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Kt. 193 Zweites Blatt Gießener Mzeiger (General-Anzeiger für Gberhefjen ) M ontag, (9. Auguß (y(8

Au» Stadt und Cn»ft.

Gießen, den 19. August 1918.

Amtliche Personalnachrichten. Der Groß­herzog empfing zum Vortrag: den Staatsminister Dr. von Ewald, den Finanz minister Dr. Becker, den Geireraladju- ^tanten General der Kavallerie v. Hahn, den Borstand des Kabinetts Wirkt. Geh. Rar v. Römheld, den Archivdircktor Dr. Dietrich: außerdem den Haupttnann und Flügeladju- tcmten Ser ne r Majestät des Kaisers und Königs v. Jlse- mann.

** AusdemMilitär-Wochenblatt. Befördert: zu Lts. d Res.: die Bizefeldw.: Schätzet (Worms), Koehl Mainz) i. J.-R. 19, Bänger (Mainz), Rode (Gießen)- Spamer I Darmsladt): zu Lts., vorl. ohne Patent: Baur. Frhr. v. Dobeneck, Fähnr. i. Leibgarde-J.-R. 115, zum D iensttuenden Flügel-Wj. Seiner Majestät des Kaisers und Königs ernannt.

** Auszeichn ungen. Das Verdienstkreuz für Kriegshilse wurde verliehen: Bankdirektor Müller, Gießen, Kirchenrat Hainer, Hungen, Lehrer Bieden­kopf, Utphe, und Rendant Karl, Grünberg.

** Iubiläuin. Am 17. August konnte Maschinist Fr. Schäfer auf eine 35jährige Dienstzeit bei der Firma A. u. W. Denninghoff,Gießener Brauhaus", zurückblicken.

** Gießener Haussrauen-Verein. Nach längerer Pcruse beginnt am 27. d. M. ein neuer Strumpfflickkursus. Da es voraussichtlich der letzte in diesem Jahre sein wird, an welchem bei Tageslicht gearbeitet werden kann, empfiehlt sich der Besuch desselben für diejenigen Frauen, welche dunkle, besonders schwarze Strümpfe in Ordnung bringe:: wollen. D^r das Material immer mehr aufgebranchr worden ist, wird auch gelehrt, wie dicke Strümpfe ruck Wckltoffen (Lappen) ausgebessert werden können. Dieses Ver- sahrau hat sich a!3 sehr haltbar erwiesen und eignet sich deshalb auch ganz besonders für Soldatenstrümpse. Anmeldungen werden in der Geschäftsstelle, Plockstraße 5. entgegengenommen. Näheres siehe Anzeige.

** Der Schleichhandel mit Süßstoff. Ter Handel mit Süßstost (Saccharin und Dulcin), und zwar auch die Weiter­gabe zum Einkaufspreise ist nach dem Süßstofsgesetz vom 7. Jul: 1902 verboten und strafbar. In letzter Zeit hat der Schleichhandel mit .Saccharin und Dulcin einen beträchtlichen Umfang ange- »nommm. Dabei hat es sich wiederholt ergeben, daß der Süßstoff zur Ausführung von Betrugsmanövern benutzt worden ist. Die Betrüger bieten häufig als Süßstoff Präparate an, die überhaupt kein Süßstoff sind, sondern au3 einem Gemenge von Zucker, kohlensaurem Natron, Gips, Zement u. dgl. bestehen, oder; damit verfälscht sind. Dieser gefälschte oder verfälschte Süßstoft '^^-khw^ zu einem sehr hohen Preis, der den amtlichen um ern Vielfaches übersteigt, und zwar gewöhnlich in gebrauchtes inländischen Origcklalpackmigen oder aber in Packungen, die den amtlichen tmischend nachgeahmt sind, schließlich auch in falschen; ^chweyer Packungen, feilgehalten. Vor dem Ankauf von Süßstoff im Schleichhandel wird daher dringend gewarnt. Der Käufer allein trägt den Schaden. Denn er wird in den seltensten Fällen die Strafverfolgung wegen Betruges ein­leiten, weil er sich damit selbst des strafbaren Aufrufs bezich­tigen würde Ueberdies werden nicht nur die Grundstoffe, die unter Verwerfung derartiger Fälschungen verarbeitet worden sind, fast immer völlig verdorben, sondern es können audy, wie eingehend^ Untersuchungen ergeben haben, durch den Germß der so gesüßten" Erzeugnisse erhebliche Gesundheitsstörungen erntreten.

