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Die Erfüllung der hwderidurg-programmL.

Eine Hiöch stlcistUng der deutschen Eisenindustrie. Bon Tr. I. Reichert.

Unter dem Titel,Au s Deutschlands Waise n- schmiede" veröffentlicht der bekannte Fachschriststell ct Tr. I. Reichert demnächst im Reichsverlag Berlin-Fehlen-- dors/West eine packende Darstellung der deutschen Rüstungs- industnc, ihrer Entwicklung im Frieden und ihrer Riesen- Leistungen im Kriege. Er führt uns durch die deutschen Eisenreviere lind die großen Werke, schildert meisterhaft klar die Geheimnisse lind Wunder der Eisenhütteirtechnik und zeigt, wie Erstaunliches dieser wichtigste Zweig unserer Kriegswirtschaft vollbracht har. Wir geben heute als Probe einen Abschnitt iviedcr, der die geradezu mrgeheuren Auf­gaben darlegt, die die deutschen Waffenschmiede bei der Er-

j sülluug des Hindenburg-Programms zu lösen halten.

Die Schristltg.

Trotz aller Schwierigkeiten, die mit der Tauer des Kriegeck kmmer mehr, zunahmen, war die Eisen- und Stahl ge winnung er freulicherweise lange Zeit ausreichend, um den Bedarf für Heer und Marine mit Leichtigkeit zu decken und außerdem rwch Alt träge für den bürgerlichen und Auslandsbcdarf auszuführen.

Eme vollkommene Wendung der Tinge kam jedoch im Fahre 1916 mit der Sommeschilackst, als die Feinde in ganz überraschender Weise unsere Stellungen mit einem wahren Eisenhagel über- schütteten Das damals ausgestellte Hindenburg-Programm ver­doppelte, ia, verdreifachte die Anforderungen an Minen und Granaten, an Geschützen und Mineirwerfern, an Stacheldraht nsw Es waren Forderungen, denen die Industrie nur dann gerecht werden konnte, wenn nicht nur die Versorgung des bürgerlrck-en Bedarfs' und des Auslands zrrrückgcsetzt nmi>c, sondern lyciut noch mehr Rohstoffe und Arbeiter als seither Mr Beringung gestellt wurden Sodann erforderte die gewaltige Verstarttlng unserer Kriegsrüstung ein? lassere Organisation d.n- Vergebung der Ans träge, sowohl ans seiten der Heeresverwaltung, wie am seiten der Industrie Damals wurde eine neue Behörde, nämlich das Kriegs amt, mit der Roh stahl-Au sgleicksttelle, gefc£>a if nt. Letztere ist dazu bestimmt, den Bedarf für alle in Betracht kommenden Ber gebungs stellen einerseits Kusammenznstelleu unb, sofern nicht die allseitig? sofortige Befriedigung des vollen Bedarfs möglich ist, den Drmglichstitsgrad für die einzelnen Bestellungen festen stellen. Auch auf seiten ber Industrie mußte eine Anokdming getroffeir tverdeir, ,rm die nwch'enden Bestelluirgen unterzubringen und di? Aufträge -verteilen. Diesem Zweck dient der deutsche S-tahlbuud.

Im Herbst 1916 zeigte es sich, wie gut cs ist, daß lvir in der Friedens zeit die Anla gen ständig vergrößert inrd ausgebant «nd damit..unsere Leistungsfähigkeit erholst satten. Erst seitdein wissen 'wir es zu sckstitzen, daß wir in früheren Friedensjahren. den Weltn'..'ll erobert haben, daß wir unsere wirtschrftlichen Gegner zurückgedrängt und ihre Eisengewinnung niedrig gehalten haben, und daß wir es bei unseren europäischen Feinden nickst -u einem so großzligigen Ausbau der Anlagen loi-e in Dcutschand haben kommen lassen. Es hat uns überaus viel genutzt, daß die Eilenmdnstriellm Englands, Frankreichs, Italiens und Rust Lands znsammengenommen nicht mehr Eisen und Stahl im Kriegs <§u schaffen vermochten, als Deutschland allein und daß die öster- revchlscb-ungarische Leistung der belgischen gleichkam

