Nr. i?8 Zweites Matt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhejjen) Donnerstag, 1. Augus 19(8
Vie militärischen Entscheidungen im Weltkrieg.
Bon Bodv Zimmer m ann,
Hauptmanu im Generalstab des Feldheeres.
Ein Krieg, »ine der jetzige, in den nach und nach fast alle Großmächte der Erde und ein gut Teil kleiner Staaten hinein!- erzogen worden sürd, eilt Krieg, der auf den verschiedensten und auch eigen artigsten Kriegss chau pl ätze»» geführt wird und nun nn- muerbrochi: vier Jahre andauert, der von unseren Feinden von langer Hand l>er vorbereitet lvar, verlangt zu seiner Lösung und Beendigung nicht eine, sonderir eine ganze Reihe von Entscheid u n g e n.
Schon weil er ganz neue Arten der Kriegsführung zeitigte, — nicht nur m Anwendung von Kriegsinitteln, sondern vor allem »n der Beteiligung so ungeheurer Massen am Kriege; solcher Massen, daß sie nimmermehr auf engem Raume eines Tages einer Eut sch'.dungsschlacht oder Eutschiduugshandlung erliegen fönnen, sondern daß ihre N i e d e r k ä m p s u n g aus st ü ck - weise harter Arbeit bestehen muß. Um so mehr, wenn diese Massen, räumlich getrennt, uns von mehreren Seiten beraumen. — Zweifrontenkrieg! —
Wir sprachen von der Entscheidimg. Gewiß, schließlich wird eine Entscheidung fallen, die wir als die Endentscheidung ansehen; und zwar im Westen. Sie ist das Ziel unservs Handelns seit 1914, ihm streben lvir zu wrd haben uns ihm durch alle in Olt und West vorausgegangenen entscheidenden Wendungeil dieses großen Krieges bedeutend genähert. —
Was intfcrcm ganzen Kriege von Anfang an seine Bestimmung gab, was Deutschland uitb seine westlichen Städte, Dörfer und Flurerl i>or der Vernichtung rettete, war unser blitzschnelles Vormarsch im Westen 1914; daraus darf man keineswegs aus einen Angriffskrieg rmsererfeits schließen. Im Gegenteil, dieser Vormarsch war eine Wwehr! Damit uns die Feinde nicht ins Land kamen: nach unserer taktischen und strategischen Anschauung ist und bleibt nun einmal „der Hieb die beste Parade", gerade für den an Zahl Schwächeren. Das hat uns schon Friedrich der Große gelehrt.
Wir schulen uns also durch unsere Siege im Westen, die durch verblüffend schnelle Operationen ausgelöst wurden, die Möglichkeit, erst die westliche Gefahr zu bannen, bevor die östliche allzu kritisch gelvorden war. Es gelang. Durch den Rückzug hinter die Aisne schafften wir uns später im Westen in fester Wehrstellung das GleiclHgetvicht der Kräfte wieder, das durch unsere notwew- digen Abgaben nach dem Osten sonst hätte verloren gehen müssen.
Bis dahin — Herbst 1914 — waren also schon zwei Entscheidungen gefallen: Durch Unsere Offensive im Westen 1914 die Rettung des Vaterlandes vor dem Einsall der Feinde, durch unseren Entschluß während der Marneschjlacht, in fester Abwehrstellung den tief in sein Land zurückgeworfenen Feind ruhig anrennen zu lassen. int£ in Frankreich defensiv zu verhalten, die Destimnnmg des ganzen weiteren Kriegsverlaufes.
Damit war der Schwerpunkt des Krieges plötzlich vom Westen nach Osten verschoben worden; eine weitere Entscheidung war dort schon durch die Befehlsübernahme Hindenburgs getroffen worden: was sie bedeutete, ahnte man damals noch nicht; «pätere Geschichtsschreiber werden in ihr aber die Bestimmung des ganzen Feldzuges sehen. Das ffauze deutsche Volk fühlte, daß dort vom Schicksal ein Feldherr mit seinem treuen Gehilfen hingestellt worden war. der die Rettung aus schwerer Bedrängnis bringet würde
Tannenberg, die Schlacht an den Masurischen Seen! Das Vertrauen des ganzen deutschen Volkes gehörte plötzlich und seitdem imerschütterlich den beiden Männern: Hindenburg und Ludendorff. Und der Westen mußte ihnen geben, was sie zur Entscheidung im Osten brauchten; denn angesichts der ungeheuren! Bedrohung im_ Osten durch die russische Dampfwalze war es klar geworden: Erst mußte dort Titanenarbeit geleistet werden, erst mußte der Osten erledigt »verden, ehe nur im Westen wieder an ein Vorwärts denken kornrten.