Die Befreiung der Drucksachen von der Reichsabgabe. Las Gesetz über die Reichsabgabc zu dm Posb-^ Mid, Telegraphengebühren liegt jetzt vor. Neu ausgenommen sind unter die Befreiungen fetzt auch Drucksachen. Die Bestimmungen dafür sind noch nirgends mitgeteilt worden. Sie lauten: Von der Reichsabgabe sind frei Drucksachen. die mrp Zeitung err oder Zeitschriften enthalten, wenn die Zeitungen oder Zeitschriften vom Verleger an andere Zeitnngsverleg . oder an Personen verschickt iverden, die sich, nicht gewerbsmäßig mit dem Vertriebe dieser Zeitungm und Zertschriftm befassm. Tie näherenj Bestimmungm w§tt>en durch die Postordnung erlassen.

Landkreis Gießen.

** Birklar, 16. Aug. Ter Kcmonier Otto Crispens, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, wurde zum Oberge- sreilm befördert.

S Stein he im b. Hungen, 18. Aug. Unteroffizier Otto Kammer, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Kl., wurde zum Sergeanten befördert. \

5 Steinheim bei Hungen. 16. Aug. Auf dem Felde der (Ähre fielm der Fahrer Wilhelm Pilz sowie der Gefreite Wilhelm Ka m m e r.

Kreis Büdingen.

---Büdingen, 18. Aug. Das Kreisamt gibt bekannt, daß in dm Gemeinden Echzell und Gettenau je ein Fall und in Bingenheim zwei Fälle von Pockm (schnurzen Blattern) amt­lich festgepellt sind. Umfassende Maßnahmm zur Eindämmung des Krankheitsherdes wurden getroffen.

Kreis Schotten.

§ Herchechhain, 18. 9lng. Musketier Ernst Nieß erhielt *ne Hessische Tapserkeitsmedallle, das Eisleirne Kreuz wurde ihm schon früher verliehen.

Kreis Büdingen.

# Nidda, 16. Achg. Gefteiter Karl Petermairn erhielt das Eiserne Kreuz, bereits früher die .Hessische Tapferkeitsmedaille.

' Büdingen. Die Hessische Tapferkeitsmedaille, früher das Eiserne KrylZ erhielt der Sergeant Ludwig Hoffmann. das Eiserne .Kreuz, früher die Hessische Tapserkeitsmädackle, der Gefreite Wilhelm Trolle.^ Orten berg. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhielt dar seit KriegsLeginn im ; Felde stehende Leutnant Karl Heu tzenr öd-ier-, Sohn des Ober-Akttmrs Heutzenröder. A ! l - W i e d e r m u s. Die Hessische Dapferkeitsmedaille, bereits früher bas Eiserne .Kreuz, erhielt (ber Sclchtze Jakob Bolz. Eckarts hau sen. In heimatlicher Erde bestattet wurde der auf dem Feld»' der Ehre gefallene Ernst Wilhelm Meininger. Leidhecken. Die .Hessische Tapferkeitsm-daitle erhielt der Land­stu rmintann Gustav Römer.

Kreis Friedberg.

tt Friedberg, 16. Aug. Das Eiserne Kreuz, bereits frilher die Hessisch/ Tapferkei tsmcdaillc und die Sächsische Fried­rich- Au gust-Aüedaille erhielt der Gefteite Karl Rausch. Nach schalerer Krankheit starb in einem Lazarett der Funker Joseph Limo ns.

