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feilen der enAischen Politik und ihrer Kriegsziele, t»,e Schein- Heiligkeit der britischen Moral vor Angen."

Ganz ähnlich äußert sich dieTägliche Rundschau in den Ausführungen des Staatssekretärs:

.Ucbci Einzelheiten der Sols schon Rede, wie namentlich über 'seine Unterstreichung der Kanzlenvorte über Belgien, die in der Solfschen Fassung auch den Feinden feine TentungsMöglichkeit 'mehr geben, aber in Belgien viel Auskeimendes zevdrückcn weichen, wird noch zu reden sein, und ebenso über dieJingos", die die Regierung nicht dauernd bekämpft, sondern nur an ihre Hand­lungen eine durch den Weltkrieg als bevechtigt erwiesene Kritik langelegt imd ihr im übrigen die Mittel verschafft haben, diesen Weltkrieg zu bestehen. Nicht auf diese Einzelheiten kommt cs im Augenblicke an, sondern auf das Ziel und die Gesamtwirkung der Rede. Wir sind mit ihr endlich aus dem Stadium des Tuldens und Ueberhörens, das allzulange gedauert, herausgetreten und zur Gegenoffensive in der öffentlichen Aussprache geschritten. Ter Anfang war gut die Solfschm Ausführungen hatten die Wuckst der Wahrheit, und bei aller Friedensgesinnung sicheren Dieb mögen sich an sie Schlag auf Schlag weitere Reden reihen."

Sehr zufrieden mit Herrn Tr. Solf ist derBerliner L o - k a l a n z e i g e r" :

,Aerr Tr. Solf scheut sich nicht, auf einen groben Klotz einen groben Keil zu setzen und Herrn Balfonr so schonaingslos zu be­handeln, wie er es nach seinem aller Scham entbehrenden Auf­treten im englischen Unterhanse reichlich verdient hat. So langlÄ es den englischen Ministern erlaubt erscheint, auf Kosten der Wahr­heit, der Ehrlichkeit und Gerechtigkeit ihrem Haß gegen Deutsch­land die Zügel schießen zu lassen, so lange muß diesen Herren biu Heuchlermaske, ohne die sie sich schon gar nicht mehr vor ihreis Oeffentlichkeit sehen lassen können, ohne Erbarmen vom Gesicht heruntergerissen werden, und es kann die Wirnmg dieser wohl­verdienten Zurechtweisung nur erhöhen, weim unsere Staats­männer sich nicht mit der bloßen Abwehr begnügen, sondern, wie Herr Dr. Solf es gestern mit vielem Glück getan hat, auch zua rednerischen Offensive gegen den Feind übergehen und ihm ein Spiegelbild seiner Sünden und Verbrechen gegen die Menschheit Vorhalten."

TieBosfische Zeitung" betont die koloniale Seite der Rede:

Es ist zunächst als erfreuliche Tatsache zu buchen, daß ein Mitglied der Reichsleitung außerhalb des Reichstages eine Ge­legenheit wahrnimmt, um politisch Ansichten zu äußern und feind-- lichen Kundgebungen cntgegenzuwirken. Doppelt erfreulich ist, daß gerade der Staatssekretär des Neichskolonial-amtes sich dieser Auf­gabe unterzogen hat; wir betrachten sein öffentliches Auftreten als ein Sinnbild dafür, daß allen feindlichen Bestrebungen zum Trotz der deutsche Kolonialminister keineswegs ein Beamter ohne Ressort ist oder werden soll, sondern daß dejr Besitz eines Kolonialreichs und seine Verwaltung durch bewährte Hände ein wichtiges und unverrückbares Ziel der deutschen Politik ist und bleiben muß."