So wurde unsere strategische Offensive gegen den Osten geboren.
Einzelheiten würden zu weit führen. Voll von Entscheidungen ist die Kampfzeit von S l / 2 Kriegsjahren im Osten. Entscheidungen, die alle als Endziel die Zertrümmerung des Zweifrontenkrieges im Auge lmtten. Gegen Russen, Serben. Montenegriner und Rumänen mußten sie ausgesochten werden.
^ Die Schlacht bei Lodz legte mit der Einnahme der Stadt die große russische Offensive gegen uns Ms Polen heraus ' ahm. Der Kriegsplan der Entente »var in seiner Wurzel getroffen ? j
Die Wmterschlacht in Masuren fegte die Russen vollends aus Ostpreußen. Der Durchbruch von Gorlice-Tarnow, die Eroberung Polens, der Marsch zur Düna, die Zerschmetterung Serbiens und Montenegros, alles das sind entscheidende, bestimmende Taten. • '
Der Weg zur Türkei über den Balkan ward geöffnet! Die Abwehr blindwütiger Russenstürme unter Brussilow im Jahre 1916 verhinderte einen von der Entente erhofften Umschwung de»' Kriegslage, der Feldzug gegen Rumänien im Herbst und Winter 1916 machte ihre letzte Hoffnung auf eine Aenderung der strategi- icken Lage zusfanden. Dann kam die er ste russische Revolution; auch sie griff entscheidend in den Lauf der Dinge ein, da sie — wie jede Umwälzung — störend und schwächend auf den Organismus Rußlands einwiröer» mußte. Zwar gelang es dem Ernenrei'üldlnrg Kerenski, im Sommer 1917 nochmals"die >rffsffchen Massen zu wahnsimrigen Blutopsern in Galizien mit iortzureißen — aber es war Strohfeuer. 9lbgebraunt, erlosch die Begeisterung sehr schnell-, zerstob durch unseren Gegenstoß von Iloczow und löste wilde Flucht aus. Riga, Jakob st adt und Oesel waren die letzten Schläge Hindenburgs, die der zweiten russischen Revolution mit Lenin und Trotzki die Richtung wiesen, in der allein eine Retttmg des Landes noch möglich: Den Weg zum Frieden. Er »var schwierig, Trotzki wollte ihn nicht gehen; die von Rußland losgelöste Ukraine aber ging ihn. So mußte nochmals. das Schwert gegen Großrußland enffcheiden; der Zwang der Tatsachen brachte :rns Frieden! Damit war die östliche Entscheidu g gefallen. s)kumänien konnte nicht allein einen aus» cn >tzamps weiter kämpfen, auch Rumänien mußte Frieden schließen.
Während dieser ganzen Zeit hatte die Entente im Westen Entscl ei düngen gesucht, aber nicht gesunden. 1915, 1916 und 1917 hoffte die Entente, durch große Durchbruchsschlachten die ent- »cheidendc Wendung in Kürze herbeiführen zu können; sie blieb chr versagt. Champagne, Artois, Somme, Arras, Aisne-Cham- oagne, Flandern, Cambrai das sind die Stätten ihrer blutigen strategischen Niederlagen, ihrer massenhaften Blutopfer, die — Msamine«gezählt — m die Millionen .gehen! Zu örllichn, aus' die strategisch Gesamtlage einflußlosen .Handlungen sanken ihre großangelegren Durchbruchsversuche herab; — Rußlands und des Ostens Ausscheiden aus dem Kriege nahm ihr jede lveftere Hoffnung auf eine Entscheidung. Auch das Hereiuziehen weiterer Staaten in den Krieg hatte nichts genützt. Italiens Kriegs- Lilnahme war, im großen betrachtet, ttotz der elf blutigen« Jsonzvschjachten in der Wirkung gleich Rull geblieben. Nach Amerika schaute die Entente schon seit 1915 aus, nach jenem Amerika, das hinter der Maske des Neutralen unseren Femixnq für schweres Geld die Mittel zu tanfe»idfachm Tode unserer Helden lieferte: das , sich aber moralisch entrüstete,, >venn wir emes serrer Schisse, die solche Mittel völkerrechtswidrig transportierten, versenkten.
