Nr. M Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger fm Gderhefjen)
Zreitag. ?. Juni mH
Aus St<rdt ttttfc Conö.
Gießen, btn 7. Juni 1918.
** Amtli che Per fon alnachrichten. Der Großherzog empfing zum Vortrag den Stcoatsminizber Dr. v Ewald, den Minister des Innern Dr. v. Hvmbergk zu Vach, den ryrnanz- „nwister Dr. Beüer, jden Gerieral-Ä-juiantm Geneval der Ka- oallerie v. Hahn, den BorsLa.no des Kalunetts Wrrkl. Geh Rat v. Römbeld: außerdem den Kapttänleutuant Schmtthl — Der ßlroßlnnz^ t l>it am 1. Juni oen Direktor der Oberrealschute am Friedrichs platz zu Offenbach a. M. Gehermen L>chulrtt Hermann I ä g e o düi sein Nachsuchen unter Ancr^rnung ferner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung von: 1. August 19lo an rn den Ruhestana versetzt ,und ihm das Ehrenkrcnrz des VerMenst- ordens Phttivr - des Großmütigen Verl re Heu. Ferner hat der Gros- Herzog am 1. Juni den Direktor des RLalgymnasnunö zu Rtacnz Geheimen Sck > > rat Dr. Karl Kemnrer auf sein Nachsuchen untep Anerkennung wirrer langiährigcn treuen .Dienste nut ^rmng Vvm 1. OfroKv J918 ab in den RuheitMtz verseht nnd chm ebenfalls das Ghreukreuz des Verdienstordens Phrlrpps des Großmütigen verli'Dn — In den Ruhestand versetzt wurden der Vahirwärter I:. der L)essisü>-Preußischen Erjenbahngenirrnichatt Philipp Gru -eioatd zu Kempten und der Swainrer rn der Hessisch-Preußische! Giserrba'hngemernschost Joharrnes ^ritzet zu Bad-Homburg. Di ^ vom 1. Juli 1918 an. _
** A u szei dy nung. Schütze Gelfeb a ch aus Gretzen wurde mit der .Hessischien Tapfe rtettsnredaille ausgezeichnet, nachdem er das Eiserne Kreuz 2. Klasse bereits früher erhalten hat. . . .
** A n m e t du ng zur Stammrolle. Die rn: Mai 1901 geborenen LanosLurmpftichtigen der Stadt Gießen müssten sich am 15. Juni d. I , vormitdargS von 8 bis 12 Uhr und nac'. .nittagts von. 2 bis 6 Uhr, im citoi Rathaus! am Marktplatz zur Stammrolle melden. Siehe Bei.aunt- machun-g.
** Ausla nds-Eier. In der nächsten Woche kommen in den Vertanss stellen der Firma Giebr. Grisb und Steinreich dänische Eier zum Pveise von 36 Pfennig für das Stück zur Ausgabe. Die Eier sind von der Hess. Vertzor- guugs stelle für Ausl-cmdAeier zu dem angegebenen Preis überwiesen. Siehe Anzeigenteil.
** Garn.verteilt' ng. W w-Dd daraufhingemiesen, daß die cklleinstehenden Personen u:rd die Familien mit zwei Personen bei dieser Verteilung nicht berücksichtigt n konnten, weit die zur Verfügung stehende Menge :e ; sie werden bei der näckisten Garnver- diesem Vierteljahr erfolgen wird, ihre t. Nach den Vorschriften der Neichsbe- en mit LeinenAoirn nur Verbraucher, treibende (Schneider) und Anstalten beste Bekanntnrachrrng. rdischer Abend in der großen -ersitat. Die in der Kriegsfürsorge isichtigen am Freitag den 14. Juni, t der großen Aula der Universität einen zu veranstalten, dessen Reinertrag der c zufÄlen soll. Herr Banldirektor Gr ieß- einem Vortrage „Ueber Krieg und Flug- vicklung des Flugwesens von der Jla uird rich-Flügen bis zur Gegenwart schildern und Lichtbilder >eruiutertr. Neben diesem Bor- dezitationen des .Herrn Hofrats Stein- e Ansprache des Herrn Geheimerats Eck jiß Darbietungen der Militärkapelle unter rrn H»errmann den Inhalt des Abends ch gestaltet: und den: wohltätigen Zwecke lebhafte Teilirahme zuführen.' Der Vor- nutrittskarten findet bei Herric Ernst Challier, :att; außerdem werden Verwundete die Karten l.sern anbieten.
