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Erstes Blatt

168 . Bahrgang

Dienstag, 23 . Zull 1918

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Swilliugzrunddnrck u. Verlag: Brühl'sche Univ.-Vuch- u. ZLeinöruckeret R. Lange. §chnft!e?ttrng.

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l. bie Xoflcörnimmec dis zum Nachmiuag vorher ohne jedeBcibindlichken Seillaprelse; für örtliche Anzetden 2bPi.,für auswärtige 30 Pf., ^ür Reklamen Mt. 1.: bei Platzvor- schrlst SO 7. Aufschlaa. Hauptschriitleiter: Au. Goetz. Vera-Uworllich für Politik u.Feuilleton: Aug. Goetz: Stadt imb Land, Per!nischlesu.Äe- richtssaal: W. Meyer: Anzeigenteil: H. Beck; sämtlich in Gießen.

Nach dem

an Vielen

(ISWB.) SroßeS Hauptquartier, 22. Juli. Mmtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen Aisne und Marne dauert die Schlacht in un- Venmiiderler Heftigkeit fort. Trotz seiner schweren Nieder­lage vom 20 stietz der Feind unter Einsatz frischer Divi­sionen mW neu heran geführter Panzerwagen erneut zu er­bitterten Angriffen gegen unsere Linien vor. Seine Angriffe sind geeitert. Gefangene bestätigen die schweren Verluste des Feindes. Auch der gestrige Kampftag fütfrte wieder zu einem vollen Erfolge der deutschen Waffen.

Zwischen AiSne und südivr'ftlich von Hartennes leitete stärkstes Trommelfeuer am frühen Morgen Jnfanteriean- griffe des Feirldes ein. Südwestlich von Soissons und süd­westlich von Hartermes brachen sie schon vor unseren Linien zusamvren. Nördlich von Vitlemontoire drangen Teile des Feindes voriwergel-end über die Straße SoissonsChtteau- Thierry iwr. Unsere Gegenangriffe warchen sie wieder zu­rück. Auch Villenwntoire und Tigny waren Brennpunkte des Amnpfts, den erfolgreiche Gegensätze zu unseren Gunsten be­endeten. Am Abend wurden erneut feindliche Angriffe süd­westlich von Soissons schon in ihrer Bereitstellung getroffen. Wo sie noch zur Durchführung kamen, brachen sie verlust­reich zusammen. Beiderfffts des Ourcg stietz der FeiirL am vormittag mehrfach vergeblich gegen unsere Linien vor. Nach Heranführung frischer Kräfte holte er am Nachmittag zu erneuten Angriffen aus. Nach schwerem Kampfe brachten Segenstötze den Ansturm des Feindes beiderseits von Oulchy- 2e Ehnkeau zum Scheitern.

Nördlich und nordöstlich! von Chateau-Thierry erschwer­ten unsere im Vorgelände belassenen Abteilungen dem Geg­ner das Herankommen an unsere neuen Linien. Erst am Abend kam das Heer zu stärkeren Angriffen, die unter schwe­re» Verlusten für den Feind zusammenbrachen.

An der Marnefront Artitlerierätigkeit. Zwischen Marne «nd Adre setzten Engländer und Franzosen ihre Angriffe %rt Sie wurden blutig abgewiesen.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Erfolgreicher Vorstob in die feindlichen Linien bei

WluerviUer.

Der Erste Generalguartiermeifter Ludendorfs.

*

Der «Sendbericht.

Berlin, 22. Juli, abends. (WTB. Amtlich.)

An vielen Stellen der Säst acht front zwischen Aisne Mw Marne Ruhe. Oerttiche Kämpft südlich des Oureg.

Gegenüber der großen Schlacht im Westen, in der die Unsrigen in schwerstem Entscheidungskampfe stehen, ver­blassen alle kleineren Sorgen. Mehrere Tage schon dauert der Ansturm der Heere Fochs an der Früntstrecke Soissons Chateau-Thierry^ aber der gewaltige Kräfteeinsatz hat bis­cher nur ein Vorrücken der französischen Linie um wenige Kilometer im Zentrum, wo der Druck am stärksten und erfolgreichsten war^ sind es etwa 10 Kilometer be­wirkt. Südwestlich von Soissons und auch südwestlich von Hartennes brachen die neuesten Infanterie-Angriffe des Feindes schon vor unseren Linien zusammen. Aber auch nördlich und nordöstlich von Chateau-Thierry, das die Fran­zosen wieder gewonnen Habens hatte der Feind einen ent­schiedenen Mißerftllg.