Alle Kräfte mußten anfgeboten werden, um unsere Rüstung in gutem Zustand zu erhalten und reich Angcins- und Ablvehr- unttel zu sch Neu. Während man im Lause der neun Ddonate des Krieges 1870/71 der Artillerie etwa 116 Kanonenrohre ins Feld aachsa'l-dte. mußten nstr in diesem Krieg allmählich so weit kor.rmen>. daß Nur Woche für Wvckie die eben genannte Menge, ja, noch eine größere Zahl von Geschützen ins Feld brachten. Auch von dein son- stigeu Eisei: und Stahlverbrauch haben die Wenigsten eure Bor- Mluug. Fm 70er Kriege haben lvir vielleicht 80 Millionen Kilo­gramm Eisen und Stahl benötigt.

Weio ' Rt'enge aber verschlingt der jetzige Krieg? Heute stehen auf deulil. r Seite etlva zehnmal soviel Männer unter den Waffen wie Anno Siebzig. Daher erfordert heutc schon die Ausrüstung der Trichpen mindestens zehnmal so große Eisen- und Stahlmengen Bekanntliä, trägt aber heute der Soldat nickt nur Gewehr und Seitengeivehr, eisenbenagelte Schuhe, Kochgeschirr und noch einige andere Eisenteile, sondern alle Uniform- und Ausrüstungsstücke, die frühe aus anderen Metallen hergestellt worden waren^ sind indischen durck Eisen nnd Stahl ersetzt worden. Es kam der Stahl­helm. bic eiserne Schutzmaske und der stählerne Brustpanzcw. Ter Felsgraue startt von Eisen. Der Infanterist schiefst mit Munitimi. die in Stab:Hülsen ein Stahl g es chß birgt, er ver­teidig! sick hinter Stahlsckutzschildern oder eisernen spanischen Reitern mit eisernen .Handgranaten. Sein Unterstand ist mit eisernen! Wellblech. Eisenträgern und Eisenbeton abgedeckt und wird in kalter Jahreszeit mit eisernen Oefen geheizt, und die Lauf graben in den Niederungen werden durch eiserne Rohrleitungen und eiserne Pumpanlagen entwässert. Neben der Infanterie steben die Masck>>inengewehre, die Minenwerfer, die Revolverkanonen, va hinter die Feldkanoncn, lei-chte und schwere Haubitzen und inxf* weiter zurück 12-Zentimeter-Mörser 'und die 120 Kilometer weit- tvagenden Langkanvnen. Geschütze wie Munition, alles aus Eisen und Stahl. Die Zufuhr von Lebensmitteln und .Kriegsmitteln wird nui mit Eisen beschlagenen Fuhrwerken, Automobilen und mit der Eisenbahn bewerkstelligt. Im Herbst 1917 ist bekannt g^vorden, daß in den drei ersten Kriegsjahren trotz der Eroberung von viel feindlichem Elsenbahnmaterial nickst loeniger als 90 000 Eisenbahnwagen und -1000 Lokomotiven neu gebaut und in Dienst gestellt wurden. Man denke ferner an die Eisen- und Stahlmengen, welch di? Ausdehnung unseres Eisenbahnnetzes infolge des Vor­rückens unseres.Heeres kostete, schließlich noch an die Unmenge, wdcke unsere Rüstung Mr See verschlingt.

