rix sifteTt SRartte Kr ertftfcu, ftnt» bn^ber ganj er«* Jjfs« y* gcMTeöen. Die Kurse für die englffche und französische MMrvnq dce rn der vergangenen Woche vlötzlich aus 1807 bzw !6b,b0 gelttegen waren, sind neuerlich aus 1708 bzw. 63.30 gefallen
Die spanische Neutralität.
^Madrid, 8. Juli. (WTB. Nichtamtlich) Amtlich h*rb das yfofo veröffentlicht, welches der Regierung die lurmngängtichen oft TsrtlulKn Mackttbefugnisse z-ur Gewährleistung der j pantschen Neu-
trolttät überträgt.
DaS türkische Kabinett.
Konftantrnvpel, 8. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Mel «mg der Agenoe Milli. Ter Großwesir hat dem Sultan eine Mrnisterliste unterbreitet, nach der das Kabinett Talaat vollständig unverändert bleibt.
BnndniStreue des neuen Sultans.
. Konstantinopel, 9. Juli. (WTB.) In dem Schreiben, tn dem der Sultan das Kabinett Talaat bestätigt, betont er seine Absicht, treu an der Verfassung festMhatten, sowie die NoLwendigkeit, zu einer glücklichen Beendigung des Krieges alle Kräfte zusammenzufassen und die Ordnung im Lande aufrecht zu erhalten. Die Teuerung müsse energisch bekämpft werden. Politische Verbrecher, die Reue zeigen, imb leichte Verbrecher, die drei Viertel ihrer Strafe verbüßt haben, sollen begnadigt werden. Der BelagerungsMstand solle nur in den Militärzonen bestehen bleiben. Die Strafprozesse sollen an die gewöhnlichen Gerichte verwiesen werden. Die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage soll durch eine Steigerung der Produktion herbei ge führt »verdcn. Uebler die äußere Politik sagt das Schreiben, daß es den: wohlverstandenen Interesse des Landes entspreche, in voller Ueberein^ stimMung pi den Mittel mächten und Bu lgar ien zu bleiben. Es sei daher das Ziel des Sultans, die Bündnisbande zwischen der Türkei und diesen Staaten noch mdyc zu festigen. Zum Schlüsse ftfrfr die Hoffnung auf baldige -greiche Beend igmrg des Krieges ausgesprochen und Heer lmb Flotte zu weiterem tapferen Kampf vufgesordert.
Die wirtschaftlichen Verhandlungen in Salzburg
Wien. 9. Juli /WTB.) Zu den beginnenden deutsch Lsterreichi sch-ungarischeu W irt schaftsverhand langen in Salzburg erfahren die Blätter von informierter Seite, daß die Konferenzen einen ausschtießlich wirtschaftlichen Charakter tragen und keinerlei Fragen politischer oder militärischer Natur zuch Erörterung gelangen sollen. Ter Vorschlag Oesterreich-Ungarns geht dahin, daß die Beziehungen zwischen den beiden .Staaten nicht auf dem Grundsatz eines vollkommen zollfreien Verkehrs basiert fein sollen, jcm.be nr, das; alle wesentlich schutzbedürftigen Produkte inrtrqf einen Schutzzoll gestellt werden. Jene wichtigen Erzeugnisse, die durch einen freien Verkehr zwischen Oesterrei ch-Ungarn und Deutschland benachjteiligt wären, ivürden,einem bestimmten Zollsatz unter warfen werden, während für «indere Produkte Zollfteihett zur Einführung käme. Es handelt sich daher um ein gemischtes System, eine Kombi Nation von Zoll und Zollfreiheit. Bezüg lich der landwirtschaftlichen ErzeuMisse wird der freie .Verkehr vor^-eschlagen und weiter wird festgestellt, daß das znj schaffende Zoll- bünonis keiner! aggressiven Charafter gegen die derzeit feindlichen) Staaten habe, vielmehr derart gestaltet sein soll, daß die .Herstellung
freundlicher Bezi die handelspolitische
’it möglich werde, überhaupt soll, ifveiheit für den Fall eines Han- deLsabüammens mit irgendeinem anderen Staate gewährt lverden. Als Gellungsdauer für das Abkonrmen wird eine Frist von 20 Jahren geplant. Nach \z 5 Jahren ioII eine Revision dies Vertrages eintreten; vermutlich wird eine solche Revision auch 1 vetterst hin von 5 zu 5 Jahren vvrgenvmmen.
