Zenwen deS^euwpäischen Gervis ens bezeick»»e»» kann. Denken Sie nicht an einzelne Namen. weder bei L»nS noch in Feindesland. In diesen Zentren rege sich so etwas wie eine Erkenntnis, daß der Weg ins Freie nur gefunden iverden kann, wenn die kriegführenden Nationen zum Bewußtsein ilxrer Aufgabe -nrückern«chen. Wie vermeiden wir künftige Kriege? Wie erzielen win die Wirksamkeit enternativnaler Mn'nchmrgen auch bei einem »neuen .^regie? Wie stellen wir die Nichllombattatuei» sicher? Wie ersparen wir eS den neutralen Staaten m Zukunft, das; sie für ihre Fricd-serllgleit büßen müssen? Wie schilpen wir nationale Minderheiten? Wie regeln wir unsere gemeinsame Ehreirpflicht gegenüber den minderjälwigen Nassen dieser Welt?
Meine Herren! Das^alles sind brennende Ntenschheitsfragem Hinter ichien steht die Stimmung von Millionen, hinter ihnen steht »msäglichee Leid, stehe»» unerhörte Erlebnisse. (Gerade unter den Kämpfern, umer denen, die ^-fallen sind in aller» Ländern, »cnter denen, die Kraft, Of-esundheit und Lebenssreude verloren baden, hat eS Tansende gegeben, lausende, denen das Opfer leicht siel, weil sie den Glauben nicht verloren hatten, daß aus dein angesammelten Leid, aus all der Not und Qual eine besser^ Welt erstehen würde, die ihren Kindern und Enkeln Ruhe und Sicherheit, dm Böllern untereinander aber den gttten Willen verbürgte. Meine Herren! Ter Siegeszug dieser genrnnsamen Ziele ist fid>cr, Herr Balfour kann ihn hi »raus schieben, aber er kann ihn nicht verhindern.
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Berlin, 21. Aug. Dem Bortrag, den gestern abend Staatssekretär Tr. Soli bei einenr Empfang in der Deutschen (Gesellschaft 1914 hielt, wolutten der Vizekanzler v. Payer, Minister v. Breitenbach, Drews und Spahn bei, die Umerstaatsfekretäw Tr. Schiffer und Lewald,- der ehemalige Botschairer Gras Wolff- Metternich, Staatssekretär a. T. Ternburg. Direktor Deutel- meser »md von Parlamentariern Erzüerger, Freiherr v. Reichenberg, Ebert, Legieu u. a. Die Versammlung spendete zu»»» Schluß dem Redner andauernden Beifall.
Preßftimmen zur Rede Tr. Solfö.
Berlin, 21. Aug. Das-Bert. Tagebl. sagt: Tic Rede machte einen starken Effrdruck. Tazu 'trug nicht »oenrg Die gewinnerwe Wärme des Tones bei. Tie Bedeutung der Solffchen Rede, die eine Antwort auf Balfours lebte Rede war, liegt nieit mehr als in der Abwehr in den», was sie an positiven (Gedanken, Empffrr- dungen und (^rundgesinnungen in bezug aut die großen Problem« des Krieges und Friedens gesagt hat. Angesichts der Art, in der Balfour sein Erobernngsprogramn» entwickelte, muß diese Sprache der praktischen Vernunft auf die Gegner der Kuockour-Politik einen wohltuenden Eindruck machen.
Berlin, 21. 2lug. In der Tagt. Rundschau heißt es: Wir sind mit der S-olfschn» Rede endlich Kur Gegen offensive in der öffentlicken Ausspracln geschritten». Ihr '.Anfang »vor gut. Die Solfschen Ausfül-rungen hatten die Wucht der Wahrheit und bei allen Friebensgesinm»ngen sicheren Kieb. Mögen sich an sie Schlag auf Schlag iveitere Reden reihen.
Ans Stade uns
Gießen, den 21. August 1918.