TasBerliner Tageblatt" erblickt den Schwerpunkt der Sols scheu Rede in den mehr nebensächlichen Aeußermigcn über dieChauvinisten uard Jingos". Ter Internationalismus erfährt folgende Verherrlichung:

Tie Bederttung der Solfschen Rede liegt nicht allein, und nicht in erster Linie, in der Abwehr, in der Polemik. Sie liegt weit mehr in dem, was der Minister an positiven Gedanken, ivas er über bestimmte Kriegsziele und über gewisse Empfindungen und ° Gcundgesiilmingeu, zu großen Problemen des Krieges und Frie­dens und der notwendigen Völkerverständigung gesagt hat. Ec hat sichern diesen Worten, die einen Appell an dieZentren des euro­päischen Gewissens" darstellen, als Dolmetsch der besten von den Empfindungen gezeigt, die «uch in der deutschen Nation ringen. Wir inSchten in diesen Schluß hol gerungen den Schwerpunkt seiner Ausführungen erblicken. Sie laufen darauf hinaus, daß die Völker­verständigung, die vertrauensvolle Verständigung, unbeeinflußt durch feindliche Kriegsreden, anziustreben ist, weil das Leben für die Nationen rmerttäglich werden nttiß, ivenn sie nicht zu dem Bewußtsein ihrer gemeinsamen .Ausgabe zurückettvachen. Selten ist für die Prediger des Hasses hüben uud drüben ein besseres und zeitgemäßeres Kant-Zitat beigebracht worden, als von Herrn L?ols zur gegenwärtigen Stunde. Altgesichts der Art, in der Herr Balnour sein Evoberungsprogramm entwickelt hat, muß diese Sprache der praktischen Bern mißt aus die Gegner der Kirock-oud- Volitik einen wohltuenden Eindruck machen. Und wenn die Rede des Herrn Sols überhaupt einen Sinn hat, dann kann es nur der einer Msage an die auch bei luns ja iroch inrmer reichlich vorhatl- denen Erobernngspvlitiker sein."

TerVorwärts" ist von dem Ton, in dem Dr. Sols zu den Engländern gesprochen hat, sehr befriedigt:

Sols hat der Ehre des englischen Volkes kein Leid getan Er Hai zu den Engländern als Mensch zu Mensch gesprochen, und cs tu nur zu wünschen, daß redjit viele von ihnen bereit sein mögen, auch als Nianschen ihn anzuhören. Er lxtt aber sehr richtig bemerkt, daß für nianche der regierenden Engländer die hohe Moral, die sie predigen, nur die Ideologie ist, hinter der sich ein sthr robuster Weltbeherrschungs- und Erobern ngsdrong verbirgt." Tic deutsche Gesellschaft an Dr. Solf.

Hamburg, 21. Aug. -(MB. Nichtamtlich.) Die Fort- schrrttliche Bllksportei Hamburgs richtete folgende Kmck-gebung, an den Herrn Kvlonierlsekvetar: Seiner Exzellenz, dem Herrn Staatssekretär für die Kolonien Dr. Sols, Berlin. Hochgvllw^ Erzellerrz! Gestatten Sie mir, persönlich und als Borsitznit^r des Vereins der Fortschrittlichen Volkspartei Hamburgs, Jhncur den tiefgefühlten Tank ansKusprecheri (für das, was Sie gestern in der Deutschen Gesellschaft gesagt haben. Das, was Sie sprachen, ist lMalllonen von Deutschen ein erlösendes und erhebeiches Wort gewesen. Der Verein bcv Fortschrittlichen Volkspartei, Ham- burg. Ter Vorsitzende: Dr. Kurl Petersen.

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Beratung des Hauptaukschnffcs.

.Berlin, 21. Aug. (Amtlich.) Der Stellvertreter des Reichskanzlers hat heute im Veiseiu des Staatssekretärs von Hintze die Führer der Neichstagssraktionen zu einer mehr­stündigen Beratung empfangen. Es wurden zunächst die deutsch-russischen Zusatzverträge zum Brester Frirdensschluß und deren geschäftliche Behandlung erörtert. Die Mehrheit der Llbgeordneten pertrat dabei die Ansicht, daß auch nach Abschluß der zurzeit rwch schwebenden Verhandlungen mit Rußland von einer sofortigen Einberufung des Reichstags abgesehen werden könnte. Der Staatssekretär des Auswärti­gen Amts hat im Anschluß daran nähere Auskunft über die außeilpo!ltisck/e Lage und über die Ergebnisse der Beratungen, dre vor kurzem im Beisein österreichisch-ungarischer Staats­männer und nach Anhörung von Vertretern Polens im Großen Hauptquartier stattgefunden haben.