Kreis Wetzlar.

.= B r au nsels. 18. Aug. Die hiesige Stadtverordneten­versammlung hat bei dm maßgebenden Instanzen dic Schließung der hiesigen Hotels und Pmsionen, die Sommerfrischler aus- nehmm, beantragt, da der Ankauf der Lebensmittel in den um­liegenden Ortschaften durch die Ku'srernden und Pensionen zu Pveisen. dre für andere unerschwinglich sind, dahin geführr har, daß die hiesige ungenügend versorgte Bevölkerung nichts mehr haben kann und mit Recht beunruhigt ist.

Hessen-Nassau.

mr Frankfurt a. M., 18. Aug. Wegen der Fliegergefatzr ftnd die Frankfurter Rennen nunmehr endgültig abgesagt worden. Sie werden in Berlin-Grunewald Eiche August gelaufen. In den Stallungen M-r StvaßenbalM Wurden 75 rumänische Büffel ein­gestellt, die anstell.' von Pferden zum Zijeüeri benutzt iperden sollen.

I Marburg, 18. Aug. Wie in der Hauptversammlung des hieiigen Grund- und Hmlsbesitzer-Bereius, der mit Jcnteai 240 Mitgüedei!' den überwiegenden Teil .des Marburger Grund be- Mes vertritt, mitgeteilt wurde, ist die Errichtung einer Htzpothet'eu- schutzbank und Hyvothckm schutz-Genos senschaft in Aussich gc- rwmmen. Die Stadt Marburg wird sich mit einer erttftpecheiiden Summe beteiligen.

Aassallischer Stäötctag.

Frankfurt a. M., 18. Aug. Der Nassauifche Stäode- tag tritt gestern unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Voigt- Frankfurt a. M. im Stadwerottmetensitznngssaal des Römers zu seiner fünften Kriegstagung zusanrmcu. Vertreten waren sämtliche 59 Städte Nassaus drwcl) etwa 100 Abgeordnete. Von der Re­gierung wohnten Regierinrgspcäsident Dr. von Meister und Osch. Rcgierungsrat Dro ege aus Wiesbaden den Berhaiidlnngm ber. Tie Reihe der Vorträge erüsfnete Generalsekretär Ger st - Hlldesheint scherNeue Wege zur Lösniig der Warrdertheaterftage". Der Redner sorderte u. a. den .Wiederaufoan des Rhein-Maini- tchen Verba ndstheaters und dessm U-mwanidtung fti eine G. m. b. H. rmter Aufsicht der Nassaurschen Bolksblldungsvereftiie, die'schärfste Bekämpfung derwilden" Lchsatergefellschasten und die Unter- srützUiig der jetzt ins Leben, gerufenen Sin gspi elgesell scl^i st nt, die cne Sckmndoperetdm ztr belämpfen berufen sind. Tie Tagung beschäf­tigte sch sodann mit 'Eingaben des preußischen Kommunalbeantteni Verbandes aus Abänderung dcs,Krnnmunalboamtengesetzes. iPertrage hierzu hielten Bürgermeister Tr. Luppe- Frankfurt und Bürger­meister Tr. Schubert-Bad Ems. Dem Antrag ans Errichturrg burer Fachschule für Gemeindebeamtc gab die Versarnmlung. oahni statt, daß sie eineir 'Ausschuß zur Weitervcrsolgung der Air­gelegenheit wählte. Frankfirrt erllärte sch zur Errichtung eiirer solcl-m Schule für Hessen-Nassau bereit. UeberTie Witwenver- sorgung ans der Wittvcn- mid.Waiseiikasse für die Kommunalbcaui- kcn ^ Nassaus" sprach Bürgermeister S ch ü tz - Oberlahnstein. über a.Die .Förderung des bargeldloseil Zahlungsverkehrs durch die Städte" referierte Stadtrat Schulte -Wiesbade-n. Bürgermeister scheue» n - Tch behandelte die Beschlüsse des diesjährigen Deut- Ichen Städtetagvs. Schließlich sprach Professor Dr. Noll- Dillen- burg über' ,,Die Aussick^e-r der Lebensnnttelversorgung in den Ltädten während des nächjsten Entcjahrcs" die dieAussichtei', der Versorgung der Städte mit Breirnstpffen im nächsten Winteck^. oft den Vorstand des Städtetages wurden wiedevgewählt: Ober­bürgermeister Voi^t-Frankfurt a. M und Bürgermeister Ach ü tz - Oberlahnstern, für den krankheitshalber zu rüchetretenen Bürgermeister Gierliich-Dillenbiurg bestimmte nmn Bürgernuister Prof. Scheuern-Tiez.