Ein Großkampftag der vorjährigen Flandernschlackten hat uns in 24 Stunden wohl mehr Eisen als der ganze 70er Krieg gekostet Fn den neun Monaten des damaligen Kampfes sollest stuf deut'ckei Seite von der schweren Artillerie 320 000 Granaten und von der Feldartillerie 338 000 Gesch.u'se verbraucht worden sein Was den Gesamtoerbrauch anlangt, so Hab? ick berechnet, von ^ in den ersten 40 Monaten dieses Krieges enva 50 Milliar­de! stckocnamm Eisen und Stahl seitens der Mittelmächte für krregs- und kriegswirtschaftliche Zwecke verbraucht ivorden sind Im 4, Monat näherten wir ims sikchn der 60. Milliarde. Es rst stl^ver. nck ein? Vorstellung von dieser Menge Eisen und Stak. mack«?n Könnte man daraus einen eisernen Ring schmieden rmo ihm am Uequator um den Erdball legen, dann ivürde das wul.uive Meier dunes .usernen Ringes nicht weniger als 30 Zentner« tpiegei! Hatte man aber aus derselben Menge einen Schutzivall E Epen und -stahl errichtet, um auf allen Zchlachtfronten, ^mlrck m ,vrankreich und Belgien, in Italien, Rußland und ^macnei-. ,owce cm Balkan, serner in .Kleinasien und Palästina, f .. J T nnfr 2äuge vvn 8000 Kilometern Schutz zu finden, W wurde das lautend? Meter' dieses Eisenwalls etwa 200 Zentner wiegen

' 1 gewaltige, unübertrefflich? Leistung imserer Eisen- und .E unterer nwchanischen Industrie geht .'ect der '' a r pahezu rettlos im Bedarf unserer Kriegs- mttr ^Fegswrrtfchast auf Denen wir reichliche Krieg!

Ten JiiV, dann venrkchten lvir um w rnehr Feinde.

nern und anderen Völkern, die nicht über ge- Blist öernrgten, kostete jeder Angriff Ströme von

aimh f-M- ^-^^denbvrg-Programm für di? Kriegsindustrie

T?unZl die Hindanbnrg-Taktik- Mm! schaffe

genügend Waffen, und man schont das Blut

unseres Voltes?

Stil Stadt rrrrd Cant.

Gießen, den 8. August 1918. Rettet unsere Wäsche.

Tie Reichsbekleidungsstell? schreibt:

Wäsche' detchädigung und Vernichtung der

«ratche in den gewerbtrchen Warchereren mehren sich m er­

schreckender Weise. Bei der Knappheit der verfügbaren Vorräte und im llnmüglickstcit. mangels hinreichender Rohstoffe ^ neu? Stücke zu ch>assen, erfordert dieser Umstand oie^ ernsteste Beo y, j tung der maßgebenden Ärdfe. Siclierl.-tz laun die Schuld nicht alleist den Wäickereien beigelegt werden, da 'in vielen Fällen die Waschmittel, die im Hc-usball angeivandt wurden, bevor die Wäsche zum Reinigen außerhalb vcs Hauses gegeben wurde, du' Wäschesascru bereits derart zermürbt hatten, daß sie bei erneuter Wäsche zerfallen. Vielfach auch sind die Srofi?, die zur Her stellung neuer Wäsche in der Kricgszeit verwandt wurden, ilicht mehr von der alten Festigkeit. Es liegt aber die Besorgnis vor. daß diese Gewebe bei den Wäschereien mehrfach nicht der auss dringendste notlvendigen Schonung unterliegen. Das in der jetzigen Kriegszeu oft nicht genügend geschulte Personal trägt mit seiner nachlässigeren Behandlung der Stücke zu einer Er Höhung der sckwn durch di? Be schaffen steil der Kriegswaschmittel besteheltden großen (?>esahr für die ^Gewebesasern bei.

Die Rerchsbekleid^ungsstelle muß deshalb vom ^Stairdpwlktc der Wahrung unserer Vorräte den Wäsck-ereien aufs nav>driick- lichste die schonende Belmndlung der Wäsche in ihrer! Betrieben unter strengster Beaufsichtigung ihrer Ängestellterr zur Pflicht machen.

Um znm mindesten die Gefahr der chemischen Zersetzung der Geivcbe abzulvenden, hat die Reichsbelleidungsstelle die Anwen­dung bestimmter ätzender Stoffe bei der Reinigung der Wäsche in gelverblickxn! Wäschereien durch eine Bekanntrnachung vom 3. August 1918 verboten und aus die Gefahr strenger Bestrafung mit Ge­fängnis und Geldstrafen, neben denen auch die Anordnung der Veröffentlichung der Strafurteile zulässig ist, bei Zuwiderhand­lungen hingewiesen. Cs dürfen die verbotenen Chemikalien nur zur Derweudmrg gelang-eu, lvenu sie als Bestandteil der vom Krregsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette ge­nehmigten Waschmittel gebraucht werden.