Aus Rußland.

Der ttampshericht der Sowjet».

, Moskau, 17. Aug. (WTB.) Meldung der Petersburger Te- legvophen-Ageittur.

Nordostfront: Unsere Abteilungen besetzten im Vormarsch längs des Flaches Onega das Tors Kurgafiowv.

Sudfront : In der Richttmg nach Camistchmsk iviesen wir einon Arrgrm des (Gegners au: das Tors Orechowo ab.

Ostfront: Richtung aus Alapajewsk Zusammenstöße mit

Erkundun^sabtellungen. Tie 34 und 35 Werst von Alapajewsk ent­fernte gesprengte Eisenbahnstrecke ist von uns wicderhergestellt In der Richtung nach Lysivensk besetzten wir die Dörfer Mich^ lewv imü Krutou Loa mw die Station Kvrnowftschtsck^ Ter Geg­ner rieht sich nach Kunchsch zurück. Turch die BeschMgung des! Eijcnl-ahngleises wird sture BerfvlMng anfgehalttn. In der Rich- cung auf ürosnofinfk gingen wir nach einem hartnäckigen Kampfe M nack Menamffoje zurück Bei dem Torfe Kiriaischanskaja wird gekämpir Im Rayon von Kasan finden heftige Mmpfe statt, je.

doch ohne sichtbare Ergebnisse. In der Richtung aus Gimbirft ent- imckelt -ich der Angriff des Gegners ans Otwlicha, W)losnikowka und sophttwivyry. Wir entwickelten ein heftiges Arttlleriefeuer auf Wyry und das Eisenbahngleis zwisckien Wvri, und Ochotnitschja und drangen bis zur Station Wyry vor. Aus der übrigen Front keine Veränderungen.

Wladiwostok.

London, 20. Aug. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. WieDaily Mail" aus Tientsin erfährt, sollte das chinesische Kontingent in der Nack)t vonr 17. zum 18. August über Peking den Abmarsch antreren, um sich in Wladiwostok mit dem Expeditionskorps zu vereinigen.

Unsichere Lage de» japanischen Kabinetts.

Berlin^, 22. Aug. L.-A. meldet aus Genf: Ueber Washington erfahren Petit Parisien und andere Pariser Blätter, daß die Lage des japanischen Kabinetts unsicher ge­worden sei. Dadurch verzögerten sich die Truppensendungen nach Wladiwostok, weil man das Mißvergnügen in Haupt­stadt und Provinz nicht steigern will.

Die Engländer an der Murmanbahn.

Ntoskau, 21. Aug. Ueber das grausame Vorgehen der Eng- ^uder am Murman bringen.Jswesttja" undProwixr" chlgende waell'ungern In den Stadtteilen aus Murmon nmrden von den eirgliscl-er: Soldaten Massenhaussnchungen bei russischen Bürgern stnd einzelnen Unternehmen vor genommen, wobei gegen hundert Personen verhaftet wurden. Die Einwohner, bei denen Hcnrs- luchrrngen sbattfanden, llagen, daß ihnen während der Unter- luchuirgen Gold, goldene Uhren rmd andere Werlsack-en abhanden gekommen srnd. Tie russischen Postämter sind geschlossen, überall ^o^O'l^französisck-e Patrouillen zu sehen. Aus den Stationen der Murmmibahn befinden sich ar'glo-französisck-e Kommandanten, grausam gegeitüber den russischen Eisenbahnern sind, afc Vertreter der Entente erklärten zuerst, daß sie die örtlickDe Bevölkerung nicht nwbilisieven würden. Tie Mobilisation wurde aber trotzdem vorgenommen und ergab ettva 3500 Mmrn. An die Smtze nmrden englische und französische Offiziere gestellt. Russifckie ^! siziere loerderi zu höheren Aemteril nicht zugelassen, auf unter geordneten Posten rrur sehr selten. Ten russischen Offizieren gegen­über setzen sich die Engländer und Frcriizosen aufs hohe Pfero und behandeln fte rn jdxx Weise schlecht. Den russischen Soldaten gegen- nber, oie zwangsweise mobilisiert wurden, nnrd die Knute gebraucht und es kamen bereits viele Fälle von Erschießungen vor.

