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Tid*n Landtage in Reval versammelte estländische Rltter- und Land,chafr dem kaiserlichen Throne, um Euerer Majestät ihren vecßempfundenm Tank auszudrücken für die huldreiche Entgegen- nahme der Beschlüsse des liv--- und estländischen LänüerratS und me der Delegation des Landesrates zuteil gewordene Antwort.

In unerschütterlichnn Vertrauen aus die Gaade des All mächtigen sieht die estländische Ritter- und Landschaft in froher Zuversicht der Zukunft entgegen, die uns die Verwirklid-ung unseres einmütigen Herzenswunsck>es, den 2lnschluß cm das mächtige Teuft che Reich unter Euer Majestät erhabenem Zepter bringen tmrd. Tie von der Vorsehung uns übertragene Wacht an der Nord- mark der deutschen Kultur ivird von nun ab vom ganzen deutschen Volke gehalten werden, und deutsche Art und deutsche Sitte werden Heimat ungefährdet sich zu voller Blüte entfalten

Sine Ansprache deS König» von England.

London, 5. Juli. (WTB.) Ter König und die Königin empfingen heute im Buckinghampalast eine Llbordnung der i n t e r - alliierten parlamentarischen Handelskonferenz. Rach herzlicher Begrüßung der einzelnen Mitglieder hielt der König an dce Aborvnung folgende Ansprache: Mit großem Vergnügen« heitzen die Königin und ick Sie hier willkommen. Ich vertraue dar­aus, dag das Ergebnis Ihrer Beratungen aus der Konferenz jenes gegenseitige Vertrauen und jene Achtung fördern mögen, die unter den Parlamenten und Gcmeimvefen aller unserer verbündeten Na­tionen die einzig richtige Grundlage für Verträge und Bündnisse, lind. Tie Einheit des Handelns, die seit langer Zeit unter den Ver- düiweteu aus dem Haudelsgebiet wie in militärischen und Marine- suchen hergestellt ist, zeigt sich als einer der Hauptzüge unsere

Gott segnr mid »halt. Cu». MajcM und «.s« deutsches ^

in unserer können

Vaterland

Ew. Majestät treuuntertanigste estländische Ritter- und Landschaft und in ihrem Namen der Ritterschastshauptmann gez. v. Tellingshausen.

Tie Antwort des Kaisers lautet:

Großes Hauptquartier, 4. Juli.

Ritterschastshauptmann v. Tellingshausen, Reval.

Den Treugruß der estländischen Ritter- und Landschaft habe ich mit Freude uird Dank enlgegengenommen. Es ist mir eine hohe Genugtuung, im alten deutsck-en Kulturlande wieder deutscher Art und deutscher Sitte zu kraftvoller Entfaltung geholfen zu l-aberi. Gott wird dem deutschen Vaterlande die Kraft geben, sich siegreich zu behaupten und die .ihm anvertrauten Glieder in sicheren Schutz zu nehmen. Wilhelm I. R.

Hühlmanu im Hauptquartier.

Berlin , 6. Juli. (WTB. Amtlich.) Staatssekretär v. K ü h l- mann begibt sich heute abend ins Große Hauptquartier.

Hindeuburg und Ludendorff an Euver Pascha.

Berlin, 7. Juli. (WTB.) Anläßlich des Ablebens des Sul­tans richtete der Genevalftldnrarschall v. H i n d e n b u r g an den vsmanischen Vizegeneralifftmus Enver Pascha nachstehendes

Telegramm.

Euer Exzelle,:; bitte ich zum Hinscheiden Seiner Majestät dos Sultans ben Ausdruck meiner aufrichtigen Teilnahme entgegen- zunehmen. Tic deutsche Armee empfindet mit ihren osmani­schen Kameraden das Leid, das das verbündete Heer durch! den Tod, fernes Kriegsherrn erfahren hat. Als treuer Verbündeter in sichtverenl Stürmen an der Seite unseres .Kaisers aushaltzend, hat Sc. Maj. Süll an Mahnrnd V. dem Zlnsturm überlegener Feftrde unerfckLltter- lrch hie Stirn geboten. Unsere Waffen siiw mit dem Erfolg gekrönt, daß unser öftlcher Gegner das Feld räumen mußte. Auf dieser Grundlage gilt es, den En dka mpf siegreich zu bestehen.

wird das WnV des dahingegangencu pitterluchen Kriegsherrn der osManii.ck)en Streitmacht fortleben über sein Grab hinaus zum Legen des Bundes unserer .Heere und Völker.