** Arntliche Personal Nachrichten. Der Großherzog hat am 14. August I. I. den vom Fürsten zu Jsenburtz und Büdingen in Birstein auf die zweite Pfarrste'll? an der vereinigten evangelischen Gemeinde zu Offenbach präsentierten Pfarrer Otto Schneider aus Langen für diese Stelle bestätigt.
** S t äd tischer O bstve rkauf. Es werden bis auf weiteres die Obstmarkn A 21—50 beliefert. Die Obstmarken A 21—30 verlieren am 25. b. M. ihre Gültigkeit. Siehe AnMgenteil.
** Bewirtschaftung des Herbstgemüses und H c r b st v b ft e s. Durch Bekanntmachung vom 15. August 1918 »m Reichisanzeiger Nr. 193 hat die Reick^stelle für Gemüse und Obst ihre Verordnung vom 19. Jirl» dieses Jahres über Herbstgemüse Uüd Herbslobst auch für Kohl, Möhren und Karotten mit Wirkung vom 10. d. M. ab in Kraft gesetzt, nachden» für Obst und Zwiebeln die Inkraftsetzung bereits »früher erfolgt ist. Gleichzeitig gibt sie die Erzeuger Höchstpreise bekannt, die bis auf weiteres einheitl»ch sin das gesamte Reick-Sgebiet für Weißkohl, Rotkohl, Wirsingkohl, rote und gelbe Speisemöhren und Karotten gelten sollen.
** He ssischer S chu h m a cher m e i st e r - V er b a n d. Tie gegenwärtige schwierige Lage, in die das Schuhmachergewerbe durch den Krieg gekommen ist, veranlaßte die Schuhmackxrmeister in alle»» Teilen des Vaterlandes, sich zusammenzuscküießen, unt gemeinschaftlich die Fragen der „Rohmaterialbesorgung" so»vie die Beschaffttng und Verarbeitung der Ersatzstoffe zu beraten. — Der nrit dem Sitz in Berln» bereits bestehende „Bund deutscher 'Schuhmacher-Innmigeu" wirkt schon geraume Zeit für Zusammenschluß in Provinzialverbänden, »md so hat sich seit eitriger Zeit ein! „Hessisäur Sckmhmachermeister-Verband" mit dem Sitz in Darmstadl gegründet, der am 2-6. August d. I. seinen 2. Verbandstag! hier int „Hotel Hindenburg" abbalten wird. — Alle durch berq Krisg hervorgerufenen Fragen sollen Gegenstarrd der Behandlung sein, und ist es allen Interessenten zu empfehlen, sich an den Ver- hartd^ungen zu beteiligen. Siehe Anzeige.
** Lichtspielhaus, Bahuhofstr. 34. Von heute bis einschl. Freitag tritt Gunna Tolnäs in dem Charakter-Schauspiel „Sterbende Gluten" aus. Außerdem steht neben einer Aufnahme vom Kriegsschauplatz im Westen das Lustspiel Tiddy sein Diener auf dem Spielplan. Siehe Anzeige.