Der Seekrieg.
New U-Boot-Erfo?ge Berlin, 9. Juli. (Amtlich.) Von tomfcttt im Mittelmeer versenkt: 5 Segchr von rund 15 000 Br.-R.-T.
Der Chef des Admrralstabes der Marine.
A msterda m , 8. Juli. (WTB.) Das „AlgemeenHan-- delSblad" meldet: Das holländische Fischer fahrreu g „R. O- 38" wdrrde heute morgen 10 Meilen von Gchevenrngen von vier deutschn Flugzeugen, die Bomben auf das Schiff abwarfen, angegriffen. Die Besatzung
unseren U-Booten Dampfer und
ein
verließ das waren .ging Schiff, ohne weg ein fuhr.
Schiff. Nachdem die Flugzeuge verschwunden die Besatzung wieder an Bord, worauf das Schaden erlitten zu haben, in Nieuwe Mater-
Bonn, 9. erhielt Geheimrat
Aus dem Reiche.
Hin Telegramm des Kaisers.
Frlli. (WTB.) Auf das Huldigungstelegramm Duisberg, Leverkusen fügende Antwort:
. _ Großes Hauptquartier.
Ter ersten Hauptversammlung der Gesellschaft von Freunden und Förderern meiner teuren rheinischen Fried ri ch-W il Helm-Universität herzlichen Dank für das Gelöbnis der Treue zu Kaiser und Reich. Hell erstrahlen aus der Finsternis des gewaltigsten BöNerringens aller Zeiten die unüberwindliche Tapferkeit und der unbegrenzte Opfermut des deutschen Volkes. Noch gelang es unseren siegreichen Waffen nicht, den feindlichen Vernichtungswillen ganz zu brechen, aber mit unerschütterlicher Zuversicht scharen sich Deutschlands Söhne um chren vberften Kriegsherrn und ihre erprobten Heerführer, dem gtorlanfre ^ben. Glück und Freiheit endgültig zu erkämpfen und ^ve Bahn piJrreblufcv Dttfattung seiner geistigen und wirtschaftlichen Kräfte zu schäften. Gott wird mit uns und unserer gerechten, heiligen Sache sein. ^ . Wilhelm I. R.
%$txlin, 9. Juli. (Priv.-Tel.) Das wiederholt aufgetauchte Gerücht, das wehrpflichtige Höchstalter worde auf 50 Jahre heraufgesetzt, entbehrt jeglicher Begründung.
Straßburg, 9. Juli. (WTB.) Wie die „Straßburger Post" erfährt, werden am Montag den 15. d. M., vor- mitta^ 9 Uhr, 800 von dien Franzosen verschleppte Elsaß-Lothringer in Singen Eintreffen. Bekanntlich war dre Freilassung sämtlicher Geißeln zunächst verzögert worden. Abermaligen Verhandlungen ist es nun gelungen, dre letzten Schwierigkeiten zu beseitigen.
Mb. Deutscher Reichstag.
167. Sitzung vom 9. Juli.
Am Bundesvatstische. v. Payer, Graf Roedern Schiffer
Indent Fehrenbach eröffnet die Sitzung Um 11.25
Mg. Grober (Zentt.) schlägt vor, eine Mittagspause Zusehen. _
Präffbent Fehrenbach schlägt die Pause von 1 bis 3Vs Uhr vor. "
' fr-gt, tme bet RÄchsH-mzi«
dw schwere Unbilligkett, die den Hausbesitzern durch das Mretsstergerungs- und Miets kündigungsverbot durch die stellvertretenden Generalkommandos des 1 2 und 7
Armeekorps zugefügt wird, verhindern wolle. cr General von Wrisberg: Diese Verordnungen erfolgten auf Antrag und im Emverwhmen mit den Zivilbehörden, um eine durch Masi enkunomungen und Massen mietssteigerungen bis zu 45 Proz WMt-andene Wohnungsnot und eine daraus folgende schwere Benn- vchiMNg der Bevöl^rung im Interesse der Sicherheit des Reick>es ^schnell wie möglich m beseitigen. Die Verordnungen stellen nur Ergänzungen zur Vundesratsverordnung vom 26. Juni 1917 dar <bte machen die Steigerungen und Kündigungen von der Genchrni-
Uhr.