H i nden b urg, Generalfeldmars.chlll

Ter Erste Geueralquartiermeisoer, Gewwal Ludendorff fügte hinzu: _

Ten Gefühlen, die uns alle beim Ableben Seiner Majestät des Sultans beseelen und unserem tiefen Beileid ftir die Türckei l>at der Generalfelbmars.chall Ausdruck gegeben. Hier nur bitte ich Euer Exzellenz in treuer Kameradschaft die Hand drücken zu dürfen.

Ludendor ff

Oesterreich und die Mranier.

Wien, 7. Juli. (WTB.) Die Blätter enttrohmen der Kra- rauer ,,Nowo Reforma" den Wortlaut des angeblich vom Minist er- ALfiderttrn Dr. v. Seidl er mit den Ukrainern geschlossenen Vertrages. Die Vereinbarung lautet: Ta die Ukrainer den in ^ er - wohnenden .Miiwritäten, darunter apch den Polen,

^veftgehende ^Autonomie und die Möglichtzeft ihrer kulturellen Ent- vukumgn KierHannten, erklären mich wir. um die kulturelle und nationale Entwicklung desjenigen Teiles des ukrainischen Volkes m suheru, der auf österreichischem Gebiet lebt, zu.m Ztvecke der «rgeven Ann-äherung der Staaten, daß spätestens bis 31. Juli im ParLmnent ein Gesetzentwurf über die Bildung eines be­sonderen Kronlandes aus der Bukowina.und aus dem Teile Ostgaliziens, der in überwiegender Zahl von Uftai- nern bewohnt wird, eingebracht werden soll. Die österreichische Re- Awamg wird alle ihr zur Verfügung stehenden verfassungsmäßigen Mittel anwenden, damit dieser Entwurf auf parlamentarischem Wege Gesetzeskraft erlmrge.

Die amerikanische Propaganda der Entente.

Berlin, 6. Juli. (WTB.) Die ameri ka nische P r o pa­tz an da der Entente, die in gleicher Weise als Schreckmittel für die Mittelmächte wie ein letztes Tro stmittel für das verblutende Frankreich gedacht ist, schlägt sich durch ihre Maßlosigkeit selbst. Bei aller Würdigung der amerikanischen Groß>- Kügigb.'ii, der es auf einige Hunderttausend oder Millionen mehr nicht ankommt, wäre es doch zweckmäßig, .venu sich die Leiter des Propagartdadienstes in den Verschiedenen Entente- staaten darüber einigten, tvieviel Amerikaner denn nun eigentlich aus fronzös:ichem Bode,: bereits stehen sollen. Unter den heutigen Verholtn:s;en kommt es »wr, daß Fnnksprüche von verschiedenen »L-totronen sogar an ein mrd demselben Tage einander wider­sprechen Walwend der Funftpruckn Lyon vom 4. Juli 1 000 115 Mam: meldet, spricht Lloyd George nach einem Funksvruch vom gleich«:: Tage nur von 900 000 Mmm. In einem anderen Funkspruch vom 4. Juli wird die große Begeisterung hervor ge hoben, welche die amtliche Ankündigu:rg hervorgerusen .Habe, daß bis' 1. September eine Million Amerikaner in Frankreich ange­kommen sein tvürden. Noch weniger ist sich die Ententeprvpaganda vba vre Größe im klaren, welche das amerikanische Heer jetzt Er in Zübrnft haben soll, denn in dem für die Wahrlieitsliebg UnÄ Gen.auigkeit des Ententessunkdienstes so dein erkenswir len Funk- spruch vom 4. Jul: heißt es einmal, der Generalquartiermeister plane nach einer Mitteilung an den Kongreß die Einkleidung von 4 Millionen Solboteu bis 1. Januar, dann aber wird- amtlich gefunkt, daß bis 1. Jmruar vier Millionen Amerikaner in Frank­reich angekonttnen sein werden. Tie Erklärung dafür liegt vielleicht «nun, daß beide Male bei der Datumsangabe vorsichtshalber die >1ahreszablen weg ge lassen sftrd.