Es ist also in viertägigen Kämpfen gelungen, den deut­schen Marne-Abschnitt auf der Basis SoissonsReims im wesentlichen zu halten. Unsere Truppen halten das Norh- ufer der Marne fest, obgleich sie bei Chateau-Thierry drei bis vier Kilometer breiten Raum aufgegeben haben. Das be­deutet bei so ungeheuren Menschenverlusten für Foch wahr­lich keinen Erfolg, sondern ein bedeutungsvolles Scheitern seiner Absichten. Der neueste deutscl-e halbamtliche Kommen­tar klingt daher auch zufrieden und erfreulich; er lautet:

Ter große, die Entscheidung suchende Kampf Fochs hat auch am vierteil Schlachttcrg mit einem Mißerfolg für den En­te rite-Generalissrmus geendet. An der ganzen Haupt- Angriffs front von der Aisne bis zur Marne verbbtteteu sich, aufs ErtOtc die frischen Divisionen des Feindes, -ohne irgendwelche Vor­teile erringen zu können. Wo der Gegner infolge rücksichtslosester Anhäufung seiner Massen aus engem Raume in unsere Linie eindrängen konnte, wurde er sofort wieder geworfen. -So mußten: die über die Straße Soissons Chateau-Thierry vorg^heus-en feindlichen Kräfte nach imfecrm erfolgreichen Gegen- ömgrm im deutschen Verfolgungsfeuer nneder über die Straße Knruckweichen. An den Brennpunkten des Kampfes, wie bei Bille- in o u t o i r c und Tigny, waren die feindlichen B l u t o p f e r besonders schwer. Weder der Einsatz zahlreichier Tankge- Ijafwiocr, noch tne Vernebelung des Kampffeldes, noch die Massen­verwendung ferner Kttrfte konnten den Feind seinem Ziele näher brrngen. Jx .ährend tn den großen Offensiven dieses Jahres Ixe rutschen bei geringen Verlusten in wenigen Tagen 60 bis 80 ^kuomtter im dlnd^^duvckMiiritten ,md die feindlichen Armeen oft zu überstürzter Flucht zwangen, hat General Fvch kärglicher Anfangserfolge wegen viele Hundert tau sende einget etzt, ohne nur im entferntesten ähnliche Erfolge, ge- etftoebte Entschpeidung erringen zu können."

Auch zwischen Marne und Ardre, also am südöstlichen deutschen Marneabschnrtt, haben Engländer und Franzosen yroße Angriffe angesetzt, die blutig abgewiesen wunden. Unsere Stellungen in diesen vorgeschobenen Linien, die einem starken Angreifer günstige Aussichten eröffnen Mutzten, haben sich als stavk und sicher erwiesen. Wenn nun

cheiiem der seinölich

SteQen der ScMacMf:

und nach dem neuesten Abend bericht ist das anzunehmen

der französische Generalissimus mit seinen wieder recht bunt gemischten Massen ermattet einhält, so steht die volle Ueberllgenheit und Freiheit des Handelns wieder bei Hin- denburg. Die letzten Tage sind für unsere kämpfenden Brüder ernste Prüfungen gewesen, die sie glänzend be­standen haben. In besonders eindringlicher Weise legt es der Kriegsberichterstatter derKöln. Ztg", Pros. Dr. We- gener, dar, wie alles darauf hindeute, daß der Gegner sich vor der großen Entscheidung dieses Jahres wisse:

Tie gegnerische Macht ist neuerdings unter dem Druck der Kriegsnot zu einer Einheitlichkeit zusammengeschmiedet wochem wie sie bisher noch nie bestand, und sie wird mit einer so rücksichts­losen, zu jedem, auch dein schwersten Opfer bereiten Entschlossenheit eingesetzt, daß man darin das Bewußtsein des (Gegners, vor der letzten Entscheidung jai stehen, unschwer erkennt. 2Ber hier draußen lebt, fühlt bis in die äußersten Nerveiispitzen, wie diese beiden grandiosesten Krästemnssen, die die Menscht-eit bisher entwickelt und zusammengestellt hat. gegenwärtig mit der ftircht- barsten Energie der Hirne, der Herzen und der Muskeln mitein­ander ringen. Nie ist etwas ähnlich Riesenhaftes gedacht werden, als was sich in diesen Sonimermonaten an der Westfront voll­zieht. Jetzt ist nicht mehr Raum für Schlagworte, für Einzelziele vonmoralischem Eindruck" und derartigem hier geht es ums Wesentliche, Letzte, Ganze. So. mit bem höchsten Ernst, mit einer alles andre jetzt als gleichgültig beiseite setzenden Entschlos­senheit der Teilnahme, muß die Heimat jetzt diesem Ringen folgen. Tie Energie des Hirns :md der Dtuskeln darf sie ihrem wundervollen Heer imb seinen Führern überlassen. In der Energie der Herzen abei' muß sie eins mit ihm sein und muß die Ihrigen hier draußen fühlen lassen, daß sie das ist! Daß wir es mit einem Gegner zu tim haben, der das Höchste von uns ver­langt. unr seiner Herr zu werden, beweist seine jüngste Tat."

