Nr. M Sroeües Blatt
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Samstao, 22 . Zuni 1 ( 9 $
Aus StadL mib (an®.
Gießen, den 22. Juni 1918.
LcbeuSmLttclmarken.
Für die Zeit vom 24. Juni bis 30. Juni 1918 haben nachstehende Lebensmittelmarken Gültigkeit:
Brotmarken der 26. Woche, gültig vom 24. 6.1918 - 30. 6. 19!8 Buttermarken „ 26. . „ 24.61918-30.6.1^ 8
Elermarken Nr. 10. „ 24. 6.1918 - 30. 6. 1918
Fleischmarken w 26. .. „ , 24.6.1918 - 30. 6. 1918
Kartossel,narken» 26. „ „ „ 24 . 6.1918 - 30.6.1918
Seifenmarken für den Monat Juni 1918.
Ein Umtausch vcrfallrncr Marken findet nicht mehr statt; ebenso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt.
Nenaunreldungen und Ailmeldung von Neugeborenen haben unter Vorlage der nötigen Ausweise, insbesondere der Lebensmittel-Ausweiskarte, auf dem Lebensmittel- amt zu erfolgen.
Umzüge innerhalb der Stadt und Wegzüge von Gießen find in den zuständigen Bezirken anznmeldeu.
Gefchäftsstunden des LcbensmittelamteS von 0-12 Uhr vorm., 2—4 Uhr nachm.
Marlenausgabe Nir Urlauber:
Sonntags von 19—12 Nhr vormittags.
** Auszeichnung. Ter Mus ketier Ludwig R ö m e r erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse, früher bereits die Hesiüche Tapserkecksmedaille. .
** Aeine Bezugsscheine aus Bettwäsche.
Reichs belleidun gssvelle gibt bekannt, daß künftig Bezugsscherne aut Bettwäsä^e nur für Kranke, Wöchnerinnen und Säuglinge gegen eine Bescheinigung des Arztes, bezielmngsweise der Hebamme ertei.lt werden. Sonsüge Antrag fxeller sind auf bezugsschnnftere Paprer- qaruerzeugnisse M verweisen.
** Diebstahl. Ostltem gelang es der hiesigen Polizei, die Di-eUe ftsi 'zu nehmen, die Erde Mai d. I. in hiesiger Madt ans beul Nahrungsberg die Hühnerdck Mahle begangen hatten. In Bewacht kommen drei Soldaten und eine Zivilperson. Tie, Beute, wobei sich auch noch ein Stallhase befand, bcn sre m der Frankfurter Straße gestohlen . hatten, haben sie S" emer FraueuSpersE, bei der sie ityrert Unterschlupf Ritten, verbracht und (dort mit noch anderen verzehrt. —• Am 20. d. M. wurde aus der .Fahrvadhalle eines hiesigeir Fabrikgebäudes eiu Fahrrad, ..narre Opel 9ir. 10, mit Ider FabriknutnUlec 464 031 und der PoUzei- irummer schwarzes G. 1929 entwendet. — Bei Kriminalpolizei lagern immer noch ein weißes Frauenhemd, gez. Je., andere Duch'daben ist unleserlich gen! allst, ein weihleinene^ Bettuch und ein Paar loeiße Fwuenhosen, ohne Zeichen, dw aus der Blncve gcfftohlen sind und wovon sich noch kein Eigentümer bis letzt ge- nvelldet hat. weshalb nochnials daraus hingewiesen nnrd.
** A n l a g e n m u s i k sinder Sonntag, den 23. vorm. 11 uyr in der Süd-?lnlage mit folgender Spiel-Folge statt: Ouvertüre zur Oper „Tie weiße Dcmre", von BvieDieu; „Der Wanderer s Li-d. von Frz. Slls.'bert ; „Mein Traum", Walzer, von E Waldteufel; Potpourri a. „Ter Zigeunerbaron", von I. L-tcauk. ^v- lmrger Josias Marsch, von Voigt. _ _ . „ ,
** Schwarz-Weiß-Lichtspiele. Svrclplan vom
Samstag bis einschließlich Montag erckhält die ^nlm-Neuheit „Ern Lichtstrahl im Dunkel", mit Mia May. Außerdem tritt 8)aul Heidenmnn st.r sckinem Lustspiel „Paulchen Herratei teure Schwiegermutter"' auf. Siphe Anzeige.