2009 Milliarden Kriegsentschädigung.

Man schreibt uns:

Bei einer neuen Kriegsforderung von 14 Milliarden Mark, die das Londoner Unterhaus, wie es dort üblich ist, einstimmig bewilligt hat. teilte Bonor Law mit, daß im Lause des letzten Rechrmngsjahres die Verbündeten den Engländern 26,5 Milliarden Mark schuldig gewesen wären, jetzt betrage die Schuldsumme 28 Milliarden. Auch die britischen Tochterstaaten und Kolonien! sind mit ihren Ansprüchen cm die Mutter nicht schüchterii ge­wesen; sie schulden ihr 4 Milliarden Mark. Bonar Law erlvähnte noch, daß aus Rußlaiid von den 28 Milliarden 11,4, guf Frank­reich 8, auf Italien 6,3 entfielen. Die große Kreuzspinne hat ihre Helfershelfer im Netze, die nötigen Sicherheiten wird sie fick beizeiten haben stellen lassen. Dabei rechnet sie aber, schon um die Mit verschworenen dauernd bei .guter Laune zu erhalten und sich ihrer Dienste auch über das Kriegsende hinaus zu vergewissern, mit der Rückerstattung auch dieser Pumpe durch Deutschland. Michel soll am großen Tage der Abrechnung für alles austom- men: eine Hand von Milliarden mehr oder weniger macht da nichts aus. DieNational Review", eine der angesel-ensten und ernsthaftesten englischen Zeitschriften, erllärte kürzlich, die von Deutschland zu zahlende Gesamlentschädigung würde sich aus 1000 bis 2000 Milliarden Mark belaufen, ivahrscheinlich eher aus 2000 als ans 1009. Der Einwand, eine solche Riesensnmme sei unmöglich aufzubringen, dürfe nick erhoben werden; Deutschland müsse, könne und werde die 2000 Milliarden znsammenkratzen. Auf tudd;j Weise, sei seine Sacl>e. Die ungeheuren Mineral- schätze des Landes hätten als Sicherheit zu dienen. Uebrigens ziele Großbri<?anniens Polittk darauf ab, die Deutschen nicht nur zu unterdrücken und inederzuhalteii, sonderii zu vernichten. Für sie und uns zugleich ist kein Raum mehr aus der Welt", wie maßgebende englische Staatsmänner widerholt ausgerufen haberi.

England betrachtet den Krieg immer wieder muß das dem vertrcuensscligeii und -ritterlich! empfindenden deutschen Michel eirr- gchämmert werden - durchaus und ausschließlich als Geschäft. Im Herbst 1914 glaubte es vielleicht, das große Unternehmen mit verhältnismäßig geringen Unkosten durchführen zu können. Von diesein Irrtum wlirrde es bald geheilt,, zögerte indes keirren Arrgen- blick, immer neue Unsummen in die hoffnungsvolle Spekulation hrnernznstecken.Jeder Engländer wird über Nacht reicher, wenn Tcutschlaiid verschwindet." Außer dem riesigen Reingewinn will John Bull aber selbstverständlich auä;> alle Unkosten wieder herein- holen. Er führt sehr genau Buch, so genau wie Nord-Amerika, das ebensalls Ungeheure Beträge in den Krieg hiueiwgresteckt hat urcd im Augenblick, wo cs .sie gefährdet glaubte, auch seinerseits zu den Waffen griff. 2000 Milliarden ^rag, alles in allem, die Gesamts ordern ng der vereinigten Mederleute jetzt tatsächlich be­tragen Jeder Deutsche ausnahinslos, bis' zunr ^bm geborenen Säugling, urüßte 35 000 Mark auf der: Tijch legen, wenn wir diese Kri-egsentfichädigung zu zahlen hätten. Sie würde, darüber ist sich jeder klar, der mit devi Rechensttst auch mcr einigermaßen Umzüge Heu weiß, die ,oirtlchaftlichc Versklav ung rmseres Volkes für alle Zeit bedeuten. Aus dieser Fronknechäschaft könnten wir uns auch in Jahrhunderten iricht wieder befteieii.