Holländische Vermittlung zwischen England und Rlißlaud.

Moskau 19. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegralche::agenttcr. Ter niederländische Gesandte m Petersburg wandte sich im dtamen Großbritamnens an die L>P)vMregienmg mtt dem Vorschlag eines Üebereiirkommens z!wi- cheii Rußland und England. Falls Rußland sich einverstanden errmrt. die internierten britischen Staatsangehörigerr fteiznlassm, wird EngllNiu >rch verpflichten, keine Repressalien der einen oder; anderen Bevölkerungsklasse gegenüber mlzuwenden. Wie bekamtt, beteueren die Engländer in ihren VE Wasserflugzeugen aus lstrabgeworsenen Flugblättern, daß sie in Rußlcnrd erscheinen wür-- om, um den .Kanrpf mit den Deutschen auszunehmen, urtb daß fcTc Engländer nichts gegen den Willen des rnssischien Volkes noch geeen die Lotlyets und den Sowjet der Volkskommissare imter- nehmen wollen. In derselben Zeit aber erlKlt die rnssische Soiojer- reglerungvon dar holländischen Gesandtschaft die Bestätigung dessen, ^ ei V£ v voir Repressivmaßregetti gmezerj

rvevotterungsiltassen der -Lowjetrepublik gegenüber gegriffen haben.

England» Ein-und Ausfuhr.

reu ~ OT jbort, 20. Aug. (WTB.) Der Wert der englischen Etnfuhr betrug im Juli 109 192 072 Pfund Sterling, das entsprecht einer Zunahme von 19 067 253 Pfund Sterling gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Wert der Ausfuhr erreichte die Höhe von 43 644 398 Pfund Ster­ling, was einer Abnahrne von 6189 237 Pfund Sterling gegenüber dem Vorjahre gleichkommt.

Fortdauer des Londoner Verkehrsftreiks.

B e r l i n, 22. Aug. Laut Meldung des B. T. aus Rot­terdam dauert der Streik der Angestellten der Omnibusse und elektrischen Bahnen in London fort. Der ganze Verkehr ist auf dle Untergrundbahn überaeleitet worden, so daß das Ge- schäftsleben arg verzögert wird.

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Argentinisches Getreide.

Amsterdam, 21. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Reuter-Mel­dung. Die^imes" erfährt aus Buenos Aires vom 20 8 - Die Alliierten kamen nach aegenseittger Verabredung überein, ein Mrnrnrum von 127* MiL Turnen Getreioe aus Argentinien vor Cnhe Oktober zu verschallen. Bereits gestern l>abeu die Versckstjslmgerl dre,e Zstser überschritten. Sie toterden fortdauern, bis alles für bte Alliierten ang-ekruste Getreide verschickt lvurde.

Schweden- 5)andel»abfommen mit dem Verbände.

Stockholm, 19. Mg. (WTB.) Tie Kritik des schstitzdischen .Handelsabkommens mit der Enoente in der hiesigen Presse wird immer schärfer, je mein die Wirttrngen des Abkouimens Mtage treten und ie hartnäckiger die Regierung sich weigert, der drill- genden dülssorderung um Veröffentlichung des Vertrages zu ent­sprechen.

Nha Tngligt Allehanda" sagt, die gefährlichsben Kvnseguenzeil des Abllniimens^seieii dem allgemeinen 'öeimi&tj'etu noch nicht völlig llar geworden. S> sollen ttl Zuluchl englische und nickst schloedischc Behörden darüber bestimmen, welche Firmen aus überseeischen Landerrr importteven dürfen, Mid die Lizenzen erhalten den Cha­rakter emer Belohnuirg für.Dienste, die der Entente geleistcv wor­den srnd. Das System der schoarzen Listen habe dem Abkommen zuwider iricht aus gehört. Die bis je&t eingetwfsenen Warenmengen [eieit im Vergleich mit den versprochenen unglaublich gering und doch habe diese Einfuhr in den Monaten Juni und Juli neim schisse und 15296 Registertonnen gekostet.