Bc rm 6. Juli. (WTB.) Ten stark zensurierte?: Beritten <>Enucier Blätter ist zu «nttrehnren, daß in Genua ameri­kanische Truppenabteilungen ausgeschifft worden sind.

Eine neue Tagung des Obersten KriegSrats der Entente.

Paris, 6. Juli. (WTB.) Havasmeldung. Ter oberste Kriegs rat hielt hier seine siebeitte Tagung ab. Er sprach dev 1 ta 1 1 e n i f d> c n Armee und dem italienischen Volke seine anf- vuptigen Glückwünsche zu dem denkwürdigen Siege über die öster- vercknsch-ungarische Annex aus und ist der Ueberzeugung, daß dieser an der cntschndenden Wendung des Krieges davongetraqene Sieg­einen wertvollen Beitrag zu den Anstrengungen der Alliierten dar< Mlle, welche aus den chücklicheu Enderfolg ihrer Sache abzielen ^ ©men besonderen Charatter erhielt die Tagung diesmal durch die folgender Persönlichkeiten in der dritten Sitzung: Sir Robert Borden, der Premierminister Knadas, Hughes australi- ^swmtermimftcT, Masso,, Premierminister von Äeusecland. Lloyd, Premier,ninifter Neufundlands sofvie mehrere andere Mi­nister der TomiuionS des brftischen ReickfeS, die dem Rat durch Lloyd George vorgestellt wurden. Namens des obersten Kriegsrates sprachen C l e m e n c e a u und Orlando den Vertretern der To- minionS den Tank der alliierten Nationen iür die glänzenden Lei- stungen der Truppen der großen englischen Kolonien auf dem Schlachtselde aus. Ter oberste Kriegsrat prüfte die gegenwärlige^ Lage mit^UnterstützunLides! lGenerals Fach und anderer militärischer Sachverständiger von allen Gesichtspunkten au-- :md traf lvichtige Entsche:du,rgen. Zu den an-vesenden Persönlichkeiten gehörten Cle- menceau, Lloyd George, Orlando. Pichon, Balfour. Lord Milner, Somn,w, General Fach, Sir Henry Wilson, Marshall Haig, Gene- der belgische Generalmajor Guillarn und die ständiges vnlttärischen Beittreter der Alliierten in Bersailles.

I in den Angelegenheiten des Handels sich tmraus ergeben haben^ S werden,^ wie ich hoffe, nachdem der Kitteg zu einem erfolgreichen- | Abschluß gebrachr ist, uns allen den vollen Wert des Zusammen- i arbeitens im gemeinsamen Interesse zur Gewißheit machen. Mögen I wir in Zukuuft in den Künsten des Friedens ebenso herzlich zu- ' lammenarbeiten, wie wir es in der schweren Anstrengung des Krie­ges getan haben. Möge unser geineinsames Handeln ein ebensv, kraftvolles Instrument für die Förderung von Glück und Wohlstand aller alliierten Völker sein, wie bei der Zerstörung der Pläne ihrer: Feinde. Ter Handel ist in Wahrheit das Lcbenselement der Zivi- luation und ans einem beständigen, ungehemmten Austausch der Lebensbedürfnisse beruht die fortschreitenoe Besser:m.g der Wohl- fahrt der Völker, die das berechtigte Ziel feder guten Regierung ist. Möge die Handels-Entente, die ihr Ziel ist, weiterhin Führer und Vorläufer eines allgemeinen Friedens sein, dem wir mit ged:üdigem lVertvau«: auf den Sieg unserer Waff-cn entgegen sehen.

London, 6. Juli. (WTB.) Reuter. Gelegentlich der Ent­gegennahme einer Adresse nnb der Festgabe der Stadt London ans Anlaß seiner silbernen Hochzeit hielt der König in der Guildhall eine Rede, in der er sagte: Zu einem Zeftpunkt, wo ein ftrupcl- loser Feind ge ge:: das Bestehen des Reiches kämpft, freue ich mich über den hochherzigen Widerhall, den der Ruf der Pflicht im ganze?: Reiche gefuuden hat. Wir fühlen mit Freude, daß tvir mit dem Volk und dem ga::zen Reiche in Idealen und Wünschen, Freuden und Sorgen einig sind und in der Entschlossenheit, einen Frieden herbeizuführen, der die künfttgen Gcschleclstec vor den Leiden, schrecken uiü) dem Elend bewahrt, die der Welt seit vier Jahren auferlegt sind. Wenn dieser Friede kommt, möge er dann über einen: Reiche crufgehen, daS in seinem Charakter durch die schweren Prüfungen, die es durckMacht, gestärkt u? durch die Erftmerrmg und die gemeinsamen Opfer und Anstte?:gungen enger zusammen ge-chmiedet ist.