Der Deutsche ist zu gut. um Englands Knecht zu werden." ries der Sieger vom Skagerrak, der jetzige Chef des Admiralstabes Scheer. aus. Als er in der glorreichen Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni 1916 die arg zusammengeschoffene brittsche Flotte zum Rück­züge zwang, da hat es an sorrderbaren Schwärmern nicht gefehlt, die seinen Triumph mit Kopsschütteln beglciteteal.Das wird uns England nie verzeihen.'" murmelten sie, blaß bis in die Lippen hinein. Daß der ganze Kamps nttt der britischen Weltmacht eigent­lich nur ein Mißverständnis sei uard die VersülMirng rasch erzielt werden könne Herr Erzberger glaubte, sie in zweistündigem Gespräch mit Lloyd George erreichen zu können war damals noch Glaubenssatz vieler sogeirannter Politiker. Lluch heute halten diese unbelehrbaren Herren zum Teck noch an ihrer Auffasstmg fest; das deiitsche Volk steht freilich nicht mehr hinter ihnen, und Mich in der Regierung sind sie erfreulicherweise nicht mehr allmächtig. Sie leben jetzt aus einsam^: Insel. Wir anderri kenne,: die briti­schen Absichter: genau, Halter: mit Admiral 'Scheer den Deutschen für zu gitt, w.n Englands Knecht zu w.nden, und begrüßen die 2000-Miffiarden-Forderung als ein offenes Bekanntnis des großen Räubers an der Themse. ' Sich und seine Berbüiideten wckl er aus T^itschlands Kosten gesund machen, ihre und seine .sdriegsschickden aus unseren fleißig ersparten Groschen, aus der Arbeitskraft un­serer Kinder und Enkel bezahlen. Er darf sich nicht wundern, wenn wstr Weiches mil Gleichem vergelten und von ihm Ersatz jedes Pfennigs begehren, deck der Krieg uns gekostet hat. Auch,rnr ,ver- den, wenn wir einmal die Rechnung mifmacken, 1000 bis 2000 Mil­liarden von ihn: zu fordern haben, wahrscheinlich eher 2000 als 10019 MWiarden. Wir haben uns der englischen Flotten- und Heeresmacht erwehrt, wir werden auch John Aulls Zahlen auf ihn abzittvälzen wissen.

Vvtefkc-Ljten kcv Aeölrktion.

;Anonyme Anfragen bleiberr nnberttcksichtigt.)

h. H. ,in M. Nach den bestehenüeir Bestimmungen kann (nicht muß) den Angehörigen von vermißten oder gefangenen Kriegsteil­nehmern die .KriegÄöhnung ganz oder teilweise als Uitterstütznng gewährt werden, wenn- der Unterhalt der Angehörigen daraus bestritten werderi soll. Ein Rechtsanspruch besteht allerdings hierauf nicht. Die Löhimng wird .rber regelmäßig dann gewährt, wenn Bedürftigkeit anzunchmen ist. Kommt Bedürftigkeit nicht in Frage, so kann, falls sich der Soldat in Gefangensckiaft befinde!, d:e Löhnung auch dann bewilligt lverden, wenn nac^ewi-esen wird, daß seitens der ,Angehörigen zur besseren Perpfll^ng ,md Klei­

dung Aufwendungen für den in I4estulg enscha^ Geratenen gen ca " werden.

h. Lmig. Ohne Nmnenangabc können wir lerne Auszeich­nungen veröffentlichen.

vermischtes.