Vor
gang der MietSeinigungSämbcr oder der Polizeiverwallung abhün- gig. Daß die militärischen Befehlshaber ans Grund des Belage- rungszunandes zum Erlaß der Verordnung berechtigt sind, kcmn
mcht zweifelhaft sein.
. Abg-. v. Bock Hausen (Sons.) fragt an, ob der Reichskanzler dahin wsirftm wolle, daß den land- und forstwirtschaftlichen Ar- bettern und Arbeiterinnen die nötigen Stiefel und Schuhe beim Eintritt katterer Witterung zur Versügung gestellt wnden, eventuell aus den zurückgeHellten Bestäudm der Heeresverwaltung.
Direktor im Reich^oirtscljiaftsaurt Müller erwidert, daß bereits erne Verordnung zu dem gedachchen Zwecke erlassen worden sec.
Der Abg. Fegter (Vpt.) verlangt in einer Anfrage Auskunft ob demnächst eine Erhöhung der Urlaubsbezüge (2 Matt Tages- Verpflegungsgelder neben her Löhnung während des Heimals- aufenthaltes) geplant ist. ^
tci_?f nera ^^ taiTt ö - lieber die Erhöhung der Geld--
abftnduug zur LÄbslbckö sligung ist eine Entscheidung in der nächsten Zett zu erwarten.
Di e Thro nfolge inStreli tz.
^ 1171 (ntl.) setzt in einer Anfrage die Lchwrerlgieibm der Thrvnfolgefrage in Meckl«enburg-Sttelitz ein- gchend miseinander und fragt an, ob der Reichskanzler in bundes-r iremidlictem Linne darauf hinwirkeu ivolle: 1. das; die Ordnung Til-ronfolgeftage in Merktenburg-Strelitz in Ueberemstinunung mtt dem modernen Rechtsempftnden und nicht lediglich nach dyna- sttschen Geilchtsplmktrn erfolgt: 2. daß angesichts der Tatsache, vatz dem -Lande immer noch eine dem Geiste der Reichspiev- IÄ ri? 3 ^p^chende zeitgemäße tönstitutionelle Verfassung m\b J t ^ rtretun g fehlen, die 9ieuv-rdmmg nur lrnter eiirgehender ?yeibftellung und voller Berücksichtigung der Bcvök^rmvg des L«ndes vor genommen wird.
IInterstaatsftkretär Tr. Lew ald: Die Thronfolgeordnung ist ern verfafs!l.ugsmüßiges Recht der einzelnen Bundesstaate!i. Die Velden Großherzogtümer Mecklenbnrg sind gegenwärtig mit Er- waMgm beick^iAgi, ob Ser-oz Karl Muh»tcl, dcssvl Auseirthalt rn Rußland rwch mcht ermittelt werden konnte, durch Verzicht seine Thronfolgerechte verloren hat. Festgestellt ist, daß er wenige Wochen Ausbruch des Krieges aus der mecklenburgischen Staatsarlge- horigkert entlassen ist, Aufnahme im russischen llntertanenverband gefunden hat und als russischer General im Kriege gegen Deutschland gestanden hat. Die Folgerungeir, die sich heraus ergeben, werden fedensalls zu, ziehen sein.
(U. Soz.) weift in seiner Anfrage auf ver- fchleoene ^Fälle hin, in denen der kommandierende General des 2. Armeekorps v. Bietinghoff in Stettin Vorträge auswärttger Red- 171 • t)cr fe mmIm t9 €n des unabhängigen sozialdemokra-
ifaieu Wahlvereins Randow-Greifenhagen verboten hat und fragt an, was der Reichskanzler zu tun gedenke, damit die un,abhängige sozialdenrokrattfche Partei nicht geringerer Rechte teilhaftig werde, als andere Parteien.