r Lahnkanal verein hält am 29. Juni in Bad 'ne 10. ordentliche Hairptversamnttung ab. (Siehe An- MiseeinschröM-kungen dürften wicht einteeten, da der Tag katholischer Feiertag im Bahnbetrieb nicht als allgemeiner lettag gilt.
** Hausbrandversorgung. Die Vertreter der süddeutschen S: idte hielten kürzlich in Augsbrng eine Tagung ab. in der die Vrennstoffrage ausführlich behandelt worden ist. In Anbetracht der vollkommen ungenügend'eil Brenn sto f s z u fu hren wurde an die Reichstagssvaktionen eine Eingabe beschlossen, die die Gleichstellung des Hausbrands mit der: kriegswich.igen Betrieben (V-Betriebe-, die Prüfung des Bedarfs der V-Bttriebe und bei Unmöglichkeit der Deckung der Bedürfnisse gleichmäßige Einschränkung bei den V-Bttrieben und beim Hausbrand zum Inhalt hat. Ihren früheren Wunsch, die Breun stoffarten nach ihrem Heizwert zu berechnen, hielt die Ver- sammlmtg heute :wch durchaus für berechtigt, mrd es soll daher der Reichskohleulommissar ersücht werden, diese Frage nochmals zu prüfen. — In der Verordnung donl 10. Jairuar 1918 ist für deil Stadtbezirk Gießen bestimmt, daß in Wohnmrgen mit .Zentral-- Heizungen je nach 2ükzahl der Zimmer bis höchstens 3 Räume beheizt werden dürfen. Die Ein sehr änkultg der Zentralheizungen geschieht am voll7o...Mensten durch Abschaltung. Abflanschung und Entleerung der nutzer Betrieb zu setzenden Heizkörper nebst ihren Verbindungsleitungen bis zu den .Hauptleituu-pen. Wenn in Miethausern die Räunie entspreche-.ch übereinanderliegeu, ist die strangweise Abflanschung der eittzelnen Heizkörper zu empfehlen. Wenn die Wschaltn.ng und Entleerung unterbleibt und die Abstellung der außer B.'trieb gesetzten Heizkörper nur durch die porhandeneni Ventile erfo!^., 'mird Brennstoff vergeudet 'und es besteht außerdem die Gefahr des Einfrierens. Mit dem Abflaarschen der Heiz^ körper und Stränge haben viele Städte gute Erfahrungen gemacht und Erspar au Brennstoffen erziell- In der letzten Sitzung der Kommission ' für die Kohl-envertellung ist angesichts der geringen Zufuhren beschlossen word.ni., daß jede .Haushaltung als erste Rate eine Zu'reisung von 15 Ztr. Steinkohlen, Anthrazit, Steinbohlen- ober Braunkohlenbriketts Mgeteilt erhält. Die weiteren Raten richten sich nach den Zufuhren, die heute noch nicht bekmmt sind. Jedenfalls ist es ratsam, mit den Bveirnstoffen recht sparsam umzugehen. - Wir verweisen auf die in der heutigen/ Zeitung erfolgte Bekanntmachung ,der Ortslohlenstelle über die Ausgabe de- e z\ nrstoffbezugscheine.