Warschau, 16. Aug. (WTB.) Als ein Passagierd<unp:er, der täglich zwischen Warschmr und Pteck verkehrt, oi-, Ortschcst Ewrwina passierte, ging vom Ufer ein Boot mtt 25 Jvhrgäst«. ab; die mck dem Dampfer nach Warschau fahren wollten. Wohl in­folge der starken Strömung, die Weichsel führt Hochwasser, schlug das Boot heftig gegen den Dampfer und kenterte. Bon dar 25 Passagieren tvirnten nur elf gerettet roerden. Vierzehn Mea-chen ertranken

»

* Ein Platanenblatt als Postkarte. Ein fran­zösischer Soldat hat kürzlich der Feldpost ein Platanenblatt onver- traut. das auf der rechten Hälfte die Alvesse seines Vaters trug, aus der linken die Mitteilung, daß es ihn: gut ginge ..Tas Er stannliche^', so fügt ein ftanzösisches Blatt dieser Meldung hinzu, ist nicht etwa diese seltsame Verwendung des PlatanenblatteZ. denin der Mangel an Briefpapier an der Front hat schon manchen merttoürdigen Pojtkartenersatz hervvrgerufen, das Ueber rasche,che ist vielmehr, daß diese Postkarte an ihrem Bestimmungs vrt an gekommen urw mit dem richttgen Poststempel versehe!', ist. Es gibt also wirklich noch Augenblicke, in denen die Feldvv' Geschick beweist."

Letzte Nachrtchte«.

Dev neueste Aerieht der ^eeveLleitung.

(WTB.) Großes Hauptquartier. 1Z. August (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Südwestlich von Bailleul folgten stärkstem Feuer eng­lische Angriffe zwischen Meteren und Merrys. Sie wurden in unseren vorderen Kampflinien abgewiesen. Beiderseits der Lys rege Erkundungstätigkeit des Feindes. In örtlichen Ge­fechten nördlich der Aucre schoben wir unsere Linien vor und machten Gefangene.

Heeresgruppe Generaloberst von Boehn.

Zwischen Aucre und Oise am frühen Morgen heftiger Feuerkampf. Der Feind stieß mehrfach zu starken TÄl- angrisfer« vor.

Südlich der Somme scheiterte ein Angriff lmstratischer Truppen gegen Herleville. Nordwestlich von Roye hatte ein eigener Vorstoß Eiffolg. Französische Angrifft beiderseits der Straße von Roye wurden überall, teilweise im Geacnstoß. abgewieftn. Mehrere Panzerwagen wurden zerschossen einige von unserer Infanterie durch Handgranaten außer Ge­fecht gesetzt. Ebenso brach dicht südlich der Avre mehrfach wiederholter Ansturm des Feindes zusammen. Der Gegner drang in den Westteil von Beuvreign.es ein. Wir nahmen die dort kämpftnden Truppen an den Ostrand des Ortes zurück Nordwestlich von Lassigny schlugen wir feindliche Teilangriffe und mehrfach wiederholte Vorstöße ab. Weitere Angriffs- Versuche hielt unser Feuer nieder.

Zwischen Oift und AiSne begann am frühen Nachmittag starker Artilleriekampf. Gegen 9lbend griff der Feind nach stärkster Feuersteigerung zwischen Carlepont und südöstlich von Nouvron an. Unsere vorderen Truppen hielten in mehr stündigern erbitterten Ringen den ftindlichen Ansturm auf. der überall vor.unseren Kanipfstelümgen zufamwenbrach.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

An der Vesle, beider seits Braisne. folgten auflebeudem Fruerkampf kleinere Jnfanicriekämpft.