^Andererseits muß aber auch von den .Hausfrauen erivartet lverden, daß sie bei den nun einmal augenblicklich unodänderlickien, nnzulänglicken Waschlnittelu von ihren weitgehenden Fordernn- gcn einer blendenden, fleckenlosen Weiße, der Wäsche Massen und sich damit begnügen, daß eine den hygienischen Anforderungen stFvügende Reinheit herbeigesührt ivird, mag auch eine leichte Verfärbung der GelveM die Flack>sfaser ist von Natur gelb­lich oder mögen, uucb geringfügige Flecke in der Wäsche zurück­geblieben sein. Bleichmittel sollten nur da benutzt iverden, wo es für den Gebrauch der Wäsche unbedingt erforderlich ist.

^ In den Wäschiweien dürfen künftig Chtorbleichmittcl nur in chevrm klarer Lösungen verwandt lverdcn und müssen alsbald wieder >aus der Wäsche entfernt oder unschädlich gemacht werden.

Für den Gebrauch zur Reinigung der Wäsche konnte wegen 'dcs Bedarfs der Heeresverwaltung^ bisher die Produktion der Soda nicht erhöht lverden. Fette sind, roie allgeniein bekannt, hierfür nur in ganz beschränkten! Maße zu haben. Es urußtc deshalb auch bei den Waschmitteln das kleinere Nebel > gewählt und noch mmrches schärfere Waschmittel zugelassen werden. Falls jedoch die den Packungen der mit Genehmigungsvermerk ver­sehenen Waschmittel sters beigegebenen Gebrauchsanweisungen streng befolgt werden, ist die Gefährdung der Gewebe auf das Mindest »naß beschränkt. Keinesfalls dürfen unterschiedslos die Wasch­methoden der FMedencheit angeivandt lverden.

*

** Diebstähle. In letzter Zeit wurde in hiesiger Stadt ge­stohlen: 1 Fahrrad, MarkeClevelgnd", mit der Polizeinummer G. 6750, schwarzenl Rahmenbau, ebensolchen Felgen, gelben .Kot­schützern, und 1 silberne.Handtasche, in der sich 1 gold. Tamenuhr mit den Buchs!obenM. B." auf dem Rückdeckel und ein Tamen- portemonnaie mit 10 bis 15 Mark befand; ferner iir der Nacht zum 3. d. M. aus einem Haus garten in der Goethestraße ein weißes Waschslleid, 1 weißer Ilnterrock, 3 weiße Untertaillen, 3 weiße Blusen, 6 iv-eiße Taschentück>er, 2 lveiße Dlufenkragen und 2 Paar weiß? Stri'rntpfe. Sae'Hienlich? Mitteitimgen nimmt die hiesige Kr-iminalttoliM entgegen. >

** D i e V e r w e r t n n g der O e l f r n ch t e r n t e i m K r e i s e G i e ße n. Ta sich die Ausnahme des Betriebes der Oel- mühlcn im Kreise Gießen stark verzögerte, wandte sich der Land- tagsabgeordnetc Dr. Werner an das Großh. Ministerium des In­nern und erhielt folgende Antwort:Ew. Hochwohtgeboren be­ehren wir uns, aus das an Seine Exzellenz den Hkrrn Minister des Innern gerichtete Schreiben vom 31. v. M. ergebenst zu er­widern, daß der Betrieb in den Oelmühlcn des .Kt-eises Gießen Wohl demnächst ausgenommen wird, wenn eine bereits mehrfach in Erinnerung gebrachte Entschließung des Staatssekretärs des Kriegsernährungsamts über den Inhalt der auszustellenden Schlagscheine ernaegangen sein wird. Wir bedauern die in der An gelegenheit eingctretene Vcrzögernng lebhaft. Tie Bewohner des Kreises Obertaunus, Wetzlar und Weitburg können i n d e n M'ü h lcn des Kreises Gießen Oelfrückte so lange nicht ver­arbeiten lassen, als nicht von ihren Landratsämtern die Gench nrigung des Staatssekretärs des Kriegsernährungsamts hierzu nachgeiucht und beigcbracht worden ist."

