. M., 21. Aug. Ter Preis für das Liter Dollmilch wivd demUcickstt von 52 auf 60 Pfennig erhöht. Das ist
eine Steigerung um rund 300 Proze.'r seit 1914. Die von der Sbirdt eingelegten Eier vommen ün Wiuter mit 80 Pfennigen das Stück znnl Verkauf.
^ rm. Frankfurt a. M., 24. Aug. Der Schulausschuß der Stadttwvordneten l)vt sich Angehend mit der Reform des 'Jrant* ftrrder Volksschuliveseus befaßt und beschlossen, daß die Hochitziffer für Aiufuahweklassen iu den Volks- und Mittelschulen auf 46 festgesetzt wird. Für nicht schulpflichtige Kinder sollen Schulkinder- kftirten esiigerichtet werden; als B^chilfe für minderbewittelto Schüler imfl man für das 9. Schuftalw 150—300 Mark festsetzen. Befähigte Schüler wtd Schülerinnen sollen ohne Antrag nach drei Volksschuljahven schulgeldsrei in die Mittelschulen übernommen werden, n>enn das jährliche Einkommen der Elterri «ncht mehr als .3000 Mark beträgt. HauSlMltungs- und Hand- fertigkeitskurse sollen m größerem :Maße eingerichtet werden. Zwei Schulärzte «verdau im Hauptamt und 13 im Nebenamt eingestellt; die Schulzahnpflege wird als städtische Einrichtung ausaebaut. Außerdem sollen Unterrichtsanstalten für dauernd unfähige Schüler geschaffen werden.
Frankfurt a .M., 2?. ?lug. Das 1200jährige ^)nbi- läum zum Andenken an den Beginn dco: apostolischen Wirksamkeit des hl. Boniiatius in Deutschland soll, da der Krieg die eigentliche Feier im Jahre 1916 verö.uderte. «cunmöhr 1919 festlich begangen werden. 2lls äußere^, immer sichtbares Erinn-erungs- oeichen an das Jubeljahr hat der Geueralvorstaud des Bonifatius- vereins im Ein ree st and dz mit den« deutschen Episkopat die Errichtung einer Hcrz-Jesu-Jnbiläumskirche beschlossen, me in Frankjurt a. M. - Sach: e n Hansen erstehen soll Tie Eirund- stemlegung findet im nächsten Jahre statt. Mit der Sammlmig für die Kirche hat man im gesamteil katholischen Deuftchland bereits begonnen.
sl,M arburg, 21. Aug. Ein Zuchthäusler namens Döbsch der bei bcm Laudgerick;,t wegten schoeren Einbruchs vorgefühct werden sollte, cutsloh durch einen Sprung aus dem Abortfeirster. Seine Verfolgung wurde sofort aufgercommeii.
GeriehtS^aal.
^ ^ Frankfurt a .M., 21. ?lug. Das Oberkricgsgericht des Stellv. 18. Armeekorps verurteilte den Wachtmeister Herinann Lange von d:r Ersatzabteilung des 63. FÄdart.-Regts. hier zri 10 M on a te n Ge f ä n gn i s und Degradation «vegen Bestechung in zwei Fallen und wegen Annahme von Geschenken vo«i Umergebenen ohne Vonvissen des gemeinschaftlichen Vorgesetzten. Der Verurteilte ist im Zioilüernf Oberpostassistent.
ZI crcbröcbtcn.
Dev neueste verseht her Heeresleitung.
(WTB.) 6orotzes Hauptquartier, 22. August. (Amtlich.)
We st lich er Kriegsschauplatz.
HeeresgrupDeKronprinzRupp recht.
Im Kemnrelgsb'.et wurden feindliche Teilangriffe beiderseits der Straße Lokcr—Drmweter abgewieseu.
Südlich von Arras hat der Engländer gestern mit tseuen großen Angriffen v'gönnen. Engli öe Armeekorps und Neuseeländer waren zwAst-eu Moye wille und der Avre in Ricch- tung auf Bavaum? in tiefer Gliederung eingesetzt. Das englische Kavalleriekorps stam; hinter der Front zum Einsatz bereit. Durch stärkeres Artilleriefeuer und tnehrere Hundert Panzenvagen lmterstützt, stieß die Infanterie des Feindes aus 20 Kilometer breiter Front zum Angriff vor. Vor unseren Scs)lach.1sLellung^n brach der erste Ansturm zusammen. In örtlickf-cn Gegenstößen nähren wir Teile des dem Feinde planmäßig übkrlaistr?Nl Geländestreifens wieder. Der Feind setzte feine heftigen Angriffe den Tag über fort. Ihr' Schwer- punkt lag auf den Flügeln des Angriffsfeldes, sie sind völlig und unter schwersten Verlusten ftrr den Feind ges-cheitert. Versuche des Gegners, bei Ha^nel die Ancre zu überschreiten, wurden vereitelt. Eine große Anzahl erschossener Pan^r- wagen liegt vor unserer Front.
