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Erstes Blatt
(68. Jahrgang
viensLag, 20. August M8
General-Anzeiger für GdechcheK
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feindliche Angriffe unter schmesten Verlusten gescheitert.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 19. August. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Nupprccht.
Südwestlich von Bailleul folgten stärkstem Feuer englische Angriffe zwischen Metercn und Merrys. Sie wurden in unseren vorderen Kanrpflinien atzgewiesen. Beiderseits der Lps rege Erkundungstätigkeit des Feindes. In örtlichen Gefechten nördlich der Ancre schoben wir unsere Linien vor und machten Gefangene.
H e e r e s g r u p p e G e n e r a l o b e r st v o n B o r h n.
Ztvischen Ancre und Oise am frühen Morgen heftiger Feuerkampf. Der Feind stich mehrfach, zu starken Teilangriffen vor.
SWlich der Sonnne scheiterte ein Angriff australischer Truppen gegen Herleville. Nordwestlich von Noye hatte ein eigener Vorstoh Erfolg. Französische Angriffe beiderseits der Strahe Amiens—Roy? wurden überall, teilweise im Gegenstob, abgcwiesm. Mchrere Panzerw 2 gM wurden zerfe offen, einige lwu unserer Infanterie durch Handgranaten auh-r Gefecht gefetzt. Ebenso brach dicht südlich der Avre mehrfach wiederlwlter Ansturm des Feindes zusammen. Der Gegner drang in dm West teil wnt Beuvreignes ein. Wir nahmen die dort kämpfenden Truppen an den Ostrand des Ortes zurück. Nordwestlich von Lassig. y schlugen wir feindliche Teilangriffe und mehrfach wiederholte Vorstöße ab. Weitere Angriffs- Versuche hielt unser Feuer nieder.
Zwischen Oise und Aisne begann am frühen Nachmittag
Reichstages am Mittwoch nachmittag von dem Vizekanzler Payer und dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts v. tziutze enrpfangen werden., um die Mitteilungen über die Verhandlungen im Großen Hauptquartier entgegenzunehmen. Bei dieser Gelegenheit soll auch über die Ein- bernfung des Haupbausschnsses Beschluß gefaßt werden.
Es ist anregend, zu verfolgen, wie sich die Verbcurds- blattjourn allsten mit den Beratungen im Großen Hauptquar- ller deschäfrigen und welche Fabeln sie aus den Enden ihrer F edler Halter saugen, um ihre Unwissenheit hinter aeheim- rrisvollni Jnformallonerr zu verberge. Die „Vossische Zeitung^' gibt eine solche Blüte wieder:
Die „Westminster Gazette" vom 15. Juli veröffentlichte einen ArtiiÄ, in >oem es u. a. heiß:: „Laut eingegangener Mitteilungen soll Herr v. Httrtze, wiewohl ihm der Maulkorb vorgebunden wor5Äx 'war, in der geheimen Beratung mit den Parteiführern gesagt, haben, Deutschland fr)rate ohne eine ihm dur(h ein politisches uird militärisches Abkcnnmeu mit der belgischen Regierung verschaffte Garrattie Belgien nicht räumen, und es könne kein Frieden, sckfließen, bevor die deutsche 'Industrie durch die Auffmhme deg Eisengebiets von Briey und Ä.ntg:vy in da-, deutsche Reich endgültig gesichert sei."
Hierzu bemerkt die „Vossische Zeitung":
Hierzulande ist von gch.unen Becatratgen des Staatssekretärs des Auswärtigen mit den Parteiführern uich: das Geringste bekannt, auch nicht von Aeußerungen, die der Ptetdung' des Londoner Blattes auch nur aracähernO eutspcäck/en. Es handelt sich also hier zweifellos um ein Erzeugnis aus der engli.chien Märchntsabrrk.
Eine vertrauliche Aussprache der Parteiführer mit Herrn v. Hintze war in der Presse bei Erörterung der Frage, ob es nchlt
starker Artillericka.npf. Gegen Abend griff der Feind nach angezeigt wäre, den Hauptanschluß des Reichstages einzuberufen.
idöstlich angeregt worden. Es ist auch sehr wohl möglich', daß eine solche
stärkster Feuersteigerung zwischen Carlepsnt und südöstlich von Nouvron an. Unsere vorderen Truppen hielten in mehrstündigem erbitterten Ringen den feindlichen Ansturm auf, der überall vor unseren Kampfstellungen zusammenbrach.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
An der Beste, beiderseits Braisne. folgten auflebendem Feurrkaurpf kleinere Jnfanleriekämpfe.
