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teerten konnte, setzte bereits um 4 Uhr früh auf der Hochfläche

her sieben Gemeinden heftiges Attillerieseuer gegen unsere Stellungen bei Asiago ein. Einzelne hierauf folgende feindliche Vorstöße im Raume bei Sisemol und Asiago scheiterten. An dem Zusammen brechen eines in der, Morgenstunden ebenfalls nach starker Artrllerievorbereitung östlich vom Monte P e r t i c c mrgesetzten italienisck)en Angriffe hatten neben den braven Kroaten des Infanterie-Regiments 79 auch eigene Batterien rühmlichen Anteil. Ein mittags neuerlich versuchter Angriff wurde ebenfalls glatt abgewiesen. Der Feind erlitt schwere Verluste. An der Ttroler und der Südfront herrschte Attillerietätigkeit. An der Abwehr von italienischen Angriffen an der Piavemünbung tmrkten auch Luflstteitkräfte erfolgreich mit. Am 4. Juli griff ein starkes Geschwader um die Mittagszeit in dem Raume von Cave Zuccharina den Feind erfolgreich an, wobei aus niedriger Höhe 1065 Kg. Bomben und üocr 20000 Maschinengewehr schüfst ^gegeben wurden. Hierbei zeichneten sich besonders die unter dem Kommando des Oberleutnants Hautzmeyer stehenden Jagd- Sieger aus. Der in den Abendstunden desselben Tages wiederholte Jagdslug hatte auf den Feind eine panikartige Wirkung. Don beiden Flügeln sind sämtliche Flugzeuge z-urückgekehtt. Auch in Albanien herrschte sehr rege Fliegertängkeit.

Frankreich und der Friede.

Bern, 7. Juli. (W. B.) LautPays" forderte die Lrga der Menschenrechte den Präsidenten Wilson ans, darauf hinzuwirken, daß die En tenberegrerungen ihre Kriegsziele veröffent­lichen und die Erklärung abgeben, daß sie nicht beabsichtigen, ihren Frieden dem besiegten Gegner auftu- zwrngen, sondern, daß sie den Frieden aus sich selbst heraus organisieren wollen zum Besten der Menschheit.

Japan» Heer und Flotte.

London, 8. Juli. (Reuter.) Die Times melden aus Tokw vom 1. Juli: Der Rat der Feldmarschälle und Ad­mirale hat den Plan wegen Zusammenwirkens von Armee und Flotte angenommen und der Vermeh- rung derArmee auf 21 Korps gleich 42 Divisionen oder 120 Regimenter grundsätzlich zugestimmt.

Da» spanische Spionagegesetz.

Amsterdam, 8. Juli. (W. B.) Das Reutersche Bu­reau meldet aus Madrid: Das Spionagegesetz hat in der liberalen und in der sozialistischen Presse Empörung hervorgerufen, da sie die Maßnahme als deutsch freundlich ansieht. Sie glaubt, daß eine Kabinettskrise eintreten wird. Die Kammer beriet das Gesetz in einer sehr heftigen Aussprache,die die ganze Nacht andauerte. Der Minister des Auswärtigen leugnete, daß das Gesetz als ein Maulkorb der Presse gemeint sei. Der Zweck sei, die unverschämte Sprache gewttser Organe gegen gewisse Staatshäupter zu mäßigen. Die Kammer nahm das Spionagegesetz an, nachdem sich die republikanische und sozialistische Opposition aus dem Hause entfernt hatte. Außerhalb des Hauses sammelte sich eine Menge an und bewarf die Polizei mit Steinen, als sie zer­streut wurde.

Kühlmanrr wieder in Berlin.

Berlin, 9. Juli. Der Staatssekretär des Auswärti­gen Amtes v. Kühl mann traf laut Berl. Tagebl. gestern aus dem Großen .Hauptquartier kommend, wieder in Ber­lin ein.

Die spanische Krankheit.