Die engSrfche Arbeiterkonferenz ruid die irische Frage.

Bern, 5. Jkli. (WTB) Bei der Arbeiterkon- ferenz in London a?n 28. Juni schlug: der Abg. James O ' Gr a d y eine ResoUttiofi vor, die sofort H omer u l e [itr Irland verlangte. O'Grady sagte:Laßt um GotteS- willen nicht die Schande über England komtnen, jdaß es, wenn es zur Friedenskonferenz geht, von den Feinden ge­zwungen wird, Irland diesen Grundsatz der Gerechtigkeit z^uüilligen. Als Barnes im Parlament für die Einführung der irischen Wehrpflicht die Ge4väh?mng vor: Homerule zu sagte, betonte er, daß die Regierung damit stehen und fallen werde. Ich fragte der: Premierminister, ob er damit steherl uno fallen lverde. Er bejahte dies. Trotz- ist er nach im Amte. Ich fordere! jetzt die an der Reichs ko nfevenz teilnehmenden Staatsmänner der großen überseeischen Dominions auf, darauf zu bestehen, daß die Rerchsvegterung inrnmehr ihnen diese Frage zur Regelung überläßt."

Der Lnftkampft

.^Erlin, 6. Juli. (WTB.) Die Engländer wollen im Monat Mm 397 deutsche Flugzeuge zerstört und 95 beschädigt u:rd öur Landung gezwungen, die Franzosen 224 zerstör: und 160 be- -chäcngt, die Belgier u:w Amerikaner zusammen 18 Flugzeuge zerstört haben. Das smd 639 zerstörte n?rd 255 schwer beschädigte, nnthrn 894 -außer Gefecht gesetzte deutsche Flugzeuge. Die Deutschen behaupdeten demgegenüber nur 180 Flugzeuge verloren zu haben, vvn der:en st.09 über >st-i!ndlicheMl Gebiet verloren wurden. iXier W ider­spruch ist unerklärlich, doch muß jeder Ui:befangene zugeben, daß d:c von den Verbündeten gemeldete Zahl durch ihre Höhe Zweifel heraus-ordert. Ersvhwnmssemäß steht dem Abfall durch, feind- l:che Einwirkimg ungefähr ein gleich großer durch Besä>ädigungen beim Landen natürliche 'Abnutzung usw. gegenüber. Einen Verlust vion etwa 1800 Flugzeugen im Dcionat kömtte aber Lein Lruw sofort ersetzen, nnd^doch hört man aus dem Lager der Verbündeten nickst von einer Schwächung, smwern von einer Erhöhung der deutschen Lufttätigkeit. Eine gma:lcr.c Prüfung unter Heranziehung de:' deutschen Einzelangaben vermehrt die Zweifel an der von den Verbündeten gemeldete:^ Abschußzahl. Die Deut­schen wollen 71 FlugzeriM auf ihrer und 109 auf feindlicher Seite verloren und chverseitt: 190 Flugzeuge jenseits und 223 diesseits autzer (üefecht gefetzt habe?:. Da du letztgenannten 223 Flugzeuge in der amtlichen Liste einzeln nach Typ, Nummer und Name der Besatzung aufgeführt sind, ist diese Zahl nicht zu bezweifeln. Wenn dagegen die Verbündeten 894 baitfdyc Flugzeuge vernichtet haben wollen, aber nur 109 in ihrer Hand haben, so müßte die Zahl der Lnftkämpfc über deutschem Gebiet wahrend dieser Zeit des sieg­reichen deutschen Vordringens etfva achtmal so groß gewesen sein als über ihren eigenen. Ties ist widersinnig. Die srcrnzösischen und! englischen Angaben über die deutschen Verluste müssen also um ein Mehrfaches zu hoch sein.