Es kann nicht genug betont werden, daß es jetzt an den Zurü^ckgeMiebenen in der Heünat liegt, sich der Ruhmes­taten unserer Kämpfer würdig zu zeigen. Die da draußen setzen Blut und Lebeil ein, ioeit sie das höchste Ziel vor Augen haben. wer könnte in der Heimat, wo es uns doch leichter gemacht ist, zu erkennen, was die Zukunft gebietet, in einen Nihilismus der Kriegführn'.-g verfallen wollen, der nicht mehr darauf achtel, was nützlich und schädlich ist? Hat nicht selbst Scheidemann jetzt die Gefahr erkannt, die darin liegt, daß man in England glaubt, Deutschland pfeije aus dem letzten Loch?

Der vfterrerchlseh.ungarrsche T«ge-berrcht.

Wien. 22. Juli. (WTB.) Amtlich wird verlautbart:

An der itulirnichm Front keine besonderen Ereignisse.

In Albanien nahm vor drei Tagen der Feind nördlich von Berat und im oberen Dovoli-Tule seine Angriffe wie­der auf. Von örtlichen SckMmrkungen abOefthen, gelang es ihur nirgends, Vorteile zu errinMN. Die Känwft dmrern an.

Zwischen dern Semeni-Knft und dem Llcere drangen unsere Erkulldungsabreil-untzen an mehrerer! Stellen in die italieniMn Lmien ein.

Der Chef des Generalstabrs.

Die Xriegs- nnd §m6en$tafiit im englischen Gberhans.

Bern, 22. Juli. (WTB.) Der frühere Dizekönig von Irland Lord Wimborne brachte im Oberhaus am 16. Juli den Vor­schlag einer Resolution ein, daß bei den feindlichen Friedensfühlern' daraus Bedacht gerwmmen rverde, das Friedeuszicl der Ententt> klarzustellen und den Militarismus in den Augen der Völker der 6eirtvalmächte zn diskrLitieven. TerDaily News" Kusvlge er­örterte Wimbvrne in einer langen Rede, die von derTimes" zum Teil erheblich anders wiedergegeben wird, zunächst, ob die letzten Reden Kühlmanns und des Grafen Hertling aufrichtigs Friedensfühler oder Fallen seien. Er wies darauf hin, daß in Deutschland ftacstos eine starke Strömung vernünftiger und zum Frieden geneigter Meinungen vorhanden sei, die selbst der Geno- ralstab -nicht ignorieren wolle. Dabei habe man, da in der Zwischen­zeit keine Antwort der Mliierten erfolgte, unschtvcv' natchweisenj können, daß solche FriedcnShoffnungen, wie sie Mhlmann zum Ausdruck gebracht habe, eitel und unfruchtbar seien. Es fragt sich, ob England dabei nicht der deutschen Militärpartei direkt in die Hände gespielt habe. Englands Verhalten sei etw-^rs schwerfällig gewesen. Das habe sich bereits bei den Brester Verhandlungen ge­zeigt und auch als Graf C zernin im stürmen der Zentralmächte ein allgemeines Friedensangebot machte. Er, Wimbornc. sei der Ansiclst, daß England jenes Angebot, als in der Hauptsache der britischen Sache Genüge tuend, ohne Trug oder Schikane hätte an­nehmen können, denn ein ohne irgendwelche Eroberungen odeü Beute in seine vor dem Kriege bestehenden GTenz-en znrückgetrie- benes Teutsä-land würde eine Niederlage des Mllitcrrismus be­deutet I)aben. Wenn England auf jenes Angebot eingegangen wäre, wäre die Welt vielleicht in den Frieden geswlpert, viel wahrschein­licher aber sei, daß die Junker und die Alldeutschen Angst be­kommen und die VerhandlmigenLbgebrochmr haben würden. Weiui aber dergestalt tatsäck;,lich der SoldatenstiefÄ trumiphiert hätte, wäre die Eroberungslulh der Zynismus und die Brutalität seiner Träger der großen Masse des deutschen Volkes in nicht mißsuver- stehender, unvergeßlicher Form zu Gemütc geführt worden. Dann Witte die Friedensoffensive gescheitert, Teutschland wäre aber in sich geipalten gewesen. Tie Rede Kühlmanns habe eine weitere der- arttge Gelegenheit geboten, aber drei Wochen seien verstrichen, ohne daß der verantwortliche Minister daraus geantwortet habe, -sei demi die Regierung, die das Volk allzusehr wie Kiirder be handle und ihm Därge verheintlick-e, die den Feinden keine Geheimnisse seien, so besorgt, daß das bloße Wort von Verhand­lungen das Vvkk in Uneittschlvssenheit stürzen lvürde?