Haag, 5. Juli. (B. a. T.)Hollandsch Nieuws Bureau" meldet aus London:Daily Expreß" veröffentlicht verschiedene Nachrichten über die Verbreitung der Grippe in Europa und Asien. In Frankreich bleibt sie nicht auf das Heer beschränkt, sondern verbreitet sich auch unter der bürgerlichen Bevölkerung. In C h i n a würden be­sonders dichtbevölkerte Distrikte von ihr heimgesucht. In Tientsin seien über 20000 Menschen erkrankt, in Pe- fing viele Tausende. In England werde die Krankheit letzt erfolgreich mit Chinin behandelt.

Der Seekrieg.

Neue U-Boot-Erfolge,

33 e r 1 1 n, 8. Juli. (WTB.) Unsere II-Boote vernichteten im Sperrgebiet um England 17 000 Brutto-Re- gister-Tvnnen feindlichen Handelsschiffsraums.

Den Hauptanteil an diesen Erfolgen hat das vom Kapi­tänleutnant von Rabenau (Reinhart) befehligte Boot, das an der Ostküste Englands sechs Dampfer, zum größten Teil aus stark gesicherten Gleitzügen heraus, versenkte.

Der Chef des Admiralstabs der Marine. Erfolgreiche Seefticger vor der Themse-Mündung.

Berlin. 8. Juli. (WTB.) Wieder hat der amtliche Bericht von »er hervorMeridcn Leistung eines unserer besten Seeflieger. Lberleutmants 5*. Chrrstiansen, Meldung erstatten könncm WFui 3uIt , nachmittags hat dieser bewährte Offizier mit seiner «taffel vor der Themse-Mündimg zwei englische U-Boote angegrrffehr und beide erlMich beschädigt, eines davon so Awer, miß fern Sinken wahrscheinlich ist. Ter Kampf zwischen U- m tst eine der phantastisch annrutenden neuen

lsefechtsarten che chesen Erfolg uns gebracht hat. der Kampf zwi­schen zwei chchmschen, aufs höchste entwickelten, selcht wdbringenden aber auch äußerst verletzlichen Waffen.

e^ren zu dieser Begebenheit noch folgend- Einzelheiten - bes. Marinekorps, unter der Führung fhe? L aI 6 - mittags von der flandrischen .Küste mrs bei hel^m Wetter zur Fernaufklärung nach der englischen B or der Thein, e-Windung in der Nähe des Saiidcs ^m itlugzeugr ein aufgetaucht fahrendes englilches U-Boot das che Bezeichnung6 25" groß am Turm m-igcmalt tiug. Bevor es Zeit ,and, zu tauchen, stießen unser« Flieger -ms ihre Beute herab und griffen das Boot aus nächstbo

l?5 f Ähl, e -5 s ® w . e6rfe . uet fln - «"nen kurzem "nr di) au Teck bepudl,che BpaSung des Fahrzeuges getötet,

der Kommaichant hr-lt sich noch tmt Zeitlang auf dem Turm de?! Karabiner feuernd, der gefährlichen Gegner- Tauchmechanismus war otfenbar ,o beschädigt, bcB ein lbMerwasferbringeii des Bootes, nicht mehr möglich war. Aus nächster Nähe wurde das U-Boot Salden unserer Maschinengewehre über- schüttet, bis ihre gesamte Munitwn verfeuert war. 35 Minuten laim dauerte das Gefecht. Steuer- imd bewegungslos trieb das " unsere Flugzeuge den Rüctzng antraten.

^7 t . err Staffel nach dem Ort f r ^"/-Ni Schlepptau eines anderen, U-BootesL öl i und griff sofort beide Boote an, diesmal auch mit Bomben. AusC 25" wurden zwei Bomben: iu5 1 5Lt c pafy einer halben Stunde wurde das,

Mccht abgebrochen, nachdem abernuus der Munitionsvorrat er­schöpft war. Tie Stafiel Christiansen, die sich inzwischen erneut ans den Weg gemacht, stellte iest, daßC 25" völlig manövrierunsähih anscheinend tn sinkendem Zustande, vor der Themse trieb wahrend das andere Boot in offenbar schwer beschädigtem Zustand -Mlilchen Zerstörern in Schleppe genommen ( "ur de. Siol, -ms ihren Erfolg kehrten unfere Flugzeuge, ohne selbst irgendwelchen Schaden erlitten zu haben, m den Hafen zurück.