** Kei ne Knochen fortw erfen! Jeder Knochen ut jetzt von größten! Volks- und kriegswirtschaftlichem Wert lorofte Mengen vmi Fett, Glyzerin und Leim werden ans Knocken genuinen, sie bilden einen äußerst wertvollen Ersatz sür Baumwolle zur Bereitung von Explosivstvsseu. Die bei der Knochen Verarbeitung noch übrigbleibenden Stoffe werderr zur Herstellung von Düngemehl verwandt, das dank seinem starker! Gehalt an Sttck- stoff und Phosphorsäure gerade in der Kriegszeit für unsere Landwirtsä)aft von großer Bedeutung ist. Bei der großen Vermrnde- rnng unseres Viehbestandes darf deshalb kein Knochen verloren gehen. Da die Knocl-ensammlrrng durch die. Schulkinder neben der Altmaterraliensammlung, Wildpflanzen- und Laubhensamm- lung schwer durchzuführen ist, sind die Lumpensammler angewiesen worden, häufiger in den Häusern nach Knochen zu fragen. Ersahrun gsgem äß haben diese .Händler bei den besser bemittelten Ständen, vielfach ans Bequemlichkeit der Dienstboten, sehr wenig Entgegenkommen gesunden. Bei der herrsä-enden Notlage ist es Ehrenpflicht jeder Hausfrau, dafür zu sorgen, daß die Knoäien gesammelt und. den Händlern abgeliesert werden. Siehe
man sich vor Bartflechte schützen kann! Ein Arzt, der sich« mit der Behandlung der Bartslellstenerkrankung reichlick vertrant gemacht hat, stellt dem Frankfurter General-Anzeiger die folaenden Bemerkungen zur Verfügung: „Daß der Ton in der K.-A.-Seife eine besonders cnrpftndlichje Haut angreift, mag zugegeben werden. Meistens Ivecden aber auch dafür andere Faktoren zu beschuldigen sein. Niemals ruft er ged och übertragbare Entzündungen hervor. Tie Bartflechte, die in manck-en Städten jetzt gerad-.^n epidemisch anftritt, wird durch einen ganz bestimmten,' schon lange irr Fachkreisen bekannten und tDeiserbirtgS. erst recht studierten Pilz (Trichophyton) hervorgerufen. Tie Ueber- tragnng e/folgt von Mensch zu .Mensch durch gemeinsam benützte Wasch- und Handtücher, insbesondere in den Rasierstuben, wo außerdem noch der Rasierpinsel und eventl. das Messer eine für die Llnsteckung bedeutsame .Rolle spielen. Es kann nicht dringend genug ans die .Besiolgung h y g i e n i s ch e r V o r s ch r i f t e n in den Rasierstuben hingewiesen werden. Ter Gebrauch dos Pinsels sollte gänzlich verboten und, wo Wasll>- und Vorstecktücher nicht jedesmal vor neuem Gebrauch gründlichst gennaschen werden können, mich diese durch solche ans Papier ersetzt werden." Kreis Schotten.
** Schott en, 21. Juni. Tie Raps- und Samenernte ist in dollem Gange, läßt aber wegen der mancherlei Rapskäser sehr viel ml Men-ge und Güte zu w'ünschen übrig. 60 Pfund Samen stehen dem Bauer zum Schleen zu. Der frische Samen hat aber noch einen großen Feuchtigkeitsgehalt, uttfr da Wasser kein Oel ist, erhält der Bauer, der seuch'en. und ungetrockneten Samen zur Schlagmühle bringt, ein beträckstlich Teil Oel tveniger. Deshalb tut jeder Bauer gut. wlr gut getrockneten Samen anz>irliesern. T>as Twcknen der 60 Pfund geschaht in laeißen Räumen, unterm Dach, an der Somre. unter häufigem Rühren und Wenden, auch über oder im Backofen, wobei aber Vorsicht geboten ist.