Unser uneingeschränkter U-Boot-Krieg vom Februar 1917 schuf daher eine dringeird notwendige Entscheidung: die Klärung der Frage, wie sich Amerika verhalten sollte; er riß Wilson die Maske vom Gesicht: auch dieses Land, dessen n »» ffchaftlich und materielle .Kräfte nicht unterschätzt werdeir sollen, trat nun im Frühjahr 1917 offen in die Reihe unserer Feindr. Es i,! Amerika, oder vielmehr seinem Präsidenten, jetzt zweifellos ernst mit der Hilfe für die Entente. Aber bei Beurteilung Car Frage, »vas euffchideich ist, der U-Boot-Krieg oder Amerikas Krftgsteiüuchme, fällt diese Ueberlegung zugunsten des U-Bovt-Krvegcs aus.
Wir mußten ihn wählen, trotz oder vielleicht sogar wegen lAnverikas. Letzteres kann in diesem Kriege nimmermehr eine Ent- sÜMdung erzwingen; es kommt zu spät. Selbst wenn es seine Transporte vervielfacht, wenn, es eine oder zwei Millionen Menschen schicken toürde, — ein Ersatz für die vielen, vielen Millionett, die die Entente verloren hat. kann nicht gefunden werden.
Unser U-Doot-Krieg ist entscheidend. Es gilt nicht zu fragen, wann, sondern nur zu wissen, daß er entscheidend wirkt.
Noch bevor »vir im Frühjahr dieses Jahres zur Offensive im Westen schritten, zeigte sich im Herbst 1917 bei beginnende»»» Verfall des Ostens ein Vorläufer unserer gewaltigen Kraft in unserem und der Verbündeten Feldzüge in Italien. Der Durchbruchshieb von Fliffch-Dolmein, der bis zum Piave durchschlug. entriß den Italienern 3000 Geschütze, brachte ihnen einen Gesamtverlust von 500000 Manu ein; somit war Amerikas Hilfe, so hoch sie je augespairut tverden mag, schon damals nur ein mangelhafter Ersatz des der Entente vielfältig Verlorengegangenen.
Unterdessen brach am 21. März 1918 unsere Offensive im Westen los. Wie die Ereignisse bis jetzt gezeigt haben, ist die deutsche Führuttg und der deutsche Soldat bei nur airnähernder Gleichheit des Kcäftemaßes jedem Feind unbedingt überlegen. Das haben wir den Feinden in der großen Schlacht in Frankreich, bei Armentiercs, an der Lys und an» Kemmel, im stürnrffchen Siegeslauf von ^der Aisne bis zur Marne und im siegreichen Vorstoß westlich Soissons gezeigt. Weitere Daten werden sich diesen ruhmreichen Siegen zugesellen und werden schließlich uns das bringen, was mir mit felsenfester Zuversicht als Ausgang der Offensive im Westen erwarten: d e n Endsieg.
Um ihn zu erringen, um die feindlichen Millionenmasseu mit ihrem Millionenmaterial jeder Art der E»rdentscheidung gefügig zu machen, galt es, in fortlaufenden Schlägen ihre Kraft, ihre Reserven und »hr Material so zu schwächen, daß schließlich die Masse zermürbt und zerschlagen ist. Dazu dienen unsere jetzigen großen Angriffe. Wenn wir ' so weit sind, dann »verden »vir das Feld offen finden, tverden in letzter gewaltiger Entscheidung uns den Weg zum Frieden erzwingen, den bisher immer noch der verbrecherische Starrsinn der Feinde verrammelt hält.
Deshalb eröffnet uns das fünfte Kriegsjahr günstige und ruhmvolle Aussichten. Wir werden es schassen!
Unserer AnMgenümöjchast Zur gefälligen Uenninlsnchme!
Infolge öer Zehr verteuerten Herstellungskosten durch Papier- und tllaterialpreissteigerungen, sowie durch notwendige Lohn- und Gehaltserhöhungen sind wir gezwungen, von heute ab zu den seitherigen Anzeigen- und Reklamepreisen
einen LeuerungZüufschlag von 20%
hinzuznrechnen.
Sichen, den ». August »9»8.
Verlag des Giestener Anzeigers.
Ans SkLrdt Lantz.
Gießen, den 1. August 1918.
LU. Von der Universität. Dem Herrn Tr. Ernst Hörmesser aus München wurde heute die venia legendi bei der philosophischen Fakultät der Landes-llniversität für das Fach der Philosophie erteilt.