Einweihung des venrmals für August Wilhelm von Hosmann.

-w Gießen, 9. Juli 1918.

. azurblauer Himmel und strahlende Sonne lachten gestern

früh über der festlichen Schar, die sich vor demTintenfaß" in der Frankfurter Straße zur Enthüllung des Denkmals von August Wilhelm v. öofmann eingefunden hatte. Als im vorigen Jahre dre Liemeils'Rlng-Stiitung sich in Berlin bildete und in ihren Latzungen festlcgte, lebende Gelehrte durch die Verleihung eines Ringes, des Siemens-Ringes, verstorbene Meister aber durch ein besonderes Denkmal zu ehren, da ttat zuerst der Gedanke des Denkmals für den großen Erforscher des Anilins und der Anilin- Farben, August Wilhelm v. .Hofmann, in den Vordergrund. Von vornherein gab es für die Siemens-Ring-Slistung keinen Zweifel, daß das erste Denkmal nur August Wilhelm o. Hofmann geweiht sein dürfte. So entstand denn das Marmorbild, das nun in bayerischem Marmor von der Meisterhand K. Baurs-München an dem Elternhause v. Hofmanns prangt. Ans einem streng archaischen Rahnren blickt nahezu in Lebensgröße der große Ge­lehrte herab, umgeben von Buch und Retorte, den Sinnbildern der chemischen Wissenschaft. Spielende Putten bilden unten rechts und links einen harmonischen Abschluß. Tie unterhalb des plasti­schen Reliefs eingefugte Tafel ttägt die Inschrift:

August Wilhelm v. Hofmann geb. am 8. April 1818 gest. am 5. Mai 1892

zu Gießen zu Berlin

Ein Meister un dg längender Lehrer der Chemie. Ter erfolgreiche Forscher des Anilin und der Anilin-Farben.

Auf dem Rahnren liest man: Gewidmet der Stadt Gießen von der Siemen s-Ring-Stiftung.

lieber der Eingcmgstür des Hauses nach der Frankfurter Straße zu ist außerdem noch eine ovale Tafel mit dem Vermerk Elternhaus August Wilhelms von Hofmann" an- gebracht. Die ganze Anlage zeigt einen durchaus einheitlichen, künstlerischen Charakter und ttägt wesentlich zur Verschönerung des Sttaßenbild-es bei.

Die Einweihungsfeierlichkeiten verliefen äußerst stimmungs- vätl- Nach den einleitenden Klängen der Garnisonkapelle ergriff der Vorsitzende der Siemens-Ring-Stiftung Wirkl. Geh. Ober Reg.-Rat Prof. Dr. Marburg das Wort, widmete dem großer Merster Wilhelm v. Hosmanr: warme Worte, legte kurz dii Gründe dar, die zur Stiftung des Denkmals geführt hatten, mtf übergab das Denkmal an die Stadt Gießen. Die Uebernahm« erfolgte durch Oberbürgermeister Keller, der besonders die über ragende Bedeutung v. Hofmanns betonte, ihn neben Liebig all er neu der größten Sterne am Himmel der Chemie nannte ,und ei alä eilten besonders glücklichen 55edanken bezeichnete, das Denk- Ural mit dem Elternhcm.se zu verbinden, an das v. Hoftnarm bis ir ferne spätesten Tage mit Liebe gedacht hat. Zum Schluffe führtt Oberbürgermeister ,Keller aus:

Zu den mehrfachen Zeugen dankbarer Erinnerung an dieser wahrhaft großen Mann gesellt sich nunmehr, im Jah're seines 100. Geburtstages, dieses schöne Denkmal am Elternhaus in seiner Vaterstadt. Ich danke allen, die zu diesem Werke geholfen haben, vor allem, der Siemens-Ring-Stiftung, welche die große Gute hatte, in satzungsmäßiger Erfüllung ihrer Aufgaben zur Ehrung des Andenkens von Hofmanns dieses Denkmal zu erstellen und der Stadt Gießen in Eigentum zu ükurweisen. Ich danke dem Künst­ler, der in diesem hervorragenden Denkmal ein glänzendes Zeug­nis seiner Kunst gegeben hat. So übernehme ich hiermit im Namen der Stadt Gießen dieses Denkmal in Eigentum, Schutz und Unter ' Haltung der Stadt mit der Versicherung, daß die Stadt Gießen dieses herrliche Denkmal in treuester Obhut immerdar bewahren wird. Nun aber schmücke ich dieses Denkmal mit dem Lorbeerkranz, den die dankbare Vaterstadt ihrem großen Sohne gewidmet hat

Llnschließend hielt sodann Geh. Rat Professor Dr. Will, der noch selbst mit v. Hofmann gemeinsam gearbeitet hat und ihm nahe stand, die Festrede. Der Redner entwarf ein packendes Bild des großen Chemikers und zeigte seinen Entwicklungsgang von seiner frühesten Jugend an.

Thn der SSadt Gießen, die mit ihrer schönen Umgebung stets anziehend wirkte, hat v. Hofmann bis in das späteste Alter mit »rührender Liebe gehangen und immer wieder tauchen in seinen Grurnerungen" die Jugendtage in seiner Vaterstadt auf. Der Werdegang v. Hofmanns ist im höchsten Grade interessant. Von dem ßteqr, dem Hofkam mewvat Hofmann aufs sorgfältigste er­zogen, mit Verständnis für Kmrst, Literatur und die Natur, bestand der junge Hofmann hier in Gießen das MaturilSts-Examen und ließ sich als st'ud. jtrr. immatrikulieren. Wer er kam nicht vor­wärts, trieb Allotria, wie Carl Vogt behauptet, bis ihm sein Vater seinem Freund Liebig, dam er das Laboratorium baute, unver- tttaute. Unter Liebigs Leitung fand Hofmiann die rechte Bahn. Durch Liebiig, dessen Assistent er später wurde, erhielt er auch die Anregung zu jerrer ersten größeren erfolgreichen Ext>erimental- Untersuchung, die dasAnUin" zeitigte. Nach dem ersten Erfolg stellten sich neue ein, bis Hoftnann aus dem Wunsche zu größerer Selbständigkeit heraus sich im Frühjahr 1815 in Bonn habili­tierte. Da kam der Ruf nach England zur Ueberuahme des neuen Londoner Chemischen Jnstttitts. Nach manchmlei Schwierigkeiten konnte Hofmatcn dem Rufe erst folgen. In England gelangte .Hof­mann zu großen Ehren: er zeigte, was deutsche Energie zu leisten vermlag. Aus den Uutett"uchungen von Hoftnann und seinen Schü­lern sind dort die wunderbaren Schöpfungen der Chemie der Teer­farben hervorgegarrgen und in die Limdoner Arbeitsperiode fällt jauch die beruhmle Mbeit über die Ersetzbarkeit von Wasserstoff im Anilin und Ammoniak durch Moholradikale, einer der Grund­pfeiler für die heuttgen Anschauungen über die Struktur der chemi­schen Berbindungeii, und vieles andere.

' Von London folgte Hoftnann 1865 einem Rufe auf den Ber­liner Lehrstuhl, den er bis zu seinem Tode inne hatte. Welche ge­waltige Arbett Hoftnann bewältigte, wie überragend an Bedeutung er ist, das zeigt am besten die Entwicklung der Farbstoffchemie. Wenn heute die Betaute herbe Kritik Liebigs über den Zustand der Wenige in Preußen aus dem Jahre 34 nicht mehr zutrifft, wenn) im Gegenteil Preußen sowohl was den Unterricht loie die Unter­richtsmittel anlängt, vor anderen Ländern voranschreitet, so ist mA Rrcktt Aesiagt worden, daß der Beginn dieser Aera geknüpft ist an den Namen August Wilhelm v. Hofmann, der in den Banken der chemischen Laboratorien in Bonn nnd Berlin zuerst dem Fort­schritt chemischer Forschung angemejsene Arbeitsmittel geschaffen hat.