Hessen-Nassau. ,
X Nierchein, 21. Juni. Zwei lstesige Burschen fuhren am krfcu>eai Tläge im Kkchnie über den Rhein und holten mrs dein lauf der: gegenüberliegenden Kornsand gelegenen Park des. Wein- Mltbesitzcrs Fr. .Reichert sakst alles junge Gemüse heraus. Borl-er hatten die Svitzbubeil mittels Dynamitpatrmien Fischraub getrieben und Fische im Gewicht von mehreren Zentnern erbeutet. Die Burschen wurden zur Anzeige gebracht.
Kreis Wetzlar.
va. Wetzlar, 21. Juni. Oberb?utnant von Zen gen, jSohn des srüchren Bürgermeisters der Stadt Wetzlar, sowie Oberlentnant L i ch t e n t h ä I e x , Sohn des früheren Bürger- Imeistlers .Lichtenthäler in .Krofdorf, Nmrden beide mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse v"sgezeichnet.
ra. kl n s d e m 'K r e i s -e W e tz l a r, 21. J'imi. Ans allen Teilerr unseres Kreises kamen Klagen über das Ueberharrdnehinen des Ungeziefers auf den OäKbmnnen. Me Obstgattungeu zeigen jetzt die Spuren der Ver'vüßawl.m, ja selbst die Hecken sind mit Vespinsteu überziogcn. Birnen gibt es diesmal sehr wenig, Aevfel stellen eine Mittelernte, Zwets»hen aber eine Vollernte in Aus sich.
Darmstadt, 21. Juni. (Strafkammer.- Ein loiähriger Du- inichgut von hier War im Februar d. I. wegen Diebstahls zu vier .Mopsten GyauMris verurteilt toprhep, pM- fp wein.ig LchdrAick
aus ihn machte, daß er wenige Tage nach der Verurteilung einen neuen, äußerst dreisten .Einbruch verübte. Er erhält nunmehr 1 Jahr Gefängnis. — Wegen Kuppelei wurde die Gastivirtsehs- srau Marie Hotz von Eberstadt zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. — Sechs Schüler von Pfungstadt tmcrden toegen Plünderung.zweier GüterNxcgen mit Gerste und Mehl zu 2—10 Wochen Gefängnis verurteilt.
st M a rb u r g , 21. Juni. Mrzlich fand ein Jlmrge vor einer Haustüre eine leibhaftige Brotkarte. Freudestrahlend überreiche er den werivolten Fund seiner Mutter, einer el/rewverten Kriegersfrau, die dann auch schnell bereit war, sich, durch Benutzung dev Karte in den Besitz eines Laibes Brot zu setzen. Heute standen! Mptter und Sohn wegen dieser Sack-e vor Gericht. Die Mntter ivnrde bex Hehlerei nnd ihr Junge des Funddiebstahls bezichtet. Das Gericlü war jedoch, der Meimmg, daß beide Beschuldigungen nicht aufrecht erhalten werben könnten und erkannten aus Freisprechung, besonders auch deslchb, weil ein Strafantrag fehlte.
Linge?crndt.