Gm«al v. Wrisberg: Im Kort>Abe,;rrk des stellvertretm- den Generalkommandos des 2. Armeekorps sind Mitglicderver- sammlnngen aller Parteien jauSnahmslos scstattet. ebenso das Auftreten mrswärtiger Redner in deirselben. auch solcher der fozialdemokrataschen Vertreter. Nur dos Sluftreten auswärtiger bersonen, deren Reden beunruhigend wirken, ist verboten. Bettoffen wurden bisher lwn diesem Verbote die in der Anfrage genannten Abgwibneten (Brandes, Adolf Hvfmann und Vogt Herr b Am >5UNi war ohne Aninelduug ulttec Aenderung der Tagesvrdnmm der 2lbgeordnete Vogtherr in der Mitgliederversammlung der un abhängigen Sozialdemokraten ersästenen. Er erhielt ohne Ramensö nennung das Won, wurde aber von überwachenden Polizeibeamten erkannt und da er weiter zu reden versuchte, wurde die Versammlung geschloffen. Gegen die Einberufer der Versammlung ist An- llage erhoben, weil dieselben um das ungerechtferttgte Auftreten Bogtherrs gewußt haben. (Lärm bei den Uuabh. Soz)
Dr. Müller-Meiningen iveyen weiwrer Belieferung der Mannschaften nnt deni verbotenen Buchenblattertabak erwidert
GeiMralleutnant v. Oven: nicht geliefert worden. Tie fügung M>m 13 .Mai nickst mehr an die Worden. Diese Mischung ist bis zur Entscheidung über die Ersatz- pftrckst der Lreferer ans Lager genommen. Die bereits an die Fxld- magazrne gelangten Mengen werden an die Proviantdepots Mrück- geführt. Ehe der Erlaß überall dnrchdrang, mag manches Paket noch an die Truppen ausgegeben worden sein.
Aus ein« ErgänMngskfrage des Aby. Dr. Müller-Michnn. gen wegen Verhinderung der gesundheitsschädlichen Wirkungen erwidert
Genemlleutnant von Oven, daß andere MschuUMN bereits auf Brauchbarkett geprüft werden und^ vorläuftg nur reiner Tabak an die Truppen geliefert wird.
Es ^lgt die erste Lesung des neuen Kriegs kr edits. Abg. Ebert (Soz.) beantragt .Konimissivirsberatung - Ueberweisung an den Hauptansschuß wird nach längerer L^batte beschlossen.
Es folgt die ziwefte Beratung der
Steuervorlagen.
(Bierfleuer.und Bierzvll).
Siehr-Jnsterburg (Vpt.) berichtet über die Aus- schußverhandlungen.
Keppler (So».): Tie heutige Vorlage bedeutet eine Jiahresbelastung von einer Milliarde Mark Steuer für das Brer Die 'heutige Struktur im Brauereigew-erbe weist auf erneu dauernden Rückgang hin Volle Abwätzung der Steuer auf das Publikum rft gegeben. Eine Folge wird ern größerer Zulauf zu den Ab- sttrienzlern sein.
c Zubcik (U. Soz.): Die für die Höhe der Steuer vorge-
fehene Skala geht ziu weit. Die Kontingentierung sollte von '10 mrf 3 Jahre herabgesetzt werden.
Abg. Süehr (Vpt.): Wir stimmen der vom Hauptansschuß festgesetzten Kontingentierung px.
Staatssekretär Gras v. Rödern- Ich.kann erklären, daß
in ao s e h ba r er Zert an eine weitere B i erste uer n icht
Heran getreten werden wird. Die Regierung betrachtet die Ge- ttnmkesleuer als fvesentlichen Teil der spateren Finanzreform, der fetzt aus praktischen Gründen vvttveg genommen wird. Bei der endgültigen Finanzreform bleiben die jetzigen Steuerobjekte unberührt.
