feer Rot durch Vermittlung von Deihilftn oder Gewährung »on Nnterftützungstn. Letzteres ist besonders dann von Werl, Veinl ein bereits ausgeschiedener Hecresangehöriger stirbt 'und seine Familie in Bedrängnis hinterläftt. Die Anweisung ^er Vcrsorgungsgebührnisse beansprucht nämlich in solchen Fällen längere Zeit, weil erst geprüft werden muss, ob die Todesursache mit einer Dienstbeschädigung oder Kriegsdienstbeschädigung des Verstorbenen in Zusammenhang steht. Um einer wirtschaftlicher! Notlage vvrzubeugen, wende man sich daher sobald als möglich an die Fürsorgestelle.
** Ein Wespen j ahr. Wie vor einiger: Jo.hven hat auch diesmal der Sommier wftder ein massenhaftes Auftreten der Wespen '^gebracht, so daß man fast, von einer Wespenplase reden kann. lieberall in Feld mrd Wald, auf Wiesen und Tristen, rindet man im Boden die Wespennester. Tie eigentliche Wespen Plage wird erst Een Herbst kommen, wenn das Obst reift. Wespenjahre sind nach Hem BoUsmvnde fruckIbave Jahre.
** Die teure Zigarette. Der Verband zum Schutz der deutschen Tabakinduslrie, Frankfurt, schreibt zu dein Artikel „Zigarettennnsl^'r^, den wir in Nr. 190 nuferes Blattes veröffentlichten: Tie Preissdeigermrg in Zigaretten ist bedingt durch die enormen 3iohtabak-(Änkaufspreise. deren Höbe zur Zeit zwischen den: 30- bis 50faclien des Fried-enssiandes sich beloegt. Dem reellen Zigarettenfabrikanten, welcher seine Erzeugnisse wie im Frichen aus rein orientalischen Tabaken herstellt, ist es bei den jetzigen Rohtabakpreisen jmm möglich, eine Zigarette unter 10 Pfennig Jfftcm Verkaufspreis anmfertigen. Eine ganze Anzahl der maßgebeirdsterr Fabrikanten ist deshalb schon seit längerer Zeit dazu übergcgangen, nur noch Zigaretten ab 10 Pfennig Kleirr- verkaufspreis dem Handel zu liefern. Diejenigen Firmen, welche iunter dieser Preislage noch Marken Herstellen, sind in der Hauptsache gezwungen, den grössten Teil dieser Produktion als „Feld- frfi" an das Heer zu liefern. Tie Belieferung des freien Handels -in der PreiÄage von 5 und 6 dfennig ist daher gleich Null. In der 8-Psennig-Prerslage erfolgen die Lieferungen in einer Höhe von etwa 20—25 Prozent der Gesamtmenge, was natiirlich in keinem Verhältnis Ml der starken Nachfrage steht. Ganz ausgeschlossen ist es aber, daß per reelle Handel seine Hand zu Wucher- geschMen Mietet. Ties ist schm, zur Genüge von den hierzu bc- chkfenen Prmspcüfungsstellen fcstgestellt worden. Der Handel Tarnt, ohne sich direkt strafbar zu machen, überhaupt nicht höher, als wie vom Fabrikanten vorge'chrteben, verkaufen, da er sich durch 'ldrterschrift emqd Reverses zur Einhaltung der vorgcschriebenen. Vertäusspreist -geaen hohe Kvitventionalstrafe verpflichtet hat. 'Wenn in der Tat Preisüberschreitungen im Zi'garettenharä>el vcw- yekommen sind, so können diese .nur von seiten zweifelhafter Elemente, di« früher dem Handel nicht angehört haben (Schleichhändler rmd DäÄeber) gemacht worden sein. Ter Derluaucher kannl sich vor solchen Preisüberford.mungen am besten selbst schützen, wenn er derartige Verkäufer den örtlichen Preisprüfmtgsstellen zur Anzeige bringt. Er leistet hiermit dem legitimen Handel, der sich die Bekamvstm.g fatdier Auswüchse besonders angelegen sein lässt, den grössten Dienst. Seil lw'.ger Zeit forderte inner Verband von ben Mitglieder« der Interessengemeinschaft Deutscher Zigaretten- fabrikanten. Es V. Berlin, den Aufdruck der Kleinverkaufspweise auf jeder einzelnen Zigarettenpackung.und begrüßt es daher mit ganz besonderer Freude, wenn diese Bereinigung! nunmehr dem lang- -gehegten Wunsch der Händlerschaft entspricht.
Landkreis Gießen.