'Für Form nnd Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Tie erste Frnchternte, der Raps- und Samenschnitt hat allerorten begonnen Die Ernte ist minder'wertig, weil durch den Raps- kä'ler ein gws'.er Teil des D'lÄenstandes abgeftessen worde:l ist. Es wird schon Samen zmn Schlagen in die Oelmühle^i . gerächt — die Selbstversorger haben ihren Vorrat aus gebraucht/jetzt^ in der Gmt^eit muß ft'ir Gesinde und alle anderai ?lrbeitskräfte.H-ett zinr Verfügung stehen. Täglich kommen schon jetzt aus den be- nackcharten preußischen Bezirken Leute mit Schlagsclchnen, schweren Säcken voll Samen und Kannen nach Gießen zur Oelmühle, täglich sieht inan dieselben Leute wieder ebenso beladen, teils fluchend, teils weinend, wieder heimfahren. — Die Pren gen dürfen nicht, selbst wenn sie, ivie das benachbarte Dorf Krofdorf, eiük^Stunde von der.Schlagmühle entfernt liegen, und obschon die nächste preußische Oelmühle eine Tagereise entfernt ist, in Hessen schlagen liassen. — Noch mehr: Aus dem Kr'eise Schotten oder Alsfr 6 > darf kein Samen im Kreise Gießen geschlagen tverden. Dre Schlagmühlen sind Bariumühlen geivorden. Jtzder Kreis und Bezirk hat seine bi/timmte Mühle, in der er schlagen lassen darf. In dem Kveise Friedberg liegt gar keine Schlagmühle, die dortigen Sainen- ziüchter sind auf drei Mühlen im Kreise Gieße:! angermeseu, und wenn sie hier nicht ankommen, so sind ihnen andere Mühlen verschlossen. Also lauten die Kriegsvorschriften. Sie müssen den Leuten die Lust zrir Sanienzncht, die sich so günstig entwickelt hat, nehmen, das Publikum hat den Nachteil. Deshalb ist es mit Freuden zu begrüßen, daß die Landwirtschaftskammer m Verbindung mit den Oelmüllern eine Eingabe gemacht hat, in der im Volkswirt, ck>astlichen Interesse die alsbaldige Aufhehung der Vorschrift und die freie Wahl der Mühlen gefordert wird.
Arrchirche NachrrchLen
Gottesdienst am Sonntag den 23. Juni (4. nach Trinitatis).
Evangelischr Gemeinde.
In der Stadtkirche. 8 : Fällt mrs, siehe Johann es kirche. 9 V 2 : Psr-Ass. Liz. Reuning: 11:.Kinderk. f. d. Mark.-Gem. Pfr- Ass. Liz. Iteuning. In der Johannes kirche. 8 : Zngl. Christenl s d. Nenkonsirm. cv,s d. Lnk.-Gem. Pfr. Bechtolsheimer;
Pfr. Ausseld, Beichte !u. lfl. Wbdm. f. d. Luk.- u. Joh.-Gem.; 11: Kinder?, f. d. Joh.-Gmn. Pfr. Ans'eld: 8 : Bßbelbespr. im Johannessaal. Mittwoch den 26. Juni abds. 8 : Krik gsbetslunl-e. Pfr. Becküolsheimer. — Kirchberg. Vorm, 10; 11: Ehristenl. f. d. weibl. Jugend. — Mainzlar. Ncchm. IV 2 . — Dapbringen. Abds. 8 V 2 : Kriegsbetstunde.
Uatholrsche Grmemde.
614 : Gel. z. hl. Beicht: 7: Hl. Nesse; 8; Anst. d. ht. Komm.; 9: Hochamt !mit Predigt; 11: Hl. Nesse m. Pred.; 2 : Christenl., darauf And. m. Segen; 4; Jlb7gl.-K<mgr.; 6: Aloysinsanü. Dienstag uiid Freitag, abds. 8: Kriegslittmü». Samstag 29. Junr, nachm. 5 u. abds. 8: Gel. z. hl. Beiht. — Tiaspora-Gottesd. am 23. Juni: Grünberg 9V2, Hungen 9'/z.
Israelitische Rellgionrgemelnde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag 22. Juni. Dorabd.: 8.30; morg.: 8.30; abds.: 10 u. 10.40. __
Letzte Nachrichten.
Oee neueste Bericht der Heeresleitung.
(WTV.) Grotzes Hauptquartier, 22. Zum. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Nupyrecht.
Zwischen Arras und Albert damrten die hastigen Teil- vorstößc des Feindes gestern bis zum Dtorgen an. Sie endeten mit vollem Mtzer?olg für de« GeMrr. Beiderseits der Scarpc bei Briry-Becgueretle, Hebuterne, Hamel und dem Walde von Meluy wurden starke englische Abteilungen teilweise in erbittertem NatLaurpfe zurückgeschlagen. Auch an der übrigen Front trieb drr Engländer melirfach vergeblich Erkundungen vor. Bei AD . cfyc des Feindes und bei eigenen
Vorstößen südlich der Somme machten wir Gefangene.