Der Erste General quarttermeistrer Ludendorff.

* *

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Bevorstehender Rücktritt Helfferichs?

Berlin. 19. Aug. Wie v-erlcutet, wird der deutsche Gesandte bn der Sowjetrepublik nicht wieder <rn die Spitze der deutschen Gesandtschaft in Rußland treten, jedenfalls so lange rricht, al- sie in Pleskau ihren S-itz haben wird. Der mit der Führung der Gejchäste beauftragte Legationsrat Dr. Ritzt er hat, bis dir Unterbringung der .hxutschM Gesandtschaft in Plestäu erchgültig geordnet fft. seinen Wohnsitz einstweilen in Reval genommen.

Georgien.

Kiew, 16. Aug. (WTB. Nichtamtlich.)Rußki Golos" mel­det: Nach einer Mitteilung vvn Reisender: herrscht tit Georgier: seit dem Einrücken der deutschen Truppen ei'ns musterhafte Ordnung. Ueberalt tritt das Bestachen hervor das Lund in georgischen Sinne zu Mtiviralisieren. Tie Bildung einer regulären georgischen Armee schveitet fort. Aus Sanrara wird berichtet, daß sich dortselbst ein Komitee der Mitglieder der konuftuierenden Nationalversammlung bckdete, das sich als all. russische Regierung ansieht. Tie Majorckät besteht aus Sozralrevo lutionären. T:e Mckckärgcwalt liegt in der: Händen der Tscheck>o- Llowaken, denen in mckitärischTr Hinsicht auch das .Komitee mtter- morsen ist. Dem Komitee ist ^ein Vertreter der Entente zugeteckl

Llo^r George und die Kohlenurbeiter.

Bern, 18. Aug. Bezeichnend ftir die bei der Unterhausdetx'tt" vom 31. Jnli erörterte bedenMche Kohlen tage der EntQttelmiber' ist es, daß nach dem vor etlichen Tagen erlassenen Appell an die Kohl en grubenarbecker Au größerer Betätiguna Lloyd George in seiner an: 10. August in Newport gehaltenen Rede erneut den größten Nachdruck aus die Notwendigkeck erhöhter Kvhkenförderimg legte, nicht nur für die brittschen Bedürfnisse, sondern insbesondere für d:c Frankreichs und Italiens. Die Kohlen, so sagte der Prc micrminrster, bedeuten für diese Länder nicht nur Behaglichteil und Wärme, sondern Betriebskraft für Eisenbahri und ^Nunition- - werke zwecks Verteidigung gegen einen brutalen Feind. Die Kohlen, bedeuten d:e Befteiung der Welt. Ich bckte die Grubenarbeit c- über dre See hinüber zu blicken, wo sie Männer in Waffen v'hrn um die Freiheiten der Welt mck Füßen zu trererr. Ich sage de:: Grubenarbetterr:: Schmeißt Kohlen nach ihnen. Jede Extraladiu^ bedeutet die Gewahr eines Sieges, der Freihett, E^rechäigbck unk den Weltfrieden in sich schließt.

Der päpstliche Nuntius in Peking.

ft .. .der n, 18. Aug WTB. Nichtamtlich.) Die .,-Stam.pa" nötigt Me Ernennung des Monsignore S in c aro sam N unir - s in Peking. Ter Battkar erwarte die Genehmigung Ebinas am die Ernennung öffeittlich beka7cntqegel»en wecde Die Pr'-'-v: Lincaros lasse keine neuen Komplikatiomm poraussehen >-1.- weitere Verzögerung könnte einzig und allem duock> die Frage des Protektorats im Orient veranlaßt werden.

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Tie Mühle.Rudolf Bindürg m Oberbessttiger. fft luegen -ir zuverlässigkeck des Inhabers bis zum 26 November IlllZ schlossen.

Gießen, den 17. August 191--.

Gwßhcrzoaliches Kreisaun Gieß«.

«.r Lemmerde. ^