. Das Bild, das der Redner sodann von demMenschen" vor! Hofmann entwarf, zeigte den großen Forscher gleich anziehend und gewalttg wie als Wiffenschaftler. Er liebte die Jugerrd, deren vor­bildlicher Lehrer er war. Seine Studenten vergötterten ihn und trauerten tief, als ihnen ihr verehrter Meister unerwartet mittet, in voffem Schaffen entrissen wurde.

Wie ihm die Vaterstadt Gießen lieb war, das zeigte er unter anderem auch darin, paß er nicht richte, bis nicht nur München .sondern >cmch Gießen das Denkmal Liebigs erhielt. Das Ehren- Mrgervecht, das ifj-m die Vaterstadt verliehen, galt ihm als die höchste (Ihrimg. So hat er sich stets in Gießen zu Hause gefühlt und so gehört er zu Uns, auch heitte noch, immer.

Nach den interessanten Msiührungen des Redners ergriff der Dekan der Plnlosophifchen Fakultät der Landesuniversit'ät Pro- fiessor Dr Lvchlesinczer das Wort. Ausgehend von Liebig der es verstand, Wissenschaft und Praxis miteinander zu verbiirden' und mmnander greisen zu lassen, kam her Redner auf v. Hofmann zu sprechen, der den Spuren seines Lehrers und Meisters folgte Hof- mann war es auch, der sich 1855 gegen eine Teilmig der PKta sophischeu Fakultät und die Einführung einer Naturwiffenschaft- lrchen stemmte urrd betonte, daß auch das Doktordiplom der un­geteilten Fakultät die Würde eines Doktors der Wissenschaft ver- lnht, nicht aber jimt Doktor einer besonderen Wissenschait stempelt In diesem öhme hat denn auch die Philosophische Fakultät der Landesnmversttät drei im praktischen Leben stehenden Männern K Berlnen'te um die chemische Wissenschaft die Würde eines Dvktas der Philosophie ehrenhalber erteilt.

Zu Dr. phil. ehrenhalber wurden promoviert:

einer, Kgl. Sächsisckier.Hofrat, Verlagsbuchhändler in

Ra vhael G. L i e s e g a n g, Chemiker in Frankfurt a. M.,

Dr.-Jng. Max Epting, Chemiker in .Höchst a. M.

Im Namen derDeutschen Chemischen Qtefrnjdjaff", fe N0Ü

Jahr ihr 50jähriges Sttftungsfest begehen konitte, wümuete Gehle Rat Professor Dr. Lepsius dem Andenken von Hoftnann», der auch der Begründer der Deutschen Chemischen Gesellschaft ift, innige Worte und legte einen Kran^ am iDenkmal nieder.

Bei der nachfolgenden Besichttgung des Liebi^-LabvimtornkmÄ begrüßte Geh.-Rat Proftffor Dr. Sommer an Stelle ldes abwesenden Vorsitzenden der GesellschaftLiebig- Museums" die Anwesenden und entwickelte in einem Vortrag ein Bild von dem Wiederausbau des Liebig-Laborawriums und Museums. Mit unermüdlicher Zähigkeit, durch jahrelange Arbeit und nur nach Beseitigung großer Schwierigkeiten gelang, e», das Liebig-Laboratorium zu rebmstruieren und den Plan des Lrebig- Museums der Verwirklichung näher zu bringen. Was hier durch Forschung und Ausdauer erreicht worden ist, erscheint nicht nur anerkennenswert, sondern auch bewundernswert und es ist mit Freuden zu begrüßen, daß eine Stätte, die zur GeburtSstätte einer unserer bedeutendsten Zweige der chem. Wiffensäzaft wurde, erhalten bleiben kann und nun auch gesichert dasteht. Nach dem mit lebhaftem Jntereffe aufgenommenen Borttag führte Geh.-Rat Professor Dr. Sommer durch die Räume des Laboratoriums und gab Erläuterungen.