** Sammlung von Abfallstvffen in England. Wie aus zahlreichen anderen Gebieten der kriegswirtschaftlichen Organisation, hat auch das deutsche Sammelwesen bei den Gegnern Schule gemacht. Den Leistungen der deutsclten U-Boote ilt es zu danken daß mmmehr auch England gezwungen ist, die »ircyt mehr ausreichenden Rohstoffe durch Absallstosse zu ergänzen Laut Meldung de» „Times" haben sich unter den Namen „Valerländ»- scher Sammetverein" und „Saloage Club" (Sammelklub) ztvei Or- aaniscuioiten gebildet um die systematische Sammlung der Mim fall flösse in die Wege zu leiten. In' der „Times" vom 20. Aprll heiß» es wörllich: „Knochen, verdorbenes Fleuch, Fifch- und Ge- müscabsälle altes Zinn Metallbrocken, Lumpe»», AUpavier, zerbrochenes Glas und Schlachrhaitsabfälle sind zu den Stoffen zu rechnen dff sich als wertvoll für das Vaterland erwiesen haben." Und der Vor sitzende des „Salvage Club" beendet seine 2k»ssüh- rungen in der „Times" vom 2. Mai mit den Mvrten: ,,Roh^ stofse werden die Hanptcmgriffs- und Vevteidigungswittel sein. Wir dürfen heute nichts umkommen lassen, sonst bereuen wir unsere Verschwertung, wenn es zu spät ist." Die Anstrengungen Englands, die wir als ein Zeickien des.sich verschärsendett Roh-^ stofNnangels im Jnselreich nur begrüßen können, werden zugleich ein Ansporn sein, um dein deutschen Sammeleifer von neuetn kräftig zu beleben. Auch hier in Gießen sollte in den Einzelhaus- Halten alle«? entfallende Altpapier» Lumpen, Altmetall u. dgl^ aufs eifrigste gesammelt und durch der» Sammeldienst unserer Schuljugend der Kriegsindustrie zugeführt werden.
** Eine gute Haselnußernte haben wir in diesem Jalrre zu erwartest. Die Sträucher l)aben einen überreichen Behang. Leider »oerden die noch Unreifen Früchte schon jetzt vielfach von dev Jugend abgerissen.
Landkreis Gießen.
** Leihgestern, 21. Slug. Dem Künonier Julius Weise n b a ch. bei einer M»rni twnsl'olonne, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehet».
. Kreis Friedberg.
» Friedberg, 20. Aug. Das KrciSamt gibt bekamst, daß von mindestens 200 Kälbern, die wöchentlich aus hem Kreise Friedbrrg zu Schlachtungen abgeliefert uxrden müssen, tatsächlich n»rc 80 bis 90 zur Abgabe kommen. Ta es als ausgeschtossen gilt, daß die fehlenden Tiere zur Atrfzucht Benc^ndung finden, gibt das Kreisamt dem dringeirden Verdacht Ra»»m, daß diese Kälber G -e h e i m sch l a ch tnn ge n zum Opfer fallet». Besonders einzelne Gemeinden fallet» iit^ der schlechten Lieferung »rn- angenehn» aus. Alle Kreise OberhcssenS liefern »oeit »nehr Mlber ab als Friedberg. Wie oas Kreisanu feststellte, verschwairden sogar von frischmelkenden Kühen die -Kälber, ohne daß die Landwrrve
lagen konnten, wohi»'. die Käsber verkauft waren. Gleiche Klage»» erhebt das Koeisamt beKüglich der Mlieferung der Schafe und Häntmel. Zur Bekämpfung dieses llnfu.gs hat das Kreisamt fetzt Strafen und zrrr Aufdeckung der Geheimv^rkäufe und Geheimschi äckstereien hohe Belohnungen Mlsgesetzt.
** Bad-Nauheim, 20. Aug. Das sechste S»nfonieko»»zert der Kurkapelle ftndet Donnerstag de»» 22. August im Konzerthaus statt.
Starkenburg und Nheinhesscn.