Aftonbladct" bespricht die schwierige Lage der schwedischen Patnenndustrie und fragt in bitteren: Tone, wann wüstst die guten Folgen" des Tomiagoabkvnrmeiis sich zeigen werden.

InSvenska Tagblad" veröffentlichen der Oberinaenimir Eckermann und Tivektor Sustdvall Erklärungen, in denen sie nochmals oarlegen, daß das Tonnageabkommen mit der Entente ftrr die schivedifche Erzindustrie eiiien uugeheureki Schaden bedeute. Be,onders die mittelschloodischen Erzfelder nlüßten eirwn großen Test rhrm- Arbeiter entlassen. Bon der in Aussicht gestellten Aus­fuhr nach den Enteitteländern sei bisher nichts zu merken.

Spanien.

San Sebaftiarr, 21. Aug. (WTB.) Dienstag mor­gen hat unter dem Vorsitz Mauras cittc Sitzung des Minister­rates stattgefunden, die nicht angelündigt war. Außer deni Fmanzmmister Besada waren sämtlfilic Minister anwesend

Feindliche Flieger über Äonstanttnopel.

Konst antinvpel, 20. Aug. (WTB.) In der Nacht vom 19. zum 20. August ist Konstantinopel von feindlichen Fliegern nngegrissen worden. Es wurde kein Schaden an- geM-tet. Einige italienische Staatsairgehörige wurden leicht verletzt.

Der Seekrieg.

Neue II-Boot-Erfvlge.

B e r l i n, 21. Aug. (WTB. Amtlich.) Im östlichen Mid- telmeer haben deutsche und österrcickstsch-unaarische U-Boote 15 000 Bruttvregistertonnen Schiffsraum versenkt.

Der Chef des Adiniralstabs der Marine.

Kopenhagen, 21. Aug. (WTB.) Nach einer Mit­teilung des Ministeriums des Aeußern ist der dänische Mo- torschoonerAsta", auf der Reise von Reykjavik nall) Barce­lona. im Atlantischen Ozean versenkt worden. Der Sclnffs- koch verblieb an Bord des Schiffs, er wurde von dem U-Boot ausgenommen und später eineni Fischereifahrzeug übergeben. Von den übrigen fünf Mann der Besatzung, die das Schiff in einem Rettungsboot verlassen hatten, fehlt bis!)er jede Nachricht.

Aus Ocssett.

Die Entschädigung bei Fliegerschäden.