Tie Besichtigung des Liebigdenkmals und ein Mittagessen im Fürstenhof" bildeten den Abschluß der offiziellen Fest-Ordnung. Auch hier wurden in herzlichen Worten Gefühle des Dankes und der Anerkennung zum Aus­druck gebracht Oberbürgermeister Keller brachte einen Trink- spruch auf dieSiemens-Riug-^Sttftung" aus. Reiäisrat von Müller widmete der Stadt Gießen und besonders Oberbürger­meister Keller herzliche Worte. Geh.-Rat Professor Dr. Som­mer begrüßte die anwesenden Damen, naMenttich die Gattin A. W. v. Hofmanns, Professor Dr. Schlesinger die neuen Ehren- dottoven. Verlagsbuchhändler Hofrat Dr. Meiner dankte mit stvem Triukspruch auf die Philosophische Fakultät der Landes- universität. Beigeordneter Krenzien gedachte des anwesenden! Erschaffers des Denkmals, des Bildhauers K. Ba ur, und Geh. Oberreg.-Rat Prof. Dr. Marburg sprach auf das hessische Volk.

Su* Stadt und fand.

Gießen, den 9. Juli 1918.

* * A u s ze i chnun g. Dem Dem Finonzatntsbureauvvrsteher Stanzlerrat M ö b u s wurde das Kriegsehrenzeichen verliehen.

.. * Anzeigen über getragene Kleidungsstücke,

me mit Pelz gefüttert oder überzogen sind, fallen nicht unter das Verbot der diesseitigen Verfügung Tgb. Nr. 4574 vom 27. Ok tober 1917.

.G i eßener Waldbühne. Die Eröffnung der diessähri- gen Spielzeit, die infolge ungünsttger Witterungsverhältnisse leider schon zweimal (am 19. Juni und 3. Juli) verschoben werden- mußte, ist nunmehr auf nächsten Donnerstag iAnfangBV^- angeietzt. Hoffentlich ist es nicht nöttg, noch einmal zu verlegen, wodurch sich die bereits entstairdenen erheblichem Unkosten wiederum vermehren würden. Näheres siehe im Anzeigenteil.

m Oberhessischer Kunst verein. Die gegenwärtige Ausstellung, welche nur noch bis zum Montag geöffnet, ist außer )xm o ^ Uhr auch morgen Mittwoch nachmittag

von 3 brs 5 Uhr geöffnet.

^ l ch t s p i e l h a n s B a h n h o f st r a ß e 3 4. Von heute ms ernschließlich Freirag tritt Viggo Larsen in dem FilmTie Kunst zu heiraten" aus. Llußerdem wird das DetektivdramaTie Wachsmaske" aufgesührt. Siehe Anzeige.

** Schwarz-Weiß-Lichrspiele Seltersweg 81. Von heute ab bis einschließlich Freitag den,12, Juli tritt Traut­mann rn seinem neuesten DetektivdramaHaß und Liebe" oder Das verräterische Armband" auf. Außerdem wird das Lusffpiel Flaschengeister" gegeben. Siehe Anzeige.

Hesftn-Nassau.

== p u Tbu , 8. Juli. Die deutsche Kronprinzessin stattete Frei­tag nackmnttag von Bad Brückenau aus dem Kloster .^euzberg vi der Rbön einen fünfftündigen Besuch ab.

== Wiesbaden, 8. Juli. Die Kriegsstistung der Handel»- Mmn^er zu Wresbaden für die durch den Krieg in Not geralenei« Geschästsleute erbrachte bisher 416 000 Mark.

Mb. Deutscher Reichstag.

186. Sitzung vom 8. Juli 1918.

Am Bundes ratstisch: v. Payer.

Präsident FehreNbach eröffnet die Sitzung um 1.20 Ubr.

Zunächst wird über die .Verlängerung der Legis­laturperiode beraten.