Feindliche Luftangriffe.

London, 6. Juli. (WTB. Nickstcrnttllch .) Meldung des Reuterschen Bureaus. Tie unabhängigen Luftstreitkräfte geben Mont Margen des 5. Juli beiannt.' Unsere Maschinen griffen den Bahnhof E ob lenz heftig an. Auch der Bahnhof von Saar­brücken rvurde mit gutem Erfolge angegriffen. Ueber Saar­brücken rvurden unsere Geschwader von feindlichen Flugzeugen

heftig angegriffen gekehrt.

Alle unsere Flugzeuge sind unversehrt zurück-

Der Seefneg.

Neue U-Boot-Erfolge

Berlin, 7. Juli. (Amtlich.) Unsere Unterseeboote ver- senkten nn Mitbelmeer vier Dampfer, drei Segler von rund IV000 Br.-N.-T.

Der Chef des Mmiralstabes der Murine.

Washington, 6. Juli. Das Marmedepartement teilt mit daß der Transportdampfer Eovengton (früher Cin- emnati^ der Hamburg-Amerika-Lime, 16 339 BRT.) Montag nacht m:f der Heimreise im Sperrgebiet versenkt wurde. SeckO -Rann der Besatzung werden vermißt. Fahrgäste waren nicht an Bord. Der Dantpfer hielt sich noch bis zmn Dienstag über Wasser. Es wurde kein U-Boot gesehen.

Aus dem Reiche.

Zucker aus der Ukraine.

Berlin, 8. Juli. Aus dem Magdeburger Zucker­markt trafen naeh der Nockid. Mgem. Ztg. 100000 -lentn-er Weißzucker aus der Ukraine ein. Ter Preis betrug 300 Mmtt für den Zenttirr. Die Nachfrage war trotzdem sehr rege.

mi>. Deutscher Reichstag.

185. Sitzung vom 6. Juli.

Präsident^- ehrenbach eröffntet die Sitzung um 1 20 Uhr

Auf der Tagesordnung steht zunächst die ztoeftc Lesung des Erganzungsgesetzes zum Kapitalabftiüalngsgesetz und Kapitalab- ftndunbsg'^etz für Offizi ere.

Die ($ej£fce toerbpn oh»e in afre&z Lesung äuge-

tnommen. aus Anrrag des Abg. Liesching (BolWp.) auch in

sofortiger dritter Lesung.

Das Geietz gegen Unsrnckübarmackxung und Schlvangerschafts- unterbrechimg wird ohne dlusiprack)e dem Ausschuß für Bevolke- rungspolitik überlistesen.

Eine 9d>velle zum Kaligesetz wurde aus Antrag des Abg. Gothein (Bolksp einem 21gliedrigen Ausschuß überwiesen, nach­dem Abg. Tr. Alirend (Teupche Frakt.) um möglichst baldige Er­ledigung im Interesse der Jndullrie und Aog. Brey (S.) im Interesse der istrbeüerschaft gebeten haben.

Es folgt die Besprechung der Ernährungs-, Mhlen- und Bekllidungsfragen.

Abg. Wied e bröck (tons.) erslatletden Beriäu des AusschrsieK für Ernährung^fragen,

Abg. Schmitt-Würziburg (Soz.) den für Kohlenförderung

m:d Kühieiwersorgultg und '

My. Astor (Zentt.) den Bericht über Petitionen, betreffend

die Tättgkeil dec^ ReiäMbekleidungssvelle.

taa r s s e k r e t ä r v. W a ldv w.