ch. Vom Mittelrhei»», 20. Aug. Die Personendampf- fchissa^rl auf dem Rhein ist »oicker bedroht. Die Mtchrdige amt- lickie stelle beabsichtigt erne Einschränkung der Personendantpf- schffahrt. Die Kölner Stadtverordnete»» R»ngS (Zentrum), Sell- mann (Soz.) und v. Mallinkrvdt (üb.) haben den Oberbürgermeister der Stadt Mn gebete»», in der nächsten Sitzung den Stadtverordneten Gelegenheit zu geben, zu der geplanten Maßi-^ nähme Stellung zu nehmen. Sckwn einmal hat sich die Kölner Stadtverordnetenversammltmg mit dieser den ganze»» Mittelrheii»! angehenden Frage beschäftigt. Es »vurde scharf gegen die geplante Maßnahme — im März »var es Stellung genommen uich darauf hingewiefen, daß sämtliche Städte des Rheines sowie die angrenzenden Gebiete, ganz abgesehen mm Köln selbst, aufs empfindlichste durch die Einschränkung getroffen »vürden. Die Kohlerr- und Beförderungsfrage köm»e man nicht gelten lassen, denn die, Schiffe holten sich ihre Kohlen selbst» von den Zechen ab. Eini weiterer Einspruch war damals nicht erforderlich», da von der entspreche»»den Sielte der Beschluß gefaßt »vurde, die fahrplanmäßigen Dantpferfahrten auf dem Rhein aufrecht zu erhalten. Damit schien der Personendampsichifsahrtsverkehr, der allein einen Weg zur Erholung der mrgestrengten Beoölker»»na der Rheinstädte bildet, »veil der Sonnlagsverkehr der Eise»»bahn stark eingeschränkt ist, gesich»ert. Nlun scheint dies doch nur für kurze Zeit gervefen z»i sein-. Man Nnrd also an zustäitdigcr Stelle zu der Frage »ro chm als Stellung nehme»» und den Standp»»nkt derjenigen, die die Schifffahrt auf dem Rhein, sotveit der Personenverkehr in Frage kommt, für nötig halte»», zum Ausdruck bringen müssen. Voraussichtlich schließen sich die Bewoh»»er der beide»» Rheinufer in fast der ganzen Länge des Rlzeines an.
ch. Von der Nahe, 20. Aug. Bei Hachstetten in der Nahe »vurden »nieder ztvei Leicheni die von den» Hochpvasserunglück im Januar ftamtnen, geländct. Jetzt wird »urr noch die Leiche eines! Leutnants aus Charlottenburg vermißt. Diese »vurde sicher von den hocha»»geschwollenen Flttten der Nahe mitgerissen.
Fe. Vom Odenwald, 20. Aug. In der alten Grnftkirche des Gräflichen Hauses Erbach, der Stadtkirche in Michelstadt^ wurde heittt dcrs Grakw>enkmal für den in der Nacht vom 10. aus den 11. Februar 1917 in der Nähe der Haltestelle Ayacza in Siebenbürgen durch einen Zusammenstoß zweier Züge verun-, glückten Grafen Ebeuhardt zu Erbach-Erbach feierlichst' eingeweiht.
Hessen-Nassau.
= Frankfurt a. M., 20. Aug. Ein Offenbacher Hutfabrikant .ließ sich gestern bei der Station Berkersheim vom Frank- surt-Gicßeuer Zuge überfahren. Tie verstümmelte Leiche »vurde später von Bahtloeamte,» gesurrden. — In der Gasfavrik am Oßhasen ftürzve ern Schlosser vom Gasometer ab und war auf
2teile tot
mr. Fra»» kfurt a .M., 20. Aug. Tie Bezirksstelle für Obst u»»d Gemüse versorg»! teilt mit, daß sie unter keiiren Umständen in der'Lage sei, Gstuchen um Keltererlaubnis von Aepfelwe»»» stattzugeben, da alles Obst der Marmeladeerzeugung zugesührt werden müsse.
= Fulda, 20. Aug. Tie diesjährige Mschofskonferenz. W»»rde heilte früh durch eine Feier in der Bonifatinsgrust eröfinet. An die Feier schloslse»» sich die Verhandlungen, die vom Kardinal (D-ck von Ha r t m a n n-Köln geleitet »»-erden. Anwesend sind 16 .Kirä-enfürsten aus Deutschland und zum erstenmal, solange^ Bisäw?skonferenzen tagen, in diesem Jahr auch ein öster- veichischcr Bischof, ttr Fürst-Erzbischo» von Prag. Graf Hu,in dem kirchlich die preußische Grafschaft Gtatz untersteht. Tie Mschöfe Dr. Rosentreter - Kulm und Tr. B e n z l e r - Metz sind am Ersckieinen verhindert.