Der Erste Generalyuartiermeister Ludendorfft
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Der Abendbericht.
35 ct tin , 19. Aug.. abends. (WTB. Amtlich.)
Westlich von ElMllnes und nördlich Roye sind feindliche Angriffe gescheitert. Zwischen Aore und Oise tagsülwr deftiger Kampf. Fnmzöftfche Angriffe auf breiter Front brachen unter schweren Verlusten zusammen. Zeitweilig Artillerietütigkeil im gestrigen Kampfabschnitt Mißt-en Oise und Aisne.
Der Ssterrerchisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 19. Aug. (WTB.) Amtlich wird verlmttbart:
Am Piave wurden italienische Erkundungsversuche vereitelt. *
Der CHes des Generalstubes.
Herr Joffe ist von seiner Reise nach Moskau zurückgekehrt- Menu bei einem nur vierundzwanzigstündigen Aufenthalt in der Sowjetzentrale ein Einverständnis' erzielt werden Lunte, daß die Unterzeichnung des ganzen Vertrages in kurzer Zeit zu erwarten ist, so muß man dies als ein großes Entgegenkommen der Sowjeiregierung anerkennen. Vorschläge zu kleinen Abänderungen der deutsch-russischen Vereinbarungen fallen nicht in die Wagschale. Jedenfalls hat Joffe bereits dem ebenfalls nach Berlin zurückgekehrten Staatssekretär v. Hintze im Auswärtigen Amt seinen Besuch abgestattet und ihm das Ergebnis seiner Moskauer Reise vvrgelegt. Es scheint also aller Grund vorhanden, mit einer dauernden Befesllgung der Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland zu rechnen. Hiermit wächst unser Jnter- rsfe daran, die Sowjetmacht am Ruder bleiben: zu lassen, so lange ffe sich selbst zu hallen vermag. Aus diesem Grunde ist es nicht unverständliche wenn das „Berliner Tageblatt \m Verein mit der „Jranksurter Zeitung" sich gegen die Mission des in Berlin weilenden Herzogs Nikolai von Leuch- lenberg ivendet, der die'deutsche Regierung für die Ziele der Donfrffaken und ihres Asanus, des Kosakengenerals Krasnow, gewinnen soll. Deutschland hat tatsächlich kein Interesse daran, noch weiter in die inneren Kämpfe hineingezogen zu werden, die sich in Rußland abspielen. Es hätte nur unerfreuliche Folgen zu erwarten, wenn es zugunsten der Bol lchewiki intervenieren wollte, und es kann erst recht nicht daran denken, sich mit ihren Gegnern einzulasscn. Dies letz lere umsoweniger, als die Sowjets in allen Fragen der uns rachbarten, verselbständigten russischen Fremdstaaten weitestes Entgegenkommen zeigen. Eine neueste Meldung besagt sogar, daß sie nunmehr ihr völliges Desinteressement an dem alten Baltikum erklärt haben.
Es scl-eint überhaupt so, als beginne unsere Ostpoliti'' sich zu befestigen, und zwar in etwas abweichender Richtung vom bisherigen Kurse. Gemäß der „Deutschen Tageszeitung" glaubt man
„in gutralterrichteten Berliner Kreisen zu wissen, daß der Nachfolger des Grasen Mirbach als deutscher Vert'reter bei den 'Svwjrts, der frühere Vizetrat^ler Dr. Helfferich, von seiner un-- Lrwarteien lZerliver Reise nicht n-ach Rußland zurückkehren wird. Im Publikum wird man geneigt sein, so schreibt das Blatt, dte Tatsache mit Verleglmg der Gesmchtichaft und den gegen den ^Nachfolger Mirbachs.misgesprvchenen Drohungen in Derbördung
die zwischen ihm und dem Dtaatssekvetär des AuÄvärtigen Amts zu bestehen scheinen. Bereits die erste Mitteilung über die als-- idaldige Rückkehr Hclsserichs rtach Berlin unnrittelbar nach lleber- uahme seiner neuen Amtsgeschäste enthielt eine Andeuttutg, mif Grund deren mit dem 9rucktritt des neuen Gesandten gerechnet 'werden mußte."