I. Darmstadt, 21. Aug. Infolge des Fliegeran­griffes auf Darm stadt wurde in der Tarmstädter Presse die Frage der ©ntfd>äbt<pmgen angeschnitten, u. zw in einer s urchaus^ nicht zutreffenden Weife. Diese Torstelliing, die anch in auswärtige Blätter verbreitet wurde, wies auf eine im Jahre 1916 durch Staatsrat Hölziuger iu der 2. Kammer abgegebenen Regierungserklärung hin; diese ist jedoch längst über hol-8 durch eine Erklärung des Ministers des Innern, v. Hombergk zu Bach im Frühjahr dieses Jahres, die anläßlich einer An°- fcage wegen des Fliegerangriffes auf Mainz in der 2. KamTner abgegeben wurde. In dieser Erklärung rmcrde auf das Reichs- gesetz über die Feststellung von Kriegsschäden vom 3. Juli 1916 hm gewiesen, nach welchem die Buiidesstaaten einsvveilen die nach lRas;gäbe bcß genannten Reichsgesetzes festgestellten Schäden er- setzen, vorbehaltlich einer späteren Rückvergütung duvck> das Rests? Einstweilen^ leistes also der hessische Staat twllen Ersah auH eigenen Mitteln für alle im Großharzogttrm durch snirdliche oder »ngene Streitkräste verursachte Beschüdigiriup'n von beiivglichei, oaer uube,vcglick)em Eigentum. Für die Feststellung der Schäden besondere Bundesratsvorschriftcn. Es siiid Feststellungs- ausschusse gelnwet. Für die Provinz StarkeTiburg ist ein Aus­schuß gebildet (Anschrift: Feststellmrgsaussckpiß für Kriegsschäden ttbzugeben beim Großh. Kreisamt in Darmstadt), dessen Vor- ptzender Oberreaierungsrat Dr. Wörner, Stellv Regierungsra« P ?«> in Offenbach ist. Vertreter des Restbsinteresses bei dem Ausschuß ist Obarsraatsanrv.il t Münzer. An dieseii Ausschuß hat der Beschädigte seinen Antrag auf Feststellung des Schadens zu richten. Be: der Bürgermeisterei ist eine Beratungsstelle eingerichtet, der Beig. Buxbaum vor stellst. Was die Personalschäden anbetriftt, so erhalten die durch Fliegerbomben oder Abwehrfeuer rm Falle ihrer Bedürftigkeit eine Uiiterstühung aus der Staats­kasse, ebcnlso im Falle ihrer Tötung die nn'erstüt'.un b- recbtiglen! Dmterbliebenen. Im Uebrigcil wich die EntschädigikNg der dl'rch den Krieg an Leib imd LebÄi beschädigten' Zivil Personen erst 0 urch besonderes Reichsgesetz geregelt werden. Aber schon jetzt vaim der Antrag auf Sick)eruug des Beweises bei dem zustäiidigen Amtsgericht gestellt werde?:. Tan nach ist die Entschädigung der ^ochschädeii (Mobilien und Immobilien' völlig geregelt. Für sie tritt im vollen Ilnisang der^Staa' ein (als cinstiveiliger Stellver' des Reiches/. Tie Entschüdgiungsregelung für Persona!- schaden steht iioch «ils, ist alier bestimmt zu erwarten. Zur Zeit leistet die Staatskasse nur im Bedürsttgkeitfall Unterstützungen.

Aus Stadt uns

Giehen , den 22. August 1918.

Die Förderung der Begud-en.

Seit längerer Zeit find Bestrebungen im Gange, die bar au? amaumgeben, besonders begabten Schülern und Schülerinnen er- höhle Aufmerksamkeit »uzuwenden und dafür zu sorgen, daß sie eine llner Begabui'.g entsprechende Ausbildung erhalten. Im März dieses Jalpes soliden in Berlin Prüftmgen für die zeichnerisch» besonders begabttii Knabeii und Mädchen der dortigen Schiulerr iatt. Aus den Volksschulen erschienen zu dieseii Prüftmgen die besten Zeichner unter den abgehenden Schülern sind Schulerrinnen, 132 Knaben und >73 Mädchen, aus den Mittelschulen 10 Mädchen was den höheren Lehranstalten diejenigear Zöglinge, die im Zeich­nen Hervorragendes, aber in de?: Tenkfüchern 'nicht Entsprechen­des leisteten, 124 Schüler nnd 73 Schülerinnen; hier war die Altersgrenze nicht beschränkt. Tie Kommission hatte über den! künstlerischen und zeicknieaisckwu.Wert der von den Kindern mitge- brachsteii früheren Arbeiten, wie auch der von ihnen in der Prüfung an gefertigten Zeichnnngen zu entscheiden. X'ie Prüftmg erstreckte ich an drei aufeinandersolgeiiden Tagen tti je zwei Sttmden ans Natur, Gedächttns- rind .Phnntasiezllehnen. Von de?l geprüftem 256 Knaben erwiesen sich 18 als hoch,besähigt; von ihnen waren 9 Volksschüler im Alter von 1314 Jachen, die anderen 9 ge­hörten höheren Schulen Mi und waren 13V,17 Jalwe all. ilti-er^ 130 Machen, die sich der Prüfung nNter-ogen, fanden sich nnr 7 Hochbefähigte, darunter 2 Schülerinnen im Alter von 15 uub 17 Jahren aus einem LiMuni nnd 5 Volksschülerimieu. Bei der zweiten Gruppe, .der der Gutbefähigten. stellte sich heraus daß 46 Knaben und 11 Mädchen, darunter 23 bzw. 6 aus Volks- sck-nleii, sich auch zur .Ausbildung ft'ir ein Handwerk eigneir) das sich nach der kunstgeiperblichm Seite atisbauen läßt. Bei weitereii 31 Knaben mid eineni Mädchen, darunter 18 Kliaben aus Volkssclmlen, trat Ine BegabiiNg zum technischen Zeichnen so aus- allend hervor, daß auch von schien späterhin tüchtige Leisttmg^i! M erwarten sind. Be- dem Rest, 161 Diaben nnd 111 Mädchen, erschien die künstlerisckie Vegalnmg nicht groß genug, um sie bei der Berirfslvahl entscheidend mitsprechen zu lassen.