^ Herzog (Dt Fralkt.) erklärt sich gegen einen Antrag
urnstadt, der rm Paragraph 5 den z-iveiten Absatz stteichen 'will, wonach die Erhöhung der Steuer für neue Brauereien.' die m den ersten fünf Rechnungsjahren auf das Dreifache, iu, den nächsten fünf Rechnungsjahren auf das Doppelte bemessen wird, ferne Anwendung ftndct auf neue Brauereien, die von Gastwirten auf genossenschaftlicher Grundlage errichtet ^werden jollten.
... dlb-g-. Z'ubeil (U. Soz.): Tie Zusage des Staatssekretärs ist ftlr mrch nicht sttchlEg. Wir haberr früher schon ähnliche ftu- sagen.erhalten, dennoch ist bald wieder eine Vorlage glommen Der Absatz 2 des § 5 wird gestrichen.
Bei § 63 beantragt
('^®&-) Beseitiguiig der Gemeindebiersteuer Mg- Krel (Vpt.): Ich persöiilrch halbe die Kommuualbier- steuer ftir das Ungeheuerlichste in der ganzen Gesetzgeburig.
. . Zubeil (11. Soz.): In Berlin lvurden die Biergläser sofort, als die Gemeindesteuer eintrat, kleiner. Auch in Zukunft
werden die Konsumenten die ganze Biersteuer zu tragen haben _
Der Antrag wird abgebchnt. Es bleibt beim § 63. Der Rest'des Gesetzes wird angenominm, ebenso das Gesetz über den Vierzoll.
Reiner
Buchenblättettabak ist cg ist seit der Ber Proviantdepots geliefert
um
Darauf tritt die Mittagspause ein. Schluß V/2 Uhr.
„ Die Nachmittagssitzimg.
Noch der Dnttogsp-mse rriMet Präsident Fehrenbach 3.45 Uhr die L-itzung.
Am Bundesratstisch Graf Rödern, Schiffer.
Zur Mersteuer wird nachttäglich noch über den Anttag der un- abyangTgen <^zialdeniokraten aus Aenderung der Steuerskala (tz 3l abgestimntt. Der Anttag wird abgelehnt.
Weinsteuer.
,_H 0 ffinann - Kmserslaittern (Lvz.): Mr lehnen es ab,
ourch nne derartige Gewattsteuer einen ganzen GewerbeUveig zp
untergraben. Auch diese Steirer fällt aus die breiten Massen zurück.
Wenn die Weinpreise so außewrdentllich hoch sind, so wird der Weinbauer seine beften Abnehmer verlieren.
.Abg. K v ps ch (Vpt.': Meine politischen Freimde in ihrer über- grotzeir Mehrheit Unnmen einer Steuer von 20 Prozent zu. tun dies ttber in der Erwartung, daß. wenn die befürchtete Schädigung des Winzergewerbes und des Wein Handels eintreten sollre. die Reichs- regi-erung unverzüglich, auch ohne Drängen des Reistages eine Aenderung des Weingesetzes und eine Herabsetzung der Weinsteuer in Vorschlag bringen wird.
Abg. Dr. H a e g y (Clsäffer): Der Wein ist bei uns in Südwest- deutschland kein Quxusgettänk, sondern ein Volksgetränk.
Goas Rödern: Ich kann die in der Kommiffion abgegebene Erklärung der Regrerirng nur wiederholen, daß die vcrbündtten Re- k Fierungen an dem Zusatz zu § 2 fest halten werden
Abg. Feuerstein (Soz.): Wir haben keine V^insteuer, sondern eine Wernumsgtz: teurer in der rohesten Form vor uns. ^Die Weine bis zu 4 Mark sollten steilerfrei bleiben.
Zu ß 10 wird ein Aittrag Guns ffe r u. Gen. angenommen, in dem Absatz sind die Worte ,.in Flaschen" zu streichen.'
Abg. Müller-Reichenbach '.Soz.): Es ist nicht einzusehen, warum man so hohe Weinschußzölle sestsetzt.
Djer Rest der Vorlage findet im wesenMchen nach den Beschlüssen der Kommission Annahme.
Schaumweinsteuer.
Die Vorlage wird nach ganz tcnerheblicher Debatte in der Kommisftonssaffung angenommen.
Mineralwässer
und klmstltch bereitete Gettänke, sowie Zollerhöhung für Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade.