Auch diese Frage wird bald üjte Klärung erfahren. Es
.^heht nunmehr soweit fest, daß bw Fvaktionsführer
Konferenz vor dem Zusammentritt des Plenums stattfindet, und die Berfckäebung der Rückkehr des Reichskanzlers aus dem Haupt- Mtarticr wird an manchen Stellen auch dahin gedeutet, bas die Reichsleitung einer vertraulichen Aussprache .im engeren Krerse vorläufig den Borzavg vor eine:n Zusanrmentritt des Haupttaus- sckMsses geben würde. Aber besllnmtte Entschlüsse scheine^ weder von >en Parteien noch bei der Regierung hmsickMch der Mkannt- gabe her Ergebnisse der jmrgstOt wichtigen Be,prechungerr im Haüptguartter gefaßt zu sein.
Zu den Ereignissen im Westen nimmt wie immer Hermann Stegeni<rrrn im „Berner Bund" in höchst übersichtlicher Weise Stellung. Nachdein er erst die Entwicklung der Gegenoffensive Fochs umschrieben hat, kommt er KU folgen^ dem Schluffe:
Die Deutschen haben Fvoße Verluste an Gefangenen und schwere Einbußen an Material erlitten, söü» der Vorhand beraubt worden und in einer Rekonzenttatton begriffen, die dem Gegner die Fortsetzung der Offensive erleich^rt, haben aber viel größere Raumtiefe hinter sich, als den Mnerten je zur Verfügitng land und können sich jetzt schmr wieder auf die inneren Linien) stützen, deren Axe und deren Radien schon so verkürzt worden? ind, daft nur ?uvch vas, was westlich der Somme steht, in] lausg-ffetzter Position ficht. Ueber die strategische Lage ist daher mit Vorsicht yn urteilen.
Im weiteren Verl«ufe seiner Betrachtung stellt er die beiderr Offensiv'err, die deutsche und die des Verbandes, im Ausmaße ihrer Wirkung gegenüber, wobei die Ueberlegen- heit der deutschen Führung restlose Anerkennung ftndet
Als die Deutschen im Mai vom Massiv von Laon »orbrachvt durchschritten sie den Ailettegrund, nahmen den Chemin des Dantes die Südflmtke des Dmnenweges, die Aisnelmie, die Höhen zwtscheni Aisne und Vesle, die Veslelinie, das Tardenois und prallten über die Marne vok. Foch hat vom 18 Juli bis hettte von diesem sieben- bis achtfach geschichttttnt Angrtffsraum zwei Schichten zurückerobert und käntpft heute bei Soissons, an der Aisne und zwischen Venizel und Reims an der Vesle. Schon aus dieser Gegenüberstellung wird klar, daß von einer Umkehrung der Verhältnisse noch nicht gesprochen werden kann. Hätten die deutschen ein so gewaltiges Material besessen, daß die Schlachtaktg ohne Krafteverschiebungen schneller aufeinander hätten folgen kön^- nen — wir haben wiederlwlt darauf hingewiesen, daß die Zwischenakte die Kraft des Verteidigers in höherem Maße nachwachlenj lassen, als die des Angreifers — so wäre es FoH und Haig kaum geglückt, die im Drange der Not eingesetzten Reserven »nieder frei zu machen nnd eine neue Heeresreserve zu schassen.
Zum <Ahlusse behandelt Stegemann die seit dem 14. August in den Tagesberichten der Obersten Heeresleitung zutage getretene Neugruppierung der Befehlsgruppen im Westen: v t _
Tie deutsche Heeresleitung hat die Front zwWen der Learpe und der Oise zu einem einheitlichen Begriff zusammen gefaßt und den Oberbefehl über die hier fechtende Armeegruppe dem Genrral- oberst v..Böhn übertragen. Wir erblicken darin weniger eine Notstandsmaßnahme. als eine straffere Befehls gliederung zur Truch- kämpsung der allgerneinen Schlacht, deren einzelne Me, zeder für sich, die Mfmerffamkeit so in Anspruch nehmen, daß man leicht den Ueberbli^ übe'- de: verliert, über dessen Peripetie
wir noch nicht genügend rartcrrichtet ffnd. Zwischen Nieuport und Belfvrt liegt noch utanchec Schmchtakl nnge,ptetc im atemrauben- den. grauenvollen Völkerringen.
Erfolge unserer LusLftreitkräfte.
Berlin, 19. Aug. Unsere Lnststteitkraste waren in den Tagen vom 13. bis 16. 8. wieder außerordentlich tätig. Trotz teilweiser uttgünstiger Witterung wurden u. a. die Städte Dünkirchen, Calais, Bvülogire, ,Rouen, Amiens und Epernay mit 250 349 Kilogramm Bomben, sowie Truppenansammlungen tm Sommegebiet mit Wurfgranaten und Maschinengewehren angegriffen. In der Nacht vom 15. zum 16. flog infolge Mimben-i abwurfs das Munitionslager von Beuvry unter ungeheuren Explosionen in die Luft. Es entstand ein Brand, der weitere Explosionen zur Folge hatte. ^ .