** Na ch t r ä gliche Einlösung von Zweimarkstücken. Die Zweimarkstücke sind bekanntlich außer Kurs gesetzt. Jetzt 'hat der Dtaatssekretär des Reichs Schatzamts in Vertretung Reichskanzlers bestimmt, daß solche Stücke noch, bis zum' 1. Juli 1919 bei dr> tz'reichtzstauptkafse in Berlin -eingelöst werden können, wenn glaubD-r geniach wird, daß sie aus den deutschen Schutzgebieten oder au^ denk Ausland nach dem 1. Juli 1918 eingegangei^ sind.
Landkreis Gießen.
** A l le nbo r f a Lda., 6. Juni Der Feldpvstschafftler Frisd- käch Schneider erhielt das Eiserne Kreuz zweiter .Masse.
Starkenburg und Rheinhessen, i u z, 6. Juni. Eine langwierige, aufsehe neregeu.de Berbrecherjagd -Mb es gesteru hier. Zwei v>on der Polizei gesuchte Verbrecher wurden von einen: Polizisten in der Suppenküche im „Pflugs" entdeck!. Während der eine festgeuvmmen werden konnte, gelang es d^ / n, zu fliehen Bei der Verfolgung flüchtete er sich in eine Sackg,sse der Emmerwrstmße, .vo er sitz aus einem Dach festsetzte. Er lednohte den ihn verfolgenden Polizeibeamten mit einem Revoloer und einem langen Dolch. Die Aufforderung, sich zn ergeben, .:-?a: . wartete der Bursche mit der Berfickterung, er sei „geistrslrrnk" uu. man solle ihn in Ruhe lassen. Zuletzt iwtrbe ein sharte-i Atufgebot oou SchutzlsrHen imd Feshun^sgervdarmen auf-
K.P
geboten, um das ganze Häusergebiet abzusperren. Nach vierstündiger Belagerung verzweifelte der Verbrecher an den: Erfolg eines Durchbruch und beschloß, nicht lebend in die Hqnde der „Feinde" zu fallen. Er schoß sich in den Kopf und wurde nun schwervcrwundet gefangen.
Kreis Wetzlar.
ra. W e tz l a r, 6. Juni. Tie Schafschur ist jetzt iu deir meist«: Orten des Kreises im Gange. Ter Mas Wetzlar zählt bekanntlich zu den Gegerrden, wo die SchaMcht aroch eine große Rolle spielt. Gegen das Vorjahr hat sich die Anzahl der Sck-gfe in vielen Ge- nieinden noch ganz bedeutend verinehrt. Leider ist in: verflosseiren Jahre die Räude in einig«: Herden recht stark aufgetreten.
ra. Aus dem Kreise Wetzlar, 6. JNni. In den Loh-- schlägcn lMri'fcht jetzt reges Leben. Das Schälen ist soweit beendet iaib die Lohe vermögen, so inß sie in die Lohmühlen geschafft werden kann. Die Lohheckeustlange Jahre das Schmerzenskind der Gemeind«: und Woldbesitzer, bring«: ihiren jetzt glänzende Einnahmen. Der aintlickZe Höchstpreis für Lohe beträgt 14 Mark für der: Zentner, wähvend vor dem Kriege höchstens 3 bis 4 Mark bezahlt wurden.
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falsch, als ob nach dem Kriege dir heutige SchützengrabensrvnL erhalten bleiben würde. Die Staaten werden freie Hand :n ocr Wahl ihrer Anschlüsse suchen: außerdem ist die Haltung at^ poli- tischer Außenseiter sehr eütträglcch, und nicht zuletzt: es gibt a'r'e Weltbureaukratie. die den Strom d«' Waren unter oichte Mcmtnmc i:ehmen kann. Unbeschadet all dessen müsse:: wir unsere nattvnalei;^ Hilfskräfte an Kapital, Intelligenz, Arbeitskraft und Bodenrrast ^ gewaltig ausbauen, um möglichst weittragende Zukunftssuherung - in uns selbst zu haben. Wir können mir dann mit Zuversicht der ^ wirtschaftlich sehr bewölkten Zuiunst e:ttgegensel)en. wenn wrr j alle unsere Kräfte gewaltig zusammenfasste::. — An oas mit großem Beifall ausgenommene Referat schloß sich eine längere Debatte ach in deren Verlaus der Redner Gelegenheit nahm, sich über eii^elne an ihn gerichtete Fragen noch ausführlicher auszu- sprechcn. Zürn Sck)luß gab der Vorsitzende bekannt, daß m deL für Dienstag den 2. Juli angcsetzten ^ nächsten Mitgl^ederver-' sammlung Herr Professor Tr. Roloff über die .^Ostseepro- ^ vinzen" sprechen werde.