*
Feindliche Fliegerangriffe auf Brügge fügten der Bevölkerung Verluste zu.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Südwestlich von Noyon miederholtt der Feind mit starken Abteilungen seinen vergeblichen Angriff südlich von Vandelieourt. Zwischen Maas und Marne lebhafte Tätigkeit des Feindes. Mehrfach angesetzte Vorstöße der Franzosen blieben erfolglos. Teilangrifft der Franzosen und Amerikaner nordwestlich von C^Lteau-Thierry wurden blutig abgewiesen.
Der Erste Generalguartiermeister L u d e n d 0 r f f.
* * *
Eine Frredensrede im englischen Unteraus.
London, 22. Jmri. (WTB. NÄMmtlich) Reuter. Unterhaus. Bei der zweiten Lesung der Bill über döe konsolidierte Staatsschuld brachte der Pazifist M e r r e l folgenden Zusatz- antrag ein: „Tas Volk wünscht von der Rogäerimg die ZusicheruiW. :zu orhalten, daß sie frmc Gelegenheit, die Kciegsprobleine auf dip- lomattschem Wege dnrch liebereinkünfte zu lösen, vorübergehen lassen.wird nnd gibt ferner der Meinung -Ausdruck, daß die Ge-- heimverträge mit den Mliierten einer Itevision unterzogen werden sollten, da sie in ihrer gegenwärtigen Ode statt mit ven Zielen unvereinbar sind, für die Grgland in den Krieg eingetrctQ! ist, nnd da sie deshalb ein Hindernis für einen demokratischen Frieden: bilden." Merrel führte aus, das Volk sei durch die Entwicklung der Tinge besorgt und sei berechtigt, von der Itegierung eine erneute Darstellung ihrer Kriegsziele und ihrer Anschnmmgcn über die Aussichten, sie zu v-enoirklicl-en, zu verlaugen. In allen krieg- führenden Ländern sei -eine immer stärker loevdende Bkmegnng zn- gunsten von vernünftigen F-ricdensbedingungen vor landen, um dem Kriege ein Ende zu nrcrck^en. Philftzp Snowden unterstützte den Antrag.
Ein päpstliches Wkißlmch.
Bern, 21. Juni. (Prai.-Te./^.) Jtaliennochen Blättern zu- svlge steht die V e r ö f fe n t l i ch-u n g eines p ä p^st l i che n Weißbuches bevor, das über das Wer? des' Heiligen .Stuhls im Weltkrieg an Hand von Dokumenten Aifschlnß erteilen toerv-e. Kaiser Karl nnd das Negierungsftrbilümn Kaiser Wilhelms.
Wien, 21. Jimi. (WTB. Nichtamtlich.) Wiener Mrr.-Bur. Tas ßOjährige R e g i e r u n g s j u b i l ä u m Kaiser Wilhelms wurde auch bei Kaiser Karl im Felde einfach und würdig begangen. Beim Abendmahl brachte Kaiser Karl folgenden Trink-
Üsossb «uA: Ich Äbehc; wem Glas auf üas Wohl, memas liedw
Freundes unp tveuerv BundösgeTwssen Kaise/ Wilhelm, welcher heute, dem Efnst der i)eit eutsprecheiid, :mr im lleinea Kreise vhnS Untere FörMlich^iteu sein 30jähr!ges Regieuuigs!ubiläum feiert. Ich wünsche'Senrer. Majestät herzlich eine noch lange Reihe, mit Gottes Hilfe nach siegvcick)er Boe:rdigung des Krreges dauernd friedlick>er Jahre segri'^rnck-er tzerrscl-erbetätigusnz. Kaiser Witz« Helm lebe' >Mh, hoch, hoch! Der ^Kaiser stieß mit e^peiüfcf^nl Ätilitürbevvllmäckickgter General v. Cramvn an mi .Mksnelt sich mit ihm in l)arzl nM Weise, über den bedeutungsvollen OMenltag. Staatsstkrttär v. Kühlmann in Hamburg.