** Mainzlar, 19. Aug. Ter Schlitze Heb Rein in einer Mafch.-Gewehr-üvmv. im Westen erhielt das Eiserne Kreuz.
** Harbach, 19. Aug. Dem Kanonier Kurl Le sch ho nt wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
Kreis Wetzlar.
ra. Aus dem Kreise Wetzlar, 19. Aug. Nach der Generalversammlung der Herdln rchges eit schuft für das Vogelsbergeg Mnd waren in das Herdbuch am 1. Januar 1916 1320 Tiere (935 Kühe, 233 Rinder und 152 Bullen) ans *79 Gemeinden eingetragen Ans der außerordentlichen Provinzialbeibilfe konnten diesmal 5280 Mk. verteilt werden. Tie Jahresrechnung ergab in
Entnahme 5437,03 Mk., in Ausgabe 5103,25 Mk., mithin an Bestand 333,78 Mk.
Hessen-Nassau.
--- Bebra, 19. Mg. .Auf dem hiesigen 'Bahnhof wurden zwei längst gesuchle Verbrecher dabei überrascht, als sie einen Eifen- bah'.aoagen berauben nwllhen. Sie jlüüsteterr in einen gerade em- fahrenden Zug. mit dem sie bis Meder hone kamen. Als sie hier verhaftet 'werden sollten, feuerten sie ans ihre Verfolger, von denen der Rangierer Bachmmm sechc schwer verletzt wurde. Verbrecher wurden scliließlich überwältigt urrd verhaftet.
— Griesheim a. M., 19. Aug. 300 Zeirtner Ammoniak, die vom dttederrhün der hiesigen jEhemischen Fabrik zugcleitct werden sollten, wurden auf dem Bahnhof Tuisburg von einem Wagens.hreiber für 11350 Mark einem Landwirt in Krefeld „zugesthoben", indem der ursprüngliche Frachtbrief vernichtet und an seiner Stelle ein gefälsüster Verwendung fand. Ter Wageu- fchr erber wurde verhaftet.
Gevichtsscral.
K. P. Mainz, 19. Aug. Vor der Mainzer Strafkammer hatte sich am Samstag der 54jährige, vielfach' vorbestrafte Gelegenheitsarbeiter Anton Meng aus Gmrtersblum wegen dort verübter schwerer Tiebslühle zu verantworten. Meng kam barfüßig mit einem dicken Stock ans Gericht. Er war ausgerüstet mit dem Strafgesetzbuch und denk Kommentar hierzu von Tande. Nachdem der Staarsanlvalt zwei Zähre Gefängnis beantragt hatte und das ttzerick^t zur Beratung ftch zurückgezogen, zerriß der Meng in großer Geschwindigkeit seine gesäurten Kleider einschließlich des Hemdes, ebenso das Strafgesetzbsich und den Kommentar. Im Adamskostüm nahm er dann das Urteil, das auf l 3 / 4 Jahre Gefängnis und sofortige Verhaftung lautete, entgegen. Nackend wurde er ins Gefängnis abgefuhrt.
VricfSa^icn Her Redaktion.
<2lnonyme Nusrogen bleibeu unberücksrchtigt.l p. 100. Nach dein uns geschilderten Tatbestand bestehen nach Unserer Ansicht keine Badenst-u, die Annahme der Purnpe zu verweigern.
Nachbarn. Sie können nur Beseitigung der schädigenden Aeste verlangen. Wird dagegen durch einen Sachverständigen ststgestellt, daß aitcki die Wurzeln des Baumes Ihres tzdachbarn ungünstig aus 7>as Wachstum Ihres Lbpselbanmes ermoircken. so können Sic Beseitigung der Wurzeln bzw. des lÄaumes verlangen. Voraussetzung ist jedoch, daß Ihr Llpselbaym bereits vor den! Baum Ihres 9tachbarn gepflanzt nwrden ist, bzw. daß inE'halb Ihres Gartens eine geeignete Stelle Mi* Aitpslcmzen des Apftlbaiuues sonst nicht vorhanden war.
Maßnahmen des Nnegsamts gegen Wohnungsnot.