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(Scrid>fsfaal.
K. P. Ma i n'z, 6. Juni. Der Magazinverwalter Friedrich j Bald in Morms hatte am 7. Dezemiber v. I. dem^ Schreiner Ain-- ^ heiter auf dem Wege nach Hochheim aufgelanert, ihn durch einen Schuß getötet und seine Barschaft, etwas über 100 97ttrrk, geraubt. Baltz, der erst tveuig über 18 Jahre alt ist, hatte sich heute vor dem Schwurgericht zu verantworten. »Außer 27^ Zeugen waren drei Sachverstä'üäge: Dr. Popp-Frankfurt. Medizinalrat Schaffer- Worms und Waffcnfabrikant Nol-nschek-Mainz! geladen. Die Ber- liarrdlnug, die den ganzen Tag in Anspruch nahm, endete erst in später- Abeichstunde. Nachdem die Geschworenen den Angeklagten des Raubes mit Todeserfolg schuldig befunden hatten, verurteilte ihn der Gerichtshof zu zehn Jabren Zuchthaus, Aberkennung dev bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre. Von der Untersuchungshaft iverden 5 Monate angerechnet.
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Hessen-Nassau.
X Ful ö a, ö. Juni. In einer in Fulda abgchalteneu Versammlung jder Kre i s a u s schü s se der Kreise Hanau,
Gelnhausen, Schlüchtern, Fulda und Hünfeld, der aiüch ein Vertreter des Miinisterärms ans Berlin und ein Bettreter der Kgl. Negierung Kassel beiwohnten, erklätte man sich einhellig für ,ben Zusam men*f chl u ß der genannten fünf Kreise zu P- • Wo "nd Betrieb, der
großen vom Mainkrafttverk bei Haruru ausgehenden elektrischm Ue-erlaudzentcale. Dicj Kreistage der Kreise 5)ünfeld und S-hillichter: l haben dein Bettritt ihrer Kreist zu dein Zrveckverbandc bereits ausgefpo^chen, Fp anderen drei Krcste werden sicherlich n-ach'olacni. Das Maiukraftwerk, da; bei Fortführung der MainArnalisation Os senbaich—Haruru—Ascha sseubnrg unter Nt'.tzbsrmakhttng der durch die drei Stauwerke za g einuettden Wasserkräste mit einem vom preußisch?:: Landtage de'billigten Kost /'--.betrage von 6,2 Millionen Mark erlichtet wird, ist bestimmt zur Lieferung elektrischer Arbeit für den südlichen Dell des Rogieruiig^bezrrßes Kassel und soll in Verbilttrung gebrackDt werden mtt 'den Kraftwetten im Oberweser- gebiet, um einen Äilsgl-ckch z'u ermFftichm. Es verfügen nämlich hie Werke an den Talspwren im Oberwesergebiet gerade in de:: Monaten, in denen der Main wenig Wasser sühtt, fast durchweg über große, sonst nicht ausgenutzbe W^ssermeugeic, während u:n- gekehtt in der Zett uster Wo ff er knapp heit im Oberlvesergebiet die! Mainwosserkräfte aushrlfen kömreu. — D>ie Stau- und.Turbinen- anlagen des Mairckraftwerkes sind im Bau begriffen.
,>9i<üttftigc Weltwirtschaft.