Der Gegner verlor in diesen wer Tagen 87 Flugzeuge, und zwar 79 km Lustkmnpf und 8 durch die Flak. Acht Ballone wurden von unseren Fliegern brennend zum Absturz gebracht.
Oberleutnant Loerzer errang seüren 29. und 30., Leutnant Bolle seinen 30., Leutnant Kennecke seinen 30., Leutnant llbct seinen 54., 55. und 56. Lustsieg.
Die feindlichen Operationsziele.
Berlin, 18. Aug. (WTB.) Die weitgestecktmr Operatwnsziele
öe? Feindes hei ferne» onßdorgiHen ÄttgM vom 17.. IL h^öer-
feite der Avre wurden aus erbeuteten Karten etravandftm fest-' gestellt. Hiernach War das Angriä'sziel des 17. 8. südltch der Avre der nrehr als 3 Kilometer rückwärts unserer Kampssront §e- legene Walo südlich vmt Aorieourt. Bekanntlich brachen dte starken feindlichen Angriffe dieses Tages unter schweren Verlusten bereits vor unseren Kampslinien zusammen.
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Poincare im englischen Hauptquartier.
London, 18. Aug. (WTB.) Ter Bertttter des Reuterschen Bureaus bei der englischen Armee in Frankreich drahtet: Prc^ sident Poincare besuchte das englische Hauptquartter und verttey Feldmarschall Haig die Militärntedaille.
Ausstand der Schaffnerinnen in London.
London, 18. Aug. Reuter. London ist heute tatsächlich ohne Omnibusse und Straßenbahnen infolge des Ausitandes der^Schaffnerinnen, die eine wöchentliche Lolmerhöhung von süni ^ckstlltng verlangen, so daß sie den Männern gleichgestellt rverden. Man laubt, daß der Streik sehr schnell vngelegt werden nnrd. Em e Versammlung der Ausständigen nahm am 18. August abends eine Entschließung an. welche alle Mitglieder des Verbandes im ganzen Lande drütgend ans fordert, .morgen .zu stteiken.
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Englands Dominions.
London. 18. Aug. (WTB.) Amtlich >vird bekcntntgemacht, baß kräfftig die Dominions je ein an Miniittrrffidenten in London haben werden, der Wcitgiied des Kriegskabinetts setn werde: aucb Indien werde vertreten sein.
Amerikanischer Militarismus.
Haag, 20. Aug. (L. A.) Die „Times ^ meldet aus Neuyork, daß die amerikanische Senatskommission bei der Bewilligung der neuen Militärfordcrungelt weitergeht als die Regierungsvorlage, 'elbst. Tie Kommission fügte dem Gesetz eine Position ein, wonach ^ üejenigen Arbeiter, die vom Kriegsdienst befreit sind, weil st<t in unentbehrlichen Jtrdustricn arbeiten, automatisch dem F^nt- dienst zugeführt werden müssen, sobald sie sich an einem Aus- stand betÄigen.
Brasilien.
Amsterdam, 19. Aug. (Reuter.) „Times" erfährt aus Buenos Aires vom 17. August, daß die Regierung entert Gesetzentwurf einbringev wird, um das stehende Heer auf 25 000 Mann stu bringen und die Militärdienstzert, aus zwei Jahre ^u erhöhen^ Gleichzeitig sollen Maßnahmen für die Atvbillsierung von Reserve- jahrgängen getroffen werden, während das Militärbudget verdoppelt werden wird. Diese AnLünoigung eberrso wie die Erneuerung des Planes, für die Flotte 80 Milliorren zur Verfügung zu stellen, gibt zu vielen Kommentaren Veranlassurig, ^obwohl der letzte Plan nicht neu und es überdies nich tunwahrschebilich ist, das; er die Zustinmtung des Parlcnnents finden wird. In amtlichen Kreisen erfährt man, daß die Vorschläge nichts Außergewöhnliches enthalten, aber die Oeffentlichkeit sieht in ilm^r die Antwort Argentiniens aus die Vermehrrm-g von Chiles Seestteitkrästen dirrch den türzlichen Ankauf von Il-Booten und Ffrtgzeugen.
Die Lage in Petersburg.