?lügesehen davon, daß derarttge Mäßnahmeu allen städtischen Schulverwaltungen Mir Mvchghmung enr.tffohlen inerden sonnen, bietet sich hier den gewerblick)en Organisationen > Gewerbevercinc-n^ Volksbildungsvereinen usw. ein besonderes Feld zur sozialen Be- tättgung. Diese kann in der Weise einsetzen, daß bic besonders Befähigten einem ihrer besonderen /Veraiilagiuui entimeckiendeal. Beruf zugeführt werderl. Dabei inarc auch die Ösewährung veg, Beilfilfen ins Ajuge .zu fasseii, die im Falle der Bedürftigkeit 5.0° Eltern geivahrt, oder den Handu»erksmeisten: als Zuschuß übel- voiesen werden sollen, uin die Lehrzeit, solveit zulässig, ontiftmelberib «abzukürzen. Um aiich eine iveitgehende theoretische Ausbilbuw.^ dieser besonbers .Befähigten ^zn ermöglichen, wäre eine hin^ reichende Schaffung von Freistellen ,an Baugeuierksschiilen ulib onstigen kunstgelverblichen Lehvansbikttm zu erslrelvii. Nur ans diese Weise köirnen die Fähigkeiten l»esvnders begabter Mensck)en voll und ganz zur Entwicklnma kommen.

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** Amtliche Persona lnachrichten. Der Großherzog empfing zum Vortrag: den Dtaatsminister Dr. v. Elvold, bei: M lllister des Jnnerii Dr. v. Honwerg? zu Vach, den Vorstand des Kabinetts Wirkt. Geh. Rat v. Rönrheld. Der Großherzvg hat ain 10. Augiift dem 9Rühlen- und Gutsbesitzer Heinrich Linck III. zu Wahlhcinr den Eharaftrr als Oekmivinierat erteilt.

** Zar Ferdinand von Bulgarien mit seinen Töchtern verweilte gestern aus der Dirrchrrise nach Marburg im Automobil kurze Zeit in unserer Stadt.

** VermehrteGinstellungvonSeekabetten. Nach einer .Kabinettsorder find.die Amvürter für die aktive Seec>sfizrer- Lanfbahii fortab wieder alsSeekadetten" m bezeichnen. Ali der bisherigen Art ihrer Einstellung mio Einkleidung, sonne m: chren Gebührnisseu wird walpMvd des Krieges daduvch liichts geändert. Zur Zeit liegt vermehrter Bedarf an SeeMEmaittvörtern vor und die liächste Ein,tellung von Seekadetten wird Mfcmg Oktober dieses Jahres in der Ma.rines>ckyile Flensburg-Müttvik stattfinden. Ueber die näljcren Ernstellicngsbedi wgimgvn geben bie in dem Verlage von Mittler u. Sohn, Bettiil. Kochstraße 68/71, er- chieneneriVorschriften für die Ergänzung bc* Seeofsizierkorps" Aufschluß. Jeviiier ist die Seekadettenmiriahmekommission Flvd^ buvg-iMüLwik jedeüzeit beoeä, nähere .AjusLunW m ortMl^