Heeresgruppe Generaloberst von Boehn.
Zwischen Somme und der Oise verlief der Tag richig. Südwestlich von Norwn haben wir uns in der dtachr vom 20. auf 21. August kampflos vom Gegner eftvas abgesetzt. Den ganzen Tag über lag das Artillcriefeuer des Feindes noch auf unseren alten Linirn. Zögernd gingen am Abend starke Erkundungsabteilungltt g gen das Tal Divetet vor. Die im Earlepont-Wald' kämpfenden Truppen nahmen wir. vom Feinde unbemerkt, hi-rler die Oise zurück. Angriffe des Feindes, die sich hier gestern früh durch stärkstes nrehrstiindiges Artilleriefeuer vorbereiteten, kamen infolgedessen nicht zur Geltung. Zkvischen Bleraneour, und der Aisne setzte der Feind seine Angriffe tagsüber fort. Nur bei Blerancourt konnte er Boden gewinnen. Der gegen die übrige Front gerickitete und am Abend mit besonderer Kraft beiderseits der Morsam- Sckftucht geft'chrte Ansturm brach unter schweren Verlusten für den Feind zusammen.
Der Erste Generalquartiermeifter Ludendorff.
. * »
Fliegerangriff auf Frankfurt.
Frankfurt a. M., 22. Aug. WTD. Nichlamtiich^ Gestern abend gegin 12 Uhr fand ein Fftegerangriff aus Frcr-Mrrrt rrnd seine weitere Umgebung statt. Es «oucden eine Anzahl Bomben abgervorjen, die jedoch nach den bisherigen Festste!keinen« Personen-, sondern rrur Saäächaden anrichteten. Die Bomben fielen zumeist in steies Gelände.
Die Entente in Rußland.
M o s k a u, 20. 2lug. (WTB. Nick)«tamtlichft Nach einer Met- düng der „Jswestija" von heute richtete der Volkskommissar für ausioärlige Angelegenheiten an den holländischen Gesm«-ten irr Petersburg folgendes Telegramm: Folgendes sind die Vorschläge, die wir den Regiermrgen der Entente, durch die Vermittlung deL ncirtralcu Konsulatskorps gema.lit haben, imb die per RcLio an Herrn Lindley «rach Archangelsk geschickt «vurden, die außerdem Kollektiv gemacht «vurden in 'Anbetracht dessen, daß die Vertreter der Entente erklärten, daß sie aus Rußland nur kollektiv ab- reisen würden.: Deu Bürgerrr der Entente mit diplomatisil^n und h?nsularischen Funktionen wird die Abreise aus Rußiawd muer dep Bedingung grstattet, daß unser Vertreter Litivinow und alle russi- sch.m Bürger in offizieller Eigenschast und mit offi^icilen Aufträgen nack« Rußland zurückvehreri körrnen, darmrter unser Aperrt in Kristiania, Beüler, welcher auf der Rückreise nach Nueich aus 'dem Wege nach Murmansk von v^n Englmidern vom schiff heruntergeholt und jwt ihnen sortqesiihrt wurde. Die Osiizicra und Soldaten der französischien Militärmission werden die Möglichkeit haben, Rußland zu verlassen, wenn Frankreich deir russischen Sol laten, welch.' i'.r diesem Lande zurückgeblieben send, die Mögftck/eit gibt, rrach Rußland auf jede nur mögliche Weise zu- rückziifthren, unter Beihilfe des internationalen Roten Krerizes imb dreier Mitglieder des russischer Roten Kr-euzes, wekches zu diesem Zwecke die Erlaubnis, nach Frankreich zu kommen, echalte,r werden^ Tie englisclM und französisck-en Bürger, «vetche in RuUmid als Zivilgewnmne invernvert nmrdcnt und keine Berbrockiw sind, rocj> den frei gelassen. Die anderen außer den Varbrech'r.r bleiben in Freih.it «nitec der Bedingung, daß keinerlei^Maßiiahinen oder politische Re vre''saften gegen die Anhänger der Staatsgciualt weder jetzt noch später im Gebiet der anglo-ftanzösischen und tschecho-sl'owa- kischen OkAlpafton rmd in den Eirterrteländwn ergriffen werden, und daß alle etwa in dieser Richitung bereits ergrsiftme Maß- nahmen zurückgenommeii werden. Ten Bürgern der Entente wird die Abreise a«is Rußland gestattet, wcnrn die russischen Bürger die Erlaubnis zur Abreise aus den Ententeländer'n erhalten eirr- schließlich derjenigen, die in die mtglische Arncee eingestellt wirrden. Japans Eingreifen in Sibirien.