Abg. Buch (Soz.): Ich halte mich für verpffichtet, die be- rechttgten Einwände der Konsuuienten gegen diese Stauer zur? Sprache zu bringen. Wir können auch diesem Gesetzentwurs unsere Zustimmung nicht geben. Bon Surrogaten haben wir jetzt während der Kriegszeit ^enug bekommen. Wtt sehnen uns lmefrer einmal nach einer richtigen Tasse Kaffee.
Abg. Reumann-Hofer (Fortschr.): Das Verfahren der Kommv'ion, dre natürlichen Fruchtsäfte im Gegensatz zu den ü'insilichen von der Besteuerung fteizülassen, halte ich für nicht zweckmäßig.
Abg. Zubeil (U. Soz.): Die Steuer .wird tatsächlich dem Mtn^rbemittelten, dem Leistungsunsähigen, auferlegt.
.rr- n Neumann-Hofer, die Steuersätze, die von der Kvm-
mtsswn erhöht worden sind, im wesentlichen auf die Höhe der Regierungsvorlage herabzusetzen, u. zwar für Minevalwässer von 0,65 auf 0,05 Mk., für Limonaden u. andere künstliche Gettänke von 0,15 airf 0,10 Mk., für konzentrierte Kunstlimonaden von 1,50 auf 1 Mark und für Grundstoffe zur Herstellung von konzentrierte! , .Kunstlimonaden von 30 auf 20 Mark für dos Liter findet durch Hammelsprung Annahme.
Tie Vorlage wird im übrigen ohne wesentliche Aenderung nach den Kommisfivnsbeschliffsen angenommen.
Zum Gesetzentiours bettefferid eine mit den Post- und Telegraphengebühren M erhebende cmßerordenlliche Reichs- abgabe wendet sich
Abg. Taubadel (Soz.) gegen die Vorlage, die er ungerecht finbet. Tie Abgabe würde nicht zu einer Erhöhung,, fondem zu einer Schmälerung der Einnahmen der Reichs post füh- reTt ‘ t^ ie Vortofreiheit der Fürlteit sollte endlich beseitigt werden.
Abg. Vogtherr (U. Soz.) tritt gleichfalls für sosvttige Beseitigung der fürstlick)en Pottofteiheit ein.
Dre Vorlage ivird unverändert in der Kommiffionssassung angenommen. Hierauf vertagt sich das Haus.
Sitzung Mittwoch mittag 1 Uhr (Reichsstempelgesetz. Wechselstempelgesetz, Kriegsabgabe, Umsatzsteuer, Steuerflucht).
Schluß V 2 8 Uhr.
Ans
Bild hierüber Kaiserlichen Gesund-
St«rdt «nv CaitH.
Gießen, den 10. Juli 1918
Wie man Arzneikväuter sammeln soll.
Sammelt enchemrische ArzineEräuver! Das Ist vattrlänvtichc Pflicht, denn es macht uns vom AnÄarcke unabhäiigig. uiw oben- drem rann es, richtig betrieben, einen ganz hübschen Gewinn etnbrrngen. Jetzt, wo die Ferien beginnen, ist die günstigste Jahreszett zum Sammeln der meisten etitlieimischeli Arzneipflanzen. Aber wte und was soll man sammeln? Kurzgefaßte, dabei aber vollkommen ausreichende Belehrungen in Wort und
geben die 32 Arzneipflonzen-Merkblätter des __
heitsamtes, die einzeln und auch in Form eines wvhlseilen Büchleins bei.Julius Springer in Berlin erschienen sind. Das Wichtigste über das Lammeln von Arzneiträutern sei aus ihnen hier angeführt. Ehe man mit dem Sammeln beginnt, muß man sich den! Absatz sichern: die Arzneipflanzen sollen dem ^ftoßdrogenhandel zugängig gemacht werden, und wer in seiner Gegend keine San:ntcl- stelle auffindet, wendet sich an den „Reichsverband der Skreiiti* Fungen _ des Trogen- und iEhemitalienfachs" (Berlin) oder die ^Geschäftsstelle der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft" in Ber- lin-Tahlem: ist der Msatz der Ware gesichttt, muß man Vorkehrungen für das sachgemäße Trocknen treffen, und dann muß wtan sich darüber entscheiden, welche Pflanzen man sanunclli will. Dabei gilt als Regel, daß man nur solche Arzneipflanzen wählt, die in einer Gegend reichlich vorhaiiden find und für die eir| lohnender Wsatz in sicherer Anssichlt steht: wo dagegen Arzneipflanzen nur vereinzelt wachsen, soll man Flur und Wald mdni ihres Schmuckes berauben. Selbstverständlich^ ist auch, daß mar Felder und Wälder, Aecker und Wiesen, bei der Suche nack Arzneipflanzen zu schonen hat.