Kreis Büdingen.

, üdi n ge n, 7. Aug. Im hiesigen Vereinslazarett starb nach längerem schweren Leiden der Gefreite Mögen bürg. Kefenrod. Nach 33monotigef treuer Pflichterfüllung starb der Kancmier Heinrich Webelholz. Lei dH ecken. Hier starb nach kurzer schwerer Krankheit der Bereran von 1870 71 Karl Wirt h. Gettenau. Das Eiserne Kreuz erhielt der Sergeant Wilhelm O st h e i m.

Kreis Alsfeld.

R u v pertenrod, 7. Aug. Das Hessifckx- Sanitätskreuz erhielt der Sanitärer Herwann Schlosser.

Kreis Schotten.

«Spöttelt, 7. Plug. Am 12. und 13. d. M. nndet der stieiige ..Sommermarkt" statt. Gs findet nur Zuchtviehmarkt statt.

' Groß-Eicken. Der Mühlentretrieb des Konrad Faust V. wurde nvgen Unzuverlässigkeit des Betriebsinhabers auf die Dauer von 3 Monaten .geschlossen. H c r chen h a i n. Zu Ehren- Fcldschützen wurden ernannt imd verpilickstet: Heinrich Appel IV., Heinrick Appel V. und Heinrich Stei n.

Hessen-Nnssau.

^Frankfurt a M., 7. August. Wegen umfangreicher Schwindeleien, Betrugs und Diebstähle, hauptsächlich von Reise­gepäck. wurde der 25s ädrig? Zimmerer Sckinitz aus Köln ver­haftet. Schmitz batte zahlreickMt jungen Mädchen die Heirat ver­sprochen und sie um ihre Ersparnisse geprellt. Er- hat !iier und» in vielen anderen Stävten sein Unwesen mir gefälschten Papieren Und unter falschen Namen feit ntzehr als caiem Fahr getrieben.

Sport.

RuderklubH assi a". An der kommenden Sonntag in Frankfurt a. M. statt findenden J ubiläumsregatta des dortigen R.-Sp.-B.Amicitia" beteiligt sichHassia" an 3 Reimen. Im Einer trifft der Skuller Hch. Iödt, Bruder des ehemaligetr Meister- sahrers des Südd. Rnderverbandcs, mit einem alten Skuller der Fraillsurter R.-G. ,,Borussia", Tb. Rau, und einem Neuling von der ^echenheinier R.-G. 1910. .Kühn, zufanlmen. Tie Aufünger- Mannschast hat die FrankfurterAmicitia" und Frankfurter Borussick^ sowie F-echenheinier R.-G. 1910 init 2 Booten als Gegner. Im Ernlunterungsvierer sind gnßerAinicitia" und der einen Fcchenheimer Mannsciwst noch FrankfurterMemannia" nnd Wasiersvortv.Vorwärts", Mannheim, Mitkonkurrenten. Ten Iubiläums-Achter bestreiten Franks.Alemannia", Franks.Ami- cllra". OssenvacherGerinania", MannheimerVorwärts". Fechen- haimer R.-G. 1910.

Pcrmef^tci.

Das Unglück im Zirkus Sarrasani.

^ lieber das Unglück, totem ber einer Vorstellung im Zirkus Sarrasani in Berlin das Artistien-TrioDie drei MemekeS" zuin Opfer, fiel. beriüAet dieB. Z.", daß die llchache in einem Materialschaden liegt. Th? drei Meinekes, eine sehr bekannte VarielsnAurmer, arbeiteten mit einem Apparvt, der sich aus einem