Berlin, 21. Aug. Brm unterrichteter Seite wird dem De- pftchen-dienst Piper über Japans Politik folgendes mitqttäit: Es liegt durchaus nicht in den Wünschen. Japans, die russischen Geschicke von den Staatsmännern Englands oder Amerikas gehütet zu sehen. Japan hat nicht die Absicht, eine von der Entente ad- hängige Regierung in Rußlcurd en:zusetzen. Fast hat es den Anschein, als ob man sich damit begnügen will, die Parteigänger Englands, die Tschecho-Slo«oaken. vor der Vernichtung zu be- rvahren und abzutransporfteren. Wie stark der natürliche Inter- essenkreis zwischen Japan und Rußland einerseits urrd Amerika andererseits ist, zeigt auch der von der Zeitung „Mia" verösient- lichte russische Geheimvertrag.
Großftuer.
Königsberg, 21. Aug. Nachdem unlängst daZ für drn Wiederaufbau Ostpreußens wichtige Dampfsägöwerk von Kal- cker — anscheinend infolge Brandstiftung — ein geäschert «nt bat ist. wurde am Mittwoch die große Brachvogelsche Mühle iil Lasdehnen durch Feuer vernichtet. Einige Tausend Zentnsr h'etreide, die der Reichsgetrci de stelle gehörten, sind mitvervrannt. Ein großer Speicher mit 9000 Zentnern Brotgetreide konnte gerettet werdem_
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
B e t r. i Ausführung des Umsatzst-eueryesehes.
Mit Bezug auf 8 14 des Umsatzsteueryesetzes vom 26. Juli 1918 hat Grvßh. Ministerium der Finanzen an geordnet, daß die nach btefent Gesetz Steuerpflichtigen ihr UMemehmen bis zum 31. ?lugust d. I., oder wemt das Unternehnai hei dem Jnkrafttrewn des Gesetzes nvcki nicht besttrnd, ftrnerhatb zweier Woche» nack der Betriebseröfftmirg dem für sie zirstündige.i Fnianz- anit (Umsatzäeueramt) an-uzeigen hiben. Von der Vervslichpmg zur Aii-eige sind dinjatigen scheuerpflick>ftgen befreit, «velM b-neus Warcnunisatzst'.mrpei nach dem ft^esetz vom 26. Juni 1916 enLrftdtet oder uach Art. 18 des Gemeind-eumlagengesetzes vom 8. Juli 1911 einen Gewerbesichem $u erwirken haben, so «wie die selb' sländigen Landwirte. Diejenigen Steuerpsftchtigeii, wedste in 8 6 des Umsatzsbeuergesetzes genannten Lurusgegenstände im Kleüi- handel um setzen, haben dies in der Anzeige, oder wenn es einer solchen nickst liedarf, in einer besonderen Mitteilung dem zuständigeri Fi'.mnzamt anzugeben.
Die nach dieser Anordmtng abzugebendeic Anzeigen oder besonderen Mi Heilungen lind schriftlich oder nründftch bei den: zuständigen .Fiimnzamt zu erstvttar. Sie habe;: zu entl-alten: Nante (Firnta) und W.chwrt (Sitz der Leit«mg> nebst Straß: und Hams- nuinmer des Unternehmers, An des Unternelnnans urw A-rgabe der nmgcsetzten Gegenstände oder der ansge^ihrten Lcsiftinga:: bei Lurnsgege.rständcn ist für die Bezerchrnsig und Reih'nfolge ^ 8 des Gesetzes maßgebend. Wer die Angabe der Anzeige oder besonderen Mitteiftmg unterläßt, macht sich strafbar.
Den 21. August 1918. 6257V
Tie GroWerzoglichen Finanzäntter:
Gießen, Butzbach, Grürrberg, HMngen,
Steinhäuser. Flath. Wenzel. May.
Vas Schickja! des Bayardbechers.
Bo«: miserem Kriegsberichterstatter.
Iw Westen, im August 1918.