Hamburg, 21. Jimi. (WTB. NichÄmtlich) In Anwesens heit, des Staatssekretärs v. .K ü hl mann fand gestern im 9tat- l-anse die bereits erwähnte Besprechung über die Neugestaltung des deu tsch c n . Auslan dsdienstes satt, an bet außer den zuständigen Referenten des s'lw^värtigen Amtes Vertretet der Senate von H un/urg, Lübnu imd Bremen splvie dec HaRels^ kreise der drei Hausestär-te teilnahm«:. Die Denkschriften der Hanseat tischt! Kannnern nnd des Ausschusses für.die Nei^gestaltting deA deutschen Auslandsdienstes wurden ein gebend erörtert, wobei cä sich ergab, daß in vielen Punkten Uebeveinstimmung bestarid. Geßern abend verließ Staatssekretär v. Kühlnrann mit den Herren seiner Begleitung Hamburg. Er ist nach Berlin zurückge^hrt. Naiivnalliberale Anträge uns Anfragen.
Berlin, 22. Juni TienationalliberaleFraktion des R e i ch s t a g c s hat einstimmig beschlossen, zum ^ Etat deS Auswärtigen Amts dei! Antrag einzubringen, den Reichskanzler zu erjuck>eu, baldmöglichst einen Ausschuß zur Prü-ung der Frage einer organischen Reform des Auswärtigen Amts einzusetzen, in den! ccußer Mftgliedern des Burchesrats und des Reichstags und Vertretern des Generalstabes und Admirab- stabes auch Vertreter des am Ueberseehandel beteiligten Kaufmamr- standes und der dlv.rtschen Exportiudustrie zu berufen lväreu.
Der Abges.dn.ete Prinz zu Schönaich-Earowth hat im Reichstag zwei Anfregn! eingebrackst, die darauf Hinweisen, daß nach Zeittmgsberichten im Z^emmelgebiet am 25. April ein Ofsiner nnd fünf Mann des deutschen Jnsanterie-Reginrents Nr. 118 nach ihrer 0>esangennayme durch die Engländer in unmenschlicher Weise gemartert worden seien, ferner befänden sich auf Malta seit Kriegsbeginn etwa 150 deutsche Gefangene, welche zurzeit in Gefahr feiert, Hungers zu sterben. Die Anfragen regen Gegenmaßregeln an. Derurteiller Landesverml.
Leipzig, 20. Juni (WTB. Nichtamtlich.) Ter oereinichL zwecke nnd dritte Sttassenat des Reichsgerichts fcenirteUte den 24jährigen MaschiinensMosser Max Messing ans B 0 ch 0 l d wegen Verrats militärischer Geheimnisse nnd ver- suchiten Landesverrats zu drei Jahren Zuchthaus urd süns Jahren Ehrverl'ck: unter Anwchmng von ^inem Jabr der Unter- siuichmngsl?aft. Ter Aingeklagte l-atte Gelegenheck, von Mannschaften! der „Möve", welche die berühmte Fahrt des Schliffes mitgeniachL hatten, verschiedenes, was im Jnteve'ise der Landes verteidig «ang' lunbedingt geheimzuhalden war, sowie näheres über die zukünftigel Bestimmung der „Möve" zu erfahren. Tie so erworbenen Kennte nisse verriet er nach seiner Entlassung vom Militärdienst in §)vt- länd an einen Agcr-tten des feindlickpn Spionagebnreans. Ta der Angeklagte geistig für nicht ganz normal vollwertig erllärt wurde/ wurde die Sach^ vom Gericht milde angesehen.
Einstellung des Verfahrens gc^en die Deutsche Zeitung?
Berlin, 21. Juni. Nach der „Deutschen Tageszeitung" soll seck einigen Wochen das Gerücht umlaufen, die vom R.eichs- kanzler gegeir die „Teutsche Zeitung" wsgen Beleidigung des! Staatssekretärs v. Kühlmann angastvengte Klage bzw. der Strafantrag sei zurückgezogen worden.