D. Z. Kassel, 20. Aug. Tie goldene Oberbürgernreisterkette ünserer Stadl soll nach dem Beschluß der letzten Stadwerordi toetenv?rsammlung verkauft und an ihrer Stelle eine eiserne an-« geschafft UTerden, mit dcre»» E»»t»ourf Professor Riecket in Köln betrau» wird. Die golde»»e Kette hatte emen Wert von 9000 Mark.
ü Marburg, 20. Aug. Tie Stadt zahlt von jetzt ab für je 100 Kohlweißlinge 50 Psg., für jede tote Wühlma»»s und »eden Ratteitschwanz 5 P»g.
X Schlüchtern, 20. Aug. In unserem Städtchen »st in diesen Tagen die 3. Tagutrg des Rheirr-MaiTnschien Ve»'bar»des> für Volksbildung abgehalten tvorde,». Eine»» breiten Raum in den Verhandlurlgen hat die Frage über die Errickstm»g von Volks- hochsckwlen eingenommea». Vom Vorstande des Rhein-Mainischen Verba»»des für Volksbildung konnte die Mitteilung gemacht »ver^e»», daß der Verband die Einrichtung einer solchen Volkshochschule in dem rheinhesisschen Städtchen Hahrheim bereits ins Auge gefaßt habe. Es ist beabfickKgt, diese Volkshocl-fchule alsbald nach Beendigung des Krieges ins Leben treten zu lassen. Als Leiter derfelb«» »st eure Persönlichkeit gef»»»rden worden, die sich um die Einrichtung von Feldhoch'chulen bereits einen Namen gemacht hat.
Meleoroiogische veobachtiingen der Station Eichen.
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Niederschlag mm.
Vermischtes.
K P. Heidelberg, 20. Aug. Unter den Opfern dev jüngsten Kcnnpft wird auch der Leutnartt d. L. und Kompagnieführer Spieß aus Michelfeld im Odenwald gena»mt. Spieß «var ein außerviHenttich hervorragender Soldat und tvegen seiner Kühnheit in seiner ganzen Division bekannt. Bäcker seines Berufs, hatte er es durch seine Tüchtigkeit vom gemeinen Mam» zun» Offizier gebvackst. Bei schivierigen Erkundungen war er stets der Erste gewesen, der sich meldete, und in über 220 Unternehmungen dieser Art war ihm selten der Erfolg versagt geblieben. An Auszeich- KLM»gen waren ihm das Eiserne Kreuz 1. u»»d 2. Klasse, das Militärverdienstkreuz und das Ritterkreuz des Ho Herrzollern scheu HausordenS zuteil geworden. Bei einem Sturmangriff ist der Tapfere an der Spitze seirwr Kompagnie gefallen.
Wien, 19. Aug. Die Blätter melden^aus Villach: In der Nacht zum 14. August erfolgte auf der Station Ueggowitz der Staatsbähnlinie Villach—Pontafel der Zusamme»»stoß zroeier Ur- l<u»berzüge. Dreizelm Militärpersonen rmcrde»» getötet, unter ihnen einige Offiziere. Von den Verletzten starben am nächsten ^tage fünf Pers onen. Die Ursache des Zusammenstoßes war sali che Weichen stelluug.
Lctztc Nachrichten.
Der neueste Bericht der rieeresleitnng.
<WTB.> Grohcs Sauptnuartier. 21. Anguft.
(Amtlich.) ...
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Bei Vieux-Berguin. Äierville und südlich der Lys schlugen dir im Borgrlände unserer neuen Linien belassenen In-
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santeric-Allleilmtgen mehrfach englische Vorsllzße und Teil- nngriffc zurück. Maschineugewchre und Artillerie ftigten den, Feind- lnrrbei euwsindlichc Verluste zu. Znfanteriegeiechte beidcrftits der Scurpe imd nördlich, der Ancrr.