Die Hauptstadt des fmnzösischeii Ardennendepartements, Mözisres, die in entftlpidardeir Zeiten dieses Krieges lange der Sitz der Oberste«: Heevesleiftmg und die Kriegs re sibenz unseres Kaisers gewesen ist, hat schon einmal eine ivichtige Rrstle in den kriegerischen Entscheidungen Mischen Deutschland und Frankreich gespielt, in die sie nebntbei auch 1815 und 1870/71 hiireingezogeni worden ist. Jni Jahre 1521 hatte der französische Kvlüg Franz I. einen jener zwischen Frankreich und.dem Reiche unentschieden hin and her pendelnden souveränen Zwischenfürstm, den Herzog von >Le- dan Bouillwi. Robert II. vo«: der Marck, angestiftet, ft: das zum Deutschen Reicks gehörige Liixemburger Gebiet einzufallen. Der französisch- König, der selbst die Hand nach der de-ctschen Kaiserkrone misgrstreckl hatte, glaubte i«n Jahre des ersten Wormser R 'i l^stage Kaiser Karl V. mit inneren Händeln tmd dein Kriege in Italien genügeiid beschäftigt, Um das Reich durch einen Mordbrennereinfall schwächen zu können. Aber er hatte sich verrechnet. Mit tatkrästigeni Entschlüsse schickte der Kaiser einen Heerbann untrr dem Grafen Heftrrich von Nassau-Dillftigen und Franz von Sickiu gai -'.cuh der westlichen Brmidccke; rasch brach die Ri acht des kleii'en Störenfriedes von Sedan-Bouillon Msammen. Als sich daS dc.utsche Ho.r nun zur Bestrafung des eigeirtlick-e«: SchuldigM wandte, bat Franz I. fteheittlich um AusgleickMerl-airdlungen, die in der damals Tiorf^ flän«isch-niederdeutfchen Stadt Calais geführt «vurden und vielleicht eine friedliche Beilegung angebahitt hätten, wenn sich nickK Englaitd ins Mittel gelegt hätte. Das Einyrei'al deo engl«scheu Diplomata: Kardinal von Bork hatte da: Erfolg, daß der Krieg .fortgesetzt wurde, Fraiilreich aber, Zeit geftmden hatte, vier Heere aufzustAlal.
Tennock> schien die Fortsetzung des Waffe«,ganges z«: einen: kupchkbaren Zusammenbrml.e Fmnkveick)s zu fützran Es hrndeltt sich nur noch oorun,. ob oie starke Maasiestnug Meziäres, die damals on der äußersten ftttuize de- französische'.! Machtgebietes lag, Mndhielt Fiel sie, so glaubte der französisch? König ganz Ost- T«iurcidi big Pari» vrltungslos verloren. Tarn», schickte er seinen bewährtesten Heerführer, Peter ^Zayard, den „letzten Ritter" der Kamzose»:, nach Mszieros, nachden: w ihn auf den Knien be-
schlvora: hatte, Frmikreich zu wtten. MäziereS.wurde von den deutsche«: Haeren eingesck>lossen, seine Mauern wurden von der berühmte«: Artillerie aics dem .Straßburger Gießhause zusammen- geschossen, und die Uebergabe des ausgehungerten Platzes schien nur noch eine Frage von Stunden. Ta zogen die Deutschen ganz unerwartet ab. Frankveich atmete auf, feierte eilten großen. Sieg, und Bayard wurde zum „Retter FvankreickO" ernannt. Wir wissen heute bis in alle Eiitzell-eiten, daß nicht Bayard Frankreich gerettet hat, sonder«: die selbstniörderische deutsche Uiteinigfcit, die wegen.lcirh«erlick)er Kleinigkeiten zwischen den Heeren Heircrich von Nassau und Franz vo«: Sickirtgens ausgrbrochei: «ocrr iurd beinah: dazu geführt hätte, daß sich die Derttschen vor der verhungernden Festung eine Bruderschilacht geliefert hätten.