Die Güte der Ware hängt davmi ab, daß man zum Sammeln die günstigste Jahves- und Tageszeit und den geeignetsten Wache.- tumszustand wähtt, sv daß die Pflanzen den aus ihnen zu gewinnenden Hellstoff am reichlichsten enthalten. Daher soll die Ernte dann erfolgen, wenn die Wanze die aufgespeichnten Sttfft zur Erzeugung vvn neuen Trieben, Blättern, Blüten, Frübtni und Samen noch nicht wieder verbraucht hat. Tlaraus folgt, daß Wurzeln und Wurzelstöcke im Herbst oder Frühjahr gegraben werden, daß das Kraut zu sammeln ist, wenn die Pflanze an* fängt zu blühen: Blätter werden gewöhnlich vvn blühenden Pflanzen gesammelt, Blüten sollen in jugeitdlichem, aber ausgedlühtcrn Zustande, stark riechende Blüten zur Zett der eben atlfsprmgenden Knospe gesammelt werden: bei Früchten und Samen wartet map der; Reifezustand ab. IlTtterirdische Pflcmzentkile können zu jeder Tageszeit gesammelt werden, bei .den oberirdischen aber muß die Ernte an trockenen, wenn niöglich an sonnigen Tagen gesammelt werden. Besondere Vorfickä i.st bei giftigen Pflanzen vonnöten: es handelt sich hauptsächlich um die Sauren der Herbstzettlose, die Knollen des Eisenhutes und die Blätter von: Fingerhut, Stechapfel, Bilsenkraut und Tollkirsche: bei dreien Ofiftpflanzen sollen nur Erwachsene sich am sammeln beterligen, ja für das Pflücken von Tolllirschenblättern empfiehlt das Merkblatt des Kaiserlichen GesimdRntsamtes das Tragen von Handschuhen.
Welclpe Pflanzen teile sind es mm, Oie hei den einzelnen Gewächsen ftr Frage kommen? Tie, die im Juli oder später gesammelt werden können, seien hier angeführt. Blätter sammelt man von der Bärenttaube, vom Huflattich, vonc Stechapfel, Vvn der Tollkirsche, vom, Fingerhut, und .vom Bilsenkrmtt: Blüten pflückt man vvn ?lrmka und Kamllle, von Stiefmütterchen kann) man Stengel, Blätter und Blüten ernten, bei Schafgarbe, Tau-
sendgüldenlkraut, Quendel, Malven irnd Steinklee ist ebenfalls das ganze Kraut brauchbar, nur die Blumenkronen sind von Wall blumen zu sammeln. Blüten imd obere Telle enttfimmt titon bem Rainfarn, Krautspitzen und Blüten dem Wermut. Unterirdisch' Teile sammelt man Vvn folgenden Pflanzen: vom Kalmus, dein Wurzelstock, von der Haulwchel alle unterirdischen Delle, von Bibernellen die Wurzeln; Beeren sammelt man vom Wacholder: poren gewnrnt man vom Bärlapp.
Marx, Lonystt. 1, das Eiserne Kreuz
** Auszeichnung. Stud. jur. Fritz wurde zum Gesretten befördert und erhielt 2. Klasse.
_ ** Beförderung. Zum .Hauptmann d. R. befördert wurde Oberlt. d. R Otto Boeckncr, 2. bayer. Inf.-Regt., kommandiert zum Kgl. Bayer. .Krregsmimsterium.