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Deutschland und die
** Volksbund für Freiheit und Vaterland Ortsgruppe Gießen. Am 4. Juni fand im Hotel „Großherzog von .Hessen" eine Mitgliederversammlung statt. Nach Eröfi- nung der Versammlung durch den Vorsitzenden, Herrn Prof. I). _ Bousset, wurden zunächst einige interne Angelegenheiten erledigt. Daraust sprach Herr Dr. Briefs über „Deutschland und die k ü n s t i g e W e l t w i r t s ch a f t". Der Redner führte folgendes aus: Das lebende Geschlecht unseres Volkes hat wie keins je vor ihm einen Titanensturz erlebt: aus der reichen, vielgestaltigen Arbeits-, Lebens- und Verbrauchswelt des Vorkriegsdeutschland ist es zurückgefalle:: auf die mtt knappste:: Mitteln notdürftig sich behelfende Sellstgeirügsamkeit der Kriegswirtschaft. Früher glaubte :nan, eine Volksivirtfchast müsse ersticken im Maße, wie sic aus der Luft des Weltverkehrs abgeschlossen- werde. Wir aber führen unser Dasein heute in dem 4. Kriegsjahr abgespertt von: Weltverkehr, haben uns umgewandelt zum geschlossenen Handelsstaat, indem wir unsere Wittfchaftsführu::g unter staatliche zentrale Oberleitung stellten. Daraus folgte daun eine kühne, zuversichtliche Stimmung hinsichtlich der Möglichkeiten zuküufttger Wittschaftsführung: mm: schlug radikale Umwälzungcn: unserer Wirtschaft vor, fttng an. eine wirtschaftliche Ingenieur- kunst für möglich und nötig zu halten. Zwei ahzulehnende Auffassungen kamen auf: zunächst die: Wir sollten in Zuttlnft auf Weltverkehr verzichten, sollten oder wollten in vornehmer Aus- unsgestelltheit ein Dasein führen, könnten so unsere nationalen Erbtümer am besten !vahren. Die alte Idee des Fichtescheir gesckstossc-- nen Handelsstaates! Wir nmssen diese Auffassung entschieden ablehnen. Sie würde uns des Notwendigsten 'beraube::, lvürde unser Dasein verarmen und verkümmern lasse::, würde uns. härteste Arbeit für irnergieEigsten Arbeitsersolg abnötigen, würde unfern Reichtum !und unsere Bolkskvast zerstören, unsere Wehrkraft untergraben, unsere Kulttir verarmen und vergehe!: lasse::: zudem wütt)e sie den ganzen Siedllrngs-, Besitz- und Berussaufbau unseres Volkes umwälzen. — Weit ernster zu nehmen ist der Vorschlag einer wirtschaftlichen Achsendrehmrg. Nicht mehr zur See, sondern nach Südost sollen wir Wirtschaft treibe::, irnd zwar in: Bündnis wittschastlicher, militärischer, politischer und kultureller Art mir unseren heuttgen Verbündeten. Insoweit dieses Mitteleuropa keine Störung unseres weltwirtschaftlichen AnsckLnsses ist. stimmen wir ihm ldurchans An. müssÄ: wir sogar Opfer bringen für unsere Ver- bürrdeten. Ein Mitteleuropa aber, das uns weltwittschastliche Entfaltung irgendwie rrimmt, kam: für uns nie eine sinnvolle Forderung sein: denn was unsere Bundesgenossen aus alle absehbare Zeit der deutschen Wirtschaft biete:: können, langt nicht aus, diese stark und kraftvoll ziu erhalten. Im übrige:: liegt die Gefahr vor, daß in einem solch«: Mitteleuropa ohne hinreichend breiten welt- lvirtschaftlichen Anschluß der deutsche Wirffchaftsüb erd ruck den politisch-militärische:: Mock Mitteleuropa sprengen würde: das ökonomische Mottv kann ebenso Förderung wie Gefahrpunkt Mitteleuropas werde::. Die bedenllichen