Mehr als 100 Jahre nach diesen Begebarheiten hat 1624 der Reimser Domherr, Wallerand Payon, zum Andenken an seinen Großvater Georg Dttcolas, der Bürgermeister von Mäziercs wähi^id der deutschen Belagerimg gewesen war, der Stadl Msziß- res letztwillig de:: berichmta, Barwrdbecher gesftstet. Er war ein 1125 Gramn, schwerer, mit einer Müutter-Gottes-Statuette gekrönter Teckelbrcher aus feuervergoldetem Silber, der auf der Wandung eine AnslckL der StadtMöziöres mit ihren Verteidigarngs- tverkcn und das Lager des deutsckM Heeres in getriebener Arbeit darstellte. Dieser Kelck) war keilt bniflgerverbliches Meisterloerk von unersetzlick-em Wert, sondern er war, wie die meista: französisckien Edelmetallarbeiten dieser Zeit, in den Fornren eüter durch keiide gotischen Merlmien n:ehr gezügelter,, feist und altersmüde gewordenen S'pätreimissance gehalten. Mer für Meziöres Ivar er eft: Stadtllein od von großen Gemütswertvn. Mj ähr lich am Jahrestag? des Abzuges der Deutschen wurde ein Schützenfest, qe- tdert, bei dem der mit Wem gefüllte Bocher kreiste U«:d der Meisterschütze als Preis einen kleinen silbernm Becher erhielt, bis dieses Fest im letzte:. Drittel des 19. Jahrhunderts cuts der Mode kam. Satdem stand der berühmte Becher vergessen in einer Ecke des Tepart>ementsanck>ivs der Ardennen.
Als in der letzten Mgustroock^' 1914 die dritte und die vierte deutsch? Armee plötzlich dicht nördlich und südlich von M6ziöres- Clm?l. vill? vor stießen, entstand in der Toppelstadt eine Panik; die Behörden slilchteden nach Paris, und ein großer Teil der Bevölkerung rannte in sinnloser Airgst: davon, freilich nur, um alslxrld -wischen dänische Äugrschkosimnen zu geraten und m die inzwischen
schon von den Deutschen besetzte Stadt z«rrückzukehren. An die Rettung der Kunst- und Altertums schätze hatte niemand gedacht Als man sich ihrer nach Wochen annal/m, fand man, daß dn Bapardbecher und mit ihm eine der wertvollsten Handschriften des Archivs, die französische Wschrift aus dem 15. Jahrhmsdert der latlnnlsckzen Charta von 1233, verschronnden war. Biete Bürgerhäuser nmren geplündert, «rnd znxrr nachroeislich von dem in^der ^tadt nack) dem M^age der Wohlhabenden zurilckgebkisbE: Mob der nuhtS zu verlioven hatte. Der Becker koimte einen Edclm.'Äall- hamster geratzt haben. Aus dem Umstande indessen, daß aleich^. zeitig d:e für ecncn Uwoissinden wertlose Haiwschrift »ehtte, schöpfte man die^Hoffnung, daß irgendein Kundiger im letzten Nivgenlstick die für d«e Sbadtgeschichte unersetzlichM Schätz? getvl qe«: h^rbe, u«:d daß f:e später einmal, wenn dieser Krieg verebbt fein würde, wieder zum Boi sch?:«: kommen würden.
des BayardlDceiers geführt. Einer ^Berliner Dame wurde v> kurzem ein silberner Bocher deS begimtenden P7. Jahrterndoc angeboteii. Sie legte Hand auf das Stück, das der Verkäufer einem Franzosen im besetzten Gebiete gekauft zu haben mtaa und «vandte sich an das Königliche K«mstge>oerbenrus«rm ^iei nahn: den Becker in Obhut mrd saiwtc eine Photvgrapstze tzaa, an den Konservator der Kunstdenkmäler im besetzten Gebiets E Temmler. Nun wurde die Herkunft leicht fesbgestellt, ,md ’sh* hat. wie rck> mit Freud« von der zustäiidigen Stelle effahrrn tzck der DiMveis, »den der Unterzeichnete in feinem Bvst-e üb Mezioreö-Charleville über das Verschnckrckwn der geschrckElick Reliquie gegeben hat, auf die.Spur geführt.
Binnen kurzem Ivttd das Stadtheiligtum wic-der in de,: Hä den des Rlagistrats von Mä-iära? sein, der es diesmal bes>er verwahre:« wird. Für die beteiligten da^fchri'. Km, Pfleger i,t es eme große Genugtumw, das Stück w?«d?r «n sii rack..ttnaß,ge Staate zu sichren. Wir könne,: pur wänsihm ^ unsere Fe-mde wenigste,^ mit einen, Teil des deutschen geraubt Kunstgutcs, das noch, immer die öfftntlicheu Museer, von Pari-i \r anderen Städte,, schändet, im gleichen Geiste verfahren und uns als unveräußerlickUn, ReMstitel zuriickefttatten «verden Or: sollten wir Uns in der Külkur, Zivilisation, Huuiailität w, Rechtlichkeit unserer Feinde so völlig täuschen?
W. Scheuermann. BiegAeckchterstarter