Blei aller Berechtigung der Kritik darf nie vergessen werden^ daß die großen Schwierigkeiten ohne die öffentliche Benstrlfchas- tung nie hätten überlvunden iverden können. Tie -^chkvächm und Mängel- dieser Zwangsroirtschaft werden von niemmrüem mehr empftinden als von dem ^nt der AusfülirMtg Betrauten, der dafür die Verantwortung trägt. Daher bin ich für irden Ver- besserungsvorfichag, BeschLagnahme Ides Brotgetreides, Rationierung 'der Erzeuger hinsichtlich ihres Gnverbes, Verbot des freien Han­dels. Aus diese Grundsätze hat jetzt das Wirtsthrrftssystem cruck> in OeslerrrichUngarn auchebaut werden müssen. Ter Hauptgrund dafür, daß das jetzige Ä)stem so loenig besriedrat, liegt doch nur in der Knappheit der Vorräte. Tie Kitttik sollte nicht so weit gehen, daß sie dltrch die Forderung des freien Handels das Vertrauen zu imfeter ENiährungswirtsichaft untergräbt. Vor sckZwe- ren Notständen .schd wir bewahrt geblieben und besser durch den Winter gekommen.' als wir im Herbste armahmen. Ter Grund war die bessere Kartoffelnmte und die bessere Durchbildung der tcnmmis- ualen Organisation. Tie .Hoffnung auf ^'iumänien wurde ge- täusckft uno die Zufuhren aus der Ukraine sind unzureichend. Tiefe Schivierigteideu werden noch längere Zeit andauern, aber bei dey fortschreitenden Bevuhigimg des Landes und mit dem Ernsetzen dea heuen Ernte wird es besser iverden, und lZoffen wir, daß uns die zugesicherten DiengiLn Kuaeführt werden könne::, wenn sie uns auch erst im nächsten Wirtschaftsjahre zugitte kommen kösrnen.

Vizepräsident Tr. Paasche bittet, die Zloischrnrufe zu. unter­lassen.

Abg. Vvgtherr (Unabh. Soz.): Er soll die Wahrheft sagen.

Vizepräsident Tr. Paasck)e rust den Mgeortmeten Vogtherr zur

Ordnung.

Staatssekrttär v. Woldow: Ter vermehrte Anbau von Kar­toffeln wird hoffentlich bei der nächsten Ernte bessere Erfolge zeiti­gen. Die kalte Witterung hat jetzt die Kartoif^'rnte um etwa zehn Äage verspätet.^ Die Mißernte an Futtergewächsen ist für untere gnnz-e Viehwirtschaft von der nachteiligsten Wirkirng gewesen. Un- s'er Viehbestand ist herabgedrückt, und viellstcht werden wir wich in gewissen Znstsck-enrLmnen eine fleischlose Woche ein- Pchren müssen. ^ (.Hört, hört.) Ein Ersatz wird in Mehl scyebeni werden. Für die Aussichten des nächsten Wirtschaftsjahres ist die iheimische Prodnkti-m nach nste vor entfchstdend. Tste besetzren ®e* biete, sowie Rumänien 'imb die Ukraine bieten uns eine g ro ß e R e- serv e. Die ergiebiger: Regenfälle der letzten Wochen l>aben vieles jrWder gntgemacht, so daß wir mrf eine bessere Ernte als im Vor­jahre hoffen dürfen. Ein Grund zum Pessimismus liegt nicht vor. Tie Ungunst der Witterung halte uns drei schlechte Ernten gebracht. D.as Jahr .1916 lvar das schlechteste für Gerste und Hafer. 1916 'halten wir die Mißernte in Kartoffeln und 1917 die völlige Miß­ernte in allen Futtermitteln. Wenn wir jetzt eine Mfttelernte haben, ützerden wir mft unserer eigenen Produktion und mft Hilfe der östlichen Gebiete erheblich besser dastehen als bisher. (Lebhafter Beifall. Rufe bei den Sozialdemokraten: Wenn wir nicht ver­hungern.)

A!5jg. Dr. Metzinger (Zentrst: Wie steht «s mft den Nach- richten, daß w st ere Mengen <m Olsterr-eich abgegeben werden sollen? Ich muß weiter die dringeirde Bitte aivssprechm, daß die Förderui^i u:rd Beförderung von Kohle n-ach Suidoeutschland möglichst be- sMeunigl tftird Imd daß mäßige Preise gestellt werden

Abg. Wels (Soz^): Ter Schleichhandel ist die einzig erfolg­reiche Organisation. (Sehr richttg.) Auch gut verdienende Arbeiter) können ihre Familien nicht ernähren, und da soll noch die Brot­ration verkürzt werden. Tie .Kartoffeln fehlen gan^. Hofskttlichs tritt nicht die befürchtete Lückl-' iii bir Brotgetreideversorgim^ ein. Herr v. Batocki und Herr v. Waldow sind abhängig vom Großgrundbesitz.