Heeresgruppe Gen er alv berst von Bor hu.
Nordwestlich von Noye schlug eine seit dem 9. August im Brennpunkte des Kampfes fechtende, aus Garde- und niedersächsißchen Reserve-Negimrntern bestehende Division erneute starke Angriffe des Fcindeo ab, im eigenen Vorstoß in die ftüwlick-rn Linien machle sie Ge.angcne. Zwischen Avre und Oiie steigerte such der Artitleriekampf ain Naälmittag zu großer Stärke. Beiderseits von Erapeaumesnit, nördlich und südlich von Lassigny und auf den Höhen iüdivest.rch von Noyon stieß der Feind mehrmals zu starken Angriffen vor. Sie brachen in unserem Feuer oder im Gegenstoß zusainmen. Auf dem Schlachtfelde zwischen Ancre und Avrc wurde,' »»ach Meldungen der Truppen feit dem 8. ^lugitst bisher mchr als 509 feindliche Panzerwagen d»lrch unsere Wafftnwirümg zerstört.
Zwischen Oise und Aisne hat gestern der seit einigen Tagen erwartete, am 18. und 19. August durch stai-ke Angriffe eingeleitete er»»eute Durck)bruchsversuch des Feindes begonnen. Noch stärkster Feuersteigerung griffen m\[yc und schwarze Franzosen am frühen Morgen in tiefer Gliederung unterstützt durch zahlreiche Panzenvagen auf 25 Kilometer breiter Front an. Sie brachen stellenweise in unsere vorderen Linien ein. Gegen Mittag war der erste Ansturm des Feinde§ in unseren Jnfanterie-Kampffttllungen in der Linie Carle-' pont-^-südlich von Vlcrancourt—Vezaponin—Pommiers öt= brach eil. Kraftvoller Gegenangriff deutscher Jägerregimenter warf de»» vorüdergehend auf den Juvignp-Rücken vor- stoßenden Feind ausBieury zurück. Bis in die späten Abendstunden hinein setzte der Franzose seine erbitterten Angriffe fort. Sie brachen an der ganzen Front im Feuer unserer Artillerie, teilweise in unseren GegenstötzM zusammen.
Die Durchbrnchsversnche des Feindes sind trotz rücksickus- lofcm Kampseinsatz und unter schwersten Verlusten am ersten Schlachtlage gescheitert. Schlachtflieger hatten an der Abwehr der Angriffe wirksamen Anteil. In nächtlichen Flügen griffen unsere Bombengeschwader den im Anariffsgebict dicht gedrängten Gegner in Ortschaften, aus Bahnen und Straßen erfolgreich mit Bomben und Maschinengewehrseuer an.
Der Erste Gknrralgnarttermeister Ludendorff.
Neue U-Boot-Erfolge.
Berlin, 20. Aug. (Amllich.) D<n: nach feindlickier Meldung versenkte französ»jck)e Panzerkreuzer Dupetit-Thouars lx»*jtrbc durch eines unserer ll-Bovte am 7. August im Allantischen Ozem» ver- »»ichtet, t»mhre»»d er als Führerschiff einen starken Trw»spc»rt lwn A»ner»ka nach Frankreich geleitete.
Der Chef des LldmiralstabeS der Marine.
Die Forderungen des Fürsten Radziwill für Polen.