Argrimente, die oft einseitig für Mitteleuropa angeführt werden — insbesondere den übertriebenen Glaube:: an die Bedeutung des Wittschastlichen (Oekonomismus) —, lvies der Vlattragerrde m:s ihr richtiges Maß zurück. Oekonomische Motive haben gewiß wichtige Geltung, aber irrig ist der „Oeko- nomismus", der in ökonomischen Kausalien die einzig wahren und treibenden sieht. — Die Lage unserer Wirtschaft nach den: Kriege ist so vielsettig bedingt, daß sie nicht mit dem einen oder anderen.' Schlagwort bezeichnet — noch weniger gelöst werden kann. Wichtigste Rohstoffe si:rd in der.Hand der feindlichen Mächtesyndikate; wichtige Industrien sind in allen Ländern neu aufgeschlossei: und beengen den Absatz unserer Produkte; überall haben sich am Krieg neue Wirtschaftsenergien entzündet und gefährden neben syste- matischerr feindlick-en Versucki«: und politisch.!'. Maßnahmen — unfern Absatz. Gefahrvoll ist vor allem der Vorsprung, den unsere Gegirer als Rohstoffbesitzer vor uns haben- sie werden die Zett deS Warenhungers nach dem Kriege für sich weit intensiver nutzbar .niachen können. So dunkel und gefahrvoll die Aussichten sind, sv sehr muß man sich hüten vor unangebrachten: Pessinttsmus Wir müssen unsere Repressalien entsprechend handhaben: Kohlen, Kali als wirtschaftliche Gegenwehr, die Gewalt der Waffen als Machtgcgenwehr. Ein wirtschaftlich wer:: oller Kolonialbesitz in Zentral-..i'.ika würde eine Friedrn^rucht s.i' uns ruhiger auf die Pläne der Gegner schauen lüßt. In: übri-: . oje LhrsilA sicher
ZZlvdhlicbe 7l«.chr?kcSte»,
Israelitische Rellgionsgcmeinde. Gottesdienst in der Stmagoge (Süd-Anlage). Samstag 8. Juni. Bvvabd.: 8.30: morg.: 8.30; abds.: 9.50 u. 10.30. — Israelitische RettgionsgesellschafL. Sabbat- seier am 8. Juni. Freitag abd.: 8.20; Samstag vorn:.: 8.30 Pred.; nachm.: 4.30; Sabbatausg.: 10.30. Wochengottesd.: morg. 7.00, aN>s. 8.00.
Müllcrsche Badeanstalt. Wasserwarme der Lahn am ! 7. Juni 15° R. . 1
Vermachtes.
Berlin, 6. Juni. (Priv. Tel.) <Tas Berliner „Tageblatt" :neldet ans Augsburg, der Tagelöhner Eiscukoffer, der nvegett Raubmordes an dein^Vljäihrigei: Banerngutsbesitzer zum' Tode verurteilt war, wurde gestern in: Augsburg hingerichtet.
Dresden, . 6 . Juni. Eine .religiöse S e k t e, die die Lehre verbreitet, ein neuer Christus fei erstände::, treibt rn Mtitt- 'ivciea ihr Umoesen. Aine in Drei werbe:: wohin ende Kriegers: Dittrich verftel infolgedessen in religiösen W-ahnsimr und mußte inj ; eine He ilanstalt gebracht werd en. JllU
Letzt.: Nachrichten.
D v neueste Nevicht der ^eeresleitrrng.
(WTV.) Großes Hauptquartier, 7. Juni.
(Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.
Zeiüveilig au flehender Artilleriekampf. Rege Erüm- duttgstärigkcit. Bei eurem Vorstotz in die französischen Linien westlich vom Kemmel natzrmn wir 2 Offiziere und 50 Atann gefangen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Auf dem SchlachtftDe blieb die Gefechtstätigkeit auf örtliche Kampfhandlungen beschränkt. Nördlich der Aisne und nordwestlich von Chatrau-Thierry wurden Teilangriffe des Feindes abgewiesrn. Südöstlich von Sarcy nahmen wir nach starker Artillerie-Vorbereitung die Kindlichen Linien beiderseits der Ardve. Wir machten. 300 Gefangene.