** Nichtbeförderung von Schreibmaschinendur ch s ch l ä Le n als Drucksache. In der Okschäftswelt war mitunter die Ansicht vertreten worden, daß auch Schreibmaschinen- durchschläge als Drucksache befördert werden müßte;:, ähnlich den Hektographierten Schriftstücken. In einer an den Reichstagsabgeordneten Felix Marguart gegebenen Auskunft weist mm das Reichs- Postamt darauf hin, den Wunsch znm Bedauern des Postamtes nicht erfüllen zu können. Die Auskunft des Reichspostamtes tautet; Gegen die für Drucksachen festgesetzten Taren »verden nach § 81 der Postordnung vom 28. Juli 1917 nur solche Vervielfältigungen von mit der Schreibmaschine ge'ertigten Schriftstücken lze^ördert, die durch Llbdruck oder Abzug, nicht aber mittels Durchschtags, her- gestellt sind. Bei den Schreibmaschinendurchschlägen wird nicht der fettige Satz gedr»»ckt vder abgezogen, sonder»: es werden die eiir- ^elnen Buchstaben durchgeschlage::. Mit Hektographien, die Abzüge fertiger Sckniftstücke sind, stehen die Schreib»»:aschinendurck»i- schläge nicht auf derselben Sttffe. Eine dVendmrmg der Vorschrift ff. a. O. in dem gewl'mschten Sinne würde jeden dürfender eines Brieses in .die Lage versetzen, die Urschrift des mft der Schreibmaschine Igeschriebenen Brieses zzittickznhatten und lediglich der Portoerf'parnis »oegen einen Durchschlag gegen die Druckiachentaxe nbzusenden. Ein derartiges Verfahre»: hätte einen unabsebbare:: Gebührenansfall für die Prostbisse zur Folge.
Landkreis Gießen.
** Lauter, 31. Juli. Wehcmaim Wilhelm Niebergall erhielt das Eiscrue Kreuz 2. Klasse.
** Ob er-Bessingen, 30. Juli. Ter Schütze Ernst K ü h n »vurde mit der Hessischen Tapferkeitsmedaisse ausgezeichnet.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, 31. Juli. Ter Stron:verbrauch wr:rde für alle dlb»:ehmer aus 80 v. H. des Verbrauchs im gleichen Viertelia!n 1916 eingeschränkt. Jeder Mehrverbrauch wird »nit 50 Pfennig Aufgeld für die Kälwvattstuirde belastet. .ÄeinverbrMrcher unter 250 Kilo- »vtattstunden werde»: von der Maßrmbme nicht bettossen.
ra. Burgsolms, 31. Juli. Gemeffwcvorsteher Schmidt und Rektor Bös st wurden beide mit dem Verdienstkreuz für Kriegshilfe ausgezeichnet.
Hessen-Nassau.
** Frank furta. M., 31 Juli. Am Soirnrag, dein 28 Juli, vornnttags Vsll Uhr, tagte»: im „Junten Krökodil" die Kreis- rwr»'lände der einzelne:: Kreise d-es Hess. Straßeuwärter Verbandes. Verbandsftckretär Sauer-Ätainz referierte über- die Lohnverhältuisfe der Straßenwävter in den einzÄnen lzess. Kreisen. Eine Resvlnlion zur Ergunsmn, von Maßregeln, um eine Der ■ bessertzng bei bei: Straße»rwä:-t«rn herbeiznführen, »and einstin»»nig Annahme.
-- Frankfurt a. M., 31. Juls. Auf der üeilabfall.mdei: Darmstädter La»rdstraße versagte ivReri: abend bei der Talfahrt die Bremse eines Straße»»bäl»»»wagsns der Lime I Der gutbe - setzte Wagen rollte beit Berg hinab und stieß ans einen Au, Hänger der den Mg kreirzendeu Lime 16, wurde jedoch zur Seite geschleudert und fuhr »Mießlich über »den Straße,»dämm in erneu, Hausgarten. Durch den Zusanrmensboß, bei dem beide Wagen in Trümmer gingen, wurden vielte Persviwn verletzt, die ineisten glücklicher»»>eift j»Hoch nur leicht. Nu'r ein Arbeiter >rug schivere Kopfguetschmigen davon und mußte ins .Krankenhaus gesäwfft werden. Tie übrigen Verletzte»: konnte»: sich »»ach Anlegung von Notverbänden in ihre Wochnrngen, begeben.
kp. Mjarburg, 31. Juli. In den letzten Reichten wurde wieder in verschi-edenen Orten der Umgebung erngebr»>ä»en. Südlich itmserer Stadt am Waldrmide vor 0ßssttbe»-g lftelten in der Rächt «um Sonntag zwei Wegelagerer einen jungen ivasfenlosen S»>l- baten, der ErtwidungSmttmb hatte mch »rach ,Vma .Hc-vnat »volfte.