Man solle nicht ettva darauf antworten, daß Englands Fri ebens bedinan n gen Deutschlcnrd lieka^nt ßien. Es sei zweifelhaft, ob am Deutßher unter einer Million Deutschen zu finden sei, der sie kenne. Dagegen wisse jeder ftieysmüde Deutsche, daß zum wenigsten d-reinurl der Kaiser oder seine Minister Friedensangebote zu-bumngen gemackst hatten, die jedem Mdeutschen als der KaMwativn tuchekommicnd erscheinen michten.

Ta diese Angebote jedesmal von den SbaatskanzLrien der AMcrten mit einem eisigen, scharfen Dlillschnx-igen aufgenommen worden seien, glaube der gewöhnliche Teislfche, daß die Alliierten auf nichts weniger als auf die Vernichtung Teutschkands aus seien und daß ihm lüchts üchrig bleibe, als den Kampf fort- zusetzen. Der Krieg, schloß Wimbvrne, muß gewon­nen werden. Aber es sei kein gewöhnlicher Krieg. Man wolle nicht Teutschland in dem gewöhnlichen Sinne besiegen, sondern bekehren, und dazu brauche man zwei Waffen, nämlich die Mllitärmacht und überzeugende Argumente. Wenn aber die Tipko- matie ihr Teil tun solle, bedürfe ncan einer einfachen ko7rkvctert Fo irnel oder 'einer Reservation, ohne Implikationen und ZÄomvH bitionm, eine Formel, die das Volk, an das sie gerühvo. ist, leicht verstehe. Tie Deutschen hätten die FormelSfritse An- ttertönen" gebraucht, jetzt sprächen sie von denhistorischen (Grenzen". (Reichgültig, ob das ehrlich ober unehrlich fri man müsse daraus antrvorten und immer wieder anlloorten. Aus jede Friedensoffensive müsse man antworten. Eine schwerfällige Ab­wehr sei nicht ausreick-end, sondern G.-genangriffe seieri notroerrdig.

Am Schlüsse der Rede Wimbornes erklärte Crawford, in Llbwesenheit des Lord Cu r zon den Vorsitz führte, nnt Schärfe, Ciurzon und das^ Aüsnrärtige Amt hlitten dem Lord Wimborne an- geldeutet. daß die Besprvchmg seiner Resolution inopportun sei, und es werde daher erwartet, daß er sie zurückziehen werde. Crawsvrd verlas dann eine Aufzeichnung Curzons, wonach es derzeit nicht im öffentlichen Interesse liege, die Airgelegenheit zu erörtern, zumal die Ansichten Kühlmanrrs nach seinem Fall für die gegenwärtige Lage nickü rm-hr in Betrach Linien ich» der Zeitpunkt, an dem die große Offensive stattftnde, für die allg>7meine Erörterung von Friedensbedingungea hdckjst ungeeignet erschk'ine.

Ta das Haus offensichlich diesen Ausführungen beistimmte, zog Wimborne seine Resolution zurück.

Diaüy Chrvnicle"' bemerkt indessen, daß Wim L ok ü w S Hebe ta Hause ehien erchblichm Eindruck gemach habe.

Die angebliche deutsch-irische Verschwörung.