Wien, 20. Aug. ^Privattelegramm.) Tie „Neue Freie Presse" meldet aus Krakau: Einer Warschauer Meldung zufolge werden in informierten Warschauer Kreisen als sogenannte Mindestforderungen, »velche den Ausgangspunkt der Verhandlungen zwische»» dem Prinze»» Radziwill und dem deutsch,m Hauvtguartter bildete»», genannt: Sicherung und Erhaltung der jetzige»» Westgrenze Polens, Ai»crkcn»»»lng der Bug-Linie als.Grenze im Osten, Zuteilung von gewissen litauische»» Territovic»» an Polen gegen eine evenlrrelle Ab trenn ung von drei Bezirken im Gouvernement Srui»mlk» an Litauen. Zi»tritt- zur Ostsee durch« Ne»itralisierung des Unterlaufs der Weiichjel und der entlang dieses Unterlaufes führenden Eisen- lahnlinic, Uebergabk' der Zivil Verwaltung uird des Finanzwesens an die polnischen Behörde»», sofortige Erhöh'mg der oolnischens Wehrmacht a»»f eine Stärke von 20 000 Rtairn »md nach ilwer Umbildung in .Kadern die sofortige Einberufung eknes vollen Jahrganges.
Englische Märchen.
Berlin, 20. Aug. Tie ^,Daily Mail" schreibt: Deutschland sucht bei per Friedensbewegung in England Unterstützung d»»rch Verteilung von barem Gelde, das zu Zehn tausenden von Pfu»»d Sterling ausgegeben nnrd, während weitere Beträge, soweit notwendig, in mo»»atlich»e»» Raten bis Ende des Jahres bezahlt werden. Das Anerbieten von deutscher Seite wurde durchs Vermittlung des Abgeordnete»» Scheidemann u»»d weiter d»rrch Troelstra gemacht.
Amerikanische Hoffnungen.
5o a a g, 20. Aug. Reuter meldet aus Washington: Der amerikanische Generalstabschef March erklärte vor dem Heercsaus- schuß des Senats, daß nach sei»»er Meinung 80 X'intfioncrt genügen würden, um die Entscheidung an der Westfront zugunsten der E:»tente herbeizuführen..
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
B e t r.: Festsetzung von .Kleinha »»delsHöchstpreise»» für Kartoffeln.
Unter Bezugnahme auf unsere Beka»mtk»»achung vom 16. Juli l. I. (Kreisblatt Nr. 84) «wird der Kleinhandels höchst- vreis für Kartoffeln mit Wirkung vom 22. l. M. ab aut 10 Pfennig für das Pfund herabgesetzt., Dem Oberbürgermeister zu Gießen und den Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinde»» des Kreises wird mmfohlen, vorstehende Bekcnrntmachtrug in ortsüblicher Weise zu veröffentlichen.
Gießen, den 19. August 1918.
Gwßherzogliches Kreisamt Gießen.
Dt. Usinger.
Bekanntmachung
betreffend Höchsrpreise für Frühkartoffel»» aus der Ernte 1916.
Dom 15. Augirst 1918.
Aut Grund der §§ 2 und 5 der B»indesmtsverordnung über dir Preise für Hülsen-, Hack- »»nd Oelfrüchte vom 9. März 1918 sR- G -Bl. 2. 119) und der hierzu erlasse»»en Ausführnnasbekaintt- machung Groß!). Ministeriums des Innern vom 15. März 1915 wird hiermit bestim»»tt:
Ter Höchstpreis für Frühkartoffel»» aus der Ernte 1918 beträgt vo»»» Io. August 1918 ab bis auf weiteres 8 Mk. für de»» Zcutuer.
Tie übrigen Borschriffen m»terer Bekamttmack^ung gleiche»» Be- tresis vom .27 Jilli 1918 (Tarmstädter Zeitung Nr. 175 vom 29 Juli 1918) werden aufrecht erhalten.
D a r m st a d t, den 15. Augifft 1918.
Landeskartofftlsvellie.
Hechler.
Dem Oberbürgermeister zu Gießen und den Großh. Bürgermeistereien der Landgeme indrn des Kreises wird emiffohllff». vorstehende Beürrinttnnchkmg in ortsüblicher Weise zu veröffenllichm.
Gießen, dm 19. August 1918.
Großherzogliches Kreisamt Gteßen.
I. A.: Hemm erde.