vck'it Meter hohen Mast mit einer Plattform und mehreren aus die Plattiorm gestellten Leitern zusammensetzte. Die Leitern wurden diuch Zapfen in der Plattform verankert, wareti jedoch beweglich, l und vi. >tun>t de? Artigen bestand darin, ans diesen beweglichen Leitern sch-merig? airovatrsck? 'Sistimg.n zir zeigen. Die Meut?l'es waren /igch Schluß e-h??.. Arbenen im Absteigen begriffen, als die letzte der LeiUmn, die das 0-ewstht der drei Personen trug, etwa 20 Zentimeter über der Pbattforui brach. Beide Holme brachen durch, und die unterste .Sprosse, die di? beiden. Holme verbindet, lonuie das l^wicht nickst hallen uw) ging ebenfalls in Stücke. Tie drei Artisten stürzten über die Plattform in die Menage. Einer von ihnen, Bruno DLetzner, trug einen Schädelbruck davon und lliaro kurze Zeit später. Ter Ehef der Tripipe, Meineke, erlitt bei dem Sturz schwere innere Verletzungen und wurde mit dem dritten Artisten. Fleischer, nach dem Hei wigs! ranken haus gebracht. Flepner hatte sich ein Bein gebrochen. Ter verunglückte Artist Atetzner war Obercnatrose imd hatte als Heizer die Dckstackst om Skagerrak mitgemacht. Dabei erlitt er eine Verwundung arn llnien Arm, die zwar bald tvi-sder ausheille, aber doch eine Ver­krümmung an der linken Hand zur Folg? bitte. Trotzdem tonnte ec seinem früheren Berus als Artist Wieoer turchgehen Er n>ac ein geborener Berliner und hat ein Aller von 27 Jahren evreiiijt. Herr Meineke ist in Artistenkveisen bestens belamrt. Tr hat schon vor Jahren einnral einen Unfall im Beruf -erlitten, kam aber danrals ohne Schaden davon. Seine Verletzungen fcheinen schwer zu sein, doch besteht Hoffnung, daß er nneder genesen wird. Tr? Unterslrchung des gebrochenen Leiberteiles hat ergeben, daß das Holz sich^in tadellos-nn Zustand befand und daß loeder eine brück ge Stelle, nock> ein Riß vorhanden war, auf den man das Brechen.Aurücksühven könnte. Es Muß eine ganz besondere Ver­kettung unglücklickr Umstände gewesen sein, Sic das Material der sonst als vorsichtig bekannten Artisten in Stücke gehen ließ.

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Berlin, 8. Aug. Llus Nckuyork wird dem L. A. aus dem Haag zufolge gemeldet, daß der Bau eines Tunnels, der Neuyork mit bei- gegenüber an der Mündung des.Hudson River liegenden Latavt Zersetz verbindet und innerhalb- Kweinuhalb Jahren fertig- gestellt werden soll, genehmigt ist. Staat und Stadt Neuhork warfen tetn Mtlltvnen dafür aus. Der.Erbauer des Panamakanals In­genieur Gvethals, hat die Pläire grttgcheißen.

... cK®- Saarbrücken, 6. August. Auf Bahnhos Nonnweiler stieß der Personenz.ug 3804 mit einer über das Einfahrt^ signal hiuausgefahrenen Rangierabteilung -zusamureu. Einige Per­sonen wurden leicht verletzt. Iu Neunkirchen (Saar) entgleiste heute mittag gegen 7 2 12 Uhr ein von der Hüttenbergstraße her uuterkommender Straßenbah-nwagen an der Ecke Stumm- und Kömgjtraße -wird fuhr mit voller Olewalt in das Kaiser-Kaffeo- Dbichaft. Ter Wagen tourde zertrümmert und sehr erheblicher Sackstchaden angerichtet. Mehrere -ecsonen wurden leick verletzt.