*cm imb forderten ihm unter vorgehaltenem Revolver »eine .Habseligkeiten ab. Er konnte ihnen »»ichls geben, worani sie ihn nötigten, wieder nach Marbirrg zu gehen.
ch. Simrnern (Hunsrück-, 31 Juli. .Hier brach in der Gasanstalt Feuer aus. Die Feuerioeh griff roarfer ein und vermock«tc denn auch in mehrstlindiger Arbeit das Feuer zu bewältigen Der Betrieb des Wer'kes konnte anfredyt. erhalten »verden.
Fc. Wiesbaden, 31. Juli Der Deserteur Konstantin Halm, der vor acht Tagen den Schutzmann Böttcher dahier erschossen hat, ist im Festungslazarett Mainz gestorben. Halm, der aus Erbach am Rhein stammt, hatte bei seiner Verhaftung dreimal aus einem Revolver aiff sich geschossen.
Verksnsschtes»
sc. Al senz, 31. Juli. Der Posttvagen, der von Alsenz durch das Münstertal fährt, nmrde, »oährend vorne der Postillion ahnungslos kutschiette, seiner ans dem hirtteren Gefährt lagernden »v'ettvollen Postseichungen beracht.
*
*.Ein Kanal durch die Lüneburger Heide. Ein Ilüeuer Krnialftlau, der die geplante Fortsetzung des Mittellandkanals mit der Elbe und dem Elbe—Trave-Kanal in Verbindung! setzen und damft seinen Verkehr sowohl Hamburg und der Nordsee wie auch Lübeck und der Ostsee zuleiten soll, wird gegernvärtig in Hanrjburger Bi im en s chiffahtts lreisen lebhaft eröttert. Rach einer Denkschrift soll dieser „Rordsüdlanal" die Lüneburger Heide durchziehen. Untveit von Gishorik, so berichttt der „Prometheus" über den Pia»», geht er vom MitteilandLa»ml ab, bei Uelzen erreicht er die Bahn Hannover—Hamburg, dieser folgt er bis Bardowier, und hier spaltet er sich; eine Lime führt nach Lauenburg, wo sie gegenüber dem Einflüsse des Elbe-^Trave-Kanals in die Elbe mündet. Das wäre der Lübecker StickMmal. Der Hamburger Stichkanak geht vton Bardowiek nach Norden und nördlich von Winsen in die Elbe. Ae Länge des neuen Wasserweges bis zum Kanal Harrnover—Elbe beläuft sich von Hamburg aus auf 150 Kilonreter, von Lübeck ans auf 190 Kilometer.
Letzte Nachrichten.
5er neueste Bericht der keeresleitnng.
(WTB.) Großes Hauplouarticr. 1. August. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Zwischen Astr uni) Bailleul am frütM Morgen vorübergehend lebhafter Feuerkampf. Die tagsüber mäßige Artillerietätigkeit lebte am Abend an vielen Stellen der Front in Verbindung mit Erkundungsgefechten auf.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Südlich von Fere-en-Tardenois setzte der Franzose am Nachmittag wiederholt zu heftigen Teilangriften an. Wir warfen den Feind im Gegenstoß in seine Ausgangs-Linien zurück. An der übrigen Kampffront Artilleriefeuer tvech- selnder Stärke. Kleinere Vorfeldgefechte.
dkordöstlich von Perthes versuchte der Feind nach starker Feuervorbereitung den ihm am 30. 7. entrissenen Stützpunkt wieder zu »»ehmen. Er wurde unter Verlusten abgewiesen. Erfolgreicher eigener Vorstoß in den Argonnen.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Jnfanteriegefechte an der Mosel und am Parrop-Walde. Wir machten hierbei Gefangene.