Die deutsche HUfe. >
Berlin, 21. Juni. Nach Oesterreich ist von mrs eine Lieferung von 5000 Tonnen Getreide aus Beständen chs Heeres abgegangen, gegen die feste LZersichecung der österreichischen Regierung, daß diese Menge spätestens bis zum 15. Juli zurückgegeben nnrd. Bedenken tvegen der Verpsleciung des Heeres bestehen deswegen nicht, auch auf die Versorgung der Zivilbevölkerung mit Brotgetreide hat diese Abgabe ebenfalls keinen Einfluß.
Nmtltcher Teil.
Vaterländischer hüsZdieH.
Aufforderung des KriegsamtS zur freiwilligen Meldung gemäß 8 7, Absatz 2 des Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdienst.
In dem gewaltigen, von unserem Heere
besetzten feindlichen Eebret
werden zur Verwendung bei Militärbehörden in erhöhtem Maße
zahlreiche Hilfskräfte benötigt.
Das Jntercffe des Vaterlandes verlangt, daß taugliche und entbehrliche Kräfte der Heimat sich zu dies m Etappendienst zur Verfügung stellen. Zahlreiche triegsverwenduugs- fähige Militärperfouen muffen im besetzten Gebiet noch für den Dienst an der Front frei gemacht werden.
Die^Lebensbedittgttngcn im besetzten feindlichen Gebiet sind durchaus günstig. Reben reichlicher freier Verpflegung nnd freier Unterkunft wird gute Entlohnung gewährt. Anch ist Gelegenheit zur Besch^sfnng billiger Kleidung gegeben. Und was bedeutet die Notwendigkeit, sich in fremde Ber- hültniffe einzugewöhnen, gegenüber dem Maß von Opfern und Entbehrungen, das nufere Krieger seit Jahren freudig ertragen?
Männliche Hcksskräfte jeden Alters, auch Jugendliche, können, wem! sie geeignet beftrnden werden, Beschäftigung im besetzten Gebiet im Westen ftnden, und zwar für Arbeitsdienst jeglicher Art, Boten- und Ordonnanzdienst, sowie als Schreiber, Buchhalter, Kausleute, Verkäufer, Lagerverwalter, Aufsichtsleute, Hand- ioerker jeder Art.
Personen mit französischen und flämischen Sprachkeimtnifscn
werden besonders bmücksichtich:.
Wehrpsliästige können nicht angenommen werden, mit 2lus- nahme der 50oder mehr erwerbsbeschränkten Kriegsbeschädigten.
Als Entgelt loird gewährt:
Freie Verpflegung oder Geldentschädigung für Selbstverpflo* gung, freie Uuter'kunft, freie Eisenbahnfahrt zum Bestimmungsort und zurück, freie Benutzung der Feldpost, freie ärztliche und Lazarettbehandlung, sowie angemessene Barentlohnung.
Bis zm' endgÄttgen Ueberiveisung an eine bestinimte Bedarss- stette loird ein „vorläufiger Dienstvertrag" geschlossen. Die endgültige Höhe des Lohnes oder Gehaltes kann erst im Anstellungs- hertrag selbst festgesetzt werden. Sie richtet sich nach Art und Dauer der Arbeit solvie der Leistungsfähigkeit des Betreffenden. Eine auskömmliche Bezalilung wird Mgesichert. Falls Bedürftigkeit vorliegt, lverden außerdem Zulagen für die in der Heimat zu versorgenden Familienangehörigen. gewährt.
Tie Versorgung derjenigen, die eine KriegsdienstbcsckEaung erleiden, ist besoirders geregelt.
Meldungen nehmen entgegen für Kreis Gieße n, Alsfeld, Laulerbach und Schotten: V e z i r k s k 0 in m a n d 0 und Hilfsdien st melde stelle Gießen: dabei sind vorzulegen: Etwaige Militärpaviere, Besckäfttgungsaiisw^'is oder Arbeitspa chere, erforderlichen falls Abkchrschein. Es ist au m geben, loann der Beiverber die Beschäftigung antreten kann. Eine vorläufige ärzlliche Untersuämng erfolgt kostenlos^ l»ei dein Bezckcks- kommando. Jeder Be^r-erber hac sich oen ersorderliä-eu Schutzimpfungen zu unterziehen.
a 7 osd ttrirgs-mtstep- Zranfturt a. M.