* Brot aus Gras. Aus der Suche nach Ersatzstoffen zur Brotbereitung ist man iit Schweden darauf verfallen, Gras zur menschlichen Erirährmig heran-nziehen. Professor I. E. Io haufso-n hat im Austrage des schwedischen Laudwirtschaftsmmisters hierüber Verbuche airgestellt, und deren Ergebnis ist, wie ans Stockholm berichtet ivird, recht befriedigend ausgefallen. Das Gras.^um das es sich dabei handelt, ist das Wiesenliefchgras auch ^.inrot Heus gras genannt (Phleum pratense L.j, ein? Grasart. die airch in Deutschland an trockenen Rainen, Ackerrändern und Wegen allentlmlben massenhast vorkommt und als geschätzte Futter­pflanze überdies stellenweise angebaut wird. Johansson hat durch ferne Untersuckmgen festgestellt, daß dieses Gras im Notfälle zur Brotstreckung verloandt werden kann, doch soll die Menge 50 Gramm täglich au| den Kops nicht übertresien. Nur wenn das Gras besonders zeitig geschnitten wird, ist eine größere Tages- meuge zulässig. Was die Verwendbarkeit für den Bäcker angeht so hat sich herausgestellt, daß die Grasart, rickig getrocknet und vermahlen, mit Roggen zusammen verbacken ein wohl- s ckmcckendes Brot gibt. Unmöglich stdoch war es, aus Timotheus- gras allein oder zusammen init Fett, Zucker oder Eiern irgendein genießbares Nahrungsmittel berzustellen.

Letzte Nachrichten.

Dev neueste Bericht der «eeresleitttng.

Hauptquartier, 8. August

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Bewerfeits der Lys schlugen wir englische Teilvorstößt zuruck. Rordllch der Somme führte der Feind heftige Ge­genangriffe gegen unsere neuen Linien beiderseits der Straße BrayeEorbic. Sie wurden abgewiesen. Während der Nacht zerttvelllg auflebende Artillerietätigkeit und Erkun­dungsgefechte. Westlich von Montdidier scheiterte ein Teil- cmanfr der Franzosen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen Soissons und Reims lebte der Feuerkampf itt nnzetnen Allschintten auf. Kleine Insanteriegefechte an der Atsne und Besle und nördlich von Reims.

Heeresgruppe .Herzog Albrecht.

In den Vogesen erfolgr-eicher Vorstoß in die stindliche», Lmien am z-rchratzmannele.

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Leutnant Frhr. v. Boerigk errang seinen 2V. Luftsieg.

Der Erste Generalguartiermeifter Ludendorff.

Das russische Problem.

, ^ Z,enf 7. Ana Seit einigen Tagen ist wieder die Ernennung des Richters am Obersten Gerichtshof Brandeis zum Ches der amerikanischen Mission in Rußland besprochen TieNew Bon Tribun?" meint, Brandeis könne sicher als Bevollmächtigter Amerikas Mittel finden, um Rußland zu retten. Er werde nicht nur Amerika, sondern die ganze anti- Alli an z in Rußland reprästuticren, Venn das russi­sche Problem umfasse nrehr oder weniger gleichzeitig alle anderen Kriegs- irnd Friedensprobleme.

Ein Papstfchreiben nach Irland.

Lit'gano, 7. Aug. TerSera" meldet aus Rom, daß der P a pst an die irchchen Bischöfe ein Schreiben gerichtet habe, das geeignet sei, angeficks des harttiäcligcn Widerstandes des irischen Episkopats und der niederen Geistlichkeit gegen die Re- krutierung sowie gegen die englijck-e und die Sache der ?llliierten; überhaupt, ein bedeutendes Lluffehen zu erregen. Das Schreiben werde sofort nach der Ankunst am Bestimnulngsorte veröfientlich werden.

Zur Ann'rsenheit Helfsrrickls in Berlin.

Berlin, 8. Aug. Tic vorüber gehende Berufung des Tr. Helsferich aris Moskau nach Berlin ist, wie der .Lokalanz " Meldet, Vvn dem Wrursche diktiert, einen eingehenden Be- richt von ihm über die verwickelte Lage in Groß- ru ßlan d entgegenzuuehmen. zimial dr? telegiaphisck Bericht- erstattniig znnschen der deutsckwn Reickrshauptstadt und Moskau unter den gegenwärtigen llmstäirden äußeret erschwert.ist. Nachdenr Tr. Helfferich sich seines Auftrages entledigt hat .dürste er sich auf seinen Posten zurückbegeben.