Der Erste OZeneralcruartiermcister L u d e u d o r f f.
gr:
Der U-Bo-ot-Krieg an der amerikanischen Küste. Washington, 7. Juni. Tie Unterseeboots-Ain-^i e in den amerikanischen Gewässern stmrden in der heutigen Sitzung des Wilson scheu Kri egs k abi netts zlur Besprechung. Hoover teitte später mtt, daß die LebensmittelF! Versorgung des Heeres über See durch die fettrdlichen AÄgrifftk nicht gefährdet werde.
Neu York, 5. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Reuter. Zuny Nnterseebvvtsangrif'f tvird noch gemeldet, das 58 Personen nmgekommen und vermißt worden sind. Aus Lewis wird berichtet, bafo 16 von 35 Plersonei:, die die Earolina in einxm Motorboot verließen, dadurch ertranken, daß das Boot um schlug. Calais un- Boulogue mit Bornben belegt.
Berlin, 6. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Außer zahlrei andere:: Zielen wurden die wichtigen feindlichen „Umschlag Calais/ und B o Ulo g n e erfolgreich mtt^ Bomben belegt.
Zur Präsidmtenwahl im Reichstag.
Berlin, 6. Juni. (WTB. Nichtamtlich) Im' Reichs würde folgender Antrag von den fortschrittliche!:, nat libevccken, sozialdemokratischen und ZeKtrumsabgeordneten bracht: .i««—
1. Die Geschäftsordnung für den Reichstag da! iu a'o* zu ändern: §9 Absatz 2 und § 13 Absatz 2 erhalt.folgeu'dy Fassung: ^ 9 Absatz 2 : Die Wahlen des Präsidenten Nutz sodann der drei Vizepräsidenten iersolgen je in einer besonderen Wahlhandlung durch Stimmzettel! nach absoluter Stismneumehrheiu ^ 13 Absatz 2: Der Präsident vereinbart mit den Bi;e?cäsidenter,! die Reihenfolge der Vertretung im Falle seiner Verhinderung und ordnet den Wechsel im Vorsitz.
2. ^lus Grund des vorstehenden ch 9 Absatz 2 : er Geschäfts^ ordnung m den z'wei im Ainte befindlichen Bizepräsidenden find weiteren Vizepräsidenten hinzuz'uwählen.
Die Ml ehrhei 1 des Reichst a g s wird sich, wi e dt „Germania" hört, dahin einige::, daß d re i V i z e pr ä s i d e • ■ t t gewählt werden nitz zwar ohrue Rangordnung und mtt den gl ich ',. Rechten. Die beiden bisherige:: Vizeäsidenten Vaasti e nad Toß Würden in ihrem Amte bleibe::, wahrend die SoziaQenrokr-ateft die einen berechtigten Anspruch aus einen Platz im Präsidium ho ben, hierfür Scheide manu präsentieren.
Wie das ..Berliner Tageblatt annimmt, lvird die BeschlA fasfung tzn Beginn der Sitzung vom 8. Juni erfolgen. 6» aus der Jmticrttve des Zentrums an die Konservative peru| Anfrage, ob auch sie im Präsidium vertreten feiat wolle::, w?. vo:: den Konservativen verneint.
Aus dem Enlährungsausschuh des Reichstags.
Berlin. 6. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Im Ernähr^ ausschuß ^es Reichstages erklärte der Unterstaatssekrttär Dr. 9. l e r , daß die F r ü h d r u s ch p r ä m i e n <u:ch iu diesem beibehalten werden würden. Die Obst preise und Gem
preise hätten gegenüber dem Vorjahre teilweise erhöht d, _,
müssen, weil die Erzeugiurgskosten und die Unkosten des Hmtzj gestiegen seien. Die Reuhsstelle für Gemüse und Obst habe as viorläuftg nur die Richtsmeise festgesetzt. .Höchstpreise sollen «, pann festgesetzt werden, wenn der Ausfall der Ernte sich Us sehen läßt.