Staatssekretär v. Waldow: ?lbg. Wels hat auch eine Aeuße- rung des Kaisers wegen der Getreidemengen aus der Ukraine er­wähnt. Tatsächlich sind 6000 Tonnen eingetroffen. Das sftrd zehn Züge zu je 60 Wagen.

Äsbg. Tr. Rösicke (kons.): Ebeirso tvie die Industriearbeiter sollte die Landwirtschast mit Kleidungsstücken bedacht werden. Das System der Gleichmachung ist nicht durchftihrbar. Tie Fehler des sozialdemokratischen Systems zeigen sich hier deutlich. Das Volk wli'rd diese erkennen. Wir alle leiden darunter. Es kommt immer noch vor, daß Landnnrte für teures Geld Waren einkaufen müssen, die ihnen billig abgenommen worden sind.

Abg. Fegter (Vpt.): Die Kohlenförderung ist eine der! wichtigsten Aufgaben des Reiches. Gegebenenfalls müssen Soldaten dazu frei gegeben werden. Ten Landwirten sollte nur so viel zup freien Verfiigung verbleiben, als sie in der eigenen Wirtschaft brauchen.

Abg. Heck owrfcD: Die Landivirtschaft muß hergeben. was sie hergeben kann. Es müssen ihr aber die gehörigen Arbeitskräfte und die nötigen Düngemittel gegeben werden. Besondere Aufmerk­sam feit erfordert der Stallmist. Das Umlageverfahren ist zu emp­fehlen, aber ohne den: freien. Handel. Werben für U-ebers-chüfsii höhere Preise bewilligt, so geben die Landloirte auch diese heraus.

Abg. Ru pp-Marburg (D. Frakt.): Angesichts der müh­seligen Arbeit der Bauern und Landfrauen ist es unerhört, von Profttgier der Laitewirte! zu sprechen.

Abg. Wurm (1P Soz.): Tie ersten vier Kriegsjckhve such überstanden, aber lvie. Nicht der kleine Bauer, die Grvßgrunt»- bescher haben die Vor veile wm dem Ratioinerungsshstem. Das System l>ac ein Loch, sonst wäre der Schleichhandel nicht möglich. Die Arbeiterschaft muß auf die Verkürzung der ArbeitSseft dringen und den Frieden fordern.

Ein Vertreter des Kohlenkommissars erklärt, daß die zum Frühdrusch notweiÜRge Kohle rechtzeitig zur Verfügung stehen

Staavssefretär v. Waldow: Das ?lbkommcn mft Oesterreich betrifft nicht eine gemeftrsame Bewirtschaftung, sondern eine Be* wirtschaftung der drei Mächte nach den gleichen Gesichtspunkten. Tie gemeinsame Bewirtschastting bezieht sich nur auf die Ukraine und auf Runfänien. Hierm^ hat Oesterreich eine Vorbelieferun^ bekonrmen. Eine Kartoffelbelieferung hat nicht stattgefunden.

Abg. Hestermann (Wild): ,Gibt man den Leuten nicht genug zu essen, so trinken sie im Kuhstall die Mllch aus. Man! müßte nebeu Kuh und neben jedes legende Huhn einen Polizisten stellen. Die Sozialdemokraten sind doch sonst nicht für den Polizeistaat.

Damit schließt die Aussprache. Die Abstimmung wirb Montag

erfolgen.

Nächste Sitzung: Montag 1 Uhr Tagesordnung: Verlänge- nmg der Legislaturperiode. Wahl kreise inteilung, Beamtenftagen.

Schluß 1074 Uhr.

Ai,5 dem hanptausschutz des Keichslaqs.

Berlin. 6. Juli. (WTV.) Im Hauptaus schuß deS Reichstages machte smtte zunächst der Staatssl'krctär hes Reichsschatzamtes vertraiiliche Mfttei^liungen über die Finanz­lage des Reiches, die als Degründurrg für die neue, demnächst in der Vollversammlung zur Berattmg kommende 15-Milliar- den-Kreditvorlage gelten Lömven. Der Ausschuß des Reichs tagi's zrahm die am 2. Juli gemeldete Entschließung des

Unterausschusses

Wrrme an.

zur Beamtenorganisation im Heer und in deck