Abg. Scheidemann iSoz.): Wir müssen notgedrungen! die Berlär'.genmg billigen. Neurvahlen und die notwendig voran­gehende stlusllärnngsarbeit sind w'aktisch einfach ittcht möglich. Wir stimmen daher für die Vorlage,

Abg. Al b recht (U. Soz. .' Wir können nicht einsehen, wes­halb wir nicht lvählen sollen. Der Belagerrmgszustand muß aus- horen. Die Verlängerung ist verfassungswidrig. Wir lehnen die Vorlage ab, ebenso die Verlängerung des elsaß-lothringischen Landtages.

Die Vorlage wird in. allen drei Lesungen angenommen, ebenso me Verlängerung des elsaß-lothringischen Landtages.

Es folgt die zweite Lesung des Gesetzentwurfes über die Zusammensetzung des Reichstages und die

BerhäLtnislvah! in großen Reichstagswahlkreiftn.

Abg. Landsberg (Soz.-: Wir stehen der Vorlage durchaus kühl gegenüber. In kritischen Zeiten kann nur derjenige Staat sich behaupten, der fest im Herzen der Bürger verankert ist und dessen Bürger auf die Gestaltung der Berhältniffe des Staates Einfluß ausüben. Zu dieser Erkenntnis I>at sich die Regierung noch nicht durchgerungen. Dabei ist noch feierlich erklärt worden, datz in absehbarer Zeit nicht über diese Reform hinausgeganaeit werde. Diese Erklärung ist im Ausschuß noch verstärkt worden gegenüber der Erllärung des Vizekanzlers, daß die Verhältniswahl in den großen Städten die Gelegenheit geben werde, eine Probe auf int Verhältniswahl überhaupt zu mack>eu. Die Frvueu bilden auch die Mehrheit der Kranken versicherten. Mrzlich >oar eine Fru, in einem Ausschuß sogar Regierungsvertteterin. Das Wahlrecht bekommt sie aber nicht. Wir schlagen den Proporz ganz all­gemein vor.

Abg. Dr. Müller-Meiningen lBpt.tt Die Vorlage ist gut, denn sie ist klar, urrd das ist für die Verhältniswahl das Richttgfte. Der Ausschuß hat mehrere wichtige Berbefferungeni vorgenommen. Mit unannehmbare Anträgen sollte man jetzt nicht kommen.

Mg. 33* U (Z.): Die Verhältniswahl, die für einige Wahl­kreise im § 5 festgelegt ist, ist ein Sprung ins Dunkle. Die Prüfung imrfe von Zeit zu Zeit erfolgen und ztoar durch den Reichstag, vb neben der Einwohnerzahl auch die ^onstigm Kriterien, die wirtschaftlichen und historischen., zutteffen. Auch die vielen nicht wahlberechtigten Einwohner müßten von der Ernwohner-zahl al>- gezogerr tverden. Die Fassung des Llusschusses ist keine Berbefso- rnng. Wir beantragen die Wiederher-stellung der Regierungsvorloae.

Mg .G tfl f Westa r p (K.): Wir können dem Gesetz als grun!^ sätzliche Gegner der Verhältniswahl und weil es keine endgültigen Zustände schaffen will, nicht zultimmen. Die Verändern gen. die der Ausschuß vorgeswmmen hat, bedeuten eine lveseintliche Bevor­zugung der großltMisa^i Bevölkerung und der organisietteiT Arbeiterklasse. Der Vizekanzler hat die Verhältniswahl in diesem 'Geies', eine Probe genannt. Das kann doch nur bedeuten, daß das iGesetz weiter ausgedehnt lverden soll, wohl auf das ganze Reich Das halten wir für völlig ausgeschlossen. Auch gegen die gebundenen Listen haben wir Bedenken.

Vizekanzler von Payer:

Ter Mgwrtmete Cftaf Westarp hat geglaubt, auf eine Bemer­kung von mir der der erften Lesung die Vermutung begründen zu können daß die Regierung den Entwurf nur als einen vorläuffgen Versuch angesehen nnssen wolle. Gegebenenfalls sei die Ausdehnung der Verhältniswahl aus das Mnze Reich ins Auge zu soffen. Tie^