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Der Gegner verlor gestern an der Front, im Luftkampf und durch Abschuß von der Erde mrs 25 Flugzeuge. Weiterhin wurde ein im Angrisfsfluge gegen Saarbrücken befindliches englisches Geschwader von 6 Gwßkampfflugzeugcn von unseren Fwnt- und Heimat-Jagdkrästen, berwr es seine Bomben abrverfcn konnte, vernichtet. Aus einem zweiten, ihrn folgenden Geschwader schossen wir ein weiteres englisches Großkanrpfflugzeng ab.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.
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Zur 'Lage im Westen.
Amsterdam, 31. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Der mlli- tärische Mitarbeiter der „Tijd" schreibt: Die Absicht von F 0 ch, die Deuffchen im Marnebogen abzuschneiden, die durch seine energische»: Angriffe in der Rickftung Soissons deutlich zutage trat, ist nicht geglückt. Soissons hat den Ansturm ausgehalten. Nach den deutsck»e»r Zeitungen scheint mit dem Rückzüge nur die rückwärtige Konzeittratiou von Reserven beabsichtigt zu _ sein, also ein Zurückttttcn, um für den nächsten Sprung besseren Anlauf nehmen zu können. W ist sehr gur möglich, daß (es sich jetzt um einen Bewegungskrieg, nicht um einen Stellungskrieg mehr handelt.
Neue Ehrung Hindenburgs und Ludeudorffs.
Berlin, 31. Juli. (WTB. Amtlich.) Eine finnische M- ordrnrag, bestehend M:s dem finnischen Gesandten m Berlin, Staats rat Exzellenz Hjelt, Generalmajor Jgn-rtius, Legativ»:s« rat Baron v. Bonsdorff und Major v. Gripenberg traf am 30. Jul» in der Befehlsstelle der Obersten Heeresleitung ein, und überbrachten Osenaealftldmars-chäll v. Hindenburg und den: ersten oKueral« c»uartiermei»M ßGensräl der ^nfMttette Ludendorff das Groß kreuz des finnischen Frei hei ts treu zrs. Bon der Befehlsstelle begab sich die Abordnung Wetter au» ben Kriegsschauplatz.
Eine russische Stimme zur Ernennung Hrlfftrichs.
Kowno, 31. Juli. (WTB. Nichtamllich. Die Eruenrning Helfferichs zum deutschen Geschäftsttäger m Rußland begleitet „N 0 wo j e W j e de m 0 st i", wie die „Baltisch-Lftauischen Mitteilwrgen" berickkteu, mit folgendem Kommentar: Der neue deutsche Gesandte in Moskau ist der Kandidat der deutschen Handelsund JirdustriePatte», »velcher weniger politisch als ökonomische F-ragen lösen soll. Tie Ernernurng Helfferichs ist ein Beweis, daß H» Deutschland die zu^eirver gütlichen Einigung neigenden Tendenzen gesiegt haben. So ist die Ernennung Helfferichs ein Zeichen, daß die durch den Brest« Vertrag bervorge»7usene Atempause sorl- dauert und die Wolke»:, die v»»n Seiten Deutschland.' über den Sowjets in Rußland liegen, wenigstens für einige Zeit ,'ick» zerstreut haben.
Eine Reuter-Ente.
Berlin. 31. Juli. (WTB. Nichamtlicl; Reuter hat vor einigen Tage»: Wieder einmal den Ausbruch eines großen 'Säuern* aufstandes in der Ukraine gemeldet. Wie schon aus den in der „Zürich»- Post" wiedergegebenen Mitteilungen des soeben a:w der Ukraine zuttickgekehtten schweizerischen Offickers. Major Bvockmaun, mit aller Teittljchkttt hervorgehl, entsprich dis Meldung in keiner Weise de»» Tatsachen. Sie ist »wn Au f a u g bis zu Ende reine Erfindung
Amerikanische Friedenswelten.
Berlin, 31. Jul:. Wie die „Deutsche Zeitung^ berichtet, stehen in bi'eupork die Wetten für einen Friede»» bis Dezember 1918 Wie 3; 2, für Frieden 1919 unc 0; 1 und für Beseitimrng des U-Boot-Gefahr in den »wrdai»»crikanischen Gewässer»» bis 15. August Me 5; 1.
Der Brand des Efterel-Waldes.
Bern, 31. Juli. JWTB. Nichtamtlich) Der Brand des E st er el-W a ldes dauert fort. Es mußten »»euo Truppen zur Bekämpfung der »»»eiteren Ausdehrnmg des Brandes hevomge^ zogen iiverdvM. Der Wc»lddin»d d»ch:t »ich riv stüftvilcher IkttchLung svL