Tie bisherigen Richtlinien für die Dditwirkuna der Kriegsamtstellen bei der Regelung der Bautätigkeit sind für das Bamachö 1918 ergänzt worden. Hauptaufgabe bleibt es, die Leistungsfähig- kcft der Däegsindnstrie auf dem erreichten Stande zu halten. Der Bau von landnnrtscl'ältlichen Bettiebsgebäüden ist in stärkerem Maße als bisher.zu fördern. Neue AusMben ergeben sich aus der Gestaltung der Wohnungsfrage. Oas Kriegsamt hält es füii seine Pflicht, durch geeignete Maßnahmen der schon vorhandenen oder zu erwartenden Wohnungsnot vvrzubeugen. Tie.Kriegsamtstellen sind daher angewiesen worden, soweit eine Wohmrngsnot wirklich besteht, und die Tringlichkeit ihrer Beseitigung nachgewiesen ist, die erfordere lichen Bauten wiiksaN! zu unterstützen und die benötigten Baustoffe freizugeben. Die Feststellung der Dringlichkeit erfolgt im Einvernehmen mit den zuständigen ZivilbeHörden. In Betracht kommen:
Uni bauten und Ausbauten, insbesondere Umbau von arößereic Wohnungen durch Zerlegung in kleinew, eine Maßnahme, die meist ohne erhebliche Schwierigkeiten ausführbar und nach Möglichkeit zu fördern sein wird Außerdem kommen in Frage Ausbau der Dachböden für Wohnzrvecke sowie Nencmlage von Kellerwohnungen. Kellerwohnungen sind jedoch rrur zulässig in
ganz besonberen NotsÄlen und unter baulich und gesundheitlich besonders günsttgen Verhältnissen bei schürfst« B^mst-rlirug
N o t st a n d s b a u t e n, z. B. Baracken in behel smätstscr A an -
sührung, ein Aushilfsmittel zur besä>leunigten Beseitigung oer Wohnungsnot, das irur vr drmgenden AusnahmefÄlcn zu empfehlen ist.
Neubauten, a) Feststellung der stillgelegten Wolmungs- bauten: Tie Weiterführung ist von Fall zu Fall zu prüfen und kann, wenn es die VerhÄttlisse emulmnnaßen zulasten^ «amentlich bei geringen Anforderungen an beschlagnahmten Baustoffen, genehmigt werden.
Bau von Einzelwohn- und Gruppenhäuscru: Tie Anträge sind von Fall zu Fall zu prüfen, jedoch lr Uer schärfster Beurteilung, soweit es sich um größere Wohnungen handelt.' Luxusbauten sind verboten.
Kl ein wo hnungsbau ten sind ntU oKen Kräften zu fördern. Anträge aus der Industrie auf Herstellung von Arbei -c- wvhnungen sowie seitens der Gemeinden sind der Baulenprüs- stelle umgehend zur Prüfung vorzulegen. Tie Genehmigung el abhängig zu machen von der Zustimmung der zuständigen La.'äxs- und Gemeindebehörden.
Tie Lkriegsanrtstvllen sind angewiesen worden, die zur Förderung dieser Aufgaben etwa erforderlichen Emzeldispense ooer gruMätzlick-gn Dispense von den^ bestehenden fenar- und baupolizeilichen Vorschriften bei den zuständigen Behörden zu «wirken, l^ine Entscheidung über den Zeitpunkt, an dem rrach dem Kriege die zuerst genannten neu entstandenen Wohnungen geräumt ^werden müssen, hat durch die jeweils zuständige Regierung (in Preußen durch den Herrn Oberpräsidenten) zu erfolgrn. ^
Für die Zuführung der notwendigen Baustoffe ist als Grundsatz sestzuhalten. daß die nächstgelcgenen Bezugsquellen zu wählen sind und daß Landfuhrwerk sowie Wasserwege für den Transport möglichst ausgenntzt werden.
Tie Freifjabe der Dach- und Kellerräume in Berlin.
Nach umfangreichen Vorarbeiten und Vorverhandlungen mit den beteiligten Mailichen und gemeindlichen Stellen wird jetzt die Freigabe von Tach- wrd Kellergeschotzrännren zum Wohneitz durch eine Poli.zciverordnung des Regierimgspräsidenten in P o t s- dam für die Bororte fteigcgeben. Durch die sofort in Kraft tretende Verordnung wird zunächst den Ortspolizeibelwü:-en ditz Ermächtigung erteilt, zur Behebung des Wohnungsmangels znzu- lassen, daß Tacl>- und Kellcrgesclwßränme, deren Benutzung aus baupolizeilichen Gründen zum dauernden Aufenchalt von Menschen verboten ist. als Wolprräume in Benutzung genommen oder eingerichtet werden, und daß in ihnen Räume solcher Art neu eingebaut n-erden. Ter Regierungspräsident luitb noch eine besondere Vekanntnia. g erlassen, von welchem Zeitpwlkt an solche Tach- und Kellerge, ayo ütchimc benutzt werden können: die vor- l)erige Ingebrauchnahme ist verboten. Tie Zulassungsge-- nehmigung erlischt mit Älblanf von fünf Jahren nach Inkrafttreten der Bekanntmachung. Mit Ablauf dieser Frist sind die Räume wieder zu räumen. Innerhalb eines weiteren Biertck- jahres sind die baulichen Aenderungen wieder zu beseitigen und die Einrichttmgsgegenstände zu entfernen.
Mcteorslogifche Beodöchtungrn öer Station Utltn.
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