Haag, 23. Juli. (L. Al) TieDaily News" melden ans Dublin: Die Regierung hat ergänzendes Materiell über die deutsch-irische Verschwörung anfgefunden in der Form von Auszügen ans Privatbriesrn zwischen Personen in England und Amerika. Darin sollen Angaben über Zeit und Ort für hie Landung von MLnitionsmengcn in Irland angegeben sein.

Haag, 23. Juli. (L. A.) Aus London wird gemeldet, daß am Lamstag vier Männer und.vier Frauen in Kiltvano ver­haftet wurdem, als fte Waffen und Dttmiticm nach Irland schmuggeln wollbm. .S« hatten große Mengen Sprengstoffe und Zündlunten.

Cstemevceau sn der Front.

'Genf, 23. Juli. (B. T.) Wie Havas meldet, hat C l 6 - m enceau, begleitet von Rens Reiwnlt, dem Präsidenten der Armeekommission, den gestrigen Sonntag an der Front ver­bracht. Er hat Chateau-Thierry besucht, desftn Straßen nach diesem offiziellen Bericht von Trümmern und Leichen angesüllt sind.

Ein Protest der Sozialisten in Italien.

Bern, 22. Juli. LautAvanti" wurde der auf den 27. bis 30. Juli nach Rom einberufene nationale Sozialisten- k o n g r c ß von dem Präfekten von Rrtm verboten. Den Parteisekretär Bombacci legte sofort Protest ein. DerAvanti" ist empört über die verfassungswidrige Polizcrmaßnahm-e, die auf Orlando zurückz^fführen sei und verwüst n-ack)idrücllickn Piräus, daß in allen kriegführenden Ländern beider Lager die Mehrheits­und Minderheitssozialisten über alle mit dem' Krieg zusammen^ hängenden Fragen frei und offen disputieren und in Beschlüssen Stellung genommen haben.

Honduras im Kriegszustand mit Deutschland.

Basel, 22. Juli. (Priv-Tel.) Nach e i ne m HavvsberichL aus Tegucigalpa har die Regierung twn Honduras dell Kriegszustand mit Deutschland erklärt.

Zum Tode des früheren Zaren.

Kiew, 21. Juli. (WTB.) Die meisten Zeitungen bringen Artikel zum Tode des Ka iscrs pon Rußland. Die bid> gerlichen Zeitungen sprechen die ffeLerzeugirng auS, daß die Hiw- rrchtung des Zaren geeignet sei, den mon-archisck-en Gedanffrt^ der sich überall bereits rege, zu stärckeir v irrJ> ihm zum Durchbruch zu .verhelfen.. Unter Affisbmz der ViLrroischffe rmd einer zahl­reichen 0>eistlichküt hielt Metropolit dlntonius gestern in der So- phienckathedrale eine ftierliickie Seelenmesse für den verstorbenen Zaren. Die Kachodrale war überfilllt.

Die Cholera in Moskau.

Kopenhagen, 23. Juli. (L.-A.) Ueber Helsingsvrs wird gemeldet, daß in Mo ska u die C ho le r a aufgetreten ifl die schnelle Ausbreitung ftndrt. Alle Aerzte und Kran- kenpfteger sind zur Bekämpfung der Epidemie ausgebvten. Hierfür sind bedeutende Summen bewilligt. Von amtlicher finnischer Seite wird die Meldung vorn Auftreten der Epi­demie in Finnland auf das energischste beslritten.

Die ukrainische Armee.

Kiew, 21. Juli (WTB.) Ter erste Schritt zur Bildung der ukrainischen Armee ist durch einen heute veröffmh, lvckücn Erlaß des Hetmans getan. Es wird darin befohlen, aus Grund der allgemeinen Wehrpflicht zunächst 5000 Rekruten für die in Kiew in Bildung bogriffenc Division aus lier Zahl der im Jahre 1899 Geborenen auszuheben. Ter Minister des Jirnern wird für jeden Kreis die ZaU der zu stellenüenj Rekruten feststellen. Freiwillige im ?llter r*m 18 bis 25 Jahren dürfen zugelasscn werden. Die Dionstz«it der Jiisanterie rmp Artillerie beträgt zwei Jahve, sonst drei Jahve D« Aushclüara hat am 31. IM &u ar^aat

Ein Aufstand in Tibet.

London, 22. Juli. (Reitter.) Times erfährt auA Peking ?pom 8. Julii: In .Tibet ist «L ziyni Uufstqnd gegen dio