Berlin, 20. Aug. 'lieber die Lage in Petersburg erhalt die „Voss. Ztg." von ihrem Stockholmer Vertreter eine längere Schilde- rung, in der die Lage als äußerst gespannt lstngestell« ^vird. Am Donnerstag der vorigen Woche haben, nachdem die Stadt ivieder drei Tage ohne Brot geblieben war, ernste Unruhen begonnen, die ffch am Tage darauf iviederholten. Große Umzüge setzten sich von den Arbeitervicrtettt na-h dem Zentrum der Stadt unter den Rufen „Nieder mit dem Kreml!" und Nieder mit den Deutschest!" in Marsch. Zwischen dem Alex ander -Navsch- Mioster und dem A-istolnyinstitttt jentbrannte eure förmliche Straßenschlacht zwffchen den iDeinonsttanlen ratd der 1 :tti- slchen Sckffitzengarde. Auf beiden Setten gab es gegen hrrndert Todesopfer. Aber iroch bis zum Freitag abend war Petersburg fest in den Händen der Bolsche.oistint. Anr Freitag abend wurde ttt Pciersburg das Standrecht proklamiert. Alle Zei- ttmgen mit Ausnahme der amttichen „Sjewernaja Kvmduna" (Kominune des Nordens) wurden unterdrückt. Gegen 900 Ver- baftete wurden auf Prahmen nach Kronstadt gebracht, uw ad I>oc (besondere Revolutionstrüunale errichtet io-irden. Sehr charakteristisch für das jetzige Pietershitrg ist es, daß die eigentliche Mittelklasse, aber auch ein rocht großer Teil der ätteren Arbeiterschaft völlig polillfrnüde ist und ganz offen in den Gasthäusern, S traßen bahnen usw. deutsche Hilfe h e r b e i s e h n t. Tech Ausspruch „Prffchol bh Njemetz!" (Wenn nur die Deutschen ertt kämen!) hört man jetzt in Petersburg ans Schritt iats> Trttt.
Haag, 19. Aug. Die „Datty News" meldet aus Stockholm: Bezüglich der hier zirttckierenden Gerüchte über- den Sturz der Sonst ettegierung in Maoskrac ist große Vorsicht am Platze. Die Dl acht der Sowsettegierimg ist in. letzter Zeit ohne Aoeisel erschüttert wordeti, zum Teil infolge der mangelliastm Nahcungs- mittclbffchaffunb, andererseits aber auch Wegeu der erfolgten Inter' - vention der Allirerten im Norden des' Landes und in Sibi eiert. Die Führer der Sowjetrepublik Listen mit Hilfe der aus Sibirien her an geholten Steinkohlen die Eisenbahnen instand setzen zu können, nm Lebensmittel aus dem Donezgalnet herbeizuschafscn. ?luch hofften sie m Sibirien (Äold und aridere Ilohmaterialien zu bekommen, wodurch sie ttt die Lage versetzt worden wären, Wirtschaft, liche Beziehungen mit dem ÄuSlande anzuknüpfen. Wenn auch alle diese Hosmungen verettelt sttrd, so ist bis zur Stunde die Sowjetregierurtg als die eiitzige organisierte und organisierende Körperschaft der Republik rarzusehm. Bernerkenswert ist. daß in diesenl Jal)re die Mefle in Nischni-Nowgorod trotz gfter Schwierig, leiten und trotz -der Näl^e der tschechischen Froitt nste üblich abge- halten werden konnte. Ilm den 5)'andelsverkehr zu erleichtern, wurde dort eine Filiale der Volksbank gegründet. Auf diesen Umstand ist wohl auch das Gerücht zurückzufühwen, das von enter Verlegung der Staatsbank aus MoÄau wissen wollte. Wie <6 heißt, hat die Sowjettegierung beschlossen, den Preis für Mehl auf das Drei-. fach- zu erhöhen. Diese Erhöhung wird für die Bauern ohne Zweifel ein Ansporn fern, das Getreide nach den Städten zu bringen.
Englands teufliche Heuchelei.
Kristiania, 19. Aug. „Sozialdemokraten" charakterisiert den englischen Aufruf an Rrtßland in der Ueberschrift als „Englands tetrslische Heuchelei". Die Revolution sei in Gefahr, meint das Blatt im Leitartikel, derm England, Iavan, Frraftreich seien fest entsckstoffen, das sozialistische Baraverk zu zerschmettern, sich in RußtmU) »u erheben begon-tttt h«e. Mtt ebenso 'nciÄe


